Blutige Kämpfe zwischen ISIS und der Naqshbandi-Armee

Wie unterschiedliche Medien berichten, soll es in den vergangenen Tagen in der Region der Stadt Hawija in der irakischen Provinz Kirkuk zu Kämpfen zwischen der aus Al Kaida im Irak hervorgegangenen Terrorgruppe ISIS und der als „Armee der Männer des Naqshbandi-Ordens“ bekannten Terrorgruppe gekommen sein, bei denen über ein Dutzend Menschen gestorben sind.

Diese Nachricht ist insofern bemerkenswert, als dass die Terrorgruppen ISIS und Naqshbandi-Armee in der letzten Woche noch als Verbündete bei der überraschenden Eroberung der nordirakischen Millionenstadt Mossul und anderer Großstädte im Nordirak aufgetreten sind. Zwar waren Auseinandersetzungen zwischen den durch kaum etwas anderes als Hass auf Schiiten und Perser geeinten Terrorgruppen ISIS und Naqshbandi-Armee zu erwarten, aber dass es solche Kämpfe jetzt schon gibt, kommt schon etwas überraschend.

Die sogenannte Naqshbandi-Armee besteht im Kern insbesondere aus Anhängern des ehemaligen irakischen Staatschefs Saddam Hussein, die religiös der mystischen sunnitisch-islamischen Glaubensrichtung des Sufismus und ideologisch dem sozialistisch angehauchten sunnitisch-arabischen Nationalismus der früheren irakischen Baath-Partei folgen. Die Führungskader der Naqshbandi-Armee sollen aus ehemaligen Offizieren der irakischen Armee und gut getarnten, augenscheinlich moderaten Politikern und anderen weit respektierten Würdenträgern bestehen, die während der US-Besatzung nur scheinbar einen Schwenk vom irakischen Baathismus in Richtung Demokratie vollzogen haben. Während der US-geführten Besatzung hat die Naqshbandi-Armee zunächst mit einigem Erfolg gegen die Besatzungstruppen der USA und ihre irakischen Marionetten gekämpft und damit zum Desaster der US-Besatzungstruppen im Irak beigetragen, das zu ihrem Abzug Ende 2011 führte. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen kämpfte die Naqshbandi-Armee mit Guerillatechniken weiter gegen die irakische Regierung und Truppen von Maliki, die die Naqshbandi-Armee als dem Irak von den US-Besatzern aufgezwungene Fremdherrschaft von Persern und Schiiten betrachtet. Mit dem Willen zum Kampf gegen die Regierung von Maliki und iranische und schiitische Macht gelang es der Naqshbandi-Armee und ihren Partnern, Unterstützung, etwa durch wohlwollende Berichterstattung, aber wahrscheinlich auch anderer Art, aus Maliki oder dem Iran gegenüber feindlichen nahöstlichen Staaten wie Katar, Saudi Arabien und der Türkei zu bekommen. Aber auch westliche Medien machten wegen seiner guten Beziehungen zum Iran bei Propaganda zum Schüren von Hass und Aufständen aller Art gegen Maliki oft mit. Im April 2013 begannen Kräfte der Naqshbandi-Armee in ihrer Hochburg Hawija einen als Proteste im Stil des sogenannten arabischen Frühlings maskierten offenen bewaffneten Kampf gegen die irakische Armee. Die irakische Armee nahm den Kamf gegen die bewaffneten Angreifer auf, woraufhin arabische und westliche Medien Propaganda verbreiteten, die irakische Armee würde, weil sie Hass auf Sunniten hat, friedliche sunnitische Demonstranten angreifen. Die Naqshbandi-Armee verübt seitdem Bombenanschläge gegen Sicherheitskräfte und schiitische Zivilisten, die sie als Maßnahmen im Kampf gegen das „Besatzungsregime der Safaviden“ über den Irak darstellt, womit sie Perser und Schiiten pauschal zu ihren Feinden erklärt und jeglichen sektiererischen Terror gegen Schiiten rechtfertigt. Die irakische Armee versucht das Terrorproblem unter Anderem mit Mitteln von Polizei und Militär zu bekämpfen, wobei Maßnahmen wie Durchsuchungen und Verhaftungen natürlich häufig in sunnitisch geprägten Gegenden stattfinden, eben weil anti-schiitische Terrorgruppen ihre Unterschlüpfe gewöhnlich in sunnitisch geprägten Gebieten haben. Westliche und arabische Medien stellen den anti-schiitischen Terror im Irak als logische Folge einer angeblichen Unterdrückung von Sunniten durch den Schiiten Maliki dar, womit sie Maliki die Schuld für von der Naqshbandi-Armee und ihren Terrorpartnern geradezu regelmäßig begangene massenmörderische Bombenanschläge auf Marktplätzen und ähnlichen öffentlichen Orten in schiitisch geprägten Gegenden des Irak zuweisen. Das Ziel des Kampfes der Naqshbandi-Armee besteht in der Unterwerfung von zunächst Bagdad und dann der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Irak unter sunnitisch-irakische Herrschaft wie zu Zeiten Saddam Husseins und der Eleminierung iranischen Einflusses im Irak.

Die Terrorgruppe „Islamischer Staat in Irak und Sham“, kurz ISIS, ist durch Umbenennung aus der sich „Islamischer Staat in Irak“ (ISI) nennenden Terrorgruppe „Al Kaida im Irak“ entstanden, die als irakischer Zweig des globalen Terrornetzwerkes Al Kaida für die Errichtung eines islamischen Kalifates in der gesamten muslimischen Welt kämpft, in welchem eine mittelalterliche Koran-Auslegung ähnlich der des Taliban-Regimes in Afghanistan gelten soll. Die Mitglieder der Gruppe folgen einer offensiven Doktrin wahhabitischen Jihads, bei der sie sich im Rahmen einer Strategie der Propaganda der Tat stolz ebenso zu Gefechten mit ihren Gegnern wie zu grausamen Terrorakten und mittelalterlich-brutalen Strafmaßnahmen gegen von ihnen als Verräter, Apostaten, Ungläubige oder kriminell empfundenen Personen und Personengruppen der Zivilbevölkerung bekennen. Globale Prominenz erlangte Al Kaida durch die Terroranschläge von 9/11. Im Irak gelang es Al Kaida aufgrund der Gegnerschaft von Saddam Hussein zu Al Kaida erst nach der Besetzung des Irak durch die USA Fuß zu fassen, wobei ihnen ihr durch 9/11 erworbener Ruf, besonders kompromisslos und erfolgreich gegen die USA und andere Besatzer der muslimischen Welt zu kämpfen, hilfreich bei der Rekrutierung von Mitgliedern aus der ganzen Welt ist. Kleine Gruppen, die sich zu Al Kaida bekannten und logistische Unterstützung von der globalen Führung von Al Kaida erhielten, begingen im Irak Bombenanschläge, Selbstmordattentate, Morde und andere Gewalttaten, die zwar einerseits US-Besatzer, aber andererseits ebenso oft auch, beabsichtigt, unabsichtlich oder als Kollateralschaden einkalkuliert, die Zivilbevölkerung des Irak trafen. Unterstützung erhielten die sich zu Al Kaida bekennenden Terrorzellen im Irak insbesondere von der wahhabitischen Ideologie gegenüber aufgeschlossenen und die US-Besatzung ablehnenden Stammesverbänden im sogenannten sunnitischen Dreieck nördlich und westlich von Bagdad. Die USA bekämpften die Al-Kaida-Zellen einerseits mit militärisch-polizeilichen Mitteln, und andererseits gaben sie Geld und Waffen an lokale Clans in Gebieten mit Al-Kaida-Aktivitäten, die im Gegenzug für die US-Unterstützung versprachen, ihrerseits Al Kaida zu bekämpfen. Zwar galt die US-Strategie von Truppenaufstocking bei gleichzeitiger Bewaffnung, Ausbildung und Finanzierung des Kampfes von Stammesverbänden gegen Al Kaida kurzfristig als erfolgreich, aber weitgehend unbekannt ist, inwieweit die USA damit, möglicherweise ohne es zu bemerken, mit Al Kaida konkurrierende Terrorgruppen wie die Naqshbandi-Armee, oder gar getarnte lokale Al-Kaida-Zellen selbst, unterstützt und stark gemacht haben, und damit langfristig dem Terror im Irak eher noch mehr Auftrieb gegeben haben.

Etwa zu jener Zeit Ende 2011, als die US-Besatzungstruppen aus dem Irak abzogen, hat die Führung der recht kleinen und kaum noch aktiven irakischen Terrorgruppe ISI, also Al Kaida im Irak, Mitglieder nach Syrien entsandt, um dort eine Zweigstelle von ISI aufzubauen. Die von ISI nach Syrien entsandte Zelle trat dort unter dem Namen Jabhat Al-Nusra (auch übersetzt als Nusra Front oder Front des Sieges) auf und verheimlichte der Öffentlichkeit, dass sie eine Zelle von Al Kaida in Irak war. In Syrien profilierte sich Jabhat Al Nusra zunächst insbesondere mit zumeist als Selbstmordattentaten ausgeführten schweren Sprengstoffanschlägen gegen wesentliche Einrichtungen syrischer Sicherheitsorgane, bei denen zum Teil über Hundert Menschen, darunter natürlich auch reichlich zufällig anwesende Passanten, ums Leben kamen. Die syrischen Sicherheitsdienste erkannten in Kooperation mit irakischen Sicherheitsdiensten zwar recht schnell, dass es sich bei Jabhat Al Nusra vielfach um gesuchte Mitglieder von Al Kaida im Irak handelte, doch Massenmedien aus NATO- und GCC-Staaten feierten Jabhat Al Nusra trotzdem als besonders effektive Organisation im im Namen von Demokratie und Menschenrechten geführten Kampf gegen die syrische Regierung, während westliche Politiker dazu weitgehend schwiegen. Jabhat Al Nusra arbeitete gut mit den vom Westen unterstützten nationalistischen Terroristen der FSA und den unter dem Einfluss von Osama bin Ladens Vertrautem Khalid Al Suri stehenden Milizen der Ahrar Al Sham zusammen, kämpfte an gemeinsamen Fronten gegen die syrische Armee, erhielt in dieser Zeit – angeblich insbesondere von der katarischen Regierung – reichlich Spenden, womit Jabhat Al Nusra viele neue Mitglieder und Kämpfer rekrutieren konnte und zu einer der stärksten, wenn nicht der stärksten Terrorgruppe in Syrien wurde. Jabhat Al Nusra gelang es in jener Zeit insbesondere, kommerziell wichtige Einrichtungen wie Städte, Ölquellen und Gasförderanlagen im Osten Syriens zu erobern, wodurch Jabhat Al Nusra sich eine eigene finanzielle Basis für den Kampf schuf. Im Dezember 2012 stuften die USA Jabhat Al Nusra mit der zutreffenden Begründung, dass es sich bei Jabhat Al Nusra um eine Zelle der Terrorgruppe Al Kaida handelt, unter wütendem Protest ihrer Partner beim Versuch des Regime Changes in Syrien, vom SNC bis hin zur Israel-Lobby in den USA, jedoch offiziell als Terrorgruppe ein, wodurch die Unterstützung von Jabhat Al Nusra für US-Bürger eine Straftat wurde und Jabhat Al Nusra unterstützende Staaten Gefahr liefen, von den USA als staatliche Sponsoren von Terror mit Sanktionen überzogen zu werden. Hinter der US-Einstufung von Jabhat Al Nusra als Terrorgruppe stand die politische Sorge des US-Regimes, Jabhat Al Nusra würde es im Fall eines erfolgreichen Regime Changes gelingen können, Syrien zu dominieren und anschließend Syrien als Basis für die Verfolgung einer anti-amerikanischen jihadistischen Terror-Agenda nutzen, was US-Interessen zuwiderlaufen würde.

Angesichts dessen, dass die Nusra Front von den USA ohnehin bereits als Terrororganisation eingestuft war, legte ISI im Frühjahr 2013 offen, dass Jabhat Al Nusra ein Projekt von Al Kaida im Irak ist, und forderte mit dieser Begründung Jabhat Al Nusra dazu auf, Al Kaida im Irak die Loyalität zu schwören und den Befehlen der Führung von Al Kaida im Irak zu folgen. Die Führung der Nusra Front reagierte darauf, indem sie erklärte, dass es zwar zutreffend sei, dass die Nusra Front als Projekt von Al Kaida im Irak gegründet worden sei, doch nun sei die Nusra Front ihren Kinderschuhen entwachsen, um ein vielfaches mächtiger und größer als ISI beziehunsgweise Al Kaida im Irak, und verstehe sich deshalb fortan als unabhängig von Al Kaida im Irak operierender Zweig von Al Kaida in Syrien, der nur Ayman Al-Zawahiri, dem obersten Führer von Al Kaida, gegenüber zur Loyalität verpflichtet sei. Die Führung von ISI, also Al Kaida im Irak, reagierte darauf wiederum, indem sie ihre Organisation Islamischer Staat in Irak (ISI) in Islamischer Staat in Irak und Sham (ISIS) umbenannte, ankündigte, mit dieser Organisation zukünftig grenzübergreifend im Irak und Sham, also der Levante, tätig zu sein, und Mitglieder der Nusra Front aufforderte, von der desertierten Führung der syrischen Nusra Front zu desertieren, und sich dem irakischen Kommando von ISIS zu unterstellen. Eine nennenswerte Anzahl von Kämpfern der Nusra Front, insbesondere im Osten Syriens, wo die logistische Verbindung zur Unterstützung aus dem Irak besonders wichtig ist, schlossen sich dann auch tatsächlich ISIS an, obwohl die internationale Führung von Al Kaida der Position der Führung der Nusra Front den Rücken stärkte. Nachdem die Führung der Nusra Front offiziell ihre Loyalität zur internationalen Führung von Al Kaida bekundet hat, setzte auch die UNO die Nusra Front genau wie ISIS auf die Liste geächteter Terrororganisationen.

ISIS gelang es im Laufe des Jahres 2013, in den von der syrischen Armee verlassenen Aufstandsgebieten im Osten und Norden Syriens zur dominierenden Kraft zu werden. Während die Terroristen von FSA und Nusra Front sich eher auf den Kampf gegen die syrische Armee konzentrierten, legte ISIS den Schwerpunkt darauf, in nicht von der syrischen Armee kontrollierten gebieten eine Art Staatswesen mit Justiz, Polizei, Wohlfahrt und Schulen aufzubauen und wirtschaftlich wichtige Anlagen, etwa im Bereich Energie und Agrarwirtschaft, zu beherrschen, und logistisch bedeutsame Orte, insbesondere Nachschublinien für Waffen und Hilfsgüter aus der Türkei, zu regieren. Die Methode, mit der ISIS zunächst von anderen Terrorgruppen wie der FSA beherrschte Ortschaften unter Kontrolle brachte, ähnelte sich in vielen Orten. Zunächst kamen einige ISIS-Kräfte, die sich nützlich machten bei der Verwaltung des Ortes. Wurden sie toleriert, kamen mit der Zeit immer mehr ISIS-Kräfte. Waren die ISIS-Kräfte stark genug, um militärisch gegen alle anderen Terrorgruppen bestehen zu können, setzte ISIS immer rabiater ihre Ideologie eines wahhabitischen Steinzeitislam um. Widerstand anderer Terrorgruppen dagegen brach ISIS dann mit Einschüchterungen und brutaler Gewalt, womit ISIS dann die Kontrolle über die Ortschaft innehatte. Im Widerspruch zu ISIS stehende Terrorgruppen wie die FSA standen dabei regelmäßig vor dem Problem, dass sie, um ISIS zu bekämpfen, Kämpfer von den Fronten gegen die syrische Armee abziehen müssten, weshalb sie zur Wahrung des Burgfriedens im Kampf gegen die syrische Regierung oft keinen oder nur wenig Widerstand gegen Machtübernahmen durch ISIS leisteten. ISIS kämpfte auch gegen die syrische Armee, beschränkte ihre Kämpfe gegen die syrische Armee aber weitgehend auf sich vom Kosten-Kriegsbeute-Verhältnis oder vom Gesichtspunkt des Prestigegewinnes her besonders erfolgversprechende Schlachten. Für solche Siege wurde ISIS dann genau wie Jabhat Al Nusra von der FSA ausgiebig gelobt. Unvergessen sind die Loblieder, die der von den USA und ihren Partnern unterstützte Aleppiner FSA-Boss Abdul Jabbar Oqaidi noch im August 2013 anlässlich der Eroberung des nördlich von Aleppo gelegenen syrischen Luftwaffenstützpunktes Minnigh sowohl auf die Nusra Front als auch auf ISIS sang.

Wesentliche Bevölkerungsteile in den von ISIS beherrschten Orten sahen – und sehen – die steinzeitislamischen Herrschaftsmethoden von ISIS im Vergleich mit der Herrschaft von vom Westen unterstützten Terrorgruppen – wie etwa der FSA – oft in gewisser Weise durchaus positiv. ISIS zeigte einen starken Sinn für öffentliche Ordnung und funktionierende staatsähnliche Verwaltungsstrukturen, etwa von Polizei und Justiz über Wasser- und Brotversorgung, Elektrizität und Wohlfahrt für Bedürftige bis hin zu öffentlichen Bussen, geöffneten Schulen und KFZ-Registrierung. ISIS hat all diese Leistungen zwar mit ihrer steinzeitislamischen Ideologie durchtränkt und alles, bis hin zu Schultüten, stolz mit ihren Al-Kaida-Flaggen versehen, aber im Unterschied zu vielen nicht von ISIS beherrschten aufständischen Gebieten gab es solche grundlegenden öffentlichen Leistungen überhaupt. Die Ideologen der ISIS gelten Vielen außerdem als streng und brutal, aber weniger räuberisch und gierig als die oft nur auf den eigenen Vorteil bedachten nihilistischen Gansterbanden der FSA. Selbst wesentliche Teile der Bevölkerung, die den Steinzeitislam von ISIS ablehnen, lobten ISIS für ihre Erfolge bei der Bekämpfung der in Abesenheit der syrischen Staatsmacht überbordenden Kriminalität, wie etwa Morde, Vergewaltigungen, bewaffnete Raubüberfälle, Wegelagerei, Entführungen zur Lösegelderpressung und andere unpolitische Straftaten, an denen FSA-Banden häufig führend beteiligt sind. „Kaum ist ISIS im Ort, flüchten die Kriminellen aus Angst vor den harten (steinzeit-islamischen) Strafen der ISIS,“ war von Seiten der Bevölkerung oft zu vernehmen. Zum Ende des Jahres 2013 beherrschte ISIS fast alle wesentlichen nicht von der syrischen Armee gehaltenen Gebiete in Syrien, darunter praktisch alle Öl- und Gasanlagen im Osten Syriens, wodurch ISIS sich aus dem per Höchstgebot erfolgenden Verkauf enorme Finanzmittel erschließen konnte, sowie so gut wie alle Nachschubwege von anderen Terrorgruppen wie der FSA aus der Türkei, wodurch ISIS nach Belieben für andere Terrorgruppen bestimmte Waffen sowie für bedürftige Einwohner in aufständischen Gebieten gedachte Hilfsgüter als Transportzoll beschlagnahmen konnte. ISIS war dabei nicht nur in Städten mit schlagkräftigen Kampfeinheiten vertreten, sondern quartierte auch in vielen kleinen Ortschaften in den von ISIS beherrschten Gebieten einige ihrer Jihadisten mitsamt Familie ein, um so eine möglichst flächendeckende Präsenz zu erreichen.

Mit zunehmender Macht von ISIS bemerkten die USA und andere Sponsoren des Terrorkrieges gegen Syrien im Laufe des Jahres 2013, dass ISIS keine große Hilfe, sondern ein großes Problem für den von ihnen angestrebten Regime Change mit anschließender Einsetzung einer von ihnen bestimmten Marionettenregierung in Syrien ist. Das Problem mit ISIS ist, dass ISIS nicht nur radikal gegen Syrien, Iran und Hisbollah ist und sich offen terroristisch verhält, sondern auch feindlich gegen alle NATO- und GCC-Staaten eingestellt ist, und keinen Anweisungen dieser Staaten folgt. Zwar proklamierten offizielle Vertreter Israels noch tief im Jahr 2013, dass sie lieber Al Kaida an der Macht in Syrien sehen wollten als die mit Iran kooperierende Regierung von Präsident Assad, doch andere Regierungen schreckten davor zurück, mit direktem militärischem Engagement gegen die syrische Armee danach zu streben, dass Al Kaida die Macht in Syrien ergreifen kann. Die Aussicht darauf, dass NATO- und GCC-Staaten feindlich gesinnte Al-Kaida-Terroristen bei einem Zusammenbruch der syrischen Armee die Kontrolle über Tausende Tonnen chemischer Kampfstoffe einschließlich Trägersystemen mittlerer Reichweite bekommen könnten, machte das plausible Szenario einer Machtübernahme von ISIS im Falle eines Zusammenbruchs der syrischen Armee noch erschreckender. Man muss sich nur das Horrorszenario vorstellen, dass die zu den strategischen syrischen Streitkräften gehörenden syrischen Soldaten früheren westlichen Aufrufen zur Desertation Folge leisten, und sich anschließend der dann stärksten Militärmacht in Syrien, ISIS, anschließen würden. So kam es, dass die USA anstelle von Luftangriffen gegen die syrische Armee einerseits auf die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen drängten, und andererseits die Unterstützung von nicht zu Al Kaida gehörenden Terroristen vorantrieben und auf Verhandlungen ihrer Lakaien mit der syrischen Regierung über einen Regime Change drängten, bei denen die Befehlsgewalt über das syrische Militär auf die US-Lakaien von SNC und FSA übergehen und die syrische Armee ansonsten möglichst intakt bleiben sollte. Doch auch dieser US-Strategie stand ISIS im Weg. Einerseits machte ISIS es durch die Beherrschung der Nachschublinien aus der Türkei unmöglich, die US-Lakaien der FSA mit Waffen zu versorgen, ohne damit gleichzeitig auch ISIS zu stärken, und andererseits sorgte die Kontrolle von ISIS über praktisch alle wesentlichen aufständischen Gebiete dafür, dass die US-Lakaien von SNC und FSA der syrischen Regierung in Verhandlungen überhaupt nichts als Anreiz für die von den USA gewünschte Kapitulation und Machtübernahme ihrer Lakaien von SNC und FSA anzubieten hatten.

Deshalb beschlossen die USA und ihre Terrorpartner ISIS zu Beginn des Jahres 2014 in ganz Syrien anzugreifen, obwohl ihnen klar war, dass, wenn ihre Terrorschützlinge von FSA und Co einen Zwei-Fronten-Krieg gegen die syrische Armee und ISIS führen, die syrische Armee davon profitiert. Der Angriff der von den USA und anderen Feinden Syriens neu aufgestellten und bewaffneten Reste der FSA begann am 3. Januar 2014 als Überraschungsangriff. In der Provinz Idlib massakrierten Terroristen der FSA bei Überraschungsangriffen alle ISIS-Mitglieder, derer sie habhaft werden konnten, mitsamt ihrer Familien. Auch in Aleppo brachten FSA-Terroristen alle Mitglieder von ISIS um, denen es nicht gelang, sich zu verstecken oder bei anderen Jihadi-Gruppen wie Jabhat Al Nusra Zuflicht zu finden, und auch mitreisende Frauen und Kinder von ISIS-Kämpfern ermordeten FSA-Terroristen systematisch. Dazu verbreiteten FSA-Terroristen Propaganda mit den Bildern ihrer zu ISIS gehörenden Opfer, und kolportierten dazu die Lüge, bei den von ihnen gezeigten, frisch ermordeten Menschen handele es sich um Gefangene von ISIS, die ISIS-Mitglieder, kurz bevor sie vor den Milizen der FSA geflüchtet seien, ermordet hätten. Mit dieser genozidalen False-Flag-Massaker-Strategie und reichlich Geld und Waffen aus NATO-Staaten gelang es den FSA-Terroristen, ISIS in den Provinzen Idlib und Aleppo zu besiegen, und auch aus weiten Teilen der südöstlichen Provinz Deir Ezzor flüchtete ISIS, doch in der nordöstlichen Provinz Raqqa einschließlich der gleichnamigen Provinzhauptstadt Raqqa setzte ISIS sich in äußerst blutigen Straßenkämpfen gegen die dort inzwischen als Jabhat Al Nusra auftretenden Terrorlakaien der USA durch und bereitete ihnen dort eine vollständige Niederlage. Von Raqqa aus gingen die ISIS-Terroristen anschließend wieder erfolgreich in die Offensive gegen die von den NATO- und GCC-Staaten unterstützten Terrorbanden. Dabei gelang es ISIS bis heute, den Osten der nordsyrischen Provinz Aleppo, den Süden der ostsyrischen Provinz Hasaka und den größten Teil der südostsyrischen Provinz Deir Ezzor einschließlich der dortigen Öl- und Gasanlagen zusätzlich zur erfolgreich verteidigten Provinz Raqqa zu erobern. Gleichzeitig gelang es ISIS und mit ISIS kooperierenden Aufständischen im Irak, im westlichen Irak einige Gebiete zu erobern, darunter etwa die Großstadt Falluja, wodurch ISIS grenzüberschreitend an strategischer Tiefe gewonnen hat. ISIS ist damit nach wie vor die mit Abstand stärkste in Syrien aktive Terrorgruppe.

Nach Angaben von westlichen Regierungen nahestehenden Beobachtern kosteten die immer noch anhaltenden Auseinandersetzungen mit ISIS bislang rund 3000 Kämpfer der FSA und ihrer Verbündeten, zu denen inzwischen auch wieder offen die Nusra Front gehört, das Leben, und ähnlich viele Tote sollen auf Seiten der ISIS zu beklagen sein. Während ISIS aus den Kämpfen mit der FSA trotz schmerzhafter Verluste mit einem riesigen vollständig von ISIS kontrollierten Territorium im Osten Syriens hervorgegangen ist, haben die Terrorlakaien der USA durch ihren verlustreichen Feldzug gegen ISIS lediglich ein paar kleinere Ortschaften nördlich und westlich von ALeppo sowie in der Provinz Idlib hinzugewonnen, während die syrische Armee gleichzeitig zahlreiche zuvor von Terrorlakaien der USA dominierte Gebiete im Raum Damaskus, darunter das strategisch wichtige Qalamoun-Grenzgebiet zum Libanon, vom Terrorismus befreien konnte. Da es der syrischen Armee währenddessen auch gelungen ist, den aufständischen östlichen Teil der Stadt Aleppo weitgehend einzukesseln, nutzt es der FSA strategisch so gut wie nichts, den nun zur Terroristenfalle gewordenen Ostteil der Stadt Aleppos von ISIS erobert zu haben. Während des Krieges der US-geführten FSA-Lakaien gegen ISIS hat die internationale Führung von Al Kaida ISIS übrigens „hochoffiziell“ wegen „Extremismus“ aus dem Terrornetzwerk Al Kaida ausgeschlossen, was ISIS dazu veranlasste, die internationale Führung von Al Kaida als schlechten „Witz“ zu bezeichnen. Die „Exkommunikation“ von ISIS aus dem Al Kaida-Netzwerk lässt außerdem tief blicken, für wessen Interessen die internationale Führung von Al Kaida unter ihrem Chef Ayman Zawahiri wirklich tätig ist.

Der Feldzug der von den USA unterstützten FSA-Terroristen und ihrer Partner gegen ISIS darf somit trotz der hohen Verluste auf beiden Seiten als nahezu vollständig gescheitert gelten. ISIS hat gegen die FSA und ihre Partner in Syrien eine hohe Durchsetzungsfähigkeit, große Zähigkeit und überraschend viel militärische Geschicklichkeit bewiesen. ISIS und die syrische Armee gingen gestärkt aus den Kämpfen hervor, während die FSA geschwächt wurde. Das geostrategische Ziel der USA und ihrer Partner, mit dem Schüren von Aufstand und Terror ein ihnen willig dienendes Marionettenregime in Syrien an die Macht zu bringen, ist in weite Ferne gerückt. Die Einschätzung der USA und ihrer Terrorpartner, das Eingreifen von Al Kaida im Irak in den von den ihnen angestachelten Terrorkrieg gegen die syrische Regierung könne die syrische Regierung schwächen, ohne dass Al Kaida dominante Kraft wird, hat sich in spektakulärer Weisea als Fehleinschätzung herausgestellt. ISIS ist in Syrien ein Problem für die USA und ihre Terrorpartner, für das sie angesichts des gescheiterten Feldzugs der FSA gegen ISIS keine Lösung haben. Die syrische Armee betrachtet ISIS unterdessen zwar als gefährliche Terrororganisation, aber eben auch als ein Problem der USA und ihrer Terrorpartner, was erklärt, warum die syrische Armee ihre voll ausgelasteten Militärressourcen erstmal darauf konzentriert, die in Syrien aktiven Terrorlakaien der USA und ihrer Partner zu bekämpfen.

Für die Analyse der Geschehnisse im Irak sind diese Erkenntnisse von größter Relevanz. Genau wie in Syrien versuchen Partner der USA, von Saudi Arabien über Katar und der Türkei bis hin zu Israel, seit über einem Jahr, die iran-freundliche Regierung von Maliki durch das Schüren eines von anti-schiitischen Ressentiments getragenen Aufstandes von konservativen sunnitischen Bevölkerungsschichten zu destabilisieren, wobei das klare Ziel erkennbar ist, Maliki zu stürzen, um im Irak eine iran-feindliche Regierung an die Macht zu bringen. Lokal getragen wird dieser bewaffnete sunnitische Aufstand „gegen Perser und Schiiten“ von Kräften wie der Naqshbandi-Armee und ähnlichen, aus Sicht ihrer Unterstützer, vergleichsweise handzahmen Sufi-Baath-Terroristen, die der früheren Baath-Partei nahestehen. Um dem Aufstand gegen Maliki, Perser und Schiiten mehr Aggressivität und Schwung zu verleihen und Eroberungen wie den Sieg über die irakische Armee in Mossul möglich zu machen, haben Kräfte wie die Naqshbandi-Armee sich mit der Terrorgruppe ISIS verbündet. Lokale Anführer von Aufständischen im Irak spielten die Rolle von ISIS im Irak nach der Eroberung von Mossul herunter. Der Aufstand werde, anders als von westlichen und iranischen Medien sowie der irakischen Regierung behauptet, von Selbstverteidigungskräften der die Regierung zurecht hassenden lokalen Bevölkerung getragen, und wenn ISIS dabei überhaupt eine Rolle spiele, dann sei sie marginal, heißt es von dieser Seite beispielsweise. Und der dem saudischen Königshaus nahestehende General-Manager von Al Arabiya rechtfertigte die Zusammenarbeit der lokalen Aufständischen im Irak mit ISIS mit der Behauptung, Maliki sei viel schlimmer und gefährlicher als ISIS.

Im Irak scheint nun also in Bezug auf ISIS genau das gleiche Kalkül der Terrorpartner der USA zum Tragen zu kommen, was in Syrien gerade spektakulär gescheitert ist. Lokale Aufständische, die einen Groll gegen die Regierung hegen, aus sektiererischen Gründen oder aus welchen Gründen auch sonst, lassen sich, mit Billigung ihrer staatlichen Unterstützer aus den GCC-Staaten, von ideologischen Eiferern des ISIS unterstützen, um ihrem Aufstand mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Dabei gehen sie offensichtlich davon aus, dass sie das zunächst tolerierte Problem des Extremismus von ISIS später in den Griff bekommen können. Die Ideologie von ISIS ist wahhabitischer Jihadismus in einer extrem engstirnigen Form. Aufgrund dieser Ideologie betrachten sie etwa Streitkräfte und andere Agenten westlicher Staaten im Krieg mit dem Islam stehende Kreuzzügler und damit Todfeinde, Schiiten und schiitische Glaubenszweige wie Allawiten und Aleviten als den Tod verdienende Apostaten und Atheisten als des Lebens unwürdige Ungläubige. Die Herrscher über die Türkei betrachten sie als korrupte verkappte Säkularisten, die obendrein mit feindlichen Kreuzzüglern etwa im Rahmen der NATO gemeinsame Sache machen. Die Herrscher über die GCC-Staaten betrachten sie als dekadente Perversion des Islam, was sie selbstverständlich auch zu Feinden von ISIS macht. Und selbstverständlich betrachten sie ebenso auch den zum Sufismus gehörenden sunnitischen Glauben der Naqshbandis ebenso wie den Baathismus als des Todes würdige Verbrechen.

Das Alles dürfte den Partnern von ISIS im Irak und ihren staatlichen Unterstützern bestens bekannt sein. Es war insofern nur eine Frage der Zeit, bis es aufgrund dieser unüberbrückbaren ideologisch-religiösen Gegensätze zwischen ISIS und den lokalen sunnitischen Aufständischen im Irak zur Auseinandersetzung kommen würde, und jedem dürfte das von Anfang an klar gewesen sein. Trotzdem haben sich die sunnitischen Aufständischen auf eine Partnerschaft mit ISIS eingelassen, wer auch immer gerade wie stark in dieser Partnerschaft sein mag. Das Kalkül der sunnitischen Aufständischen im Irak und ihrer Unterstützer ist es offenbar, ISIS später zu besiegen. Die Kämpfer von ISIS haben in Syrien jedoch nachhaltig bewiesen, dass sie keinesfalls gewillt sind, als Juniorpartner einer ihnen ideologisch fremden Agenda zu dienen, und dass sie geschickt und stark genug sind, um, auch wenn sie lokal anfänglich nicht dominant sind, später dominant zu werden. Genau solche Auseinandersetzungen um Dominanz gibt es offenbar bereits jetzt im Irak. Die Nachrichtenlage bezüglich der Ursache des Streits zwischen ISIS und der Naqshbandi-Armee ist zwar unterschiedlich, einige Quellen sprechen davon, dass die Naqshbandi-Armee sich geweigert hätte, ISIS Loyalität zu schwören, andere Quellen melden, ISIS und die Naqshbandi-Armee würden um die Kontrolle über gestohlenes Öl kämpfen, doch das Muster ist aus Syrien bestens bekannt: ISIS strebt aggressiv nach Dominanz und Herrschaft in aufständischen Gebieten. Eine Rolle als Junior-Partner akzeptiert ISIS nicht.

Die Unterstützer und die Speisekarte von ISIS

Und hartnäckig ist ISIS. Reuters berichtet gegenwärtig, dass die Kämpfe zwischen ISIS und der Naqshbandi-Armee in Hawija seit nunmehr drei Tagen andauern. Obendrein lässt ISIS keine Gelegenheit aus, die internationalen Sponsoren des anti-schiitischen Terrors zu blamieren, wenn es ihren eigenen Interessen dient. So nahm ISIS in Mossul zum Entsetzen des türkischen AKP-Regimes den türkischen Konsul und die zu seiner Sicherheit abgestellten türkischen Spezialkräfte gefangen, und im Norden der syrischen Provinz Aleppo setzt ISIS in der Nähe von Azaz nun offenbar zum Entsetzen der USA erfolgreich in Mossul erbeutete US-amerikanische Humvee-Militärfahrzeuge im Kampf gegen von den USA und ihren Partnern unterstützte Terroristen ein. ISIS wird damit mal wieder seinem Ruf gerecht, unberechenbar zu sein. Das Parteibuch würde es nicht wundern, wenn ISIS nicht, wie gegenwärtig allgemein erwartet, gegen die starken Schiiten in Bagdad und im Südirak vorrückt, sondern sich, nachdem sie mit den Baathisten des Irak fertig ist, stattdessen erstmal andere Ziele sucht, die ISIS gegenwärtig einfacher und lohnenswerter erscheinen, etwa kurzfristig das gerade von von Israel unterstützten kurdischen Peschmerga eroberte Öl in Kirkuk, und dann weiter zieht nach Jordanien, mit anschließendem Blick auf Israel oder Saudi Arabien. Nach dem zu urteilen, wie ISIS sich in Syrien bisher verhalten hat, wissen die Führer von ISIS genau, dass ISIS in schiitischen Gegenden aufgrund fehlender Unterstützung der Bevölkerung nicht existieren kann, dafür jedoch in unruhigen konservativ-sunnitisch geprägten Gegenden, wie sie etwa in Jordanien und in weiten Teilen des saudischen Reiches vorzufinden sind, umso besser.

Das könnte auch der Grund dafür sein, dass das saudische Herrscherhaus gegenwärtig den plötzlichen und dringenden Wunsch verspürt, einen großen Zaun an der langen saudisch-irakischen Grenze zu errichten und Jordanien gerade seine Truppen an der Grenze zum Irak verstärkt.

16 Gedanken zu “Blutige Kämpfe zwischen ISIS und der Naqshbandi-Armee

  1. Und nach dem Rebellenangriff auf ein Israelisches Fahrzeug nimmt, war ja nicht anders zu erwarten, die IDF jetzt syrische Stellungen aufs Korn:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-greift-syrische-armee-nach-anschlag-auf-den-golanhoehen-an-a-976784.html

    Da bisher ein Eingreifen Israels immer mit großen Gebietsverlusten der „Rebellen“ einherging können wir eventuell bald den Zusammenbruch der Südfront erwarten. Zumal die Jordanier bald andere Sorgen haben werden nachdem die ISIL die Grenzübergänge (auf irakischer Seite) nach Jordanien erobert (und dort hatte die Jordanische Luftwaffe vor nicht allzulanger zeit bereits ein Auto mit Isilkämpfern zerstört das aus Syrien kam.).

  2. Herzlichen Dank für diesen Artikel. Ich lese eure Artikel schon seit langer Zeit und möchte auf diesem Wege auch einmal Danke sagen für eure Aufklärungsarbeit. Viele Grüße aus dem hohen Norden.

  3. Spon will den Artikel hier offentsichtlich nicht verlinkt haben, wer will kan das ja mal versuchen. Meine Beiträge heute sind alle von der Zensur gelöscht worden.

    1. f

      In diesem Fall macht das mal nichts, wenn dieser Artikel nicht weiterverbreitet wird. Die nihilistischen Unterstützer des Terrorkrieges gegen Irak werden noch früh genug mitbekommen, mit wem sie sich mit ISIS zum „Krieg gegen Perser und Schiiten“ und zum Wohle Israels verpartnert haben. Da steht dann ein gewaltiges Blowback an.

  4. ja danke für die ausführliche Lagebeschreibung.

    Mich würde es aber nicht wundern, wenn die USA hinter der ISIS als ganzes stecken würde und nach außen immer den Al Kaida Vorwurf zeigt.

    Welches Ziel hatte die USA 2009 noch den Iran angreifen. Da er aber einem Offiziellen Militärschlag sich entgegenstellte könnte man mit einer gesteuerten Terrorarmee die an Stärke gewinnt aus dem Inneren heraus nicht nur Syrien schwächen sondern so klamm und heimlich den Iran in einen Terrorkrieg verwickeln.

    Es stand ja schon im KOPP online das die USA ihre Kriege Privatisieren möchte.

    Wir sollten jetzt viel genauer hinschauen ob und in wie weit die USA die ISIS als Terrorarmee bekämpft.

    bis jetzt sind sie nur halbherzig dabei.

  5. Da muss einem Schreiberling die Feder ausgerutscht sein:

    „Kerry forderte zudem die arabischen Staaten auf, sunnitische Gruppen in Syrien nicht mehr finanziell zu unterstützen. Selbst gemäßigte sunnitische Organisationen sollten keine Finanzhilfe mehr bekommen, da die Mittel an die aufständischen sunnitischen Extremisten im Irak gelangen könnten. Er werde dies auch anderen arabischen Führern sagen, die er auf seiner Nahostreise noch treffen werde, fügte Kerry hinzu.“

    Und noch ein wenig Satire:

    „Zugleich wies er Vorwürfe zurück, dass die USA, die den irakischen Machthaber Saddam Hussein bei einer militärischen Intervention im Frühjahr 2003 gestürzt hatten, für die aktuelle Krise verantwortlich seien.“

    Neeein das hat natürlich überhaupt nichts mit dem US-Angriff auf den Irak zu tun😉

    http://meta.tagesschau.de/id/86728/krisen-im-irak-und-in-syrien-kerry-in-kairo

  6. Es muss ja nicht unbedingt die USA direkt hinter solchen Geschehen stecken, es könnten ja auch die Zionisten direkt sein, in der Ukraine war es ja so und da gibt sich ein Zusammenhang, da diese Invasion ohne die neuen Waffen aus der Ukraine wahrscheinlich nicht so erfolgreich gewesen wäre.
    Die Fabrik hat sich ja der Saudische Prinz geangelt

    1. Meine Güte, mit MGs aus fahrenden Autos friedliche Familien erschießen, was sind denn das für feige Ar…löcher? Nach gut 5 Minuten hatte ich genug, für die Täter reichte es da schon für mindestens dreimal Hölle, nach allem was ich bisher von echten Musilmen über den Islam gehört habe. Ein libanesischer Professor sagte, „die Nazifaschisten“ seien „human gewesen gegen die“; das hielt ich für unmöglich – bis eben. Historisch gesehen waren und sind rassistisch-genozidale Faschisten wohl immer so gefährlich wie die Unterstützung, die sie von der kapitalistischen Oligarchie erhalten, was bei dem offenbar neoliberal in jeder Beziehung verelendeten Bodensatz hirnlosen Lumpenproletariats wohl kaum anders sein dürfte. Konträr dazu erscheint der Film auffallend professionell produziert, BBC oder CNN?

      1. clearly

        ISIS schlimmer als deutsche Nazis? Nein. Beide Gruppen sind/waren schlimm, jede auf ihre Weise. Ranglisten, was schlimmer ist, Vergewaltigung oder Verstümmelung, die Ermordung von Menschen auf diese oder jene Weise, sind nicht zielführend.

        Die Decke der Zivilisation ist dünn, hier wie da, und perversen Hirnen sind hier wie da kaum Grenzen gesetzt. Mitteleuropäer müssen da gar nicht weit gehen, ein Kurzurlaub reicht:

        http://www.holidaycheck.de/reisetipp-Urlaubsbilder+Marksburg-ch_ub-zid_19627.html?action=detail&mediaId=1156186675

  7. Dass ISIS und “Armee der Männer des Naqshbandi-Ordens” Verbündete gewesen sein sollen, ist mir neu. Auf pakistanischen Seiten sowie anderen britischen Internetseiten wurden nur darüber berichtet, dass die Terrororganisationen wie “Majlis Thuwar al Anbar”, “Jaish al-Mujahideen” und “Jaish Ansar al-Sunnah” mit ISIS sehr eng kooperieren im Kampf gegen das „Maliki-Regime“ und seiner Armee. All diese Gruppierungen führten brutalen Terror sowie mehrere Massenexekutionen durch um Angst udn Schrecken zu verbreiten…Also Isis allein war es ganz sicher nicht, die mit so einer kleiner Armee ganze Horden von irakischer Armee in die Flucht bzw. zum Rückzug zwingen konnte!

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