Obama auf Solidaritätsbesuch bei Abdullah in Riyadh

Endlich mal wieder ein Termin bei alten Freunden! Im Rahmen der wertegebundenen US-amerikanischen Außenpolitik stattete US-Präsident Barack Obama dem saudischen König Abdullah einen Solidaritätsbesuch in Riyadh ab, und bekräftigte dort die „starke“ Partnerschaft der westlichen Wertegemeinschaft mit den Saudis.

Da im saudischen Arabien Alles in Butter ist, konnte Barack Obama bei seinem Besuch in Riyadh, anders als anderswo, darauf verzichten, die Situation der Menschenrechte im Gastland anzusprechen. Stattdessen konnte Obama gleich dazu übergehen, mit seinem gastgebenden Partner die gemeinsamen Bemühungen zur Verbesserung der Situation im Rest der Welt zu erörtern. Und da gab es viel Gesprächsstoff.

In Syrien bemühen die westliche Wertegemeinschaft und die Saudis zwar seit langem intensiv darum, die Sicherung der religiösen Vielfalt und die Gleichberechtigung der Frau zu verbessern, doch die „kopflastigen“ saudisch-amerikanischen Aktivisten für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte mussten im Kampf gegen die syrische Armee dort zuletzt herbe Niederlagen einstecken. Barack Obama bat die Saudis deshalb darum, ihre gemeinsamen Bemühungen in Syrien zu verstärken.

Im weiteren Gesprächsverlauf lobte der US-Präsident die Saudis für ihre gute Zusammenarbeit mit den gemeinsamen israelischen Freunden und die nunmehr 80 Jahre andauernden und äußerst erfolgreichen Bemühungen im gemeinsamen Kampf gegen Extremismus, Terrorismus und Ungläubigkeit. Obama ermunterte die Saudis deshalb, ihre erfolgreiche und langfristig angelegte Bildungsarbeit gegen den radikalislamischen Iran und das Weltschiitentum fortzusetzen und zu intensivieren.

Anschließend sprach Barack Obama das heikle Thema Russland an. Dabei brachte Barack Obama seinen Unmut darüber zum Ausdruck, dass in Russland Homosexuelle dadurch diskriminiert würden, weil in Russland Propaganda für Homosexualität unter Strafe gestellt worden sei. Außerdem habe Russland gerade in der Krim militärisch interveniert, wobei die neuen Herrscher des betroffenen Landes die Intervention jedoch, anders als es bei der saudischen Intervention in Bahrain der Fall war, abgelehnt hätten. Dass Russland sich beim Umgang mit der Krim auf die Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit der Krim beruft und dabei nicht wie die Saudis in Bahrain gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung handelt, sei ein inakzeptabler Fall von Populismus, klagte Obama weiter. Barack Obama ermunterte Abdullah dazu, gemeinsam mit der westlichen Wertegemeinschaft dafür zu sorgen, dass Russland für dieses inakzeptable Verhalten schwer bestraft wird.

Nach einem Glas Scotch verabschiedete sich Barack Obama von Abdullah, zufrieden mit sich und der Welt, und stolz darauf, die global angelegte wertegebundene Außenpolitik der westlichen Wertegemeinschaft auch in Riyadh wieder große Schritte voran gebracht und damit Gerüchte über einen „Bankrott der Kultur der westlichen Welt“ einmal mehr Lügen gestraft zu haben.

Nachtrag: Ein Parteibuch-Leser informierte die Redaktion, dass er zum Tagesschau-Artikel „Putin und Obama sprechen telefonisch über Krim-Krise“ gerade folgenden Kommentar abgegeben hat:

Ich kann mir bildhaft vorstellen

Ich kann mir bildhaft vorstellen, wie Obama sich nach dem Telefonat mit Putin zu König Abdullah umgedreht hat und angefangen hat zu schimpfen:

„Putin, dieser üble Autokrat, Aggressionen begeht er, Frauen sind nichts Wert in seinem Russland, Homosexuelle werden diskriminiert, fremde Religionen verschmäht, Terroristen unterstützt… Putin steht gegen Alles, was die Zivilisation der Menschheit ausmacht. König Abdullah, lassen Sie uns gemeinsam gegen diesen schlimmen Verletzter von Menschenrechten etwas tun, der sich das nur glaubt, erlauben zu können, weil er auf einem Berg von Öl und Gas sitzt.“

Und noch lebhafter kann ich mir das Gesicht von König Abdullah dazu vorstellen.

Die Zensoren der staatlichen deutschen Märchenschau haben den Kommentar unterdrückt. Die Essenz der Allianz der „westlichen Wertegemeinschaft“ mit den Saudis ist der deutschen Propaganda offenbar so peinlich, dass selbst indirekte Kritik an den Saudis nicht geduldet wird.

2. Nachtrag: Obama hat nun doch noch einer saudischen Frau die Hand gegeben, Maha al-Muneef, und ihr dabei auch gleich eine Auszeichnung überreicht, vermutlich das „Goldene Feigenblatt am Band“ oder so.

11 Gedanken zu “Obama auf Solidaritätsbesuch bei Abdullah in Riyadh

    1. Sorry, sollte eigentlich ein anderes sein: „Aufstockung der verdeckten US-Militärhilfe für Rebellen – Entdeckung einses Verstecks mit NATO-Ausrüstung in Daara“

  1. Durch Panik bestätigt die türkische Regierung jetzt die echtheit der Leaks. Und unsere Presse und die Poitiker bekommen ihren Mund nicht auf obwohl wir um ein Haar in den Bündnisfall, d.h. Krieg gegen Syrien reingezogen worden wären. Und das nur weil sich ein größenwahnsinniger Politiker in der Türkei profillieren will und dabei über Leichen geht.
    Wie ist das rechtlich? In Deutschland ist ja die Planung eines Angriffskrieges strafbar, kann man also Erdogan verhaften wenn er in Deutschland einreist?

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-03/tuerkische-regierung-syrien-leck

    1. gr89

      Bitte das Parteibuch nicht mit Lobeshymnen über den verlogenen Propagandamüll der Springerpresse, wo die Liebe zum zionistischen Apartheidregime Teil des Arbeitsvertrages ist, zupflastern.

      Im besagten Artikel „Es ist Zeit, Erdogan in Europa zu ächten“ unterschlägt die Springerpresse, dass Israel und die USA seit langer Zeit daran arbeiten, Erdogan abzusägen, und dass dieser Versuch des Absägens genau der Grund dafür ist, dass Erdogan’s schmutzige Wäsche nun ans Licht der breiten Öffentlichkeit kommt. Hauptgründe dafür, dass die USA und Israel versuchen, Erdogan abzusägen, sind nicht seine Kriegsbemühungen gegen Syrien, und schon gar nicht seine Korruption, sondern, dass Erdogan kürzlich ein chinesisches Raketenabwehrsystem bestellt hat, und damit den Grundstein dafür gelegt hat, die Türkei unabhängig von der NATO zu machen.

      Für Details, siehe etwa hier, im Parteibuch:

      https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2014/03/26/erdogan-im-wahlkampf/

  2. Wird bald der traurige Gesichtsausdruck bei den saudischen Herrschern vorherrschen, weil dort beginnt jetzt peak oil mit einer jährlichen Abnahme von 8% der Förderquote.
    Auch denken fortschrittliche Amis bereits elektrisch, anstatt saudisch mit dem Auto zu fahren und das neue Werk von Tesla wird jährlich 250.000 Einheiten vom Band rollen lassen samt der dazugehörigen Lithiumbatterien.
    Saudi hat in diesem Vorgeschmack bereits 350.000 Sklaven wieder repatriiert und möchte, dass die Echtgläubigen diese Arbeiten verrichten sollen, aber diese denken nicht daran und ziehen lieber nach Syrien in den Krieg, weil das verspricht Dollars und Frauen.

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