2300 Tote durch Kämpfe zwischen Terroristen in Syrien im Januar

Wie der britische Snackshop einräumt, hat der von den USA und ihren Partnern vor vier Wochen organisierte Großangriff von US-freundlichen FSA/SRF/IF-Terroristen auf Mitglieder der den USA nicht genehmen Terrorgruppe ISIS bislang mindestens 2300 Tote verursacht. Dabei sei anzunehmen, dass die tatsächliche Anzahl an Todesopfern noch deutlich höher liegt, weil alle involvierten Gruppen versuchen, ihre Verluste kleinzureden und zu vertuschen.

Außer eine Menge Tote zu verursachen, haben die von den USA unterstützten Terrorgruppen im Kampf gegen ISIS allerdings praktisch nichts erreicht. In Raqqa hat ISIS die Attacke abgewehrt und befindet sich seitdem im Osten der Provinz Aleppo im Gegenangriff. Nach der Rückeroberung von Al Bab und Manbij versucht ISIS gegenwärtig das Hauptquartier der US-freundlichen Tawheed-Brigade im Dorf Al-Rai an der Grenze zur Türkei zu stürmen, das von den USA und ihren Partnern als Tor für Waffenlieferungen an gegen ISIS kämpfende Terrorgruppen genutzt wurde. Die türkische Armee hat durch ein direktes Eingreifen in die Kämpfe um Al Rai eine schnelle Niederlage der US-freundlichen Terroristen verhindert, wobei jedoch davon ausgegangen werden kann, dass ISIS den Kampf in Al Rai über kurz oder lang trotzdem gewinnen wird. Nördlich von Aleppo hat ISIS die Schlüsselstadt Azaz gegen schwere Angriffe der US-geführten Terroristen erfolgreich verteidigt. Anderslautenden Berichten zum Trotz ist ISIS auch im Osten von Aleppo noch präsent. Zwar wurde das Hauptquartier in Qadi Askar aufgegeben und einige Gruppen von ISIS haben in Aleppo wie in der Provinz Idlib auf die Fahne der Al-Kaida-Gruppe Nusra Front umgeflaggt, aber ISIS kontrolliert im Nordosten von Aleppo nach wie vor die Zugangswege in den Ostteil der Stadt. In allen anderen Provinzen Syriens sind die Angriffe der US-freundlichen Terrorbanden gegen ISIS schon im Ansatz steckengeblieben. Für die USA und ihre Partner im Krieg gegen Syrien bedeutet die Niederlage im Kampf gegen ISIS, dass es ihnen nicht gelungen ist, syrisches Territorium unter Kontrolle zu bringen, und sie damit in den Genfer Verhandlungen nichts in der Hand haben.

Zu der Niederlage kommt nun auch noch die Schmach. Die gerade veröffentlichte angebliche Botschaft von Al Kaida, dass ISIS nicht zu Al Kaida gehört, und stattdessen die Nusra Front der syrische Zweig von Al Kaida ist, bedeutet für die USA, dass die von ihnen unterstützten Terrorgruppen gegenwärtig sowohl im Kampf gegen die syrische Armee als auch im Kampf gegen ISIS mit dem offiziellen Arm von Al Kaida kooperieren. Dazu, gleichzeitig gegen die syrische Armee, gegen ISIS und gegen die Nusra Front kämpfen zu können, sind die von den USA unterstützten Terrorgruppen viel zu schwach. Für die USA bedeutet das, dass sie die von ihnen unterstützten Terrorgruppen dazu animiert hat, den Kampf gegen ISIS aufzunehmen, weil ISIS ein irakischer Ableger von Al Kaida ist, doch die US-Schützlinge nun nicht nur den Kampf gegen ISIS an entscheidenden Stellen verloren haben, sondern obendrein überall in Syrien erst recht auf Unterstützung durch den offiziellen syrischen Al-Kaida-Zweig Nusra Front angewiesen sind. Die Aussichten der US-Schützlinge in Syrien, im von den USA gewünschten Kampf gegen Al Kaida bestehen zu können, gehen damit gegen Null.

Die syrische Armee hat unterdessen Fortschritte in Aleppo und dem Umland von Aleppo gemacht. Zwar berichten syrische Medien darüber nur sehr zurückhaltend, um die Terroristen im Raum Aleppo, die sich gegenwärtig gegenseitig bekämpfen, nicht zu größeren Anstrengungen im Kampf gegen die syrische Armee anzuspornen, aber die Armee ist nicht untätig und Erfolge hat sie offenbar auch. Im östlichen Umland von Aleppo hat die Armee die Kämpfe im Industriegebiet von Sheikh Najjar weitgehend eingestellt, was darauf schließen lässt, dass die Armee ihre dortigen Ziele erreicht hat. Anstatt vom Flughafen Aleppo aus weiter nach Norden im Industriegebiet Sheikh Njaar vorwärts zu gehen, drückt die Armee nun vom Flughafen aus nach Westen direkt in Richtung Stadtmitte und hat dabei offenbar bereits Geländegewinne erzielt. Ebenso wurden in Bani Zaid im Norden von Aleppo und in Innenstadtgebieten wie Zabadiya Geländegewinne hat der Armee gemeldet. was durch die Kampforte zu erkennen ist, beabsichtigt die Armee offenbar nicht, den von Terroristen beherrschten Osten von Aleppo einzukesseln. Stattdessen ist erkennbar, dass die Armee das von Terroristen beherrschte Gebiet von Aleppo in Form eines immer dünner werdenden Schlauches mit einer sehr langen Frontlinie zurückzugewinnen sucht. Dieses Vorgehen deutet darauf hin, dass die Personalstärke der Armee im Raum Aleppo inzwischen größer ist als die Personalstärke der Terroristen.

Da gegenwärtig alle Seiten Informationen zur Lage zurückhalten, wird es aber wohl noch eine Weile dauern, bis sie klar und deutlich erkennbar wird.

6 Gedanken zu “2300 Tote durch Kämpfe zwischen Terroristen in Syrien im Januar

  1. ja, die Infos sind dünne, aber zumindest meldet Syrianperspective.com gestern folgendes:

    „Major victory for Operation Canopus Star as the SAA has announced the complete cleansing of the Al-Ashrafiyya Quarter of Aleppo. No more rats. With this triumph, the city of Aleppo is now 70% in the hands of the SAA. The rats apparently figured they could not hold on to their positions with the SAA advancing with new reinforcements from the Syrian Third Army Corps and withdrew.“ http://www.syrianperspective.com/2014/02/hundreds-of-rat-terrorists-killed-all-over-syria-al-zaara-on-schedule.html

    Offensichtlich hält die SAA im Norden eine kleinen „Ausgang“ offen, damit die Terroristen lieber selber abziehen, anstatt sich bis zum letzten Mann im Häuserkampf töten zu lassen.

    1. Max Rexet

      Ja, es gibt unterhalb der Schwelle der großen syrischen Medien beinahe täglich Meldungen von großen Erfolgen der syrischen Armee in Aleppo, die eigentlich wichtig genug wären, um daraus Schlagzeilen aller großen Medien zu machen.

      „SAA has announced the complete cleansing of the Al-Ashrafiyya Quarter of Aleppo.“

      Das betrifft wohl die Armee-Operationen im Nordwesten in der Gegend von Bani Zaid – Ashrafiya ist ein Nachbarbezirk von Bani Zaid:

      http://wikimapia.org/#lang=en&lat=36.233751&lon=37.142544&z=14&m=b

      Wenn ich auch die Nachricht von der kompletten Säuberung von Ashrafiyya mit einer Dosis Skepsis sehe und meine, die Nachricht könnte etwas voreilig sein, so scheint die Nachricht jedenfalls zu bestätigen, dass die Armee mit der Befreiung von Bani Zaid soweit fertig ist, dass sie nun genug freie Resourcen hat, um sich intensiv um Ashrafiyya zu kümmern.

      Fast täglich kommen gegenwärtig bei Nachrichtenquellen unterhalb der Schwelle großer Medien aus verschiedensten Teilen von Aleppo ähnliche Nachrichten über Fortschritte der Armee und der NDF. Heute gibt es eine Nachricht über rapide Fortschritte in der Altstadt:

      Wenn ich das recht verstehe und mir aus den Meldungen der Terroristen über Kampfhandlungen einen Reim bilde, dürfte die Nachricht die Gegend der Umayyaden-Moschee betreffen:

      http://wikimapia.org/#lang=en&lat=36.199439&lon=37.156835&z=18&m=b

      Die Terroristen haben dem Vormarsch der Armee in Aleppo gegenwärtig an unterschiedlichen Fronten offenbar nur wenig entgegenzusetzen. Wenn die Terroristen mit ihrem Kampf darüber fertig sind, welche Terrorgruppe die Kontrolle über Gebiete übernimmt, die sie im Sommer 2012 erobert haben, könnten sie aufwachen und überrascht feststellen, dass die Lage sich geändert hat und die Armee die meisten wichtigen Gebiete zurückerobert hat.

      „Offensichtlich hält die SAA im Norden eine kleinen “Ausgang” offen, damit die Terroristen lieber selber abziehen, anstatt sich bis zum letzten Mann im Häuserkampf töten zu lassen.“

      Ja, ganz offensichtlich. Die Armee ist stark genug für reihenweise erfolgreicher Offensiven an unterschiedlichen Stellen in Aleppo, macht aber die letzten Ein- und Ausgänge der Terroristen nach und von Aleppo nicht zu. Das ist nur so zu erklären, dass die Armee sie absichtlich nicht ganz zumacht. Auch dürfte ein Motiv dabei sein, dass die Armee im Osten von Aleppo das Entstehen einer Kesselsituation unter Einschluss größerer Teile der Bevölkerung unbedingt vermeiden will. Immer größere Teile der Bevölkerung flüchten aus den von Terroristen beherrschten Gebieten in Aleppo:

      Würde die Armee den Ring um Aleppo zumachen, könnte es unter der Bevölkerung möglicherweise zu Panik mit unvorhersehbaren Auswirkungen kommen.

      Nachtrag: Am heutigen Dienstag Abend haben die Baath-Brigaden der NDF ein Promotion-Video und eine Nachricht veröffentlicht, in der sie erklärt haben, sie hätten am Dienstag sechs Blocks in der Gegend des Justizpalastes von Terroristen befreit. Das war dann also nicht wie vom Parteibuch angenommen, die Altstadt-Gegend der Umayyaden-Moschee, sondern die Altstadt-Gegend etwas südlich und östlich von der Moschee. Der Angriff auf den Safahia-Parkplatz südlich der Umayyaden-Moschee sei in erster Linie ein Ablenkungsmanöver gewesen, der hauptsächliche Angriff auf die Terroristen sei Hundert Meter weiter in der Gegend des Justizpalastes erfolgt, bis hin zum Roten Hamam (östlich der Zitadelle).

      http://wikimapia.org/#lang=en&lat=36.197136&lon=37.164280&z=15&m=b&gz=0;371594309;361969883;0;2424;48279;0;62227;19220&search=%D8%A7%D9%84%D8%B3%D9%81%D8%A7%D8%AD%D9%8A%D8%A9

      So also sieht das aus. Sechs Blocks südlich der Zitadelle wurden befreit. Langsam fressen die Armee und die NDF sich Tag für Tag vorwärts. Das klingt wenig, aber über die Wochen und Monate summieren sich solche Erfolge dann doch zu einer ganzen Menge Gebiet, was befreit wurde, und die Lage in Aleppo dreht sich so Stückchen für Stückchen weiter zu Gunsten der Armee, genau wie das nun seit Monaten recht kontinuierlich geschieht.

      1. Eigentlich kann man an der „Wolke“ über Aleppo erkennen wieviel Gebiet noch von den Terroristen gehalten wird. Die ist von Zauberhand in letzter Zeit ein wenig kleiner geworden, anscheinend damit die Aufständischen ihre Raketen besser platzieren können, während die syrische Armee dort weiterhin nichts erkennen können soll. So wie auch die Auflösung der Photos über syrischen Militäreinrichtungen plötzlich so verdammt hoch ist das man jede einzelne Baracke gut erkennen kann (das selbst Panzer und Verteidigungstellungen markiert sind kann jeder selbst nachprüfen!).
        Ach und Spon hat natürlich auch mal wieder eine Kinderaugen-Assad-ist-böse-Story parat, nix neues im Westen also.

  2. Interessanter Nebensatz: „britische Regierung hatte Ende August auf Drängen der US-Administration einen Militärschlag gegen das Assad-Regime vorbereitet, war aber durch die Labour-Opposition und Abweichler aus den eigenen Reihen bei der Abstimmung im Unterhaus gestoppt worden. “
    Soviel zu eigenen Entscheidungen auch in GB. So langsam könnten sich die europäischen Länder um Aufnahme als neue US-Bundesstaaten bemühen!
    http://www.welt.de/politik/ausland/article124558746/London-geht-gegen-Moechtegern-Dschihadisten-vor.html

    1. sl

      Man sollte nicht Alles glauben, was in der Zeitung steht, und schon erst recht nicht, was in der Springerpresse steht. DIe Welt trägt die zusammengelogene zionistische „Hasbara“ sogar im Namen. Die Hasbara versteckt mal wieder die Rolle des Zionismus an der Kriegstreiberei.

      Um richtig zu sein, müsste der Satz lauten:

      “britische Regierung hatte Ende August auf Drängen von Israel und der Israel-Lobby Luftangriffe gegen Syrien vorbereitet, war aber durch die Labour-Opposition und Abweichler aus den eigenen Reihen bei der Abstimmung im Unterhaus gestoppt worden.”

  3. Das russische Pendant zu Google Maps, yandex.ru, hat fuer Syrien saemtliche topografischen Bezeichnungen geloescht.
    Bei bing.com/maps gibt es noch scharfe Bilder von Aleppo, offensichtlich aelter, auch ohne topografische Bezeichnungen.

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