Eine zweite sehr blutige Woche ist in Syrien zu Ende gegangen

Am Freitag vor zwei Wochen hatten von Israel, NATO- und GCC-Staaten unterstützte – „Geld is kein Problem“ – Terroristen in Syrien eine überraschende Großoffensive gegen den syrischen Teil der irakischen Al Kaida Organisation ISIS begonnen. Am Freitag vor acht Tagen wurde in von westlichen Agenten gestützten Aufrufen eine Intensivierung des Krieges gegen ISIS propagiert. Angesichts des Aufrufes meldete das Parteibuch, dass auch in jener Woche in Syrien mit sehr viel Blutvergießen und mörderischen Lynchmobs zur vorgeblichen Bekämpfung von Extremismus zu rechnen sei. Und so kam es auch.

Inzwischen geht selbst der den westlichen Terroragenten nahestehende britische Snackshop SOHR davon aus, dass die am Freitag vor zwei Wochen begonnenen Kämpfe der vom Westen unterstützten Terrorgruppen gegen die vom Westen unerwünschten Terrorgruppen in Syrien bereits über 1000 Tote auf allen Seiten gefordert haben, wozu natürlich noch viele Verletzte hinzukommen. Einschließlich der Kämpfe zwischen Terroristen und der syrischen und kurdischen Sicherheitskräfte wird vom SOHR gegenwärtig von durchschittlich rund 200 Toten täglich in Syrien ausgegangen, wobei es angesichts des totalen Chaos und der damit einhergehenden Schwierigkeiten zuverlässiger Nachrichtenbeschaffung auch noch deutlich mehr sein könnten. Die Zahl der täglichen Kriegsopfer in Syrien liegt damit gegenwärtig genauso hoch oder sogar noch höher wie in den schlimmsten Kriegsmonaten des Jahres 2012, als die vom Westen unterstützten Terrorgruppen ihre als Entscheidungsschlacht proklamierte Großoffensive „Vulkan in Damaskus – Erdbeben in Syrien“ mit dem Ziel der direkten kriegerischen Eroberung der Macht in Syrien gestartet hatten.

Anders als von der von NATO- und GCC-Staaten unterstützten Terrorkoalition FSA geplant, konnte ISIS den Angriff jedoch in einer Reihe von wichtigen Orten abwehren und eine bislang zumindest teilweise erfolgreiche Gegenoffensive starten. Insbesondere in Raqqa, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat ISIS sich nach sehr blutigen und brutalen Kämpfen durchgesetzt und herrscht dort nun allein. Auch durchgesetzt hat ISIS sich in Tabqa in der Provinz Raqqa, womit ISIS die Kontrolle über den wichtigen Euphrat-Staudamm behält und damit weiterhin die Stromversorgung von Raqqa in der Hand hat, und ebenso hat ISIS sich in den strategisch bedeutetenden Grenzstädten Tel Abyad in der Provinz Raqqa und in Jarabulus im Osten der Provinz Aleppo gegen die konkurrierenden Terrorbanden durchgesetzt. In der östlich von Aleppo gelegenen Stadt Al Bab hat ISIS zunächst eine Niederlage erlitten, doch die Stadt mit eingetroffener Verstärkung anschließend wieder zurückerobert. Ein ähnlich erfolgversprechender Versuch von ISIS zur Rückeroberung von Manbij, der größten Stadt im östlichen Umland von Aleppo, läuft gegenwärtig:

In der Grenzstadt Aazaz nördlich von Aleppo ist ISIS stark unter Druck und hat die Kontrolle über einige in der Nähe befindliche Dörfer verloren, konnte die Grenzstadt Aazaz selbst bisher jedoch halten. Südlich davon in Mayer ist die lokale Al-Kaida-Gruppe der Nusra Front zu ISIS übergetreten, wodurch ISIS dort einen neuen Stützpunkt gewonnen hat. Im westlichen Umland von Aleppo hat ISIS viele Stützpunkte verloren, konnte die Kontrolle über die Ortschaft Daret Izza bislang jedoch halten, und ebenso hat es ISIS bislang trotz schwerer Verluste geschafft, einen durchgehenden Streifen Land von Anadan nördlich von Aleppo bis kurz vor Atarib weit im Westen von Aleppo zu halten. Im Osten der Stadt Aleppo wurde die ISIS-Zentrale von anderen Terroristen gestürmt und zahlreiche ISIS-Mitglieder wurden massakriert, wobei es jedoch unklar ist, wie vielen ISIS-Mitgliedern es gelungen ist, bei befreundeten Al Kaida Gruppen wie denen der Nusra Front Unterschlupf zu finden. Die Stadtverwaltung des Ostens von Aleppo wird nun angeblich von Gruppen der Nusra Front geführt. Die syrischen Armee hat die Kämpfe zwischen ISIS und anderen Terroristen im Raum Aleppo ausgenutzt, um von Sfeira aus Boden im Westen und Osten gutzumachen, und von Naqqarin aus nach Norden in Richtung des Industriegebietes Sheikh Najjar vorzustoßen und damit die Einkreisung der Terroristen in Aleppo nahezu zu vollenden. In der Provinz Idlib ist es ISIS in der Stadt Saraqib gelungen, eine Einkreisung durch andere Terrorbanden zu durchbrechen und ihre Mitglieder in Richtung Sarmin abzuziehen. Ein Video, dass Entsatzkräfte von ISIS auf dem Weg nach Saraqib zeigen soll, mag eine Vorstellung davon geben, wie das gelang:

In den Ortschaften Maraat Al Numan, Kafranbel, in der Umgebung des Grenzüberganges Bab Al-Hawa und südlich an der Grenze hinunter über Harem bis Salqin scheint ISIS ein geordneter Rückzug nicht gelungen zu sein, dort wurden die ISIS-Mitglieder mitsamt ihrer Frauen von anderen Terroristen wie den zur FSA gehörenden SRF-Banden offenbar nahezu vollständig massakriert. Dass der Terror-Feldzug gegen die ISIS-Terroristen tatsächlich etwas damit zu tun hat, dass die Banden der FSA für die Genfer Gespräche eine bessere Verhandlungsposition mit der Regierung anstreben, wird daurch verdeutlicht, dass zwei der wesentlichen Terrorgruppen, die den Feldzug anführen, nämlich die NATO-GCC-Lakaien „SRF“ und „Armee der Mujahedin,“ im Unterschied zu anderen Terrorgruppen planen, bei den Gesprächen in Genf vertreten zu sein.

Die Misserfolge dieser Banden im Kampf gegen ISIS insbesondere in der Provinz Raqqa und im Osten von Aleppo sowie die mit den Kämpfen zwischen ISIS und anderen Terroristen einhergehenden Gewinne der Armee lassen es jedoch fraglich erscheinen, dass der SNC und seine Unterstützer es mit dem nun schon zwei Wochen andauernden Blutbad zwischen den verschiedenen Terrorgruppen es tatsächlich erreicht haben, für Genf ihre Verhandlungsposition gegen die syrische Regierung zu stärken.

Nachtrag 21.01.2014: Der britische Telegraph gibt nun zu, dass die USA und ihre Partner dieses Blutbad angestiftet und mit Millionen von Dollarn und Zig Tonnen an Waffen unterstützt haben, Jamal Maarouf und seine Kumpel CIA-Handlanger sind und das Märchen vom spontanen Aufstand gegen ISIS eine dicke Lüge ist.

4 Gedanken zu “Eine zweite sehr blutige Woche ist in Syrien zu Ende gegangen

    1. Es ist mir bis heute nicht klar, was es denn zu verhandeln gibt. Die FSA ist keine demokratisch legitimierte Regierung, sondern Marionetten der USA.

      Die anderen Gruppen stehen diesen Friedensgesprächen skeptisch bis ablehnend gegenüber.

      Die Terror FSA ist militärisch, politisch und moralisch am Ende. Ich gehe schon soweit zu sagen, dass diese Schurken bald Assad um Schutz vor den Takfiri ISIS und Al Qaida ersuchen.

      1. Robert

        Es gibt schon eine Menge zu verhandeln.

        Zum Beispiel sollte über eine UN-Sicherheitsratsresolution verhandelt werden, die feststellt, dass die syrische Armee die einzige Kraft in Syrien ist, die in der Lage ist, den Terrorismus in Syrien zu besiegen, und die deshalb die Unterstützung von gegen die Armee kämpfenden bewaffneten Freischärlern in Syrien mit empfindlichen Sanktionen bedroht. Das wäre sehr hilfreich, und im Interesse der ganzen Region, die durch Terroristen in Syrien in Mitleidenschaft gezogen wird.

        Der SNC ist dafür jedoch der völlig falsche Verhandlungspartner. Er verfügt weder über einen Sitz im UN-Sicherheitsrat noch über irgendeinen Einfluss auf die Geschehnisse in Syrien. Was die kümmerlichen Reste der FSA angeht, so wäre es schon wünschenswert, dass sie sich möglichst zahlreich der Armee und den NDF im Kampf gegen den Terrorismus anschließen, aber wenn sie das nicht tun, ist es auch nicht so dramatisch, denn die FSA ist sehr kleinund wenig einflussreich, und dann werden sie eben vernichtet wie der Rest der in Syrien aktiven Terrorbanden. EIn wichtiger Verhandlungspartner wären die YPG, die in der Tat über eine Menge Einfluss in Teilen Syriens verfügen, und dort bereits an der Seite der Armee aktiv gegen Terrorismus kämpfen. Gruppen, die gegenwärtig unter Flaggen von IF,JN und ISIS kämpfen, sind natürlich auch eingeladen, gemeinsam mit der Armee und den NDF gegen den Terrorismus zu kämpfen, auch wenn es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass es da viele gibt, die es tun.

        Für das Alles braucht es aber keine internationale Konferenz. Was als Ergebnis einer internationalen Konferenz wirklich hilfreich wäre, wäre eine Sicherheitsratsresolution, die es fremden Staaten, insbesondere Nachbarstaaten, bei schwerer Strafandrohung verbietet, bewaffnete Gruppen in Syrien zu unetrstützen, die gegen die Staatsgewalt, also die Armee und ihre Partner, kämpfen. Das betrifft aber praktisch ausschließlich die P5 des UN-Sicherheitsrates zuzüglich der syrischen Regierung als betroffenem Staat, wobei davon auszugehen ist, dass die nicht-permanenten 10 Sicherheitsratsmitglieder wie üblich mehrheitlich mit den P5 stimmen, wenn diese sich einig sind.

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