Syrien – Clashes zwischen Terroristen

Der heutige Freitag in Syrien steht im Zeichen eines Angriffes zionistischer FSA/IF-Terrorgangs auf die Zentrale von ISIS (Islamischer Staat in Irak und in Sham) in Atarib, von denen Zionisten sich erhoffen, dass es ihnen damit vor der Genf-II-Konferenz gelingt, in den Provinzen Aleppo und Idlib Einfluss von ISIS zurückzuerobern, um so in den Gesprächen Einfluss für die Zionisten zu sichern.

Vor dem Angriff wurden zunächst von der Zentrale der zionistischen Söldner in der Türkei Anschuldigungen gegen ISIS verbreitet, für die syrische Regierung zu arbeiten. Im Weiteren wurde gestern unter dem Begriff „Armee der Mujahedeen“ eine sich aus ehemaligen FSA-Terroristen zusammensetzende Hilfstruppe der saudisch-zionistisch geführten „Islamischen Front“ (IF) geschaffen, die offenbar erstmal keine andere Aufgabe hat, als ISIS zu attackieren.

In der Nacht zum heutigen Freitag begann dieser zionistisch geführte Terrortrupp „Armee der Mujahedeen“ mit einem von allen Seiten ausgeführten Sturmangriff auf die Ortschaft Atarib, wo sich die Zentrale von ISIS im westlichen Umland von Aleppo befindet. Obwohl spätestens seit der in Atarib öfffentlich vollzogenen Exekution des führenden FSA-Banditen Hassan Jazra bestens bekannt ist, dass Atarib seit vielen Monaten von ISIS beherrscht wird, versucht die zionistische Propaganda die Lüge zu verbreiten, bei den gegenwärtigen Kämpfen um Atarib würde es sich um einen Angriff von ISIS auf Stellungen der längst besiegten FSA in Atarib handeln.

Des Weiteren versuchen Zionisten es gegenwärtig herbeizuschreiben, dass es auch an anderen strategisch bedeutsamen Orten der Region, wie etwa Atmeh und Daret Izza, zu Angriffen auf ISIS kommt. Proxies der Zionisten in Kafranbel haben dazu ein Plakat erstellt, mit dem sie ISIS als Arm des syrischen Staates darstellen. Bislang scheinen die Angriffe der zionistischen Proxies auf Atarib jedoch, abgesehen von der von Zionisten behaupteten Eroberung eines Checkpoints nordlich-östlich von Atarib nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Aus ISIS nahestehenden Kreisen verlautbarte bereits, dass ISIS sich durchgesetzt hat und die Angriffe von McCains Gangs abgewehrt werden konnten. Die Kämpfe halten gegenwärtig jedoch offenbar noch an.

Nach Beginn des zionsitsichen Proxy-Krieges gegen Syrien 2011 haben Zionisten das Auftauchen von Al-Kaida-Gruppen wie ISIS und ihre Schwester-Organisation Jabhat Al-Nusra in Syrien als Verstärkung der Kampfkraft der von Zionisten geführten FSA-Banden durch furchtlose Kämpfer und Selbstmordattentäter zunächst sehr begrüßt. Auch der Einstufung des Al-Kaida-Ablegers Jabhat Al-Nusra als Terrororganisation durch die USA Ende 2012 betrachteten Zionisten kritisch und ihre SNC/FSA-Lakaien ablehnend und zurückweisend. Erst seitdem die Al-Kaida-Ableger im Laufe des Jahres 2013 im Norden und Osten Syriens so mächtig wurden, dass sie die FSA-Söldnerbanden in den Schatten stellen konnten und damit die Etablierung eines zionistischen Marionetten-Regimes über Syrien unmöglich machen, also den Sieg zionistischer Lakaien im Proxykrieg gegen Syrien verhindern, sind Zionisten gegen die AKtivitäten von Al Kaida in Syrien.

Nachtrag Freitag/Samstag Nacht: Zum Ende des Freitags stellen sich die Geschehnisse in etwa wie folgt dar:

Die ISIS attackierenden Gruppen sind:

Die frisch gegründete Organisation „Armee der Mujahedeen“ oder arabisch Jaish Al-Mujahedeen (JaM). Deren Kern besteht aus den Resten der Nour al-Din al-Zenki-Brigaden eines ehemaligen engen Kameraden des zu den Tawheed-Brigaden gehörenden Aleppiner FSA-Bosses Abdul Jaber Okaidi.

Die vor einigen Wochen gegründete Organisation „Front der Revolutionäre in Syrien.“ (SRF). Hierbei handelt es sich um den Versuch der Neugründung der geschlagenen FSA basierend auf den Resten der FSA-Truppen der „Syrische Märtyrer Brigade“ von Jamal Maarouf aus Jabal Zawiya in Idlib – also etwa aus der Gegend von Kafranbel.

Die Islamische Front (IF) hat ISIS in einem Statement aufgefordert, Atarib zu verlassen. Ahrar Al-Sham Führer Hassan Aboud hat für die IF erklärt, dass die IF sich gegenwärtig nicht in die Streitigkeiten der FSA/SRF/JaM mit ISIS einzumischen gedenkt. Trotzdem gab es Berichte, dass zumindest einige Sham-Falken und Tawheed-Brigaden – zwei ehemals zur FSA gehörende Gruppen in der IF – trotzdem an der Seite von FSA/SRF/JaM in die Auseinandersetzungen mit ISIS eingetreten sind. Die Al-Kaida-Gruppe Jabhat Al-Nusra hat sich neutral verhalten und kommt als potenzieller Vermittler in Betracht.

Sowohl Jaish Al-Mujahedeen als auch SRF haben ISIS am Freitag mit schriftlichen Statements den Krieg erklärt, und das damit begründet, dass ISIS durch die Beherrschung von Grenzorten die Wege für den Nachschub an Waffen aus der Türkei behindert und damit den Krieg gegen die syrische Armee erschwert. Zionisten unterstützen den Krieg der Jaish Al-Mujahedeen und der SRF gegen ISIS in ihrer Propaganda begeistert. Auf viel mit Syrien beschäftigten zionistischen Propagandaseiten wie NOW, wo beispielsweise der extremzionistische Kriegstreiber Michael Weiss Autor ist, wird der Angriff der zionistischen Proxies JaM und SRF auf ISIS als Angriff von ISIS auf die IF dargestellt, offenbar um zu versuchen, die IF dazu zu bewegen, möglichst umfangreich auf Seiten der zionistischen Proxies JaM und SRF in den Krieg gegen ISIS einzutreten. Die Führung der IF scheint jedoch zu zögern, gemeinsam mit US-geführten säkularen Kräften gegen ISIS in den Krieg zu ziehen, weil sie befürchtet, nach einer Eleminierung von ISIS selbst zum nächsten Ziel der US-geführten säkularen Kräfte zu werden.

Angegriffene ISIS-Ziele:

ISIS-Zentralen, Waffenlager und Konvois wurden Berichten zufolge quer durch die Provinzen Aleppo und Idlib angegriffen, und zwar: in Atarib, Alabzemo, Azaz, Deir Jamal im Aleppiner Umland, in den Aleppiner Stadtteilen Sukkari, Ansari, Bustan al-Qasr und Salaheddin, und in Atma, Al-Dana, Hazano, Maarat Misrin, Saraqib, Maarat Numan und bei Kafranbel in der Provinz Idlib. In Hazano nahe Maarat Misrin und in Hass – zwischen Maarat Numan und Kafranbel soll ISIS am Abend einen Konterangriff gegen Positionen von SRF/JaM gefahren haben.

Bisherige Ergebnisse:

Zahlreiche – vermutlich mehrere Dutzend – Tote sowohl auf Seiten von ISIS als auch auf Seiten von FSA/SRF/JaM. Zahlreiche Gefangene – SRF/JaM verkündeten, sie hätten über 100 Anhänger/Mitglieder von ISIS einschließlich der Angehörigen – Frauen/Kinder – von ISIS-Mitgliedern gefangen genommen. SRF/JaM dominiert Alabzemo, Maarat Numan und Kafranbel. Dort wurden ISIS-Waffen- und Materiallager von FSA/SRF/JaM-Kämpfern geplündert, wobei unklar ist, wieviel dabei tatsächlich erbeutet wurde. ISIS wird in den wichtigen Grenzorten Azaz, Atma und Al-Dana von SRF/JaM-Kräften belagert. Die Situation in Atarib ist unklar.

Anzunehmender weiterer Verlauf:

Mit dem Großangriff auf ISIS in den Provinzen Aleppo und Idlib ist die zionistische US-Proxy-Truppe FSA defacto zurück in Syrien. Die Kämpfe zwischen SRF/JaM und ISIS scheinen noch nicht beendet zu sein und können noch lange, Wochen, Monate oder Jahre andauern. Noch nicht verifizierbare Gerüchte sprechen von einem formalen Waffenstillstand zwischen den Gruppen sowie davon, dass ISIS dabei ist, massive Verstärkung aus der Provinz Raqqa nach Aleppo und Idlib zu verlegen.

Abzuwarten bleibt, inweit die syrische Armee die Kämpfe unter den Terroristen nutzen kann, um ihre Position zu verbessern. Aus Kreisen von ISIS-Unterstützern war auch schon die Überlegung zu vernehmen, dass ISIS einige Frontabschnitte, die ISIS in Aleppo gegen die syrische Armee hält, aufgeben könnte, um mit den so freiwerdenden Kräften den von SRF/JaM bedrängten ISIS-Kameraden im Hinterland zu helfen. Die syrische Armee scheint auf die Kämpfe zwischen den Terroristen bislang nicht mit einer eigenen, darauf abgestimmten Großoperation zu reagieren und die syrischen Medien und Aktivisten sind diesbezüglich bislang sehr schmallippig, möglicherweise um geplante Operationen der Armee nicht durch Indiskretion zu gefährden.

Das Parteibuch wird die Auseinandersetzungen zwischen den zionistischen Proxies und Al Kaida in Syrien weiterhin genau im Auge behalten. Diese Ereignisse sind sehr wichtig. Die Zionisten scheinen in den Auseinandersetzungen zwischen SRF/JaM ihre letzte Chance zu sehen, dem für die USA und Israel aufgrund der Stärke der ISIS eigentlich schon verlorenen Krieg gegen Syrien doch noch eine Wende zu geben. Solange ISIS die Oberhand gegen die Proxies der Zionisten behält, trocknet die NATO-Unterstützung für die Banden aus und die syrische Armee gewinnt den Krieg. Sollten die zionistischen Proxies die Oberhand über ISIS gewinnen, geht das ganze dreckige Spiel „Aufrüsten von ‚Rebellen‘ durch GCC/NATO“ mit dem Ziel, ihnen durch NATO-Luftangriffe zur Macht zu verhelfen, von Neuem los.

Fortsetzung Samstag Morgen: Eine sich „Musab Bin Umayr“ nennende Abteilung von Ahrar Al-Sham hat am Samstag Morgen angeblich sämtliche Positionen von ISIS in Maskanah östlich von Aleppo angegriffen und dabei zahlreiche ISIS-Mitglieder getötet. Al Alam Journalist Hosein Mortada hat unterdessen bekannt gegeben, dass die syrische Armee nach Gefechten mit ISIS die Kontrolle über die Anhöhe Jabal Al Azzan südlich von Aleppo erlangt hat.

Update Samstag Mittag: Der unter anderem für Al Manar tätige Journalist Somar Hatem berichtet, dass FSA und IF im Kampf gegen ISIS in den Provinzen Aleppo und Idlib Siege eingefahren hat, und ISIS den Angriffen bisher nichts entgegensetzen konnte. Press TV meldet unterdessen, ein hochrangiger irakischer Sicherheitsverantwortlicher habe erklärt, dass ISIS die Kontrolle über die irakische Stadt Fallujah gewonnen hat.

Update früher Samstag Nachmittag: Es gehen weiter reihenweise Berichte über fast kampflose, aber schwere Niederlagen von ISIS ein: Tawheed-Brigaden der IF sollen die ISIS-Präsenz in Marea nördlich von Aleppo übernommen haben, SRF-Brigaden sollen ISIS in der strategisch wichtigen Stadt Harem in der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei überrannt haben und aus der benachbarten Grenzstadt Salqin soll ISIS geflüchtet sein. Die Berichte sind unbestätigt, aber Berichte von erfolgreichen ISIS-Kontern und Verteidigungen gibt es keine.

Weiteres Update früher Samstag Nachmittag: Gegenwärtig werden schwere Kämpfe aus dem Raum nördlich von Aleppo gemeldet: FSA-Nordsturm und IF-Tawheed in Azaz gegen ISIS, FSA in Hreytan und Tel Rifaat gegen ISIS. Zum Ausgang der Kämpfe liegen noch keine Nachrichten vor.

Update Samstag Nachmittag: Hosein Mortada meldet, dass Terroristen von Ahrar Al-Sham in Raqqa die saudische Führung von ISIS umgebracht haben, und dass es gegenwärtig heftige Kämpfe zwischen Al-Kaida-Terroristen der Nusra Front und Al-Kaida-Terroristen von ISIS in der Nähe des nun als ISIS-Hauptquartier dienenden Gouverneurssitzes gibt, bei denen es bereits mehrere Tote auf beiden Seiten gegeben habe. Sollte ISIS diese Kämpfe verlieren, könnte das schon fast das Ende von ISIS in Syrien sein. In der Grenzstadt Salqin in der Provinz Idlib hatten sich Hosein Mortada zufolge noch ISIS-Terroristen in ihrer Zentrale verschanzt und wurden da von FSA-Terroristen belagert, bevor die ISIS-Terroristen sich ergeben haben. In der unweit davon gelegenen Stadt Armenaz werden ISIS-Terroristen Hosein Mortada zufolge gegenwärtig von FSA-Terroristen per Lautsprecher aufgefordert, sich bis zum Ende des Tages zu ergeben. Zionisten verkünden unterdessen, dass SRF-Terroristen die Basis von ISIS in Kafr Zita in der Provinz Hama erobert haben.

Update Samstag Abend: ISIS scheint sich nun gegen die Niederlage zu stemmen. Hussein Mortada meldet, dass ISIS-Terroristen die von der FSA genutzte Basis des Regiments 46 in Urem Al-Kubra westlich von Aleppo erobert haben und sämtliche dort anwesenden FSA-Terroristen entweder getötet oder gefangen genommen haben. Weiterhin meldet Hosein Mortada, dass doch noch ISIS-Terroristen in Harem sind, und diese dort eine Anzahl von gefangen genommenen FSA-Terroristen exekutiert haben. Das britische Observatory meldet dazu, die Anzahl der in Harem von ISIS exekutierten Personen habe 30 betragen, und in Sarakib habe ISIS auch noch einen gefangen genommenen Terroristen exekutiert. Außerdem meldet Hosein Mortada, in Maskanah hätten Ahrar Al-Sham Terroristen 9 ISIS Terroristen getötet, und in Tal Rifaat seien bei Auseinandersetzungen 5 ISIS-Terroristen und 2 zur „Army of Mujahedeen“ gehörende Terroristen ums Leben gekommen. Die Auseinandersetzungen zwischen FSA und ISIS in Atarib sind zionistischen Quellen zufolge noch nicht beendet.

Update Sonntag Morgen: ISIS wurde offenbar in beinahe allen ihren wesentlichen Positionen in der Provinz Idlib besiegt. In der Provinz Aleppo scheint ISIS aus etwa der Hälfte ihrer Positionen vertrieben worden zu sein und auch ind er Stadt Aleppo scheint ISIS Positionen verloren zu haben. Erklärbar sind diese Erfolge nur damit, dass nennenswerte Teile der Bevölkerung die FSA/SRC/JaM in den jeweiligen Gebieten im Kampf gegen ISIS kräftig mithelfen. Die syrische Armee greift in die Kämpfe bislang nicht ein und es ist auch nicht erkennbar, dass die syrische Armee versuchen würde, durch eine Offensive Vorteile daraus zu ziehen, dass bewaffnete Regierungsgegner gegen ISIS kämpfen und dadurch geschwächt sind. Im Gegenteil, die Regierung scheint es als eine positive Entwicklung zu betrachten, dass die Bevölkerung Milizen bildet, die gegen die Terroristen der ISIS vorgehen.

Press TV meldete erfreut, dass Syrer in von bewaffneten Milizen beherrschten Gebieten im Norden Syriens gegen ISIS demonstrieren. Der für Al Manar tätige Journalist Somar Hatem beschreibt die aus den Zenki-Brigaden hervorgegangene JaM als eine Miliz, die keinen anderen Zweck hat, als ISIS zu bekämpfen. Die dahinterstehende Überlegung scheint zu sein, dass es eine begrüßenswerte Entwicklung ist, wenn die Bevölkerung Milizen bildet, die Terroristen bekämpfen, auch wenn diese Milizen bislang der Regierung gegenüber ebenso feindlich gegenüber eingestellt sind wie gegen ISIS, und es in einem zweiten Schritt denkbar ist, dass die Anti-Terror-Milizen der Bevölkerung ihre Bindung an die FSA aufgeben und als Milizen zur Nachbarschaftssicherung mit der Armee im Kampf gegen den Terrorismus zusammenarbeiten. Diese Strategie zu verfolgen, bedeutet für die Armee um die Gunst von Anti-Terror-Milizen der Bevölkerung zu werben, etwa um die Gunst von Leuten wie den im nachfolgenden Video zu sehenden, die im Aleppiner Stadtteil Sukkari Kontrollposten gegen ISIS errichtet haben.

Dieses strategische Herangehen von Seiten der Regierung, die neu aufgestellten Anti-ISIS-Milizen als Verbündete oder potenzielle Verbündete zu betrachten, könnte durchaus Erfolge mit sich bringen. Die syrische Armee stellt sich damit im Kampf gegen den Terror einmal mehr an die Seite der Bevölkerung, was auch immer sie für eine Meinung von der Regierung hat, und spekuliert darauf, dass es den Gegnern Syriens nicht gelingen wird, diese Anti-Terror-Milizen der Bevölkerung mit neuen Waffen aus der Türkei in nennenswertem Umfang erneut zum Kampf gegen die Armee aufzustacheln.

Update Sonntag Abend: Aus Barzeh nördlich von Damaskus gibt es eine sehr gute Nachricht: 200 Aufständische haben dort kapituliert und die Armee rückt ohne weitere Kämpfe in den Ort ein, um Waffen einzusammeln und Minen zu entschärfen.

Update Montag Morgen: Die Auseinandersetzungen zwischen ISIS und anderen Gruppen gehen weiter. Inzwischen scheint ISIS auch in Raqqa unter Druck zu stehen. Hosein Mortada hat inzwischen bei Al Ahed News einen Artikel zu den Anti-ISIS-Kämpfen veröffentlicht, in dem er die Meinung äußert, das Vorgehen der FSA/SRF/JaM/IF gegen ISIS sei von den Geheimdiensten der Saudis und der USA gesteuert, in der Absicht, vor der Genf-II-Konferenz unter den Aufständischen in Syrien wieder Takfiri-Kräfte nach vorn zu bringen, die die Illusion von moderaten oder säkularen Kräften nähren, deshlab halbwegs vorzeigbar sind und von den USA demnach auch mit neuen Waffenlieferungen unterstützt werden könnten. Klarer Tenor: Die Auseinandersetzungen gegen ISIS sind ein Versuch der USA, vor Genf II ihre Position gegen die syrische Regierung zu verbessern.

Update Montag Abend: Die Anti-ISIS-Kämpfe gehen weiter. ISIS hat fast alle Positionen in Aleppo und im Umland verloren, ebenso in Idlib, und wo ISIS sie nicht verloren hat, ist ISIS schwer in Bedrängnis. In der Stadt Raqqa ist ISIS in Bedrängnis, konnte die zentrale Position bisher jedoch halten. Konterattacken von ISIS erfolgten unter anderem durch Autobomben und Selbstmordattentäter in Darkoush und Aleppo. Bezüglich der gegen ISIS kämpfenden Gegner entwickelt sich inzwischen ein klares Bild: FSA/SRF/JaM und IF kämpfen gegen ISIS, während Jabhat Al Nusra (JaN) versucht, ISIS mit einer scheinbar neutralen Position zu helfen, etwa indem JaN sich von ISIS Positionen anvertrauen lässt und ISIS in JaN-Basen Schutz gewährt. Meldungen, denen zufolge JaN gegen ISIS kämpft, waren aufgeblasene Einzelfälle, im Wesentlichen eine JaN-Brigade in Raqqa betreffend, die zuvor als „Erben des Propheten“ zur FSA gehörte, und nun gegen ISIS kämpft und dafür von JaN rausgeworfen wurde. Meldungen wie die von IBTimes, denen zufolge die Nusra Front die Kämpfe gegen ISIS anführt, sind defintiv falsch.

Update Dienstag Morgen: ISIS hält sich in einigen Gebieten, und, so wie es aussieht erfährt ISIS an einigen Orten durchaus einige Unterstützung durch die Bevölkerung. Nachfolgend ist ein Video zu sehen, dass eine ISIS-freundliche Demonstration zur Beendigung der Konflikte unter Rebellen zur Zentrale der JaM in Aleppo zeigen soll:

Die Eroberungen von ISIS-Positionen durch FSA/SRF/JaM/IF in den letzten Tagen sind möglicherweise nicht allesamt Niederlagen von ISIS, sondern könnten auch auf eine anfängliche Strategie von ISIS zur Konfliktvermeidung hindeuten. Inzwischen scheint ISIS diese Zurückhaltung, so es sie denn gab, abgelegt zu haben, und geht, wie ein Video von ISIS zeigt, mit der von ISIS gewohnten mörderischen Brutalität gegen die ISIS-Gegner, die ISIS als Sahwat bezeichnet, vor:

Aus Aleppo gibt es gegenwärtig Berichte, dass ISIS dort in ihrer Zentrale, der Augenklinik von Qadi Askar, wo ISIS ein angeschlossenes improvisiertes Gefängnis betrieb, alle etwa 50 Gefangenen, darunter mehrere der FSA nahestehende Medien-Aktivisten, massakriert hat, und in Jarabulus, wo ISIS sich im ISIS-Gefängnis verschanzt hat, droht ISIS offenbar damit, dort alle etwa 100 Gefangenen zu massakrieren.

Fazit bislang: ISIS ist durch die FSA/SRF/JaM/IF noch lange nicht besiegt worden und scheint durchaus einige echte Unterstützung in der Bevölkerung zu haben. Es sieht momentan nicht danach aus, als gäbe es in dem Konflikt zwischen FSA und ISIS einen schnellen Sieger.

Mohammed Alloush, einer der Anführer der insbesondere saudisch unterstützten Terrorgruppe Jaish Al-Islam in der IF, soll JaN in einem Facebook-Kommentar aufgefordert haben, ihre Bindung zu Al Kaida zu lösen. Bei Al Kaida nahestehenden Sheikhs und Jihadisten stößt die Idee, sich offiziell von Al Kaida zu lösen und damit ihre Identität zu verleugnen, um sich beim Westen einzuschleimen, jedoch, vorsichtig formuliert, auf wenig Gegenliebe.

Update Dienstag Nachmittag: Die zionistsiche Propaganda-Schleuder AFP meldet unter Brufung auf den britischen Snackshop, dass bei den Auseinandersetzungen zwischen Terroristen in den letzten vier Tagen 228 Terroristen, davon 99 Anhänger von ISIS, und 46 Zivilisten ums Leben gekommen seien.

Nachfolgend zwei entglischsprachige Artikel mit lesenswerten Meinungen zu den Clashes zwischen den Terroristen:

Al-Akhbar: Syria: Army of the Mujahideen Challenges ISIS Gains

Not the MSM: The reactionary essence of the Syrian insurgency

In Syrien selbst geht die Entwicklung im Krieg zwischen „Sahwat“ gegen „ISIS“ gerade so weiter, dass die ISIS-Terroristen die Stadt Mayadeen in der Provinz Deir Ezzor verlassen und die Stadt Binnish in der Provinz Idlib von IF-Terroristen zurückerobert haben.

Update Dienstag Abend: Hosein Mortada meldet, dass es in der Stadt Raqqa nach wie vor heftige Kämpfe zwischen ISIS und IF gibt und bei diesen Kämpfen in Raqqa bislang mindestens 380 Menschen getötet oder verletzt wurden. ISIS-Terroristen sollen da gerade eine Granate auf Zivilisten abgefeuert haben, wodurch mindestens neun Menschen, darunter drei Kinder, starben.

Weiterhin meldet Hosein Mortada aus dem Osten Syriens, dass ISIS-Terroristen westlich von Deir Ezzor eine größere Anzahl von Terroristen der Ahram Al-Shar überwältigt und exekutiert haben und die syrische Armee in der Nähe des Flughafens von Deir Ezzor Dutzende von Terroristen der „Armee des Islam“ eleminiert hat.

Gut zusammenarbeiten tun die verschiedenen Terrorbanden, deren Einheiten sich anderswo bekriegen, unterdessen Gerüchten zufolge nach wie vor beim Kampf gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten der YPG, die sich sehr schwer tun. In Tel Hamis haben Hosein Mortada zufolge Terroristen der ISIS ein Massaker an Zivilsiten verbrochen. ISIS nahestehenden Terroristen zufolge soll das Bild allerdings von ihnen getötete YPG-Kämpfer und Kämpferinnen zeigen.

Update Mittwoch Morgen: Am gestrigen Dienstag gab es vier wichtige Statements von Terroristenführern in Syrien:

1. Abu Omar der Tschetschene (für ISIS) und Ayman al-Zawahiris Repräsentant Abu Khaled der Syrer (für Ahrar Al Sham) haben einem Video zufolge, das diese beiden Personen allerdings nicht zeigt, in Maskanah östlich von Aleppo einen vorläufigen Friedensvertrag geschlossen. Völlig unklar ist dabei jedoch, ob der Vertrag, so das Video überhaupt echt ist, hält, und wenn ja, ob er eine Wirkung über Maskanah hinaus entfalten wird.

2. Ein Nusra Front Führer Abu Mohammed der Golaner zugerechnetes Statement ruft zur Beendigung der Clashes auf und versucht die Nusra Front, den offiziellen Ableger von Al Kaida in Syrien, als Mediator und Friedensstifter in den Clashes zwischen den Terrorbanden in Syrien in Stellung zu bringen.

3. ISIS-Sprecher Abu Muammad al Adnani hat in einem Statement erklärt, das Supreme Military Coucil (SMC) von Idriss und der SNC hätten eine von den Geheimdiensten der Ungläubigen unterstützte Sahwat-Operation (Erweckungs-Operation) nach irakischem Vorbild (Große US-geführte Militäroperation gegen Al Kaida im Irak 2006 unter Einspannung von kollaborierenden sunnitischen Stammeskämpfern) zum Ausmerzen islamischer Gotteskrieger (Mujahedin) gestartet, sie und ihre Anhänger seien demnach legitime Ziele und Apostaten, die es zu vernichten gelte. Er ruft alle Mujahedin dazu auf, sämtliche SMC/SNC-Führer und ihre Anhänger, die sich nicht reuig von ihnen abwenden, zu töten. ISIS erklärt damit also dem SMC und dem SNC den totalen Krieg. Als wahren Drahtzieher der Sahwat-Operation in Syrien hinter SMC und SNC meinen ISIS nahestehende Internetaktivisten, den pensionierten US-General Paul E. Vallely ausgemacht zu haben.

4. Die der von westlichen Geheimdiensten geführten Organisation Amnsty International „nahestehende“ Pseudo-Aktivistin Donatella Rovera, die – natürlich – auch den zionistischen Terror-Agenten von FSA/SMC und SNC nahesteht, ruft dazu auf, am folgenden Freitag in einem „Tag des Zorns“ den Krieg gegen ISIS zu verschärfen, und außerdem den Krieg auf Al Kaida in Syrien, also die Nusra Front, auszuweiten. Für den kommenden Freitag ist also mit einer Intensivierung der Clashes zwischen Terroristen in Syrien zu rechnen.

Update Mittwoch Mittag: FSA/SRF/JaM/Sahwa-Terroristen haben offenbar die Kontrolle über das ISIS-HQ im Aleppiner Bezirk Qadi Askar sowie über eine ISIS-Position in einer Zementfabrik in der Nähe von Al-Dana in der Provinz Idlib erlangt. Die FSA-Propaganda liefert dazu drei Videos, die zeigen, wie FSA-Terroristen vor Haufen von frisch exekutierten gefesselten Leichen stehen: eins, zwei, drei. Die FSA-Propaganda behauptet dazu, die Opfer seien ISIS-Gefangene, die von ISIS-Terroristen exekutiert worden seien, bevor die ISIS-Terroristen geflüchtet sind. Das dürfte gelogen sein. In Wirklichkeit dürften die gezeigten Opfer ISIS-Terroristen sein, die von den FSA-Terroristen, die die Stellungen der ISIS-Terroristen erobert haben, erst gefangen genommen und dann ermordet wurden. Dafür, dass die FSA-Propaganda ISIS ihre eigneen Morde in die Schuhe zu schieben versucht, spricht unter anderem: die Freude der im Video zu sehenden FSA-Terroristen über den Sieg, das frische Blut, die Abwesenheit gefangenen ISIS-Terroristen. Entlarvend ist auch die Propaganda des britischen Snackshops zur Übernahme des ISIS-HQ durch rivalisierende Terroristen: es seien Gefangene befreit worden, aber es sei unklar, was aus den ISIS-Terroristen geworden ist, die da drin waren, heißt es da. Die FSA-Terroristen haben eine lange Historie von Massakern, die sie selbst begangen haben, und die sie anschließend der syrischen Armee oder anderen Unterstützern Assads in die Schuhe geschoben haben. Offensichtlich wenden die FSA/Sahwa-Terroristen nun die gleiche typisch zionistische Strategie von False-Flag-Massaker-Marketing gegen ISIS an.

Update Mittwoch Abend: Am Nachmittag wurde ein Video veröffentlicht, dass angeblich Kämpfe zwischen FSA und ISIS um die Grenzstadt Al-Dana in der Provinz Idlib zeigen soll, die gegenwärtig von Nusra gehalten wird, die durch die Übernahme angeblich das Terrain ihrer Al-Kaida-Brüder von ISIS schützen. Al Akhar hat einen Artikel dazu veröffentlicht, wie ISIS die Situation sieht, der im Großen und Ganzen die Sichtweise von ISIS richtig wiederzugeben scheint.

Update Mittwoch später Abend: Insgesamt ist die Situation in weiten Teilen des von Terroristen beherrschten Nordens und Ostens von Aleppo sehr unübersichtlich. Gegenwärtig sieht es so aus, dass von Tawhid-Brigaden der IF angeführte Sahwa-Terroristen in Aleppo die Oberhand über ISIS-Terroristen gewonnen haben. Heftige Gefechte zwischen Tawhid-Terroristen und ISIS-Terroristen soll es noch nördlich von Aleppo in der Gegend von Hayyan geben. In der Provinz Idlib sollen in der Stadt Sarakib über 1000 ISIS-Terroristen noch eine Hochburg haben. In der Stadt Raqqa haben Ahrar Al-Sham-Brigaden der IF es bislang nicht geschafft, die ISIS-Zentrale zu stürmen. Im Gegenteil, ISIS hat mithilfe von Panzerbrigaden das HQ und andere wesentliche Stützpunkte von Ahrar Al-Sham in Raqqa gestürmt. Bei den Kämpfen zwischen Ahrar Al Sham und ISIS in der Stadt Raqqa soll es bislang mehrere Hundert Tote gegeben haben. Die Kämpfe zwischen Terroristen dauern aber in allen Provinzen des Nordens und Ostens von Syrien noch an. Es kann also noch mehr passieren. Ahrar Al Sham versucht gegenwärtig angeblich Nachschub nach Raqqa heranzuführen, um das Blatt im Krieg gegen ISIS noch zu wenden.

Alles in Allem ist die Situation jedoch sehr unklar. Das Einzige, was wirklich klar ist, ist, dass verschiedene Terroristen sich gegenseitig mit größter Brutalität und in großer Anzahl umbringen. False-Flag-Massaker, dicke Propaganda-Lügen, Autobomben und Selbstmordattentäter werden dabei offenbar von unterschiedlichen Terrorgruppen als Mittel zur Austragung der Streitigkeiten untereinander eingesetzt, und auch auf Zivilisten nimmt offenbar keine der Terrorgruppen Rücksicht. Die syrische Armee scheint nach der Devise zu verfahren, einfach ihren Stiefel der letzten Wochen fortzuführen, die Kämpfe zwischen den Terrorbanden weitgehend zu ignorieren und die Terroristen nach Möglichkeit nicht dabei zu stören, sich gegenseitig umzubringen. Stoppen könnte die Armee die Mordlust der aufputschten Mobs aber wohl ohnehin nicht. Kleinere Geländegewinne erzielt hat die Armee heute in Deir Ezzor, in der Gegend von Khanasser südlich von Aleppo und bei der Kweirs Military Airbase östlich von Aleppo.

Update Donnerstag Mittag: Sahwat-Kräfte haben am Donnerstag angeblich die Grenzstadt Ad-Dana in der Provinz Idlib von ISIS erobert. Es gibt ein Video. Unklar ist bislang, aus welchen Einheiten die Sahwat-Kräfte bestanden. Einmal heißt es, es waren FSA und Liwa Al-Tawheed, ein anderes Mal heißt es, die Shawat gehörten zu Ahrar Al Sham. Es wird sich in Zukunft sicher zeigen, wer nun die Kontrolle über Ad-Dana hat. Die bis dato in Dana stationierten ISIS-Kämpfer sollen in die nahegelegene Ortschaft Daret Izza geflüchtet sein. ISIS hat demgegenüber am Donerstag die Ortschaft Tadif direkt südlich der Stadt Al-Bab östlich von Aleppo erobert. In Raqqa gibt es nach wie vor schwere Gefechte und ein definitiver Sieger ist da bislang nicht auszumachen. Xinhua meldete am Donnerstag Morgen basierend auf lokalen syrischen Quellen, womit wohl der britische Snackshop SOHR gemeint ist, dass bei den am Freitag begonnenen Kämpfen zwischen Sahwat und ISIS bislang 385 Terroristen ums Leben kamen.

Update Donnerstag Abend: Zur FSA gehörende Gruppen haben erklärt, die Kontrolle über Tel Abyad im Norden der Provinz Raqqa an der Grenze zur Türkei von ISIS übernommen zu haben. Außerdem gbt es bislang unbestätigte Erklärungen, demzufolge ISIS aus der Stadt Al Bab östlich von Aleppo vertrieben worden sei.

Update Freitag Mittag: ISIS hat unter den von Shawat-Terroristen gefilmten Toten, von denen die FSA/Sahwat-Terroristen behaupteten, das seien von ISIS ermordete Gefangene, eines ihrer Mitglieder, bekannt unter dem Pseudonym Abu Zakaria der Tunesier, identifiziert und das in einem Video dokumentiert:

Wenn das wirklich die gleiche Person ist, dann wäre damit der Beweis erbracht für das, was hier in diesem Artikel bereits vor Tagen zu lesen war: die FSA/Sahwat-Terroristen massakrieren ISIS-Terroristen und filmen die von ihnen ermordeten Opfer anschließend zu dem Zweck, ISIS das von ihnen selbst begangene Verbrechen in die Schuhe zu schieben. Die FSA/Sahwat-Terroristen wenden in ihrem Kampf gegen ISIS die gleiche perverse Masche an, die sie 2011 und 2012 gegen die syrische Armee angewendet haben. Mit dem Video kann sich jeder selbst eine Meinung bilden, und viele ISIS-Mitglieder sind felsenfest der Überzeugung, dass er es ist.

Update Samstag: داعش تتقدم في الرقة وتخسر في ادلب والجثث تتراكم في المستشفيات (Zu deutsch: ISIS macht Fortschritte in Raqqa und verliert in Idlib während sich in den Krankenhäusern die Leichen stapeln)

— Ende der Updates zu diesem Artikel —

20 Gedanken zu “Syrien – Clashes zwischen Terroristen

  1. Für Syrien eine win-win Situation. Die ISIS Leute wissen genau das die FSA später genutzt werden soll um sie zu beseitigen, daher werden sie spätestens jetzt die FSA als Feind ansehen. Da die FSA vor allem aus Söldnern besteht, die ISIS aus freiwilligen Fanatikern ist das Ende absehbar, die Proxies werden verlieren. Wir werden dann wohl demnächst mal wieder recht viele abgeschnittene Proxyrebellenköpfe zu sehen bekommen da die Al-Kaidatypen diese Schmach nie und nimmer hinnehmen werden.

  2. Informativ wie immer, aber einige Aussagen kann ich so nicht stehen lassen:

    – Angesichts der Tatsache, dass sich anscheinend so gut wie alle anderen Rebellengruppierungen gegen ISIS verbündet haben, sehe ich nicht wie deren Niederlagen außerhalb ihrer Hochburgen in irgendeiner Weise auf besondere „Volksunterstützung“ zurückzuführen wäre (Obwohl es natürlich wahr ist, das sie sich mit ihrer aggressiven Herrschaft ganz besonders unbeliebt gemacht haben).

    – Gestern wurde ein Vorstoß von Al-Layramoun Richtung Kafr-Hamra gemeldet. Auch wenn diese Offensive vermutlich ohnehin geplant war und keine opportunistische Reaktion auf die internen Kämpfe der Rebellen darstellt, so ist es sicherlich nicht richtig, das die Regierungstruppen untätig sind.

    – Es ist nicht einzusehen, inwiefern eine Niederlage von ISIS irgendeine nennenswerte Auswirkung auf die Versorgungslage der Rebellen haben sollte. Zwar sind direkte NATO-Lieferungen an den ISIS eher inopportun, das sind sie aber auch an die Islamische Front und Nusra. Direkte NATO-Lieferungen sind ohnehin eher vernachlässigbar, das meiste kommt dank saudischer Ölmilliarden, ohne das man sich von Seiten der USA oder anderer NATO-Regimes die Hände schmutzig machen müsste.

    1. @Menschmaschine
      1. „Angesichts der Tatsache, dass sich anscheinend so gut wie alle anderen Rebellengruppierungen gegen ISIS verbündet haben…“

      Das ist keine Tatsache. Im Wesentlichen sind es FSA/SRF/JaM, die gerade gegen ISIS kämpfen und der Unterschied zwischen Rebellengruppierung und Miliz zur Nachbarschaftsverteidigung kann in der Praxis ziemlich klein sein. Dazu sind es einige lokale Einheiten anderer Gruppen von IF und JaN, aber mitnichten sind IF und JaN mit FSA/SRF/JaM gegen ISIS verbündet. Im Gegenteil, IF und JaN haben sich offiziell für neutral erklärt. Das gibt lokalen Einheiten Raum für eigene Sympathien. Einige lokale JaN-Brigaden, in Maskanah z.B., kämpfen gerade auch mit ISIS gegen FSA/SRF/JaM. Da spielt viel Lokales mit rein, was lokale Brigaden unabhängig von dem Dachverband, dem sie angehören, agieren lässt, wie es ihnen passt. Und die meisten lokalen Brigaden haben sich Anti-ISIS gezeigt. Kommen lokale Brigaden gegen ISIS in Bedrängnis, können sie nicht damit rechnen, dass ihnen, abgesehen von FSA/SRF/JaM, ein mächtiger Dachverband, etwa IF/JaN, dabei zu Hilfe kommt. Für die syrische Armee könnte das ein Entre bedeuten: ihr lokale Rebellengruppierungen werdet offiziell eine Miliz zur Verteidigung eurer Nachbarschaft gegen ISIS und andere Terroristen und die Armee hilft Euch dafür mit Allem, was sie hat, bis hin zur Luftwaffe. Lehnt ihr eine Kooperation mit der Armee ab, dann rechnet damit, dass ISIS euch die Köpfe abschneidet, und ISIS Eure Köpfe zur Abschreckung am Stadttor aufspießt. Muss nicht klappen, und schon gar nicht überall, kann aber an manchen Stellen vielleicht doch klappen.

      2. Die Regierungstruppen sind nicht untätig, aber die Armee hat in den SRF/JaM-ISIS-Konflikt auch nicht zugunsten einer Seite eingegriffen und es hat bisher auch keine großangelegte Operation der Armee zum Ausnutzen des Konfliktes zwischen SRF/JaM und ISIS gegeben.

      3. „Direkte NATO-Lieferungen sind ohnehin eher vernachlässigbar…“

      Sollten irgendwelche FSA/SRF/JaM-Terrorbanden, die sich von der westlichen Propaganda irgendwie als moderat vermarkten lassen, durch die gegenwärtigen Auseinandersetzungen mit ISIS wieder in eine Führungsrolle bei den Terroristen kommen und ISIS Grenzübergänge für Nachschub abnehmen, könnte sich genau das ändern. Die USA und ihre Partner könnten dann versucht sein, erneut eine große Unterstützungsaktion für die „moderaten Rebellen“ zu starten, anstatt in Genf ein Verhandlungsergebnis zu akzeptieren, demzufolge die ganze Welt die syrische Armee bei der Bekämpfung des Terrorismus unterstützen muss. Das ist die große Gefahr, die in einem Sieg der „moderaten Rebellen“ über ISIS steckt.

      1. Die Ereignisse im Irak dürften auch einer der Gründe für den Plötzlichen Schwenk gegen die ISIS gewesen sein:

        http://www.welt.de/politik/ausland/article123560153/Al-Qaida-schafft-einen-Gottesstaat-im-Niemandsland.html

        Vermutlich haben die Amerikaner den Jihadies zu verstehen gegeben das man sie bald fallen lassen würde wenn sie jetzt nicht für sie die Kartoffeln aus dem Feuer holen und schnell mal die Al-Kaida besiegen, die im Irak zu neuer Höchstform aufläuft, und so alle Gewinne der Amerikaner zerschmelzen lassen. Das Spiel mit den islamistischen Hilfstruppen gegen Assad hätte nur bei einem schnellen Sieg funktioniert, jetzt sieht es eher so aus als ob die es langsam schaffen sich auch bei der heimischen Bevölkerung einzunisten (was deren spätere Bekämpfung bei einem Sieg über Assad dann sehr schwer machen würde)

        In Deutschland wurde der erste Syrienheimkehrer verhaftet, allerdings nicht wegen Morden an Syrern sondern weil er wohl hier seinen Jihad fortsetzen wollte:

        http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutscher-dschihadist-nach-rueckkehr-aus-syrien-verhaftet-a-941885.html

        Was man den amerikanern lassen muss ist eine eindeutige Lernresistenz, sobald ihnen auch nur der Hauch einer Chance zum Sieg über Assad erkennbar scheint werfen sie alle bisherigen Zusagen über Bord und unterstützen weiter ihre eigenen Feinde. Das heißt für die Syrer das sie alleine auf einen militärischen Sieg setzen müssen, sobald sie den Jihadies auch nur eine winzig kurze Feuerpause gönnen wird Washington denen sofort wieder Lieferungen zukommen lassen.

    2. Für mich ist der Konflikt zwischen FSA und ISIS nichts außergewöhnliches. Vergleichbar mit einem Zuhälter, der einen anderen Zuhälter über den Haufen knallt und sich dann an die Huren ran macht.

      Jeder dieser Rebellengruppen sind Kriminelle, Banditen und Terroristen. Nur der Name ist unterschiedlich. Die Revolution ist gescheitert. Und das wissen alle.

      Genf wird nichts bringen ausser viele Worte und Papiere. Es geht dort nur noch um Gesichtswahrung. Wer der politische legitime Vertreter der Opposition ist, spielt eigentlich auch keine Rolle mehr weil sie noch nie eine Rolle gespielt haben.

      So wird es weitergehen:
      Eine Lösung wird es in Genf nicht geben ausser rote Köpfe und viel Gefluche. Evt folgen ein paar Sitzungen später der Grossmächte aber da wird auch nichts raus kommen.

      Im Frühling, wenn das Wetter besser wird, wird es eine Offensive der SAA geben wo dann der Sack zugemacht wird.

      I

  3. Die Verteidiger des Al-Kindi Hospitals wurden, wie erwartet, alle ermordet, ihre Leichen im Triumph durch die Straßen gefahren.
    Das die Ermordung von Kriegsgefangenen die sich ergeben haben (es gibt mehrere Videos die zeigen das die Soldaten sich unbewaffnet ergeben hatten) ein kriegsverbrechen ist interessiert unsere Medien nicht im geringsten. Anders wäre es hingenen ließe sich die Exekution von gefangenen Partisanen durch die syrische Armee belegen (was bei Kämpfern in Zivilistenkleidung legal wäre), dann wäre der Aufschre in unseren Medien groß.

    http://www.liveleak.com/view?i=54f_1388878889

    1. 2013: Das Jahr der teilweisen Durchsetzung des Völkerrechts.

      2014: Das Jahr des Sieges für das syrische Volk über die scheinislamischen Banditen und ihre scheinheiligen Unterstützer.

      2015: Das Jahr der Kriegsverbrecherprozesse, der Entschädigungszahlungen in mindestens zweistelliger $ Milliardenhöhe an Syrien, der Versöhnung unter dem syrischen Volk und und des Wiederaufbaus des Landes.

      Hoffentlich

  4. Können die Täter zur Rechenschaft gezogen werden , bzw wie ist die Lage im Raum von Al Kindi Hospitals.
    Liegt die Gegend in Artilleriereichweite bzw werden Luftangriffe durch die syrische Armee durchgeführt

  5. Hier ein … Video aus Syrien:

    http://www.liveleak.com/view?i=d84_1389043376

    Die ISIL hat sich mit einem Selbstmordanschlag auf einen IF-Posten für die Angriffe der letzten Tage bedankt. …

    Und die Jihadisten haben desweiteren mal wieder einen ihrer zahllosen Anführer verloren:

    Und die Dönerbude meldet den Selbstmordanschlag eines 16Järigen ISIL-Anhängers mit einer Autobombe. Passt zu deren Gesitesverwandten in Afghanistan, wo ein Talibankommandeur seine 8-10jährige Schwester zu einem (vereitelten) Selbstmordanschlag entsendete:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-polizei-in-helmand-rettet-maedchen-mit-sprengstoffweste-a-942100.html

  6. zum Mittwochsupdate: So dumm scheinen die ISIL Terroristen dann ja doch nicht zu sein, zumindest haben sie erkannt das sie für die FSA (und somit den Westen) nur williges Kanonenfutter abgeben sollen und später dann ausgeschaltet und als Sündenböcke für sämtliche Gräultaten aller Rebellen herhalten werden (unsere Presse wird denen dann auch die Massaker der westlich gesinnten Terrorbanden in die Schuhe schieben um die Westmarionetten dann schön weiß und rein erscheinen zu lassen).
    Mal sehen wie sich das weiter entwickelt, der Plan die Terroristen unter die Führung westlich geführter Gruppen zu zwingen scheint ja nicht wirklich aufgegangen zu sein.

    Ganz nebenbei erfährt man auch wo die ISIL-Kämpfer ihr Hauptquartier hatten:

    http://www.welt.de/newsticker/news2/article123654659/Aktivisten-Rebellen-erobern-Zentrale-von-Dschihadisten-in-Aleppo.html

    Mit anderen Worten: hätte die syrische Regierung das bombardiert wäre die weltweite Schlagzeile: „Assad lässt Kinderkrankenhaus bombardieren“

  7. Damit dürfte jetzt ja feststehen das es , entgegen anderslautender Medienartikel, sehr wohl Gespräche und Verhandlungen zwischen der „IF“ und den USA gegeben hat. Folglich setzen die USA immer noch auf einen Sturz der syrischen Regierung und hoffen/glauben das die Proxyrebellen in der Lage sein werden nach ihrer Machtübernahme die Islamisten für den Westen zu erledigen. Als nächster Schritt dürfte dann der Dolchstoß gegen die Nusraterroristen erfolgen, dann ist der Weg frei für westliche Waffen und Luftschläge (zumal die Syrer dann keine Giftgasoption mehr haben).
    Die Anschläge im Auftrag des Saudischen Geheimdienstes (hatte Bandar Bin Sultan offen angekündigt) gegen Russland zeigen das sich die Saudis ihrer Sache momentan sehr sicher sind und keinerlei Reaktion zu fürchten brauchen. Mit anderen Worten: Genf können sich die beteiligten Parteien sparen, die Amerikaner verfolgen längst wieder die militärische Lösung zu ihren Gunsten.

  8. Es besteht m.E. auch die Möglichkeit, das ISIS verstärkt in den Irak getrieben werden soll, um dort ein humanitäres Eingreifen und damit eine Rückkehr der USA erforderlich zu machen. Von dort hat man bessere Möglichkeiten, sowohl Syrien, als auch Iran zu erreichen bzw. die Verbindung zwischen beiden zu kappen.

  9. Die „syrische“ Opposition und die westlichen Kriegshilfsgemeinschaften überschlagen sich mit „Hunger-Propaganda“ aus dem Yarmouk-Camp, HRW,…selbst die Hamas, gekauft durch Saudi Arabien stößt in das Propaganda-Horn der bewaffneten Opposition im Yarmouk-Camp, dazu gehören auch die eingedrungenen Halsabschneider der Jabhat al Nusra.
    Eine FB-Seite welche lesenswert ist und sich von der Propaganda abhebt.
    https://www.facebook.com/AsrarAlmkhym

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