Brahimi gibt „Opposition“ Schuld an geplatztem Termin für Genf II

Im Proxy-Krieg gegen Syrien zeichnet sich an der diplomatischen Front eine neue Entwicklung ab. Wie McClatchy meldet, hat Lakhdar Brahimi, Sondergesandter der UNO und der Arabischen Liga zur Vermittlung im Konflikt in Syrien, öffentlich erklärt, es liege an der „Opposition“, dass die als Genf II bezeichneten Friedensgespräche nihct, wie ursprünglich anvisiert, im November stattfinden können.

Die Opposition sei „nicht bereit“ und es sei „kein Geheimnis, dass sie zersplittert“ sei, soll Lakhdar Brahimi weiterhin gesagt haben. Er hoffe nun, dass die Genf II Friedensgespräche immerhin noch in diesem Jahr beginnen könnten und die Opposition dann in der Lage sei, eine „glaubwürdige Delegation“ nach Genf zu schicken. Eine solche, einseitig Schuld zuweisende, Darstellung der Situation ist für einen Diplomaten wie Brahimi ein sehr starkes Statement. Insbesondere bemerkenswert daran ist aus hiesiger Sicht, dass die USA nicht gegen diese Darstellung der Situation durch Lakhdar Brahimi protestiert haben, und die Darstellung damit akzeptieren zu scheinen, dass der von ihnen aufgebaute Exilanten-Haufen SNC Schuld daran ist, dass die zwischen den USA und Russland vereinbarten Genf II Gespräche im November nicht mehr stattfinden werden.

Die deutschen Medien versuchen die Peinlichkeit zu verschweigen oder zu verstecken, so gut es geht. Während Springers zionistische Welt die Nachricht „UN-Gesandter gibt Opposition die Schuld“ im hinteren Teil einer Meldung zu einer unsinnigen Propaganda-Äußerung der zionistischen US-UN-Botschafterin Samantha Power versteckt, hat beispielsweise die zionistische deutsche Tagesschau bisher überhaupt nicht über die ungewöhnlich deutliche Bemerkung von Lakhdar Brahimi berichtet, sondern stattdessen eine stimmungsgeladene, aber reichlich uninformative „Durm-Reportage“ aus Jordanien über das Leid syrischer Flüchtlinge gebracht.

Protestiert haben die USA auch nicht gegen die Aussage des russischen Vizeaußenministers Gennadi Gatilow, der gesagt hat, dass die USA nicht genug Einfluss haben, um die syrische Opposition zu konsolidieren. Marie Harf, die Sprecherin des US-Außenministeriums, sagte zur Situation um die Genf II Konferenz lediglich, die Diskussionen würden weitergehen. Praktisch sieht das Schweigen nach einem Eingeständnis der USA aus, dass sie die Kontrolle über ihre syrischen FSA- und SNC-Lakaien verloren haben. Damit ist es recht unwahrscheinlich, dass überhaupt eine Genf II Konferenz unter Beteiligung einer Delegation des sogenannten SNC – neuerdings massenmedial meist heruntergestuft zur „Syrian Opposition Coalition“ (SOC) -, die da die bewaffneten Kräfte der sogenannten FSA und ihre Anhänger vertreten würde, stattfinden wird.

Stattdessen läuft es dann auf eine Moskauer Lösung hinaus. Die russische Regierung hat gerade alle Oppositionskräfte eingeladen, nach Moskau zu kommen, und sich untereinander sowie mit Vertretern der syrischen Regierung auszutauschen. Offiziell soll das zwar der Vorbereitung der Genf II Konferenz dienen, aber wenn Genf II nicht stattfindet, dann könnten das die einzigen international moderierten Gespräche zwischen Regierung und Opposition zur Befriedung des Konfliktes in Syrien bleibenen.

Die nicht zu Verhandlungen oder Kapitulation bereiten bewaffneten Kräfte, die bislang gemeinhin zur FSA gezählt werden, muss die syrische Armee dann zwangsläufig genau wie Al Kaida als Terrorismus-Problem behandeln, also weitermachen wie bisher, lediglich mit dem Unterschied, dass die USA keinen Vorwand mehr hätten, den syrischen Anti-Terror-Kampf als „Krieg eines Diktators gegen sein Volk“ zu kritisieren.

22 Gedanken zu “Brahimi gibt „Opposition“ Schuld an geplatztem Termin für Genf II

  1. Die Situation wird sich zusehends militärisch lösen und eine
    Friedensverhandlung kann dann von Syrien einfach per Gesetz geregeltwerden. Die Säuberungen von diesen Kannibalen geht zügig voran und es laufen deren „Truppen“ schaarenweise zur Regierung über, bzw. werden eliminiert.

  2. Die Dönerbude berichtet folgendes:
    The ISIS execute a nurse in al-Raqqa.

    al-Raqqa province: Activists reported to the SOHR that the ISIS executed a male nurse who works in al-Raqqa city’s hospital. Activists stated that the ISIS read a statement in which they accused the nurse of being an agent for the Turkish Intelligence and has been trading human organs and has also taped fighters and rebels and sent the footages to the Turkish Intelligence, they shot him after reading the statement in the province’s square. Intermittent clashes are ongoing between the YPG and the ISIS, al-Nusra and rebel fighters in western Reef Tal Abiad city.

    da werden sich wohl bald keine Ärzte mehr finden die deren Kämpfer zusammenflicken wollen… andererseits, selbst Schuld. Wenn der Typ sich mit Terroristen einlässt kann das schon mal passieren.

  3. http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_66392974/syrien-assad-armee-erobert-vorort-von-damaskus-zurueck-sorge-um-bevoelkerung.html

    Die Dönerbude jammert das die terroristen nun entgültig vom Nachschub abgeschnitten sein, und weist auf eine interessante Taktik hin: Menschen umbringen und es den Gegnern in die Schuhe schieben. Kennt man ja bereits wenn man nicht die Massaker pünktlich zu den UN-Sitzungen vergessen hat.
    Die Eroberung des Waffenlagers war anscheinend auch nur ein Propoagandafake, die als Beweis veröffentlichten Photos waren Standbilder aus alten Youtubeclips (findet sich alles gerade bei liveleak).
    Anderen Berichten zufolge scheint die Schlacht um Aleppo begonnen zu haben, mal sehen was die folgenden Tage für Nachrichten bringen.

    1. @Bando
      Die Befreiung von Sabinah von den FSA/Kaida-Terrorbanden ist eine exzellente Nachricht, so gut, dass die deutschen und westlichen Medien die Nachricht beinahe alle verschweigen. Bisher hat nur T-Online und die Zeit einen Kurzartikel dazu.

      Die Befreiung von Sabinah bedeutet zweierlei:

      1. Die Armee hat nun im Süden von Damaskus einen durchgehenden Sperrgürtel unter Kontrolle, der von Terroristen kaum noch passiert werden kann, von Teilen von Muadamiah im Westen, über Daraya, Sabinah, Hijira, Ziabiyah, Buweida, Husseiniya, Saida Sainab im südlichen Zentrum, bis hin zu Shebaa, Deir Al Asafir, Marj Al Sultan und Deir Sultan im Osten und dann von dort aus weiter nach Nashabiyah gen Norden erstreckt sich der südliche Sperrgürtel nun.

      2. Die Terroristen nördlich von Sabinah sind umzingelt, vom Waffen- und Munitionsnachschub abgeschnitten und sitzen in der Falle, und zwar konkret in Hajar Aswad, Yalda, Qadam, Tadamon und im Yarmouk Camp.

      Damit zeichnet sich die komplette Befreiung des ganzen südlichen Damaszener Umlandes vom Terrorismus ab, von ganz im Westen bis ganz nach Osten. Das wiederum bedeutet, dass saudische-israelische Pläne, Damaskus von Süden her, also aus Jordanien und Israel kommend, zu erstürmen, gescheitert sind.

  4. The Russians have been quick to exploit U.S. President Barack Obama’s Oct. 9 suspension of hundreds of millions of dollars in U.S. military aid to Egypt.

    Moscow’s military intelligence chief, Lt. Gen. Vyacheslav Kondrashov, reportedly visited Cairo seeking to restore a strategic dialogue between the Kremlin and Cairo after a four-decade break and to discuss Egypt’s military requirements in the event of tougher U.S. action in response to the Egyptian army’s July 3 ouster of the country’s first Islamist president, Mohamed Morsi of the Muslim Brotherhood, and the killing of hundreds of his supporters.

    There’s also been speculation that the Russians, who maintain a limited naval facility at the Syrian port of Tartus may seek to obtain a larger base at an Egyptian port on the Mediterranean, where Putin apparently seeks to establish a permanent Russian naval presence.

    http://infoegypt.com/news.egypt.11.05.2013.52792418c91ef.html

  5. Während die westliche Medienlandschaft weiterhin von Demokratierebellen träumt schleifen die Rebellen inzwischen sogar die Bauwerke früher chritlicher Kultur (das sie die Christen nebenbei umbringen ist nicht erwähnenswert seit man es Assad nicht mehr in die Schuhe schieben kann).
    Glaube kaum das diese Wesen nach dem Krieg wieder friedfertig werden, denke mal dann geht der weltweite Terror erst richtig los.

    http://www.katholisches.info/2013/11/07/ermordete-christen-warum-erhebt-welt-nicht-ihre-stimme-islamisten-pluendern-symeonkloster/

    1. Hoffentlich werden die Saudies denm ganzen Mist den sie in die Welt tragen noch mal am eigenen Leib zu spüren bekommen. Wenn es irgendein Land gibt welches völlig rückständig ist, und nur aufgrund seines Reichtums überall Ärger anzetteln kann (man bedenke das sogar bei 9/11 fast alle Attentäter aus Saudi Arabien stammten) dann dieses Wüstenreich.
      Hoffe denen geht bald das Öl aus, dann dürfte irgendeine Farbenrevolution oder ein saudischer Frühling nicht mehr weit sein.
      Hatte letztens irgendwo gelesen das die Saudies seit Jahren immer die gleiche Ölreserve angeben, scheint dort also irgendwie nachzuwachsen oder die friesieren ihre Ölvorräte.

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