China erhöht wieder das Tempo seines Wirtschaftswachstums

Wie Xinhua bekanntgab, betrug das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal 2013 in China 7,8% im Vergleich zum Vorjahr, nach 7,5% im Quartal zuvor. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Industrieproduktion im Jahresvergleich um 9,6% stieg und die Einzelhandelsumsätze um 12,9% zulegten.

Überraschend ist das nicht zuletzt deshalb, weil vor einigen Tagen gemeldet wurde, dass die chinesischen Exporte, die in den ersten drei Quartalen 2013 insgesamt um 8% zugelegt haben, im September um 0,3% gefallen sind, während die chinesischen Importe im September um 7,4% zugelegt haben. Insgesamt deuten diese Zahlen darauf hin, dass das Vorhaben der chinesischen Regierung, das chinesische Wachstumsmodell von exportgetriebenem Wachstum auf stärker durch inländischen Konsum getriebenes Wachstum umzustellen, weitgehend geglückt ist, und die Regierung nach der zum Zweck der Umstellung erfolgten Drosselung nun mit sanften Maßnahmen das Tempo des Wachstums wieder erhöht.

Ein Problem mit der Finanzierung von Rohstoffkäufen für dieses durch inländischen Konsum getriebene Wachstum scheint für China dabei nicht entstanden zu sein. Wie vor einigen Tagen beiläufig mitgeteilt wurde, stiegen die chinesischen Devisenreserven in den ersten neun Monaten des Jahres 2013 um rund 160 Mrd US-Dollar auf nunmehr etwa 3,66 Billionen US-Dollar. Die Erfolge der chinesischen Wirtschaft sorgen für einen anhaltend hohen Zustrom an Kapital nach China, der in der jüngeren Vergangenheit Marktdruck auf den Reminbi in Richtung Kurssteigerungen ausgeübt hat. Die laufenden Überschüsse, die hohen Devisenreserven und die guten Perspektiven haben dazu geführt, dass die chinesische Zentralbank dem Druck in den letzten Tagen etwas nachgeben konnte, und den chinesischen Renminbi auf Rekordkurse von unter 6,10 Yuan pro US-Dollar steigen lassen hat.

Mit der hohen Nachfrage nach Renminbi geht die Entwicklung einher, dass ein immer größerer Anteil des chinesischen Handels direkt in Renminbi abgewickelt wird. Wie Xinhua soeben mitteilte, wickelte China in den ersten neun Monaten 2013 Außenhandelsgeschäfte im Wert von 515 Mrd US-Dollar direkt in Renminbi ab, was bei einem für die gleiche Zeit festgestellten Außenhandelsvolumen von rund 3060 Mrd US-Dollar einen Anteil von rund 17% ausmacht und gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von über 50% ist. Dadurch kommt die chineische Regierung ihrem Ziel, den chinesischen Renminbi zunächst zu einer breit genutzten Alternative zum US-Dollar als Handelswährung, und ihn später zu einer der führenden Weltreservewährungen, zu machen, mit riesigen Schritten näher.

Insgesamt bedeuten diese Daten aus China, dass die Wirtschaft Chinas sich immer mehr aus eigener Kraft mit enorm hohem Tempo weiterentwickelt, die De-Amerikanisierung der Welt gut vorankommt, und die nunmehr rund 500 Jahre andauernde Epoche von Kolonialismus, Imperialismus und Neokolonialismus, in der die stets kriegslüsternen Räuber der kulturell völlig bankrotten „westlichen Wertegmeinschaft“ die Welt praktisch nach Belieben brutal ausplünderten, damit endlich zu Ende geht. Ob China, das sein an den IWF gemeldetes Bruttoinlandsprodukt systematisch kleinrechnet, um während des Überholvorganges keine von gekränktem Stolz ausgelöste Gegenreaktionen der sich gegenwärtig mit statistischen Maßnahmen wirtschaftlich aufplusternden USA auszulösen, bereits jetzt die größte Volkswirtschaft der Welt ist, wie das etwa Stromverbrauch und Stahlerzeugung nahelegen, oder ob China erst mehr oder minder kurz davorsteht, die größte Volkswirtschaft der Welt zu werden, wie das das Bruttoinlandsprodukt und das Handelsvolumen nahelegen, kann dabei dahingestellt bleiben. Der durch Binnenkonsum getriebene Aufstieg Chinas zur eindeutig größten und stärksten Wirtschaft der Welt kann vom US-Empire und seinen Lakaien jedenfalls nicht mehr verhindert werden. Es nützt den Propagandisten des verkommenen Empires auch überhaupt nichts mehr, dass sie versuchen, die Tatsachen zu leugnen und die chinesische Regierung mit Lügen und Halbwahrheiten zu verunglimpfen.

8 Gedanken zu “China erhöht wieder das Tempo seines Wirtschaftswachstums

  1. http://killerapps.foreignpolicy.com/posts/2013/08/02/spotted_china_is_building_a_second_aircraft_carrier

    Is This China’s Second Aircraft Carrier?

    Ich denke schon.

    The U.S. Navy has a commanding lead over every other military on the open seas. If China can close that gap, even just a bit, it could significantly shake up the global power equation. (India, a longtime single aircraft carrier operator, is also preparing to field multiple aircraft carriers in the near future.)

    Die BRICS müssen all ihre Kräfte bündeln und weitere Flugzeugträger herstellen,nur so wird man mit den USA fertig und erledigt den bösen Traum von einer unipolaren Weltordnung=globale Diktatur.

  2. @007
    Flugzeugträgerverbände sind nur etwas, um zweit- und drittklassige Gegner in vergleichsweise fernen Gegenden unter Druck zu setzen. Um mit der Bedrohung durch Flugzeugträger umzugehen, ist Raketentechnik ein preiswerter asymmetrischer Weg. Stand der Technik sind da etwa die Yakhont-Raketen, vor denen die NATO in Bezug auf einen Überfall Syriens große Angst hat:

    http://en.wikipedia.org/wiki/P-800_Oniks

    Für das Abschießen von Flugzeugträgern auf längere Distanz passen etwa Sunburn oder DF-21D:

    http://en.wikipedia.org/wiki/SS-N-22

    http://en.wikipedia.org/wiki/DF-21D#DF-21D_.28CSS-5_Mod-4.29_Anti-ship_ballistic_missile

    Russland und China verfügen also bereits über Technik, mit der sie solche US-Bedrohungen vergleichsweise presiwert abwehren können. Für die Weiterentwicklung und Anpassung an neue Waffen der NATO braucht es vor allem das, worum es hier in dem Artikel geht: Geld, viel Geld.

    Schwieriger sind noch solche Dinge wie Soft Power und Medienmacht zum Aufwiegeln der Bevölkerung mittels Propaganda. Für diese Dinge braucht es aber das gleiche: Geld, viel Geld.

    Letztlich sind diese militärischen Waffen oder zivil-militärischen Machtfaktoren zu einem sehr großen Teil eine Funktion der Wirtschaftskraft. Ändert sich das Verhältnis der Wirtschaftskraft, dann folgt über kurz oder lang auch der Rest.

    1. China kauft zur Zeit Gold wie verrückt, auch Russland greift zu

      http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/f-william-engdahl/china-der-goldpreis-und-die-gefahr-eines-us-staatsbankrotts.html;jsessionid=124B8F031B7994E536CB36CE25DE301C

      Die kurzfristige Manipulation des Preises für Goldderivate durch JPMorgan und Goldman Sachs sorgt an den Zentralbanken Chinas und Russlands und bei anderen Käufern von physischem Gold für ein Lächeln. Die russische Zentralbank hat ihre Goldreserven seit 2006 um 300 Prozent aufgestockt.

      1. @007
        Gold ist nicht das, wo die Musik wirklich spielt.

        China kauft auch Gold als Wertanlage, das ist richtig. Wenn China, wie Engdahl meint, 3500 Tonnen Gold besitzt, dann entspricht das einem Wert von rund 150 Mrd US-Dollar, also nicht mal 5% der 3700 Mrd US-Dollar schweren chinesischen Devisenreserven.

        Auch die Idee, dass jemand (etwa das PPT) den Goldpreis dauerhaft nach unten manipulieren könnte, wenn jemand anders (etwa die chinesische Zentralbank) Gold in großem Stil kauft, ist Unfug. Das manipulieren nach unten endet da, wo kein Gold mehr geliefert werden kann, weil Gold nunmal physisch in der Menge begrenzt ist. Gold kann Währungsreserven auch nicht ersetzen, weil dafür die physisch existierende Menge von Gold viel zu klein ist. China sagt dazu schlicht, der Goldmarkt sei zu klein, habe nicht das notwendige Volumen.

        Was meiner Meinung nach mit dem Goldpreis los ist, ist, dass da in der jüngsten Vergangenheit der Markt, der relativ klein ist, mit Propaganda und Stimmungsmache massiv nach oben getrieben wurde. Und jetzt kommt da etwas Luft raus. Das Problem mit dem Gold als Wertanlage ist, etwa so wie das früher einmal mit den Tulpen war, dass es für sich – außer als Schmuck – recht wenig Nutzen hat. Platin beispielsweise hat da einen deutlich wichtigeren technischen Nutzen.

        Das, wo die Musik wirklich spielt, ist der Yuan bzw Renminbi, der dem Dollar stückchenweise seine Funktion als Weltreservewährung abnimmt. Durch die Ausgabe der Weltreservewährung US-Dollar erzielen die USA gegenwärtig Seigniorage-Profite (Münzgewinne) in Höhe von rund 500 Mrd US-Dollar jährlich. Zur Größenvorstellung: das ist in etwa soviel, wie das US-Militär jährlich kostet. Übernimmt der chinesische Renminbi die Funktion der Weltreservewährung schrittweise, dann gehen diese Seigniorage-Profite schrittweise an China. Außerdem verlieren die USA durch das Einbüßen der Rolle des Ausgebers der Weltreservewährung massiv an Kreditwürdigkeit, die dann auf China übergeht. Die USA müssen dann auf ihre Verschuldung aufpassen und Kreditoren höhere Zinsen zahlen. Das erhöht den Finanzdruck auf die USA nochmal erheblich. Verliert der Dollar seine Funktion als Weltreservewährung müssen die USA massiv sparen, um nicht pleite zu gehen, ohne Steuererhöhungen reicht da vermutlich nicht mal die vollständige Abschaffung des US-Militärs, um eine Pleite zu verhindern. Der finanzielle Einbruch kann dann, ähnlich wie das seit eingen Jahren in Südeuropa zu sehen ist, in den USA zu kräftigen Aufständen und mächtigen Sezessionsbewegungen führen. Darum geht es. Das ist es, wovor die Herrscher der USA Angst haben. Da spielt die Musik.

        Gold spielt dabei praktisch keine Rolle, außer in der psychologie einiger Menschen, die mit entsprechender Propaganda angefüttert wurden. Der Renminbi als Weltreservewährung wird und kann nicht goldgedeckt sein, weil es erstens unsinnig ist, den Wert der zukünftigen Weltreservewährung an ein nutzloses Minenprodukt zu koppeln, und es zweitens dazu ohnehin viel zu wenig Gold auf der Welt gibt.

        Lass dir von der Propaganda der Goldindustrie nicht den Verstand vernebeln.

        Beste Grüße

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