Janet Yellen für den „Vorsitz der Federal Reserve“ vorgeschlagen

Seit 1987, als Paul A. Volcker abgelöst wurde, wurde die einflussreiche Position des Vorsitzenden der US-amerikanischen „Zentralbank“ Federal Reserve zweimal hintereinander von einer kleinen, rund 2% der Bevölkerung der USA ausmachenden, religiösen Minderheit, nämlich der des Judentums, angehörenden Person besetzt.

Zunächst hatte Alan Greenspan den Posten für fast zwei Jahrzehnte inne, und dann, ab 2006, Ben Bernanke. Dass diese beiden Vorsitzenden besonders erfolgreich waren, lässt sich angesichts dessen, dass Ben Bernanke bisher hauptsächlich über die große Finanzkrise präsidiert, zu der die Federal Reserve unter Alan Greenspan unter anderem mit einer sehr lockeren Geldpolitik maßgeblich beigetragen hat.

Nun steht der Posten wieder zu Besetzung an. Zunächst war spekuliert worden, Barack Obama würde Larry Summers für den Posten vorschlagen. Doch einige Barack Obama ansonsten durchaus gewogene einflussreiche Persönlichkeiten, etwa Cornel West, kritisierten Barack Obama schon lange für seine Nähe zu zur oberen Mittelschicht gehörenden weißen und jüdischen Männern wie Larry Summers. Und Larry Summers machte das rennen auch nicht. Stattdessen hat Barack Obama nun offiziell vorgeschlagen, erstmals eine Frau zur Vorsitzenden der Federal Reserve zu machen: die jüdische Wirtschaftswissenschaftlerin Janet Yellen. Da Janet Yellen eine wenig kontroverse Kompromisskandidatin ist, ist anzunehmen, dass Janet Yellen den Posten auch tatsächlich bekommt.

Damit dürfte die einflussreiche Position des FED-Vorsitzes, nachdem sie nunmehr 26 Jahre lang mit einer zur jüdischen Gemeinschaft gehörenden Person besetzt war, nun also wieder, zum dritten Mal hintereinander, mit einer zur jüdischen Gemeinschaft gehörenden Person besetzt werden. Statistiker mögen ausrechnen, wie klein, wenn man gleiche Chancen annimmt, die Wahrscheinlichkeit ist, dass bei einer Stichprobe von 15 zufällig gezogenen Elementen (Janet Yellen wird die 15. FED-Chefin werden), dreimal hintereinander eine Auswahl aus einer zwei Prozent großen Untermenge (Merkmal: Zugehörigkeit zum Judentum) gezogen wird. Die statistische Chance dürfte deutlich unter eins zu tausend sein.

Das heißt nicht, dass Janet Yellen den Job schlecht machen wird oder sie den Job aufgrund ihrer Religion nicht bekommen sollte, aber mit Zufall ist das schlecht zu erklären. Sozialogen werden nun Einiges zu erklären haben, wie es kommt, dass die Position des FED-Vorsitzenden dreimal hintereinander mit Personen, die zur nur rund 2% der Bevölkerung der USA ausmachenden jüdischen Gemeinschaft gehören, besetzt wurde. Ansonsten werden da demnächst vermutlich sehr üble antisemitische Verschwörungstheorien ins Kraut schießen.

15 Gedanken zu “Janet Yellen für den „Vorsitz der Federal Reserve“ vorgeschlagen

  1. die statistische Chance ist genau:
    1/50 x 1/50 x 1/50 =
    1 : 125.000, also wenn es ganz auf Zufall ankäme,
    würde nur in einem von 125000 Fällen vorkommen

  2. Da kann leider nicht mal Schadenfreude aufkommen, dass das nun stetig immer offener zutage tritt, was andere immer schon geahnt haben wollen, denn es ist ein sehr schlechtes Zeichen. Die Mächtigen basteln sich wieder ihren Allein-Schuldigen.

    Dieses System war und ist schon immer genau so angelegt, dass, wenn es wieder schiefgeht, und das internationle Finanzsystem zerbricht, am Ende wieder mit Fingern auf einen scheinbar Schuldigen gezeigt werden kann, auf den sich die geprellten Massen dann stürzen können, derweil sich die wahren Nutzniesser des Systems wieder unerkannt, und mit reichlich gefüllten Koffern ins Abseits begeben können.

    Wer aus all dem schliesst, und das waren und sind nicht wenige, Juden bestimmten die massgeblichen Dinge dieser Welt, geht genau diesem System letztlich auf den Leim, welches die Millionen echten, meist nichtjüdischen Nutzniesser im Bedarfsfalle vor dem Zorn der Massen schützt.

    ‚Der Jude‘ war und ist stets nur der Knochen, den man den ausgehungerten Hunden vorwirft, um sich in Ruhe mit den fetten Schinkenseiten aus dem Staub zu machen, um hernach einen zukünftigen Neuanfang unter alten Herrschaftsbedingungen zu garantieren.

    1. hmmm, darf ich mal raten?
      Grüner?, Zionist?, OpferderGeschichtschreibung?, BraverSchüler?, oder einfach nur einer dieser ImpertinentenAufreger? oder AufmerksichmachenTypen gar??

    2. @404
      Also, etwa, die wahrhaft mächtigen Personen, vor allem Nicht-Juden, machen nun dreimal hintereinander Personen zum/zur FED-Vorsitzenden, die der jüdischen Gemeinschaft angehören, um nachher mit dem Finger auf Juden zeigen zu können, Anti-Semitismus zu schüren, und dann den Zorn der Massen gegen Juden zu lenken, wenn das imperialistische System platzt? Das finde ich eine interessante Verschwörungstheorie.

      Oben im Artikel ist ein Link auf die zionistische Gazette Ynetnews, daraus geht hervor, dass 25% der 400 reichsten US-Amerikaner Juden sind. Da bleibt dann natürlich noch eine Mehrheit von 75% der 400 reichsten US-Amerikaner, die keine Juden sind. Aber mit 25% unter den 400 reichsten US-Amerikanern sind die Angehörigen der 2% der Bevölkerung ausmachenden jüdischen Gemeinschaft jedenfalls exzellent vertreten.

      Das ist aber noch nicht alles. Es geht auch in die Breite. Dass Menschen, die der jüdischen Gemeinschaft angehören, finanziell in den letzten Jahrzehnten in den USA überaus erfolgreich sind, geht auch aus einer gerade veröffentlichten Studie von Pew hervor, die herausgefunden hat, dass „mehr als ein Viertel aller jüdischen Haushalte ein Einkommen von mindestens $150.000 US hat, mehr als dreimal soviel wie der nationale Durchschnitt.“

      Wenn also die Verschwörungstheorie zutreffend sein sollte, dass Nicht-Juden gezielt Juden Top-Positionen geben, damit im Fall, dass das System knackt, Nicht-Juden mit dem Schüren von Anti-Semitismus den Zorn der Massen auf Juden ablenken, dann würde das bedeuten, dass mächtige Nicht-Juden Juden in der Breite bevorzugen, weil sie sie später mal als Sündenböcke brauchen können.

      Ich denke, das ist zu weit hergeholt. Ich denke, es ist einfach so, dass der jüdischen Gemeinschaft angehörende Personen in den USA gegenwärtig – anders als früher – finanziell – und nicht nur finanziell – außerordentlich erfolgreich sind. Ich glaube, das wurde erfolgreichen Juden nicht von Nicht-Juden geschenkt, um sie später als Sündenböcke zu benutzen, sondern da steckt harte jüdische Arbeit hinter.

      Ich glaube, die Ursachen sind woanders zu suchen, und das nicht nur deshalb, weil die Notation, wenn Juden Erfolg haben, dann haben sie den bestimmt nicht selbst hart erarbeitet, antisemitische Züge trägt. Der Artikel in der Ynetnews meint, Angehörige der jüdischen Gemeinschaft würden eher auf Bildung Wert legen als andere Bevölkerungsteile, und das sei der Schlüssel des jüdischen Reichtums.

      Diese Argumentation halte ich nicht unbedingt für falsch, vermute aber, dass es noch weitere mögliche Erklärungen gibt. Vitamin B oder – anders ausgedrückt – ein besonders enger Zusammenhalt innerhalb der jüdischen Gemeinschaft wäre etwa ein anderes Erklärungsmuster. Ein anderes Erklärungsmuster wäre, dass Juden möglicherweise einigen mächtigen Zionisten, Juden wie Nicht-Juden, deshalb, weil sie Juden sind, als von Hause aus zuverlässige Unterstützer Israels gelten, und sie deshalb möglicherweise in einigen gehobenen Positionen, etwa als Journalist oder Medienmanager, bevorzugt werden. Einige Juden, die bekannt sind für deutliche Kritik an Israel, mussten beispielsweise feststellen, dass Kritik am israelischen Rassismus äußerst karriereschädlich ist.

      Insgesamt ist zu erwarten, dass hinter dem Phänomen, dass Angehörige der jüdischen Gemeinschaft in den USA außerordnetlich erfolgreich sind, eine ganze Reihe von Gründen in unterschiedlichen Gewichtungen stecken.

      Der jüdische Erfolg ist an und für sich ja auch nichts Schlechtes oder Ungerechtes, im Gegenteil, nach Jahrtausenden von übelsten Diskriminierungen und Benachteiligungen von Juden würde ich das eher als so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit sehen.

      Was aus meiner Sicht dabei jedoch sehr problematisch ist, ist, dass die meisten Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft heutzutage der von jeher rassistischen, chauvinistischen und aggressiven Ideologie des Zionismus und des rassistischen Regimes über Palästina anhängen oder von der rassistischen Blut-und-Boden-Ideologie des Zionismus vereinnahmt werden. Jüdische Rabbis in den USA etwa scheinen von Zionisten so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht trauen, Israel für die von Israel begangenen Verbrechen zu kritisieren, obwohl sie die israelischen Verbrechen durchaus erkennen. Noch schlimmer ist, dass die der aggressiven zionistsichen Ideologie anhängenden Personen ständig ganz vorn mit dabei sind, wenn es darum geht, neue, katastrophale Aggressionskriege in Westasien und Nordafrika zu entfesseln. An der Entfesselung des US-Krieges gegen Irak waren Zionisten maßgeblich beteiligt, ebenso an der Zerstörung Libyens, radikale Zionisten sind – wie die Lobbyaktion von AIPAC für die Bombardierung Syriens unmissverständlich klargemacht hat – eine der wichtigsten treibenden Kräfte hinter dem Terrorkrieg gegen Syrien, und Netanjahu hat nun auch noch mal ganz deutlich gemacht, dass radikale Zionisten auch in Bezug auf Iran in Richtung mehr Konflikt steuern wollen.

      Es gibt jüdische Helden, die gegen die rassistischen, chauvinistischen und kriegstreiberischen Zionisten ankämpfen, und dafür nicht selten von ihrer Gemeinschaft ausgestoßen werden – und sich damit ihr Leben ruinieren, aber es sind leider – wie auch bei Nicht-Juden – viel zu wenige, die den Mut haben, sich öffentlich gegen das von Zionisten verübte Unrecht auszusprechen.

      Nein, ich kann keine einfachen schlüssigen Erklärungsmuster bieten. Die Tatsachen zu verschweigen wird das Problem, dass rassistische und chauvinistische Zionisten viel Macht haben, und sie diese Macht dazu benutzen, um führend am Anzetteln reihenweise verheerender Angriffskriege mitzuwirken, aber mit Sicherheit auch nicht lösen.

      1. Für mich ist das weniger Verschwörung, denn eine seit dem Mittelalter gesellschaftlich gelebte und manifestierte Tatsache, die mit dem ‚Sozialrevolutionsumbieger‘ Hitler einen scheinbaren Höhepunkt fand, als dessen nationalsozialistische Bewegung den gemeinsam vorgetragenen antikapitalistischen Gesellschaftskampf der extremen Rechts-Links-Flügel in einen rassisch-völkischen Kampf umleitete, welcher durch das damit fokussierte ‚Judenopfer‘ unzweifelhaft die europäische Grossbourgeoisie rettete und eine systemische Befreiung verhinderte. Es geht um ein seit langem bestehendes gesellschaftliches Muster, um so etwas wie eine anerkannte Handlungsschablone, die immer dann zum Ansatz kommt, wenn die Verhältnisse in ihrer Zuspitzung dies scheinbar erfordern.

        Es geht nicht um die FED, nicht mal um die von Juden seit anbegin der Zinsgeldhandels dominierte Finanzwirtschaft, auch nicht um die in grosser Zahl überproportional vertretenen wohlhabene Juden, oder die Überrepräsentativität in Wirtschaft und Gesellschaft im allgemeinen. Das ist ein seit langem hinlänglich bekannter Zustand, welcher einen nicht mal sorgen müsste, weil diese Tatsache alleine durchaus eben einfach aus der besonderen historischen Situation und gewachsenen Rand-Gruppen-Lage erklärt werden könnte. Solches würde ähnlich auch auf andere ehemalige ‚verdeckte Schmäh-Gruppen‘, wie zB. die der Homosexuellen, zutreffen, die in Teilen des Wirtschafts,- und Gesellschaftslebens weit über ihrem 3-5% Bevölkerungsanteil vertreten sind, und deren statistisches Einkommen als Gruppe ebenso exorbitant ist.

        Was Sorge machen muss ist die wachsende Exponiertheit dieser Zustände, welches mir durchaus gewollt, und als zunehmendes Zeichen einer End.- oder Umbruchphase erscheint. Für mich ist das die ‚verlorene Spielkarte‘ des Kapialismus, die, bei Beginn der Partie stets unter den Tisch fallend, am sicher scheinenden Finale, wie zufällig, wieder ins Spiel findet, um den Ausgang diametral für diesen zu wenden, und ihm einen Neustart sichert.

      2. @404
        Die jüdischen Gemeinschaften befinden sich, zumindest in den USA nicht mehr in einer Randgruppenlage, im Gegenteil, sie sind inzwischen im Zentrum der Macht angekommen, erfolgreicher, einflussreicher und besserverdienender als jede andere gesellschaftliche Gruppe. Eine jüdische Identität öffnet in den USA inzwischen Türen, wie früher ein Adelstitel in Europa. Die jüdischen Gemeinden – zumindest in den USA – sind nicht mehr in der Rolle des David, sondern in der Rolle des Goliath.

        Und bedauerlicherweise verhalten sie sich – in Summe – auch eher wie Goliath. Die jüdischen Gemeinschaften pflegen mehrheitlich die rassistische, chavinistische und aggressive Ideologie des Zionismus, und setzen ihre inzwischen durchaus große Macht ständig in dem Bestreben ein, neue Konflikte zu schüren und Angriffskriege vom Zaun zu brechen.

        Das Zeitalter, in dem jüdische Gemeinschaften sich in einer Randgruppenlage befunden haben, ist, zumindest in den USA, längst vorbei. Genau darum geht es hier ja gerade.

        PS: Was das Umbiegen sozialrevolutionärer Bewegungen angeht, da war die rassistische, chauvinistische und aggressive Bewegung des Zionismus von Anfang an an führender Stelle dabei. Dabei, jüdische Gemeinschaften, die zu den wichtigen Triebkräften der nach Gerechtigkeit strebenden sozialrevolutionären Bewegungen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gehörten, umzupolen auf Nationalismus und Chauvinismus, hat die zionistische Bewegung ganze Arbeit geleistet, und wurde wohl nicht zuletzt auch von der – meist deutlich antisemitischen – Großbourgeosie stark unterstützt. Deshalb wurde die zionistische Bewegung etwa von Rassisten wie Churchill und dem russischen Zar und später auch indirekt – etwa durch das Havaara-Abkommen und das Verbot nicht-zionistischer jüdischer Organisationen – von deutschen Nazis unterstützt. Es gibt da natürlich Unterschiede. Ein Unterschied ist zum Beispiel, dass Churchill, der russische Zar und die Nazis inzwischen glücklicherweise Geschichte sind, die zionistische Bewegung jedoch heute stärker denn je ist, und trotzdem kaum kritische Aufmerksamkeit von links bekommt.

      3. @einparteibuch: “Die jüdischen Gemeinschaften befinden sich, zumindest in den USA nicht mehr in einer Randgruppenlage, im Gegenteil, sie sind inzwischen im Zentrum der Macht“

        Das ist ja der Punkt der uns sorgen muss, und das nicht etwa weil es so ist, sondern, warum dem so ist! Warum schafft es eine gesellschaftliche Randgruppe, vor ca. 100 Jahren langsam sichtbar beginnend, aus einer völkisch wie religiös definierten einmaligen Sonderrolle, derart an die Fleischtöpfe der Macht zu gelangen?

        Beim Betrachtungswinkel scheiden wir uns hier wohl nur in einem wichtigen Punkt, nämlich in der Frage ob der Zionismus selbst bestimmender Urheber oder selbst nur Folge der noch andauernden Enwicklung ist. Für mich ist er in der Hauptsache nur Folge, damit natürlich im ersten Ansatz vernachlässigbar, wenngleich in der späteren Einzelbetrachtung nicht minder kritikwürdig in seinem Anteil an der heutigen Entwicklung. Aus meiner Sicht ist in erster Linie also weniger der Zionismus selbst das Problem, sondern die übergeordneten Strukturen, in welchen er entstehen und bis heute prächtig gedeihen konnte. An diesem, nachfolgegenden Punkt sind wir wieder einig, dass der Zionismus in der Reihe der Nationalbewegungen ein lang erwarteter, und beförderter Gast ist, und seinen, ihm dort freigemachten Platz, heute eingenommen hat.

        Die Erklärung, dass der Zionismus, als national-politische Sammlungsbewegung, die treibende Kraft hinter diesem Aufstieg ist, ist wohl richtig, und damit natürlich als Verschwörungstheorie geadelt, erklärt den Vorgang aber nur teilweise und lässt dabei die wichtigen Gründe, wesshalb die seit langem angestammten Kräfte der elitären Herrschaft eine exorbitante Sondergruppe, noch dazu eine mit derart ambitionierten macht-politischen Bestrebungen, gewähren lassen sollte, aussen vor.

        Dafür kann es nur eine Erklärung geben, welche den anderen Teil dieses Vorganges schlüssig aufdeckt, und dessen Muster in die Anfänge der europäisch-westlichen Zivilisationsgeschichte weisen: Weil die bestehende plutarchische Herrschaft genau die Teile ihrer sichbarsten, und gemeinhin als verachtenswürdig angesehenen, Machtinstrumente abgeben will, welche sie, genau genommen, nie wirklich selbst in verwaltung hatte, um eben diese ihre Macht weiterhin und dauerhaft zu sichern. Da Herrschaft Macht aber nicht abgeben kann, schon gar nicht solch exponierte Teile, ohne sich selbst im Fortbestand zu gefährden, kommt hier der Gruppen-Sonderrolle mit unverwechelbarem Alleinstellungsmerkmal des ‚Macht-Paltzhalters‘ besondere Bedeutung zu, muss als Vorbedinung sogar unbedingt zwingend sein.

        Eine gradezu daseinsbestimmende Symbiose zwischen der herrschenden Macht und einer systembeginnnd angestammten und exklusiven Opfergruppe, welche sich auf ihrem Weg zur möglichen Befreiung aus den auferlegten Rollen-Zwängen scheinbar willig genau in das Joch spannt, und damit zu Tätern macht, welches eben dieses repressive System für sie als einzig lebbar bereithält, da es mit ihm die lang ersehnte Teilhabe an Macht, und damit Sicherheit verknüpft, aber dessen Bedeutung im Ende nicht nur eminent Systemtragend, sondern, vor allem in seiner Exponiertheit, schon seit Anbeginn der Zinsgeldwirtschaft, vornehmstes Ziel für existenzielle Haftbarmachungen war und ist.

        Der einen Pogrom auslösende, als allzu aufdringlich empfundener Gläubiger seiner Herrschaft aus der Stadt gejagte ‚Wucherer‘, war nicht nur überbordendes Phantasiethema von NS-UFA-Film-Schinken, sondern auch Realität, wenngleich heute bewusst als profaner, eher zeitgeschichtlicher Antisemitismus abgetan und als ‚überwunden‘ verharmlost, und nicht als das dargestellt was es war und ist, nämlich als systemisch bedingt und gewollt, und damit letztlich stets wiederholungsfähig. Somit herrscht für mich in diesem Punkt absolute Klarheit, dass die Machteliten niemals auch nur im Traum daran dächten Gruppen ausserhalb ihrer eigenen Machtzirkel derart freiwillig an ihrer Macht teilhaben zu lassen, ohne sich dabei nicht eben genau der Machtmittel sicher zu sein, welche hier im Ansatz angedeutet wurden, und deren sie sich vom Anbeginn haben sicher sein können. Ich hoffe es bestehen keine Zweifel an der alleshinfortreissenden, über Generationen und Jahrhunderte hinweg bis heute überall gepflegten, im irrationalen beheimateten Kraft gegen das ‚Andersartige‘, und der Möglichkeiten diese auch heute noch gezielt zu lenken und politisch zu missbrauchen.

        Was also beudeutet somit jüdische Macht, über welcher schon von Anbeginn das Damokles-Schwert der völkischen Vernichtung schwebt, und um wie viel mehr Macht haben die alten Fiedler im Hintergrund, welche es sich kaum nehmen lassen ab und an schon mal ihren quietschenden Bogen vernehmbar am überspannten Rosshaar zu stimmen?

      4. @404
        „Dafür kann es nur eine Erklärung geben, welche den anderen Teil dieses Vorganges schlüssig aufdeckt, und dessen Muster in die Anfänge der europäisch-westlichen Zivilisationsgeschichte weisen: Weil die bestehende plutarchische Herrschaft genau die Teile ihrer sichbarsten, und gemeinhin als verachtenswürdig angesehenen, Machtinstrumente abgeben will…“

        Siehe dazu meine erste Antwort in unserem Dialog: das ist eine Verschwörungstheorie, und, das unterestellen, Juden könnten nicht von sich aus erfolgreich sein und sich Erfolg erkämpft haben, sondern, wenn Juden Erfolg haben, dann wäre ihnen das von irgendeiner höheren Macht zu finsteren Zwecken „gestattet“ worden“ – hat obendrein eine antisemitische Notation.

        Es gibt bestimmt eine ganze Reihe unterschiedlicher Erklärungen, was den Aufstieg der jüdischen Gemeinschaften in den USA angeht. Und es gibt auch eine ganze Reihe unterschiedlicher Erklärungen, warum Herrschaftsstrukturen und -kreise sich im Laufe der Jahrhunderte ändern.

        Nur ein Beispiel dazu: über viele Jahrhunderte hinweg waren in Mitteleuropa Adel und Kirche in weiten Teilen tonangebend, das heißt mächtig. Diese Schichten waren – über die Jahrhunderte betrachtet – zwar durchaus durchlässig insofern, dass neue Personen in die Kreise aufgenommen wurden, aber fest darin, dass immer die gleichen Kreise, Adel und Kirche tonangebend waren.

        Nachfolgend seien exemplarisch drei bis heute nachwirkende Ereignisse genannt, womit dieses System durchbrochen wurde:

        – amerikanische (und französische) „Revolution“ (Kirche und Adel wurden entmachtet, Geld wurde primäres Herrschaftsinstrument)
        – industrielle „Revolution“ (Industriekapitäne und Kolonialisten gewannen gegenüber Großgrundbesitzern – meist adelig – an Macht)
        – russische „Revolution“ (ein Konkurrenzsystem zum Herrschaftssystem von Adel, Kirche und Industrie entstand)

        Nun, eine Theorie, wie es kommt, dass jüdische Gemeinschaften in den USA in den letzten Jahrzehnten so weit aufgestiegen sind: sie haben diese veränderten Bedingungen zu nutzen verstanden, ihnen wurde dabei nichts geschenkt, um Sündenböcke spielen zu dürfen.

        Tatsächlich waren es im europäisch-amerikanischen Wirtschaftssystem ja auch längst nicht nur Juden, die in den letzten 100 oder 200 Jahren durch diese veränderten Bedingungen aufsteigen konnten. Leute wie Cecil Rhodes und Henry Ford zum Beispiel sind auch mächtig aufgestiegen.

        Und wo wir bei Cecil Rhodes sind, auch die lange von Briten unterdrückten Buren in Südafrika und ihre Kumpels in Europa, die mit ihnen verbunden waren, sind nach ihrem erfolgreichen Kampf gegen die britische Unterdrückung mächtig aufgestiegen. Und da ergibt sich vielleicht eine interessante Parallele. Auch die Buren und ihre europäischen Freunde haben es über Jahrzehnte hinweg nicht erkennen wollen, dass sie nach ihrem erfolgreichen Aufstieg selbst vom David zum Goliath geworden waren. Ihr Selbstverständnis war das von gerechten Widerstandskämpfern gegen die britische Übermacht, aber ihr Verhalten das von übermächtigen, arroganten und unmoralischen Unterdrückern gegen die eingeborene schwarze Mehrheitsbevölkerung.

    3. @404

      Du schreibst: „Für mich ist das die ‘verlorene Spielkarte’ des Kapitalismus, die, bei Beginn der Partie stets unter den Tisch fallend, am sicher scheinenden Finale, wie zufällig, wieder ins Spiel findet, um den Ausgang diametral für diesen zu wenden, und ihm einen Neustart sichert.“

      Im großen und ganzen möchte ich Dir zustimmen! In der Tiefe geht es hier um das verzweifelte Bemühen, die global-kapitalistische Warengesellschaft(en) am Leben zu erhalten. Aber einen Neustart sehe ich da nicht mehr, sondern ein stetiges Zunehmen anarchischer Zustände im weitesten Sinne und global, geschuldet dem verzweifelten und äußerst gewalttätigen Bemühen, im Sinne des kulminierenden Grundwiderspruchs in kapitalistischer Fetischmanier bzw. Marktmanier weiterzumachen. Die terroristischen Söldnerarmeen, die in Syrien einfallen, stellen z. B. in diesem Zusammenhang ein beredtes Zeugnis dar.

      Auch ich halte deshalb die Kritik an Israel, an dem jüdischen Einfluß, für zu einseitig und letztlich nur sekundär, so berechtigt die Kritik in Teilen auch sein mag. Ich sehe ganz im Sinne von Marx und heutzutage Robert Kurz keinerlei Lösungen innerhalb der kapitalistischen, global vollzogenen waren-gesellschaftlichen Verhältnisse! Die Menschen müssen über die Schuldzuweisungen, die letztlich vor allem immer nur Einzelphänomene innerhalb der sich zersetzenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung betreffen, hinauskommen.

  3. … kann icht nicht soviel essen wie ich kotzen muss!

    Ich kann nur zum Sturm auf die Öffentlich-rechtlichen Forum raten. Sichert eure Kommentare welche ewig auf Freischaltung warten und auch die welche von den dortigen Zensoren erst nach der Veröfentlichung gelöscht werden.
    Bloggert den dortigen machtmissbräuchlichen Skandal von Zensur …

  4. sry about Themenverfehlung, aber bitte unbedingt anschauen (Englisch), der neueste Standard was 9/11 Infos angeht:
    ‚September 11 – The New Pearl Harbour‘ 5-stündige Doku (youtube) besser als alles bisher

  5. Anschließend an einen besonderem Dank für den fein bis ins Einzelne abgestuften Kommentar von „einparteibuch“ vom 10.10.2013 um 07:41 auch von mir noch kurz ein OT: Während vorgebliche Verfechter der Presse- und Informationsfreiheit durch ständiges betonen von Selbstverständlichkeiten wie der Presse- und Informationsfreiheit zunehmend sich selbst in Verdacht bringen, den Begriff Pressefreiheit ausschließlich für das Verbreiten ihrer eigenen Meinung zu verwenden und gleichzeitig mit fadenscheinigen Begründungen und indem z. B. die IP-Adressen von Besuchern bestimmter Informationsquellen nach dem einmaligen Aufruf einer Internetseite durch zwischengeschaltete Technologie gesperrt werden, um so zu versuchen der Internationalen Gemeinschaft die Informationsfreiheit zu nehmen, dem geltenden Rechtsgrundsatz „audiatur et altera pars“ („man höre auch die andere Seite“) folgend, stets beide Seiten eines Konflikts zu hören, nachfolgend ein kleiner Beitrag zur Wiederherstellung eines möglicherweise über Krieg und Frieden mitentscheidenden Teils der Presse- und Informationsfreiheit, ohne gegen die Presse- und Informationsfreiheit gerichtete IP-Sperren:

    http://213.178.225.235/index_eng.html

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