Zahran Alloush zuhören und das Wesen der „moderaten bewaffneten Opposition“ in Syrien erkennen

Der Name Zahran Alloush tauchte im Parteibuch erstmals im August 2012 auf, wo er von einer gefangen genommenen Terroristin namens Sabah Othman beschuldigt wurde, Anführer einer im Raum Duma/Harasta und Umgebung nordöstlich von Damaskus operierenden Terroristenbande zu sein, die da reihenweise von ihnen entführten Menschen die Kehlen durchgeschnitten hat und gleichzeitig die syrische Armee ihrer eigenen Verbrechen beschuldigt hat. Innerhalb des letzten Jahres hat Zahran Alloush es zu einiger Prominenz gebracht.

Die von Zahran Alloush angeführte Terroristenbande ist unter dem Namen „Islam-Brigade“ bekannt geworden und gilt inzwischen als die mit Abstand stärkste der im Raum Damaskus operierenden Terrorbanden. Wikipedia listet Zahran Alloush als Sprecher der „Syrischen Islamischen Befreiungsfront“ auf, in der sich wesentliche zum Einflussbereich des SMC gehörende Banden vereinigt hatten, darunter die zur FSA gehördenen Halsabschneider und Menschenfresser der Homser Farouk-Bande, die für den Einsatz von Gefangenen als unwissentliche Selbstmordattentäter bekannte FSA-Gruppe Sham-Falken mit Schwerpunkt in der Provinz Idlib und die dem türkischen Geheimdienst sehr nahestehende FSA-Räuberbande „Tawheed-Brigade“ aus der Provinz Aleppo. Im Unterschied zur Syrischen Islamischen Front, die von der Al-Kaida-Schwesterorganisation Ahrar Al Sham angeführt wird, und den Gruppen „Nusra Front“ und „Islamischer Staat in Irak und in der Levante“ (kurz ISIL oder ISIS), die sich offen zur Mitgliedschaft im internationalen Terrornetzwerk Al Kaida und zur Gefolgschaft von Al-Kaida-Führer Ayman Al Zawahiri bekennen, gilt die „Syrische Islamische Befreiungsfront“ den USA und anderen westlichen Staaten als „gemäßigte Opposition.“ Es ist sogar mehr: die „Syrische Islamische Befreiungsfront“ ist die gemäßigte bewaffnete Opposition. Wenn westliche Politiker und Medien von der gemäßigten syrischen Opposition und FSA-Kräften sprechen, die Erfolge oder Rückschläge im Kampf erzielt und unterstützt werden muss, dann sind damit im Wesentlichen die Banden der „Syrischen Islamischen Befreiungsfront“ gemeint. Zahran Alloush selbst ist, genau wie andere Anführer der zur „Syrischen Islamischen Befreiungsfront“ zusammengeschlossenen FSA-Banden, Gründungsmitglied des von den USA als „moderate bewaffnete Opposition“ in Syrien unterstützten „Supreme Military Councils“ (SMC) der FSA, dessen der westlichen Öffentlichkeit präsentiertes Aushängeschild Salim Idriss ist, und innerhalb des SMC ist Zahran Alloush erster Verantwortlicher für den strategisch entscheidenden Großraum Damaskus. Es lässt sich also mit Fug und Recht behaupten, dass Zahran Alloush einer der wichtigsten Anführer der vom Westen unterstützten sogenannten „moderaten bewaffneten Opposition“ in Syrien ist, wenn nicht gar der Wichtigste davon.

Zu den bekanntetsten Taten, deren sich Zahran Alloushs FSA-Islam-Brigade rühmt, zählt der Bombenanschlag, bei dem am 18. Juli 2012, einen Tag, nachdem die FSA-Führung den von der UNO vermittelten Waffenstillstand und damit den Weg der Genfer Konferenz zur friedlichen Lösung des politischen Konfliktes in Syrien mit dem Ausrufen der bis zum vollständigen militärischen Sieg über die syrische Armee geplanten Offensive „Vulkan in Damaskus – Erdbeben in Syrien“ vollständig verlassen hat, der syrische Verteidigungsminister getötet und weitere ranghohe Persönlichkeiten in Syrien verletzt wurden.

Die Islam Brigade ist offenbar auch in die Kriegsführung der „Rebellen“ mit Chemiewaffen eingebunden. Am 23. Mai 2013 wurden mehrere Al Kaida und Alloushs Islam Brigade nahestehende Terroristen in der türkischen Stadt Adana bei dem Versuch verhaftet, sich tonnenweise Chemikalien für die Produktion des Nervengiftes Sarin zu verschaffen. Erste Berichte von der Verhaftung legten nahe, dass bei der Razzia der türkischen Polizei auch bereits einige Kilo fertig produziertes Sarin beschlagnahmt wurde. Später hieß es dann jedoch von Seiten der türkischen Regierung, die beschlagnahmten Chemikalien hätten sich in einer Analyse als harmlos herausgestellt, und angeklagt wurden die Verhafteten schließlich lediglich wegen des Versuches, sich Basisstoffe für die Herstellung von Sarin zu verschaffen. An der freundschaftlichen Beziehung der türkischen Regierung zu Liwa Al Islam und Zahran Alloush änderte das Streben von Liwa Al Islam nach Chemiewaffen freilich nichts. Schon zwei Tage nach der Verhaftung seiner Kameraden in Adana trat Zahran Alloush in der türkischen Stadt Istanbul als Redner bei einer Demonstration von Exil-Syrern öffentlich – und selbstverständlich nicht von der Polizei gestört – auf, und ebenso hielt Zahran Alloush am selben Tage in Istanbul eine Pressekonferenz ab, zu der zahlreiche TV-Stationen geladen waren. Es spricht viel dafür, dass es der Zahran Alloushs Islam Brigade zwischenzeitlich gelungen ist, sich in den Besitz von Chemiewaffen zu bringen, und der Chemiewaffeneinsatz, bei dem am 21. August 2013 im von der Islam Brigade kontrollierten Gebiet von Ost-Ghouta eine Anzahl von Zivilisten getötet wurde, von der Islam Brigade selbst verbrochen wurde, und zum Ziel hatte, der syrischen Regierung die Schuld in die Schuhe zu schieben und die USA so mit dem gezielten Überschreiten der von Barack Obama formulierten „roten Linie“ dazu zu bewegen, die syrische Armee zu bombardieren.

Nachdem der Chemiewaffeneinsatz vom 21. August 2013 trotz intensiver israelischen und saudischen Bemühungen nicht zu der von SNC- und FSA-Führung verlangten Bombardierung Syriens durch das US-Militär geführt hat, erklärten Alloushs Islam-Brigaden am 24. September 2013 in einer hochoffiziellen Erklärung, unterschrieben von einem Mitglied der Familie Alloush, gemeinsam unter Anderem mit den Führern der zur „Syrischen Islamischen Befreiungsfront“ gehörenden FSA-Brigaden Tawheed und Sham-Falken sowie der Al-Kaida-Schwesterorganisation Ahrar Al Sham, dass sie sich der Al Kaida Gruppe Nusra Front im Kampf um einen islamischen Staat anschließen, dessen einzige Quelle der Gesetzgebung die Sharia ist, und dass sie eine Vertretung ihrer Interessen durch den vom Westen als Vertretung Syriens „anerkannten“ SNC und jegliche andere Exilgruppe nicht mehr anerkennen. Wenige Tage danach ließ Zahran Alloush sich zum Führer einer rund vier Dutzend salafistischen Terrorgruppen im Raum Damaskus umfassenden Organisation ausrufen, die sich Armee der Islam nennt, aber, angeblich auf saudische Einflussnahme zurückgehend, keine Gruppen enthält, die dafür bekannt sind, dass sie sich offiziell zur Gefolgschaft von Al Kaida und Ayman Al Zawahiri bekennen. Da der Vater von Zahran Alloush, ein Prediger namens Abdullah Muhammad Alloush, seit langer Zeit in Saudi Arabien lebt und angeblich dem saudischen Geheimdienst nahesteht, verwundert es wenig, dass allgemein davon ausgegangen wird, dass der saudische Geheimdienst auch hinter Zahran Alloush und seiner „Armee des Islam“ steht.

Die sogenannte „moderate syrische Opposition“ unter Führung von Zahran Alloush tritt nun also im Gewand einer – angeblich – gegen Al Kaida gerichteten salafistischen „Armee des Islam“ auf. Eretz Zen hat nun mal einige der Worte ins Englische übersetzt, die ihr Führer Zahran Alloush bei seinen öffentlichen Ansprachen so von sich gibt.

Hier ist eine daraus vom Parteibuch gefertigte Übersetzung der Worte von Zahran Alloush ins Deutsche:

(29. September 2013) Die Führer und Vertreter der Bataillone und Formationen, die dieser Armee beigetreten sind, erklären ihre Gefolgschaft zum Sheikh Muhammed Zahran ibn Abdallah Alloush als den Führer dieser Armee. … (Von Juli 2013) Die Magi (Perser) von den Rafaditen (Schiiten) und die Nusayrer (Alawiten) umzingeln Ghouta. Sie behaupten das zu tun, um einen Staat ähnlich dem der Söhne der Umayyaden (Umayyaden-Kalifat) zu verhindern. Ich bringe euch gute Nachrichten, ihr unsauberen Rafaditen (Schiiten), dass genau wie die Söhne der Umayyaden eure Köpfe in der Vergangenheit zerschmetterten, wird das Volk von Ghouta und der Levante eure Köpfe bald zerschmettern. Sie werden euch das Böse der Folter in dieser Welt schmecken lassen, bevor Gott es euch schmecken lassen wird am Tag der Wiederauferstehung. Ihr unsauberen Rafaditen (Schiiten), ihr sollt bekommen, womit ihr niemals gerechnet habt, von der Macht, die die Mujahedeen des Islam genießen, in der Levante, bis sie Euch das Böse der Folter schmecken lassen werden. Sie (die syrische Regierung und ihre Anhänger und Partner) wollen keinen Staat, der dem der Umayyaden ähnelt, weil der Staat der Umayyaden dem Glanz der antiken Magi (Perser) ein Ende gesetzt hat, weil der Staat der Umayyaden ihre Köpfe zerschmettert hat, weil der Staat der Umayyaden Wahrheit, Gerechtigkeit und Monotheismus durchgesetzt hat. Ja, wir beziehen unseren Stolz aus dem Staat der Umayyaden, dessen Hauptstadt Damaskus war. Oh, Mujahedeen, begehrt auf und kommt, um den Sieg euren Brüdern zu geben. Wir, im Bataillon des Islam, heißen Mujahedeen aus aller Welt willkommen, so dass sie Agenten zu unserer Hilfe und unserem Sieg sein können, sodass sie mit uns als Einheit kämpfen können, in den Rängen der Sunnah, der Sunnah des Propheten von Gott (Friede sei mit ihm), diejenigen, der die Flagge des Monotheismus hochhalten, die die Magi (Perser) bis zur Erniedrigung und Zerstörung schlagen, diese Feinde von Gott, und bis wir die Levante säubern von ihner Scheußlichkeit und ihrer Schlechtigkeit. Begehrt auf und kommt, um euren Brüdern den Sieg zu geben, oh Gläubige! Für das Paradies, das Euch erwartet! Und Gott, möge er gesegnet und gelobt sein, wird Euch für eure Taten niemals im Stich lassen!

So spricht er, Zahran Alloush, der wichtigste Anführer der von der „westlichen Wertegemeinschaft“ unterstützten moderaten „Opposition“ in Syrien. Er will die Köpfe von Andersgläubigen zerschmettern, um eine mittelalterliche islamische Diktatur zu errichten, er ruft zu grausamer Folter und Ermordung von Gefangenen und Andersgläubigen auf, und er bittet extremistische Gesinnungsgenossen aus aller Welt, zum Jihad nach Syrien zu kommen, um ihm dabei zu helfen. Seine Ansichten unterscheiden sich in nichts außer durch den Namen von denen der Terrorgruppe Al Kaida. Überraschend kommt das freilich nicht, denn bereits seit dem Jahr 2011 verbreiten saudische TV-Sender und andere der sogenannten bewaffneten „Opposition“ nahestehende TV-Sender am laufenden Band ähnliche extremistische Hasstiraden zur Anstachelung von Gewalt in Syrien.

8 Gedanken zu “Zahran Alloush zuhören und das Wesen der „moderaten bewaffneten Opposition“ in Syrien erkennen

  1. Der Zionismus will den Sturz von Assad und dazu ist jedes Mittel recht,sogar ein Bündnis mit dem Teufel.Jeder nützliche Idiot ist hier recht,-hier die Islamisten-,um das Werk zu vollenden.Diese Herrschaften Terroristen sind zwar Hurensöhne,aber es sind ihre Hurensöhne,gut gehegt und gepflegt von der CIA, den Saudis und Katar.
    Also kurz: Hurensöhne benutzen andere Hurensöhne um ihre geopolitischen Ziele zu erreichen.Die Dümmeren von beiden Gruppen glauben dabei für ihre eigene Sache zu kämpfen,während sie doch nur das Geschäft für die anderen erledigen.

  2. Die Tasche ist geschlossene! Du schriebst vor einiger Zeit dazu. Syrper schreibt heute: Verbindung Idleb und Aleppo ist hergestellt! Hurra!

    1. Bedauerlicherweise scheint das nicht so zu sein.

      Was im August geschehen ist, ist, dass Terroristen es geschafft haben, den nordöstlichen Arm der Tasche zu erobern – die Straße von Khanasser nach Aleppo einschließlich der daran liegenden Ortschaften – und nun hat die Armee diesen Arm der Tasche wiederhergestellt – also die Verbindung von Khanasser nach Aleppo

      http://www.presstv.ir/detail/2013/10/07/328067/syria-army-reopens-key-road-in-aleppo/

      Insgesamt hat der Angriff der Terroristen auf den Arm der Tasche unzählige Tote verursacht, und zwei Monate Verzögerung mit sich gebracht bei den weiteren Bemühungen, die Tasche zu schließen.

      Jetzt ist die Situation wieder so wie sie im Artikel „Zwei Taschen“ hier beschrieben wurde.

  3. NOCH MAL ZUR „TASCHE“: Das mit Khannasser habe ich natürlich auch schon gelesen. Das, was ich meinte ist jedoch:

    „Saraaqeb is famous for its ice cream factories. That’s about it. But, this time, it’s going to be remembered for one of the most important victories in the 21st Century conflict in Syria. Yesterday, the SAA, militia, NDF and SAAF confronted a large concentration of rodents allied to Obama and his Saudi ape allies and exterminated them. This victory has now opened the entire route between Idlib and Aleppo, essentially permitting unrestricted supply to Syria’s largest city and industrial capital.“
    http://www.syrianperspective.com/2013/10/first-post-october-7-2013-idlib-scene.html

    So selbst wenn die Terroristen diese Verbindunge wieder unterbrechen werden – wie bei Khanasser – ist jetzt die SAA darauf „gepolt“, diese Verbindung erneut und dauerhaft freizukämpfen (wie bei Khanasser).

    1. Ich vermute, da hat Syrian Perspektive zwei Sachen fehlerhaft vermischt:

      1. Die syrische Armee kämpft in Saraqib
      2. Die Straße von Khanasser nach Aleppo wurde freigekämpft

      Wäre auch die Straße von Ariha über Sarakib nach Aleppo frei, wäre das eine riesige Nachricht, denn damit wäre dann die Tasche geschlossen und Aleppo doppelt an die anderen Gebiete angebunden. Soweit ist es aber wohl noch nicht, sonst hätte man davon sicher auch woanders schon etwas gehört. Soweit ich weiß, ist auf jeden Fall die Autobahn ausgehend von Aleppo Richtung Saraqib noch unpassierbar. Was nicht ist, kann aber natürlich noch werden, und ich vermute, es wird auch bald werden.

      Gegenwärtig liegen die Schwerpunkte des Anti-Terror-Kampfes der Armee aber wohl in der Umgebung von Damaskus und in Daraa. In Idlib hingegen ist es erstaunlich ruhig geworden, möglicherweise macht die Armee da Deals mit lokalen Kräften, möglicherweise liegt das aber auch daran, dass es für Terroristen immer schwieriger wird, unentdeckt Nachschub in die Tasche Idlib zu bringen, weil die Öffnung immer kleiner wird.

  4. Höchste Zeit das Kind bei seinem richtigen Namen zu nenne, nämlich Pax Romana, Pax Catholica, Pax Americana. Denn: es handelt sich hier um einen sich christlich nennenden US-Präsidenten eines zum christlichen Westen gehörenden Staates, der mit Hilfe fanatisierter Mörderbanden und korrupter Öl-Scheichs reihenweise Christen abschlachten lässt, um die Kontrolle über ein Land zu gewinnen, nämlich Syrien, in dem von Beginn an Christen, Juden und Muslime friedlich miteinander lebten. Eine grössere Sündhaftigkeit und Heuchelei ist wohl kaum vorstellbar. UND WO ABER BLEIBT NUN DIE VERURTEILUNG UND KRITIK DES NEUEN JESUITEN-PAPSTES – nicht zuletzt auch der zionistischen Kriegstreiber? Oder sitzt nun mit ihm auf dem Stuhl Petri gar ein zweiter Obama, gleichfalls gesteuert von eben diesen Zionisten? Siehe: B’nai B’rith „Gedenkliturgie“ in Kathedrale von Buenos Aires mit Kardinal Bergoglio: http://katholisches.info/2013/03/22/bnai-brith-gedenkliturgie-in-kathedrale-von-buenos-aires-mit-kardinal-bergoglio/

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