Nichts gelernt

Im Käseblattchen „Süddeutsche Zeitung“ lässt sich Günter Grass mit den Sätzen „Es gab in der Geschichte der sozialdemokratischen Partei keinen schmierigeren Verrat, wie den von Oskar Lafontaine an seinen Genossen“ und „Gleichzeitig alle Ämter niederzulegen, eine Wende um 180 Grad zu inszenieren, die eigene Partei in der Bild-Zeitung anzugreifen, dazu gehört eine Charakterlosigkeit ohnegleichen“ zitieren.

Fahnenflucht hat er begangen, der charakterlose schmierige Verräter Lafontaine, und das nur 13 Tage vor dem Beginn des Balkanfeldzuges der deutschen Armee unter dem Oberkommando der Nord-Atlantischen Terror-Organisation NATO. Dabei gilt es im Krieg doch zusammenzustehen, durch dick ud dünn und sei es bis zum bitteren Ende. Doch der Verräter Lafontaine hat die eigenen Kameraden mitten in der Schlacht im Stich gelassen, und schlimmer noch, dann ist er ihnen auch noch an der Heimatfront mit wehrkraftzersetzender Agitation in den Rücken gefallen.

Seit dem Balkanfeldzug 1999 ist die deutsche Armee mit der NATO weiter nach Osten gekommen, als es eine deutsche Armee je zuvor war, ja, sogar Lebensraum am Hindukusch hat sie erobert, also da, wo die Landesgrenze liegt, an der das Deutschland der SPD im 21. Jahrhundert verteidigt wird. Kurz darauf haben Kerntruppen der NATO-Staaten die Ölquellen des irakischen Arabien besetzt, im Kaukasus haben dann die von der NATO aufgestellten verbündeten Truppen der Georgier dem Russen mit größtem Heldenmut da richtig kräftig eingeschenkt, wo der Führer nur von träumen konnte, mit dem Afrikafeldzug in Libyen hat das in Stuttgart beheimatete Afrikakorps der US-deutschen NATO-Armee das vollbracht, woran der deutsche Wüstenfuchs Rommel seinerzeit noch gescheitert war, und nun unterstützt die deutsche Armee den NATO-Verbündeten Türkei mit Patriot-Raketen erfolgversprechend dabei, den widerspenstigen Syrern mit einem Partisanenkrieg zu zeigen, wo der Hammer hängt. Doch was machen der charakterlose schmierige Verräter Lafontaine und seine fahnenflüchtige Linkspartei? Sie fallen der deutschen Armee und den NATO-Kameraden mit Dolchstößen wie Forderungen nach Abschaffung und Auflösung der NATO in den Rücken. Bis heute bekennen sie sich nicht zur NATO, da ist keine Ehre und Treue zu sehen, und das mitten im Krieg! Wenn das der Führer wüsste!

Das ist, nur leicht überspitzt formuliert, der moralisch-ethische Kern der Vorwürfe, die Günter Grass Oskar Lafontaine macht. In der Süddeutschen Zeitung klingt das freilich etwas vornehmer:

Gegen Koalitionsgespräche mit der Linken sei nichts einzuwenden, sagte Grass. Vor einer Koalition müssten aber „ganz entscheidende Dinge geschehen“. Die Forderung der Linken, Deutschland solle die Nato verlassen, „gehe natürlich so einfach nicht“. Richtig sei aber, dass die Nato reformiert werden müsse.

Darum geht’s. Günter Grass fordert von der Linken, sich hinter den weltweiten NATO-Terror zu stellen, um mit der SPD koalieren zu dürfen. Die NATO soll als alternativlos verkauft und die Abkehr von der NATO und ihre weltweiten Angriffskriege soll als charakterloser schmieriger Verrat gebrandmarkt werden. Bei seiner Forderung nach einer „Reform“ der NATO verliert Günter Grass wohl nicht ganz zufällig kein Wort darüber, dass die NATO ein weltweit agierendes Angriffskriegsbündnis ist, das nur als Verteidigungsbündnis eine Existenzberechtigung haben könnte.

Dabei gab es mal eine Zeit, da hat Günter Grass in seinen Büchern den Eindruck erweckt, sich gegen skrupellose und massenmörderische Angriffskriege zu stellen, sei kein charakterloser Verrat, sondern eine Gewissensentscheidung, die von Charakter zeugt. Doch wie sich jetzt zeigt, scheint das bei Günter Grass nur für die verbrecherischen Feldzüge der Wehrmacht zu gelten. Sitzt der Führer verbrecherischer Eroberungskriege nicht in Berlin, sondern in Washington, dann ist die Verweigerung daran für Günter Grass offenbar wieder ein charakterloser schmieriger Verrat, ganz so wie die Mitglieder der Waffen-SS seinerzeit diejenigen Deutschen gesehen haben, die den Führer im Stich gelassen haben.

Günter Grass hat seit der Zeit, wo er als 17-jähriger in der Waffen-SS diente, offensichtlich überhaupt nichts gelernt.

5 Gedanken zu “Nichts gelernt

  1. ein witz – eine partei wie die spd, die ihre eigene wählerschaft immer wieder verkauft und verraten hat, als opfer böser linker intriganten hinzustellen. dazu bedarf es schon eines grass. die spd-spitzen erzählen zwar gleichen unsinn, haben aber als enttarnte notorische lügner ein grösseres glaubwürdigkeitsproblem als ein preisgekrönter uraltschreiberling.

  2. Hallo, inhaltliche Zustimmung in der Grass-Frage.

    Nur: was soll Ihre Polemik gegen die Süddeutsche, die Sie meinen, als „Käseblattchen“ abwerten zu sollen?

    Gruß, D7

  3. Als Autor von absoluten Schrottbüchern muß man natürlich teuer Diener derer sein, die diese Schrottbücher und den Autor hoch loben in ihren Medien (z.B.SPD:WAZ-Gruppe, heute wohl FUNKE) und für Literaturpreise sorgen.

    Lafontaine hat sich sicher zurückgehalten in seiner Kritik an der Partei, sonst wäre nämlich Schröder und Scharping wegen Planung eines Angriffskriegs (gegen Jugoslawien) für mindestens zehn Jahre ins Gefängnis gekommen. Die Hauptplaner waren allerdings – neben den USA natürlich – Kohl/Genscher/Kinkel die bereits vorher die finanzielle Not, Unzufriedenheit, Propaganda, Bürgerkriege, Aufstände, angeblich „demokratische Opposition“ finanzierte, die im Falle Kosovo die Drogen-Mafia war, die nur deshalb eine „natürliche“ Abneigung und Konflikte mit der Polizei hatte – aber in der BND Niederlassung in Tirana seit Geiger 1996 zu Unabhängigkeitskämpferorganisation umgebaut bzw. aufgebaut wurden.

    Diese leisten dem US-Absatz der Afghanistan-Drogen nun gute Dienste, da mit Drogenboss Hashim Thaci als Präsident dieses 2 Millionenstates das Opium nun im Diplomatengepäck weltweit verschickt werden kann.
    Die USA und NATO zeigt der Welt was morderner Imperialismus ist

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