Niederlage von Al-Kaida löst bei türkischer Regierung Besorgnis aus

Im Unterschied zu den Kämpfen gegen die Terrorbanden der FSA, die Al-Kaida in Syrien in den letzten Wochen sämtlich gewonnen hat, haben Al-Kaida und andere dem Kommando von Al-Kaida unterstehende Terroristen in der Provinz Hasaka den Kampf um die syrische Grenzstadt Ras al-Ain, oder Serekaniye, wie der Ort auf kurdisch heißt, gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG verloren.

Übereinstimmenden Mitteilungen aller Seiten zufolge haben Kämpfer der YPG nach mehrtätigen schweren Kämpfen den syrischen Grenzort Ras Al-Ayn einschließlich des im Ort liegenden Grenzüberganges zum in der Türkei liegenden nördlichen Teil der Ortschaft, der auf türkisch Ceylanpinar genannt wird, vollständig unter ihre Kontrolle gebracht und die dort unter Führung des syrischen Al-Kaida-Zweiges „Nusra Front“ agierenden Terrorbanden besiegt. Ausgelöst worden waren die Kämpfe dadurch, dass Al-Kaida-Terroristen in Ras al-Ain trotz eines Waffenstillstandsabkommens mit der YPG ein Mitglied der YPG wegen Verstoßes gegen die von Al-Kaida zum Ramadan befohlenen Fasten- und Kopftuch-Regeln gefangen genommen hatten.

Die YPG teilten im Anschluss an die Kämpfe mit, dass zwei ihrer Kämpfer bei den Auseinandersetzungn ihr Leben verloren haben, neun Leichen der Terroristen sich in ihrer Hand befinden würden, 25 Terroristen von den YPG gefangen genommen wurden und der Rest der Al-Kaida-Terroristen in die Türkei geflüchtet sei. Syrische Aktivisten verbreiteten dazu die mit zwi Ausweiskopien belegte Information, dass sich unter den in Ras Al-Ain gefangen geommenen Al-Kaida-Terroristen auch türkische Staatsbürger befinden sollen. Die Al-Kaida und dem MI6 nahestehende „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ in England meldete im Anschluss an die Kämpfe, bei den Auseinandersetzungen hätten 19 Al-Kaida-Terroristen und zehn kurdische Kämpfer ihr Leben verloren. In dieser Zahl enthalten sind allerdings auch Opfer, die Auseinandersetzungen von YPG-Kämpfern mit Al-Kaida-Terroristen östlich von Ras Al-Ain, etwa im Dorf Celaxa, zum Opfer fielen.

Wie kurdische Medien mitteilten, versuchte das türkische Militär, Journalisten daran zu hindern, aus Ceylanpinar über die Auseinandersetzungen zu berichten. Türkischen Journalisten gelang es anschließend trotzdem davon zu berichten, dass wütende Einwohner von Ceylanpinar in das dortige Krankenhaus verbrachte Al-Kaida-Terroristen aus Syrien attackierten. Die internationale Presse meldete zu den Kämpfen außerdem, dass auf der türkischen Seite der Grenze zwei Menschen durch „Irrläufer“ aus Syrien getötet worden seien. Reuters berichtete, die türkische Amee habe eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie erklärte, sich als Reaktion auf die „Irrläufer“ zu Gunsten von Al-Kaida in die Kämpfe eingemischt und von der Türkei aus Kämpfer der YPG, die die türkische Armee als separatistische Terror-Organisation bezeichnet habe, in Syrien beschossen zu haben. Weiter heißt es in der Reuters-Meldung, die türkische Regierung habe sich nach der Niederlage von Al-Kaida in Ras Al-Ayn besorgt gezeigt.

Ras Al-Ain war im Januar dieses Jahres einschließlich des dortigen Grenzüberganges zur Türkei durch einen Sturmangriff, den unter anderem mit Panzern bewaffnete Al-Kaida-Terroristen von der Türkei aus kommend gegen die syrische Grenzstadt ausgeführt hatten, zu einem großen Teil unter Kontrolle von Al-Kaida geraten. Anders als die YPG, die die Türkei aufgrund ihrer Nähe zur türkischen Arbeiterpartei Kurdistans als terroristisch betrachtet, ist das türkische AKP-Regime in seiner Haltung zu Al-Kaida ambivalent. Einerseits bemüht sich das türkische AKP-Regime zwar, Auslieferungswünschen der AKP-Schutzmacht USA in Bezug auf Al-Kaida-Terroristen nachzukommen, auch wenn diese „in der Türkei kein Verbrechen verübt“ haben, andererseits ist das AKP-Regime jedoch der Meinung, Al-Kaida sei etwas anderes als Terrorismus, was von Repräsentanten des AKP-Regimes bisweilen auch öffentlich verkündet wird. Die dem türkischen AKP-Erdogan-Regime und dem dieses Regime stützenden CIA-nahen TV-Prediger Fethullah Gülen nahestehende türkische Zeitung „Today’s Zaman“ meldete nach der Niederlage von Al Kaida in Ras Al-Ain, das türkische Regime habe verlauten lassen, es werde niemals eine kurdische Autonomieverwaltung in Nordsyrien akzeptieren. Die türkische Zeitung Hurriyet berichtete, Ahmet Davutoglu, der türkische Außenminister, habe im Angesicht der von Al-Kaida in Ras Al-Ain erlittenen Niederlage gegen die YPG den UN-Sicherheitsrat dazu aufgrufen, dringend Maßnahmen gegen die syrische Regierung zu ergreifen.

3 Gedanken zu “Niederlage von Al-Kaida löst bei türkischer Regierung Besorgnis aus

  1. Nicht schlecht, innerhalb einiger Jahre ist die Moral des Westens für jedermann ersichtlich vollkommen verrottet, halbherzig versucht man immer wieder die Bevölkerung auf irgendwelche Kriege einzustimmen während im Fernsehen Titten und lustige Prekariatsvertreter für Unterhaltung sorgen. Geistig waren unsere Vorfahren vor 4000 Jahren auf einem höheheren Level.

  2. Angesichts der Opferzahlen kann man wohl nur von kleineren Zusammenstößen sprechen. „das türkische Regime habe verlauten lassen, es werde niemals eine kurdische Autonomieverwaltung in Nordsyrien akzeptieren“, dasselbe hat man damals über die kurdische Autonomie im Irak gesagt.
    Warum sollten Maßnahmen gegen die syrische Regierung Erfolge der YPG verhindern?

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