Muslimbruderschaft versucht mit Lügen und Gewalt Bürgerkrieg in Ägypten anzuzetteln

Nach dem Putsch in Ägypten haben sich die Muslimbruderschaft und Unterstützer des gestürzten Präsidenten Morsi bei dem Versuch erwischen lassen, in Ägypten mit Lügen und Gewalt einen Bürgerkrieg anzuzetteln.

Die in Ägypten angewandte Methode folgt dem in Libyen und in Syrien zum Start von Bürgerkrieg verwendeten Schema. „Demonstrierende“ Anhänger des gestürzten Präsidenten Morsi wurden trotz des Aufrufes von Mursi zu friedlichen Protesten bewaffnet mit gefährlichen Gegenständen aller Art einschließlich vereinzelt mitgeführter Schusswaffen gewalttätig randalierend gefilmt. Angegriffen mit zum Teil mörderischer Gewalt wurden von den Anhängern des gestürzten Präsidenten sowohl Anhänger der Putschisten als auch Sicherheitskräfte. Des weiteren ließen Anhänger der Muslimbruderschaft sich mit Armee-Uniformen erwischen, was darauf hinweist, dass gezielt Verbrechen begangen werden, um diese Verbrechen der Armee in die Schuhe zu schieben. Um die Stimmung weiter anzuheizen wurde außerdem von Verstecken und Hinterhalten aus auf Pro-Mursi-Demonstranten geschossen. Bei dem Versuch eines teilweise bewaffneten Mobs, die Barracken der republikanischen Garden zu stürmen, wo vermutet wird, dass der gestürzte Präsident Mursi dort gefangen gehalten wird, kamen zahlreiche Menschen ums Leben.

Diese Gewalt ist an und für sich der Muslimbruderschaft und ihrem gestürzten Präsidenten Mursi nicht so ohne Weiteres zuzurechnen. Wer mit illegitimer Gewalt, wie es mit dem unblutigen Militärputsch in Ägypten geschehen ist, sämtliche demokratisch legitimierten Organe eines Staats auflöst, muss damit rechnen, dass Anhänger dieser demokratisch legitimierten Organe daraufhin sehr wütend reagieren, und ebenfalls Mittel der Gewalt nutzen, um ihre demokratisch legitimierte Position durchzusetzen. Insofern tragen die Putschisten durchaus auch Verantwortung für die dadurch erzeugte blutige Gewalt eines spontanen Volkszornes, auch wenn dieser nun von unverantwortlich handelnden wütenden Anhängern des gestürtzten Präsidenten Mursi ausgeht und verabscheuungswürdige Verbrechen wie sektiererisch oder politisch motivierte Morde und False-Flag-Massaker beinhaltet.

Diese Verantwortung der Putschisten für die Folgen ihres illegitimen Handelns entbindet die Muslimbruderschaft des gestürzten Präsidenten Mursi jedoch ihrerseits nicht von der Verantwortung für ihr eigenes Verhalten. War der Aufruf von Mursi am letzten Mittwoch, den Putsch nicht zu akzepterien und friedlich dagegen zu protestieren, noch Zeugnis von verantwortlichem Verhalten, so ist das jüngste Verhalten der Muslimbruderschaft und ihrer prominenten Unterstützer völlig inakzeptabel. In erster Linie betrifft das die öffentlichen Äußerungen der Muslimbruderschaft in den letzten Tagen. Die Behauptungen der Muslimbruderschaft, die blutigen Auseinandersetzungen der Armee mit gewalttätigen und teilweise bewaffneten Mobs von Anhängern der Muslimbruderschaft und der Beschuss von Demonstranten durch Terroristen seien von der Armee an friedlich betenden Muslimen verübte Massaker, sind unverantwortliche Lügen der Muslimbruderschaft, die sie gezielt dazu verbreitet, um weitere blutige Gewalt anzustacheln und in Ägypten einen Bürgerkrieg zu entfachen. Von Aufrufen der Muslimbruderschaft an Protestierende, friedlich zu bleiben, ist dabei kaum noch etwas zu hören, stattdessen ruft die Muslimbruderschaft nun einfach zum Aufstand auf. Unterstützer der Muslimbruderschaft wie etwa der Lügensender Al Jazeera sowie das türkische AKP-Regime sowie einige Outlets westlich-zionistischer Hasbara, die die gleichen Lügen verbreiten, handeln damit ebenso unverantwortlich. Auch sie lassen den Versuch erkennen, Ägypten mit blutigen Lügen und dem Schüren von Gewalt gezielt in einen katastrophalen Bürgerkrieg zu treiben.

Die Putschisten und ihre Unterstützer verhalten sich unterdessen nach ihrem mit der gescheiterten Nominierung von Mohammed Al-Baradei zum Regierungschef hingelegten Fehlstart vergleichsweise geschickt und vernünftig, und sie haben wohl nicht zuletzt deshalb nun sogar ein wenig Glück auf ihrer Seite. Video-Dokumentationen der Gewalt der Anhänger von Mursi haben dazu geführt, dass wesentliche Lügen der Muslimbruderschaft schnell entblößt wurden. Dutzende Journalisten des die Muslimbruderschaft mit Manipulationen und Lügen unterstützenden Senders Al Jazeera haben gekündigt, und öffentlich erklärt, dass sie beim Versuch von Al Jazeera, mit Lügen Bürgerkrieg in Ägypten anzuzetteln, nicht mitmachen wollen. Der Armee ist es gelungen, einige zum Teil ausländische terroristische Anhänger von Mursi in Flagranti mit Armee- und Polizeiuniformen zu verhaften, wodurch die von diesem Personenkreis ausgehende False-Flag-Terror belegt werden kann. In der Zentrale der Muslimbruderschaft in Kairo konnten von der Armee Messer, brennbare Flüssigkeiten und andere gefährliche Dinge sichergestellt werden, wodurch die Aufforderung von Mursi, friedlich gegen den Putsch zu protestieren, als verlogene Show der Muslimbrüder entlarvt werden konnte. Ganz schlecht kam in der Bevölkerung auch der Versuch der Muslimbruderschaft an, Bilder von seit Monaten toten syrischen Kindern dazu zu nutzen, um der ägyptischen Armee zu unterstellen, ägyptische Kinder zu erschießen.

Auch wirtschaftlich und politisch kommen die Putschisten nun vorwärts. Putschisten-Präsident Adli Mansour hat eine schnelle Agenda zur Widereinführung der Demokratie bekanntgegeben, derzufolge Parlamentswahlen noch dieses Jahr und Präsidentschaftswahlen kurz darauf stattfinden können. Die Putschisten können so mit einiger Berechtigung darauf hoffen, dass das Momentum der sie unterstützenden Massendemonstrationen bis zu den Wahlen hält, und die gegenwärtig sehr diskreditierten Muslimbrüder bis dahin nicht wieder stark genug werden, um die Wahlen zu gewinnen. Aufgrund der relativ kurzen Zeitspanne bis zu den Wahlen ist der Bedarf an Finanzmitteln, die die Putschisten brauchen, um den wirtschaftlichen Kollaps Ägyptens zumindest bis zu den Wahlen aufzuhalten, vergleichsweise gering. Aus den UAE und Saudi Arabien sind bereits Kredit- und Bürgschaftszusagen über mehrere Milliarden Dollar eingetroffen, was dem Putschistenregime trotz der katastrophalen Finanzlage Ägyptens finanziell einen akzeptablen Start ermöglichen könnte.

Und nach dem Verzicht der Putschisten auf die Nominierung von Mohammed Al-Baradei zum Regierungschef scheint es den Putschisten jetzt mit Hazem al-Beblawi sogar geglückt zu sein, einen technokratischen und auf Finanzen spezialisierten Kandidaten für das Amt des Übergangs-Regierungschefs zu finden, der auch von der salafistischen Nour-Partei akzeptiert wird. Im Moment sieht es so aus, dass den Putschisten ihr Plan der Entmachtung der Muslimbruderschaft bei gleichzeitiger Wiedereinführung der Demokratie gelingen könnte. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist, dass die Muslimbruderschaft und ihre Unterstützer sich mit ihrer Strategie, nach dem Putsch auf Lügen und Gewalt zu setzen, selbst diskreditiert haben. Dass das auch wirklich gelingt und es der Muslimbruderschaft mit ihrer verlogenen Propaganda nicht doch noch gelingt, einen Bürgerkrieg zu entfachen oder im Ansehen der Bevölkerung wieder zu steigen, ist jedoch keineswegs sicher. Bis zum Ende des Jahres, wo die Wahlen stattfinden sollen, wird noch viel Wasser den Nil hinunterfließen und es kann dabei täglich noch viele Überraschungen aller Art geben, die Ägypten auf einen völlig anderen Kurs bringen.

Nachtrag 11.7.13: Möglicherweise hat die Muslimbruderschaft zwischenzeitlich eingesehen, dass Gewalt niemandem in Ägypten nutzt. Jetzt nimmt die Muslimbruderschaft in einem neuen Statement klar und deutlich gegen Gewalt Stellung und verurteilt den Mordanschlag auf einen hohen ägyptischen Militär. Es bleibt abzuwarten, ob die Anti-Gewalt-Position der Muslimbruderschaft nun nachhaltig ist und ob sich Worte und Taten decken werden. Iranische Gelehrte haben unterdessen erklärt, ägyptisch-ägyptische Gewalt nutze nur Zionisten.

33 Gedanken zu “Muslimbruderschaft versucht mit Lügen und Gewalt Bürgerkrieg in Ägypten anzuzetteln

  1. Na ja, ein sehr naiver Kommentar, wie ich finde.

    Nehmen wir an, in Deutschland stürze die Bundeswehr unter Führung eines Generals, der im Vatikan Militärattaché war, den Kanzler deiner Wahl, setze die per Volksabstimmung verabschiedete Verfassung außer Kraft, lasse die wichtigsten Politiker der Regierungspartei kurzerhand verhaften und den Ex-Kanzler in einer Kaserne arrestieren, was würdest du tun? Du würdest zum bewaffneten Kampf aufrufen und auf die Straße gehen. Du würdest dich nicht einmal vermummen, wie es „die zweifelsfrei Moslembruder Seienden“ vormachten.

    Mursi, der die Blockade Gazas fortführen (seltsam, nicht wahr), Tunnel auf ägyptischer Seite zerstören (seltsam, nicht wahr), Militante bombardieren (seltsam, nicht wahr) und „al-Qaeda“-Kämpfer verhaften ließ (seltsam, nicht wahr), wird von einem General entmachtet und verhaftet, der in Saudi-Arabien als Militärattaché Dienst tat, den Oberbefehl über den Militärbezirk im Norden (inklusive dem Sinai) innehatte (und damit auch die Blockade des Ghettos Gaza von Ägypten aus sicherte) und die „Jungfrauentests“ 2011 verteidigte (und erst ihre Abschaffung versprach, als die Leute massiv und wütend demonstrierten).

    Hier geht es um wirtschaftliche Interessen und vielleicht ein wenig Schubsen von außen. Das aber werden wir, wenn überhaupt, erst später erfahren.

    Das Militär in Ägypten kontrolliert wenigstens 30 Prozent der Wirtschaft. Mursi wollte massiv Renationalisieren und lehnte es ab, sich dem Diktat von Weltbank und IWF zu beugen. Die Verfassung enthält Aussagen, die denen, die haben, nicht passen können (Wohl des Volkes und derlei demokratischer Schnickschnack).

    1. @g_h
      „was würdest du tun? Du würdest zum bewaffneten Kampf aufrufen und auf die Straße gehen.“

      Nein, würde ich nicht. Ich würde darauf achten, was die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung will. Und die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Ägyptens will keinen bewaffneten Kampf, denn sie befürchtet, dass der Kampf sehr blutig werden würde und zu nichts weiter führt, als dass ihr Land zerstört wird.

      Aber der teils gewalttätige Zorn der Gegner des Putsches ist verständlich und ich hab auch gschrieben, dass dafür aufgrund des von ihnen begangenen Unrecht des Putsches auch die Putschisten Verantwortung tragen, und zwar auch dann, wenn die Gewalttäter Anhänger von Mursi und Gegner des Putsches sind.

      Die Muslimbruderschaft trägt für das gewalttätige Verhalten von Einzelpersonen, die Gegner des Putsches sind, erst einmal an und für sich keine Verantwortung. Allerdings trägt die Muslimbruderschaft als politische Organisation die Verantwortung für ihr eigenes Verhalten. So wie es derzeit aussieht, ruft die Muslimbruderschaft, deren Präsident Mursi anfangs zu friedlichem Widerstand aufgerufen hatte, nun öffentlich zu einem Aufstand auf. Die Muslimbruderschaft verleugnet Gewalttaten von Putsch-Gegnern und schiebt der Armee nicht von der Armee begangene Gewalttaten in die Schuhe. Und vor allem leistet sich die Muslimbruderschaft nun das Versäumnis, ihre Anhänger entschieden, deutlich und überzeugend zu friedlichem Verhalten aufzurufen. Sie macht das Gegenteil. Sie verurteilt nicht nur nicht die Gewalt von Teilen ihrer Anhänger, sondern es sieht so aus, dass die Muslimbruderschaft die Gewalt selbst anfacht.

      Was bei einer Einzelperson als verständlicher persönlicher Zorn gegen das Unrecht des Putsches gesehen werden kann, für den die Putschisten die Verantwortung tragen, ist Gewaltanfachung oder Gewalttoleranz bei einer politisch wirkndenden Organisation wie der Muslimbruderschaft ein schwerer politischer Fehler, für den die Muslimbruderschaft die Verantwortung trägt. Die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Ägyptens will keine Gewalt, auch jetzt nach dem Putsch nicht, sondern sie fürchtet sich vor der Gewalt fanatischer Anhänger der Muslimbruderschaft. Als religiöse oder politische Organisation, die diese Bevölkerung leiten oder regieren will, muss die Muslimbruderschaft dem Willen der ganz überwiegenden Mehrheit des Volkes auch und gerade in einer so kritischen Situation wie nach dem illegitimen Putsch Rechnung tragen, oder sie verliert in der Bevölkerung ganz gewaltig an Sympathie und Vertrauen. Das geschieht gerade und ist ein Zeichen von Blindheit und politischer Inkompetenz auf Seiten der Muslimbruderschaft. Gerade jetzt, in einer so schweren Zeit, in der die Demokratie abgschafft wurde, könnte und sollte die Muslimbruderschaft an der Seite der Bevölkerung stehen. Die Muslimbruderschaft könnte damit mehr Vertrauen in der Bevölkerung gewinnen, und sie könnte die Putschisten dadurch sehr nachhaltig und auf friedlichem Weg frustrieren, dass sie bei den nächsten demokratischen Abstimmungen und Wahlen wieder an der Wahlurne demonstriert, dass sie das Vertrauen der Mehrheit der Bevölkerung genießt. Mit dem gegenwärtigen unfriedlichen Aufstand gegen den Putsch verspielt die Muslimbruderschaft hingegen das Vertrauen großer Teile der ägyptischen Bevölkerung.

      Was die politischen Leistungen der Muslimbruderschaft im letzten Jahr in Ägypten angeht, so gab es da eigentlich nur wenige Akzente. Ein positiver Akzent war, wie ich finde, beispielsweise die Annäherung an die BRICS und die anfängliche Öffnung Ägyptens zum Iran. Ein sehr negativer Akzent, geradezu ein Verbrechen, das tatsächlich ein gutr Grund für einen Putsch hätte sein können, war die Aufstachelung zum Krieg gegen Syrien und die Hetze gegen Andersgläubige, insbesondere gegen Aleviten und Schiiten Mitte Juni 2013, als Mursi auf einer FSA-Soli-Veranstaltung der Bruderschaft angekündigt hat, sämtliche Beziehungen zu Syrien abzubrechen. Insgesamt war von den politischen Vorstellungen der Bruderschaft im Guten wie im Schlechten aber trotz ihrer Wahlsiege wenig zu sehen, weil sie sehr eingemauert war von den Organen des alten Regimes, insbesondere Justiz und Militär, und Mubarak obendrein Ägypten in einer katastrophalen Finanzsituation hinterlassen hat.

      Zu den internationalen Hintergründen des Putsches lässt sich sagen, dass die mittelalterlichen Diktatoren von Saudi Arabien und dn UAE seine stärksten Befürworter waren, weil sie Angst davor hatten, die Muslimbruderchaft könne mit Ägypten als Basis bald auch ihre feudalen Diktaturen stürzen, und der neo-ottomanische Kriegstreiber Erdogan der schärfste Gegner des Putsches war. Zu den internen Gründen für den Putsch hat Mursis enge Beraterin Bakinam Al-Sharqawi gesagt hat, dass die Muslimbruderschaft vorhatte, das Pensionsalter von Beamten auf 60 Jahre zu senken, wodurch Ägypten von je 5000 hohen Kader-Beamten der Mubarak-Diktatur in Justiz und Militär befreit worden wäre, und dies der wirkliche Grund für den Putsch sei. Ich halte diese Vermutung für gerechtfertigt, und kann mir auch vorstellen, dass darin der Grund für die Unterstützung des Putsches durch die USA besteht, denn die USA und Israel haben Angst, dass die Muslimbruderschaft, wenn sie nicht mehr von Militär- und Justizkadern des Mubarak-Regimes eingemauert ist, nicht mehr so freundlich zu den USA und Israel sein wird, wie sie das im ersten Jahr der Präsidentschaft von Mursi war.

      Ich hoffe, ich konnte meinen „naiven“ Kommentar verständlich präzisieren.

      1. Ich denke, du würdest die Rücksichtnahme auf den Willen der Mehrheit der Bevölkerung nicht übertreiben. Zum einen kennst du den gar nicht, zum anderen bist du nach GG Art. 20 zum Widerstand geradezu verpflichtet. Bitte überlege dir, was dort geschehen ist: Der verfassungsmäßig von einer Mehrheit gewählte Präsident des Landes wurde vom Militär gestürzt, mit Waffengewalt arrestiert, die Verfassung außer Kraft gesetzt und das Regime Mubaraks wieder an die Macht gebracht.

        Ein zweiter Punkt, deswegen setzte ich das in Anführungszeichen, betrifft die vermummten Schützen. Ich bitte dich: die angeblich zu allem bereiten Radikalen vermummen sich, wenn sie aus der Menge der eigenen Leute auf das putschende Militär schießen, obwohl sie doch den Märtyrertod öffentlich in ihre Überlegungen einbezogen haben? Was ist das denn? Kamerascheu?

        Der Schaden, der in Ägypten angerichtet worden ist, kann gar nicht hoch genug beziffert werden. Wenn die Orthodoxen (so nenne ich sie mal; von unseren ultragläubigen Katholen spricht auch keiner als Christenisten) eines gelernt haben, dann das: Wahlen sind eine westliche Farce. Im Zweifel wird man weggeputscht werden. Das lohnt sich nicht. Es müssen andere Wege an die Macht gesucht werden.

        Es haben bisher nur drei Länder offiziell gejubelt: Saudi-Arabien, Qatar und Israel. Nicht, daß ich das nicht erwartet hätte … *kicher*

    2. Du bist ja total desinformiert. Mursi hat schon zwei große Kredite von IMF genommen und weitere verhandelt, ebenso 5 Milliarden von Qatar.

      Und zu deiner „Verfassung“, Artikel zwei sagt „Die Gesetzgebung basiert auf Sharia“ und die Zentralbank ist „unabhäbgig“, also komplett auf kurs der Banken und Neocons.

      Mursi ist ein Verräter und diener der NATO. Ich freue mich für die Egypter und dass die Plage nun weg ist und hoffe, dass sie es doch noch schaffen, doch noch eine echte Regierung des Volkes zu bilden.

      1. Das war an gh gerichtet. und nebenbei, gewählt haben ihn nicht mal 20% wenn man die Zahlen runter bricht.

    3. @g_h
      „Du würdest zum bewaffneten Kampf aufrufen…“

      Nein, ich nicht. Und ich scheine mit meiner Meinung auch nicht ganz allein zu sein. Ein paar schlaue Leute aus einem fernen Land haben hier eine Analyse und einen Aufruf zu Ägypten gemacht, wo ich den Tenor voll und ganz teile:

      … noted that internal conflicts can push “this important country” toward an “ambiguous and complicated fate and affect the entire region.” … advised conflicting parties “to stop fratricide,” adhere to the principle of dialogue, and avoid violence as the sole solution to the ongoing crisis in Egypt. “The Egyptian-Egyptian conflicts have no other result but to make the sworn enemies of the Islamic Ummah happy, especially the Zionist regime [of Israel] which has been wounded by the wave of the Islamic Awakening“ …

      Quelle:

      http://www.presstv.ir/detail/2013/07/11/313325/egypt-turmoil-benefits-zionists/

    1. Absolut. Es geht um die Wirtschaft. Die Militärs, die jetzt schon Bäckereien, Hotels, Krankenhäuser, Autowerkstätten und den gesamten Rüstungssektor betreiben, wollen möglichst viel in die eigenen Taschen privatisieren.

      Kapitel III der per Volksentscheid beschlossenen Verfassung beinhaltet u. a. folgende Aussagen:
      – Aufstellung eines Entwicklungsplans für die Wirtschaft, Ausrottung von Armut und Arbeitslosigkeit
      – krasse Einkommensunterschiede ausgleichen, Bindung der Löhne an die Produktion, Mindestlohn, dafür aber Lohnbegrenzung nach oben im öffentlichen Sektor
      – Nahrungssicherheit, Schutz vor Ausbeutung in der Landwirtschaft, gesetzlich geregelter Landbesitz
      – Entwicklung der Wüstenregionen
      – Schutz des Staates für strategische Industrien
      – Entwicklung des kleinen Handwerks
      – Volkseigentum an Bodenschätzen und Wasserwegen
      – Eigentumsschutz, aber dienende Funktion des Eigentums zur Entwicklung des Wohlstands im Lande
      – soziale Gerechtigkeit als Grundlage für Steuern und Abgaben

      Und so weiter:
      http://www.egyptindependent.com/news/egypt-s-draft-constitution-translated

      Was davon widerspricht eigentlich NICHT den Interessen des Militärs?

      1. Von „Volksentscheid“ zu reden ist eine Beleidigung, genau 15,5% der Egypter haben für die Sharia-neocon „Verfassung“ gestimmt.

  2. Es war die USA die Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Somalia, Sudan, Libyen, Syrien, Mali etc, ins Chaos gestürzt hat, nach alter Imperialisten-Manier „Teile und herrsche“ – vermutlich wird auch die USA hier dahinterstehen – sie hat genug hörige Helfer mit viel Geld wie die Saudis oder Qatar.

    Katar alleine soll ca. 17 Mrd. in den sog. Arabischen Frühling gesteckt haben. Was mich nicht wundert nachdem ich die riesigen Frachtschiffe mit langen Schlangen von LKWs und diesen typischen Toyota pick-ups mit Luftabwehr-MGs drauf vor so einem Schiff in Bengazi sah.

  3. Nachtrag: Der New Yorker hat einen Artikel mit der Aussage eines Augenzeugen veröffentlicht. Diese legt nahe, daß die Gewalt mit Männern auf Motorrädern begann, die nicht zur Moslembruderschaft gehörten und das Feuer auf das Militär UND Demonstranten eröffneten.

    “I saw that the Army retreated about ten metres and began to fire tear-gas cannisters, about ten or fifteen of them,” he said. “I couldn’t see if the other side [the protesters] was shooting, but I heard people through megaphones encouraging jihad. Then I saw four to six motorcycles coming from the direction of the Rabaa intersection to the Republican Guard barracks. Some people were still praying, some were not, because the dawn prayer had finished by then. The men on the motorcycles were all masked, and it was hard to see them through the dark and the tear-gas smoke, but they seemed to be shooting, they were coming from behind the protesters, so they were shooting toward the protesters and the Army. Then the Army started firing. And the protestors were firing. I saw firing from both sides.” As for details, though—what they were firing, whether it was one or two protesters or something more organized—he said that it was dark and that he couldn’t exactly tell.

    http://www.newyorker.com/online/blogs/newsdesk/2013/07/after-the-shooting-in-cairo.html

    1. @g_h
      Was der Augenzeuge des New Yorkers beschreibt, deckt sich mit anderen Zeugenaussagen und Videos vom Geschehen.

      Demnach gab es drei Seiten, die auf der Demo vor den republikanischn Garden scharf geschossen haben:

      1. Unbekannte von hinter der Demonstration
      2. Soldaten
      3. Demonstranten

      Die Stimmmung auf der Demo, wo auch führende Muslimbrüder zu sehen waren, war nicht friedlich, sondern genau wie auf einigen anderen Demos der letzten Tage in Ägypten ausgesprochen aggressiv (siehe die im Artikel eingefügten Videos, ein Demonstrant hebt da in der Demo vor den Baracken der Garden eine Patrone und zwei Patronenhülsen auf und hält sie in die Kamera, um zu zeigen, wie böse die Armee ist. Was er nicht gemerkt hat, ist, dass er damit gezeigt hat, dass aus der Demo geschossen wurde, denn die Patronenhülsen fallen da auf die Erde, von wo aus geschossen wurde, nicht da, wo hingeschossen wurde). Demonstranten waren mit allen möglichen gefährlichen Dingen (und auch mit Schusswaffen) bewaffnet und es wurde zum (bewaffneten, gewalttätigen) Jihad aufgestachelt, und zwar im ersten Schritt zur Erstürmung der Baracken der republikanischn Garden, um da Morsi zu befreien. Soldaten haben gegen die aufgeheizte, bewaffnete Menge zunächst mit Tränengas reagiert und so versucht, sich die zornigen Menschen vom Leib zu halten. Ich spekuliere hier nicht, wer die Unbekannten waren, die sowohl auf Demonstranten als auch auf Soldaten geschossen haben, um den tödlichen Gewaltzyklus an dem Morgen vor den republikanischn Garden in Gang zu setzen, und zu welcher Seite sie gehören.

      Ich stelle aber fest, dass die offiziellen Statements der Muslimbruderschaft zu den blutigen Ereignissen am Montag vorsätzliche Lügen sind, für die es keine andere Erklärung gibt, als dass die Muslimbrüder versuchen, mit Lügen einen Bürgerkrieg in Ägypten zu entfachen. (Zahlreiche führende Muslimbrüder waren bei der Demo anwesend, die Muslimbrüder kennen also die Wahrheit).

      Hier ist der Beginn einer typischen Erklärung der Muslimbruderschaft zu den blutigen Ereignissen vom Montag:

      Muslim Brotherhood Statement on Pre-Meditated Massacre by Army and Police Against Protesters
      A deliberate and savage slaughter of peaceful protesters by the police and the armed forces Monday kills and injures over a thousand people.

      Quelle: Ikhwanweb, die offizielle Seite der Muslimbruderschaft

      Die Muslimbruderschaft behauptet, da habe am Montag ein geplantes, vorsätzliches und wildes Massaker an friedlichen Demonstranten begangen von Polizei und Armee stattgefunden. Das ist die wesentliche Lüge der Muslimbruderschaft, aufgrund derer ich behaupte, die Muslimbruderschaft versuche, in Ägypten mit Lügen Gewalt anzustacheln und einen Bürgerkrieg zu entfachen.

      1. Eine einfache Beweisführung, die du vorlegst:

        1. Der Augenzeugenbericht deckt sich mit dem, was die MB sagen.

        2. Du „stellst fest“, die MB lügen.

        3. Ergo lügt der Augenzeuge. Er ist irrelevant.

        Lustig.

      2. @g_h
        Nein, der Augenzeugenbericht deckt sich in ganz wesentlichen Punkten mit Videomaterial und anderen Augenzeugenberichten, aber eben nicht mit dem, was die Muslimbruderschaft sagt.

        Der Augenzeuge sagt erstens, unbekannte Motorradfahrer hätten Demonstranten und Armee beschossen. Zweitens sagt der Augenzeuge, Leute auf der Demo hätten zum Jihad aufgestachelt. Drittens sagt der Augenzeuge, es sei sowohl von Seiten der Armee als auch von Seiten der Demonstranten geschossen worden. Das deckt sich unter anderem mit Videomatarial von Patronenhülsen von Seiten der Putschgegner.

        Die Muslimbruderschaft behauptet hingegen, am Montag habe da ein geplantes, vorsätzliches und wildes Massaker an friedlichen Demonstranten begangen von Polizei und Armee stattgefunden. Das ist gelogen. Die Demonstranten waren nicht friedlich, sondern aggressiv, zumindest teilweise bewaffnet und aus ihren Reihen heraus wurde geschossen. Dafür, dass die dritte, unbekannte Seite (der Zeuge sagt Motorradfahrer), die von hinten auf Demonstranten und Armee geschossen haben, zu Armee oder Polizei gehörten, gibt es weder einen Beweis noch ein Indiz. Die Muslimbruderschaft verschweigt in ihrem Statement den Sachverhalt, das eine dritte, unbekannte Seite an der Schießerei beteiligt war. Dass bei dem blutigen Vorfall am Montag mehr als 1000 Menschen getötet und verletzt wurden, ist auch eine Übertreibung, als auch eine Lüge der Muslimbruderschaft. Was da passiert ist, ist schlimm genug, da noch zu übertreiben zeugt von der propagandistischen Intention der Muslimbruderschaft. Im weiteren Verlauf des Statements und anderen Statements der Muslimbruderschaft sind weitere Lügen enthalten, die in die gleiche Richtung, nämlich Aufstachlung mit Lügen und Übertreibungn, zielen. Diese Lügen und Übertreibungen werfe ich der Führung der Muslimbruderschaft vor. Sie dienen meiner Meinung nach einzig dazu, Bürgerkrieg in Ägypten zu entfachen.

        Das bedeutet übrigens nicht, dass es von Seiten der Armee keine unverhältnismäßige Gewalt gegeben hat. Die Ofperzahlen sind ein Indiz dafür, dass das so war.

  4. Safwat Hegazy: “Lobbyist for Kosovo behind attacks in Cairo”

    This is according to a report in Tuesday’s edition of the Belgrade-based Danas newspaper, which notes that Hegazy was previously banned from entering Britain for inciting hatred.

    Other than for his insults aimed at Jews, he is also „well-known“ for offensive statements against women „who do not cover their faces.“

    Albanians from Kosovo used Hegazy to „very strongly lobby for (Egypt’s) recognition of Kosovo in the Islamist circles,“ the newspaper said.

    He in the past received all delegation of Kosovo Albanians visiting Egypt – including the foreign minister in the government in Priština, Enver Hoxhaj.

    http://www.b92.net/mobilni/eng/index.php?nav_id=86898

    1. @g_h
      „Die UoC hat Dokumente erhalten, die Geldströme aus den USA an Anti-Mursi-Gruppierungen belegen. … Ich erwarte jetzt“

      Da muss ich die Erwartung enttäuschen. Die Dokumente dürften echt sein. Es ist bestens bekannt und stand hier im Parteibuch auch bereits, dass die USA sowohl die Anti-Morsi-Demos als auch den Militärputsch gegen Mursi unterstützt haben, und gleichzeitig haben die USA Mursi mit Statements unterstützt, genau wie sie es mit Mubarak gemacht haben. Die USA haben wieder mal beide Seiten unterstützt, sowohl Regierung als auch Regierungsgegner, und sie erhoffen sich davon, immer einen Fuß in der Tür zu haben, egal wer gewinnt.

      1. http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2013/01/qatar-muslim-brotherhood.html


        Doha has already transferred five billion dollars to Egypt to help it meet its financial obligations and prevent the pound from sliding further.

        In exchange for its assistance, Al Ahram reports that Egypt’s new government gave Qatar a number of assurances, including “technical support” for the Syrian opposition, the rotation — possibly to a Qatari citizen — of the Arab League Secretary General post, and “Egyptian approval of Qatari nominees on behalf of the Arab group in several international and regional forums.” Egypt has also given Qatar a number of perks, such as excluding Qatari investments from laws governing foreign ownership.

        Read more: http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2013/01/qatar-muslim-brotherhood.html#ixzz2YidO1qGv

      2. „Die USA haben wieder mal beide Seiten unterstützt…“

        Danke, dieser Eindruck war auch bei mir entstanden, woraufhin ich nach Beiträgen kompetenter Fachleute suchte, die zumindest teilweise aus eigenem Erleben und vor dem Hintergrund des „großen Bildes“ etwas zu den Entwicklungen in Ägypten sagen können. Dazu anschließend eine hoffentlich möglichst unverfälschte Übersetzung des aktuellen Interviews zu diesem Thema, mit Professor Michel Chossudovsky vom Center for Research on Globalization in Montreal.

        Professor Chossudovsky zufolge ist die Lage so, dass in Ägypten während der letzten 20 Jahre genau die Strategie gefahren wurde, mit der in vielen Ländern und seit einiger Zeit auch verstärkt in den Ländern der Eurozone wirtschaftlich, sozialfeindlich und demokratiezerstörend unter dem Deckmantel der „Hilfe“ destabilisiert wird, wo Washingtons und Wall Streets IWF (wie die Weltbank Sonderorganisation der UNO!) über Kreditauflagen Regierungen und Gesetze bestimmt.

        Alles andere wäre dann also mehr oder weniger als Folge eines neoliberal-diktatorisch durchgesetzten Ursachenkomplexes von grundlegenden Umbaumaßnahmen einzuordnen, durch welche die breite Bevölkerung fast alle Möglichkeiten der Wertschöpfung an wenige Herrschende verliert und damit kaum noch Möglichkeiten hat, bei demokratischen Wahlen eigene Kandidaten nicht nur an die Regierung, sondern auch an die Macht zu bringen, die kräftig genug wären, Washingtons und Wall Streets IWF-Regime abzulehnen. Hinzukommend wird offenbar darauf geachtet, dass der manchmal relativ hohe Lebensstandard einer geringen Anzahl von Personen und Familien in entscheidenden militärischen und staatlichen Schlüsselpositionen vom Fortbestand des massenverelenden freiwirtschaftlichen IWF-Regines des Washington Consensus abhängig ist und bleibt.

        Washington Consensus. http://de.wikipedia.org/wiki/Washington_Consensus

        Gleichzeitig wird klar, dass immer mehr Menschen, wie bereits zuvor viele in Lateinamerika, erkennen, dass man zuallererst das imperialistisch agierende IWF-Regime der Kontrolle durch Schulden und die jeweils vor Ort dieses Regime absichernden, korrupten Militär- und Geheimdienstspitzen loswerden muss, damit überhaupt auf Dauer der Weg wirklicher gesellschaftspolitischer Verbesserungen beschritten werden kann. Genau dies soll offenbar in Ägypten nun durch das weitere Unterstützen beider Seiten verhindert werden: das Entstehen festen Zusammenhaltes im Volk durch sich entwickelndes Bewusstsein dafür, wo der Kern des wirklichen Problems liegt und daraus erwachsend der Amtsantritt einer echten Volksregierung, die eine Demokratisierung der Wirtschaft und des Finanzwesens durchführt.

        Echte Demokratie nennt das Großkapital sowie dessen politische oder journalistische Frontfiguren „Kommunismus“ und so wird die echte Demokratie im Sinne demokratisierter Ressourcen, wohl ähnlich wie 1953 im Iran und ab dem 11. September 1973 in Chile, durch dosierte Mischungen aus Anpassungsdruck, Bestechung, Erpressung, Betrug, Ablenkung, Angstmache, Spaltung, Massenpsychosen fanatisierender Täuschungen und religiös oder sonstwie maskierten Terrorismus, bis hin zur brutalen Diktatur des offenen Stiefelfaschismus überall wo etwas ist, was das Großkapital haben oder behalten will, mit allen Mitteln bekämpft.

        Wie das Blatt „The Guardian“ berichtet, schreibt dazu passend die Hofpostille des sich globalisierenden Kapitalismus: „Ägypten braucht einen Pinochet.“ Das klingt nicht nur wie eine Drohung in Richtung nicht nur ägyptischer Demokraten, das soll wohl auch eine sein.

        http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jul/06/wall-street-journal-editorial-egypt-pinochet

        „Mursi war keine Volksregierung. Warum? Nicht weil er mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten hat, sondern weil er sofort nach Amtsantritt in seiner Funktion als Präsident eine Vereinbarung mit dem IWF getroffen hat, die von Washington und der Wall Street auferlegt worden war und damit trat er im Wesentlichen in die Fußstapfen von Mubarak.“

        „Die Menschen protestieren, weil ihr Lebensstandard zusammengebrochen ist.“

        „Was sich jedoch jetzt in den Straßen von Kairo ereignet ist ein Kampf zwischen zwei konkurrierenden politischen Bewegungen, beide sind von Leuten irregeführt worden, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Es ist erwähnenswert, dass http://www.military.com, die im Wesentlichen das Sprachrohr des US-Militärbetriebes sind, erklärten und ich zitiere: „US-Verteidigungsminister Hagel und US-Generalstabschef Martin Dempsey wandelten auf schmalem Grat, besorgt beim Versuch den Eindruck zu vermeiden, dass die US von hinter den Kulissen aus die Ereignisse manipuliert haben“. Und das stammt aus einer Mainstream-Onlinequelle des Militärs.“

        „Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben, das ägyptische Militär mag in seinen Reihen Differenzen haben, aber letztlich ist es auf Linie, es erhält seine Befehle aus Washington DC.“

        Chossudovsky: Die Vereinigten Staaten kontrollieren beide Seiten des ägyptischen Staatsstreiches

        Press TV hat ein Interview geführt mit Michel Chossudovsky vom Zentrum für Globalisierungsforschung (Center for Research on Globalization) in Montreal, es ging um den Staatsstreich des ägyptischen Militärs, das die gewählte Mursi-Regierung abgesetzt hat, nachdem es zu großen Protesten gegen die Regierung gekommen war.

        Anschließend ein ungefähres Transkript des Interviews.

        Press TV: Ich würde gerne Ihren Eindruck von der Situation in Ägypten erfahren, zwei Tage nach einem Staatsstreich ist die Situation sehr angespannt in Ägypten. Berichten Sie uns mehr über Ihre Meinung dazu.

        Chossudovsky: Nun, ich denke, wir müssen uns ein wenig die Geschichte der Mursi-Regierung ansehen und zum Arabischen Frühling zurückgehen, mit anderen Worten, zweieinhalb Jahre vorher. Und wir müssen uns auch fragen, wer sind die wichtigsten Akteure hinter diesem Staatsstreich?

        Es ist ein Putsch in dem Sinne, dass das Militär eingegriffen hat, indem es eine ordnungsgemäß gewählte Regierung abgesetzt hat. Ich sollte die Tatsache unterstreichen, dass die Berichte bestätigen, dass die Protestbewegung gegen die Regierung der Muslimbruderschaft auch gegen die Vereinigten Staaten gerichtet war.

        Mit anderen Worten, die Protestbewegung empfindet die Mursi-Regierung als Stellvertreter der Vereinigten Staaten und insbesondere die Regierung der Muslimbruderschaft hat alle Bedingungen angenommen, die vom Internationalen Währungsfonds für die Bildung einer Regierung verhängt wurden, – nämlich die Anwendung starker wirtschaftlicher Medizin, die wesentlich ist, damit, bezogen auf den vorangegangenen Zeitraum, alles so weitergeht wie bisher.

        Es ist ein Strukturanpassungsprogramm, es sind verheerende Umgestaltungen der Wirtschaft, und ich denke, das ist es was die Protestbewegung motivierte, sicherlich ist der Ausnahmezustand, die bürgerlichen Freiheiten, die Umsetzung des islamischen Rechts ein Thema, aber mehr grundlegend ist der Prozess der Verelendung, der sich durch die Einsetzung dieser Regierung so sehr verstärkt hat und die soziale Lage im Land ist weit ernster als zu Mubaraks Zeiten.

        Somit ist das was wir haben eine Fortführung bezüglich dieser freiwirtschaftlichen Umgestaltungen, massiven Kürzungsmaßnahmen, steigenden Nahrungsmittelpreisen, steigender Arbeitslosigkeit und letztlich ist diese Unzufriedenheit motiviert durch den Zusammenbruch des Lebensstandards und ebenso der Hoffnung, dass eine neue Regierung etwas anderes tun würde, als die Mubarak-Regierung getan hat. Also ich denke, das muss berücksichtigt werden. Doch lassen Sie uns nun sehen, wer hinter diesem Putsch steckt.

        Die Presseberichte legen nahe, dass die Protestbewegung gegen die Vereinigten Staaten gerichtet ist und dass die Streitkräfte in gewissem Sinne die Protestbewegung unterstützten. Ich denke, das ist in vielerlei Hinsicht eine Nebelwand, weil US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sowie die US-Generalstabschef Martin Dempsey in den zwei Wochen vor der Machtübernahme durch das Militär in ständiger Verbindung mit den Architekten des Putsches waren.

        Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben, das ägyptische Militär mag in seinen Reihen Differenzen haben, aber letztlich ist es auf Linie, es erhält seine Befehle aus Washington DC.

        Ägypten ist der größte Empfänger von US-Militärhilfen nach Israel. Es ist ein starker Verbündeter, und wenn sie in diese Position des Eingreifens und Absetzens einer ordnungsgemäß gewählten Regierung gegangen sind, taten sie es mit grünem Licht aus dem Pentagon.

        Ich denke, es ist höchst unwahrscheinlich, dass General Abdul Azizi, welcher der Architekt des Staatsstreichs ist, ohne Absprache mit seinem Amtskollegen, nämlich US-Verteidigungsminister Chuck Hagel, gehandelt haben würde.

        Wenn wir ein wenig die jüngsten Ereignisse betrachten sehen wir, dass Azizi per Telefon in ständiger Verbindung mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel war, dazu sollten wir auch verstehen, dass der Verteidigungsminister [Azizi], der den Putsch angezettelt hat, ebenfalls ein Absolvent der US-Kriegshochschule ist – er steht dem US-Militär sehr nah und ich bezweifle ernsthaft, dass er ohne Startschuss seines US-Kollegen gehandelt haben würde.

        Dies bedeutet natürlich nicht unbedingt dass… ich meine bestimmte Widersprüche gibt es – Sie haben eine Protestbewegung, die gegen die Mursi-Regierung gerichtet ist und dann haben Sie ein Militär, das von den Vereinigten Staaten unterstützt wird.

        In Wirklichkeit unterstützen die Vereinigten Staaten beide Seiten, und das ist Teil ihrer Strategie dahinter. Sie unterstützen das Militär und dann unterstützen – sie unterstützen nicht mehr – aber sie haben unterstützt, die Bruderschaft.

        Und dies führt zu einer Situation innerer Konflikte, die zu einem Prozess der Destabilisierung viel breiteren Ausmaßes führen könnten. Zu erwähnen ist auch, dass die Grenze zum Gazastreifen geschlossen wurde.

        Diese Krise hat einen Einfluss nicht nur auf Ägypten, sondern auf die gesamte Region, da Ägypten für Amerika sehr strategisch ist, es ist ein Einfallstor nach Nordafrika und ist auch ein Einfallstor nach Afrika südlich der Sahara.

        Press TV: Mursi hatte, anfangs, als er ins Amt kam, die Unterstützung der US, doch anscheinend unterstützen die US ihn jetzt nicht mehr. Was genau ist dabei drin für Amerika?

        Chossudovsky: Was letztlich die Vereinigten Staaten dazu gebracht hat Maßnahmen zu ergreifen, war im Wesentlichen sicherzustellen, dass diese Protestbewegung nicht außer Kontrolle gerät und schließlich wird mit dem Putsch beabsichtigt, die Protestbewegung zu handhaben und den Amtsantritt einer echten Volksregierung zu verhindern.

        Mursi war keine Volksregierung. Warum? Nicht weil er mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten hat, sondern weil er sofort nach Amtsantritt in seiner Funktion als Präsident eine Vereinbarung mit dem IWF getroffen hat, die von Washington und der Wall Street auferlegt worden war und damit trat er im Wesentlichen in die Fußstapfen von Mubarak.

        Dies war also in keiner Hinsicht eine Alternative zu Mubaraks Regierungen. Es war eine Ersatzregierung für die von Mubarak, welche in der Tat demselben Weg des Fortführens derselben Wirtschaftsmaßnahmen folgte, so wie es letztendlich um diese Wirtschaftsmaßnahmen geht, was entscheidend war.

        Also tat Mursi tatsächlich genau, was Mubarak tat, getreu den Befehlen des Washington Consensus* gehorchend, von Beginn seiner Präsidentschaft an.

        Und das wirtschaftliche Modell stammt aus dem Jahr 1991. Ich war zufällig dabei – und das geht natürlich über den Rahmen dieses Interviews hinaus – ich war zufällig im Büro des Finanzministers, im Jahre 1991 in Kairo, im Gespräch mit dem Beraterteam der Regierung in dem Moment als dieses vom IWF auferlegte Programm umgesetzt wurde, alle waren dagegen, doch ihnen waren die Hände gebunden.

        Wir müssen das verstehen, von 1991 bis in die Gegenwart – über einen Zeitraum von 20 Jahren wurde die ägyptische Wirtschaft destabilisiert, der Niltal-Brotkorb ist zerstört worden, 3000 Jahre autarke Landwirtschaft; die Lebensmittelpreise sind angestiegen; die Arbeitslosigkeit stieg himmelhoch; das industrielle Gefüge einer vergleichsweise selbstständigen Wirtschaft ist zerstört worden; und das ist die Grundlage für die Protestbewegung. Die Menschen protestieren, weil ihr Lebensstandard zusammengebrochen ist und sie in dieser neuen Regierung einen Weg der Veränderung sahen. Doch denken Sie daran, die Vereinigten Staaten unterstützen beide Seiten und ihr Ziel und ihre Strategie ist, dieses Land als einen Nationalstaat zu destabilisieren.

        Press TV: Manche sagen, die Armee sei an der Macht, bis die Turbulenzen und Spannungen im Land sich beruhigen. Wie willig ist die Armee eine weitere Wahl einzuleiten, damit eine zivile Regierung an die Macht kommt?

        Chossudovsky: Das ist eine sehr schwierige Frage in diesem Stadium. Sie haben möglicherweise eine gewisse Legitimität. Ich zweifle nicht daran, dass es in Washington bereits ein Szenario des Regierungswechsels gibt und dieses Szenario des Regierungswechsels im Hinblich darauf besteht, die Weiterführung zu gewährleisten. Doch gleichzeitig gibt es auch ein Szenario der politischen und wirtschaftlichen Destabilisierung in beispiellosem Umfang.

        Was sich jedoch jetzt in den Straßen von Kairo ereignet ist ein Kampf zwischen zwei konkurrierenden politischen Bewegungen, beide sind von Leuten irregeführt worden, die hinter den Kulissen die Fäden ziehen. Es ist erwähnenswert, dass http://www.military.com, die im Wesentlichen das Sprachrohr des US-Militärbetriebes sind, erklärten und ich zitiere: „US-Verteidigungsminister Hagel und US-Generalstabschef Martin Dempsey wandelten auf schmalem Grat, besorgt beim Versuch den Eindruck zu vermeiden, dass die US von hinter den Kulissen aus die Ereignisse manipuliert haben“. Und das stammt aus einer Mainstream-Onlinequelle des Militärs.

        Ich deute darauf hin und mein Verständnis ist, dass in der Tat der gesamte Prozess manipuliert wurde, die Protestbewegung ist durchsetzt, viele Bereiche der Opposition gegen Mursi sind in Wirklichkeit von US-Stiftungen gefördert und im Gegenzug wird die Bruderschaft heimlich von den US und den US-Geheimdienste unterstützt.

        Und wie Sie wissen, beginnend in den 1940ern, als Unterstützung durch den britischen Geheimdienst und während der 1950er bis in die Gegenwart, wurde die Bruderschaft seit jeher unterstützt oder durchsetzt von westlichen Geheimdiensten.

        Press TV: Was wird in Ländern außerhalb über diese Situation in Ägypten gedacht, in anderen Ländern als den USA, Ägyptens Freunden?

        Chossudovsky: Nun, ich glaube, es ist in dieser Phase noch zu früh etwas dazu zu sagen, ich denke, es gibt eine Menge Verwirrung darüber was wirklich passiert ist. Die Streitkräfte werden in einigen Bereichen der westlichen öffentlichen Meinung als Patrioten angesehen, als Nationalisten, die kommen, um die Protestbewegung zu retten und dann wird diese Protestbewegung als antiamerikanisch dargestellt.

        Die neuen militärischen Führer und der Übergangspräsident haben zur Abberufung der US-Botschafterin zu Ägypten aufgefordert, die dann bietet, tatsächlich erzeugt, die Illusion, dass die Militärs letztlich antimamerikanisch seien, was sie nicht sind. Sie sind sehr deutlich in enger Verbindung mit ihren US-Kollegen, beiden, denen des US-Militärs und der Geheimdienste.

        Press TV: Sehen Sie irgendeine Rolle oder Beteiligung von Resten des früheren Regimes von Mubarak in dieser Situation?

        Chossudovsky: Diese Möglichkeit besteht immer. Ich denke, dass die Namen wechseln werden. Ich denke, wir gehen vielleicht in Richtung eines weiteren Regierungswechsels, aber ich sollte genauer fassen, dass dies ein Regierungsersatz ist, es ist keine Alternative, weder zur Mursi-Regierung, noch zur vorherigen Regierung von Hosni Mubarak. Von meinem Standpunkt aus sind sie, mit ein paar Feinheiten, sehr ähnlich, weil sie den Befehlen eines Stellvertreter-Regimes gehorchen, und sie erfüllen getreu die Öffnungspolitik der ägyptischen Wirtschaft für ausländische Konzerne, Investoren und so weiter. Und das ist es was zählt, für die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten.

        Es ist ein neokoloniale Politik, durch die Ägypten tatsächlich zu einem Bereich in der Region umgebaut wird und das ist es, was schließlich sehr beunruhigend wirkt und es gibt eine Menge Verwirrung.

        Dies könnte sich möglicherweise auch zu einem Bürgerkrieg entwickeln. Ich behaupte nicht es wird, aber ich sage, es gibt im Moment Elemente der Krise, und es ist einfach so, dass beide Fraktionen innerhalb der Protestbewegung – die Anhänger von Mursi auf der einen Seite und die Protestierenden, diejenigen, die den Niedergang der Regierung der Muslimbruderschaft wollten – [dass] diese beiden Sektionen von denselben Handhabenden, westlichen Handhabenden, unterstützt werden, namentlich den Vereinigten Staaten von Amerika.

        Manche sind unterstützt von westlichen Stiftungen, andere sind unterstützt vom US-Militär – die engen Beziehungen des ägyptischen Militärs zum Pentagon, mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen wie Keyfia, April 6th Movement die, wie wir wissen, in der Vergangenheit sogar vom US-Außenministerium unterstützt worden waren.

        Also haben wir es mit einer Protestbewegung zu tun, die im Frühjahr 2011 manipuliert wurde und gegenwärtig manipuliert wird, im vorliegenden Zusammenhang mit der Gegnerschaft zur Mursi-Regierung.

        *Washington Consensus
        http://de.wikipedia.org/wiki/Washington_Consensus

        Michel Chossudovsky, Zentrum für Globalisierungsforschung (Center for Research on Globalization) Montreal

        Englisches Original: US controlling both sides of Egyptian coup d’état: Chossudovsky
        http://www.presstv.ir/detail/2013/07/06/312583/us-controlling-both-sides-of-egypt-coup/

        Die Macht (nicht nur in Ägypten): Washington Consensus (US/UNO-IWF/Weltbank) – http://de.wikipedia.org/wiki/Washington_Consensus

        Die Machtverwalter: Supreme Council of the Armed Forces SCAF – http://en.wikipedia.org/wiki/Supreme_Council_of_the_Armed_Forces

        Die Machttäuschung: “Free at last!” – http://www.trueten.de/uploads/web_military-coup-in-egypt-2-english.jpg

    2. Aber 5 milliarden von Qatar und zwei mal so viel von IMF schweigst du tot?

      Mein lieber Propagandist, hier bist du in Gesellschaft von Leuten die sowohl lesen können als auch denken, also lass es lieber sein. Deine Lügerei ist nur peinlich.

      1. @Tester
        „Mein lieber Propagandist“
        Wenn du hier weiter kommentieren willst, solltest du dir erstmal einen neuen Tonfall zulegen.

        Und zum Zweiten solltest du deine Behauptungen mit Quellen belegen, die deine Behauptungen auch belegen, anstatt hier einfach rumzulügen und andere zu beleidigen.

        In deiner Quelle steht nichts davon, dass die Regierung von Mursi Geld vom IMF bekommen hat.

        Da gab es seit vielen Monaten eine unvollendete Seifenoper zwischen Ägypten und dem IMF:

        http://www.dailynewsegypt.com/2013/06/10/the-egypt-imf-loan-negotiation-the-soap-opera-continues/

        Streit zwischen Mursi und dem IMF gab es insbesondere um Energie-Subventionen.

        http://news.xinhuanet.com/english/world/2013-05/21/c_132398381.htm

        Anders als es etwa Ahmadinejad im Iran getan hat, hat Mursi die ägyptischen Energie-Subventionen nicht abgebaut, und das, obwohl Ägypten finanziell mit dem Rücken zur Wand steht. Energie-Subventionen abzubauen, birgt das Risiko, damit kurzfristig die Bevölkerung gegen die Regierung aufzubringen, auch wenn es vielleicht langfristig sinnvoll ist.

        Geld kam unter Mursi vor allem aus Katar und der Türkei nach Ägypten.

        Vom neuen Putsch-Regime ist zu erwarten, dass es möglicherweise die Energie-Subventionen abbaut und damit einer Kernforderung des IMF nachkommt:

        http://www.google.com/search?q=Interim+Premier+in+Egypt+Could+Cut+Subsidies

        „genau 15,5% der Egypter haben für die Sharia-neocon “Verfassung” gestimmt“

        Aber noch weniger, nämlich nur etwa 10%, haben dagegen gestimmt.

      2. Quelle zu Qatar siehe oben, der Rest ist direkt auf imf-Homepage unter „Egypten“ zu finden.

        Und sorry, wenn man kein Klartext reden darf, dann kann man sich das Kommentieren hier auch komett sparen. Er IST ein Propagandist, ganz eindeutig. Wenn dich meine Worte stören, lass ich es auch – ist aber ein Verlust für dich.

      3. Die meisten haben die Abstimmung boykottiert, genaue Zahlen im letzten Artikel von Nazemroaya nachzulesen.

  5. @Tester
    Wenn du hier bist, um weiterhin anonym Lügen zu verbreiten, und andere Kommentatoren zu beleidigen, ja, dann lass es bitte, hier zu kommentieren. Sondere deine Lügen und Beleidigungen einfach woanders ab.

    Zum IMF: Da findet sich seit dem Amtsantritt von Mursi kein Kredit an Ägypten, nur das „Staff-Level Agreement with Egypt on a US$4.8 Billion Stand-By Arrangement“ vom 20. November, das, wie schon erklärt, bislang immer noch nicht Realität wurde.

    http://www.imf.org/external/country/EGY/index.htm?pn=0

    Zu Nazemroaya:

    http://www.voltairenet.org/article177238.html

    Nicht-Abstimmung ist keine Nein-Stimme und auch kein Boykott. Nicht-Abstimmung ist Nicht-Abstimmung, aus Desinteresse für Politik oder warum auch immer. Die Behauptung, dass die Mehrheit der Ägypter Mursi oder die Verfassung nicht leiden können, wird durch eine demoskopische Studie von Pew Research vom März 2013 konterkariert:

    http://www.pewglobal.org/2013/05/16/egyptians-increasingly-glum/

    Lesen und lernen. Äygpten ist größer als Down Town Kairo.

    1. Du redest von Beleidigung, aber mich ungeniert als Lügner bezeichnen? Holla die Waldfee…

      Alles was ich gesagt habe stimmt. Betr. IMF, es gab davor Mitte 2011 noch eine Tranche über 3,5 Milliarden, die später unter Morsi ohne Protest umgesetzt wurde. Einfach mal weiter zurück blättern auf IMF-Homepage.

      Kredite von Qatar sind bewiesen, sowie die Verbindung MB-Qatar.

      Verfassung Artikel zwei Zitat: „Islam ist die offizielle Staatsreligion und die Gesetzgebung basiert auf Sharia.“

      Die Zentralbank wird in der Verfassung als „unabhängig“ definiert, wir wissen ja was das heißt.

      Mein einziger Fehler war der letzte Kredit von IMF, da wohl doch noch nicht umgesetzt.

      Und dafür nennst du mich Lügner und verteidigst Sharia? Na danke. Von dir hätte ich echt mehr erwartet, vor allem da du den Anschein gemacht hattest, das Spiel in Egypten zu begreifen. War wohl Pustekuchen.

      Aber keine Angst, mich hörst du hier nie wieder. Alles gute.

      1. Tester
        „Verfassung Artikel zwei Zitat: “Islam ist die offizielle Staatsreligion und die Gesetzgebung basiert auf Sharia.” … Mein … Fehler … und dafür nennst du mich Lügner und verteidigst Sharia? Na danke.“

        Aha. Daher weht der Wind also. Und da soll noch mal jemand sagen, ägyptische Muslime hätten Unrecht, wenn sie vermuten, fanatische Islamhasser stünden in der ersten Reihe der Putschisten und ihrer Unterstützer.

        Bye, bye, anonymer Tester. Komm nicht wieder, auch nicht unter einem anderen Pseudonym.

      2. Eins noch – in Egypten leben dann wohl nur Moslems… ich Dümmerchen. Sehr demokratisch, jawohl.

        Die Verfassungsabstimmung hat bereits das Egyptische Verfassungsgericht für ungültig erklärt, eben weil NICHT von einer Nationalversammlung gemacht, sonern von den MB Jüngern in Eigenregie. Deswegen haben es so viele boykottiert. Siehe z.B. dradio.de/aktuell/1938067

        Und nun bin ich wirklich weg und sehr enttäuscht. Habe die Seite bisher nicht für eine rote Postille gehalten, habe mich aber sehr wohl geirrt. Trotzdem alles gute.

  6. Das Militär ist der Garant dafür, dass die Mubarakpolitik gegenüber Israel und dem Westen fortgesetzt wird. Mursi war einfach ein zu unsicherer Kandidat in dieser Beziehung. Es war ein leichtes für Militär und die alte Nomenklatura die Wirtschaft derart an die Wand zu fahren, dass sich Widerstand gegen den vermeintlich schuldigen Mursi bildet. Das Militär handelt im Interesse der USA, an deren Tropf es hängt. Und ein islamistisch Staatschef (auch wenn er demokratisch gewählt ist) wird nur dann vom Westen toleriert, wenn er eine neoliberale Agenda vertritt. Das hat Mursi nicht getan. Da war auch am Ende seine Machtteilung mit dem Militär, seine Unterstützung für die Terroristen in Syrien und die weitere Isolation der Palästinenser im Interesse Israels nicht genug. Und eine sich verselbständigende revolutionäre Entwicklung (sprich eine echte arabische Revolution) wurde bisher noch in jedem arabischen Land entweder verhindert oder im Keim erstickt (siehe Bahrain) oder aber in gewünschte Bahnen umgelenkt (siehe Tunesien).

    1. @John D.
      „Und ein islamistisch Staatschef (auch wenn er demokratisch gewählt ist) wird nur dann vom Westen toleriert, wenn er eine neoliberale Agenda vertritt. Das hat Mursi nicht getan. Da war auch am Ende seine Machtteilung mit dem Militär, seine Unterstützung für die Terroristen in Syrien und die weitere Isolation der Palästinenser im Interesse Israels nicht genug.“

      Eine neoliberale Agenda ist den Machthabern von USreal wichtig, aber ich glaube nicht, dass das der springende Punkt im Motiv der USrealischen Untertützung für den Putsch war. Ich glaube auch, Mursi hat demütigst so ziemlich alles getan, was USrael von ihm verlangt haben, auch in vieler Hinsicht eine neoliberale Agenda gefahren, und das war auch ein Grund für die gewachene Unzufriedenheit vieler Menchen in Ägypten mit Mursi.

      Mursi hat aber etwas gesagt, eine Ketzerei begangen, die von USrael mit Vernichtung bestraft wird:

      „Ich hoffe, dass aus Brics eines Tages E-Brics wird, wobei E für Egypt (Ägypten) steht“, sagte Mursi…

      Quelle: Mursi wünscht sich Brics-Aufnahme Ägyptens – Staatsbesuch in Indien

      http://brf.be/nachrichten/international/569561/

      Wenn jemand mit Fahnenflucht aus dem US-Empire liebäugelt, dann kann das Washington sehr wütend machen. Mursi konnte die Annäherung an die BRICS nicht umsetzen, weil er eingemauert war von einer US-treuen Armee und Justiz, aber Mursi hatte vor, sich – und Ägypten – aus dieser Einmauerung zu befreien:

      http://www.middleeastmonitor.com/news/africa/6481-key-issues-behind-timing-of-the-coup

      Da würde ich den Grund für die US-Unterstützung der USA für den Putsch sehen, nicht in dem, was Mursi getan hat, sondern in dem, was sie befürchteten, was Mursi in Zukunft möglicherweise hätte tun können: nämlich die Fesseln durch Armee und Justiz überwinden und den BRICS beitreten.

    2. PS: Interessanterweise bedeutet der Putsch jedoch nicht, dass Ägypten nicht über kurz oder lang auf BRICS-Kurs kommen wird. Die Bevölkerung Ägyptens kann die USA nicht leiden, und wer immer in Ägypten eine demokratische Wahl gewinnen will, kann damit Punkten, sich von den USA abzusetzen. Wollen die Gegner der Muslimbuderschaft Wahlen gewinnen, könnten sie sich gezwungen sehen, Ägypten weg von den USA zu steuern.

  7. VON DEN USA GEHT NUR BETRUG AUS.
    Man sollte nie vergessen, im Nahen Osten geht es um die Macht- und Herrschaftsdominanz Israels und des Zionismusses.
    Und also müssen wir davon ausgehen, dass die USA ihre Finger auch ganz massiv beim ägyptischen Militärputsch gegen Mursi und die Muslimbruderschaft im Spiel hat, und zwar nicht direkt von Seiten der Obamaregierung, sondern von Seiten der Republikaner, die mit den Saudis kollaborieren und also die Saudis initiieren das ägyptische Millitär zu unterstützen und zu finanzieren, um die Machtinteressen Israels im Nahen Osten zu sichern. Möglicherweise arbeiten sogar G.W. Bush und Obama bei diesem Komplott zusammen.
    Der Putsch gegen Mursi ist also kein ägyptisches Produkt, sondern von den islamfeindlichen Kräften der USA und Europas geschürt und gesteuert. Es geht nämlich – und zwar den sogenannten christlich zionistischen Kräften – darum die Ausbreitung des Islam – ob nun gemässigt oder fundamental – zu verhindern und säkulare Regierungen und Staaten zu installieren, da diese für den laizistischen, materialistischen Westen und Israel grundsätzlich leichter zu manipulieren und nutzzuniessen sind.
    Islamische Regierungen und Staatssysteme entwickeln aufgrund ihrer Spiritualität immer zu viel Eigendynamik und das insbesondere gegenüber den materialistischen, laizistischen Westmächten. Und darum müssen sie entspiritualisiert und also materialisiert und konsumorientiert sensibilisiert werden.
    Und das ist nur durch die Unterstützung und Förderung des sogenannten Liberalismus möglich.
    Verführ das Volk und befreie es zur Gier, und schon dient es dir als der hörige sklavische Kunde. Das Spirituelle verebbt, und der Materalismus dominiert immer mehr. Es geht den Westmächten und Zionisten darum die islamische Welt gesamtheitlich zu destabilisieren und also zu entmachten, um globale Herrschaft zu installieren.

    Die USA wollen nun in Syrien mitmischen, und da muss man sich bezüglich der Islamisten mit dem hörigen ägyptischen Militär den Rücken frei halten.
    Die Saudis sind nur zum Schein die derzeitigen Buhmänner und Widersacher der USA. Ein fauler Trick, um abzutäuschen wer der wirkliche Drahtzieher ist.
    Die Zionisten schlafen nicht damit sie Weltmacht erlangen.
    Es wird mit allen Mitteln getäuscht, getrickst, verwirrt, abgelinkt, falschinformiert. Die Allgemeinheit und die Gegener sollen den Durchblick verlieren und resigniert aufgeben, damit man dann nach Belieben zuschlagen kann.
    Gustav Staedtler
    ***
    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/f-william-engdahl/bruch-zwischen-saudis-und-washington-ueber-haltung-zu-aegypten.html

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