Mursi entpuppt sich als Marionette des rassistischen TV-Predigers Qaradawi

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat es in Bezug auf Syrien bis vor Kurzem geschafft, eine fragile Balance zu halten. Einerseits forderte Mohammed Mursi zwar in Solidarität mit der syrischen Muslimbruderschaft den Sturz der säkularen syrischen Regierung, andererseits lehnte er jedoch militärische Einmischungen von außen wie Luftangriffe durch die NATO ab, unterhielt anders als die GCC-Staaten weiterhin diplomatische Beziehungen zu Syrien und forderte gemeinsam mit den BRICS-Staaten eine politische Lösung des Konfliktes in Syrien.

Auf einer Großveranstaltung der Muslimbruderschaft in Ägypten zur Bekundung von Solidarität mit in Syrien aktiven Terroristen gab Mohammed Mursi, dessen Zustimmungswerte bei den Ägyptern in den letzten Monaten von 57% auf 28% gefallen sind, vor einigen Tagen die Änderung seiner Haltung zu Syrien bekannt. Mursi erklärte, dass Ägypten die dipomatischen Beziehungen zu Syrien abbricht, finanzielle Hilfen für in Syrien aktive Terroristen bereitstellen wird, nach Syrien reisende Terroristen diesbezüglich von Strafverfolgung freistellt und NATO-Luftangriffe auf Syrien sowie die Nichteinmischung des Auslandes in syrische Angelegenheiten fordert. Außerdem beschimpfte der ägyptische Präsident Schiiten als unrein und unsauber und deutete an, er beabsichtige, die ägyptische Armee zur Unterstützung des Terrorismus nach Syrien zu schicken.

Wenngleich Ägypten nur einen geringen Einfluss auf das Geschehen in Syrien hat, so rief Mursis Änderung seiner Haltung einige Reaktionen hervor. Hochrangige Berater von Mursi und Regierungsmitglieder Ägyptens ließen an die Presse durchsickern, dass sie über die Entscheidung Mursis nicht vorab informiert worden seien, sie diese Entscheidung ablehnen und sie den durch die überraschende Entscheidung Mursis entstandenen Schaden für möglicherweise irreparabel hielten. Ägyptische Oppositionspolitiker unterschiedlicher Farben erklärten sinngemäß unisono, die Rede Mursis sei ein weiterer Beleg dafür, dass Mursi nicht alle Tassen im Schrank habe, erkärten, die Revolution in Ägypten sei noch nicht zu Ende, und kündigten an, Mursi die Antwort bei geplanten Großdemonstrationen am 30. Juni zu geben, die das Ziel der Entmachtung von Mursi haben. Das ägyptische Militär ließ knapp ausrichten, für von Mursi angedachte Kriege im Ausland nicht zur Verfügung zu stehen.

Syrien erklärte, mit dem Abbruch der Beziehungen sei Mursi der von Israel und den USA angeführten Verschwörung und Aufstachelung gegen Syrien beigetreten, und die Tatsache, dass Mursi die israelische Botschaft offenhalte, die syrische hingegen schließe, zeige die Perversion von Mursi und seiner Gruppe. Russland erklärte, die Änderung der Position Ägyptens komme für Russland überraschend, Russland halte die ägyptische Positionsänderung nicht für eine Demonstration einer positiven Rolle Ägyptens in der Region und kündigte an, Ägypten um weitere Erklärungen diesbezüglich zu bitten. Der auswärtige Auschuss des irakischen Parlamentes erklärte, Mursis Entscheidung werde die internen Probleme von Ägypten vergrößern.

E ist schwer zu verstehen, was Mursi mit seiner überraschenden, radikalen und einsamen Entscheidung, die zu einem Zeitpunkt kommt, wo andere Staaten angesichts des sich abzeichnenden Sieges der syrischen Armee überlegen, abgebrochene Beziehungen zu Syrien wiederaufzunehmen, erreichen will. Innerhalb von Ägypten wird die radikale Entscheidung Mursis zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft führen und die Zahl seiner Gegner vergrößern. Mursi hat die letzten Präsidentenwahlen nur sehr knapp gewonnen, seitdem deutlich an Zustimmung verloren, und mit solch radikalen Entscheidungen wie der De-Facto-Kriegserklärung gegen Syrien und der Hetze gegen Andersgläubige treibt Mursi die Mitte, die er für sich und die Musimbruderschaft gewinnen muss, um an Zustimmung zulegen zu können, weiter von sich weg. Um in der Mitte beliebter zu werden, müsste Mursi demonstrieren, dass er und seine Muslimbruderschaft gemäßigter, toleranter und friedfertiger sind als ihre Kritiker das befürchtet haben. Doch mit seiner Rede gegen Syrien hat Mursi das Gegenteil demonstriert: die Muslimbruderschaft zeigt extremistischer, intoleranter und kriegslüsterner als viele ihrer Wähler sich das erhofft hatten.

Besonders deutlich zeigt sich dieser fundamentale Widerspruch in der Politik der ägyptischen Muslimbruderschaft an der schwierigen politischen Situation der im Gazatreifen regierenden bewaffneten palästinensischen islamischen Widerstandsbewegung Hamas. Hamas ist im Wesentlichen der palästinensische Teil der Moslimbruderschaft und die Widerstandswirtschaft des Gazastreifens ist aufgrund der israelischen Blockade auf Gedeih und Verderb vom Transit durch Ägypten abhängig. Hamas muss aufgrund dieser Abhängigkeit tun, was immer auch die ägyptische Muslimbruderschaft verlangt. So ist es zum Beispiel zu verstehen, dass Hamas ihr politisches Büro von Damaskus nach Katar verlegt hat, wo der katarische Schirmherr der ägyptischen Muslimbruderschaft herrscht. Gleichzeitig hängen alle bewaffneten palästinensischen Widerstandsbewegungen bei der Verteidigung gegen israelische Aggressionen und von Zionisten vorangetriebene Putsch-Komplotte vollständig von der Unterstützung mit Waffen und militärischer Logistik durch Syrien, Iran und Hisbollah ab. Außer Syrien und Iran ist kein anderer Staat Willens und in der Lage, palästinensische Widerstandsbewegungen mit Waffen zu versorgen, die israelische Aggressionen aufhalten können, weder das wirtschaftlich von Zionisten in Britannien abhängige Katar, noch Ägypten, dem durch dabei durch die Militärkooperation mit Israel Fesseln angelegt sind, und erst recht nicht Saudi Arabien, dessen Feudalregime bei der Gestaltung regionaler Außenpolitik als Marionette US-amerikanischer Zionisten agiert. Für die Hamas wirkt sich das gegenwärtig so aus, dass ihr politischer Flügel von Katar aus in die von Qaradawi betriebene Hetze gegen Syrien, Hisbollah und Iran einstimmt, und der militärische Flügel der Hamas im Gazastreifen versucht, die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Iran, Syrien und Hisbollah trotzdem fortzusetzen. Gleiches gilt erst recht für palästinensische Widerstandsbewegungen, die nicht von der Muslimbuderschaft dominiert sind: vom palästinensischen islamischen Jihad über die PFLP bis hin zu den Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden der Fatah legen alle bewaffneten palästinensischen Widerstandsbewegungen großen Wert auf die Fortsetzung der freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Syrien, Iran und Hisbollah.

Ohne die Unterstützung durch Hisbollah, Syrien und Iran wäre der palästinensische Widerstand am Ende, und das erklärt auch, warum das Interesse des zionistischen Apartheidregimes so groß ist, Syrien, Iran und Hisbollah zu zerstören. Wenn die Diktatoren von Katar und Saudi Arabien, der türkische Autokrat Erdogan, die Muslimbruderschaft und der ägyptische Präsident Mursi gegen Syrien, Iran und Hisbollah mobilisieren, und sie selbst dem palästinensischen Widerstand keine Überlebensperspektive bieten können, bedeutet das nichts anderes als dass sie damit dem Interesse des zionistischen Apartheidregimes an der Vernichtung des palästinensischen Widerstandes dienen, und mögen sie sich mit Lügen und Rhetorik auch noch so bemühen, das zu verschleiern. Sollte die Muslimbruderschaft weiter Druck auf Hamas machen, sich gegen Syrien, Iran und Hisbollah zu stellen, wird Hamas über kurz oder lang die Macht in Gaza verlieren, entweder an Israel und israelische Lakaien, oder an palästinensische Widerstandsbewegungen, die über die Waffen verfügen, um damit eine Machtergreifung israelischer Lakaien im Gazastreifen zu verhindern. Der Zusammenhang, dass Mursi und seine GCC-Kumpane einen rassistischen Terrorkrieg gegen die einzigen Staaten führen, die den palästinensischen Widerstand unterstützen, wird mit der Zeit immer deutlicher werden. Dass die von der Muslimbruderschaft gestellte ägyptische Staatsführung mit ihrem Extremistismus, ihrer Intoleranz und ihrer Kriegslüsternheit auch noch das Projekt der blutigen Zerstörung der Einheit der arabischen Welt und der Zerstörung des palästinensischen Widerstandes im Interesse des zionistischen Apartheidregimes vorantreibt, dürfte quer durch alle politischen Lager bei vielen Ägyptern ganz schlecht ankommen und Mursi nicht gerade stärken.

Offen bleibt die Frage, warum Mursi die Beziehungen zu Syrien so überraschend wie mutwillig zerstört hat, und das ausgerechnet jetzt. Die von säkularen Ägyptern, der christlichen Minderheit, Überbleibseln des Mubarak-Regimes und zionistischen Massenmedien seit Monaten vorangetriebenen Proteste gegen das Regime der Muslimbrüder, die Mursi als Versuch einer Konterrevolution bezeichnet, wird Mursi mit seiner überraschenden Rede zu Syrien und Schiiten sicher nicht besänftigen können. Klar ist, dass seine Unterstützer in den GCC-Staaten die Entscheidung begrüßen, und auch zur Muslimbruderschaft gehörende rassistische Kleriker in Ägypten und anderswo mit der überraschenden Entscheidung recht zufrieden sind.

Oppositionelle ägyptische Medien vermuten, dass die Ankündigung der Waffenhilfe durch das US-Regime zeitlich den Ausschlag gab. Die USA gehen vor und Mursi folgt einfach seinen Vorgaben aus Washington. Die syrische Nachrichtenseite Breaking News machte indes darauf aufmerksam, dass Mursi sich kurz vor seiner überraschenden Entscheidung mit einer vom in Katar residierenden rassistischen TV-Prediger Jusuf Qaradawi geführten Delegation von Takfiristen getroffen habe, und dort der Anstoß für Mursis überraschende Entscheidungen zu Syrien zu suchen ist.

Dem in London residierenden Diktator von Katar, der mit seinem TV-Sender Al Jazeera so etwas wie der Schirmherr sowohl von Qaradawi als auch der Muslimbruderschaft steht das Wasser gegenwärtig aufgrund des von ihm vorangetriebenen und schlecht laufenden Terror- und Propagandakrieges gegen Syrien bis zum Hals, oder gar höher. Kürzlich wurde in britischen Zeitungen berichtet, dass Hamad bin Chalifa Al Thani, der 61-jährige Diktator von Katar, sich in Kürze zur Ruhe setzen wird und die Herrschaft an einen ausgesprochen jungen Nachfolger übergeben wird. Der libanesische Widerstandssender Al Manar berichtete dazu, Hamad bin Chalifa Al Thani habe von den USA ein Angebot erhalten, dass er nicht ablehnen kann: entweder Hamad bin Chalifa Al Thani tritt mit seinen Getreuen zugunsten eines von den USA bestimmten Nachfolgers zurück, oder die USA werden alle Gelder seines Clans weltweit einfrieren lassen. Stabilisieren könnte der Diktator von Katar sein Regime möglicherweise, wenn die von ihm unterstützten Terroristen den Krieg gegen Syrien gewinnen, bevor der Dikator von Katar abtreten muss. Es ist durchaus möglich, dass der Dikator von Katar, der Mursi in den letzten Monaten mit Krediten wirtschaftlich über Wasser gehalten hat, nun seinerseits – möglicherweise im Auftrag seiner britischen und zionistischen Hintermänner – Mursi gedroht hat, ihm alle Kredite zu sperren, wenn Mursi sich nicht mit ganzer Kraft für den Krieg gegen Syrien ins Zeug legt, und Qaradawi Mursi obendrein angedroht hat, seine Anhänger gegen ihn aufzuhetzen. Saudi Arabien macht dabei sicher auch mit. Das würde bedeuten, dass Katars Dikator und sein Hassperdiger Qaradawi angesichts der verzweifelten Lage im Krieg gegen Syrien, obgleich es eigentlich längst aussichtslos ist, alles auf die Karte Eskalation setzen, ihre ihnen noch verbliebene Vormachtstellung in Ägypten dabei wie im Spielrausch einsetzen, und Mursi als Marionette von Qaradawi gegenwärtig keine andere Wahl sieht, als seinen Herren zu gehorchen, auch wenn das seinen eigenen Untergang bedeuten sollte. Der von der saudischen Dikatur betriebene TV-Sender Al Arabiya, der mit seinen Lügen auch eine treibende Kraft im Krieg gegen Syrien ist, hetzt seit einiger Zeit bereits gegen Mursi und wirft ihm vor, Kumpan von Assad zu sein.

Praktisch könnte diese Situation angesichts der Massenproteste und der Organstreitigkeiten in Ägypten darauf hinauslaufen, dass Mursi und die Muslimbruderschaft am Ende sind, und es in Syrien nach dem als Revolution bezeichneten US-geführten Putsch vor zwei Jahren, der die Muslimbruderschaft an die Macht gebracht hat, bald einen neuen Putsch gibt, und zwar diesmal einen Putsch gegen die Muslimbruderschaft. Für die Lage in Syrien bedeutet Mursis Kriegserklärung hingegen wenig. Mursi hat praktisch keinen Einfluss auf den Anti-Terror-Kampf in Syrien. Insbesondere mit Finanzmitteln kann Mursi den Terroristen in Syrien nicht dienen, denn Mursi ist selbst völlig klamm und Terroristen kommen aus Ägypten ohnehin nach Syrien, ob mit oder ohne Mursis Segen spielt da kaum eine Rolle. Das bedauerlichste an Mursis Kriegserklärung an Syrien und Schiiten ist wahrscheinlich, dass die Chance, den Konflikt in Syrien durch iranisch-ägyptische Vermittlung vorzeitig zu beenden, damit vermutlich verpasst wurde.

5 Gedanken zu “Mursi entpuppt sich als Marionette des rassistischen TV-Predigers Qaradawi

  1. Man darf nicht vergessen, die Moslembrüder hatten den Zulauf der benachteiligsten Schichten der ägyptischen Gesellschaft, weil sie, finanziert von Qatar, große Armenprogramme und -unterstützung machen konnten. Die Saudis hielten sich dabei an die Salafisten. Zusammen konnte das die Moslembrüder an die Macht bringen. Nun brauchen diese das Geld dafür, an der Macht zu bleiben und ihre Strukturen zu finanzieren. Durch die sog. Revolution sind die Einnahmen aus dem Tourismus, von dem sehr viele Ägypter lebten, eingebrochen, die Armut ist noch viel größer geworden, und jetzt reicht das Unterstützungsgeld nicht mehr hinten und vorne. Durch das vorsichtige Balanzieren hat Mursi auch die Gelder Qatars verloren. Die Salafisten sind gegen die Moslembrüder, weil die kein Kalifat errichtet haben. Die Säkularen sind sowieso gegen sie, und jetzt versucht Mursi, seinen Kopf zu retten und vor allem die Gelder aus Qatar und die Unterstützung der Salafisten sicher zu stellen. Das erklärt jetzt seinen Schwenk gegen Syrien und für den Jihad. Er ist auf Gedeih und Verderb auf die Gelder aus dem Ausland angewiesen, da Ägypten nach Nasser nur noch auf solche Quellen gesetzt hat. Bei einer galoppierenden Geburtenrate, begrenzten landwirtschaftlichen Möglichkeiten, einer ungenügenden Industrialisierung, großen Umweltproblemen und der Unterwerfung unter zionistische Interessen müsste die ägyptische Führung eine völlig neue Politik in Angriff nehmen, die die hohe Arbeitslosigkeit, das Analphabetentum, die Armut bekämpft und das geht bestimmt nicht mit Krediten aus dem Westen und von seinen Lakaien.

  2. Wohin, angenommen ich hätte haufenweise Geld kann ich es bringen, wo es NICHT von den USA eingefroren wird.
    „oder die USA werden alle Gelder seines Clans weltweit einfrieren lassen.“

    Das ist doch des Pudels Kern.
    Noch immer ist es DER Renner „Vermögen einfrieren“ im klassischen Sanktionsduell.

    Werden eigentlich andere Völker NIE schlauer. Wie viele Beispiele brauchen sie noch exemplifiziert bis sie begreifen das mensch mit dieser liederlichen UNwertegemeinschaft keine Geschäfte macht?

    1. Für den Aussenhandel muss Geld im Ausland vorhanden sein, wer würde ansonsten Waren in die entsprechenden Länder schicken. Das war bei Gaddafi nicht anders, dort hat man auch dieses geld beschlagnahmt und Teilweise an die Gegner verteilt. Wer weiß wieviel geld da wohl verschwunden ist, vor allem wenn man bedenkt das die Franzosen Geld welches Gaddafi angelegt hatte verspekulierten.

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