Al Jazeeras TV-Prediger Qaradawi stachelt zum Religionskrieg auf und die Tagesschau zensiert

Die Anti-Regierungskämpfer im Raum Qseir sind eingekesselt und befinden sich in einer militärisch hoffnungslosen Lage, genau wie der unkonventionelle Krieg gegen Syrien insgesamt in einer Sackgasse steckt. Gemeinsam mit Kräften der libanesichen Widerstandsbewegung Hisbollah ist es syrischen Sicherheitskräften in den letzten Wochen damit gelungen, die libanesich-syrische Grenze zu sichern und die in Syrien aktiven Terrorgruppen von ihrer westlichen Nachschubroute abzuschneiden. Während die Armee es deshalb in Qseir seit einigen Tagen wieder langsam angehen lässt, verstärken die Unterstützer der Terroristen in der zionistisch-wahhabitischen Wertegemeinschaft angesichts dieser sich abzeichnenden strategischen militärischen Niederlage wie erwartet ihre Bemühungen auf dem Feld der anti-syrischen Propaganda.

Vorgebliche Menschenrechtsorganisationen, die sich um Probleme wie die seit über einem halben Jahr andauernde mörderische Hungerblockade gegen Nubl und Zahra genauso einen feuchten Kehricht scheren wie sie sich nicht um die – nun durchbrochene – Hungerblockade gegen Rableh oder die massenhafte Vertreibung von Christen aus Qseir gekümmert haben, Staatsterroristen aus Britannien und ähnlichen Staaten und natürlich auch der notorische UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon beklagen nun ganz plötzlich eine schwierige Situation von Zivilisten in Qseir, und das, obwohl die syrische Regierung sich – etwa durch Maßnahmen wie dem Abwurf von Flugblättern mit Angabe sicherer Fluchtrouten – große Mühe gibt, die wenigen in Qseir noch verbliebenen Zivilisten nicht durch die Kämpfe in Mitleidenschaft zu ziehen. Diese Heuchelei angesichts der Niederlage der Terroristen, mit denen sie sympathisieren, überrascht nicht und ist nichts anderes, als das, was die Menschheit seit Jahrzehnten an Doppelmoral von ihnen gewohnt ist.

Bemerkenswert ist allerdings die Reaktion aus Katar. Jusuf al-Qaradawi, ranghöchster Staatsprediger von Katar, der seine Sermons mit Hilfe des staatlichen katarischen TV-Senders Al-Jazeera regelmäßig über die ganze arabische Welt auskippt, rief von Katar aus öffentlich alle Sunniten zum heiligen Krieg gegen die syrische Regierung und Hisbollah auf, die er als Partei des Teufels beschimpfte. Alawiten und Schiiten seien noch schlimmere Ungläubige als Juden und Christen, meinte er zur Begründung, und erklärte weiter, 1,7 Milliarden Sunniten sollten den Krieg gegen die gerade mal 100 Millionen Schiiten gewinnen. Angesichts dieser konfessionell geprägten Kriegshetze haben Katar, Qaradawi und Al Jazera sich damit also öffentlich und offen als eine wesentliche Quelle von rassistischem Hass präsentiert. Im Parteibuch war es auch in der Vergangenheit schon thematisiert worden, dass die Kriegsgegner Syriens gezielt auf eine wahhabitisch-rassistische und genozidale Kriegsstrategie setzen, aber so klar und deutlich wie beim katarischen Top-Kleriker Qaradawi war es selten zu sehen. Diese rassistische Hetze unterscheidet sich praktisch nicht von der Hetze, die Deutsche aus dem Geschichsunterricht über die Hitlerzeit kennen, und natürlich war der saudische Sender Al Arabiya sehr zufrieden damit.

Wer nun erwarten würde, westliche Medien würden diese Hasspropaganda als die rassistische Hetze bloßstellen, die sie ist, wird enttäuscht. Von Reuters bis BBC äußern westliche Medien praktisch durch die Bank Verständnis für diese rassistische Hetze, tragen die Anstachelung zum Rassenhass ggen Schiiten kritiklos weiter und nicht selten versuchen sie obendrein noch – der Tagesspiegel titelt beispielsweise Schiiten gegen Sunniten, obwohl die Wahrheit ganz anders ist – der syrischen Regierung, Hisbollah oder auch allgemein Schiiten die Schuld an der Hasspropaganda aus Katar zu geben. Euronews macht sich zur Vertärkung der Wirkung der katarischen Hasspropaganda gar noch die Mühe, einen wahhabitischen Terroristenführer aus Tripolis im Libanon als „sunnitischen Geistlichen“ in die Nachricht einzuführen, der Qaradawis Ansichten unterstützt. Wenn man davon ausgeht, dass die verantwortlichen Redakteure wissen, genauso wissen, was sie tun, wie der staatliche US-Sender „Voice of America“ – der diesmal in Bezug auf westliche Medien eine Ausnahme war und Qaradawis Sermon als Gießen von Öl in Flammen eines konfessionellen Feuers bezeichnete -, dann bedeutet das, dass Qaradawis gezielte Strategie, mörderischen religiösen, konfessionellen und rassistischen Hass zu schüren, um in Syrien mit einem Religionskrieg zum Sieg zu kommen, vermutlich absichtlich unterstützen.

Die staatliche deutsche Märchenschau verzichtete darauf, auf Qaradawis Aufstachelung zum konfessionellen Krieg einzugehen, und leierte stattdessen das Propaganda-Programm von den nun plötzlich in Qusair gefährdeten Zivilisten runter. In der Diskussion dazu meinte ein Diskussionsteilnehmer mit Pseudonym Ohnmacht sinngemäß, es werde in Syrien Massaker geben, gleich wer den Krieg gewinne, aber wenn die Rebellen gewinnen, würden es vermutlich mehr. Ein Parteibuch-Leser antwortete darauf folgendes:

@Ohnmacht

Nein, wenn die Armee gewinnt, wird es keine Massaker geben. Es gibt in dieser Auseinandersetzung nur eine Seite, die Alles daran setzt, um durch das Schüren religiösen Hasses die politische Auseinandersetzung in eine konfessionelle zu überführen.

Es ist nicht schwer zu erkennen. Katars führender Fernsehprediger Qaradawi hat gerade verkündet, Schiiten und Alawiten seien „noch schlimmer“ als Christen und Juden und alle „Sunniten“ aufgerufen, in den heiligen Krieg gegen die syrische Regierung und Hisbollah zu ziehen, damit die eine Milliarde Sunniten dieser Welt siegreich gegen 100 Mio Schiiten sind.

Die syrische Regierung versucht alles, um aus dem bewaffneten Konflikt eben keine konfessionelle Auseinandersetzung entstehen zu lassen. Sowohl die syrische Armee als auch Hisbollah sind multi-konfessionell organisiert und der syrische Verteidigungsminister ist selbst Sunnit, der wird bestimmt keinen besonderen Groll gegen Sunniten haben.

Die Zensur der staatlichen deutschen Tagesschau unterdrückte diesen Kommentar. Die Information, dass die westliche Wertegemeinschaft in Syrien an der Seite von mit goebbelesquer Propaganda rassistisch aufgehetzten Mörderbanden gegen ein multikonfessionelles Bündnis steht, ist bei der Tagesschau offenbar nicht erlaubt.

Nachtrag 7.6.2013: der saudische Top-Kleriker Shaikh Abdelaziz Al Shaikh hat sich zwischenzeitlich lobend über die rassistische Hetze von Qaradawi geäußert.

Nachtrag 10.6.2013: Reuters hat noch einige weitere „Mainstream-Kleriker“ der arabischen Welt ausgemacht, die versuchen, Gläubige zu rassistischer Gewalt oder sektiererischem Hass gegen Schiiten und Alawiten aufzustacheln: Salah Sultan, Generalsekretär von Ägyptens Supreme Council for Islamic Affairs, Sheikh Bilal Baroudi aus Tripolis im Libanon, Da’i al-Islam al-Shahhal aus Beirut und der saudische Senior-Kleriker Sheikh Saleh al-Fawzan, der Kleriker Imad al-Daya aus Gaza, der „salafistische“ Prediger Mohamad Daraz aus Hurghada in Ägypten.

Nachtrag 10.07.2013: Reuters meldet, dass der syrische Kleriker Sheikh Anas Ayrout aus Banias in der Provinz Tartous, der Mitglied der von der westlichen Wertegemeinschaft unterstützten Syrian Natinal Coalition ist und eine Faktion der Islamic Syrian Liberation Front führt, soeben öffentlich dazu aufgerufen habe, Alawiten zu terrorisieren und Kriegverbrechen gegen Alawiten zu begehen.

18 Gedanken zu “Al Jazeeras TV-Prediger Qaradawi stachelt zum Religionskrieg auf und die Tagesschau zensiert

  1. Nicht schlecht das unsere Presse auf der Seite von Leuten steht die offen einen Völkermord propagieren, welcher sogar die Verbrechen des Dritten Reiches in den Schatten stellen würde.
    Das muss man sich mal vorstellen, da sagt der ranghöchste Staatsprediger von Katar das man mit 1,7 Milliarden Sunniten die 100 Millionen Shiiten, davon leben die meisten überhaupt nicht innerhalb Syriens, plattmachen sollte. So dreist war noch nicht mal Hitler, aber 2013 stellt sich jemand vor die Kameras und fordert die Vernichtung von einer religiösen Gruppe (das ist Aufruf zum Völkermord) und die Presse schweigt.

  2. Wie damals in der Nazizeit ist auch hier der Aggressor eindeutig an seiner Hetzpropaganda zu erkennen, da braucht man nicht zu diskutieren oder zu theoretisieren. Natürlich betreibt das angegriffene Land auch Gegenpropaganda, aber der Aggressor dominiert dabei und ist dadurch als solcher zu erkennen.

    1. Das ist die lächrlichste zionistische Propaganda seit Langem.

      Der Unfug kam gestern schon in der zionistischen Gazette „Washington Post.“ Angeblich 2000 Hisbollah-Leute sollen für die nun anstehende Niederlage von Zigtausenden von FSA/AlCIAda-Terroristen in Aleppo verantwortlich sein. Lächerlich. Und dafür soll nun herhalten, dass – vermutlich ein paar Dutzend – Glaubensbrüder aus dem Libanon den Menschen in Nubl und Zahra helfen, sich vor der Vernichtung durch fanatische wahhabitische Rassisten zu schützen. Lächerlich.

      Die Zionisten suchen nach Ausreden für die Niederlagen ihrer Lakaien, und schieben es auf Hisbollah, um damit weitere konfessionelle Spannungen zwischen Muslimen anzuheizen.

      1. Nö, die wollen nur die mächtig gefährliche Bedrohung durch die Hezbollah propagieren. Von der Burgas-Ente über Buenos Aires bis zur Die-dürfen-nicht-in-Syrien-kämpfen-nur-unsere-Organfresser-dürfen-das-Hetze und ebenso mächtig gefährlichen Luftabwehrraketen werden wir medial auf den nächsten Versuch vorbereitet, den Litani zu erobern. Die IDF trainiert seit zwei Jahren den Zwei-Fronten-Krieg im Norden des Landes. So etwas tue ich nicht, ohne Absichten zu hegen.

  3. Ich habe da noch ein Leckerlie. McCain reichte es nicht, mit Kidnappern schiitischer Pilgerer vor der Kamera zu posieren,

    http://www.dailystar.com.lb/News/Middle-East/2013/May-30/218852-mccain-crosses-paths-with-rebel-kidnapper.ashx#axzz2UmAuHwbl

    nein, er reiste weiter nach Jemen, um dort die Abordnung jihadistischer Kämpfer nach Syrien zu empfehlen:

    http://yemenpost.net/Detail123456789.aspx?SubID=6925

    Der Mann ist gemeingefährlich. Er tritt in die Fußstapfen seines Vaters.

    1. Ach lassen wir diesen schlechten Verlierer doch einfach sein politisches Grab schaufeln, in ein paar Monaten wird Obamas Team diese Photos raussuchen und den Kerl bis auf die Knochen blamieren. Da Assad momentan mehr Jihadisten ins Grab befördert als die USA in zehn Jahren Nahostkrieg ist da für die Interventionsbeführworter eh nichts mehr zu holen, wenn sich die US-Opposition dann noch vor aller Augen blamieren will… nur zu.
      Die USA haben noch bnie auf Verlierer gesetzt, somit soll Mc Cain doch weiter mit Terroristen seiner Wahl Phototermine abklappern, früher oder später tauchen diese Photos wider auf. Zumal er sich bereits in Libyen mit den falschen Leuten hat sehen lassen.

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