Gedankentabu zum Doppelbombenanschlag von Reyhanli

Die staatliche deutsche Märchenschau berichtete am Samstag über die Explosion von zwei Autobomben in der türkischen Stadt Reyhanli, wodurch mindestens 40 Menschen ermordet und 100 weitere verletzt wurden, dass über die Hintergründe der Anschläge nichts bekannt ist.

Ein Parteibuch-Leser gab dazu bei der Tagesschau folgenden Kommentar ab:

Schlacht der Rache für Banias

Es gibt ein naheliegendes Tatmotiv. Rebellen der „Syrian Islamic Front“ haben vorgestern in der syrischen Provinz Idlib eine „Schlacht der Rache für Banias“ (englisch: Battle of Retribution for Banias) angekündigt. Die Auseinandersetzungen in der Gegend von Banias wurden von Rebellen und ihren Unterstützern als ethnisch motivierte Massaker von Alewiten begangen an Sunniten dargestellt. Der türkische Außenminister warf der syrischen Regierung gar „ethnische Säuberungen“ vor. Mit den Rebellen sympathisierende Medien stellen den Konflikt in Syrien oft als Ausinandersetzung zwischen Sunniten einerseits und Aleviten und Schiiten andererseits dar. In der nahe der syrischen Provinz Idlib gelegenen türkischen Stadt Reyhanli leben überwiegend Alewiten, die mit der syrischen Regierung sympathisieren.

Die Zensoren der staatlichen deutschen Tagesschau haben diesen Kommentar unterdrückt. Dass die Erklärung, der im Rahmen der Kriegsstrategie gegen Syrien gegen religiöse Minderheiten gezielt geschürte Hass habe nun zu einem sektierisch motivierten Terroranschlag in der Türkei geführt, den Unterstützern der Hassprediger, die den sektiererischen Hass in Syrien schüren, ungelegen kommt, ist verständlich. Trotzdem ist die Erklärung durchaus plausibel, und allemal plausibler als etwa die Behauptung von Rebellen, die Explosionen seien auf von syrischen Regierungstruppen auf die mit ihnen sympathisierende alewitische Bevölkerung von Reyhanli abgefeuerte Granaten zurückzuführen, oder Erdogans Versuch, den Doppelbombenanschlag von Reyhanli Kurden in die Schuhe zu schieben.

Über den gescheiterten Versuch syrischer Rebellen, in Banias eine neue Front zu eröffnen, berichtete das Parteibuch am 3. Mai, und erklärte dabei auch, dass die „Rebellen“ ihre Niederlage wieder einmal als Massaker vermarkteten, die türkische Regierung die Beobachtern längst bestens bekannte Massaker-Marketing-Strategie der Rebellen aufgriff und die syrische Regierung beschuldigte, in Baniyas ethnische Säuberungen gegen Sunniten durchzuführen. Rebellen in Syrien und einige ihrer Unterstützer beschuldigten einen türkischen Alewiten, im syrischen Banias Massaker gegen Sunniten begangen zu haben.

Syrische „Rebellen“ in der Provinz Idlib kündigten als Reaktion auf die angeblich ethnisch motivierten Massaker syrischer Regierungskräfte am Mittwoch eine „Schlacht zur Vergeltung für Banias“ an, wovon es beispielsweise Berichte in „rebellenfreundlichen“ Medien gab. Hass auf Andersgläubige ist unter syrischen Rebellen, die der wahhabitischen Ideologie des Hasses folgen, weit verbreitet. Wie selbst die staatliche deutsche Tagesschau vor einigen Wochen zugab, hegen zumindest einige „islamistische“ Rebellen in Syrien genozidale Absichte gegen Alewiten und wollen Im Fall einer erfolgreichen „Revolution“ in Syrien „den Alawiten die Köpfe abschneiden, weil sie Ungläubige sind.“

Über den nahe Reyhanli gelegenen syrischen Grenzübergang Bab Al-Hawa berichtete die ARD im Januar, dass dort im Zollhaus des Grenzüberganges „Abu Yusuf Abdurrahman Al-Suri“, der Anführer der islamistischen Rebellengruppe „Ahrar Al-Sham“, der zwischenzeitlich auch zum Anführer der „Syrian Islamic Front“ wurde, ein „Scharia-Gericht“ eingerichtet hat, und von dort aus er über die grenznahen Gebiete in der syrischen Provinz Idlib herrscht. Ahrar Al-Sham ist in den vergangenen Monaten mehrfach durch mörderische Autobombenanschläge in Syrien aufgefallen. Die „Schlacht zur Vergeltung für Banias“ wurde im Internet von islamistischen Rebellen bekannt gegeben, und unter anderem Ahrar Al-Sham nimmt der Ankündigung zufolge daran teil.

Wie dem auch sei. Die Bevölkerung von Reyhanli ist jedenfalls gerade sehr wütend auf Erdogan und die von ihm unterstützten Terroristen in Syrien.

Auch Reuters meldet Proteste gegen Erdogan und FSA in Folge der Anschläge.

Nachtrag: Es gibt ein deutliches Argument dagegen, dass der Doppelbombenanschlag von Reyhanli ein aus sektiererischen Gründen verübter Terrorakt war, nämlich zwar das genaue Anschlagsziel. Die Medien meldeten bisher Post und Rathaus. So wie es auf den Videos ausieht, die urs1798 unten als Kommentar gepostet, wurde auch SMC-Büro der FSA in Reyhanli getroffen, und da hat es zumindest Verletzte, möglicherweise auch Tote, gegeben. Allerdings gibt es in Reyhanli FSA möglicherweise an jeder Ecke. Die Todays Zaman meldete kurz vor den Anschlägen, Reyhanli habe 60.000 Einwohner und 80.000 syrische Flüchtlinge.

Nachtrag 2: Zwischen den zwei Explosionen sollen etwa 15 Minuten vergangen sein. Der stellvertretende türkische Regierungschef Besir Atalay behauptet, die Türkei wisse, welche Personen und Gruppe für den Anschlag verantwortlich seien. Die Täter seien aus der Türkei, die Organisation und die Täter hätten jedoch „Verbindungen zum syrische Geheimdienst“. Namen nannte er nicht, und Beweise legte er auch nicht vor. Ein Motiv, warum der syrische Geheimdienst so ein Risiko eingehen und damit einen offenen Krieg mit der Türkei riskieren sollte, ist aber nicht erkennbar. Selbst in der der AKP-Partei und Gülen-Bewegung war am Samstag zu lesen, dass die syrische Staatsführung dabei ist, den Krieg zu gewinnen. Es ist kaum anzunehmen, dass die syrische Staatsführung gewillt ist, den Sieg durch Bombenanschläge in der Türkei zu verspielen. Eher hätte die Türkei ein Motiv, einen False-Flag-Anschlag zu begehen, um einen Eingreifgrund in Syrien zu bekommen, und durch direkte Miitäraktionen in Syrien zu versuchen, den Sieg der syrischen Staatsführung im Krieg in Syrien zu verhindern. Etwa so hat sich auch, Alexei Pushkov, der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses der russischen Duma geäußert: egal, wer das in Reyhanli war, und warum, sie werden versuchen, es Syrien anzuhängen, um die Friedenskonferenz zu sabotieren und eine gewaltsame Lösung in Syrien durchzusetzen. Ria Novosti berichtet, NTV habe berichtet, an der Grenze zu Syrien seien in Verbindung mit den Anschlägen fünf Personen festgenommen worden, darunter drei Syrer. Der türkische Innenminister stieß zwar ins gleiche Horn wie der Vize-Premier, sagte aber, die Identität der Täter sei lediglich „in einem großen Ausmaß“ bekannt, und jedenfalls sei es absolut sicher, dass syrische Flüchtlinge nichts damit zu tun hätten. Xinhua meldet, der türkische Vizepremier habe gesagt, die Nummernschilder der Täter seien entdeckt worden, die Täter hätten eine Verbindung mit dem syrischen geheimdienst und der Anschag stehe in keiner Beziehung zu syrischen Flüchtlingen oder der syrischen „Opposition“. Das klingt doch sehr widersprüchlich.

Nachtrag 3: Es gibt neben den syrischen Terroristen noch eine Organiation, die für Autobomben bekannt ist, die ganz dringend einen Regime Change in Syrien will und die überhaupt keine Skrupel hat, zu Erreichen ihrer Ziele irgendwelche Muslime umzubringen: der Mossad.

Nachtrag 4: Auf Twitter kursiert die Information, dass die türkischen Behörden über die Bombenanschläge von Reyhanli eine Nachrichtensperre verhängt haben. Eine Bestätigung für diese Information lies sich bisher aber nicht finden.

Nachtrag 5: Ein Bericht bei RT legt die Vermutung nahe, dass es neben den zwei großen Explosionen eine Explosion im Haus der syrischen Flüchtlinge (aka SMC-FSA-Büro) gab, die später zu einem „Unfall“ mit einem Benzintank oder so etwas umdeklariert wurde. Die Vermutung, dass eine Explosion im Haus der FSA stattfand, die nicht zu den ersten zwei Autobomben gehörte, passt zu den von urs1798 geposteten Videos. Diese Explosion soll jedoch kein Terroranschlag, sondern ein Unfall gewesen sein. Damit wäre das möglicherweise eine Vertuschungsaktion, ein Fake oder False Flag, um die FSA als Opfer darstellen zu können, und von den sektierischen FSA-Bombenanschlägen gegen Post und Rathaus abzulenken. Damit wäre das Argument gegen den Terroranschlag aus sektiererischen Gründen entkräftet. Diese Variante würde auch erklären, warum die türkischen Behörden offenbar eine Mediensperre verhängt haben.

Nachtrag 6: Reuters meldet, die Türkei glaube, dass die Attentäter „loyal zu Bashar Al-Assad“ seien und dass der türkische Vize-Premier Besir Atalay gesagt habe, die türkischen Behörden hätten im Zusammenhang mit dem Anschlag neun Personen verhaftet, einschließlich des mutmaßlichen Drahtziehers, die allesamt türkische Staatsbürger seien. Die Identität der Personen hat die Türkei nicht offengelegt. Aber, berichtet Reuters weiter, Außenminister Ahmet Davutoglu hat gesagt, „man denke, die involvierten Personen hätten auch einen Angriff auf die syrische Stadt Banias vor einer Woche gstartet, durch den 62 Personen getötet wurden.“ Außerdem habe Davutoglu gesagt, „wir sollten vorsichtig sein gegen „ethnische Provokationen“ in der Türkei und im Libanon nach dem Massaker von Banias.“ Damit behauptet der türkische Außenminister also, dass eine zentrale Prämisse dieses Parteibuch-Artikels richtig ist, nämlich, dass es eine Verbindung zwischen den Ereignissen von Banias, den Anschuldigungen von ethnischen Säuberungen in Banias und den Bomben in Reyhanli gibt. Nur den Spin setzt die Türkei andersherum, und zwar sowohl bei den Auseinandersetzugen in Banias als auch bei den Bomben in Reyhanli.

Passend dazu, um dem Publikum klar zu machen, wen die türkische Regierung beschuldigen will, ohne Namen zu nennen, veröffentlicht die FSA-Propagandistin beim Spiegel Raniah Salloum beim Spiegel ein goebbeleskes Propaganda-Stück, in dem sie, wie es zuvor FSA-Terroristen getan hatten, versucht, dem in Syrien lebenden Türken Mihrac Ural die Verantwortung für die Auseinandersetzungen in Banias unterzuschieben. Außerdem gab der türkische Innenminister laut Reuters noch ein hartes Faktum bekannt: unter den Toten sind 35 Türken und 3 Syrer. Der Anschlag traf also in erster Linie Türken und nicht etwa syrische „FSA-Aktivisten.“

Nachtrag 7: Der syrische Informationsminister hat die Anschläge von Reyhanli als Terroranschläge gegen alle menschlichen und moralischen Standards verurteilt, den Märtyrern Beileid ausgesprochen und den Verletzten Genesung gewünscht. Außerdem sagte er, die türkische Regierung habe die Grenzgebiete in Sammelbecken für Konzentrationen internationaler Terroristen verwandelt und betonte, dass die türksiche Regierung immer noch die Lieferung von Waffen, Explosivstoffen, Autos, Geld und Mördern nach Syrien organisiert. Niemand in der Türkei habe das Recht, willkürliche Beschuldigungen gegen Syrien zu erheben, weil Syrien sich so nicht benommen hat und nicht so benimmt. Außerdem wies er darauf hin, dass der türkische Innenminister gesagt habe, Syrien sei schuldig, und er werde das beweisen, sobald es Beweise gibt, was nichts anderes bedeute als dass die Türkei beabsichtigt, diesbezügliche Beweise zu erfinden.

Nachtrag 8: Islamic Invitation Turkey meldet, dass der türkische Innenminister gesagt hat, dass die türkischen Behörden zwei Journalisten in Gewahrsam halten, die die ersten Videos über den Doppelbombenanschlag von Reyhanli aufgenommen haben und Fragen zu den Explosionen an sie gerichtet werden. Außerdem berichtete Islamic Invitation Turkey, dass das Gericht in Reyhanli jegliche TV- und Rundfunkberichterstattung über die Explosionen verboten habe.

Nachtrag 9: Islamic Invitation Turkey meldet, der türkische Außenminister habe erklärt, die türkischen Behörden hätten Informationen über diejenigen, die die Regeirung wegen der Anschläge via Twitter kritisieren, und es seien notwendige Maßnahmen gegen sie ergriffen worden.

Nachtrag 10: Breaking News meldet, Hisbollah habe verkündet, „die terroristischen Bombenanschläge (von Reyhanli) seien Teil einer Serie von ähnlichen Verbrechen gegen unschuldige Leute in mehr als einem arabischen und muslimschen Land, die nur von kriminellen Händen begangen werden können, alle Markenzeichen internationaler Geheimdienste aufweisen, und die dazu gemacht sind, um zu destabilisieren und Zwietracht und Unruhe in diesen Ländern zu erzeugen.“

Nachtrag 11: Die FR meldet, dass der türkische Innenminister Muammer Güler behauptet: Neun Verdächtige mit türkischer Staatsangehörigkeit seien verhaftet worden und hätten die Tat teilweise gestanden. Der türkische Vizepremier Atalay behauptet: „Wir haben herausgefunden, dass die Organisation und die Angreifer Beziehungen zum Geheimdienst in Syrien unterhalten haben … Das Ziel des Anschlags war eine Provokation, ein Versuch, Hass auf die Flüchtlinge zu schüren.“

Die türkischen Anschuldigungen kommen nicht überraschend. Den Ausdruck „die Tat teilweise gestanden“ kann alles mögliche bedeuten, bedeutet aber zunächst wohl, dass sie die konkrete Tat eben gerade nicht gestanden haben. Auch das verwundert nicht. Aber das hier ist interessant:

Am späten Samstagabend verhängte die türkische Regierung eine Nachrichten- und Fernsehsperre über die Region Hatay. Kommentatoren stellten im Fernsehen einen möglichen Zusammenhang her mit einem Bericht der Hürriyet, wonach der türkische Geheimdienst MIT am 23. April detailliert über Pläne eines Anschlags in der Türkei unterrichtet worden sei, diesen aber nicht angemessen nachgegangen sei.

Wenn die türkischen Behörden über Anschlagspläne vorab informiert waren, und dann eine Mediensperre verhängen, um ihr Versagen zu vertuschen, dann hat die türkische Regierung ein Problem, und zwar egal, ob es, wie die Hisbollah nahelegt, der Mossad war oder jemand anders.

Nachtrag 11: Die der türkischen Regierungspartei AKP und der Gülen-Bewegung nahestehende Zeitung Today’s Zaman meldet, „Polizeiquellen“ zufolge sind 5 der 9 verhafteten Verdächtigen Mitglieder der DHKP/C und die vier weiteren Mitglieder von Acilciler, einer Splittergruppe der THKP/C und die Verdächtigen werden beschuldigt, dabei geholfen zu haben, die mit Bomben beladenen Fahrzeuge in die Türkei zu verbringen. Das klingt nach Allem möglichen, nur nicht danach, dass die Türkei die Drahtzieher des Anschlags inhaftiert hat.

Und die AKP kommt unter Druck. Der Führer der nationalistischen MHP-Partei sagte der Zaman zufolge, Erdogans Diskurs des Hasses gegen Assad und die Provokationen gegen die Regierung in Damaskus kommen auf die Türkei zurück in Form von Attacken und Provokationen. Der Führer der republikanischen CHP-Partei sagte, die türkische Regierung soll all ihre Macht benutzen, um die Attacke aufzuklären und die Täter zu fangen, und außerdem soll sie „ihre interne und externe Politik revidieren“, damit nicht noch so ein Ereignis vorkommt. Rückendeckung bekommt Erdogan hingegen von der pro-kurdischen BDP-Partei, mit der Erdogan gerade einen PKK-Friedensdeal gemacht hat, deren Führer sagte, die Bomben zielten auf die friedliche Atmosphäre in der Türkei und nun sei die Zeit für Solidarität und Eintracht und nicht die Zeit, um die Regierung zu kritisieren.

Nachtrag 12: Die Today’s Zaman hat eine Räuberpistole veröffentlicht, worin sie behauptet, die mit Bomben beladenen Autos seien, nachdem sie mit dem Sprengstoff aus Syrien gekommen seien, zuerst in Ankara gewesen und dort vor der AKP-Parteizentrale von automatischen Kameras gesichtet worden. Ankara habe daraufhin Warnungen an alle Polizei-Stationen in Hatay gesandt, doch die Polizei dort hat die Autos vor der Explosion nicht finden können. Verhaftet worden seien laut Polizei DHKP/C, THKP/C bzw Acilciler-Mitglieder, die ausgesagt hätten, sie hätten das für Geld getan, und Auftraggeber für den Anschlag sei laut der wegen der Gewalt in Banias angeschuldigte Exil-Türke Mihrac Ural, dessen Familie verdächtigt wird, Acilciler zu sein. Der Sprengstoff sei in „versteckten Sektionen“ der Autos platziert gewesen. Polizeiquellen sagen nun, nicht 100kg Sprengstoff sei verwendet worden, sondern eher eine Tonne. Was für Autos das gewesen sein sollen und woher die türkischen Behörden vom darin versteckten Sprengstoff wussten, wenn sie beim Präparieren nicht dabei waren, wird nicht gesagt. Der BDP-Abgeordnete Ertugrul Kürkcü hat gesagt, dass Acilciler für den Anschlag verantwortlich sei, sei eine „bloße Phantasie“, denn dafür gäbe es keine konkreten Beweise.

Das Ganze sieht immer mehr nach einem fein geplanten False-Flag-Anschlag aus, der gezielt so eingefädelt wurde, dass Acilciler und die Familie von Mihrac Ural als Täter hingestellt werden sollten, und dieser False-Flag-Anschlag mit gezielter Lügenpropaganda vorbereitet wurde, die Mihrac Ural als verantwortlich für die Gewalt in Banias hingestellt hat. Es riecht nach Mossad und türkischem Geheimdienst. Aber der Plan, damit zu einer offenen türkischen oder US-geführten militärische Intervention in Syrien zu kommen, um die FSA vor der sicheren Niederlage zu retten scheint nicht aufzugehen. Eine offene Militärintervention in Syrien steht nicht zur Debatte, schreibt Cengiz Candar bei Al Monitor. Stattdessen gerät Erdogan unter Druck, seine aggressive Außenpolitik gegenüber Syrien zu ändern, damit sich so etas möglichst nicht wiederholt.

Nachtrag 13: Emre Uslu schreibt in der der AKP nahestehenden Zeitung Today’s Zaman, die regierungsnahe Presse der Türkei habe im April gemeldet, der türkische Geheimdienst MIT habe gemeldet, dass in der von „Oppositionellen“ (von der Türkei unterstützten Terroristen) beherrschten syrischen Stadt Raqqa drei Fahrzeuge mit Bomben präpariert worden seien, die für Anschläge in der Türkei bestimmt gewesen sein sollen. Aber die seien nicht die gewesen, die in Reyhanli explodiert seien, denn das seien Autos gewesen, die in der Türkei gekauft worden seien.

Nachtrag 14: Bayram Kaya behauptet in der Today’s Zaman, die Geheimdienstabteilung der Polizei habe am 9. Mai eine geheimdienstliche Warnung an 13 Sicherheitsbehörden versendet, dass ein Bombenanschlag in Reyhanli bevorstehe. Die Explosivstoffe sollten aus Lattakia über den Grenzübergang Yayladag in die Türkei gebracht werden, und die Bomben eigentlich bereits am 4./5. Mai in Ankara gezündet werden. Planr der Attack soll demzufolge Mirac Ural in Latakia sein. Vier angeschuldigte Personen werden in dem Artikl mit Initialien genannt. Die Information sei von einem „Tipgeber“ innerhalb der Terrororganisation THKP/C gekommen.

Nachtrag 15: Reuters Istanbul meldet, dass das Gericht in Adana im ersten Grichtstermin vier (der von den türkischen Behörden angeblich als Terroristenhelfer und angebliche Mitglieder der Terrororganisationen DHKP/C und THKP/C bzw Acilciler verhafteten) Personen auf freien Fuß gesetzt hat und die türkischen Sicherheitsbehörden vier weitere Personen verhaftet haben. Bei vier weiteren Personen ordnete das Gericht eine Fortsetzung der Inhaftierung an. Reuters schreibt dazu, es sei unklar, was den inhaftierten Personen vorgeworfen werde.

Nachtrag 16: Die FR berichtet, das türkische Internetnachrichtenportal Internet.Haber habe nach Aufhebung der Nachrichtensperre unter Berufung auf Menschenrechtler berichtet, „nach dem Anschlag hätten junge Männer in Reyhanli Syrer gejagt und mehrere erschlagen“ und „die Toten seien dann den Opfern des Anschlags zugerechnet worden.“

Nachtrag 17: Today’s Zaman schreibt, die türkischen Sicherheitsbehörden hätten einen „Hauptverdächtigen“ namens Mehmet Genc bei einem versuchten Grenzübertritt nach Syrien verhaftet und nennt einige weitere Namen von angeblich verdächtigen Personen.

Nachtrag 18: Islamic Invitation Turkey meldet mit Videobeweis, türkische Medien hätten versucht, Stimmen von Einwohnern von Reyhanli zu unterdrücken, die gesagt haben, die sogenannte „dritte Explosion“ sei kein Treibstofftank gewesen, und bei der Explosion seien 10 Menschen ums Leben gekommen.

29 Gedanken zu “Gedankentabu zum Doppelbombenanschlag von Reyhanli

  1. Auch für das oben eingebettete Video wurde anscheinend der Aufrufzähler gesperrt. Nicht mehr lange und Google könnte mit der Zahl 301 einen Universalcode für Zensur geliefert haben.

    1. Mittlerweile sollte auch dem allerletzten AOL-User klar sein, dass auf YouTube der Aufrufzähler jedes einzelnen Videos erstmal bei 300 Views stehen bleibt. Bitte aus Glaubwürdigkeitsgründen in Zukunft auf solche Zensuranschuldigungen verzichten oder mit Fakten untermauern.

      1. Mittlerweile sollte auch dem allerletzten unqualifiziert Kritisierenden klar sein, was ein Konjunktiv bedeutet. Bitte aus Glaubwürdigkeitsgründen in Zukunft zuerst lesen oder die Fakten lernen.

      2. Meine Antwort war zynisch, dafür entschuldige ich mich. Dein Kommentar deutete eine Sperrung bzw. Zensur auf YouTube an aufgrund des hängengebliebenen Zählerstand. Dieser Vorwurf hält sich im Web hartnäckig. Dabei würde er sich durch kurze Eigenrecherche (google „youtube 300“) so schnell in Luft auflösen. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass bei dieser Verifizierung der Klicks nicht auch noch ein kurzer Blick über das Video selbst schweift und es bei entsprechendem Inhalt „zufällig“ gelöscht wird. Bisher habe ich diese Erfahrung jedoch nur bei geschütztem Musikmaterial gemacht.

        Ansonsten haben wir ja hier einen YT-Profi (urs1978) der sich bestimmt zu der Frage äussern könnte, ob unangenehme Videos auf YT gelöscht werden.

        Es ist mir einfach ein Anliegen, dass keine Zensur-Vorwürfe gegen irgendwelche Seitenbetreiber gefahren werden ohne konkrete Beweise. Sowas macht „uns“ nur unnötig angreifbar. Glasklar und unbestritten sind jedoch die Vorwürfe gegen die Tagesschau, was uns auf diesem Blog immer wieder vor Augen geführt wird. Deshalb freut es mich umso mehr über folgende Kommentare, die gestern freigeschaltet wurden: http://meta.tagesschau.de/id/72936/syrien-kerry-sieht-starke-beweise-fuer-chemiewaffen-einsatz#comment-1035383

        „Liebe Medien, ich nenne das Beihilfe zum Völkermord. Hab ihr gar kein Gewissen ? Das ist Verrat am eigenen Volk, Freunden und euren Kindern. Soll das euer Erbe sein?“

      3. JVM sagt:

        “Liebe Medien, ich nenne das Beihilfe zum Völkermord. Hab ihr gar kein Gewissen ? Das ist Verrat am eigenen Volk, Freunden und euren Kindern. Soll das euer Erbe sein?”

        Was soll man dazu sagen, das finde ich der einzige richtige Satz. Wer heute denkt das seine Verhalten keine Auswirkungen hat auf Menschen die nach ihm kommen werden bzw in der direkten Blutlinie anstehen der IRRT.

        Im Deutschem Recht, ich schau mir das Deutsche Recht an nicht amerikanische s oder Britisches oder der gleichen.

        Im Deutschen Recht sagt: klipp und klar wer gegen die Guten Sitten verstößt ist Schadensersatzpflichtig. Wer eine Tatsache behauptet die der Unwahrheit entspricht das persönliche Fortkommen und den Kredit ( Leumund ist eine Form des Kredits) schädigt ist auch dann zu Schadenersatz verpflichtet, wenn er die Unwahrheit nicht kennt aber kennen MUSS. BGB verbotene Handlung 824 826 mal sollte öffter mal ein Gesetzbuch zur Hand nehmen.

        Das Völkerrecht welches über dem BRD Recht fungiert als Besatzungsrechtsrelevante Größe muss in diesem Zusammenhang ebenfalls eine Betrachtung bekommen. Denn diese sagt: Menschenrechtsverstöße gehen auf die nächste Generation über, bis sie gesühnt sind.

        Deine Aussage ist dahingehend zutreffend das neben der Judikativen Struktur von Richtern Rechtspflegern die gern Richter spielen, neben der Exekutiven Struktur Staatsanwälte Personen mit dem P… Wort auf der Brust, sowie der Legislativen Struktur auf Bundes-, Länderebene mit den Gehilfen der Finanzstruktur, in den Schadenersatzfokus bereits sind. Zu ihnen Gesellen sich Medien Bezahl-Journalisten hinzu. Das allein nicht auf nationale Ebene sondern auf Internationaler Ebene.

        Begriffen haben sie es noch nicht.Die internationale Gesetzeslage macht es möglich das sie in die internationale Strafverfolgung geraten. Für die Politiker Juristen die dieses Wissen besitzen gilt nur noch eins Spiel auf Zeit für die anderen dürfte mittlerweile der Zug vollkommen abgefahren sein.

        Sollten die USA neben Großbritannien aufgefordert werden Stellung zu beziehen, wie sie die Haftungsausfälle aus der erlassenen nicht ratifizierten BRD auszugleichen gedenken dürften hier sehr schnell ein anderer Wind wehen. Für was haben diese Personen wirklich Kinder in die Welt gesetzt.

        Die BRD ist noch nicht in den internationalen Fokus bzw. wird bis jetzt geschickt ausgeblendet, sollte aber ein Volk ein Staat die Fragen einmal offen stellen werden alle internationalen politischen Führer zur Schadensbegrenzung in Hochform auflaufen.

        Es steht mit dem Blickpunkt der BRD vielmehr auf dem Spiel, als mit dem ersten Eindruck feststellen lässt.

        Ich werde es nicht wiederholen, viel die Wissen recherchieren, kommen auf die gleichen Schlüsse. Es geht nur um deinen Satz und der ist nun mal zutreffend.

        Ich stell mir die komische Situation vor, wie die Personen vor dem Spiegel üben und ihren Familien klar machen, was auf sie zukommt, weil sie so ignorant intolerant und Hochverräterisch, gehandelt haben, alles aus Gier und niederen Beweggründen.

        Dabei haben die P… Wort träger den 6+3 mm Argumenten eine Vorteil. Nur benötigen sie drei davon. Das erste Argument wird für Dummheit stehen, das zweite für Ignoranz, und das Dritte für Haftung. Bleibt wie verfahren sie gegenüber ihren angehörigen. Wie ’89 der Zug dürfte diesmal abgefahren sein. Weil die Ratifizierung der BRD, nie stattgefunden hat.

        Was wird ein Volk unternehmen wenn die internationale Gerichtsbarkeit mit den Forderungen vor dem Nationalen Türe stehen und es um die Reputation des Volkes geht. Wird das Volk diese Menschen verstecken und Lobdudeln, was es für Helden waren?

  2. Interessante Videos, war eine Einrichtung der FSA ein Ziel, ein „Medien-Center“, SMC?

    Türkische Fahne neben FSA-Fahne, SMC -Logo…

  3. die staatsanwaltschaft hat eine nachrichtensperre eingelegt. es dürfen in den türkischen medien weder nachrichten noch videos aufgeführt werden. ich vermute mal, dass dort noch aufgeräumt und alles passend inszeniert werden muss. es gibt ein video der anti-essad rebellen, die diese bombenanschläge mit religiösen rufen feiern. dabei wird jubel bemerkt, nach der ersten explosion.

  4. In der österr Krone steht schon das die Türkei den syrischen Geheimdienst Assads verantwortlich macht

  5. nicht direkt der geheimdienst, es wurden 10 türken verhaftet, die mit dem syrischen geheimdienst sympatisieren würden. ziel war es syrien anzugreifen, aber das volk protestiert gegen erdogan, er solle zurücktreten. deshalb ist diese false flag operation gescheitert.

  6. Ebend lese ich in einem Kommentar auf Tagesschau.de diesen Satz „War es nicht Erdogan der bis zuletzt alles Versucht hat Assad mit allen Mitteln von Reformen zu überzeugen und deshalb von dem Westen Kritisiert wurde ?“
    Darauf antwortete ich mit der Überschrift „Patriot friedliche Mittel?“
    Ausserdem erinnerte ich mich an den Bericht von ASR wo Erdogan in Gewändern der wahhabitischen Saudis, in einem Syrischen Flüchtingslager auftrat. Entweder ist Erdogan ein ziemlich schlechter Diplomat oder er wollte einfach nur provozieren anstatt zu vermitteln. Die Konsequenz war klar „zensiert“ wurde mein Kommentar auf Tagesschau.de. Dafür darf Lohnschreiber tagtest wieder sein Geschwafel loswerden.

  7. Ich fall grad vom Glauben ab. Der Bericht im Heute-Journal 21:45 Uhr über den Anschlag in der Türkei, fällt ja komplett von der bisherigen Propagandalinie ab. Trotz Frau Slomka hinterm Tresen. Hatte ich eine Tonstörung???

    1. Ich denke mal das der versucht auf dem Klavier der westlichen Wünsche zu spielen. Er möchte dem Westen suggerieren das er und seine Kämpfer auch gegen den Iran zu kämpfen bereit wären.
      Das zeigt das sich in den Reihen der Terroristen die Erkenntnis durchsetzt das der Krieg verloren ist und nur noch ein direktes Eingreifen die Situation verändern könnte. Daher auch das anbiedern an diejenigen Kräfte im Westen die lieber heute als Morgen einen Krieg gegen den Iran vom Zaun brechen würden.

  8. Der Westen hat die Schnauze voll von diesen Amateuren und FSA- Terroristen. Jetzt muss eine Rechtfertigung her da man nicht mehr mitmachen will. Die Time ist bereits „gepolt“. Die Anderen folgen.

    http://world.time.com/2013/05/12/atrocities-will-be-televised-they-syrian-war-takes-a-turn-for-the-worse/

    Nun wird die FSA an Assad überlassen und bald werden Drohnen die Al Nousra bombadieren. Nur eine Frage der Zeit. Ich denke so zwei Monaten bis alle auf die neue Linie gebracht wurden

  9. @
    @007
    FSA-Kommandeur Abdulkadir Saleh versucht di Niderlag der Aufständischen mit groben Lügen zu überspielen, in der Hoffnung, es kommt doch noch Unterstützung durch US-Truppen.

    Die Wahrheit ist, dass die FSA so ziemlich erledigt ist. Von der Todays Zaman bis zur Washington Post gibt die anti-syrische Propaganda inzwischen zu, was hier im Parteibuch schon vor einigen Wochen zu lesen war: die Israel-NATO-GCC-Koalitin hat den Krieg gegen Syrien so gut wie verloren.

    http://todayszaman.com/blogNewsDetail_getNewsById.action?newsId=315123&columnistId=131

    http://www.washingtonpost.com/world/assad-forces-gaining-ground-in-syria/2013/05/11/79147c34-b99c-11e2-b568-6917f6ac6d9d_story.html

    @Hiobus
    Da die Einschätzung getroffen wurde, dass Syrien den Krieg gegen die internationale Kriegskoalition gegen Syrien gewonnen hat, fährt die westliche und zionistische Propaganda nun runter und versucht sich in Schadensbegrenzung. Zentrale Linie der Propaganda wird dabei sein: „Wir, der Westen, haben unser bestes gegebn, um in Syrien Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einzuführen. Unsere unfähigen syrischen Lakaien sind Schuld daran, dass der Regime Change in Syrien misslungen ist.“

    Es gibt noch mehr Zeichen dafür, dass die Propaganda runterfährt:

    http://www.foreignaffairs.com/articles/139373/efraim-halevy/israels-man-in-damascus?page=show

    http://www.tagesschau.de/ausland/syrien2798.html

    http://www.guardian.co.uk/environment/earth-insight/2013/may/13/1

    http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/may/07/west-cynically-bleed-syria-weaken-iran

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-05/syrien-konferenz-chancen

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-rebell-isst-herz-eines-assad-soldats-a-899439.html

    Das ist ganz eindeutig. Der Westen hat den Krieg verloren gegeben.

    1. @einparteibuch: Der Punkt ist, dass man den Bürgern (+ NGO`s), welche auf der FSA Seite stehen, irgendwie klar machen muss, dass man diese Vasallen nicht mehr unterstützt kann oder will. Dazu macht man jetzt massiv Propaganda. Man braucht eine moralische Entschuldigung. Dazu passen die Massaker und Morde der FSA bestens ins Konzept.

      Nun, die nächsten Monate werden entscheidend sein. Die Frühlingsoffensive der SAA hat bereits zahlreiche Erfolge gebracht und es geht nun Schlag auf Schlag. Al Qusair steht kurz vor dem Fall. Quellen sprechen von 2500 bis 4000 Kämpfer eingeschlossen, ohne Nachschub, getrieben durch die Offensive der SAA, abgeschnitten vom Libanon durch den Sperrriegel der Hisballah. Das wäre das aus der FSA- West Kampfguppe.

      Die Türkei als blinder Unterstützer der Terror FSA steht nun vor den Scherben der Revolution. Man säte Krieg und ernte Flüchtlinge. Erdowahn wirft seine Giftpfeile gegen Assad bereits seit geraumer Zeit und bauscht die Situation künstlich auf. Der Bombenanschlag könnte auch deshalb auf das Konto seines Geheimdienstes gehen um die Bevölkerung und die NATO auf seine Seite zu haben. Das ist aber eine ungesicherte Info.

      Erdowahn wird alleine nichts unternehmen. Da ist ihm politisch zu heiss. Militärisch könnte er bis nach Damaskus hingegen vorstossen. Dafür hat er die nötige Stärke. Die Araber würden aber sofort Assad decken wie beim israelischen Angriff. Der Weltsicherheitsrat würde protestieren und der Westen würde vor Wut toben. Erdowahn wird nichts machen ausser viele Drohungen und Worte.

      1. „Erdowahn wird alleine nichts unternehmen. Da ist ihm politisch zu heiss. Militärisch könnte er bis nach Damaskus hingegen vorstossen. Dafür hat er die nötige Stärke.“
        Das ist sehr fraglich. Hätte er die Stärke, hätte er das vermutlich schon gmacht. Er steht dabei zunächst vor den gleichen Problemen wie die US-Generäle bei einer No-Fly-Zone, nämlich der Pantsir-Luftabwehr und der Yakhont-Marineabwehr. Marschiert Erdogan mit Bodentruppen quer durch Syrien, steht er vor Problemen wie Boden-Boden-Raketen und C-Waffen. Obndrein muss er mit Gegenangriffen auf türkischem Boden rechnen.

        „Die Araber würden aber sofort Assad decken wie beim israelischen Angriff.“
        Die AL-Staaten wären nicht das Problem. Die GCC-Staaten würden Erdogan vermutlich sogar helfen. Iran, Hisbollah und Russland sind die Hindernisse, die auch eine Koalition von Türkei, GCC, Britannien und Frankreich nicht überwinden kann. Hisbollah könnte gemeinsam mit der syrischen Armee der türkischen Armee die Passage Homs – Damaskus sehr schwer machen. Iran, das Syrien durch einen Beistandsvertrag auf Gegenseitigkeit verbunden ist, könnte zum Beispiel im Südosten der Türkei eine Gegenoffensive starten.

        Der nicht zu überwindende Faktor ist schließlich Russland. Russland kann über Tartus beliebig lange beliebig viele Waffen beliebiger Art liefern. Greift die NATO die russische Basis in Tartus an, führt sie Krieg gegen Russland, und muss mit Gegenmaßnahmen bis hin zu nuklearer Vergeltung rechnen. Selbst wenn eine US-geführte Kriegskoalition Syrien überrollen würde, ließe sich so von Syrien mit Unterstützung durch iranische Einheiten und Hisbollah ein zermürbender Partisanenkrieg führen, so lange, bis die Besatzer wieder weg sind. Das würde sogar Obama politisch an der Heimatfront recht schnell das Genick brechen, und Erdogan noch viel schneller. Die Wahrheit ist, dass die NATO keine militärische Option hat, und Erdogan hat sie noch viel weniger. Überwinden ließe sich das allenfalls durch wirtschaftlichen und politischn Druck auf Iran, Russland und China. Doch das haben die NATO-Staaten bereits vergeblich probiert. China hat sich wirtschaftlich als inzwischen so stark erwiesen, dass die wirtschaftliche Kriegsführung nicht mehr funktioniert wie bei Jugoslawien und Irak.

        Es ist vorbei, die NATO-GCC-Israel-Koalition hat keine Optionen mehr.

  10. Hier ein Video, das zeigt warum eine Nachrichtensperre über den tatort verhängt wurde: Dierekt nach den Explosionen sammeln sich Menschen am Tatort und fordern Erdogans Rücktritt, sie machen ihn und seine Politik verantwortlich. Mal sehen wie lange unsere Medien das unterm Deckel halten können.

  11. Im nahen Osten gibt es eigentlich zwei Armeen, welche Operationen im grösseren Stil durchführen können. Das wären Israel und die Türkei. Sie verfügen über richtiges Gerät und das Wissen, wie man sowas macht.

    Der Rest der Länder in dieser Region hat nur auf dem Papier eine Armee und ist im Notfall kaum einsatztauglich. Dazu gehört auch Ägypten, Saudi- Arabien und der Iran. Seit dem Ende des WW II hat keine arabische Armee je einen Krieg gewinnen können (obschon der Iran nicht arabisch ist). Oft wird die Hisballah als schlagkräftie Truppe dargestellt. Das ist richtig, ist aber nicht als konventionelle Armee einzurechnen da sie keine operativen Aufgaben übernehmen kann.

    Türkei vs Syrien
    Die türkische Armee ist sehr gross, relativ modern und hat viel modernes Equipment. Sie ist im NATO Verbund drin und hat Zugang zu westlichem Knwo- How.
    Die SAA schätzte man vor dem Krieg auf ca 250`000 Mann, wobei vielleicht nur drei bis vier Divisionen als Kampftruppe mit moderenem Gerät ausgerüstet und auch im Notfall kampffähig waren (also gegen 80`000 Mann). Das Gerät ist alt und mit der Ausrüsung Iraks in den Kriegen 1991 oder 2003 vergleichbar. Die USA hat mit ihrem Gerät die Irakis besiegt und kaum Verluste eingefahren.

    Die Türkei könnte in Syrien locker einmarschieren und würde bis nach Damaskus vorstossen und Assad entmachten. Militärisch hat die SAA nicht entgegen zusetzen. Das muss man sehen und darf nicht naiv sein. Die Chemiewaffen werden auch nicht zum Einsatz kommen. Das ist zu komplex und das Handling braucht Spezialisten. Vermutlich hat die SAA nicht mal genügend Gasmasken und Schutzanzüge für die regularen Soldaten. Solch eine Giftgaswolke ist tückisch wenn mal der Wind nicht in Feindesrichtung weht….

    Warum die Türkei Syrien nicht engreift
    Obschon die Türkei militärisch Syrien deutlich überlegen ist, hat Erdowahn politisch den Rückhalt nicht um so was zu machen. Dazu braucht es eine Koalition der Willigen mit der USA als Schutzmacht im Weltsicherheitsrat. Die Lasten würden auch finanziell so verteilt. Die Araber mögen Erdowahns Ambitionen nicht so recht trauen. Vergessen ist das ottomanische Reich noch nicht….

    Schlussfolgerung
    – Erdowahn kann und wird gar nichts tun.
    – Die NATO wird nicht eingreifen.
    – Assad wird mehr oder weniger Ruhe herstellen in Syrien aber Terrorattacken werden nicht aufhören (so was wie im Irak jetzt)

    1. @ Hiobus
      Ich würde anraten, die Stärke der israelischen, der türkischen und der NATO-Armeen nicht zu überschätzen.

      Die syrische Armee ist wesentlich besser gerüstet als es die irakische Armee war, so etwa unter anderem mit Luftabwehrystemen vom Typ Pantsir ud Marine-Abwehrsystemen vom Typ Yakhont.

      Die türkische Armee versucht seit fast hundert Jahren vergeblich, einige bewaffnete Dissidenten im Südosten der Türkei niederzumachen.

      Die israelische Armee hat seit 1990 eine Reihe von Niederlagen hinnehmen müssen. 1990 hat ihre Kriegskoalition den Krieg gegen Syrien und Hisbollah im Libanon verloren, 2000 ist sie von Hisbollah und Syrien aus dem Libanon verjagt worden, 2005 ist sie von Hamas aus Gaza verjagt worden und 2006 hat sie im Libanon eine krachende Niederlage gegen Hisbollah eingestecken müssen. Dafür hat die israelische Armee versucht, sich zu rächen, indem sie ab Ende 2008 mit Massakern versucht hat, einen Regime Change in Gaza zu bewerkstelligen, was auch fehlgeschlagen ist.

      Die NATO-Armeen haben gerade im Irak den Krieg gegen die iranischen Qods-Brigaden und ihre Freunde verloren und sind auch dabei, den Krieg in Afghanistan gegen die pro-iranische Koalition zu verlieren.

      Fazit: die israelischen, türkischen und sonstigen NATO-Armeen sind in Westasien seit zwei Jahrzehnten nicht in der Lage, gegen die Achse des Widerstandes zu gewinnen. Ich glaube, dass ist auch der wahre Grund dafür, dass die Zionisten so wütend auf Iran sind. Was auch immer die Zionisten und die NATO in den letzten Jahren an Krieg in Westasien angezettelt haben, am Ende waren immer pro-iranische Kräfte obenauf. Ich glaube, das liegt nicht an der Bewaffnung der schrecklichen NATO- und Zionisten-Armeen, sondern am fehlenden politischen und strategischen Verstand der Zionisten.

    2. Was ist die Stärke einer Armee wert, wenn der Freiheitsgeist eines Volkes ungebrochen ist.

      Die Amis konnten die Iraker 2003 nur deswegen besiegen weil der Armeestab, vorher schon das eigene Volk verraten hat.

      Was können die Türken in ihrem Land? Es ist moralisch gespalten und würde bei einem offenen Krieg eine Balkanisierung des Landes gegenüberstehen. Armenier die in der Türkei leben haben ein Millionen Massaker nicht vergessen, Kurden die unabhängig werden wollen.

      Welche Moral oder Motivation bringt eine Armee mit wenn im Verlauf des Krieges die inneren Widersprüche immer größer werden, selbst wenn die Türken Damaskus erreichen würden, hätten die USA ein Problem ein groß-türkisches Reich wieder als Machtbasis zu erhalten. 100 Jahre sind vergangen und aus dem Staat Jugoslawien wurden eine instrumentalisierter Terrorraum mit potenzieller Unruhe geschaffen . Die Serben waren für die City of London ein Hilfspaket und dafür wurden sie 100 Jahre honoriert.

      Was bringen die Nato Staaten auf dem Moralischen Motivierenden Kriegs Gelüsten auf.
      BIS auf die Amis und Briten dürfte die Motivation bei allen anderen Nato Staaten sehr niedrig sein, eine Armee die Moralisch zwar hochgerüstet, aber demotiviert ist und dieses Faschistische Geschrei nur mit roher Gewalt versucht zu rechtfertigen ist immer unterlegen eines Volkes was für seine Freiheit kämpft.

      Warum wohl ist in der Kolonie BRD heute ein zunehmender Kolonialer Verfall zu beobachten, selbst wenn der Besatzer rund 70 Jahre Deutsche Staatsterritorium okkupiert hat, so erkennen wir die Flucht aus der BRD. Die USA wollen neben den Briten die Brd an die Europäischen Staaten verkaufen.

      Das sollten wir uns immer vor Augen halten. Mit der BRD werden eben moralische Grundsätze eines Staates mit Füßen getreten.

      Den Krieg könne die Briten und die USA im mittleren Osten nicht gewinnen, ihnen fehlt es an willen. Terrorakte sind ein Beleg dafür. Wir haben eine Bipolare Welt mit geistigen Kulturen die sich ausbreiten als Kommunikationsebene und nur so lässt sich in Zukunft eine Zivilisation aufbauen, bei dem Grenzen verschwinden Kulturbewusstsein übergreift anders was nicht nachhaltig ist verschwindet neues wir kommen. Krieg Terror Sklaverei Leibeigenschaft unter der Knute einer einzelnen Machtstruktur sind nicht zivilisatorisch sondern immer Barbarisch.

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