Was die Tagesschau zum Krieg in Afghanistan wegzensiert

Am Samstag ist neben sieben anderen NATO-Soldaten auch ein KSK-Soldat der deutschen Bundeswehr in Afghanistan getötet worden. Der staatlichen deutschen Tagesschau war das Ereignis eine Top-Nachricht wert. In den Kommentaren dazu wurde über das für und wieder des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan diskutiert. Anders als früher darf der Krieg nun in der Diskussion auch Krieg genannt werden und es sind sogar recht kritische Meinungen dazu erlaubt.

Es wurde sogar ein Kommentar freigeschaltet, in dem der getötete deutsche Soldat als „sinnlos gefallener Besatzer“ bezeichnet wurde. Doch frei ist die Diskussion immer noch nicht.

Ein Kommentator wurde bei der Tagesschau freigeschaltet, der schrieb:

… Wir sollten auch mal aufhören von gesetztes widrigen Einsatz zu sprechen, denn was machen wir dort unten?
Ist es gesetztes widrig sich zu wehren, Schulen zu bauen, Infrastruktur aufbauen und Staatliche Institutionen ausbilden und etablieren.
Das Sind die Sachen die keiner wissen will …

Ein Parteibuch-Leser antwortete darauf wie folgt:

„was machen wir dort unten?“
Als „wir“ verstehe ich im Folgenden vereinfachend die westliche Welt oder NATO.

Unterschiedliche Dinge. In den 80er Jahren etwa hat die westliche Welt dort die sunnitische Bevölkerung mit Propaganda, unter anderem in Schulbüchern, zum bewaffneten Jihad gegen Un- und Andersgläubige aufgestachelt und viele zerstörische Waffen, unter anderem Stinger-Raketen, an diese Jihadisten geliefert. Im Jahr 2001 hat die NATO erklärt, dass bewaffneter Jihad gegen Ungläubige Mist ist, hat dort die selbst herangezüchtete Jihad-Bewegung (Mujahedeen, Taliban) mit NATO-Truppen bekämpft, dabei erhebliche zivile Kollateralschäden verursacht, die Etablierung einer Demokratie erklärt, einen ihr genehmen Mann Karzai als Präsident eingesetzt und jede Menge Schmiergeld an Kriminelle verteilt. Im Jahr 2009 hat die NATO dann Karzai bei Wahlfälschungen unterstützt, um eine Präsidentschaft des beliebten pro-iranischen Politikers Abdullah zu verhindern.

So ist das. Leider.

Dieser Kommentar wurde von der Zensur der Tagesschau unterdrückt. Immer noch sind Hintergrundinformationen zu Afghanistan tabu, die die westliche Politik zu sehr als mehr als fragwürdig entlarven.

9 Gedanken zu “Was die Tagesschau zum Krieg in Afghanistan wegzensiert

  1. Danke für die ständige gemeinsame analytische Kritik an der tagesschau. Natürlich ist das Kanalarbeit, aber sie muss gemacht werden solange die deutsche Hauptropaganda-Posaune ist. Danke auch für die Links. Werde sie auf Hinter der Fichte posten. Interessant, wie die Terroristen zugeben, dass die Syrische Armee Fortschritte macht.

    1. https://www.facebook.com/SyrianAirForce

      Seite der syrischen Armee

      Syrian Air Force
      10. April :

      Needless to say, the terrorists around Damascus are suffering the same shock that their ancestors in Grozny suffered in 1999.

      Das hört sich nach einem Schlachtplan mit deutlich russischer Handschrift an.

    2. @Hartmut Beyerl
      Ich glaube nicht, dass die Tagesschau „die deutsche Hauptpropaganda-Posaune“ ist. Spiegel, Springer, Holtzbrinck, Bertelsmann, SZ, WAZ, DuMont und Co sind in ihrer Hetze meist nicht besser und sie haben vermutlich auch mehr meinungsbildenen Einfluss. Im Gegenteil. Das sind kapitalistische Unternehmen, die Geld verdienen wollen. Und Geld verdienem Medien mit Kriegshetze besser als mit Friedensaktivismus. Panzerverkäufer brauchen Kriegshetze.

      Aber: Die Tagesschau sollte ein Korrektiv gegen die systemisch bedingten Mängel der privaten Medien sein. Sie nennt sich deshalb Leuchtturm, also Orientierungshilfe im Dschungel der privaten Hetzer, die kapitalistische Interesen verfolgen. Sie sollte das sein.

      Leider ist die gebührenfinanzierte Tagesschau in der Praxis bei bestimmten Themen oft das Gegenteil, nämlich selbst Hetzer, Lügner, Wahrheitsverdreher, und damit anstelle von Leuchtturm nur ein weiteres Irrlicht. Da steckt eine systematische Politik hinter: Kritische und verantwortunsgvolle Journos werden zu DW oder in die Radioprogramme der Länder abgeschoben. Lügner und Hetzer finden bei der Tagesschau hingegen ein warmes Plätzchen wie einstmals bei der Wochenschau.

      Dass das so ist, ist kein Zufall oder Naturgesetz, sondern hängt eng mit der deutschen Nachkriegsgeschichte zusammen:

      https://www.radio-utopie.de/2008/04/06/zur-geschichte-der-mediensteuerung/

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.