„Westliche Wertegemeinschaft“ ermutigt zum Einsatz von Chemiewaffen gegen Iran und Freunde Irans

Im Krieg gegen den Iran hat der damals von den USA und anderen Mächten der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ unterstützte irakische Herrscher Saddam Hussein unter anderem chemische Waffen eingesetzt, so etwa 1988 kurz vor dem Ende des Krieges in Halabja.

Nachdem die irakische Stadt unter Kontrolle von vom Iran unterstützten kurdischen Kräften gekommen war, führte der Irak einen Giftgasangriff gegen die Stadt durch, dem laut Wikipedia mindestens 5000 Menschen, vermutlich noch viel mehr, zum Opfer fielen, die meisten davon kurdische Zivilisten. Wie in der New York Times aus dem Jahr 2003 nachzulesen ist, brauchte es sieben Wochen, bis der Sicherheitsrat dazu eine Erklärung verabschiedete, und als sie dann schließlich verabschiedet wurde, wurde in der Erklärung nicht etwa die irakische Regierung für den Einsatz von Giftgaswaffen verurteilt, sondern es wurde eine parteilich neutral formulierte Erklärung verabschiedet, die die Benutzung von Giftgaswaffen im Konflikt zwischen Irak und Iran von welcher Seite auch immer verurteilte und beide Konfliktparteien dazu aufrief, zukünftig vom Einsatz von Giftgaswaffen abzusehen. Wesentliche Technik zum Verzögern und Verwässern einer klaren Verurteilung Iraks seien US-amerikanische Lügen gewesen, dass der Iran angeblich auch Giftgas einsetze. Die Leveretts weisen aus gegebenem Anlass nun darauf hin, dass der damalige US-Außenminister George Shultz dazu später erklärt habe, die USA hätten den Aufbau von internatinalem Druck auf Saddam Hussein zur Beendigung des Einsatzess von Chemiewaffen verhindert, „weil man nicht wollte, dass Iran den Krieg gewinnt.“

Nach dem gestrigen Giftgaseinsatz von von der „westlichen Wertegemeinschaft“ unterstützten Anti-Regierungskämpfern in der Nähe von Aleppo, durch den 25 Menschen gestorben und mehr als 100 Menschen verletzt worden sind, hat der UN-Sicherheitsrat bisher keine klare Verurteilung des Giftgasterrors geäußert. Zwar hat Russland seine „tiefe Besorgnis“ über den Chemie-Waffeneinsatz durch Rebellen in Syrien geäußert, und auch der Iran hat den Chemiewaffeneinsatz durch bewaffnete Oppositionsgruppen „scharf verurteilt“, doch eine Verurteilung des Giftgaswaffeneinsatzes im UN-Sicherheitsrat steht in weiter Ferne, denn die westliche Wertegemeinschaft sträubt sich gegen die Verurteilung des von Anti-Regierungskämpfern in Syrien verübten Giftgasterrors.

Die US-Regierung erklärte, sie habe „keine Beweise“ für einen Chemiewaffeneinsatz. Der britische Botschafter bei der UN, Mark Lyall Grant, sagte Reuters zufolge, sie hätten die Berichte gesehen, doch sie seien „noch nicht vollständig verifiziert.“ Die westliche Wertegemeinschaft wendet also wieder genau die gleiche Strategie an, wie damals in den 80er Jahren als sie eine Verurteilung des Einsatzes von Giftgaswaffen durch Saddam Hussein gegen Iran und Freunde des Iran blockiert hat. Die Botschaft der westlichen Wertegemeinschaft an die Giftgas-Terroristen ist so klar wie damals bei Saddam Hussein: weiter so. Und auch das Motiv ist wohl wieder das gleiche: die westliche Wertegmeinschaft, insbesondere ihr westasiatisches Schmuckstück „Israel“, will nicht akzeptieren, dass der Iran einen von der westlichen Wertegemeinschaft „gestifteten“ Krieg gewinnt.

Manchmal wiederholt Geschichte sich. Bis zum totalen Bankrott.

Nachtrag: Frankreich und Britannien sträuben sich gegen eine UN-Untersuchung des Giftgaseinsatzes bei Aleppo. Russland hat Frankreich und Britannien nun im UN-Sicherheitsrat vorgeworfen, eine Untersuchung des Chemiewaffeneinsatzes bei Aleppo verzögern zu wollen. Frankreich und Britannien folgen also genau der von der westlichen Wertegemeinschaft bereits in den 80er Jahren angewandten Taktik, um eine Verurteilung ihrer Schützlinge wegen des Giftgaseinsatzes zu verhindern.

32 Gedanken zu “„Westliche Wertegemeinschaft“ ermutigt zum Einsatz von Chemiewaffen gegen Iran und Freunde Irans

  1. junge Welt vom 3.2.2003
    – »Die Vergasung von Halabja, und das wissen wir mit Sicherheit, erfolgte während einer Schlacht zwischen Irakern und Iranern«, führt Pelletiere in der NYT weiter aus. »Irak setzte Chemiewaffen ein, um die Iraner zu töten, die das (irakische) Dorf unweit der iranischen Grenze besetzt hatten. Wenn also dabei kurdische Zivilisten getötet wurden, dann hatten sie das Pech, ins Kreuzfeuer geraten zu sein. Aber ganz sicher waren sie nicht das Hauptziel der Iraker«, betonte der ehemalige CIA-Auswerter, um dann auf einen »dunkleren Teil der Geschichte« hinzuweisen:

    »Unmittelbar nach der Schlacht (von Halabja) führte die DIA (der militärische Geheimdienst der US-Army) eine Untersuchung durch, deren Ergebnisse in einem Geheimbericht festgehalten wurden«, so Pelletiere. »In diesem Bericht stand ganz klar, daß iranisches Gas die Kurden getötet hatte und nicht irakisches. Die Agency (DIA) hatte herausgefunden, daß beide Seiten in der Schlacht um Halabja Giftgas eingesetzt hatten. Der Zustand der Leichen der Kurden deutete jedoch darauf hin, daß sie mit einem Gift getötet wurden, der über die Blutbahnen wirkt, d.h. mit einem Gas auf Zyankali-Basis, das – und dies war bekannt – von Iran eingesetzt wurde. Die Iraker, bei denen davon ausgegangen wurde, daß sie Senfgas eingesetzt hatten, hatten zu jener Zeit kein Gas, das über die Blutbahnen wirkt«, führt Professor Pelletiere seine Beweisführung über die Lügen der Regierungen Bush und Blair zu Ende.

    Zugleich brachte Pelletiere sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, daß »diese Fakten schon seit langem öffentlich bekannt sind, aber im Zusammenhang mit der Halabja-Affäre so gut wie nie erwähnt werden«.

    Süddeutsche am 15.9.2003, heute unter 19.5.2010 abgelegt -> http://www.sueddeutsche.de/politik/generalsekretaer-daempft-erwartungen-annan-un-koennen-usa-im-irak-nicht-abloesen-1.914474
    – US-Außenminister Colin Powell besichtigte unterdessen auf seiner Irak-Reise ein Massengrab für etwa tausend Kurden. In Halabdscha sagte er, die Welt hätte früher gegen Präsident Saddam Hussein vorgehen müssen. Dies zeige der Giftgas-Angriff der irakischen Armee auf die eigene kurdische Zivilbevölkerung im Norden des Landes.

    Falls der Herr Professor tatsächlich erstaunt gewesen sein sollte, hätte er sich spätestens ab dieser Zeit auf einen PRopagandakurs für Anfänger einlassen sollen:

    aus http://en.wikipedia.org/wiki/Colin_Powell
    – Powell’s last military assignment, from October 1, 1989, to September 30, 1993, was as the 12th Chairman of the Joint Chiefs of Staff, the highest military position in the Department of Defense.
    … During this time, he oversaw 28 crises, including the invasion of Panama in 1989 to remove General Manuel Noriega from power and Operation Desert Storm in the 1991 Persian Gulf War.

    Und vom DIA-Bericht soviel Ahnung wie von seiner legendären UNO-PowerPoint-Demo🙂

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  2. Wieder ein gut recherchierter Artikel, der die heuchlerische Propaganda der westlichen Wertegesellschaft klarlegt.

    Zum gleichen Zeitpunkt wird ein amerikanischer Staatsbürger (der in Damaskus geboren wurde) als Nachfolger von Präsident Assad in den westlichen, freien und unabhängigen Medien vorgestellt …

    Der US-Sprecher verkündet ganz unverholen, das die NATO bereit für eine Befreiung sei – natürlich aus humanitären Gründen …(Giftgas gegen die Bevölkerung)

    Goebbels hätte es nicht besser timen können.

    So wird die Kriegspropaganda gegen Syrien/Iran mit allen Medien vorbereitet und noch nichteinmal viel verschleiert.

    Wer einigermaßen denken kann, erkennt diese Töne der USA-NATO-Zionisten-Kriegsverbrecher.
    Es sind die letzten Zuckungen des US-Zionisten-Imperialismus.
    Leider kann dies noch lange gehen und noch Millionen Menschen das Leben kosten.

    Durchkreuzen wir diesen Kriegsverbrechern ihre Pläne und verbreiten gegen die Medienmacht unsere Erkenntnisse.
    Widerstand ist angesagt !

    1. „Goebbels hätte es nicht besser timen können“.
      Genau, so wie der Granaten-Beschuss des türkischen Grenzdorfes: die syrische Armee soll’s gewesen sein.
      Geglaubt hat das eigentlich niemand und jetzt ist es auch noch amtlich. In einer östereichischen Militärzeitung wird berichtet, dass es Granaten aus NATO-Beständen waren.

      http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=828&Itemid=1

      Erdowahn liefert also erst die NATO Granaten an das Gesindel und schiebt es nacher Assad in die Schuhe.
      Sieht aus als würden manche Akteure, egal ob Cameron , Holland oder wer auch immer sich gegenseitig überbieten wollen in der Zurschaustellung ihrer Verkommenheit und Niedertracht.

  3. 10 Lehren aus SpOns dummer Berichterstattung.

    Nein, darauf warten wir wohl vergeblich, statt dessen belehren uns die SpOnner unbeirrt:

    aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/jahrestag-der-invasion-wie-der-irak-krieg-die-usa-veraendert-hat-a-886830.html
    – Jahrestag der Irak-Invasion: Zehn Lehren aus Amerikas dummem Krieg

    SpOn, der Leuchtturm aufgeklärter Welterklärer serviert zum Jahrestag PRopaganda für die Annalen der reinen Lehre.

    10 Lehren über verlorene KRIEGe, um die Gehirne der Amis und ihrer Provinzen auf Kurs zu halten:

    Nichts davon war vorherzusehen.
    Niemand hat uns davor gewarnt, weder vor Folgen allgemeiner Natur noch vor den Kosten.
    Da wir diesen KRIEG verloren, haben wir ihn auch nie befürwortet.
    Wie jedem einleuchtet, war das nicht unser KRIEG, sondern der KRIEG der Neo©ons.
    Wir, die unschuldige Masse haben sie 2 Mal gewählt, aber wir haben nichts, rein gar nichts mit den Neo©ons zu tun.

    „Yes we can, we can“ alles, „we can“ sogar PRopaganda fressen bis zum Halszäpfchen ohne uns zu übergeben.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  4. Dieses Halabja Massaker könnte sehr wohl ein inszenoertes sein, das den Übergang vom Freund Sadam Hussein zum bösen massenmordenden Diktator markieren sollte:

    Nicht alles, aber ein Einstieg in das Thema:

    What happened in Kurdish Halabja?
     
    By Mohammed al-Obaidi
    Tuesday 04 January 2005, 21:31 Makka Time, 18:31 GMT  

     Related:
    Why Iraqis should boycott elections

    The truth of what happened in Halabja had always been hidden from the public, and many who knew exactly what happened in this Kurdish village in the second half of March 1988 disputed the western media coverage of the story.

    It is a fact that key Kurdish leaders aided by the CIA and the Israeli Mossad have used a wide network of public relations companies and media outlets in the west to manipulate and twist the truth of what happened in Kurdish Halabja in 1988 in favour of the Kurdish political parties.
    In 1993, an organisation was established in Israel called The Kurdish Israeli Friendship League founded by a Jewish Kurd called Moti Zaken, who originally immigrated from Zakho, Iraq, and worked closely with the American Zionist lobby in the US.
    His efforts ended in 1996 in the establishment of the Washington Kurdish Institute, an organisation founded with the financial help and supervision of the Zionist Mike Amitay.
    Mike Amitay is the son of Morris Amitay, a long-time legislative assistant in Congress and lobbyist for the influential American Israeli Public Affairs Committee. 

    „Iran did not use chemical weapons on Iraq, which was its enemy“
    Darouish
    More comments…

    Amitay senior is an adviser to Frank Gaffney’s Centre for Security Policy and the former vice-chairman of the Jewish Institute for National Security Affairs (JINSA), a US-based pro-Israeli Likud advocacy outfit that specialises in connecting US military brass to their counterparts in the Israeli armed forces.
    JINSA associates include Dick Cheney, John Bolton, Douglas Feith, and Richard Perle. A group of Kurdish figures known for their connection with the Israeli Mossad manage the Washington Kurdish Institute. Those are: Najmaldin Karim, Omar Halmat, Birusk Tugan, Osman Baban, Asad Khailany, Kendal Nezan, Asfandiar Shukri and Mohammad Khoshnaw.
    Such organisations have devoted themselves to championing the claims that the Iraqi army bombed Kurdish villages with chemical agents throughout 1988.
    According to Human Rights Watch (HRW) „at least 50,000 and possibly as many as 100,000 people, many of them women and children, were killed out of hand between February and September 1988, the victims being Iraqi Kurds systematically put to death in large numbers on the orders of the central government in Baghdad“.
    „It is a fact that key Kurdish leaders aided by the CIA and the Israeli Mossad have used wide network of public relation companies and media outlets in the west to manipulate and twist the truth of what happened in Kurdish Halabja in 1988 in favour of the political Kurdish parties“

    There are other champions of the genocide claim. One is Jeffrey Goldberg, whose 18,000-word story, The Great Terror, in the 25 March 2002 issue of The New Yorker forms the basis of the US Department of State’s website on alleged Iraqi genocide.
    Goldberg’s story is long on lurid details; we are told, for instance, that one woman, Hamida Mahmoud, died while nursing her two-year-old daughter. Goldberg also follows the Human Rights Watch formula in invoking the Nazis: „Saddam Hussein’s attacks on his own citizens mark the only time since the Holocaust that poison gas has been used to exterminate women and children.“
    What Goldberg did not tell his readers about is that he has dual Israeli/American citizenship and served in the Israeli defence forces a few years back. Or that he purposefully ignored the War College report, which, of course, reached quite different conclusions.
    The Iraqi army allegedly used chemical weapons in „40 separate attacks on Kurdish targets“ during a campaign that HRW labels as genocide.
    The most prominent of these purported attacks was the March 1988 „chemical assault“ on the town of Halabja, in which the number of dead, according to Human Rights Watch „exceeds 5000“.
    It is known that both Iran and Iraq used chemical weapons in their eight-year war from September 1980 to August 1988. Most of Iraq’s alleged assaults on the Kurds took place while this war was raging, although Human Rights Watch claims the attacks extended into September 1988.
    Iraq has acknowledged using mustard gas against Iranian troops to overwhelm the human waves tactic used by Iranians who wanted to benefit from the fact that they outnumbered Iraqis, but has consistently denied using chemical weapons against civilians.
    The only verified Kurdish civilian deaths from chemical weapons occurred in the Iraqi village of Halabja, near the Iran border, are several hundred people who died from gas poisoning in mid-March 1988.
    Iran overran the village and its small Iraqi garrison on 15 March 1988. The gassing took place on 16 March and onwards; who is then responsible for the deaths – Iran or Iraq – and how large was the death toll knowing the Iranian army was in Halabja but never reported any deaths by chemicals?
    The best evidence to answer this is a 1990 report by the Strategic Studies Institute of the US Army War College. It concluded that Iran, not Iraq, was the culprit in Halabja.
    „The Iraqi army allegedly used chemical weapons in „40 separate attacks on Kurdish targets“ during a campaign that HRW labels as genocide

    While the War College report acknowledges that Iraq used mustard gas during the Halabja hostilities, it notes that mustard gas is an incapacitating, rather than a killing agent, with a fatality rate of only 2%, so that it could not have killed the hundreds of known dead, much less the thousands of dead claimed by Human Rights Watch.
    According to the War College reconstruction of events, Iran struck first taking control of the village. The Iraqis counter-attacked using mustard gas. The Iranians then attacked again, this time using a „blood agent“ – cyanogens chloride or hydrogen cyanide – and re-took the town, which Iran then held for several months.
    Having control of the village and its grisly dead, Iran blamed the gas deaths on the Iraqis, and the allegations of Iraqi genocide took root via a credulous international press and, a little later, cynical promotion of the allegations for political purposes by the US state department and Senate.
    Stephen Pelletiere, who was the CIA’s senior political analyst on Iraq throughout the Iran-Iraq war, closely studied evidences of „genocide in Halabja“ has described his group’s findings:
    „The great majority of the victims seen by reporters and other observers who attended the scene were blue in their extremities. That means that they were killed by a blood agent, probably either cyanogens chloride or hydrogen cyanide. Iraq never used and lacked any capacity to produce these chemicals. But the Iranians did deploy them. Therefore the Iranians killed the Kurds.“
    Pelletiere’s report also said that international relief organisations that examined the Kurdish refugees in Turkey failed to discover any gassing victims.
    After 15 years of support to the allegations of HRW, the CIA finally admitted in its report published in October 2003 that only mustard gas and a nerve agent was used by Iraq.
    The CIA now seems to be fully supporting the US Army War College report of April 1990, as a cyanide-based blood agent that Iraq never had, and not mustard gas or a nerve agent, killed the Kurds who died at Halabja and which concludes that the Iranians perpetrated that attack as a media war tactic.
    Despite the doubt cast by many professionals as well as the CIA’s recent report, and after years of public relations propaganda made for the Kurdish leaderships by the assistance and support of the Israeli Mossad, the issue of genocide has been marketed to the international community.
    In a telephone interview with the Village Voice in 2002, Stephen Pelletiere said: „There is to this day the belief – and I’m not the only one who holds it – that things did not happen in Halabja the way Goldberg wrote it.
    „And it is an especially crucial issue right now. We say Saddam is a monster, a maniac who gassed his own people, and the world should not tolerate him. But why? Because that is the last argument the US has for going to war with Iraq.“
    Professor Mohammed al-Obaidi is the spokesman for the People’s Struggle Movement (Al-Kifah al-Shabi) in Iraq, and works as a university professor in the UK. He was born and educated in al-Adhamiyah district in Baghdad. He is writing a book about Halabja.

  5. @08oo
    Ja, es könnte sein, dass Irak das nicht getan hat. Allerdings sind die Kurden des Irak und auch die irakische Regierung da ganz anderer Meinung. Und den Kurden des Irak kann man derzeit kaum unterstellen, übermäßig iran-freundlich zu sein. Im Gegenteil – die kurdischen Gebiete sind heute der einzige Teil des Irak, der halbwegs US-freundlich ist. Deshalb glaube ich da den Kurden.

    Davon abgesehen ist das Interessanteste an der US-Haltung, dass sie 1988, obwohl ihre Erkenntnisse anders waren, gezielt Märchen erfanden und leugneten, dass Saddam Hussein Giftgas einsetzte, weil sie wollten, dass der Iran den Krieg nicht gewinnt, und dass sie 2003, als sie Kriegsgründe für einen längst beschlossenen Krieg brauchten, Saddam Hussein eben aufgrund jenes Einsatzes von Giftgas des Massenmordes beschuldigten.

    Die tatsächliche Wahrheit interessiert die USA überhaupt nicht. Die USA verkünden als ihre „Wahrheit“ einfach stets das, was gerade praktisch in ihr geopolitisches Kalkül passt. Ändert sich das geopolitische Kalkül der USA, ändern die USA ihre Wahrheit – wie bei George Orwell beschrieben. Und das tun sie manchmal sogar mehrfach, erst eine Lügengeschichte, dann eine genau entgesetzte Lügengeschichte, und später tischen die USA womöglich noch eine dritte, ganz andere Lügengeschichte auf – immer so, wie es ihnen jeweils ins Kalkül passt.

    Die Geschichte von Halabja ist so ein Beispiel, wo die USA ihre „Wahrheit“ jeweils so angepasst haben, wie es in ihr geopolitisches Kalkül gepasst hat.

    1. SpOn am 16.12.2003 -> http://www.spiegel.de/politik/ausland/jagd-nach-saddam-us-demokrat-wirft-bush-inszenierte-festnahme-vor-a-278552.html
      – … Saddam … bei seiner Festnahme …
      Auf den Gasangriff gegen die Kurden in Halabscha angesprochen, bei dem Tausende ums Leben kamen, habe er erklärt: „Das waren die Iraner.“

      Ob dem schieren Chaos während des Jahre dauernden 911-Debakels „passierten“ minunter sporadische Rückfälle in weniger SpOnnerte Zeiten – so wie das auch heute noch vorkommt, nur halt sehr viel seltener. Wer lesen wollte, konnte durchaus auch in HofberichtBEstattungsinstituten das eine oder andere Schnäppchen erfahren. Warum Saddam bei SpOn derart prominent zu Wort kommt und die offzielle Haltung dementieren durfte, ergibt aus heutiger Sicht noch weniger Sinn als damals.

      Dazu ein später Thread zum WIKI-Eintrag, Stand 5.9.2012 -> http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=263877
      – … während einer irakischen Offensive feuerten die Iraner eine große Anzahl mit Phosgen gefüllter Raketen auf irakische Stellungen ab. Aber manche flogen zu kurz und gingen im kurdischen Siedlungsgebiet entlang der Grenze nieder. Dies wurde in einem Bericht der U.S.Military College of War bestätigt, der den Irak völlig freisprach.

      Obwohl die Anklage völlig abgewiesen worden war, wiederholte Karen Hughes, die Repräsentantin von George Bush, fast 30 Jahre (??) später diese Lüge auf einer Goodwill-Tour durch Malaysia und schmückte sie mit der Behauptung aus, „30.000 Kurden“ seien von „Saddam Hussein zu Tode vergast“ worden.

      Jemand aus ihrer Zuhörerschaft griff ihre Behauptung an, und am nächsten Tag war Hughes dazu gezwungen, ihre Geschichte zurückzuziehen und zu sagen, sie habe sich „versprochen“. Eine Untersuchung dieses Vorfalls deckte auf, daß Hughes tatsächlich die Lügen geglaubt hatte, die sie wieder und wieder von Präsident Bush, Premierminister Blair, Staatssekretär Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gehört hatte. Allein dies sollte uns viel über die Allmacht der Propaganda sagen.

      Die Tatsache dieses Vorfalles, so wie sie vom War College berichtet worden waren, wurden später von der US-Armee und einer zweiten US-Quelle bestätigt.

      Der werte @nereus hat das Glück auf seiner Seite, denn mit der „zuletzt am 19. März 2013 um 17:53 Uhr geändert“-en Fassung haben seine Zitatstellen nicht viel mehr gemein als die Beweisstellen für lebhafte Plastizität der Halabja-PRopaganda.

      für’s Archiv ein Ausschnitt der Halabaja-Variante von heute:
      – Kurz nach dem Angriff scheiterte eine Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat am Veto der USA und den Enthaltungen Großbritanniens, Frankreichs, Australiens und Dänemarks. Erst am 9. September 1988 verurteilte die US-Regierung den Giftgasangriff …
      … Die Angaben zu Zyanid stammen aus einer Presseerklärung der Defense Intelligence Agency vom 23. März 1988, die darin feststellte, dass der Irak dieses Gas zum damaligen Zeitpunkt nicht gehabt habe, der Iran jedoch daran Interesse gezeigt hätte. Der Vorwurf taucht später immer wieder auf. → Siehe: Stephen C. Pelletiere.

      Aha, da muss der DIA wohl geschlampt haben. Erstaunlich, dass überhaupt was durchgesickert ist aus einem der geheimsten unter den gerade noch bekannten Geheimdiensten. Wenn ausgerechnet dieser Bericht behauptet, beide Seiten hätten mit Kampfgas operiert, dann halte ich das insofern für glaubwürdig, als später auch der CIA bezichtigt wurde, „unpatriotisch“ gefärbte Frontberichte abzuliefern. Dazu sollte man sich vor Augen halten, dass Militärs unbedingt auf genauest mögliche Informationen angewiesen sind. Denn genau dazu sind Geheimdienste da, um die eigenen Leute zu informieren und die feindlichen zu desinformieren, nicht umgekehrt. Genau dieser Zweck wurde durch Cheney et al später ziemlich offensichtlich hintertrieben, was den CIA bis zum heutigen Zeitpunkt in Misskredit hält (vgl. oben die „10 Lehren“: „Der Krieg hat den US-Geheimdienst CIA diskreditiert“). Statt 2 oder mehr Quellen genügt(e) fortan 1 einzige Quelle, die nicht dubios genug sein kann, um noch hinterfragt zu werden (wie zu sehen an der Londoner Zweigstelle des syrischen Nachrichtenkasinos).

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

      1. @ kosh
        … „Die Angaben zu Zyanid stammen aus einer Presseerklärung der Defense Intelligence Agency vom 23. März 1988“ … Aha, da muss der DIA wohl geschlampt haben. Erstaunlich, dass überhaupt was durchgesickert ist aus einem der geheimsten unter den gerade noch bekannten Geheimdiensten. Wenn ausgerechnet dieser Bericht behauptet, beide Seiten hätten mit Kampfgas operiert, dann halte ich das insofern für glaubwürdig, als später auch der CIA bezichtigt wurde, “unpatriotisch” gefärbte Frontberichte abzuliefern. …

        PResseerklärung ist das Stichwort. „Presseerklärung der Defense Intelligence Agency vom 23. März 1988“ Eine PResseerklärung der DIA ist etwas ganz anderes als ein Bericht der DIA.

        Wie glaubwürdig Preseerklärungen von US-Regierungsbehörden sind, habe ich oben schon dargelegt und muss hier wohl nicht weiter erläutert werden. Da ist Null Glaubwürigkeit.

      2. Wenn „Presseerklärung“, dann ja, aber so heisste das Ding bei WIKI spätestens seit dem 19.3.
        In der aktuellen Version verlesen vom Pressesprecher des Aussenministeriums, unter Anm. 5 aber als Presserklärung der DIA taxiert.

        Im erwähnten DIA-Dokument der JW (2003) hiess das Ding „Untersuchung … deren Ergebnisse in einem Geheimbericht festgehalten wurden“.

        Diese Lesart wurde 2012 bei WIKI offenbar noch nicht beanstandet und sie bestätigt auch, dass nachträglich an den Ergebnissen geschraubt wurde, vgl. @nereus:
        – US-amerikanische Geheimdienstanalysen …
        … Stephen C. Pelletiere, ehemaliger Analyst des Irakisch-Iranischen Kriegs für die CIA …
        ….Defense Intelligence Agency änderte ihre Position nach Beginn des Irak-Krieges jedoch, und so wurde der Vorfall immer wieder als „Beleg“ für die Gefahr irakischer Massenvernichtungswaffen herangezogen.

        @nereus „Quelle: Das Tavistock-Institut (Auftrag Manipulation) von Dr. John Coleman, J.K.Fischer-Verlag, (2011), Seite 95 unten bis 96“
        – … während einer irakischen Offensive feuerten die Iraner eine große Anzahl mit Phosgen gefüllter Raketen auf irakische Stellungen ab. Aber manche flogen zu kurz und gingen im kurdischen Siedlungsgebiet entlang der Grenze nieder. Dies wurde in einem Bericht der U.S.Military College of War bestätigt, der den Irak völlig freisprach.
        Obwohl die Anklage völlig abgewiesen worden war, wiederholte Karen Hughes, die Repräsentantin von George Bush, fast 30 Jahre (??) später diese Lüge auf einer Goodwill-Tour durch Malaysia und schmückte sie mit der Behauptung aus, „30.000 Kurden“ seien von „Saddam Hussein zu Tode vergast“ worden.
        Jemand aus ihrer Zuhörerschaft griff ihre Behauptung an, und am nächsten Tag war Hughes dazu gezwungen, ihre Geschichte zurückzuziehen und zu sagen, sie habe sich „versprochen“. Eine Untersuchung dieses Vorfalls deckte auf, daß Hughes tatsächlich die Lügen geglaubt hatte, die sie wieder und wieder von Präsident Bush, Premierminister Blair, Staatssekretär Colin Powell und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gehört hatte. Allein dies sollte uns viel über die Allmacht der Propaganda sagen.

        Ausserdem im Jahr 2012 bei WIKI:

        – … Tarik Asis … Bei einem Treffen der ehemaligen irakischen Führung und Vertretern von Kurden, darunter auch dem späteren irakischen Staatspräsidenten Dschalal Talabani im Jahr 1991, bei dem es „um die Entschädigung kurdischer Kriegsopfer“ gegangen sein soll, sei die Tragödie von Halabdscha von keiner Seite erwähnt worden.

        Dazu vielleicht soviel: Die Information des Feindes ist u.U. gerade deshalb keine Desinformation, weil uns die Information weitaus grösseren Schaden zufügt.

        Was ich sehe ist ein ursprünglich (klassisch) diplomatisch verwertbarer Geheimbericht, der im Laufe der Jahre zu realpolitisch degenerierten Presserklärungen mutierte. M.a.W. ich meine, es handelt sich um mindestens 2 verschiedene Dokumente, 1x Geheimbericht und daraus abgeleitete, der jeweiligen Realpolitk angepasste Presseerklärungen.

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

      3. @kosh
        „Diese Lesart wurde 2012 bei WIKI offenbar noch nicht beanstandet und sie bestätigt auch, dass nachträglich an den Ergebnissen geschraubt wurde“

        Das schrieb ich ja oben schon. Die Wahrheit wurde in Bezug auf den irakischen Gasangriff auf Halabja mehrfach den gerade erwünschten politischen Gegebenheiten angepasst.

        „Was ich sehe ist ein ursprünglich (klassisch) diplomatisch verwertbarer Geheimbericht, der im Laufe der Jahre zu realpolitisch degenerierten Presserklärungen mutierte. M.a.W. ich meine, es handelt sich um mindestens 2 verschiedene Dokumente, 1x Geheimbericht und daraus abgeleitete, der jeweiligen Realpolitk angepasste Presseerklärungen.“

        Um da näher an die Wahrheit zu kommen, da hilft nur intensives Quellenstudium.

        Wikipdia ist keine geeignete Quelle.

        „Quelle: Das Tavistock-Institut (Auftrag Manipulation) von Dr. John Coleman, J.K.Fischer-Verlag“

        Das ist erst recht keine geeignete Quelle.

    1. Das Video ist DIE Absage an den „American way of life“.
      Ein Leben der Sinnlosigkeiten,Verschwendungssucht, Materialismus und Brutalität.Ein Leben, wo jeder dem anderen am Zeug flicken muss, will er selber in diesem System vorankommen.Ein System das Konkurrenzkämpfe schürt,statt Kooperation zu fördern.

  6. WASHINGTON, 20. März (RIA Novosti).

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    Syrien-Konflikt: Überleben in Trümmern

    Die Nato-Truppen sind laut dem Obersten Nato-Befehlshaber für Europa, Admiral James Stavridis, bereit, eine Militäroperation in Syrien nach dem libyschen Muster durchzuführen, sollte dies erforderlich sein.

    „Wie wir wissen, verschlechtert sich die Situation in Syrien ständig. Es wurden 70 000 Menschen getötet. Eine Million Menschen waren gezwungen, das Land zu verlassen. Etwa 2,5 Millionen Menschen wurden obdachlos. Vorläufig ist kein Ende des grausamen Bürgerkrieges zu sehen. Die Allianz nimmt daher folgende Position ein: Dasselbe Vorgehen einzuschlagen, wie sie im Libyen-Konflikt vorging“, so Stavridis bei den Anhörungen im Ausschuss für die Streitkräfte des US-Kongresses.

    Er wies darauf hin, dass der Militäroperation in Libyen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, ein regionales Abkommen und ein Abkommen zwischen den 28 Ländern der Allianz vorangegangen waren.

    „Über die Nato-Kanäle sind wir gegenwärtig auf die Sicherung der Grenze zu Syrien konzentriert. Dafür verlegten wir dorthin Raketensysteme Patriot. Wir prüfen einen breiten Kreis von möglichen Operationen und sind bereit, uns bei einer Entscheidung in die Situation einzumischen, wie dies in Libyen der Fall gewesen war“, so Stavridis.

    Der UN-Sicherheitsrat hatte am 17. März 2011 einen militärischen Eingriff in den Libyen-Konflikt unter dem Vorwand des Schutzes der Bevölkerung gegen die Handlungen der Behörden genehmigt.

  7. Off-Topic: Möchte mich nur mal bei der Parteibuch-Redaktion sowie bei allen Kommentatorinnen und Kommentatoren bedanken. Insbesondere auch bei 0800 für das Lob letztens und bei kosh für die netten Antworten. Ist echt super hier!

    Bin z.Zt. nicht mehr so im Internet aktiv, dafür aber anderweitig …

    Man tut was man kann :n)

  8. Der Staatsbüger in Uniform bekommt für Kriegseinsätze am ‚Steuerhebel‘ die Absolution und am Ende die letzte Ölung von scheinheiligen Vätern der Religionen:

    http://www.dradio.de/aod/?station=1&broadcast=233826&playtime=1363595802&fileid=dc2e03a7&
    [audio src="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/03/18/dlf_20130318_0936_dc2e03a7.mp3" /]

    In unmittelbarer Nähe zum inszenierten Gemetzel wird der Totale Krieg zur Goldgrube und zum Spielplatz der Waffenhändler:

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1851398/VICE-Reports-Deals-mit-Waffen

  9. @parteibuch

    Langer Beitrag, also in voller Breite (Antwort „21. März 2013 at 14:02“)

    WIKI ist genauso wie Reuters und die ganze HofberichtBEstattung Quelle. Ansonsten wäre es sinnlos, sich bei @parteibuch zu informieren, weil ja permanent darauf verlinkt und interpretiert wird. Und bestimmte Quellen per se auszuschliessen, hat mich bisher sehr viel mehr behindert als weiter gebracht. In diesem Punkt konnte man sich auf @nereus recht gut verlassen.

    Die Frage ist und bleibt, wie man damit umgeht: Zu Sowjet-Zeiten war die Prawda Quelle, weil Sowjetbürger gelernt haben, damit umzugehen.
    Das ist unter den EUSraEliten schwieriger, weil einem Vielfalt vorgegaukelt wird, verstärkt mit mächtigen Bilder- und Film-Turbos. Der nächste logische Schritt ist, dass die GegenPRopaganda dazu übergeht, ebenfalls die Macht der neuen Medien einzusetzen. Der Rüstungswettlauf der PRopaganda macht es uns nicht eben leichter.

    – … Wahrheit … mehrfach den gerade erwünschten politischen Gegebenheiten angepasst.

    Unbestritten, mir geht’s darum, dass das „Original“ eine differenzierte DIA-Version mit militärischem Geheimdienstcharakter gewesen sein soll, bei WIKI bis ins Jahr 2012. Diese Version passt zu keinem gängigen PRopagandaschema und hat mit einer gefärbten PResseerklärung nichts gemein. Nicht von ungefähr behelfen sich „neutrale“ Exponenten mit der Aussage, dass man nicht genau sagen kann, was tatsächlich passiert ist.

    – Um da näher an die Wahrheit zu kommen, da hilft nur intensives Quellenstudium.

    Zumindest können wir davon ausgehen, dass US-militärische Aufklärung stattgefunden hat, die nicht für PRopagandazwecke geeignet war. Würde mich wundern, wenn besagte DIA-Quelle die 50 Jahre Geheimhaltefrist unterbietet und auch noch ungeschwärzt das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Bis dahin bleibt uns nur HofberichtBEstattung, Darstellungen der Gegenseite und Zeugen sowie das, was Erfahrung und Wissen Einzelner daraus machen.

    2002 -> http://www.heise.de/tp/artikel/13/13354/1.html
    – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen habe in dieser Zeit keine einzige Resolution verabschiedet, die den Einsatz von C-Waffen kritisiert hätte, weil die USA und Großbritannien das verhindert hätten. Auch nach 1988 hätten die USA ihre militärische Unterstützung des irakischen Regimes nicht ausgesetzt. London habe das Massaker von Halabja zwar verbal verurteilt, zehn Tage später aber einen 400-Millionen-Pfund-Kredit verlängert. Die Autoren ziehen daraus die Schlussfolgerung:
    „Der Irak hat niemals chemische Waffen gegen einen äußeren Feind eingesetzt ohne die Zustimmung der mächtigsten Staaten.“
    C-Waffen seien immer nur dann eingesetzt worden, wenn sich der Irak „durch eine Supermacht vor Verurteilungen und Gegenmaßnahmen geschützt sah.

    Gesetzt den Fall, Saddam war’s, dann war er’s als verlängerter Arm des Imperiums, bei dem er die Vergasungsfreigabe einzuholen hatte. Es würde mich noch nicht mal wundern, wenn dieses Prozedere auch dazu diente, US-Experten rechtzeitig vor Ort zu entsenden, um Gas-Effizienz und -Effektivität zu messen. Aber im KRIEG läuft nicht immer alles nach Plan, und so erscheint es nicht überraschend, wenn der Iran nach heftigen Verlusten …

    -> http://www.va.gov/RAC-GWVI/docs/Committee_Documents/GWIandHealthofGWVeterans_RAC-GWVIReport_2008.pdf
    – Chemical weapons, both nerve and blister agents, were used in the Iran-Iraq War during the 1980s. Blister agents are said to have been used the most extensively by Iraq. Reports indicate that as many as 100,000 Iranians may have been exposed to sulfur mustard and that tens of thousands still suffer long term health effects that include respiratory disorders and eye and skin abnormalities.

    … und ausbleibenden Protesten der Weltöffentlichkeit reagiert. Der Schleier über Halabja ist auch dem Umstand geschuldet, dass alle wussten, dass C-Waffen stigmatisiert waren, egal wer sie einsetzte. Als die Verantwortung schliesslich auf Saddam abgeschoben werden konnte, lag das auch im Interesse des Irans.

    1995 -> http://www.miprox.de/USA_speziell/Ramsey_Clark_zum_Irak.html
    – Im September jedoch, am Tag als der irakische Außenminister Sa’dun Hammadi sich mit seinem amerikanischen Außenminister George Shultz treffen sollte, berief der Sprecher des Außenministeriums, Charles Redmann, eine Pressekonferenz ein, um die Vorfälle von Halajaba im nachhinein auszuschlachten. .. Offensichtlich: Washington war im innerirakischen Krieg gerade zu anderen Seite übergewechselt.

    Worüber man nicht sprechen darf, darüber muss man schweigen:

    Fisk 2004 -> http://www.counterpunch.org/2004/07/03/pentagon-tried-to-censor-saddam-s-hearing/
    – Nevertheless the Americans erased the entire audiotape of the hearings of the 11 former Saddam ministers, including that of Tariq Aziz, the former deputy prime minister, and „Chemical“ Ali, Saddam’s cousin accused of gassing the Kurds at Halabja. The US Department of Defence tape of their hearings has been taken by the US authorities so there is now no technical record of the words of these 11 men, save for the notebooks of „pool“ reporters–four Americans and two Iraqis–who were present.

    Das wiederum erschwerte die „Wahrheitsfindung“ erheblich. Kreuzverhör? Verteidigung? Mission Impossible!

    2005 -> http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Irak/prozess.html
    – Um die Anklage gegen Saddam Hussein vorzubereiten, sammelten drei Sonderermittler fast ein Jahr lang Beweise. Allein in den kurdischen Gebieten wurden Hunderte Zeugen speziell zu Giftgaseinsätzen befragt. Doch eine direkte Verantwortlichkeit Saddams ließ sich bisher nicht nachweisen. Das gilt für die Anfal-Kampagne mit Giftgas im kurdischen Norden (1987/88), den Giftgasangriff auf die nordirakische Kurdenstadt Halabja (1988), die Kuwait-Invasion (1990/91), die Niederschlagung des schiitischen Aufstandes (1991) und Morde an politischen Gegnern. Hunderte Anklagepunkte wurden immer weiter reduziert.

    Wenn die Alternative Iran definitiv ausfiele, bliebe den Kurden nur der Biss in die Hand, die sie füttert. Dazu dürfte es in nächster Zeit nicht kommen, weil Kurdistan mit den US steht und fällt.
    HIer eine Kurzfassung, wie es nach Ansicht von Pelletiere gewesen sein soll:

    2002 -> http://rense.com/general30/blair.htm
    – „Unfortunately for the spin-doctors, much of the mustard gas that was used at Halabja, which is a border town in a much-disputed territory, carried the Iranian signature.“

    At Halabja the rebel Kurdish leader, Jalal Talabani, helped Iranian forces infiltrate the town by night.
    In the morning, the Iranians burst from hiding, overwhelmed the Iraqi garrison, and drove it from the city.

    The evicted Iraqi commander called in a barrage of mustard gas, and regained possession of the place.

    Then the Iranians dumped blood agents on the reoccupying Iraqis.

    Persistent mustard gas from the Iraqi side, cyanide-based gas from the Iranian side – and the innocent civilians of Halabja were caught in the middle.

    Several hundred Kurdish civilians were horribly killed during successive attacks and counter-attacks by the opposing armies, – but not because they’d been specifically targeted for ethnic cleansing by
    Saddam Hussein, Pelletiere says.

    Damit würden wir aber wieder bei der verdeckten Ur-DIA-Fassung landen.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  10. @kosh
    Siehe Pelletiere:
    „This much about the gassing at Halabja we undoubtedly know: it came about in the course of a battle between Iraqis and Iranians. Iraq used chemical weapons to try to kill Iranians who had seized the town, which is in northern Iraq not far from the Iranian border. The Kurdish civilians who died had the misfortune to be caught up in that exchange. But they were not Iraq’s main target.“

    http://www.nytimes.com/2003/01/31/opinion/a-war-crime-or-an-act-of-war.html?pagewanted=all&src=pm

    Dann verweist er auf den angblich geheimen DIA-Report:

    And the story gets murkier: immediately after the battle the United States Defense Intelligence Agency investigated and produced a classified report, which it circulated within the intelligence community on a need-to-know basis. That study asserted that it was Iranian gas that killed the Kurds, not Iraqi gas.

    Mit dem Report des DIA gibt es das Problem, dass der Iran überhaupt keine C-Waffen hatte. Der Irak hatte C-Waffen, geliefert unter anderem aus Deutschland, und hat sie an anderen Orten auch – was heute weitgehend unbestritten ist – eingesetzt. Der Report des DIA war Agitation. Die DIA hat die eigene „Geheimdienstcommunity“ angelogen, um die bei der Stange zu halten.

    „Gesetzt den Fall, Saddam war’s, dann war er’s als verlängerter Arm des Imperiums, bei dem er die Vergasungsfreigabe einzuholen hatte.“

    Die „Vergasungsfreigabe“ war die stete Propaganda des Empires, es könnte auch Iran gewesen sein, und das Blockieren einer Verurteilung im Sicherheitsrat durch die “westliche Wertegemeinschaft.”

    Genau davon handelt dieser Artikel – und auch der oben verlinkte Artikel der Leveretts:

    http://goingtotehran.com/halabja-and-americas-support-for-using-chemical-weapons-against-iran

    Die Leveretts haben durchaus auch einen Einblick in die US-Politik gegenüber Iran und Irak zu jener Zeit, dr si lst zur Quelle macht.

    1. – … dass der Iran überhaupt keine C-Waffen hatte.

      Dann dürfte das iranische Geständnis in dieser Form nie stattgefunden haben?:

      aus http://de.wikipedia.org/wiki/Streitkr%C3%A4fte_des_Iran
      – Als Reaktion auf den massiven und erfolgreichen Einsatz von Chemiewaffen durch den Irak im ersten Golfkrieg, versuchte der Iran, ein eigenes C-Waffen-Programm aufzubauen. Mit Beendigung des ersten Golfkrieges wurde, nach Angaben des Iran, das iranische Chemiewaffen-Programm eingestellt. 1998 gab der Iran, als Unterzeichner der Chemiewaffenkonvention zu, chemische Waffen entwickelt und produziert zu haben, jedoch heute keine aktuellen Chemiewaffen-Bestände zu halten.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  11. Für den einen mehr für uns weniger Überraschend Zitat“ Das US-Militär verfügt über Angaben, dass die syrischen Regierungskräfte entgegen der Behauptung der bewaffneten Opposition keine Chemiewaffen eingesetzt haben, meldet der TV-Sender CNN unter Berufung auf eine anonyme Quelle.“ Doch wer war es nun ? Na logischerweise die anderen, also die Westlakaien, Mörder, Islamfaschisten und Terrotouristen. ABER was finden die US „Aufklärer“ (gewissermaßen als letzte Flankensicherung an der Grenze zur Schizophrenie ihrer Schützlinge) noch so heraus?Zitat „Die Aufklärung könne auch die Erklärungen der syrischen Behörden über den C-Waffen-Einsatz durch Rebellen nicht bestätigen. Die Verletzten hätten möglicherweise unter einem Ätzstoff wie Chlor gelitten. Es sei aber im Unterschied zu haut- oder nervenschädigenden Kampfstoffen keine Chemiewaffe. „Aber die Tatsache, dass dies keine Chemiewaffe ist, schließt nicht aus, dass es sich um eine spezifische Verwendung eines Ätzstoffes handeln könnte“, so die CNN-Quelle.“
    Ach so es waren klar Teile der „Rebellen“ wie dieses Gesindel gern genannt wird aber es handelt sich nicht um einen C-Waffeneinsatz da nur Clorgas verwendet wurde. Kapitalistische Wunschdenk-, Lügen- und Mordpropaganda in Reinkultur. Was ist noch mal die Geschichte des Chemiewaffeneinsatzes?
    Im ersten WK wurden erstmals Chemiewaffen in großem Umfang (beginnend durch die Deutschen) eingesetzt und zwar CHLORGAS !!! Aber liebe Terroristen macht bitte weiter so (findet der „Westen“) CHEMIEWAFFENEINSATZ heißt es nur wenn „hochwertige“ Binärwaffen eingesetzt werden oder besser wenn dies die Syrische Arabische Armee tun würde. Zuzufügen wäre, wie jeder weiß der eine militärische Ausbildung genossen hat, gehört die TSM zur Standartausrüstung , die syrischen Soldaten müssen in Zukunft nur mehr schleppen und den Befehl „Gas“ trainieren.
    Das eigentliche Ziel der Terrotouristen ist die „ungläubige“, unbotmäßige, undankbare syrische Bevölkerung, die diesem Pack in der Mehrheit schon lange den Rücken gekehrt hat. Deshalb auch die Selbstmordanschläge auf volksnahe Geistliche wo natürlich mal wieder nicht klar ist wer der Urheber war – wie gesagt den einen mehr , uns weniger. Der Golf von Tonkin Zwischenfall läßt grüßen, es folgte der barbarische Luftkrieg gegen Nordvietnam und der größte Chemiewaffeneinsatz in der Geschichte der Menschheit – fallt diesem Pack in den Arm bevor es zu spät ist! Da fällt mir immer wieder der Text eines DDR Schlagers ein „wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt – wie weit ist es dass man nie die Frage anders stellt…

    1. – … es handelt sich nicht um einen C-Waffeneinsatz da nur Clorgas verwendet wurde.

      PRopagandaPRaxis: Wenn Waterboarding keine Folter ist, dann ist Chlorgas auch keine Massenvernichtungswaffe … wenn (!!!) es den EUSraEliten dienlich ist.

      Ein paar Jährchen noch und taktische Atomwaffen wandern die Kategorie Silvesterkracher.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

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