Warum „Israel“ das Freundschaftsversprechen von Khatib offenlegt

Wie SANA und andere syriche Medien genau registriert haben, hat die im Herrschaftsbereich des zionistischen Besatzungsregimes über Palästina ansässige Zeitung Yedioth Ahronoth kürzlich Auszüge aus einem bemerkenwerten Interview mit Moaz al-Khatib, dem Kopf des von den USA initiierten Doha-Rates SNCROF, veröffentlicht, das dieser „israelischen“ Journalisten gegeben habe.

Moaz al-Khatib habe in einem der Öffentlichkeit bisher nicht bekannten Interview erklärt, „Israel“ solle sich keine Sorgen machen, dass der syrischen „Opposition“ Massenvernichtungswaffen der syrischen Armee in die Hände fallen könnten, seine Oppositionskoalition werde „kein Feind“ von „Israel“ sein, Hisbollah seien „Söhne des Teufels“ und die Opposition werde keinen Aufwand scheuen, um dafür sorgen, dass Hisbollah aus Syrien keine chemischen oder sonstigen Waffen erhalte und diebezüglich mit alen internationalen Seiten zusammenarbeiten, die ihnen dabei helfen, behauptet Yedioth Ahronoth. Moaz al-Khatib hat, soweit bekannt, das Interview bisher nicht bestritten.

Warum veröffentlicht die Yedioth Ahronoth das, und das gerade jetzt? Um zu begreifen, warum die Yedioth Ahronoth das veröffentlicht hat, braucht es etwas Hintergrundwissen.

Vorab sei den ganz Naiven, die Märchen glauben, oder Geschichten wie dass es im Herrschaftsbereich des zionistischen Besatzungsregimes über Palästina so etwas wie eine freie Presse gäbe und die Redaktion von Yedioth Ahronoth das Interview aus der Schublade gezogen hätte, weil ihr sonst nichts eingefallen ist, womit sie die Lücken zwischen der gewinnbringenden Reklame füllen könnte, gesagt, dass es in „Israel“ in Bezug auf sicherheitsrelevante Informationen keine freie Presse gibt.

Wer mal nach Anat Kam und Uri Blau googelt und sich in die Geschichte einließt, der weiß, dass es in „Israel“ eine strikte Militärzensur gibt, die vorab alle von der Presse publizierten sicherheitsrelevanten Nachrichten prüft und genehmigt oder verbietet. Verstößte gegen die Schweigegebote der Militärzensur, geich wie edel die Motive dafür sind, werden streng bestraft, und auch lange – wie der Fall Mordachei Vanunu zeigt, auch sehr lange – Gefängnisstrafen kann es für das Brechen des Schweigegebotes geben. Und sicherheitsrelevant kann für ein Regime, das auf kaum mehr als einen Sack voller Lügen gebaut ist, fast Alles sein.

Das Freundschaftsversprechen von Moaz al-Khatib gegenüber „Israel“ und seine Feindschaftserklärung gegen Hisbollah ist natürlich eine sicherheitsrelevante Information. Wie Ex-Mossad-Boss Efraim Halevy vor einem Jahr in der New York Times erklärt hat, besteht das strategische Ziel „Israel“ bezüglich des Blutvergießens in Syrien darin, die syrisch-iranische Freundschaft zu zerstören, um so Syrien als Bindeglied zwischen Iran und Hisbollah auszuschalten, dieses Ziel sei so wichtig, dass dafür Alles getan werden müsse, und wenn dieses Ziel nicht erreicht werde, dann sei der ganze Aufwand mit dem Schüren der Unruhen in Syrien vergeblich gewesen. Da das Freundschaftsversprechen von Moaz al-Khatib gegenüber „Israel“ bislang unpubliziert war, und Verbündete „Israels“ beim Krieg gegen Syrien – wie beispielsweise in der regierungsnahen türkischen Zeitung Zaman zu sehen ist – hartnäckig die Lüge verbreiten, „Israel“ sei für den, zumindest vorläufigen, Erhalt der Staatsführung von Bashar Al-Assad und zahlreiche der in Syrien aktiven „Revolutionäre“ und Terrorlakaien „Israels“ sich nicht bewusst sind, dass sie „Israel“ dienen, ist die Information des Freundschaftsversprechens auch sensibel.

Anders als dem Lager der meist „linken“ Opposition zuzurechnende Blättchen im zionistisch besetzten Palästina, die manchmal trotz erheblicher Strafandrohungen gegen die Militärzensur verstoßen, um über bestimmte sicherheitsrelevante Themen gesellschaftliche Debatten auszulösen, gehört die Yedioth Ahronoth zum rechten Lager von Netanjau. Die Wahl der mit dem Netanjahu-Regime eng verbundenen Yedioth Ahronoth als Medium zur Veröffentlichung der sensiblen Information deutet darauf hin, dass die Veröffentlichung als bewusste Entscheidung des Netanjahu-Regimes angesehen wird. Wenn da eine so heikle bislang geheime sicherheitsrelevante Information veröffentlicht wird, dann kann man davon ausgehen, dass das zionistische Regime diese Information absichtlich veröffentlicht hat, um damit ein Ziel – oder mehrere Ziele – zu erreichen.

Um zu erkennen, welches Ziel oder welche Ziele das zionistische Regime mit der Veröffentlichung der Information erreichen will, kann man sich anschauen, was die Veröffentlichung absehbar erreichen wird. Ein Aspekt dabei ist, was die Leserschaft der Yedioth Ahronoth dadurch während der zionistischen Koalitionsverhandlungen im besetzten Palästina erfahren soll. Netanjahus Unterstützung für Regime Change in Syrien ist clever und im Interesse „Israels,“ denn der führende „Revolutionär“ Moaz al-Khatib hat glaubwürdig versprochen, „Israel“ bei der Realisierung des strategischen zionistischen Ziels der Schwächung der Widerstandsorganisation Hisbollah zu helfen. Dass „Israel“ mit der Unterstützug der „Revolution“ auch wahhabitische Terrorgruppen nach der Art von Al-Kaida unterstützt, und diese Terrorgruppen bei einem erfolgreichen Regime Change an Massenvernichtungswaffen kommen könnte, soll Netanjahus Wählern, und den Wählern seiner potentiellen Koalitionspartner, keine Angst machen, denn „Israels Freund“ Moaz al-Khatib und seiner von den USA in Katar auf ihre Stühle gesetzten Freunde werden sich um das Problem kümmern.

Der innenpolitische Aspekt ist sicher keine falsche Sichtweise, aber ganz sicher kann man nicht leugnen, dass mit der Veröffentlichung von Khatibs Freundschaftsverprechen gegenüber „Israel“ in der Yedioth Ahronoth auch eine Wirkung im Ausland einkalkuliert wurde, und da insbesondere bei denjenigen Kräften, mit denen das zionistsiche Regime gemeinsam am Regierungssturz in Syrien arbeitet, also bei den Anti-Regierungskämpfern in Syrien, und bei ihren Sponsoren und Unterstützern. Diesbezüglich wirkt die Veröffentlichung paradox: Khatib verspricht „Israel“ Freundschaft und zum Dank dafür stellt ihn das zionistische Regime öffentlich als Kumpan „Israels“ bloß.

Das zionistische Besatzungsregime ist in der arabischen Welt bekanntlich aus guten Gründen, der fortgesetzte Landraub zur Errichtung von Großisrael, die Entrechtung der einheimischen Bevölkerung und häufige Angriffskriege gegen Nachbarn seien hier nur als einige Beispiele genannt, äußerst unbeliebt. Eine einfache und logische Erklärung für die mit der Veröffentlichung beabsichtigte Wirkung ist, dass das zionistische Regime nicht damit einverstanden ist, dass Moaz al-Khatib sich zu Verhandlungen bereit erklärt hat, und nun, um einen drohenden Frieden ohne Erreichen der zionistischen Ziele, also Kappen der Widerstandsachse Iran-Syrien-Hisbollah, in Syrien zu verhindern, versucht, Moaz al-Khatib vor seinen Anhängern als Lakai des zionistischen Apartheidregimes bloßzustellen.

Das Freundschaftsversprechen von Khatib nutzt Israel nichts, wenn Khatib mit der syrischen Staatsführung verhandelt, und als Ergebnis der Verhandlungen demokratische Wahlen durchgeführt werden, genau wie es mit der Hisbollah im Libanon und der Hamas in Gaza passiert ist, pro-iranische Kräfte die Wahlen gewinnen. „Israel“ bewirkt demnach mit der Veröffentlichung des Freundschaftsversprechens von Moaz al-Khatib, dass Moaz al-Khatib als Chef der Anti-Regierungskämpfer in Syrien gestürzt oder zumindest geschwächt wird, womit sein Verhandlungsangebot an die syrische Regierung nichtig werden könnte und die Fortsetzung des Krieges gegen Syrien nicht durch Verhandlungen behindert wird. Dass Israel-Freund Khatib dadurch demontiert wird, ist für „Israel“ demgegenüber nachrangig, denn die Fortsetzung des Krieges bis zum Erreichen der zionistischen Ziele hat Vorrang. Dieses Kalkül, die Sabotage eines potentiellen Friedens ohne Erreichen der zionistischen Kriegsziele, ist sicher ein Aspekt der Veröffentlichung des Freundschaftsversprechens von Khatib gegenüber „Israel“ bezüglich der Wirkung nach Außen. Aber es ist nicht Alles.

Schon längst ist jedem, der hinschaut, bestens bekannt, dass Einflussagenten Israels in Nordamerika, Europa und der Türkei, also Handlanger der mächtigen Israel-Lobby, Politiker und Meinungsmacher, offen und mit all der ihnen zur Verfügung stehenden Macht darauf drängen, dass die NATO-Staaten ihre Sanktionen und Kriegsmaßnahmen gegen Syrien verstärken, beispielsweise indem sie Luftangriffe gegen syrische Ziele fliegen oder in Syrien aktive Terroristen besser bewaffnen und ausbilden. Auch die Kollaboration der führenden am Krieg gegen Syrien beteiligten arabischen Staaten wie Katar und Saudi Arabien mit der Israel-Lobby und die Unetrstützung der Israel-Lobby für in Syrien aktive Terroristen ist für jeden nicht gänzlich ignoranten Beobachter offen erkennbar.

Beim katarischen Staatssender Al Jazeera beispielsweise vertreten inzwischen praktisch alle Meinungsmacher mehr oder minder offen zionistische Positionen und es gibt da kaum noch eine Talk-Show, wo kein offen als Vertreter der Israel-Lobby agierender Gast die öffentliche Position Israels verbreiten und sie dabei als Position der USA ausgeben darf. Typisch war zum Beispiel die Folge „Syrien und die USA: Das Komplizentum des Schweigens“ der Sendung „Empire,“ wo der zum AIPAC-Ableger WINEP gehörende Israel-Lobbyist David Pollock US-Präsident Barack Obama dafür kritisierte, dass er die gegen die syrische Regierung kämpfende Al-Kaida-nahe wahhabitischen Gruppe „Jabhat Al-Nusra“ offiziell als Terrorgruppe einstufen lassen hat. Natürlich sei „Jabhat Al-Nusra“ eine Terrorgruppe, aber es sei dumm, sie offiziell als Terroristen zu bezeichnen, zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt, denn diese Terroristen seien Verbündete im Kampf gegen die syrische Regierung, so der Vertreter der Israel-Lobby im Staats-TV der von der City of London aus regierten arabischen Energiequelle Katar. Er liegt damit voll auf der oben genannten Linie von Ex-Mossad-Boss Efraim Halevy, der öffentlich gefordert hat, alle Mittel einzusetzen, um die Achse Iran-Syrien-Hisbollah zu zerstören. Die Kollaboration von Katar mit Israel und der zionistischen Lobby liegt also für jeden, der aufmerksam hinschaut, genauso offen wie die Befürwortung der Unterstützung von Al-Qaeda-artigen wahhabitischen Terrorgruppen durch Israel und die zionistische Lobby, was Syrien angeht.

Solch eine offen propagierte Zusammenarbeit kann keiner Regierung entgangen sein. Die Regierungen wissen allesamt über die Rolle Israel im Krieg gegen Syrien Bescheid, sodass die Tatsache an sich, für sie keine Neuigkeit ist, höchstens die Entscheidung des zionistischen Regimes, die Kollaboration nun bloßzustellen. Lediglich die ignoranten oder uninformierten Fußtruppen „Israels“ in Syrien, die sich selbst als „FSA-Revolutionäre“ oder „Nusra-Jihadisten“ ansehen, können mit permanenten pumpen türkischen und saudischen Propaganda-Lügen, Israel würde heimlich Bashar Al-Assad unterstützen, bezüglich dieses Zusammenhanges getäuscht werden. Da die ignoranten Fußtruppen „Israels“ in Syrien ohnehin ignorant sind, steht demnach auch nicht unbedingt zu erwarten, dass sie dem Freundschaftsversprechen ihres Bosses Khatib gegenüber Israel Bedeutung beimessen.

Messen die ignoranten Fußtruppen dem keine Bedeutung bei, so trägt die Bloßstellung von Khatib als Freund des zionistischen Besatzungsregimes auch nicht erheblich zu seinem Sturz oder zu seiner Schwächung bei. Die Veröffentlichung ist insofern, was die Wirkung im Ausland angeht, bezüglich eines potentiellen Sturzes von Khatib irrelevant. Betrachtet man die Veröffentlichung von Khatibs Freundschaftsversprechen gegenüber Israel nicht als Einzelereignis, sondern als Teil einer Serie von Handlungen des zionistischen Regimes in den letzten Tagen, so ergibt sich demnach eine leicht andere Interpretation der dahinter stehenden Motivation.

Das Freundschaftsversprechen von Khatib „Israel“ gegenüber ist nur wenig wert, wenn es nicht öffentlich ist. Gelingt der Regierungssturz in Syrien, so müsste er sein Freundschaftsversprechen „Israel“ gegenüber auch durchsetzen können. Ist das Freundschaftsversprechen heimlich erfolgt, so können die hinter ihm stehenden Kräfte sagen, es sei ungültig, denn es sei nicht demokratisch legitimiert, und überhaupt seien die Revolutionäre der Meinung, dass der Muslimbruder und Präsident Ägyptens Mohammed Mursi mit seiner öffentlich geäußerten Meinung, Zionisten würden „von Affen und Schweinen abstammen,“ völlig Recht habe, und das zionistische Besatzungsregime über Palästina selbstverständlich ein Feind aller Muslime sei, der geeinter und mutiger bekämpft werden muss, als der vorsichtige Präsident Assad es getan hat. Israel könnte so nach dem gewonnenen Krieg gegen Syrien vor der Situation stehen, für seine Unterstützung des Krieges selbst im Fall eines Sieges nichts zu bekommen.

Die Veröffentlichung des Freundschaftsversprechen von Khatib gegenüber Israel könnte demnach ein Test sein, also Teil eines Versuches des zionistischen Regimes aus den Reaktionen darauf abzuleiten, wie die in Syrien kämpfende jihadistische Anti-Assad-Koalition wirklich zu „Israel“ steht. Im Libanon befinden sich die saudisch unterstützten wahhabischen Jihadisten und die von NATO-Staaten unterstützten Faschisten der Phalange als March-14-Bündnis in einer gemeinsam mit „Israel“ geführten Auseinandersetzung gegen Hisbollah, Syrien und Iran. Aber wird es in Syrien auch so sein? Werden die in Syrien tonangebenden Jihadisten, wenn sie vor die Wahl gestellt sind, eher mit „Israel“ und der NATO gegen Iran und Hisbollah kämpfen, oder werden sie, wenn sie vor die Wahl gestellt sind, letztlich doch gemeinsam mit Iran und Hisbollah gegen „Israel“ kämpfen? Mohammed Mursi hat Mahmud Ahmadinejad kürzlich sehr zum Entsetzen von Zionisten ausgesprochen freundlich umarmt.

Außer der Veröffentlichung von Khatibs Freundschaftsversprechen gegenüber Israel hat „Israel“ in den jüngsten Tagen noch zwei weitere Dinge getan, die man als das Steigen lassen von diesbezüglichen Testballons interpretieren kann. Der erste diesbezügliche Testballon war der vor wenigen Tagen durchgeführte „israelische“ Luftangriff gegen Syrien. Luftunterstützung in Form von Bombenangriffen auf Ziele der syrischen Regierung, meist verklärend als „No-Fly-Zone“ bezeichnet, ist eine langstehende Forderung der Anti-Assad-Koalition.

„Israel“ könnte den Luftangriff gegen Syrien geflogen haben, um die Reaktionen zu testen. Das würde auch erklären, warum „Israel“ den Angriff, von dem es behauptet, es habe dabei auf einen Waffenkonvoi in den Libanon gezielt, riskanterweise in Syrien, wo es eine starke Flugabwehr gibt, und nicht etwa im Libanon, wo es keine Flugabwehr gibt, durchgeführt hat. Israel wollte mit dem Luftangriff zeigen, dass Israel bereit ist, offen in den Krieg gegen Syrien einzutreten. Vor dem israelischen Bombenangriff war es nicht klar, was die Anti-Assad-Koalition, insbesondere ihre Fußtruppen, die seit Wochen täglich schwerste Verluste erleiden und kurz vor einer herben, möglicherweise finalen, Niederlage stehen, dazu sagen würde. Würden sie die israelischen Luftangriffe in höchster Not begrüßen, und Israel um mehr Angriffe gegen ihren gemeinsamen Feind bitten, in der Hoffnung, sie könnten so gemeinsam mit „Israel“ das Blatt im Krieg noch wenden und ihrer sonst unausweichlich erscheinenden Niederlage entgehen? Mit den Luftangriffen hat das zionistische Regime ganz deutlich gemacht, das „Israel“ bereit ist, mit seinen offiziellen Streitkräften offen an der Seite der Anti-Assad-Koalition in den Krieg gegen Syrien einzutreten. Aber das macht für „Israel“ natürlich nur Sinn, wenn sie die Fußtruppen der Revolution dadurch nicht gegen „Israel“ aufbringen oder vom Kampf gegen die syrische Regierung abhalten. Die Reaktion der anti-syrischen Fußtruppen, Revoutionäre und Jihaditen, war für „Israel“ wenig ermutigend: im Wesentlichen warfen sie Präsident Assad vor, Syrien nicht gut genug gegen die zionistische Aggression zu verteidigen, forderten von der syrischen Regierung also eine entschlossenere Bekämpfung des zionistischen Regimes. Trotzdem bietet das zionistische Regime der Anti-Assad-Koalition an, weitere Luftangriffe gegen Syrien zu fliegen. Eine öffentliche Reaktion darauf blieb von Seiten der Anti-Assad-Koalition jedoch bisher aus.

Der nächste zionistische Testballon war die Veröffentlichung von Khatibs Freundschaftsversprechen „Israel“ gegenüber. Die Reaktion der Anti-Assad-Koalition bestand aus betretenem Schweigen. Niemand von den Revolutionären und Jihadisten erhob seine Stimme, um den Verräter Khatib in Schutz zu nehmen, beispielsweise dadurch, dass er erklärt hätte, im Krieg dürfe man angesichts eines mächtigen Feindes bei der Auswahl seiner Partner nicht zimperlich sein. Es ist unübersehbar, dass das „Israel“ gegenüber abgegebene Freundschaftsversprechen nicht nur unter Anhängern der Regierung, sondern auch innerhalb der Anti-Assad-Koalition als Schande gilt, die öffentlich nicht gerechtfertigt werden kann. Antizionismus ist in der syrischen Gesellschaft tief verankert, nicht zuletzt deshalb, weil „Israel“ Syrien vor 45 Jahren die Golanhöhen geraubt hat, diese bis heute besetzt hält, und mit der Absicht nicht hinter dem Berg hält, die geraubten syrischen Golanhöhen zu einem Teil von Großisrael zu machen. Das Zugeständnis, Syrien die Golan-Höhen zurückzugeben, will das zionistische Regime seinen „syrischen Freunden“ natürlich nicht machen, denn der Aufbau von Großisrael ist die wichtigste Agenda des zionistischen Regimes, und geraubtes Land zurückzugeben ist da kontraproduktiv.

Ein weiterer zionistischer Testballon war die Veröffentlichung der „israelischen“ Absicht, eine grenznahe Pufferzone in Syrien erobern zu wollen. Natürlich behauptete das zionitische Regime dazu, dass diese israelisch besetzte Pufferzone nur dazu dienen solle „Israel“ vor Extremisten zu schützen. Doch dadurch, dass das zionistische Regime glleichzeitig erklärte, die Zone solle nach dem Vorbild des von „Israel“ besetzten Terroristenschutzzone im Südlibanon gehandhabt werden, hat das zionistische Regime sehr klar gemacht, dass es bei dieser Pufferzone nicht darum geht, „Israel“ vor herbeifantasierten Invasionen durch Extremisten zu schützen, sondern darum, Al-Kaida-Leute und andere gegen die syrische Regierung kämpfende Terroristen mit Hilfe zionistischer Okkupationstruppen vor der Verfolgung durch die syrische Regierung zu schützen, also Safe-Havans für anti-syrische Terroristen zu errichten. Mit der Planung der Eroberung grenznaher Pufferzonen in Syrien, von denen aus Terroristen Eroberungsfeldzüge in Syrien starten können, bietet das zionistische Regime der Anti-Assad-Koalition auch etwas an, was sie schon lange fordert. Doch eine Reaktion der Anti-Assad-Koalition darauf steht noch aus.

Der letzte zionistische Testballon ist das gerade gemachte öffentliche Angebot des zionistischen Regimes, Anti-Regierungskämpfer in Syrien über die zionistisch besetzten Golanhöhen mit Hilfe zu versorgen. Öffentlich geht es dabei natülich nur um humanitäre Hilfe, aber jedermann ist natürlich klar, dass, wenn es eine direkte Versorgungslinie von „Israel“ zu den „Revolutionären“ gibt, das zionistische Regime auch große Mengen Waffen liefern kann. Wie von der syrischen Armee in den letzten Monaten des öfteren bereits beschlagnahmte israelische Waffen, darunter moderne Panzerabwehrraketen, zeigen, kämpfen einige in Syrien aktive Gruppen bereits mit israelischen Waffen, doch mit einer direkten Versorgungslinie über den Golan könnten das natürlich noch viel mehr werden. Große Mengen moderner Waffen stehen auf der Wunschliste der in Syrien aktiven „Revolutionäre“ und Jihadisten, ähnlich wie Luftangriffe, ganz weit oben. Auch hier ist die Frage jedoch, ob die Anti-Assad-Koalition Waffen aus Israel akzeptiert, denn natürlich sind die Revolutionäre und Jihadisten, wenn sie mit „israelischen“ Waffen kämpfen, für jeden sichtbar, „israelische“ Proxy-Kräfte. Akzeptieren sie, dass „Israel“ ihr Hauptwaffenlieferant wird, so werden sie, ob sie es wollen oder nicht, abhängig von „Israel“ – denn „Israel“ kann je nach Dienstbarkeit und Gefügigkeit den Waffenfluss vergrößern oder drosseln, und so jeweils die Israel gegenüber gefügigsten Kräfte stärken. Eine Reaktion auf das Angebot ist bisher nicht bekannt.

Die Motivation hinter dem israelischen Bombenangriff, der Bloßstellung von Khatib als Freund „Israels,“ der öffentlichen „Überlegung“ bezüglich Pufferzonen, und dem Angebot von Hilfslieferungen durch den Golan scheint also vor allem die zu sein, dass das zionistische Regime damit testen will, wie die Anti-Assad-Koalition wirklich zu „Israel“ steht. Bislang sieht es so aus, dass die Reaktion negativ ist. Niemand in Syrien will als Lakai „Israels“ gelten.

Ein Gedanke zu “Warum „Israel“ das Freundschaftsversprechen von Khatib offenlegt

  1. Ein Salafi-Sheikh spricht im Namen der syrischen „Rebellen“ und Terroristen im israelischen Fernsehen

    „Israel ist nicht unser Feind, wir hatten nie ein Problem mit Israel.
    Unser gemeinsamer Feind ist Bashar Al-Assad !“

    Das wahre Gesicht der Islamischen Todesschwadronen in Syrien
    Finanziert, betreut und ausgerüstet von `Affen und Schweinen`.
    Das bedeutet, dass sie alle nur 8-Groschenjungen des Westens sind, Verräter und Mörder, die ihre eigenen Nachbarn massakrieren und dann auf die Regierungstruppen zeigen!

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