Ruprecht Polenz: „Gefährdung von Energiequellen“ im Norden Malis

Verschiedene deutsche Politiker von CDU und SPD forderten der staatlichen deutschen Tagesschau zufolge, dass Deutschland sich intensiver am im Rahmen des dritten Weltkrieges geführten französischen Afrikafeldzug in Mali beteiligen soll.

Der CDU-Politiker Ruprecht Polenz, der Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag ist, erklärte der Tageschau zufolge, im Norden Malis habe man es unter Anderem mit einer „Gefährdung von Energiequellen“ zu tun, also sei der Feldzug in Mali „auch wegen der europäischen und deutschen Sicherheitsinteressen erforderlich.“ Außerdem forderten der Tageschau zufolge der CDU-Politiker Norbert Lammert, der Bundestagspräsident ist, sowie der SPD-Politiker Rainer Arnold, dass Deutschland sich intensiver am französischen Afrikafeldzug in Mali beteiligen soll. Bislang beteiligt sich Deutschland mit zwei Transportmaschinen vom Typ Transall am französischen Afrikafeldzug in Mali.

Der französische Warlord Francois Hollande bereitet die Öffentlichkeit unterdessen auf einen langen Krieg vor. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua sagte Francois Hollande der Zeitung L’Express zufolge in der südfranzösischen Stadt Tulle, der französische Afrikafeldzug werde solange dauern, bis der Terrorismus besiegt sei. Xinhua zufolge soll der französische Warlord bei der Ansprache geleugnet haben, dass die Mission Frankreichs in Afrika darin bestehe, „ein Territorium zu erobern“ oder auf „kommerzielle und ökonomische Punkte zu reagieren.

Analyst Pepe Escobar wies unterdessen in der Asia Times sinngemäß darauf hin, dass sich der Afrikafeldzug der westlichen Wertegemeinschaft insbesondere gegen China richte. China hat zu vielen Regierungen Afrikas gute Beziehungen geknüpft und enge Wirtschatsbeziehungen mit afrikanischen Staaten aufgebaut, unter anderem auch was die Erschließung und Ausbeutung von Energiequellen. Anders als die westliche Wertegemeinschaft legt China bei seiner Kooperation mit Staaten Afrikas großen Wert darauf, das die Kooperation dazu beiträgt, dass die Staaten sich auch sonst weiterentwickeln, beispielsweise durch die Verbeserung von Infrastruktur wie Straßen und öffentliche Bildung. Die westliche Wertegemeinschaft habe vor einigen Jahren erkannt, dass Afrika sich auf diese Weise langfristig immer mehr China zuwenden würde und Gegenmaßnahmen ergriffen.

Der erste Teil der Gegenmaßnahmen bestand darin, dass die zur westlcihen Wertegemeinschaft gehörenden GCC-Staaten in islamische Länder Nordafrikas eine große Anzahl an wahhabitischen Jihadisten schickten, also ganz ähnlich dem, was die zum Angriffskriegsbündnis „Westliche Wertegmeinschaft“ gehörenden Staaten USA, Saudi-Arabien und Pakistan ab Ende der 70er Jahre mit Afghanistan gemacht haben, um die Zusammenarbeit von Afghanistan mit der Sowjetunion zu durchkreuzen. Die Al Kaida nacheifernden wahhabitischen Jihadisten, die von Saudi Arabien aus geleitet werden, haben die Aufgabe, in Nordafrika soviel Schrecken und Chaos zu verbreiten, dass die Regierungen der Staaten die westliche Wertegmeinschaft darum bitten, die wahhabitischen Jihadisten mit ihrem Militär zu bekämpfen.

Der zweite Teil des Planes der westlichen Wertegmeinschaft besteht zur Sicherstellung ihrer Hegemonie über Afrika und die afrikanischen Energiequellen besteht darin, wie von den Regierungen gewünscht Militär nach Afrika zu schicken und dank der so wiedererlangten militärischen Kontrolle über ihre früheren Kolonien auch die Kontrolle über die Staaten und ihre Ressourcen zu bekommen. Diese Phase der militärischen Erlangung von Dominanz über Afrika läuft gerade und war möglich geworen, weil der Staat Libyen, der seit vielen Jahren die Demokratie in Mali stützte und schützte, aufgrund des zerstörerischen Feldzuges der westlichen Wertegmeinschaft gegen Libyen im letzten Jahr Mali nicht mehr vor den Todesschwadronen der westlichen Wertegmeinschaft schützen kann. Vor dem malischen Hilferuf an Frankreich hat ein von den USA ausgebildeter Offizier die demokratische Regierung von Mali weggeputscht.

Im Norden Malis gibt es unter anderem unerschlossene Ölvorkommen, bezüglich derer die westliche Wertegemeinschaft nicht rikieren will, dass sie durch chinesische Firmen ausgebeutet werden, und in Nachbastaaten Malis gibt es weitere Öl-, Gas- und Uranvorkommen, die der westlichen Wertegmeinschaft wichtig sind. Durch die Verwandlung der ganzen Region in eine Kriegszone ließe sich die militärische Kontrolle der westlichen Wertegmeinschaft unter Führug des US-Afrika-Kommandos von Mali aus auf die Nachbarstaaten ausdehnen, und damit die Hegemonie der westlichen Wertegmeinschaft über afrikanische Ressourcen gefährdende Entwicklungen wie staatliche Unabhängigkeit, souveräne Demokratie und Partnerschaften mit China verhindern. Während China im Bereich ziviler Kooperation überlegen ist, hält sich die westliche Wertegmeinschaft im militärischen Bereich für überlegen, und glaubt deshalb also, ihre Strategie, möglichst ganz Afrika in eine Kriegszone zu verwandeln, würde ihr Vorteile im wirtschaftlichen Konkurrenzkampf mit China verschaffen.

Unklar ist jedoch, was der französische Warlord Francois Hollande mit der Absicht meint, in Afrika so lange Krieg zu führen, bis der Terrorismus besiegt sei. Bezüglich der überschaubaren Front im kleinen Afghanistan hat Francois Hollande seinen Truppen kürzlich erst die Flucht befohlen, obwohl sie dort erst zehn Jahre am Krieg beteiligt sind, überhaupt noch nichts gewonenen haben und Afghanistan gerade mal halb so groß wie Mali ist. Viele Militärexperten rechnen nicht damit, dass der Afrikafeldzug leichter und schneller zu beenden sein werde, als der Feldzug gegen Afghanistan. Insbesondere die schwächelnde Wirtschaft von Frankreich und der westlichen Wertegemeinschaft weckt Zweifel daran, dass ein kostspieliges jahrzehntelanges Abenteuer in Afrika von den Kriegsherren überhaupt finanziert werden kann.

4 Gedanken zu “Ruprecht Polenz: „Gefährdung von Energiequellen“ im Norden Malis

  1. War von Anfang an so von Frankreich geplant. Destabilisierung durch den Islamputsch in Libyen, dann infolge von Chaos, ganz Afrika wiederum unter die Fuchtel Frankreichs.

  2. Wenn Lammert, Polenz und das andere Gesindel Krieg wollen, dann sollen sie selbst eine Waffe nehmen und nach Mali abhauen.
    Dann wären alle zufrieden, ich auch.

  3. Hallo, ich gehe davon aus, das Frankreich als Stellvertreter der USA agiert. Ich kann mir keinen französichen Alleingang ohne eine solche „transatlantische Koordination“ vorstellen.

  4. Funktioniert nur nicht in der Realität, aber man verschwendet viel Geld erneut, für diese Kriegs Einsätze, gegen die Bevölkerung

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