Türkische Wirtschaft im Sturzflug

Wie die dem Erdogan-Regime nahestehende Postille „Today’s Zaman“ am Montag unter Berufung auf TurkStat mitteilte, ist das kalender- und saisonbereinigte türkische Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal nur um 0,2% gewachsen. Die türkische Industrieproduktion sank TurkStat zufolge im Oktober 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7%.

Unbereinigt wurde, wie BusinessWeek meldet, im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahresquartal ein Anstieg des türkischen Bruttoinlandsproduktes um 1,6% gemessen, nach 3,4% im ersten Quartal und 3,0% im zweiten Quartal 2012. Im Jahr 2011 erreichte die Türkei demgegenüber noch ein Wirtschaftswachstum von 8,5%.

Rechnet man aus dem türkischen Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich rund 200 Mrd US-Dollar pro Quartal den in den letzten Monaten stark angestiegenen Export von Gold in den Iran und die UAE zur vermutlichen Bezahlung iranischem Öl und Gas in Höhe von etwa 9,2 Mrd US-Dollar heraus, so liegt das sich so ergebende Wirtschaftswachstum der Türkei im dritten Quartal bereits deutlich im negativen Bereich. Gleichzeitig bleibt die Inflation in der Türkei auf einem hohen Niveau, der IWF rechnet für 2012 mit 7,5%, und die türkische Währung befindet sich im Sinkflug.

Für all diejenigen, die seit Monaten darauf warten, dass das türkische Regime ob seines mörderischen Terrorkrieges gegen Syrien endlich unter Druck kommt, sind das sehr gute Nachrichten. Das AKP-Regime von Erdogan bezieht einen großen Teil seiner innenpolitischen Legitimation daraus, in der Türkei für kräftiges Wirtschaftswachstum und damit für Wohlstand zu sorgen. Solange die AKP-Regierug ihre Null-Problem-Außenpolitik gefahren hat, hat das auch prima funktioniert, hohe Wachstumsraten zu erzeugen. Den letzten Wahlkampf hat die AKP mit dem Versprechen geführt, die Türkei binnen zehn Jahren zu einer der zehn wirtschaftsstärksten Nationen der Welt zu machen.

Der vom AKP-Regime geführte Terrorkrieg gegen Syrien ist nun neben der Euro-Krise ein wichtiger Grund dafür, dass die türkische Wirtschaft nun eingebrochen ist. Der Export nach Syrien ist weitgehend zusammengebrochen. Die Freihandalszone mit der Türkei wurde ob der türkischen Aggression von Syrien storniert, und ebenso wurde der Einkauf von Elektrizität in der Türkei von Syrien eingestellt. Die Straßen und Geschäfte von Antakya, wo früher Busse im Viertelstundentakt freudig viele türkische Waren kaufende Kunden aus Aleppo herbrachten, sind leer. Die LKW-Fuhrparks, mit denen türkische Unternehmer ihre Waren vor kaum mehr als einem Jahr noch durch Syrien in die Golfstaaten gebracht haben, stehen ungenutzt herum, doch die Kredite dafür müssen weiter bedient werden.

Es ist davon auszugehen, dass mit jedem Monat, den die Türkei nun tiefer in der Rezession versinkt, der Druck der Unternehmer auf das türkische AKP-Regime wachsen wird, von ihrer mörderischen Terrorpolitik gegenüber ihren südlichen Nachbarstaaten, insbesondere gegen Syrien, aber auch gegen den Irak, Abstand zu nehmen und zur Null-Problem-Politik zurückzukehren. Deutsche Verbraucher können diesen Druck auf das türkische Regime verstärken, indem sie türkische Waren links liegen lassen und sich einen Urlaub in der Türkei für eine zukünftige Zeit aufsparen, wo die Türkei vom Führen von Terrorkrieg gegen ihre Nachbarstaaten Abstand genommen hat. Da Deutschland der wichtigste Exportmarkt für die Türkei ist, kann bereits ein partieller Boykott türkischer Produkte durch deutsche Verbraucher erheblichen Einfluss haben.

17 Gedanken zu “Türkische Wirtschaft im Sturzflug

  1. „Für all diejenigen, die seit Monaten darauf warten, dass das türkische Regime ob seines mörderischen Terrorkrieges gegen Syrien endlich unter Druck kommt, sind das sehr gute Nachrichten.“

    Das ist zumindest fraglich. Kommt darauf an, in welche Richtung sich dieser Druck entladen wird. Um die Frage zu beantworten kenne ich die gegenwärtige Situation in der Türkei zu wenig. Aber ist es nicht ein gängiger Reflex bellizistischer Hasardeure, dass sie in Bedrängnis erst recht in die militaristische und faschistische Richtung marschieren?

  2. @Fx
    Die Richtung, in die das wirkt, ist ganz eindeutig.

    Die türkische Regierung unternimmt seit über einem Jahr alles, um die Spannungen mit Syrien zu verschärfen und so zu einem Regime Change in Syrien zu kommen, von öffentlichen Vergleichen der syrischen Regierung mit Hitler, über die Unterstützung von in Syrien aktiven Terroristen bis hin zu direkten militärischen Provokationen wie dem Phantom-Zwischenfall.

    Die türkische Bevölkerung ist mit einer deutlichen Mehrheit dagegen, die Spannungen mit Syrien zu verschärfen, Terroristen in Syrien zu unterstützen oder Krieg gegen Syrien zu führen.

    Aber ähnlich wie es sich in Deutschland mit dem Krieg gegen Afghanistan verhält, ist der Mehrheit der türkischen Bevölkerung das Thema Syrien nicht wichtig genug, um die Regierung deswegen in die Wüste zu schicken. Das wichtigste Thema ist für die Bevölkerung und die einflussreiche Businessklasse Wirtschaftswachstum. Die Bevölkerung wie auch die Businessklasse erwartet von der türksichen Regierung zuallererst, dass sie dafür sorgt, dass sie mehr Geld haben. Die Regierung weiß das, und genau deshalb war es bei der letzten Wahl das wichtigste Versprechen der Regierung, dass die Türkei binnen zehn Jahren zu einer der zehn größten Wirtschaftsnationen der Welt aufsteigt.

    Was nun passiert, ist dass die Rezession anzeigt, dass die türkische Regierung im Begriff ist, ihr wichtigstes Wahlversprechen zu brechen: nämlich für Wachstum zu sorgen. Mit einer Reduzierung des Wachstum von acht auf fünf Prozent infolge seines Feldzuges gegen Syrien könnte Erdogan gut leben, aber mit einer Rezession kann es schon bald sehr eng für das Erdogan-Regime werden.

    Für die Eurokrise kann die türkische Regierung nichts, aber der durch ihre Politik gegen Syrien verursachte Teil der Wirtschaftskrise geht voll auf die Kappe der Regierung. Diesen Teil der Wirtschaftskrise in der Türkei könnte die Türkei abändern, wenn sie von ihrer verbohrten ideologischen Politik ablassen würde. Durch diese Wirtschaftskrise in der Türkei baut sich deshalb von mehreren Seiten Druck auf die türksiche Regierung auf: zum einen aus der Bevölkerung, aus der Opposition, und auch aus der Businessklasse innerhallb der AKP. Möglich wäre es bei einer fortschreitenden Rezession zum Beispiel, dass die Erdigan-Davutoglu-Regierung ohne vorherige Neuwahlen durch eine andere AKP-Regierung abgelöst wird, oder dass von der Business-Lobby gestützte Abgeordnete eine eigene Partei gründen oder in andere Parteien eintreten, die Erdogan-Regierung zu Fall bringen, und es Neuwahlen gibt, oder dass in Bezug auf Syrien Erdogan einlenkt, um diesem Szenario zu entgehen.

    Sollte die Erdogan-Regierung stürzen, dürfte die Syrien-feindiche Politik der Türkei mit ziemlicher Sicherheit beendet sein, denn diese Politik will in der Türkei außer den größenwahnsinnigen und verbohrten neo-ottomanischen Ideologen um Erdogan und Davutoglu herum kaum noch jemand. Die meisten Türken, reich wie arm, wollen vornehmlich Wachstum und Wohlstand, und die syrienfeindliche Politik von Erdogan ist ein ernsthaftes Hinderniss für Wachstum und Wohlstand.

    1. Danke für die Erläuterung! Das leuchtet mir ein. Voraussetzung für eine Kurkorrektur wäre also eine wie auch immer geartete Absetzung von Erdogan. Der hat sich wohl so verzettelt, dass er kaum mehr zurück kann. In Syrien wurde ja schon vor mehr als einem Jahr berichtet, dass Erdogan mit diesem Geheimdeal (Operation “The rolling ball“) seine Seele an die USA verkauft hat. http://bit.ly/T6Rxa7 Übrigens bemerkenswert, das fiel mir jetzt gerade erst auf: bereits damals, spätestens im September 2011, wurde der Rakentenschutzschirm für die Türkei geplant!!

      1. @Fx
        „Voraussetzung für eine Kurkorrektur wäre also eine wie auch immer geartete Absetzung von Erdogan.“
        Erdogan ist der Schlüssel. Der größte Teil der türkischen Bevölkerung mag den Krieg nicht, ebenso wie die Business-Klasse. Dieser Krieg ist Erdogans ganz persönliche Geschichte, ein Versuch, eine Renaisance des osmanisches Reiches mit Gewalt zu erzwingen.

        Wenn Erdogan das weiter betreibt, wird das Blutvergießen in Syrien immer weiter gehen, weil dann aus der Türkei immer neue Terroristen und Waffen nachgeschoben werden. Wenn Erdogan stur ist und abgesetzt werden muss, um diese Politik zu beenden, dann gibt es keinen anderen Weg. Wenn Erdogan sich angesichts seiner potentiellen Absetzung besinnt, seine syrien-feindliche Politik ändert und wieder zur Null-Problem-Politik zurückkehrt, dann ist es auch OK. So ein Rückzieher wird zwar unangenehm für Mittelstümer Erdogan, der ansonsten immer nur den Weg vorwärts geht, aber wenn er den Rückzieher macht, ist es OK: So wie ich das verstehe, versuchen Russland und Iran Erdogan seit geraumer Zeit genau dazu zu bringen.

        Der vielversprechendste Weg, für eine Änderung der türkischen Aggressionspolitik zu sorgen, ist es, der Türkei klarzumachen, dass diese Politik gravierende negative wirtschaftliche Folgen für die Türkei hat. Wachstum und Wohlstand ist das Kerninteresse der Türkei und Erdogans wichtigstes Wahlversprechen.

        Durch einen graduellen Boykott türkischer Waren und Dienstleistungen duch deutsche Verbraucher mit eben jener Begründung, dass Erdogans Aggressionspolitik gegen Syrien abgelehnt wird, könnte der potenziell friedensstiftende Druck noch etwas verstärkt werden.

        Wichtig dabei ist, dass das kein rassistischer Anti-Türkei-Boykott wird, sondern ein Boykott gegen Erdogans Aggressionspolitik. Ich vermute, dann gibt es da sogar sehr viel Verständnis für von der türkischen Bevölkerung.

  3. Die AKP ist nicht die Türkei!!! Sie ist eine fundamentalistische, faschistische, radikale und sich den Amerikaner verkaufte (unloyale) Partei!!!!!

    Sie ist eine Schande für die Türkei!!!

    Ich bin selbst Deutsch- Türke und schäme mich für (…) Tayip Erdogan!!

    (…)

    1. hahaha ..seit 10 jahren wünschen sich anti-türkisten und rassisten , wie ihr es seid .. dieses szenario..die türkei hat versucht durch eine “soft-change” die diktatur von essad , dem aleviten-häuptling , zu vollziehen ..immer mit der absicht den syrern demokratie und freiheit zu bringen… es wurden handelszölle abgebaut..es wurden projekte finaziert und die wirtschaft mit türkischem kapital versorgt. weil der türkei , als einzige humanistische mittelmacht in dieser region , das wohl des volkes wichtig ist…die türkei hat alles versucht , die gierigen europäischen , jüdischen und deutschen kolonialisten aus syrien rauszuhalten , weil sie wissen , was geschieht , wenn menschen wie ihr dort einfluss nimmt.. leider ist dies ihr nicht gelungen..und sie hat dem druck des westblockes nicht stzandgehalten ..sonst wäre sie aufgreieben geworden…ihr müsst nicht alles durch die PKK-Brille sehen.

      1. @daft-punk
        Ja, es stimmt. Es gibt viele anti-türkische Rassisten.

        Nur ändert das nichts an der Feststellung des Verbrechens, dass das Erdogan-Regime gegenwärtig einen sogenannten „unkonventiellen“ Angriffskrieg gegen Syrien führt, also in Syrien Terroristen mit dem Ziel Regime Change unterstützt, die dort massenhaft Blutvergießen anrichten.

        „die türkei hat versucht durch eine “soft-change” die diktatur von essad , dem aleviten-häuptling , zu vollziehen“

        Aleviten-Häuptling? Das ist die Sprache von Rassisten. Es gibt nicht nur viele anti-türkische Rassisten, sondern es gibt auch in der Türkei viele Rassisten, und die türkische Regierung gehört offensichtlich genauso dazu wie du. Und von Soft-Change kann angeichts von Zig-Tausenden Toten, die die Türkei bislang durch die Unterstützung von Terroristen in Syrien verursacht hat, um Assad und Alleviten von Wahlen in Syrien auszuschließen, wohl keie Rede mehr sein.

        „..immer mit der absicht den syrern demokratie und freiheit zu bringen…“
        Ja, in der Türkei sitzen offensichtlich genauso Fanatiker in der Regierung wie George W. Bush in den USA, der das Verbrechen des massenmörderischen Angriffskrieges gegen den Irak nur begangen hat, um den armen Irakern Demokratie und Freiheit zu bringen. Jenseits der Reden an das Volk ging es George W. Bush und seinen Leuten um andere Dinge: Israelische Vorherrschaft im nahen Osten, Öl, geopolitische Machtausdehnung der USA, z.b.

        Und genauso ist es mit der Türkei, der vorgeblich „humanistischen mittelmacht,“ der angeblich „das Wohl des volkes wichtig“ ist. Ihre massenmörderischen Handlungen in Syrien strafen die türkische Regierung diesbezüglich Lügen.

        Und in den Reden der türkischen Führer, die nicht für das Volk bestimmt sind, da findet sich denn auch ein ganz anderes Leitmotiv der türksichen Außenpolitik. Bei Goldman achs erklärte Davutoglu unverblümt, ihm gehe es um den Aufbau eines großtürkischen Reiches, und in der jüngeren Vergangenheit schien ihm Null-Problem-Politik das richtige Mittel dazu, und nun Regime Change.

        https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2012/10/17/die-katastrophale-ausenpolitik-der-turkei-begreifen-teil-1/

        Es geht der türkischen Regierung nicht um die Durchsetzung humanistischer Werte, sondern sie benutzt die Begriffe „Freiheit und Demokratie“ als Opium für’s Volk, um ihre Machtausdehnung über fremde Länder durch Krieg und Terror zu rechtfertigen, genau wie es schon Bush und Blair in Bezug auf den Irak taten.

        „die türkei hat alles versucht , die gierigen europäischen , jüdischen und deutschen kolonialisten aus syrien rauszuhalten , weil sie wissen , was geschieht , wenn menschen wie ihr dort einfluss nimmt..“

        Gegenwärtig ist zu sehen, was geschieht, wenn die türksiche Regierung in Syrien Einfluss nimmt, gemeinsam mit den europäischen , jüdischen und deutschen Kolonialisten. Massenmorde ohne Ende veranstalten die türkische Regierung und ihre wahhabitischen, zionistischen und imperialistischen Partner in Syrien.

        „und sie hat dem druck des westblockes nicht stzandgehalten ..sonst wäre sie aufgreieben geworden“

        Es ist andersherum. Die türkische Regierung führt den Wetblock in den Krieg gegen Syrien, die türkische Regierung hat sich zur Speerspitze des für Goldman Sachs und ähnliche Imperialisten geführten Krieg gegen Syrien gemacht. Nicht die NATO drängt der Türkei Patriots für noch mehr Krieg auf, sondern die türkische Regierung hat die NATO darum gebeten. Dafür, Speerspitze des imperialen Krieges gegen unabhängige Staaten des nahen Ostens geworden zu sein, bezahlt die Türkei nun den wirtschaftlichen Preis. Würde die Türkei nicht laufend neue Terroristen ausbilden und bewaffnen und über die Grenze nach Syrien schicken, könnte es in Syrien längst wieder Frieden geben. Auch demokratische Wahlen könnte es in Syrien längst geben, wenn die Türkei diesbezügliche iranische und russische Vorschläge nicht ablehnen würde, und stattdessen die saudische Art von Demokratie und Freiheit nach Syrien zu exportieren versuchen würde.

        „ihr müsst nicht alles durch die PKK-Brille sehen“
        Die Unterstellung ist nicht nur falsch, sondern auch ein weiteres Zeichen deiner Vorurteile und deines Rassismus.

  4. Auch die DDR war einmal statistisch (Vorsicht!) die zehntgrößte Industrienation.

    Bis zur Implosion…

  5. Da Geld- und somit materielle Engpässe für die meisten gegenwärtigen Menschen das Einzige zu sein scheint, was als Not-Wendigkeit durchdringt, sich der Realität und vielleicht sogar Wirklichkeit abseits der Talkshows, Alltagssorgen und Unterhaltungsablenkung zu besinnen, könnte solch eine Rezession wirklich zu Einkehr und sogar Demut und Erkenntnis des Wichtigen führen.

    Deshalb ist diese Nachricht über diese Möglichkeit eine der Ermutigerenden, die ich zuletzt gelesen habe. Fragt sich, wie lange das Finanz-Kartenhaus zur Kriegsführung noch zu halten und zu kitten sein wird.

  6. Was kümmert Ihr Euch um die türkische, erdogansche Politik?! Ihr müsst doch erst einmal vor Eurer Haustür kehren! Ist die Situation in Deutschland etwa besser?! Unterstützt die Merkel / Westerwelle die wektweiten(!) Kriege der Amis etwa nicht?! Deutsche Waren solltet Ihr boykottieren, um das Merkel-Regime zu stürzen! Und wenn schon! Der nächste Bilderberger Steinbrück steht schon an! Aber andere Länder und Regierungen zu verurteilen ist anscheinend beliebter und leichter, als eigene, deutsche Probleme zu diskutieren und sie zu bekämpfen!

    Welches Land kann 26 anderen Ländern den Geldzufluss abdrehen, wenn sie nicht das tun, was es will?? Deutschland hat doch mehr Macht zusammen mit der EU, um das Weltgeschehen zu beeinflussen?! Wieso setzt Ihr nicht da an?! Wenn Ihr Deutschland „befreit“, dann kann man die EU kontrollieren, und somit in der Weltpolitik Einfluss nehmen!! Aber ein kleines, armes, isoliertes Land wie die Türkei, was soll sie denn schon ändern können?!

    Die völlig falschen Analysen, verdrehte Tatsachen spiegeln die Denkweise der Massenmedien wider! Ein bisschen Neid kann man zwischen den Zeilen auch lesen!

    1. Ich glaube, es geht EinParteibuch vornehmlich darum, die deutsche Öffentlichkeit aufzuklären. Und da die sich zum Teil einreden lassen hat,
      Deutschland würde globalisiert am Hindukush und anderswo „verteidigt“,
      Deutsche Wirtschaftsinteressen seien kriegswürdig bis nach Afghanistan und darüber hinaus (Ex-BP H. Köhler),
      Deutsche Interessen und moralische Werte seien unvereinbar und bei Panzerlieferungen an Saudi-Arabien müssten moralische Überlegungen übergangen werden (CDU-Fraktionspräsident V. Kauder) und so weiter,
      kann diese Aufklärung nur in übernationaler Betrachtung sinnvoll geschehen.
      Darüber hinaus werden hier oft genug eher „deutsch-interne“ Themen erörtert, wie die Rolle der „deutschen“ Medien, Politiker, Richter, Wähler, Stiftungen usw., usf..
      Hier werden doch nicht „die Türken“ verurteilt – im Gegenteil weist EinParteibuch auf die ablehnende Haltung der statistischen Mehrheit der türkischen Bürger zum Syrien-Krieg hin – sondern die Politik Erdogans & Co. analysiert.
      Erdogan hat auch hier in Deutschland arroganten Einfluss zu nehmen versucht (z.B. Rede in Düsseldorf) und führt in Syrien einen perfiden Terror-Proxy-Krieg an, wie er ohne seine Beteiligung den Aggressoren nicht möglich wäre. Und da soll das Parteibuch schweigen? Ohne Erdogans doppelzüngige Strategie wäre auch den deutschen Aggressoren der Schritt nach Syrien weitestgehend blockiert. Erdogan nimmt Folter und Terror in Kauf für größenwahnsinnige Machtphantasien – und damit arbeiten die deutschen Verantwortlichen zusammen, und wenn der deutschen Öffentlichkeit klar würde, auf was sich die Verantwortlichen da eingelassen haben, würden sich die allermeisten Einwohner Deutschlands nicht mehr zur Unterstützung angeblich „humanitärer“ Invasionskriege manipulieren lassen und würden die verantwortlichen deutschen und internationalen Politiker fortan mit ganz anderen Augen sehen.

      EinParteibuch kehrt vor dem, was Viele, insbesondere die etablierte Politik-Kaste inzwischen leider als ‚unseren‘ Vorhof, ‚unsere‘ Verantwortungsdomäne, betrachten – den Hindukush, Somalias „Piraten“-Gewässer, Syriens Küste, Nordkorea, Takha-Tukka-Land und Antarktika… – anhand sehr anschaulicher Beispiele.

      Eher wäre es interessant, wo sie hier, etwas abseits Ihrer eigen Haustüre vielleicht, „völlig falsche Analysen“ auszumachen vermeinen konnten und wo genau Sie zwischen den Zeilen „Neid“ (auf Erdogan?🙂 herausklingen zu hören meinten, um das ganze auf eine etwas konkretere und sachlichere Ebene zu heben.

      Wo endet Ihrer Meinung nach die Ihnen genehme Berichterstattung und Kommentierung deutscher Medien zu internationalen Angelegenheiten in diesem konkreten Fall?

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