Deutschland stemmt sich gegen NATO-Krieg gegen Syrien

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei einem informellen Abendessen der Außenminister der NATO-Staaten am vergangenen Dienstagabend erklärt, die NATO dürfe in Sachen Syrien und Iran „den Kopf nicht in den Sand stecken.“ Die USA, die Türkei und Britannien sind demzufolge bereit, über neue NATO-Angriffskriege nachzudenken. Die schwarz-gelbe Regierung Deutschlands führt hingegen eine Gruppe kriegsunwilliger NATO-Staaten an, die sich gegen die transatlantische Kriegsfront stemmen.

Laut Süddeutsche meinte einer der Teilnehmer an dem Abendessen, in den Außerungen von Rasmussen „Kriegstrommeln“ zu hören. Nur wenige Stunden vor dem Abendessen hatte der von der Israel-Lobby beherrschte US-Senat fast einstimmig gefordert, „Optionen“ zu prüfen, wie die USA Syrien daran hindern könne, die Luftwaffe gegen von der Türkei geführte Terroristen in Syrien einzusetzen. Da liege es „doch auf der Hand,“ dass die USA da die NATO für einspannen wollen, meinte ein Diplomat der Südeutschen zufolge.

Die Frage nach einem NATO-Krieg gegen Syrien oder Iran habe NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mit der Frage eingeleitet, was die NATO tun würde, wenn Syrien chemische Waffen gegen Aufständische einsetzen würde oder wenn der Iran die Straße von Hormuz sperren würde.

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, wurde die Diskussion zum Iran umgehend damit beendet, dass der französische Außenminister erklärte, man solle keine Fragen stellen, die „nicht akut sind.“ Die nach Syrien löste der Süddeutschen zufolge hingegen eine heftige und sehr strittige Debatte aus.

Hillary Clinton sowie die Außenminister der Türkei sowie Britanniens unterstützten die Überlegungen von Rasmussen, unter Umständen einen Angriffskrieg gegen Syrien zu führen. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle habe die Idee, unter Umständen, beispielsweise wenn Syrien rote Linien überschreite, mit der NATO in Syrien zu intervenieren, also Angriffskrieg gegen Syrien zu führen, hingegen brüsk abgelehnt, und wurde in der ablehnenden Haltung von den Vertretern der Niederande, Polens und der tschechischen Republik unterstützt. Der Vertreter eines kleinen Staates hat der Süddeutschen zufolge dazu erklärt, mit der Androhung von Konsequenzen seien politische Konsequenzen, beispielsweise Maßnahmen der UNO, gemeint gewesen, und nicht eine militärische Intervention. Frankreich „tendiert“ der Südeutschen zufolge dazu, über „eine direkte oder indirekte militärische Intervention“ nachzudenken, war bei dem Abendessen anscheinend jedoch weniger explizit als die Außenminister der USA, der Türkei und Britanniens.

Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete am Mittwoch, dass größere Gruppen von Rebellen, Jihadisten und mit Al Qaeda verknüpfte Kämpfer seit einigen Tagen in einem Kampf um Leben und Tod versuchen, strategische Punkte in Damaskus wie etwa die Straße zum Flughafen zu erobern. Quellen zufolge habe die syrische Armee in den letzten Tagen mit großer Feuerkraft bereits 2000 der angreifenden Terroristen erledigt, doch die Auseinanderetzungen dauerten noch an.

Syrische Offizielle und Beobachter halten das neuerliche Gerede von einem potentiellen syrischen Chemiewaffeneinsatz Xinhua zufolge für einen Versuch bestimmter NATO-Staaten, einen Pretext für eine offene militärische Einmischung von außen zu schaffen. „Der Westen sucht einen Vorwand für eine direkte Intervention. Wenn dieser Vorwand nicht funktioniert, wird er nach einem anderen Vorwand suchen,“ zitiert Xinhua den stellvertretenden syrischen Premierminister Qadri Jamil. Als Vertreter der NATO-Staaten vor einigen Monaten schon einmal von Konsequenzen bei einem möglichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien sprachen, äußerten syrische Quellen die Befürchtung, die Terroristen könnten von kriegswilligen NATO-Staaten mit chemischen Kampfstoffen beliefert werden, um damit ein Verbrechen zu begehen, dass der syrischen Armee in die Schuhe geschoben wird und der NATO einen Vorwand zu einem offenen Krieg gegen Syrien liefert.

Syrien betont unterdessen unablässig, dass Syrien, sofern es chemische Kampfstoffe überhaupt besitzen sollte, diese keinesfalls gegen Auständische einsetzen werde. Das syrische Außenministerium hatte vor einigen Monaten erklärt, ein Einsatz von chemischen Kampfstoffen käme für Syrien nur bei einem Angriffskrieg eines fremden Staates in Frage, womit genau das Szenario eines von der Türkei aus geführten offenen NATO-Angriffskrieges gegen Syrien beschrieben worden war.

9 Gedanken zu “Deutschland stemmt sich gegen NATO-Krieg gegen Syrien

  1. – “Der Westen sucht einen Vorwand für eine direkte Intervention. Wenn dieser Vorwand nicht funktioniert, wird er nach einem anderen Vorwand suchen,” zitiert Xinhua den stellvertretenden syrischen Premierminister Qadri Jamil.

    Die Blaupause zur Suche nach Vorwänden nach bestem Wissen und Gewissen der US:
    -> http://principiis-obsta.blogspot.se/2012/12/herbst-1941-pearl-harbor-und-die-kriege.html

    Eine schöne Übung zur Bewertung von „Demokratie und Freiheit“.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  2. Deutschland scheint im Moment gar nicht auf Kurs zu sein.
    Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat , Stimmenthaltung!
    Dazu das Zionistenblatt „Die Zeit“:
    „Gibt es so etwas wie eine mutige Enthaltung? Dies hier ist so ein Fall. Deutschland hat den Antrag der Palästinenser, als „beobachtendes Nichtmitglied“ in die Vereinten Nationen aufgenommen zu werden, nicht abgelehnt. Das ist ein kaum zu überschätzender Bruch mit der deutschen Israel-Politik.“
    Nun: Deutschland gehörte tatsächlich und amtlich dokumentiert zu den Staaten, die Israel mit aufgefordert haben, sein Atomprogramm offenzulegen!

    http://www.muslim-markt-forum.de/t236f2-Deutschland-stimmt-gegen-Israel-aber-die-Deutschen-duerfen-es-nicht-wissen.html

    Und nun, wie schon im Libyenkrieg?
    Da im Netz tatsächlich keine genaue Quelle zu finden ist stell ich die Vermutung an das Joe Lieberman und sein Umfeld dafür verantwortlich ist.

    Die Meldung heute:
    US Claims Syria Dictator Prepares Sarin Nerve Gas to Stop Rebel Advance 5-Dec-12 NBC News:

    Dazu:
    Klar das man nun plötzlich Terroristen erkennt!
    So kann man wahlweise eingreifen. (Weil Assad Chemiewaffen einsetzt oder böse Buben in deren Besitz gekommen sind!)
    „Washington befürchtet, dass Chemiewaffen gegen die syrische Opposition
    angewendet werden oder in die Hände von Terroristen fallen könnten.
    Obama drohte al-Assad mit Konsequenzen, falls Chemiewaffen gegen die
    Opposition eingesetzt werden sollten.“
    Kaum sind die Patriots beschlossen und die damit verbundenen Nebengeräusche verklungen, werden Nägel mit Köpfen gemacht.
    Aber erst mal muss das Stimmvieh von den Medien weichgeklopft werden.

    WASHINGTON, 06. Dezember (RIA Novosti).
    Die syrischen Behörden haben laut dem TV-Sender Fox News Ladungen für Chemiewaffen vorbereitet und sind zu ihrer Anwendung bereit. Das teilte der Sender am Mittwochabend unter Hinweis auf einen ranghohen Vertreter der US-Administration mit.
    Fox News zufolge wurde der chemische Kampfstoff Sarin produziert und ist zum Einsatz bereit.
    Wie eine Quelle des TV-Senders sagte, macht die Gültigkeitsdauer des chemischen Gemisches insgesamt zwei Monate aus, sodass die Anwendung von Chemiewaffen in der nächsten Zeit zu erwarten sei.
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    Donnerstag, 06. Dezember 2012 (n-tv.de):
    Assad bereitet angeblich Gift-Einsatz vorNato streitet über Militäreinsatz

    Berichten zufolge bereitet Syrien den Einsatz von Nervengift vor. Laut US-Außenministerin Clinton droht das Land, eine rote Linie zu überschreiten. Nato-Generalsekretär Rasmussen wirbt für ein militärisches Eingreifen.

    Das syrische Regime soll nach Informationen des US-Fernsehsenders NBC den Einsatz von Fliegerbomben mit tödlichem Nervengift vorbereiten. Das Militär warte auf den Befehl von Präsident Baschar al-Assad, solche Chemiewaffen gegen aufständische Bürger einzusetzen, berichtet der Sender unter Berufung auf namentlich nicht genannte amerikanische Regierungsbeamte.
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    Vermutlich ist das die Quelle:
    Joe Lieberman, als US-Senator ist er Mitglied des Ausschusses für die Streitkräfte. Seit dem 4. Januar 2007 ist Lieberman im Senat Vorsitzender des Ausschusses für den Heimatschutz. Er und seine Frau sind gläubige Juden.

    Im Mai 2012 sprach er sich, trotz des vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützten Friedensplans, für eine Bewaffnung der syrischen Aufständischen aus und forderte Syriens Bombardierung durch die USA und ihre Partner in der Region.

    WASHINGTON, 05. Dezember (RIA Novosti).
    Der Senat des US-Kongresses hat Präsident Barack Obama empfohlen, die Möglichkeit für eine militärische Einmischung in den Syrien-Konflikt und die Einrichtung einer Flugsperrzone über diesem Land zu prüfen.

    ///Eine entsprechende Änderung am Gesetz über den Verteidigungsetat wurde von den Senatoren am Dienstagabend vorgenommen.///

    „Diese Änderung ist für uns die einfachste Methode, der Administration zu sagen, dass der Senat über das Gemetzel in Syrien beunruhigt ist. (…) Es muss eine vernünftige Bewertung dessen gegeben werden, was die US-Streitkräfte tun können, um Baschar al-Assad um die Möglichkeit zu bringen, die Luftwaffe einzusetzen“, sagte Joseph Lieberman.“

    Meldungen News:
    Die ägyptische Botschaft in Damaskus hat heute einen Konvoi organisiert, um ihre Bürger sicher aus Syrien herauszubringen.(orf)
    „Patriot“-Raketen sollen die Grenze zu Syrien schützen. mehr. … Syrien hat offenbar Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz von Chemiewaffen gestartet!(Bild)
    Brüssel (dapd). US-Außenministerin Hillary Clinton befürchtet, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad seine Chemiewaffen gegen das eigene Volk …(Die Welt)
    Es gibt Hinweise, dass das syrische Regime den Einsatz von Chemiewaffen plant – vermutlich gegen das eigene Volk. Wie verheerend diese …(focus)
    „Wir wissen, dass Syrien Raketen hat, wir wissen, dass sie chemische Waffen haben. Und natürlich muss das in unsere Kalkulationen …(Spiegel)

    Joe Lieberman: Let’s Bomb Syria:
    http://www.infowars.com/joe-li

  3. Schlimmstes faschistisches benehmen von dem Kriegsverbrecher Rasmussen, aber dafür wurde er eingesetzt.

  4. Natürlich stimmt Deutschland gegen einen Krieg mit Syrien. Erst die Bundestagswahl. Danach kann die Angreifsmacht, oh, ich meine die Wehrmacht, „helfen“ beim Angreifen.

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