Weitere gute Nachrichten aus der deutschen Medienbranche

Die guten Nachrichten aus der deutschen Medienbranche reißen nicht ab. Das auf „linksliberal“ machende transatlantische Hetzblättchen „Frankfurter Rundschau“, das seit einiger Zeit zum zionistischen Hasbarakonzern DuMont gehört, hat Berichten zufolge Insolvenz angemeldet.

So kann es gehen. Gerade erst hetzte Bettina Vestring mit dem FR-Artikel „Die neue Ordnung der Welt“ gegen die deutsch-chinesische Völkerfreundschaft, und erklärte, die Welt habe sich verändert. Und nun ist die Veränderung, nämlich der Aufschlag in der Realität, schon beim transatlantischen Hetzblättchen „Frankfurter Rundschau“ angekommen. Während das China-Geschäft boomt ist die Nachfrage nach sich linksliberal gebender transatlantischer Hetzpropaganda wider die deutsch-chinesische Freundschaft gesunken, und so ist die „Frankfurter Rundschau“ nun pleite. Es ist zwar noch nicht klar, ob dass wirklich das Ende der aus Frankfurt kommenden psychologischen Kriegsführung gegen den Verstand linksliberal eingestellter Menschen ist, doch die Meldung klingt jedenfalls vielversprechend.

Es geht Schlag auf Schlag. Vor nicht einmal einem Monat konnte vermeldet werden, dass der Springerkonzern sich dazu entschieden hat, Internetnutzer vor der Kontaminierung ihres Verstandes mit seiner zionistischen Propaganda durch eine sogenannte Paywall zu schützen.

Und erst gestern meldete Press TV, dass der ebenfalls in der Insolvenz befindliche transatlantisch ausgerichtete Propaganda-Konzern DAPD 100 seiner 300 Propagandisten den Stuhl vor die Tür stellt.

Und für die nahe Zukunft soll angeblich sogar Hoffnung bestehen, dass auch das zum G+J-Konzern gehörende transatlantische Hetzblättchen „Financial Times Deutschland“ aufhören wird, die Gehirne der Menschen in Deutschland mit seiner Propaganda zu kontaminieren.

Das sind sehr hoffnungsvolle Zeichen: so wie es aussieht, geht den in jeder Hinsicht bankrotten Transatlantikern das Geld für die transatlantische Gehirnwäsche der Menschen in Deutschland aus. Das macht Platz für bessere Medien in Deutschland, beispielsweise solche, die von Hasbara-Lügen und transatlantischeer Hetze gegen die Regierung anderer Staaten Abstand nehmen und auch mehr Wert legen auf die deutsch-chineische Völkerfreundschaft.

Nachtrag: Weiter geht es mit den guten Nachrichten aus der Medienbranche: El Pais, das führende Propaganda-Blättchen der transatlantischen Kriegsmafia in Spanien, schmeißt reihenweise Propaganisten raus.

Nachtrag 2: Die neueste Kampagne der FR scheint darauf abzuzielen, in klassischer Manier mit Blondinen-Bildchen um neue Leser zu werben.

Bis es soweit ist, empfiehlt Mein Parteibuch Internet-Nutzern, die deutschprachige Nachrichten möchten, anstatt die verlogene Propaganda deutscher Massenmedien zu konsumieren, abseits der herrschenden Verbrecherclique erstellte Blogs wie „Hinter der Fichte„, unabhängig zusammengestellte Nachrichtenspiegel wie Net News Global oder deutschsprachige „Feindsender“ wie RIA Novosti, CIIC und IRIB zu lesen.

18 Gedanken zu “Weitere gute Nachrichten aus der deutschen Medienbranche

  1. Hallo Parteibuch!
    Erstmal denke ich nicht, dass die Medien Chinas, Russlands oder des Irans in irgendeiner Weise ehrlicher sind als unsere Medien, wenn es um ihre internen Belange geht. Die haben nur ihre eigene Agenda, und die ist natürlich eine andere als unsere. Deine Empfehlungen hören sich so an, als solle man andere zutiefst autoritär gestrickte Staaten (Cholera) den USA (Pest) vorziehen. Aber warum soll ich mich überhaupt vor diese Wahl stellen, wenn ich doch vollmundig beides ablehnen kann? Linksliberal ist auch ein schöner Begriff, ich sehe ihn nur nirgends. Was hat beispielsweise der zur Schau getragene russische Militarismus auf Ria Novosti damit zu tun? (z.B. diese kleinen Infobanner zu dem neusten und tollsten russischen Kriegsgerät). RT löscht übrigens auch regelmäßig meine Kommentare, die Tagesschau auch, aber was daran macht Russland noch gleich sympathischer? Was soll ich am erzkonservativen iranischen Ayatollah Khamenei gut finden? Oder am starken Mann aus Russland? Sympathie für den anderen Unsympathen, der gerade in der Defensive ist? Vergiss es. Der Feind des Feindes ist nicht mein Freund. Mit diesem Trugschluß fallen auch die Amis regelmäßig auf Schauze. Das braucht keiner. Es ist eine völlig verquaste Logik.

  2. Herbert!
    Aus Imagegründen nennt man (Compact) sich heutzutage ja nichtmehr offen nationalsozialistisch, sondern national und in gewissem Abstand sozial(-istisch), indem man sich dann doch auch besorgt über Managergehälter und Hartz4 zeigt. Die alte Laier der Querfront, nicht „rechts nicht links“ – angeblich. Man braucht ja irgendwelche Aufreger um die dümmsten Schafe einzucashen.

  3. @Flusser
    „Erstmal denke ich nicht, dass die Medien Chinas, Russlands oder des Irans in irgendeiner Weise ehrlicher sind als unsere Medien, wenn es um ihre internen Belange geht.“

    Das ist auch, gleich ob man das glaubt oder nicht, überhaupt nicht die Frage. Sie sind aber eine alternative Informationsquelle zum völig verlogenen, nahezu vollständigen transatlantischen Medienoligopol weltweit, zu dem auch die FR gehört.

    „Die haben nur ihre eigene Agenda, und die ist natürlich eine andere als unsere.“
    Genau das ist ihr Vorteil: die haben eine andere Agenda als die Unterwerfung der Welt durch das US-geführte Terrorregime.

    „Deine Empfehlungen hören sich so an, als solle man andere zutiefst autoritär gestrickte Staaten (Cholera) den USA (Pest) vorziehen.“

    Du scheinst fest im von Medien wie der FR propagierten transatlantischen Chauvismus verhaftet zu sein.

    Es gibt keinen autoritäreren Staat als die USA. Wer irgendwo auf der Welt eine andere Meinung als die USA vertritt und damit Gehör findet, wird vom US-Regime und seinen Lakaien ermordet, etwa so, wie Anwar Al Awlaki oder wie zuletzt Muamar Gaddafi.

    Viel vom sogenannten Autoritärismus anderer Staaten ist Verteidigung gegen den US-Imperialismus. Sogenannte „autoritäre“ Staaten sind weniger anfällig gegen den globalen US-geführten Regime Change Terror. Genau dafür werden sie vom US-Regime und ihren Propagandiste angefeindet, nicht etwa wegen Autoritärismus. Wie liberal oder nicht sich diese Staaten ohne den globalen US-Terrorismus entwickeln werden, wird man dabei sehen, wenn der globale US-Terror Geschichte ist.

    „Aber warum soll ich mich überhaupt vor diese Wahl stellen, wenn ich doch vollmundig beides ablehnen kann?“

    Klar kannst du vollmundig beides ablehnen. Da habe ich gar kein Problem mit. Wenn du die global aktiven transatlantischen Terroristen und ihre Lakaien wie die FR-Macher genauso ablehnst wie diejenigen, die sich dagegen auflehnen, und dir zu „autoritär“ sind. Die real existierende globale Alternative zur US-Dominanz über die Welt sieht indes anders aus. Die real existierende Alternative zum weltweiten US-Imperialismus ist eine mutipolare Welt.

    „Linksliberal ist auch ein schöner Begriff, ich sehe ihn nur nirgends.“

    Es liegt daran, dass die US-Herrscher jedes linksliberale Herrschaftssystem niedermachen, und die dem zugrundeliegende Gesellschaft gleich mit. Zur Liberalität tendieren Herrschaftssysteme in der Regel jedoch nur, wenn sie sich nicht unter existientiellem Druck befinden.

    „Was hat beispielsweise der zur Schau getragene russische Militarismus auf Ria Novosti damit zu tun?“

    Russland ist zurecht stolz darauf, in der Lage zu sein, Waffen zu entwickeln, die gebraucht werden, um die Reste der freien Welt gegen die global aktiven US-Terroristen und ihre Lakaien verteidigen zu können.

    „RT löscht übrigens auch regelmäßig meine Kommentare, die Tagesschau auch, aber was daran macht Russland noch gleich sympathischer?“

    Russland führt keine Angiffskriege gegen andere Länder, um sie seiner Ideologie von Freiheit zu unterwerfen.

    „Was soll ich am erzkonservativen iranischen Ayatollah Khamenei gut finden?“

    Der gläubige Sozialist Ali Khamenei steht in der ersten Reihe derjenigen, die mit der Kraft ihrer Gedanken und ihres Glaubens die rechtsextreme US-amerikanische Aggressionsunkultur bezwungen haben.

    „Oder am starken Mann aus Russland?“

    Der starke Mann Putin hat es geschafft, die Ausbreitung des globalen Regime-Change-Terrorismus der totalitären und rechtsextremen US-Herrscher aufzuhalten.

    „Sympathie für den anderen Unsympathen, der gerade in der Defensive ist?“

    Sympathie mit den Opfern der Verbrechen der Starken, das ist der Kern eines jeden Gerechtigkeitsempfindens. Diejenigen, die gegenwärtig stark und extrem kriminell sind, sind die Herrscher der USA und ihre Lakaien. Ein Blick auf die US-Militärausgaben und ihre Angriffskriege, durch die sie allein in den letzten Jahren Zigtausende von Menschen ermordet haben, zeigt es.

    „Vergiss es. Der Feind des Feindes ist nicht mein Freund.“

    Nein, aber dein Leidensgenosse, der mit dir im gleichen Schützengraben liegt.

    „Mit diesem Trugschluß fallen auch die Amis regelmäßig auf Schnauze.“

    Hu, Putin, Khamenei und unzähligen anderen Menschen sei dank dafür. Die Amis fallen nicht von elbst auf die Schnauze, sondern es sind mutige und entschlossene Mensche, die dafür sorgen.

    „Das braucht keiner. Es ist eine völlig verquaste Logik.“

    Es ist keine verquaste Logik, sich die wirtschaftliche und militärische Stärke einer Dikatur mit globalem Anspruch anzuschauen, und sich mit denjenigen zu solidaisieren, die die Opfer dieser Verbrecher sind. Die Herrscher der USA sind diejenigen, die (noch – zumindest einigen Indikatoren zufolge) die stärkste Wirtschaft der Welt und das mit Abstand stärkste Militär der Welt – einschließlich der dazugehörenden Propaganda-Maschine – kommandieren, um die Welt mit Eroberungsfeldzügen und Angriffskriegen zu terrorisieren.

    Und so ist es zu begrüßen, das mit der heutigen Pleite der FR die Kriegsmaschine der global aktiven transatlantischen Terroristen mit Weltberrschungsanspruch eine Niederlage erlitten hat – und den US-Imperialisten weitere Niederlagen ins Haus stehen. Der wichtigste soziale Kampf des 21. Jahrhunderts geht um eine gerechtere Welt, und Multipolarität ist dazu eine unabdingbare Voraussetzung.

    1. @Hassan
      Lassen wir die Persönlichkeiten mal außen vor, und betrachten nur die Ideologie:

      Elsässer ist mir zu völkisch, Petritsch verbreitet obendrein noch esoterischen Unfug, oder hat es zumindest.

      Zur Ehrenrettung: Immerhin machen sie auf ihre Art gegen das US-Empire mobil – und das ist auch wichtig, auch wenn das am rechten Rand geschieht.

  4. Frau Pohl von der TAZ zeigt sich im Gegensatz zum Parteibuch ziemlich tief betroffen:
    „Am Dienstag war kein guter Tag für unsere Demokratie, die davon lebt, durch kritischen Journalismus geschützt zu werden. Die FR war die erste Qualitätszeitung, die in Deutschland Insolvenz angemeldet hat. Sie wird wohl nicht die letzte bleiben.“
    (http://taz.de/Kommentar-FR-Insolvenz/!105494/)

    Desweitern beklagt sie in diesem Kommentar den „Schlag gegen die Pressevielfalt“ und die „Umsonstkultur im Internet“.

    Da hat anscheinend eine Dame Angst, dass mündige Bürger, die sich zunehmend unabhängiger informieren und kein Geld mehr für angestaubte Blätter wie die FR hinlegen, ihren Arbeitsplatz gefährden könnten. LOL

    1. Dass die frühere Harvard-Stipendiatin Pohl trauert, ist mir klar – für die Lakaien des US-Empires wird es immer enger. Und e ist auch völlig klar, dass sie keinen Ausweg weiß – wie auch, das Empire geht Stück für Stück immer mehr pleite.

      Dabei gäbe es möglicherweise für die FR einen gangbaren kommerziellen Ausweg, wenn die Redaktion nicht so ideologisch verbohrt und auf Gefolgschaft zum US-Empire eingeschworen wäre: und zwar über China.

      Mal angenommen, die FR-Leute würden ihre ideologischen Scheuklappen über Bord werfen können, was ich nicht glaube, dass sie es können, aber nur mal angenommen, dann müssten sie sich schleunigst mal mit China in Verbindung setzen, und China erklären, dass ihr „linksliberales“ Blättchen ganz wichtig für die deutsch-chinesische Freundschaft ist.

      Wenn sie China überzeugen könnten, dann könnte China zum Beispiel seine Verbindungen zu VW spielen lassen, und VW erklären, dass es eine ganz wichtige Sache für die Geschäfte von VW in China wäre, dass es in Deutschland ein „linksliberales“ Blättchen wie die FR gibt. Kleinere Defizite in einer Übergangszeit könnte VW ziemlich locker aus seinem Werbebudget finanzieren. Gleichzeitig sollte die FR dann kräftig – natürlich nicht unentgeltlich – die Werbetrommel für in Deutschand aktive chinesische Firmen wie Lenovo, Sany oder Suntech rühren.

      Die in Deutschland vor allem im Massenmakt tätige Firma VW könnte mit diesem Image auch gut zur als linksliberal geltenden FR passen, mindestens so gut beispielsweise wie Gasprom zu Schalke. VW hat auch ein dringendes Interesse an guten Beziehungen Deutschlands zu China, denn da macht VW den Löwenanteil seines Profits. Auch der mit VW eng verbandelte FR-Mitgesellschafter SPD würde gege eine solche Lösung kaum etwas haben können. Und thematisch würde das Image des als „linksliberal“ geltenden Blättchens FR sich bestens eignen, um Vorurteile in der deutschen Bevölkerung gegen den erfogreichsten real-existierenden linken Staat der Welt – China – abzubauen, und gleichzeitig auf dem chinesischen Markt aktive deutsche Unternehmen in der Heimat sowie in Deutschland aktive chinesische Unternehmen zu stärken.

      Das Problem mit der FR ist, so wie ich das einschätze, dass die FR-Leute anders als die Fußballer von Schalke ideologisch verbohrte Jünger des US-Imperialismus sind, die auf „linksliberal“ machen. Von Emil Carlebach ist die FR heute leider meilenweit entfernt. Und damit fallen solche Überlegungen dann natürlich ins Wasser. Selbst die konservative Unternehmer-FAZ scheint sich da eher für freundliche Gefühle zur kommunistischen Partei Chinas erwärmen zu können.

      Ich würde mich natürlich gern eines Besseren belehren lassen – für eine china-freundliche FR würde ich hier sicher sogar Gratiswerbung machen – aber ich bin pessimistisch, was die ideologische Verbohrtheit der imperialistischen Kriegstreiber in der FR angeht.

  5. Hallo Parteibuch!

    Danke für die Antworten!

    >>Das ist auch, gleich ob man das glaubt oder nicht, überhaupt nicht die Frage. Sie sind aber eine alternative Informationsquelle zum völig verlogenen, nahezu vollständigen transatlantischen Medienoligopol weltweit, zu dem auch die FR gehört.

    Du hast natürlich recht wenn Du schreibst, deren Medien sind eine Alternative. Deshalb lese ich sie auch – als gleichberechtigte Ergänzung zu unseren Massenmedien. Es ist sogut wie die einzige Möglichkeit durch den Vergleich der unterschiedlichen Medien näher herauszufinden was außenpolitisch vor sich geht. Die Frage die dabei allerdings höchst selten in den Blickpunkt gerät ist, welche strukturellen Ursachen dahinter stehen. Darin gleichen sich alle Nachrichten-Medien, sie sind kein Bildungsersatz.

    >>Du scheinst fest im von Medien wie der FR propagierten transatlantischen Chauvismus verhaftet zu sein.

    Findest Du wirklich? Ich werte Deine Aussage so, dass Du versuchst mich in ein pathologisches schwarz/weiß-Weltbild einzusortieren. Ich lehne die Herrschaft des einen über den anderen ab, zwischen den Menschen, das ist alles. Was ist daran chauvinistisch? Es gibt einen Unterschied zwischen militärischer Intervention und der geistigen Ablehnung, alles andere wären Denkverbote und ein behinderter Meinungsaustausch.

    >>Es gibt keinen autoritäreren Staat als die USA. Wer irgendwo auf der Welt eine andere Meinung als die USA vertritt und damit Gehör findet, wird vom US-Regime und seinen Lakaien ermordet, etwa so, wie Anwar Al Awlaki oder wie zuletzt Muamar Gaddafi.

    Einige Staaten Südamerikas und Island aktuell. Aber das ist nicht der eigentliche Punkt, der heißt Innenpolitik, wie der Staat gegenüber seiner eigenen Bevölkerung verfährt. Ich kann keinen Staaten mein Vertrauen aussprechen, die von Politikern jedweder Coleur für ihre persönlichen Animositäten gegeißelt werden. Aus dem einfachen Grund, dass es keine Garantie gibt, dass die selben Leute nicht nur aufgrund der Dominanz der USA „Die AUßENPOLITISCH Defensiven(TM)“ sind. Flaggenträger/Parteigänger sind sie alle. Zum Beispiel die Todesstrafe, ein Verbrechen an der Menschheit, gibts auch im Iran und in China.
    Hier eine Liste für welche „Verbrechen“ man in China hingerichtet werden kann:
    http://www.todesstrafe.de/artikel/28/Vergehen_die_in_China_mit_der_Todesstrafe_geahndet_werden!.html
    Zum Beispiel für „Diebstal von Benzin“ oder „Gefängnisausbruch“ oder „Befehlsverweigerung“, wobei die beiden letzteren bei uns nichtmal strafbar sind.

    >>Klar kannst du vollmundig beides ablehnen. Da habe ich gar kein Problem mit. Wenn du die global aktiven transatlantischen Terroristen und ihre Lakaien wie die FR-Macher genauso ablehnst wie diejenigen, die sich dagegen auflehnen, und dir zu “autoritär” sind.

    Ich lehne alles ab was die Macht der Bevölkerung nach oben dirigiert, wie schon geschrieben. Auflehnen an sich, ist ja auch prinzipiell nicht autoritär. Es kommt aber darauf an, wer sich auflehnt und wer dann vorhat das Zepter in der Hand zu halten.

    >>Die real existierende globale Alternative zur US-Dominanz über die Welt sieht indes anders aus. Die real existierende Alternative zum weltweiten US-Imperialismus ist eine mutipolare Welt.

    Ich denke da viel mehr an die Alternative Autoritäten soweit zu isolieren wie möglich um sie zu entmachten. Von Innen heraus. Eine multipolare Welt in diesem Sinn wünsche ich mir nur indirekt, über eine herrschaftslose multipolare Gesellschaft innerhalb der Staaten bzw das was dann noch von Staaten übrig bleibt, und das wäre dann nichtmehr autoritär, und daher nichtmehr potentiell imperialistisch. Nur solche Gesellschaften können auch sein, ohne andere Staaten und deren Bevölkerung zu unterdrücken, nur das ist nach Innen wie nach Außen konsistent.

    >>Es liegt daran, dass die US-Herrscher jedes linksliberale Herrschaftssystem niedermachen, und die dem zugrundeliegende Gesellschaft gleich mit. Zur Liberalität tendieren Herrschaftssysteme in der Regel jedoch nur, wenn sie sich nicht unter existientiellem Druck befinden.

    Manchmal ja, wie beispielsweise beim Sturz von Bosch in der Dominikanischen Republik, Allende in Chile oder Goulart in Brasilien, das ist aber schon eine Weile her. So wie die Annexion verschiedener Staaten an die UdSSR schon eine Zeit her ist. Insbesondere aktuell haben sie keine „linksliberalen“ Staaten plattgemacht, sofern du nicht darauf bestehst die Taliban, Saddam Hussein oder Gaddafi als linksliberal zu bezeichnen. Russland und China machen das AKTUELL auch nicht, weil jeder und sie selbst wissen, wenn sie es täten, würde es knallen, aus Gründen die den WW1 bedingten. Wie man derzeit beobachten kann, funktionieren soziale Revolutionen in Südamerika oder Island auch ohne Russland und China zum Besseren, und zwar von innen heraus, nicht durch irgendwelche hirnrissigen Interventionen.

    “RT löscht übrigens auch regelmäßig meine Kommentare, die Tagesschau auch, aber was daran macht Russland noch gleich sympathischer?”

    >>Russland führt keine Angiffskriege gegen andere Länder, um sie seiner Ideologie von Freiheit zu unterwerfen.

    Die Frage war hier, „was daran“, also an diesem Sachverhalt gelöschter Kommentare Russland sympathischer erscheinen lässt, als zB die BRD und ihrer zensierten Tagesschaukommentare. Nicht deren Außenpolitik, Netzpolitik ist Innenpolitik.

    Wenn es darum geht mich mit autoritären Führungsfiguren anderer Staaten zu solidarisieren muss ich widersprechen, ich lehne Führer und Autoritäten allgemein ab und erkläre mich solidarisch den übrigen Menschen, Staatsgrenzen sind die Willkür militärischer Gewalt, Regierungen, „faire Wahlen(TM)“ das Produkt geschickter Manipulation der Bevölkerung.

    >>Diejenigen, die gegenwärtig stark und extrem kriminell sind, sind die Herrscher der USA und ihre Lakaien.

    Ich halte jeden für kriminell und geisteskrank der andere versucht zu befehligen.

    “Sympathie für den anderen Unsympathen, der gerade in der Defensive ist?”

    >>Sympathie mit den Opfern der Verbrechen der Starken, das ist der Kern eines jeden Gerechtigkeitsempfindens.

    Die Starken und die Schwachen sehe ich auf beiden Seiten, ich verwechsle nicht den einfachen Bürger mit deren Machtklüngel.
    Ich verwechle mich ja auch nicht mit Deutschland oder der deutschen Regierung.

    >>Hu, Putin, Khamenei und unzähligen anderen Menschen sei dank dafür. Die Amis fallen nicht von elbst auf die Schnauze, sondern es sind mutige und entschlossene Mensche, die dafür sorgen.

    Diese Aussage kann man zwar für den Moment glauben, stellt sich dann aber die Frage, ob man deren Verhalten noch als mutig bezeichnen kann, wenn es zum Krieg kommt. Ich denke es werden nicht Putin oder Khamenei sein, die dann kämpfen, dass werden dann die jeweiligen Untertanen sein, wie immer.

    >>Russland ist zurecht stolz darauf, in der Lage zu sein, Waffen zu entwickeln, die gebraucht werden, um die Reste der freien Welt gegen die global aktiven US-Terroristen und ihre Lakaien verteidigen zu können.

    Im Sinne von Defensivwaffen finde ich das prinzipiell legitim.
    Die Atomwaffenarsenale sowohl der USA wie auch Chinas und Russlands hätte sich jedoch auch ein Geisteskranker nicht besser ausdenken können. Es ist letztendlich nur ein Doktrin, dass Atombomben Krieg verhindern. Irren sich die Theoretiker, ist es zu spät.

    Wenn ich nun noch anfange bei innenpolitischen Themen Kompromisse machen, rücke ich nur weiter von meiner Meinung ab. Länder/zentralistische Organisationsformen, die antiautoritäre Strömungen unterdrücken, können sich nicht von Innen heraus ändern. Dieses strukturalistische Manko kann früher oder später dazu führen, dass es auch bei uns (oder in Russland oder China) wieder zum Krieg kommt, man rüstet sich ja für den Ernstfall, falls die Politik der Abschreckung versagt, wenn die Holzköpfe aller Nationen den Angriffsbefehl an ihre Bevölkerungen dirigieren.

    1. @Flusser
      Danke für deine ausführlichen Antworten. Ich befürchtete schon, ich hätte dich durch meine provokative Deutlichkeit verschreckt. Im nachfolgenden möchte ich einen Teil meiner Kritik anhand deiner Antworten etwas ausführlicher erläutern – diesmal ohne Provokation.

      „als gleichberechtigte Ergänzung zu unseren Massenmedien“

      Ich würde das eher andersherum empfehlen wollen, also die „hiesigen“ Massenmedien als Ergänzung zu den Medien aus den nicht zum US-EU-Empire gehörenden Staaten zu betrachten. Erst einmal macht das keinen großen Unterschied, solange beide Arten von Medien gelesen werden, weden beide Arten von Medien gelesen, und mithin die gleichen Informationen aufgenommen. Der Unterschied besteht jedoch in der Perspektive: wer die „hiesigen“ Massenmedien in den Mittelpunkt stellt, und die anderen als Ergänzung betrachtet, der entwickelt leicht ein westlich-zentriertes imperialistisches Weltbild. Wer die Medien der nicht zum US-geführten Empire gehörenden Staaten in den Mittelpunkt stellt, und die westlichen Massenmedien als Ergänzung betrachtet, dem wird es leichter fallen, sich in die Schuhe der gesellschaftlichen und politischen Fühung des vom US-Empire terrorisierten Teils der Menschheit zu versetzen. Die Auswahl der hier von mir vorgeschlagenen Medien anderer Staaten lag übrigens nur daran, dass diese umfassede Nachrichten in deutscher Sprache anbieten. Für diejenigen, die außer deutsch noch andere Sprachen verstehen, wie englisch oder spanisch, gibt es natürlich noch viele weitere Medien aus anderen Staaten – Al Manar würde ich z.B. englisch- oder arabischkundigen, und Telesur spanischkundigen Menschen sehr empfehlen.

      „Es ist sogut wie die einzige Möglichkeit durch den Vergleich der unterschiedlichen Medien näher herauszufinden was außenpolitisch vor sich geht.“

      Ja, das stimmt. Ohne die Auslandsmedien ist es nur mit „hiesigen“ kaum möglich, herauszubekommen, was außenpolitisch vor sich geht. Doch das ist nicht alles – es ist mehr. Die Auslandsmedien erlauben es auch, fundamentale Kritik an „hiesig“ oft für allgemeingültig gehaltenen westlichen Gesellschaftsidealen zu erkennen – und mit etwas Reflektion und Recherche – auch die Gedanken dahinter zu begreifen.

      „Die Frage die dabei allerdings höchst selten in den Blickpunkt gerät ist, welche strukturellen Ursachen dahinter stehen.“

      Hier ist so ein Beispiel von heute bei Irib, wo es längst nicht nur um Außenpolitik geht, sondern insbesondere um den Freiheitsbegriff, den Missbrauch des Begriffes und strukturelle Ursachen dahinter: Ausführungen des Revolutionsführers anlässlich der Tagung für strategisches Denken. Hier ist ein – wie ich finde – bedenkenswertes Schlüsselzitat daraus:

      Ayatollah Khamenei fügte im Hinblick auf die Freiheit in westlichen Gesellschaften hinzu: „Im Westen begegnen wir der Tatsache, dass wertvolle Begriffe wie Menschenrechte, Freiheit und Demokratie voreingenommen und subjektiv ausgenutzt werden, was bittere, schlimme und hässliche Tatsachen wie Diskriminierung, Unterdrückung und Kriege zur Folge hat“.

      Ich meine, diese Ausführungen von Ali Khamenei passen sehr gut zu unserer Diskussion hier. Mit der Zeit, wenn man seinen – für deutsche kulturell fremd klingenden – Ausführungen häufiger lauscht, gelingt es besser, sich in seine Schuhe – und die seiner Anhänger – hineinzuversetzen und ihre Ansichten zu begreifen. Die Ansichten zu verstehen und zu begreifen ist meiner Ansicht nach ein notwendiger Schritt, um sie qualifiziert und sinnstiftend kritisieren zu können.

      „Du scheinst fest im von Medien wie der FR propagierten transatlantischen Chauvismus verhaftet zu sein.

      Findest Du wirklich? Ich werte Deine Aussage so, dass Du versuchst mich in ein pathologisches schwarz/weiß-Weltbild einzusortieren.“

      Es war nicht meine Absicht, dich in ein pathologisches schwarz/weiß-Weltbild einzusortieren. Der provokative Chauvinismus-Vorwurf bezog sich auf folgenden Satz von dir: “Deine Empfehlungen hören sich so an, als solle man andere zutiefst autoritär gestrickte Staaten (Cholera) den USA (Pest) vorziehen.”

      Ich halte den Satz, obwohl sicher gutgemeint, – überspitzt formuliert – für Ausdruck von kulturellem Chauvinismus. Ich mag mich irren oder täuschen, – ich habe es mit dem „scheinst“ ja schon angedeutet, dass ich mich irren könnte.

      Der Vorwurf, einige der sich dem US-Empire widersetzenden Staaten seien „zutiefst autoritär gestrickt“ verkennt die Ursachen einer solcherartigen Staatsorganisation, und schreibt sie aufgrund mangelhafter Landeskenntnisse einem angenommenen Wunsch der Staatsführung nach Autoritanismus zu, wo die Ursachen in WIrklichkeit viel mehr in den von westlichem Kolonialismus und – bis heute andauerndem – Imperialismus geschlagenen Wunden zu suchen sind.

      Ich vermute, die Verkennung der Ursachen ist in einem unreflektierten Glauben an eine kulturelle Überlegenheit der eigenen Gruppe, kurz gesagt, unreflektiertem kulturellem Chauvinismus, begründet.

      Lass mich das am Beispiel des Iran näher erläutern. Die Geschichten anderer vom US-Empire bedrängter Staaten ist anders, aber auch sie haben ihre Geschichten, die es zu kennen und erkennen gilt, um zu verstehen, warum sie sind wie sie sind.

      Nehmen wir einmal an, das wesentliche kollektive Streben der Bevölkerung des Iran besteht seit vielen Jahrzehnten darin, dass der Iran ein national souveräner, sozial wohlorganisierter und wirtschaftlich leistungsfähiger Staat ist, dessen Bevölkerung gebildet und wissenschaftlich und technologisch auf der Höhe der Zeit ist. Mit ist klar, dass es zum historischen kollektiven Streben einer Bevölkerung so viele unterschiedliche Meinungen gibt wie es Menschen gibt, und viele iranische Menschen da sicher andere kollektive Werte nennen würden, wenn man sie fragt, aber nehmen wir hier der Einfachheit einfach mal an, das wesentliche kollektive Streben wäre so, wie ich das hier gerade beschrieben habe. Es ist, was die materiell greifbaren Werte angeht, jedenfalls in Teilen nicht ganz weit weg von den Themen, die der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad vor ein paar Wochen öffentlich angesprochen hat.

      Um nun zu sehen, wie die Bevölkerung des Iran mit ihrem Staat dorthin gekommen ist, wo sie heute ist, lass mich mit einem kurzen Blick ein Licht auf einige Aspekte der jüngeren Geschichte des Iran werfen. Als Einstieg in die Geschichte des Iran den 29. Mai 1936 wählen.

      Wie der WDR vor ein paar Jahren mal berichtete, führte der alte Reza Pahlavi, der diktatorische Vertreter der Kolonialmacht Britannien im Iran, am 29. Mai 1936 im Iran das Verbot des Kopftuchtragens ein. Das Kopftuchverbot führte wie die Zwangsverwestlichung zu sozialem Unfrieden, unter anderem deshalb, weil die Bevölkerung des Iran das Kopftuchverbot als äußeres Zeichen der Unterwerfung der iranischen Bevölkerung unter die westliche Kolonialmacht Britannien betrachtete. Der alte Pahlavi wurde von den Briten in Zusammenarbeit mit der Sowjetunion abgesetzt, weil er den Briten im zweiten Weltkrieg doch nicht so treu wie gedacht ergeben war, und sein Sohn Mohhamed Reza Pahlavi führte die Politik der Unterwerfung der iranischen Bevölkerung unter die britische Kolonialmacht und der Verwestlichung des alten Pahlavi fort.

      Ein großer Teil der Bevölkerung des Iran fand die koloniale Ausplünderung ihres Landes durch britische Kolonialisten nicht gut, und so wählte sie sich bei der erstbesten Gelegenheit 1950 der Nationalisten Mohammad Mossadegh zum Regierungschef, der damit beginnen wollte, die nationale Souveränität des Iran wiederherzustellen, zunächst einmal, indem er die Ausplünderung der nationalen Ölresourcen durch die Kolanialisten beenden wollte. Britischen und US-amerikanischen Imperialisten gefiel die von der Bevölkerung demokratisch verlangte Idee von der nationalen Souveränität des Iran überhaupt nicht, und so führten sie im August 1953 mit der Operation Ajax im Iran einen geheimdienstlich organisierten Regime Change durch, unterwarfen den Iran damit wieder dem westlichen Kolonialismus und setzten Mohhamed Reza Pahlavi entgegen dem Willen der Bevölkerung wieder als ihren über den Iran herrschenden Marionettendiktator ein.

      Es dauerte mehr als zwei Jahrzehnte, bis die Bevölkerung des Iran, getragen von nationalen Theologen, linksliberalen Aktivisten und zahlreichen Marxisten, eine große gesellschaftliche Bewegung zur Beendigung der Herrschaft des Diktators von Gnaden der USA aufgebaut hatte, und Diktator Mohhamed Reza Pahlavi so unter Druck setzen konnte, dass er liberalen und demokratischen Reformen im Iran dem Grunde nach zustimmte. Den über den Iran herrschenden Kolonialmächten, USA, Britannien und Frankreich voran, gefiel die Idee überhaupt nicht, dass der Iran eine Demokratie werden könnte, wo womögich linksliberale Kräfte eine demokratische Regierungsmehrheit bekommen, die Ölressourcen des Landes souverän national verwalten und omöglich Freundschaft mit der Sowjetunion schließen könnten.

      Deshalb betrieben die über den Iran herrschenden Kolonialstaaten unter Führung der USA die Absetzung ihrer Marionette Mohhamed Reza Pahlavi zugunsten des extrem nationalistischen – in Deutschland würde man ihn sicher als Rechtsextremisten klassifizieren – Klerikers Ruhollah Khomeini, der seit Jahren vom NATO-Staat Frankreich aus radikale und anti-kommunistische Sermen abgab und flogen ihn dann 1979 als ihren neuen anti-kommunistischen Statthalter per Air France in den Iran ein. Von dem von Kolonialisten vertretenen Konzept der Demokratie wollten Ruhollah Khomeini und seine Anhänger natürlich nichts wissen, und auch der iranischen Bevölkerung war der westliche Kolonialismus in all seinen Formen zutiefst verhasst.

      Wo immer die eurozentrischen Kolonialisten in den letzten 500 Jahren mit ihren Ideen und Kanonen in der Welt aufgetaucht sind, haben sie – wie im Iran – nur Leid, Tod und Verderben über die Menschen gebracht, von Amerika über Afrika bis Asien. Anstatt den Kolonialisten und ihren europäischen Idealen, von Liberalismus bis Kommunismus, nachzueifern, beschloss die Bevölkerung des Iran in ihrer eigenen langen und ruhmreichen Geschichte der Hochkultur schiitischer Dynastien Lehren, Vorbilder und Anregungen für ihre Gesellschaftsentwicklung zu suchen. Das Tragen von Kopftüchern durch Frauen wurde ebenso wie das Nicht-Tragen von Krawatten durch Männer als äußeres stolzes Zeichen der Befreiung vom Kolonialismus zur Norm im Iran. Ruhollah Khomeini hat zwar die Erwartungen der US-Imperialisten erfüllt, kommunistischen, linken und linksliberalen politischen Kräften im Iran, wodurch sie ein für sie wichtiges Ziel erreichten, doch haben Ruhollah Khomeini und seine extremen Nationalisten auch massiv gegen die USA Front gemacht, beispielsweise durch die Besetzung der US-Botschaft in Teheran.

      Als US-Lakaie war Ruhollah Khomeini also nicht zu gebrauchen. Im Gegenteil, mit der islamischen Bewegung wurde im Iran ein kulturelles Gegenkonzept zu den von den Kolonialisten mitgebrachten kulturellen Konzepten eingeführt, dass sich als mindestens ebenso mächtig und für die Kolonialisten unangenehm erwies, wie das Gesellschaftskonzept des liberalen Sozialimus, zu dessen Bekämpfung sie die islamische Bewegung unterstützt hatten. Wenn die USA einen Staat nicht kontrollieren können, dann trachten sie danach, ihn zu zerstören. Also haben die USA den zwischenzeitlich mit ihnen befreundeten Herrscher über den Irak, Saddam Hussein, der in seinem Staat mit eigenen Problemen geschlagen war, die sich nicht zuletzt aus den Verbrechen des Kolonialismus ergaben, dazu ermutigt, einen Angriffskrieg gegen den Iran zu führen, entweder, um den Iran zu zerstören, oder aber, um den Iran wenigstens seiner wichtigsten Ölressourcen zu berauben. Ziel der USA war es dabei nicht, eine Seite, also den Irak oder den Iran, siegen zu lassen, sondern durch gezielte Dosierung von Unterstützung beide Seiten sich gegenseitig maximale Schäden zufügen zu lassen.

      Gleichzeitig unterstützten die USA auf der anderen Seite des Iran, nämlich in Afghanistan und Pakistan, wahhabitische – also rechtsextreme – gewaltbereite Lakaien, geistig aus ihrem Marionettenstaat Saudi Arabien geführt, um so die Sowjetunion zu zerstören und den Iran durch Terror und Krieg von allen Seiten und von innen in die Zange zu nehmen. Zum Staatspräsidenten wurde Ende 1981 Ali Khamenei gewählt, ein den Revolutionsgarden nahestehender Kleriker , der, als er im Juni 1981 einem Terroranschlag zum Opfer fiel, die Bewegungsfähigkeit seines rechten Armes verloren hat. as Amt des Präsidenten war frei geworden, weil sein Kamerad Mohammad-Ali Rajai, der das Präsidentenamt bis dahin bekleidet hatte, im August 1981 durch einen Bombenanschlag ermordet worden war.

      1988, nach acht Jahren, hatte der Iran den über den Irak als Proxy geführten kolonialistischen Angriffskrieg unter Inkaufnahme allergrößter Opfer abgewehrt. Die nationale Souveränität de Iran war damit hergestellt, viele Jahrzehnte des Kolonialismus waren damit abgeschüttelt, doch die Schäden waren riesig. Revolutionsführer Ruhollah Khomeini starb alsbald nach dem Ende des Krieges und sein Nachfolger wurde Ex-Staatspräsident Ali Khamenei.

      Ali Khamenei setzte den Schwerpunkt seiner Bemühungen auf den Aufbau einer fortschrittlichen Gesellschaft, so wie er sie aufgrund seiner theologischen Studien versteht, damit die iranische Bevölkerung endlich die Früchte der neugewonnenen nationalen Souveränität genießen kann. Schulen für Kinder, Familienplanung für Frauen, Aufbau von wissenschaftlicher Forschung und Industrie und wirtschaftliche Entwicklung waren nur einige dieser recht erfolgreich bearbeiteten Schwerpunkte. Mit dem Präsidentschaftsgewinn von Ali Khameneis Lieblingskandidat Mahmud Ahmadinejad konnte endlich auch das Projekt, angegangen werden, die staatliche Wirtschaft zu stärken, und so dem privaten Raubtierkapitalimus im Iran Grenzen zu setzen, was durch den Ausbau der Revolutionsgarden zu universellen staatlichen Wirtschaftsunternehmen schrittweise gelingt. Die so gewonnenen Möglichkeiten werden zur besseren Armutsbekämpfung eingesetzt.

      Gleichzeitig hat der Iran sich seit dem Ende des Krieges 1988 nicht nur zu einem sehr sicheren Land, was für die ölreiche Region eine Seltenheit ist, sondern auch zu einem auf seine eigene Weise toleranten und pluralistischen Land entwickelt. Religionen und Sprachen von Minderheiten werden im Iran beispielseise anders als in vielen anderen Staaten der Region respektiert, dabei die Freundschaft zwischen verschiedenen Religionen und sprachlich-kulturellen Ethnien gepredigt. Es gibt im Iran eine vielfältige Medienlandschaft, verfassungsmäßige Gewaltenteilung und alle Poltiker im Iran müssen sich Wahlen stellen und die meisten davon finden auch wirklich unter scharfen Konkurrenzbedingungen zwischen unterschiedlichen politischen Alternativen statt.

      Auch außenpolitisch war der Iran durchaus erfolgreich. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 und den damit einhergehenden Aufstieg der USA zur einzigen Weltmacht war der Zeitpunkt für die erfolgreiche Etablierung eines neuen tatsächlich souveränen Staates extrem schwierig, denn damit war keine „Schaukelpolitik“ zwischen den Großmächten mehr möglich. Trotzdem gelang es dem Iran, seine Souveränität zu behaupten, und das, obwohl der Iran es als Ausdruck seiner nationalen Souveränität versteht, dem imperialistischen Empire und seinen Lakaien klar und deutlich ins Gesicht zu sagen, was er von ihnen hält. Das Empire verträgt deutliche Kritik am Kolonialismus nicht und überzieht den Iran deshalb kontinuierlich mit auf Lügen basierenden Kriegsdrohungen, Sanktionen und Terrorakten. Doch dem Iran ist es zwischenzeitlich gelungen, zu all seinen Nachbarstaaten freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Selbst mit den wahhabitischen Taliban-Extremisten wurde im Jahr 2000 der großartige Erfolg erzielt, dass sie die Rauschgiftfelder im Süden Afghanistans vernichteten, und damit den wichtigsten Grunstein für den Stop der Vergiftung der iranischen Bevölkerung durch Drogen legten.

      Im Inneren ist es dem Iran gelungen, seine Ordnung durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gegen sämtliche wütenden Versuche des Empires zur Destabilisierung durch Terror, Anheizen von Bürgerkrieg und bunten Revolutionen zu verteidigen. Unterdessen ist das US-Empire seit Jahrzehnten vollauf mit Vorbereitungen für einen großen anti-iranischen Krieg beschäftigt – und hat sich dabei selbst ruiniert. Afghanistan hat das US-Empire icht zuletzt deshalb besetzt, um von dort aus den Iran eigenhändig mit Terror und Krieg zu destabilisieren. Dabei hat das US-Empire den massiven Rauschgiftanbau im Süden Afghanistans wieder eingeführt und versucht so nicht zuletzt, dem Iran ein massives Drogenproblem zu bereiten. Dem versucht der Iran durch eine rigide Verfolgung von Drogen zu begegnen.

      Und was sonst aus dem US-geführten Feldzug gegen Afghanistan zur Einkreisung des Iran herausgekommen ist, ist, dass die afghanische Bevölkerung sich zu so großen Teilen mit den Iranern verbündet hat, dass das nicht einmal die vom US-Empire eingesetzte Marionettenregierung übergehen kann. Ebenso hat die pakistanische Bevölkerung dem Iran gegenüber überwiegend freundschaftliche Gefühle entwickelt. Der US-Feldzug gegen den Irak hat mit einem strategischen irakisch-iranischen Bündnis geendet. 2009 ist der Versuch von Mossad, CIA und MI6, mit enormem Propaganda-Aufwand im Iran eine sich liberal gebende „bunte Revolution“ anzuzetteln, aufgrund starker, vorsichtig vorgehender Sicherheitsorgane und mangelnder Unterstützung in der iranischen Bevölkerung für den zionitischen Regime-Change-Plot krachend gescheitert.

      Es gelang dem Iran also, seine nationale Souveränität auch gegen diesen Plot der Kolonialisten zu verteidigen, was das weitere Fortschreiten auf dem Weg zu einer fortschrittlichen Gesellschaft, die sich nicht an den Idealen der Kultur der westlichen Kolonialisten orientieren muss, ermöglicht. Es ist sicher nicht toll im Iran, aber die Fortschritte des Iran von einem marginalisierten und kolonialisierten Entwicklungsland hin zu einer eigenständigen hochgebildeten Industrienation sind unverkennbar.

      Gleichzeitig hat der Iran sich seine lautstarke und tatkräftige Solidarität mit weltweit allen Opfern des Kolonialismus bewahrt. Die im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts erfolgte Befreiung zahlreicher latainamerikanischer Nationen – von Venezuela bis Bolivien – vom Joch des US-Imperialismus wäre kaum möglich gewesen, wenn der aktive Widerstand des Iran nicht in Westasien über Jahre hinweg beinahe alle Kräfte des US-Imperialismus binden würde. Ähnliches gilt für Ostasien und andere Teile der Welt. Der Widertand des Iran, und insbesondere die iranische Unterstützung des Widerstandes in Afghanistan, Irak, Libanon, Palästina, Jemen und so fort, hat das US-Empire einschließlich Europa finanziell so zermürbt, dass sie kaum noch in der Lage sind, in Ostasien Kriege zu führen, um die Bevölkerungen der dortigen Staaten wieder neokolonial zu unterwerfen.

      Freilich, den USA sind in den letzten Jahren trotzdem einige mehr oder minder bunte oder brutale Regime Change Plots gelungen, etwa gegen Aristide in Haiti, gegen den linksliberalen Zelaya in Honduras, gegen Thaksin in Thailand, in Georgien, Kirgistan und der Ukraine, und nun auch in Libyen gegen den linksliberalen Revolutionsführer Muamar Gaddafi, dessen Ansichten zur dezentralen nicht-herrschaftlichen Staatsorganisation sich fast wie deine Ansichten lesen, aber der Iran hat das US-Empire insgesamt bei seinen Raubzügen gewaltig aufgehalten.

      Ich meine, diese gigantischen Leistungen des Iran gilt es erstmal anzuerkennen, und zwar nicht gemessen am westlichen Wertesytem, sondern gemessen an den kollektiven Aspirationen der Bevölkerungen des Iran und anderer Opfer des Kolonialismus. Wäre diese anti-koloniale Leistung auch möglich, wenn der Iran weniger, wie du es nennst, „autoritär“ wäre? Ich vermute nicht. Wenn der Iran in seiner internen Sicherheit nachlässt, oder gar „liberal“ würde, dann wird das Empire die Chance sofort nutzen, um im Iran einen Regime Change durchzuführen, mit dem es den Iran erneut dem Kolonialismus unterwirft. Das US-Empire weiß ganz genau, welche Bedeutung der Iran und die im Iran gelebte schiitische Widerstandstheologie für die Befreiung der Welt vom Kolonialismus haben.

      Ich hoffe, das erklärt, warum ich die Gleichsetzung der Opfer des westlichen Kolonialismus mit den Tätern des westlichen Kolonialismus, basierend auf einer westlichen Ideologie wie Linksliberalimus oder Anti-Autoritarismus, wie es etwa bei den Worten Pest und Cholera zum Ausdruck kommt, für möglicherweise kulturell chauvinistisch halte.

      1. – Wenn der Iran in seiner internen Sicherheit nachlässt, oder gar “liberal” würde, dann wird das Empire die Chance sofort nutzen, um im Iran einen Regime Change durchzuführen …

        Oder in Russland, oder in China und und und …
        Die rigorose Verteidigung gegen das Zionistische Imperium ist gegenwärtig überhaupt das einzig taugliche Mittel der Praxis, um die kalte (Wieder-) Eroberung zu verhindern.

        Falls Du es nicht schon längst getan hast, Deine Zsfg. der Leidens-, Widerstands- und Aufstiegsjahre des Iran fände in diesem hier gezeigten Ausmass ohne weiteres Raum in einer dreiteiligen Reihe: „Die erfolgreiche Aussenpolitik des Irans begreifen“.

        Danke und Grüsse
        kosh

      2. @kosh
        Die Außenpolitik des Iran ist sehr einfach: für Völkerfreundschaft und gegen neuen und alten Kolonialismus, und das mit einem besonderen Schwergewicht auf gute Beziehungen zu den direkten Nachbarstaaten. Besonders erfolgreich ist der Iran meist da, wo sein historischer Kulturreichtum besonders gut verstanden wird, etwa bei Schiiten wie ihm Irak, oder bei den überwiegend persisch-sprachigen Afghanen (Afghanistan ist ein persisch-sprachiges Land – die Sprache nennt sich da bloß Dari).

        Der eigentliche ideologische Knackpunkt, wo es westlich geprägten Anti-Kolonialisten, die regelmäßig a-religiös oder anti-religiös sozialistisch geprägt sind, meist am Verständnis hapert, ist die Funktion der Religion im Iran. Der Iran bemüht sich sehr um gute und solidarische Beziehungen zu den sozialistischen Staaten und Bewegungen, von Kuba über Syrien, Venezuela und China bis hin zu Nordkorea, doch viele Sozialisten, besonders in den nicht-muslimischen Ländern, haben mit der religiös geprägten anti-kolonialistischen Kultur des Iran per se ein Problem, eben weil sie religiös geprägt und ihnen damit fremd ist, und sie diese Kultur nicht verstehen.

        Dazu gab es im Parteibuch schon mal einen Artikel, der darauf abzielte, die Gedanken christlich geprägter Sozialisten für ein besseres Verständnis für die iranische Theologie zu öffnen. Der Artikel ist, wie ich meine, auch heute noch lesensert:

        Ein paar Gedanken zur Befreiungstheologie des Islam

        http://islamicrevolutionservice.wordpress.com/2010/01/24/ein-paar-gedanken-zur-befreiungstheologie-des-islam/

        Der Artikel vergleicht die im Iran gepredigte schiitische Befreiungstheologie mit der christlichen Befreiungstheologie, wie sie etwa von Gustavo Gutiérrez, dem Märtyrer Óscar Romero und anderen mit südamerikanischen Sozialisten befreundeten Befreiungstheologen in Südamerika entwickelt und gepredigt wurde. Die christliche Befreiungstheologie wirkt für im westlichen Kulturkreis sozialisierte Sozialisten meist nicht so fremd und eher sympathisch wie die schiitische Befreiungstheologie, einfach weil das Christentum westlich geprägten Sozialisten kulturell näher liegt als der Islam.

        Ich denke, wer als westlich geprägter, a-religiöser Sozialist bereit ist, die schiitische Befreiungstheologie perspektivisch als ein iranisches Pendant zur christlichen Befreiungstheologie Südamerikas zu betrachten, der kann eine Brücke finden, die entscheidend zu einem besseren Verständnis für die religiös geprägte anti-kolonialistische Kultur des Iran führen kann.

  6. Herbert,
    da Du mich scheinbar nicht verstanden hast, nochmal im Detail. Die Agenda von Compact ist eindeutig national und sozial. So wie der Dauerbrenner vom zu kurz gekommen Deutschland. Des Pudels Kern an Querfront-Akteuren ist, dass sie weitgehend mit links angehauchten Thesen auf Anhängerfang gehen, aber im Kern nationalistisch sind. Das kann man unter Umständen schwer erkennen, aber an den diversen Punkten die sie dabei aussparen und dem gelegentlich hervortriefenden Nationalismus und National-Kulturhegemonialismus wird es dann doch eindeutig. Wie ich im Folgenden zeige, ist Elsässer (der Chef von Compact) auch alles andere als freiheitlich im Bezug auf Kultur, Thesen wie sie die österreichische FPÖ nicht besser hätte formulieren können. Er ist auch erklärter Beführworter von Sarrazin, nur falls das jemand noch nicht wusste.

    Hier ein Zitat von Elsässer :
    „Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden.“
    (Junge Welt, 9.11.2006)

    Noch ein Zitat:
    „Die Identität Deutschlands wurzelt in der “deutschen Leitkultur”.“
    (http://juergenelsaesser.wordpress.com/2010/10/05/wulffs-angriff-auf-die-deutsche-kultur/)

    Teaparty-Sprüche.
    Aber Elsässer grenzt sich natürlich immer ganz unschuldig von rechts ab, wenn er darauf angesprochen wird. Es ist, auch wenn er es tut, nicht seine Idee die Rechten zu begeistern, sondern die Hemmungen der Linken gegen Rechts abzubauen, und die Gemeinsamkeiten, wie den Antiimperialismus zu bekräftigen und dabei Tabuthemen umschifft. So würde auch jeder intelligente „moderne“ Rechtsnationalist vorgehen, weil z.B. Rassismus völlig verbrannt ist und eine offizielle Solidarisierung mit den Rechten abschrecken würde. Wie ich allerdings mit den Zitaten gezeigt habe, macht er das nicht unbedingt gut, weil er tölpelhaft versucht am Konservatismus anzudocken. Aber keine Sorge, die Querfront scheitert regelmäßig grandios – immer wenn es anfängt braun zu suppen…

  7. Hallo Parteibuch!

    >>Danke für deine ausführlichen Antworten. Ich befürchtete schon, ich hätte dich durch meine provokative Deutlichkeit verschreckt.

    Keine Sorge, ich bin gänzlich unerschrocken.

    >>Im nachfolgenden möchte ich einen Teil meiner Kritik anhand deiner Antworten etwas ausführlicher erläutern – diesmal ohne Provokation.

    Ich versuche auch mir Mühe zu geben im Diskurs auf das unsachliche Mittel der Provokation zu verzichten!😉

    >>Wer die Medien der nicht zum US-geführten Empire gehörenden Staaten in den Mittelpunkt stellt, und die westlichen Massenmedien als Ergänzung betrachtet, dem wird es leichter fallen, sich in die Schuhe der gesellschaftlichen und politischen Fühung des vom US-Empire terrorisierten Teils der Menschheit zu versetzen.

    Mache ich nicht, kein Mittelpunkt, gleichberechtigt. Dabei kann ich mir auch sparen, alle Massenmedien Deutschlands zu konsumieren, weil Stichproben ausreichend sind. Ich lese die Medien um deren Perspektive zu erkennen, nicht um ihre Meinungen zu übernehmen. Ich erkenne auch den Tenor in den West-Medien sehr gut. Ich kriege wahrscheinlich ebenso wie Du das Kotzen, wenn ich die Märchenschau lese und nicht nur dann, wenn es wieder heißt: Die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat gesagt, dass…😉 Auf der anderen Seite sehe ich aber auch, dass die „anderen“ Medien ebenfalls voneinander abschreiben und vieles nur Behauptung ist. So zum Beispiel schreiben das syrische Sana und die iranischen Medien IRNA und PressTV auch voneinander ab. Auch und inwiefern diese Nachrichten und Perspektiven durch Weisungen von Oben zustandekommen kann ich nicht beurteilen. Genausowenig wie ich sagen kann, ob unsere Massenmedien Befehle von oben bekommen, oder sie sich nur selbst verblödet haben.

    >>Ayatollah Khamenei fügte im Hinblick auf die Freiheit in westlichen Gesellschaften hinzu: „Im Westen begegnen wir der Tatsache, dass wertvolle Begriffe wie Menschenrechte, Freiheit und Demokratie voreingenommen und subjektiv ausgenutzt werden, was bittere, schlimme und hässliche Tatsachen wie Diskriminierung, Unterdrückung und Kriege zur Folge hat“.

    Der Mann spricht recht. Fragwürdig daran ist die Tatsache, dass es eine wohlklingende Selbstdarstellung ist. Die sind immer auffällig wohlklingend. Es war im Iran auch schonmal liberaler. Ich stelle jetzt mal die These auf, dass der US-Imperialismus genau erreichen will, dass die Bevölkerungen unterdrückter/bedrohter Länder sich konservativen Kräften an den Hals werfen. Kräften die die gesellschaftliche Entwicklung unterdrücken. Die Menschen wählen naturgemäß das kleinere Übel. Es ist zB das Beste überhaupt, was sich die israelische Führung wünschen könnte, dass im Gazasteifen die Hamas regiert. In Deutschland bringen sich ebenfalls für den Fall eines politischen Umbruchs konservativ/“bürgerlich“/reaktionäre Kräfte in Stellung. Verrückterweise nennen sich diese Kräfte oft irgendwas mit „Frei“ wie die FPÖ oder „Die Freiheit“. Das ganze Trara gibt es nur, weil eine Gesellschaft, die die Freiheit für sich entdeckt, nunmal das Gefährlichste ist was überhaupt passieren kann – ein Dominoeffekt der zum Lauffeuer werden könnte – weltweit.

    >>Ich halte den Satz, obwohl sicher gutgemeint, – überspitzt formuliert – für Ausdruck von kulturellem Chauvinismus. Ich mag mich irren oder täuschen, – ich habe es mit dem “scheinst” ja schon angedeutet, dass ich mich irren könnte.

    Manchmal überließt man die kleinen Details. Chauvinistisch sind die USA international, chauvinistisch sind die gegnerischen Regierungen zwar nur nach Innen, weil auf internationalem Parkett eben nur ein Elephant Platz hat ohne das es gewaltig kracht, wobei ich mit dieser Methapher die Elephanten auf keinen Fall beleidigen will.

    >>Der Vorwurf, einige der sich dem US-Empire widersetzenden Staaten seien “zutiefst autoritär gestrickt” verkennt die Ursachen einer solcherartigen Staatsorganisation, und schreibt sie aufgrund mangelhafter Landeskenntnisse einem angenommenen Wunsch der Staatsführung nach Autoritanismus zu, wo die Ursachen in WIrklichkeit viel mehr in den von westlichem Kolonialismus und – bis heute andauerndem – Imperialismus geschlagenen Wunden zu suchen sind.

    Ich kann dir wie vielleicht schon ersichtlich auf jedenfall beipflichten, dass der US-Imperialismus die Menschen dazu treibt. Allerdings im Gegensatz die Menschen dazu bringt sich zutiefst autoritär gestickten Staatsformen zu beugen. Ich sehe es hier eben gerade nicht als chauvinistisch an, nicht der Selbstdarstellung der angeblichen Retter zu glauben, die ständig von einem notwendigen Protektionismus ihrer angeblichen Kultur faseln. Deren tatsächliche Kultur würde ich erst dann beurteilen können, wenn sie nicht zwangsweise von Oben erpresst wird, und nicht die „Außreißer“ regelmäßig eingecasht werden. Wobei „Ausreißer“ natürlich nur die Spitze des jeweiligen Eisbergs darstellen.

    >>Ich vermute, die Verkennung der Ursachen ist in einem unreflektierten Glauben an eine kulturelle Überlegenheit der eigenen Gruppe, kurz gesagt, unreflektiertem kulturellem Chauvinismus, begründet.

    Ich finde es nicht chauvinistisch Chauvinismus zu kritisieren. So wie es nichts mit Toleranz zu tun hat, die Intoleranz zu tolerieren. In beiden Fällen würden sich die Begriffe sonst selbst abschaffen.😉

    >>[…]Das Tragen von Kopftüchern durch Frauen wurde ebenso wie das Nicht-Tragen von Krawatten durch Männer als äußeres stolzes Zeichen der Befreiung vom Kolonialismus zur Norm im Iran. Ruhollah Khomeini hat zwar die Erwartungen der US-Imperialisten erfüllt, kommunistischen, linken und linksliberalen politischen Kräften im Iran, wodurch sie ein für sie wichtiges Ziel erreichten, doch haben Ruhollah Khomeini und seine extremen Nationalisten auch massiv gegen die USA Front gemacht, beispielsweise durch die Besetzung der US-Botschaft in Teheran.

    Das ist eine schöne differenzierte Zusammenfassung der Geschichte des Iran. Magst Du jetzt vielleicht wieder chauvinistisch finden, aber meine iranischen Quellen haben mir aus erster Hand erzählt, sie fänden Kopftücher doof und würden sich gerne die Haare bunt färben. Sie trinken heimlich Alkohol und hören auch gerne Musik, die man dort offiziell nicht hören darf. Sie schätzen daher die Möglichkeiten sich über das Internet das zu beschaffen, was sie gerne haben wollen. Auch Zwangsheiraten finden sie auch nicht so dufte, insbesondere wenn es nicht ohne Schande aufgekündigt werden darf. Diese Erzählungen gleichen sich denen aus der DDR, dort wurde hinter der offizellen Fasade auch das getan worauf man Lust hatte. Es sind Menschen, die sich gegen ihre Unterdrückung aussprechen. Ich verwechsle auch hier nicht die Iraner mit ihrem politischen System. Auch wenn Chameini dazu ein freunliches Gesicht macht, die Betroffenen finden es nicht schön, diese Ungerechtigkeiten werden international von den jeweils Betroffenen gleich gesehen. Kein Chauvinismus, es sind Menschen die sich gegen die ihnen auferlegten Zwänge wenden.
    Gesellschaften sind wandelbar, auch innerhalb einer Generation, aber nur dann, wenn es in Richtung persönlicher Freiheit geht. So beispielsweise die Gleichberechtigung der Frau bei uns, wenn man mal von reaktionärem Chauvinismus und radikalfeministischen Auswüchsen absieht – in der Mitte der Gesellschaft ist es voll angekommen. Wie auch die Zurückdrängung des Kircheneinflusses in Deutschland, das hat zwar fast 2000 Jahre gedauert, ging dann aber ratzfatz in den letzten 50 Jahren, weil der Druck von Oben weg war. Die C-Parteien versuchen das zwar zu reaktivieren, die Kirchen sind aber leer wie nie und werden auch nie wieder voller.
    Man sollte damit aufhören Politikern zu glauben, deren einziges Interesse darin besteht einen einzuwickeln, indem sie erklären warum sie die moralischeren, faireren, sozialeren und viel lieberen Unterdrücker sind als die Bösen(TM) von der Konkurenz. Liberale Züge sind in der Regel das erste was abgelegt wird und dafür ist ihnen keine Ausrede zu billig.
    Man sollte auch nicht vergessen, wenn es auch abstrakt klingt, dass diese Geisteskranken die Welt voll Atombomben gepackt haben, womit sie alle Erdbewohner gleichermaßen in Geiselhaft nehmen. Dabei wäre dringend psycholgische Betreuung gefragt.

    >>Es gibt im Iran eine vielfältige Medienlandschaft, verfassungsmäßige Gewaltenteilung und alle Poltiker im Iran müssen sich Wahlen stellen und die meisten davon finden auch wirklich unter scharfen Konkurrenzbedingungen zwischen unterschiedlichen politischen Alternativen statt.

    In meinen Augen sind das Scheinalternativen, wie bei uns. Indirekte Demokratie oder genauer Schein-Demokratie. Chameini schwebt darüber.

    >>Selbst mit den wahhabitischen Taliban-Extremisten wurde im Jahr 2000 der großartige Erfolg erzielt, dass sie die Rauschgiftfelder im Süden Afghanistans vernichteten, und damit den wichtigsten Grunstein für den Stop der Vergiftung der iranischen Bevölkerung durch Drogen legten.

    Mal ehrlich, „War on Drugs“ heißt es in den USA, Prohibition ist es in Wahrheit und die kann nicht funktionieren. Der einzige Effekt, der dabei entsteht ist, dass für gewisse Beteiligte die Gewinnspanne durch die Illegalität steigt, dadurch fließen die Gelder, die durch den Verkauf von Drogen anfallen, in dunkle Kanäle, zB um Terrorismus bzw Waffenkäufe zu finanzieren, Korruption. Gesellschaftliche Kontrolle dieser Substanzen ist der einzig nachhaltige Weg Drogenprobleme langfristig unter Kontrolle zu bekommen, nicht Hinrichtungen. Gleichermaßen sind es auch gesellschaftliche Probleme die überhaupt zum Opium/Heroin-Konsum führen. Auch in den USA hat dieses Denken dazu geführt, dass man für eine Hand voll Gras Jahrzehnte im Knast landen kann, gebracht haben diese härteren Strafen genau null. Die Menschen haben seit Anbeginn ihrer Geschichte verschiedenste Drogen konsumiert, und es war nie ein Problem. Das kam erst später, als die Ungerechtigkeiten in den Gesellschaften zunahmen und der sogenannte „gesellschaftliche Verlierer“ entstand.

    >>Im Inneren ist es dem Iran gelungen, seine Ordnung durch umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gegen sämtliche wütenden Versuche des Empires zur Destabilisierung durch Terror, Anheizen von Bürgerkrieg und bunten Revolutionen zu verteidigen

    Also bei uns sind Sicherheitsmaßnahmen im Inneren ein Mittel zur Unterdrückung der Gesellschaft. Kann man das wirklich hier ablehnen und in anderen Ländern beführworten, ohne Doppeldenk zu begehen?
    Nur wenn man es kontinulierlich vermeidet, die Menschen ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen zu lassen, ist man wirklich angreifbar wegen ein paar Katons bunter T-Shirts. Kommt alles von Oben, hält man die Menschen davon ab selbst souverän zu werden, man hat sie ja daran gewöhnt regiert zu werden. Dadurch wird jede Regierung potentiell austauschbar. Einem Menschen, dem seine eigene Souveränität bewusst wird, ist dieses Attribut nichtmehr versagbar. So wäre auch die DDR nicht zu enteigenen gewesen, wenn der Besitz der Produktionsmittel nicht in der abstrakten Hand des Staats gewesen wäre, sondern tatsächlich von den Bewohnern als ihr Eigentum angesehen worden wäre. Ein paar Blätter Papier von Männern in Anzug und Krawatte hätten dann auch schmerzlich wenig daran ändern können.

    >>Unterdessen ist das US-Empire seit Jahrzehnten vollauf mit Vorbereitungen für einen großen anti-iranischen Krieg beschäftigt – und hat sich dabei selbst ruiniert.

    Gut so, würde die Souveränität, die der Iran nach außen erlangt hat auch im Inneren umsetzen, würde auch seine Gesellschaft zur unangreifbarsten der Welt werden. So hingegen bleibt abzuwarten, ob dieses Land ins Unglück stürzt oder nicht. Die Frage ist ob es aus seinem System heraus möglich sein wird.

    >>Afghanistan hat das US-Empire icht zuletzt deshalb besetzt, um von dort aus den Iran eigenhändig mit Terror und Krieg zu destabilisieren. Dabei hat das US-Empire den massiven Rauschgiftanbau im Süden Afghanistans wieder eingeführt und versucht so nicht zuletzt, dem Iran ein massives Drogenproblem zu bereiten. Dem versucht der Iran durch eine rigide Verfolgung von Drogen zu begegnen.

    Der Iran destabilisiert sich auch selbst, dadurch dass er seinen Bürgern, wie jeder andere derzeitige Staat, die absolute Souveränität versagt. Es verblendet die Sicht etwas, wenn man beginnt gerade auch das eigene Versagen ausschließlich dem Feind anzulasten. Das macht das Finden der Lösungen von Problemen aud Dauer immer schwieriger.

    >>Der US-Feldzug gegen den Irak hat mit einem strategischen irakisch-iranischen Bündnis geendet. 2009 ist der Versuch von Mossad, CIA und MI6, mit enormem Propaganda-Aufwand im Iran eine sich liberal gebende “bunte Revolution” anzuzetteln, aufgrund starker, vorsichtig vorgehender Sicherheitsorgane und mangelnder Unterstützung in der iranischen Bevölkerung für den zionitischen Regime-Change-Plot krachend gescheitert.

    Die imperialisitsche und die nationalisitsche Strategie sind monoton, die Anzahl möglicher Tricks begrenzt, daher zunehmend durchschaubar geworden. Die Menschen sind intelligent und lernen dazu. Einzig die interne Unzufriedenheit bietet einen stetigen Angriffspunkt, der instrumentalisiert werden kann und wird.

    >>Es gelang dem Iran also, seine nationale Souveränität auch gegen diesen Plot der Kolonialisten zu verteidigen, was das weitere Fortschreiten auf dem Weg zu einer fortschrittlichen Gesellschaft, die sich nicht an den Idealen der Kultur der westlichen Kolonialisten orientieren muss, ermöglicht. Es ist sicher nicht toll im Iran, aber die Fortschritte des Iran von einem marginalisierten und kolonialisierten Entwicklungsland hin zu einer eigenständigen hochgebildeten Industrienation sind unverkennbar.

    Dieser unverkennbare Fortschritt kann nur dann erhalten bleiben und weitergehen, wenn der Iran als Staat sich auch so weiterentwickelt, wie es die iranische Gesellschaft fordert. Eine Spirale aus wachsender Unzufriedenheit und zunehmender Unterdrückung darf nicht eintreten, was ja eigentlich ganz logisch ist.

    >>Ich hoffe, das erklärt, warum ich die Gleichsetzung der Opfer des westlichen Kolonialismus mit den Tätern des westlichen Kolonialismus, basierend auf einer westlichen Ideologie wie Linksliberalimus oder Anti-Autoritarismus, wie es etwa bei den Worten Pest und Cholera zum Ausdruck kommt, für möglicherweise kulturell chauvinistisch halte.

    Wie schon ganz am Anfang geschrieben, ich halte es nicht für chauvinistisch Chauvinismus abzulehen. Das hat auch weniger mit einem Gefühl der Überlegenheit meinerseits zu tun, sondern ist das schlichte Ergebnis meiner Beobachtung der Weltpolitik. Ich mache schließlich keine Vorschläge, wie sich zB die Iraner nun genau organisieren sollten, das bleibt jedem Einzelnen überlassen, wenn man es ihm denn auch überlässt. Anderen Gesellschaften räume ich hingegen schlechte Chancen ein, sich auf Dauer zu behaupten, „Umwege“ über autoritäre Staaten verenden nun meist auf ihrem Weg zur Utopie, nicht selten mit vielen Toten, sei es durch gesellschaftliche Säuberungsaktionen, sei es durch Kriege, bedingt dadurch, dass die Bewohner autoritär erzogen wurden, das System keine oder zuwenig selbstbestimmte Bewohner hervorbringt, die sich nichtmehr von Politikern verarschen lassen. Es geht um den Diskurs nicht das Diktat.

    Der Spielball namens Welt wird zwischen Konservativen/Reaktionären und Imperialisten hin und her gereicht und der Mensch steht dazwischen und muss begreifen, dass es sein Ball ist – nicht deren Ball. Nun denn, die antiautoritäre aka anarchistische Bewegung hat in der Weltgeschichte schon mehrere Schübe erlebt. Es wird sich in Zukunft wie ein pulsierendes Netz aus sich selbst bestimmenden Menschen ausbreiten. Die Bandmaschinen hinter den Pappfasaden der Diktaturen dieser Welt werden so heiß laufen, dass sie zu schmelzen beginnen. Von Oben wird es aussehen wie Unordnung, weil man es von Oben nicht verstehen kann, nur von Innen. In unseren Massenmedien wird ja gerne Chaos als Anarchie betitelt, eine bewusste Verunglimpfung der Idee eines selbstbestimmen Menschseins. Alle Gleichschaltungsversuche können so nichts anderes als fehlschlagen.

    1. GegenPRopaganda gegen PRopaganda

      – Auch und inwiefern diese Nachrichten und Perspektiven durch Weisungen von Oben zustandekommen kann ich nicht beurteilen. Genausowenig wie ich sagen kann, ob unsere Massenmedien Befehle von oben bekommen, oder sie sich nur selbst verblödet haben.

      Es gibt im Kampf der PRopagandahoheit nur ein Mittel gegen PRopaganda: GegenPRopaganda. Wer darauf wartet, dass der Gegner freiwillig das Feld räumt, hat schon verloren. Die Massenmedien haben sich viel weniger „selbst verblödet“ als sie verblödet wurden. Die Marktkräfte sind es, die dazu geführt haben, dass „Blöd“ finanziert (vom Konsumenten gekauft) wird, während das Ausgewogene zwar gefordert, aber nicht finanziert wird. Geiz ist geil, aber blöd (noch) nicht. Der Faktor Zeit tut den Rest.

      Der Kapitalismus resp. die Marktgesetze liefern sämtliche Antworten, auch die wenig schmeichelhaften.

      Eine rhetorische Frage: Was denkst Du wieviele Prozent des Markts (der Masse) sind in der Lage oder Willens, die hier auf dieser Seite geführte Diskussion auf Eurem Level zu verfolgen? Man kann sich in Definitionen vertiefen so viel man will, über sozialistisch, liberal, autoritär oder nicht oder teilweise etc. etc., während simple Erklärungsansätze wie das Gesetz von Angebot und Nachfrage den Markt dominieren:

      aus http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-gegen-romney-amerikaner-wollen-im-wahlkampf-belogen-werden-a-865258.html
      – Daran sind die in vieler Hinsicht so großartigen Amerikaner selbst schuld – sie wollen belogen werden.

      Um es gleich zu sagen, der Homo sapiens will belogen werden. Warum? Auch darüber lässt sich lang und breit diskutieren ohne Berücksichtung der Relevanz: irrelevant für den Markt. Wer die Nachfrage der Masse nach Lügen ignoriert, der wird von der Masse ruiniert. Ich rede hier nicht von Nischenprodukten, die haben auch in Zukunft ihre ökonomische Basis. So kam es, dass clevere Zeitgenossen begannen, die Informationsbranche zu perfektionieren: Ihr wollt Lügen mit den Etiketts Liberté, Égalité, Fraternité? Gerechtigkeit, Wahrheit, Freiheit und Demokratie? Wir liefern!

      PRopaganda gab’s zwar schon immer, aber in ihrer perfektionierten Form als Studienfach PR ist sie neu auf dem Markt der Des-Informationen. Ein Einzelner kann durchaus nachvollziehen, wie Lügen in Wahrheitspapier verpackt werden, die Masse greift dennoch zu, das ist ökonomisches Fakt. Was heute passiert ist lediglich alter Wein in neuen Schläuchen, z.B. liegt eine FR auf dem Sterbebett, um von Zwitscher und Assbook abgelöst zu werden. Von 2 elektronischen Tratschplattformen also, die sich als Informationskanäle anbiedern. Und was passiert? Die Masse frisst ihren aus der Hand wie im Lehrbuch: Der König ist tot es lebe der König.

      Selbst ohne VT lässt sich aufgrund der Marktorganisation feststellen: Klar kommen die Befehle von oben! Von ganz oben, von der einzig legitimen, demokratischen Macht, der Masse! Die Masse teilt den Chefetagen durch ihre Kaufentscheide mit, was sie gerne hätte, z.B. mehr „Blöd“. Notabene, es geht nicht darum, was der einzelne gerne hätte, sondern um die Kaufstatistik und damit den Willen der Masse. Wenn die Chefs nicht parieren, dann sind sie alsbald weg vom Markt, also liefern sie „Blöd“. Konkret: Ob der Erheiterung über sinkende Marktanteile von „Blöd“ wird gern die Tatsache ausgeblendet, dass die Masse längst „Blödere“ gefunden hat, eben Assbook und Zwitscher. Ab jetzt ist die Masse noch unmittelbarer an ihrer Selbstverarsche beteiligt.

      In einer geradezu satirisch anmutenden Verschmelzung ihrer Feindbilder mit sich selbst produziert und konsumiert die Masse „Blöd“ aus einer Hand. Es kommt aber noch besser, die Masse wird auch ihre nunmehr offen zur Schau getragene Verursacherrolle auf die Anbieter der Dienste überwälzen, denn die Masse war auf der Suche nach Sündenböcken noch nie verlegen.

      Um auf die eingangs erwähnte Gegenpropaganda zurückzukommen. Sowohl Russland, China oder Iran haben auch nix Besseres zum Verwalten als je eine Masse Homo sapiens im System Homo sapiens. Solang kein konkurrenzfähigeres Mittel gefunden wird, steht steht einzig die Selbst- oder Fremdverwaltung zur Wahl: Wenn schon Diener, dann Diener eigener und nicht fremder Herren, die ihre Chancen verwirkt haben. Um eben die Re- / Kolonialisierung zu verhindern, müssen die Massen adäquat angesprochen werden, durch eine gezielte, lokal verankerte PRopaganda, im Bedarfsfall durch GegenPRopaganda und notfalls durch glatte Zensur des Gegners. Begleitet durch wirtschaftliche Massnahmen, welche der Masse glaubwürdig vermitteln, dass der Gewinn unter Selbstverwaltung grösser ist.

      Um ein Bespiel bei der Hand zu haben, wie man es eben nicht macht: Burma🙂
      Dort schickt sich das Zionistische Imperium an zur Übernahme. China wird sein Angebot nachbessern müssen.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  8. @Flusser
    Mir ist durchaus bekannt, dass es im Iran viele Mängel gibt, gleich, ob man das nun so sieht, dass es sie trotz oder wegen der dortigen politisch-religiösen Führung gibt. Es gibt gravierende Mängel im Iran, angefangen von Korruption über tonnenweisen Heroinkonsum bis hin zu archaischer Gewalt.

    Insgesamt meine ich aber, hat sich die iranische Gesellschaft in den letzten 24 Jahren – seit dem Ende des Irak-Iran-Krieges, der in Wirklichkeit eine Art iranischer Unabhängigkeitskrieg war, und an dessen Ende die gegenwärtige politische Führung des Iran wirklich die souveräne Macht hatte – hervorragend entwickelt. Man kann die Entwicklung im Iran mit allen Nachbarstaaten vergleichen, von Turkmenistan, über Afghanistan, Pakistan, Oman, UAE, Saudi Arabien, Katar, Bahrain, Kuwait, Irak, Türkei, Armenien bis nach Aserbaidschan, die Entwicklung der iranischen Gesellschaft in den letzten 20 Jahren schneidet dabei in der Gesamtbetrachtung hervorragend ab. Auch wenn man die Entwicklung der iranischen Gesellschaft in den letzten 20 Jahren mit der anderer, von der Ausgangsposition etwa vergleichbarer Länder außerhalb der Region vergleicht, z.B. mit Mexiko, den Phillipinen, Nigeria, dann schneidet der Iran im Vergleich in vielerlei Hinsicht sehr erfolgreich ab, und das, obwohl der Iran mit Irak und Afghanistan gleich zwei US-geführte Kriegsgebiete direkt an seinen Grenzen hat, mit all den Problemen die das mit sich bringt, und außerdem vom US-geführten Empire mit verschiedenen Methoden in seiner Entwicklung behindert wird. Auch im Vergleich mit dem „linksliberalen“ oder „sozialdemokratischen“ Vorzeigeprojekt Venezuela schneidet die gesellschaftliche Entwicklung im Iran in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht nicht schlecht ab.

    Ich bin mir sicher, dass die hervorragende gesellschaftliche Entwicklung, die es im Iran in vielerlei Hinsicht objektiv gegeben hat, von Bildung für die Kinder über Armutsreduzierung, Famlienplanung, weit verbreiteter Hochschulbildung für Fauen bis hin zu Forschung, Technik und Wirtschaft etwas damit zu tun hat, dass die iranische Staatsführung einige wesentliche Dinge zur Erfüllung objektiver Interessen der iranischen Bevölkerung grundlegend richtig gemacht hat.

    Die in den letzten Jahren tatsächlich zu beobachtende gesellschaftliche Entwicklung im Iran wird von unterschiedlichen Seiten schlecht geredet, vom US-Empire und seinen Lakaien, weil ihnen die Tatsache der Unabhängigkeit des Iran nicht gefällt, aber auch von westlichen Sozialisten Linksliberalen und Individualisten, denen der aus der eigenen Kultur geschaffene Entwicklungsweg des Iran fremd und unverständlich ist. Ich spiele hier in gewisser Weise also auch den Advocatus Diaboli, der in der iranischen Staatsführung bewusst Gutes sieht, auch wenn mir gleichzeitig die zahlreichen im Iran real existierenden Mängel durchaus bekannt sind. Nun denn.

    „Es war im Iran auch schonmal liberaler.“

    Wann soll es im Iran jemals liberaler als in der Epoche von Ali Khamenei gewesen sein? Unter dem britischen Schah, dem älteren, der das Kopftuchverbot erlassen hat? Unter dem US-britischen Schah, dem jüngeren, dessen SAVAK einen totalitären Feldzug gegen Linke und Religion führte. Unter Khomeinei? Ich meine, es war im Iran noch niemals, zumindest seit dem Mittelalter nicht, liberaler als in der Epoche von Ali Khamenei.

    „Ich stelle jetzt mal die These auf, dass der US-Imperialismus genau erreichen will, dass die Bevölkerungen unterdrückter/bedrohter Länder sich konservativen Kräften an den Hals werfen.“
    Ja, diese Tendenz des Empires gibt es. Linksliberalismus gilt dem Empire als anfällig für sozialistisches und kommunistisches Gedankengut, somit auch aufgeschlossen für die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln, und damit geschäftsschädigend oder gar existenzbedrohlich für die Kapitaleigner, die im Empire das Sagen haben. Hat nict gerade erst die argentinische linkliberale Staatschefin Repsol-YPF, eine Ölfirma des spanischen Teils des Empires, verstaatlicht? Zur Not unterstützt das Empire aber auch, zumindest vorübergehend, linksliberale Kräfte, wie das Empire es zum Beispiel in Deutschland mit Wily Brandt, dem Vater des Radikalenerlasses, und Helmut Schmidt, dem „Nachrüster“ der NATO, gemacht hat, wenn es der Herrschaftssicherung des Empires dient.

    „Es ist zB das Beste überhaupt, was sich die israelische Führung wünschen könnte, dass im Gazasteifen die Hamas regiert.“

    Das war ein Kalkül, weswegen die israelische Führung die islamische Bewegung in Palästina zunächst stark gemacht hat, als Gegengewicht zur linken PLO. Das andere zionistische Kalkül war es, damit eine Spaltung der Palästinenser zu erreichen, was bis heute auch funktioniert.

    Und das Schlimmste, was der israelischen Führung passiert ist, war, dass die Hamas in Gaza sich als pragmatisch und fähig erwiesen hat, die Gesellschaft im Sinne der widerständischen palästinensisch Bevölkerung funktionsfähig zu organisieren, und den anti-kolonialen Befreiungskampf nun nicht mehr nur mit nationalem linkem und liberalem, sondern zusätzlich auch mit religiös motivierter Standhaftigkeit vorantreibt. Ganz ähnlich ist es den USA mit dem Iran ergangen. Zuerst haben die USA den „extrem-konservatoven“ Khomeini an die Macht gebracht, und dann entwickelte sich daraus eine fähige Führung, die den anti-kolonialen Befreiungskampf der linken nicht nur fortsetzt, sondern obendrein religiös motivierte Standhaftigkeit in den anti-kolonialen Befreiungskampf eingebracht hat.

    „In Deutschland bringen sich ebenfalls für den Fall eines politischen Umbruchs konservativ/”bürgerlich”/reaktionäre Kräfte in Stellung.“

    In Deutschland bringen sich für den Fall eines politischen Umbruchs unter „freiheitlichen Etiketten“ gerade Faschisten, also nicht konservativ/”bürgerlich”/reaktionäre Kräfte, sondern Nazis und Neonazis in Stellung, besser gesagt, sie werden von den über Deutschland herrschenden Käften planmäßig in Stellung gebracht.

    „Ich sehe es hier eben gerade nicht als chauvinistisch an, nicht der Selbstdarstellung der angeblichen Retter zu glauben, die ständig von einem notwendigen Protektionismus ihrer angeblichen Kultur faseln.“

    An die Sebstdarstellung glaube ich auch nicht, ich versuche aber zu erkennen, was hinter den Kulissen los ist, wer wo warum an welchem politisch-gesellschaftlichen Ende eines Taus zieht.

    „Deren tatsächliche Kultur würde ich erst dann beurteilen können, wenn sie nicht zwangsweise von Oben erpresst wird, und nicht die “Außreißer” regelmäßig eingecasht werden.“

    Radikale Ausreißer können durchaus gefährlich und zersetzend für die Entwicklung einer Gesellschaft sein, und es kann durchaus richtig sein, sie einzufangen. Man denke nur mal an deutsche Nazis. Es wäre sicher am Besten, wenn es keine Nazis gäbe, aber es ist nicht verkehrt, sie einzufangen, also einzucashen, gesellschaftlich, geistig, aber zur Not auch physisch, wenn es sie doch gibt.

    „Magst Du jetzt vielleicht wieder chauvinistisch finden, aber meine iranischen Quellen haben mir aus erster Hand erzählt, sie fänden Kopftücher doof und würden sich gerne die Haare bunt färben. Sie trinken heimlich Alkohol und hören auch gerne Musik, die man dort offiziell nicht hören darf. Sie schätzen daher die Möglichkeiten sich über das Internet das zu beschaffen, was sie gerne haben wollen.“

    Da sieht man mal, elch schädlicher Einfluss Musik aus dem Internet hat. Das hat heute tendenziell ähnlich durchschlagende Wirkung, wie es das früher gehabt hatte, zu Zeiten des Schahs, als kleine Tonbänder, sogenannte „Compact Cassetten“, aus Frankreich in den Iran geschmuggelt wurden, die politische Ordnung damit zum Einsturz gebracht wurde, und es infolgedessen im Iran dann sehr zur Freude der USA Blutbäder mit vielen Tausend Toten gab. Heute wirkt kulturelle Propaganda immer noch politisch zersetzend. Kaum hören die jungen Leute Musik aus dem Internet, westliche vermutlich, und schon fangen sie an zu saufen, und kurz darauf beginnen nicht wenige davon auch noch andere Drogen zu konsumieren und so vollends auf die schiefe Bahn zu geraten.

    Spaß beiseite, auch wenn daran, dass westliche Musik egoistischem Individualismus, Alkohol- und Drogenkonsum Vorschub leistet, nur mehr als ein Körnchen Wahrheit dran ist. Es gibt im Iran nicht nur die wohlhabende, zum Teil verwestlichte Jugend der Städte, sondern auch eine immer noch ziemlich arme Landbevölkerung. Und ein großer Teil der vergleichsweise armen Landbevölkerung ist sehr konservativ. Wenn die reichen Mädchen und Jungen in Teheran öffentlich mit ihrem westlich-dekadenten Lebensstil protzen, dann schüren sie damit gesellschaftliche Konflikte mit der vergleichsweise armen Landbevölkerung. Um diese Situation zu entschärfen, gibt es im Iran die Pflicht, sich in der Öffentlichkeit so moderat zu benehmen, dass man damit keinen gesellschaftlichen Konflikten Vorschub leistet, und gleichzeitig das Recht auf Privatsphäre in den eigenen vier Wänden, wo dann in Teheran wilde Parties mit Wein, Weib und Gesang steigen können, was auch nicht selten geschieht.

    Was obligatorische Kopftücher für den Gang auf die Straße angeht, so gibt es da auch sehr schicke Modelle für Frauen, die einen die eigene Sexualität demonstrativ zur Schau stellenden „westlichen“ Lebensstil pflegen wollen. Es ist auch nicht so, dass es Internet und Musik im Iran nicht gäbe. Im Gegenteil, es gibt im Iran dank der islamischen Revolution kein Copyright auf ausländische Werke, was dazu führt, das Musik, Filme, Bücher und Computerprogramme im Iran ohne Geldsorgen hemmungslos verbreitet und konsumiert werden können. Selbst Alkohol ist im Iran zu haben, und die Strafen für die Sünde Alkohol sind im Iran vergeichsweise gering, wenn man das mal mit einigen Nachbarstaaten – z.B. Saudi Arabien – vergleicht.

    Wenn das in der Privatsphäre abläuft, dann ist es eher ein Problem der betreffenden Personen als ein staatliches Problem. Das ist eigentlich eine Lösung, mit der jeder leben können müsste, auch diejenigen, die die iranische Ordnung ablehnen. Selbst diejenigen, die die Werte der islamischen Revolution ablehnen und lieber westliche Musik als Islam und Kopftuch wollen, profitieren von der islamischen Revolution, indem sie westliche Musik kostenlos bekommen.

    Wenn aber der westliche dekadente Lebenstil von seinen Befürwortern, gleich ob es egoistische Individualisten, verblendete Anhänger einer falschen Freiheitsideologie oder unwissentliche Agenten von Mossad, MI6 und CIA sind, provokativ in die Öffentlichkeit getragen wird, dann ist das gesellschaftliches Konfliktpotenzial, überspitzt gesagt zwischen dekadent-westlicher Stadtbevölkerung und konservativ-islamischer Landbevölkerung, und so ein politisches Problem, das staatliches Handeln erfordert. Was völig klar ist, ist, dass die überwiegende Mehrheit der iranischen Bevölkerung zur konservativ-islamischen Landbevölkerung gehört. Das sind oft die Angehörigen der Revolutionäre der islamischen Revolution und Märtyrer des irakisch-iranischen Krieges, Revolutionsgarden genauso wie arme Familien, deren Kinder häufig gern den Millionen der Basij beitreten, aus religiöser und ideologischer Überzeugung, aber auch, weil es sie von der Straße wegholt, weil sie da was lernen, und weil sie so Lebensperpektiven bekommen.

    Dieser Aueinandersetzung liegt also ein aus unterschiedichen Entwicklungsständen herrührender sozio-ökonomischer Konflikt zugrunde. Eine vernünftige, im Interesse der Bevölkerung hanelnde Staatsführung hat Interesse daran, diesen gesellschaftlichen Konflikt, dessen Linien sich im Laufe der Zeit bei einer Änderung der Gesellschaftszusammensetzung ändern, zum Beispiel dadurch, dass die konservativ-islamische Landbevölkerung sich bildet, wirtschaftlich aufsteigt und verstädtert, durch friedliche Methoden zu entscheiden, beispielsweise an der Wahlurne. Revolutionäre Veränderungen mögen zwar in Ausnahmefälen möglich und nötig sein, halten aber die geselllschaftliche Entwicklung im Vergleich zu evolutionären Änderungen lange auf und kosten einen hohen Blutzoll.

    Und genau das ist 2009 bei der Wahl geschehen. Die Staatsführung hat der Bevölkerung eine echte politische Alternative gegeben, mit Ahmadinejad, dem Kandidaten der konservativ-islamischen Landbevölkerung, dessen Wirtschafts- und Sozialpolitik sich viel von sozialistischen Konzepten abgeschaut hat, und drei grün-liberalen, regelrecht bürgerlichen Alternativen dazu. Aber noch ist die Zusammensetzung der Bevölkerung im Iran eben so, dass jemand mit den Positionen von Ahmadinejad haushoch gewinnt, auch wenn der Westen und die Wahlverlierer das nicht einsehen wollten. Als die dekadent-westliche Stadtbevölkerung diesen geellschaftlichen Konflikt dann nach der verlorenen Wahl, angetrieben von Mossad, CIA und MI6, auf der Straße lösen wollte, zeigte sich recht schnell, dass die Schicht der konservativ-islamischen Landbevölkerung im Iran wirklich so groß ist, wie es das Wahlergebnis zum Ausdruck brachte. Die vom Westen hochgekochten Demonstrationen der bürgerlich-grünen hatten nicht einmal einen Bruchteil dessen an Teilnehmern, was allein die Basij an Mitgliedern haben, von den Revolutionsgarden ganz zu schweigen. Es sieht so aus, dass ihre krachende Niederlage bei dieser Machtprobe der westlich-dekadenten bürgerlichen Schicht eine Lehre war, denn seitdem haben ihre Provokationen zum Schüren dieses gesellschaftlichen Konfliktes spürbar nachgelassen. Die iranische Führung hat diese Herausforderung exzellent gemeistert. Im Vergleich zu dem, was gerade in Libyen geschehen ist, und gerade in Syrien geschieht, gab es 2009 im Iran nur sehr wenige Tote und das Fortschreiten der gesellschaftlichen Entwicklung im Iran wurde nicht durch hässliche DInge wie einen Bürgerkrieg aufgehalten. Die iranische Führung versteht offenbar etwas von den verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungsständen und Strukturen ihres Landes und dem sich daraus ergebenden zerstörerischen Konfliktpotenzial.

    „Auch Zwangsheiraten finden sie auch nicht so dufte, insbesondere wenn es nicht ohne Schande aufgekündigt werden darf.“

    Hier geht es um etwas ganz anderes, als darum, Musik aus dem Internet herunterzuladen und Alkohol trinken zu dürfen. Hier geht es darum, Menschen vor Verbrechen zu schützen. Der Themenkompex Zwangsheirat, zwangsweise verheiratet bleiben, und durch Drohungen erzwungenes Heiraten, ist genau eines der aus der archaischen Steinzeit mitgebrachten gesellschaftlichen Probleme, an deren Beseitigung die iranische Führung sehr intensiv arbeitet. Dabei folgt sie allerdings nicht immer westlichen Mustern und Erwartungen.

    Nimm einmal das Beispiel der jungen Frau Ameneh Bahrami, die ein prominentes Opfer dieser in Teilen der iranischen Gesellschaft immer noch anzutreffenden archaischen Vorstellung ist, dass eine Frau nicht das Recht dazu hat, Nein zu einer Heirat zu sagen. Der von ihr verschmähte Möchte-Gern-Bräutigam verätzte ihr Gesicht mit Säure und nahm er mit diesem Verbrechen außerdem das Augenlicht.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ameneh_Bahrami

    So sieht das Problem der Zwangsheirat aus. Selbstverständlich wurde der Täter, wie andere Täter vor ihm auch, vom Staat zu einer langen Haftstrafe, 12 Jahre bekommt in Deutschland oft nicht einmal ein Mörder, und zu einem hohen Schmerzensgeld verurteilt. Trotz öffentlicher Aufklärung und hohen Haft- und Geldstrafen trat das Problem sehr zum Entsetzen der iranischen Staatsführung und Justiz über Jahre hinweg immer wieder auf, dass abgewiesene Möchte-Gern-Ehemänner entsetzliche Verbrechen zur Entstellung ihrer Heiratskandidatinnen verübten. Was tun? Im Fall von Ameneh Bahrami entschloss sich die iranische Justiz daher nach langem Zögern sehr zum Entsetzen linksliberaler Menschenrechtler, dem Antrag des weiblichen Opfers stattzugeben, dem männlichen Täter, so wie es der Koran vorsieht, die gleiche Körperstrafe zuzufügen, dass heißt, ihm durch Säure sein Gesicht zu verätzen und ihm dabei das Augenlicht zu nehmen.

    Der Fall war über Jahre sehr präsent in der öffentlichen Diskussion, im westlichen Ausland wie im Iran. Ein an dem nicht nur von westlichen linksliberalen Menschenrechtlern harsch kritisierten Auge-um-Auge-Urteil beteiligter Richter erklärte in einem Interview, es habe seit diesem Urteil im Iran keinen einzigen Fall mehr gegeben, dass ein abgewiesener Bräutigam das Gesicht der Frau entstellt hat, die ihn verschmäht hat. Er sagte sinngemäß: „Hätten wir gewusst, dass nach einem solchen Urteil diese schrecklichen Verbrechen ein Ende haben werden, hätten wir so ein Urteil viel früher verhängt. Aber wir waren zu liberal und haben so eine Strafe für archaisch gehalten.“ Ameneh Bahrami, das Opfer, hat auf die Ausführung der archaischen Strafe nach Gesprächen mit der iranischen Staatsführung in der letzten Sekunde dann doch verzichtet. ie sagte, sie habe dieses Urteil durchgefochten und die Sache als Warnung an alle Männer bis auf die Spitze getrieben, wegen Gott, für ihr Land und für sie selbst.

    Das arachische Auge-um-Auge-Urteil mag man als linksliberaler, westlicher Humanist und Menschenrechtsaktivist verdammen. Aber anerkennen muss man trotzdem, dass der Iran es so geschafft hat, diesen schrecklichen Verbrechen ein Ende zu setzen. Das Problem der Zwangsheirat ist damit immer noch nicht ganz vom Tisch, weil da viel im Dunkeln abseits dessen abläuft, was der Staat weiß, und der Staat auch die Pflicht hat, die Privatsphäre von Eheleuten zu respektieren, aber der Staat bemüht sich, und er hat auch Erfolge.

    In einigen anderen gesellschaftlichen Bereichen ist das ähnlich: auch da hat der Iran mit seinen westliche Humanisten befremdenden iranischen Methoden bei der Entwicklung der iranischen Gesellschaft und der Lösung iranischer Probleme einige Erfolge. Wenn man vergleicht, wo die iranischen Gesellschaft vor gerade einmal zwei Generationen stand, als Frauen im Iran im Durchschnitt noch sieben Kinder hatten und die Analphabetenrate unter Erwachsenen bei rund 60% lag, und wo die Gesellschaft jetzt steht, dann sind der Fortschritt und das Aufblühen der Gesellschaft unverkennbar. Das gilt auch dann, wenn man als westlicher Beobachter nicht begreift, dass eine theologische Ausbildung im Iran nicht nur Koranschulung, Geschichtsvermittlung und Rechtsfindung beinhaltet, sondern immer auch eine Ausbildung zum – wie man im Weten neudeutsch sagt – Community Manager und Street Worker ist. Der Iran legt Wert darauf, dass seine Theologen Idealisten sind, die Gesellschaft kennen, verstehen und begreifen, damit sie die gesellschaftliche Entwicklung voranbringen können. Es gibt noch eine ganze Reihe älterer Theologen mit Ansichten aus der Stein- Schahzeit, aber die Modernisierung der theologischen Ausbildung macht Fortschritte.

    „Gesellschaften sind wandelbar, auch innerhalb einer Generation, aber nur dann, wenn es in Richtung persönlicher Freiheit geht.“

    Nein. Was du da predigst ist ein eindimensionaler Extremismus der persönlichen Freiheit, oder anders ausgedrückt, das von US-Werbeagenturen entworfene konsumistische Weltbild des egoistischen Individualisten. Zur Entwicklung einer blühenden Gesellschaft bedarf es mehr als nur persönlicher Freiheit für den Einzelnen, zum Beispiel ein gewisses Maß staatlicher Souveränität, Vermeidung von Bürgerkrieg, gegenseitige Solidarität, den Schutz der Schwachen vor den Starken, der Entwicklung von gesellschaftlicher Barmherzigkeit, der Etablierung vernünftiger Konfliktlösungstrategien, einer hilfreichen kulturellen Schicht und noch sehr viele Dinge mehr. Viele dieser Dinge stehen an der einen oder anderen Stelle mit dem egozentrischen Ziel „persönlicher Freiheit“ in Widerspruch, so wie der damit einhergehende Individualismus mit dem dem sozialismus innewohnenden Kollektivismus in Konflikt steht. Diese Zielkonflikte klug zu managen, so dass insgesamt eine blühende Gesellschaft entsteht, das ist ein sehr viel vielversprechenderes Ziel als nur, dass es „in Richtung persönlicher Freiheit“ geht.

    „Wie auch die Zurückdrängung des Kircheneinflusses in Deutschland, das hat zwar fast 2000 Jahre gedauert, ging dann aber ratzfatz in den letzten 50 Jahren, weil der Druck von Oben weg war.“

    Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn auch in Deutschland mutige Idealisten im Dienste der Bevölkerung zu Theologen ausgebildet werden, und dabei eine Generation von Befreiungstheologen entstünde, die in der Ausbildung etwas von Straßenarbeit und Staats- und Gemeindeführung verstehen gelernt hat, und die idealistisch und mutig genug ist, um den Netanyahus und Ackermännern dieser Welt öffentlich ins Gesicht zu springen, eine Generation von Theologen, die Protestbewegungen gegen diese Unterdrücker auf die Beine stellt und dich ihr gesellschaftliches Ansehen damit verdinet, dass sie in dem gesellschaftlichen Kampf gegen solche Unterdrücker, ohne zu zögern bereit ist, ihr Vermögen und ihre Freiheit zu verlieren sowie ihr Leben als Märtyrer zu lassen.

    Aber dazu würde es wohl erst kommen, wenn es in Deutschand einen Austausch von Theologen mit dem Iran geben wird. Die kulturelle Tradition der Befreiungstheologie liegt in Deutschland schon sehr lange zurück.

    „Die Menschen haben seit Anbeginn ihrer Geschichte verschiedenste Drogen konsumiert, und es war nie ein Problem.“

    Doch, Drogenkonsum hat in der Geschichte schon öfter ganze Gesellschaften zerstört.

    In der Sowjetunion zum Beispiel, da gab es ganze Straßenzüge, wo alle betrunken waren, vom General bis zur Putzfrau, da gab es kein gesellschaftliches Stigma, und auch keine große Ungleichheit, und trotzdem war der Alkoholkonsum ein riesiges gesellschaftliches Problem, das in den früheren Sowjetstaaten bis heute in vielen Facetten fortbesteht, Drogensucht, Brutalität, Beschaffungskriminalität und -prostitution und so weiter.

    Ein noch bekannteres historisches Beispiel einer durch Drogen zerstörten Gesellschaft ist China:

    http://www.bearcanada.com/china/jewishmonopoly.html

    China wurde von Imperialisten mit Gewalt Drogen ausgesetzt und so zerstört.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Opiumkrieg

    Die Drogen waren ihre verheerendste Waffe gegen die chinesische Gesellschaft.

    Ein ganz ähnliches Problem wie damals China hat heute der Iran. Die USA haben sich entschieden, die größten Rauschgiftfelder, anstatt sie in den USA anzupflanzen, direkt vor der Grenze von Iran anzupflanzen. Das hat ein riesiges zerstörisches Potenzial. Ob die drakonischen Strafen der richtige Weg sind, vor allem in Anbetracht dessen, dass es im Zusammenhang mit Drogen leicht passieren kann, dass da Unschuldige verurteilt werden, mag man unterschiedlich beurteilen. Aber was klar ist, ist, dass es für die iranische Gesellschaft ein massives, von den USA in Afghanistan gemachtes, Drogenproblem gibt. Klar ist auch: Der Iran scheint im Kampf gegen die Drogensucht erfolgreicher zu sein als Pakistan und einige ehemalige Sowjetrepubliken, die als Nachbarländer von Afghanistan das gleiche US-gemachte Problem haben, denn der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch von Heroin scheint im Iran trotz seiner direkten Nähe zu den Anbaugebieten geringer zu sein als in den anderen Anrainerstaaten. Es mag liberalen westlichen Humanisten nicht gefallen, den drakonischen Strafen für harte Drogen im Iran den von der Staatsführung gewünschten Erfolg, nämlich die Verminderung des Schadens für die Gesellschaft durch die Verringerung des Problems grassierender Drogensucht, bestätigen zu müssen. Aber so ist die Realität.

  9. Wunderbar zu lesen, danke!

    Ein Begriff, der mir beim Lesen immer wieder in den Sinn kam: graduell. Die Unterschiede zwischen Westen und dem Iran (u.a.) sind in den meisten Fällen bloss gradueller Natur. Gepaart mit z.T. äusserst fantasiebeladenen Vorstellungen darüber, was es mit Demokratie auf sich hat, ergibt sich rasch eine frustrierend-explosive Mischung.

    Ein Bsp. nicht aufregend, aber graduell: In der Schweiz haben wir die Debatte über Nacktwanderer, d.h. westliche Zeitgenossen die der Meinung sind, Freiheit und Demokratie bedeutet sich in der Öffentlichkeit mehr heraus nehmen zu dürfen als der Konsens erlaubt. Wir haben eine, der Iran hat seine eigene Kopftuchdebatte. Nacktwandern bis Kopftuchtragen, der Unterschied ist gradueller Natur, es geht um Grade der Körperbedeckung, die auch bei uns noch nicht geschlechterübergreifend vereinheitlicht sind, z.B. müssen Frauen in den meisten Badeanstalten ihren Oberkörper zumindest symbolisch bedecken, Männer nicht. Die iranischen Elitebälger mögen vielleicht mal die Entwicklung des westlichen Badeanzugs zu Rate ziehen – nicht zu vernachlässigen die Begleitmusik der berufenen und selbsternannten Stupid White Mullahs – angefangen bei Menschen in Schwimmsegeln über Ganzkörperanzüge bis hin zur Entwicklung des Bikinis und sie werden feststellen, dass hier frappierende Ähnlichkeiten zur rezenten islamischen Bademode festzustellen sind.

    Die Grenzen des „guten“ Geschmacks wurden erreicht, als selbst Frauen gegen die Nacktkultur argumentierten, interessanterweise auch wegen des Anblicks so vieler unzumutbarer, „suboptimaler“ Körper. Inzwischen geht die Körperkultur so weit, dass selbst Schönheiten noch eine Adobe-Kur über ihr Make-Up verpasst bekommen, bevor sie auf den Westen losgelassen.

    Der graduelle Konflikt will im Westen aber nicht als solcher wahrgenommen werden, weil der westliche Konsens mit der Wahrheit verwechselt wird. Die Masse realisiert noch nicht mal, dass ihre Wahrheit plastisch ist und mit der Mode geht, z.B. Frauenwahlrecht: Vorher war es „richtig“, Frauen das Wahlrecht zu versagen, nachher war das Gegenteil davon „richtig“. Dabei kann niemand sagen, ob das so bleiben wird, wir einen Rückfall erleben oder wie von einigen Männern befürchtet, sich ein institutionalisiertes Matriarchat erhebt. Was da immer kommen mag, die Restwelt hat selbstredend und subito jeden unserer Modetrends zu verwerten, egal wieviel Zeit der Westen für seine Entwicklung gebraucht hat (1000-2000 Jahre?).

    Zwangsheirat ist kein typisch iranisches Problem, sondern weiterhin weit verbreitet. Sogar der Westen hat seine eigenen Probleme damit bis heute nicht verdaut, also auch hier graduelle Unterschiede. Dem Iran auch noch mit Zwangheirat zu kommen halte ich für die gängige PRopagandaPRraxis, Feindbilder zu pflegen indem die eigene Vergangenheit und Gegenwart ausgeblendet wird.

    – … der Iran mit seinen westliche Humanisten befremdenden iranischen Methoden …

    So iranisch sind die Methoden nicht, man werfe nur einen Blick auf Guantanamo, das berühmteste Bsp. der Wiederauferstehung archaischer westlicher Methoden. Soviel ich weiss findet sich „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ ebenso in der westlich-archaischen Literatur. Nebenbei, die Todesstrafe ist ausgerechnet bei unseren US-Vorbildern Gegenstand von intensiven Diskussionen, wäre sie durchweg abgeschafft, könnte sich Hilly-Billy Clinton auch in diesem Punkt austoben. Wobei man inzwischen auch ökonomisch argumentiert:

    aus http://www.nzz.ch/aktuell/international/kalifornien-stimmt-ueber-die-todesstrafe-ab-1.17742027
    – Die Initianten der Vorlage führen für die Abschaffung der Hinrichtung von Mördern keineswegs ethische oder moralische Argumente an …
    … dass Kalifornien für die 13 Hinrichtungen zwischen 1978 und 2006 4 Milliarden Dollar aufgewendet habe, das heisst über 300 Millionen Dollar pro Hinrichtung.

    Vielleicht sieht sich auch der Iran eines Tages zu einer ähnlichen Lösung veranlasst, wenn man ihm Zeit lässt.
    Wegen des fehlenden Anreizes unter den Tätern sucht übrigens auch der Westen nach Möglichkeiten alternativer Formen abseits z.T. wenig beeindruckender Zeitstrafen. Z.B. die Konfrontation mit den Opfern resp. deren Hinterbliebenen, sofern diese es wünschen oder zulassen und die Hoffnung besteht, das der (vorzugsweise noch junge) Delinquent davon beeindruckt ist. Ich bin überzeugt, dass sich bei genauerer Betrachtung der Justiz-Geschichte diese Bestrafung als ebenso archaisch herausstellt.

    – … theologische Ausbildung im Iran nicht nur Koranschulung …

    Soweit ich mich erinnere, sind nicht wenige Mullahs mit Kant (u.a.) auf du und du. Auch so ein Punkt, der dem Iran nicht zugetraut wird, weil nicht sein kann was nichts sein darf.

    – … Drogenkonsum … Sowjetunion …

    Aus dem Gedächtnis: Nach dem Zusammenbruch wurde die gesunkene Lebenserwartung bis unters das Rentenalter insbesondere unter Männern auf Alkoholkonsum zurückgeführt. So konnte sich der Staat zwar Rente sparen, handelte sich im Gegenzug aber bei gleichzeitig sinkenden Geburtenraten ein mittelfristiges demografisches Problem ein.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh
    kosh

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