Jetzt geht’s los – die große G7-Rezession kommt

Nach Präsidentschaftswahlen in den USA gibt es häufig Rezessionen. Es spricht viel dafür, dass es 2013 nicht nur eine Rezession geben wird, sondern diese heftiger und umfassender als vorhergehende Rezessionen sein wird, und am Ende dieser Rezession eine neue Weltordnung steht.

Der Grund für den Zusammenhang von US-Wahlen und Rezessionen besteht darin, dass die Herrscher der USA sich darum bemühen, im Wahljahr mit Maßnahmen wie Sonderausgaben und dem Aufschieben von allfälligen Steuererhöhungen eine gutlaufende Konjunktur vorzuzeigen, und der Preis dafür anschließend fällig wird. So war es beispielsweise nach der Wahl 2000, und so war es nach der Wahl 2008 und so wird es der Einschätzung des Budget-Offices des US-Kongresses zufolge auch 2013, also nach der Wahl 2012, sein.

Da die USA ihre Messungen von Inflation und BIP massiv manipulieren, und in letzter Zeit außer Luftbuchungen in der Gegenwart auch rückwirkende Absenkungen von in der Vergangenheit bereits veröffentlichter BIP-Zahlen vorgenommen haben, um Wachstum vorzutäuschen, ist anzunehmen, dass die USA 2013 eine „überraschend schwere“ Rezession melden werden, um ihre manipulierten BIP-Daten ein Stückchen weit der Realität anzupassen, und ihre Manipulationen in der Vergangenheit mit dem Hinweis auf die bekannte sogenannte „fiskale Klippe“ zu verschleiern. Und weil die USA der Staat mit der mit Abstand größten Wirtschaft der Welt sind, drückt eine Rezession in den USA das Wachstum in allen anderen Volkswirtschaften der Welt, und das umso mehr, je enger die Volkswirtschaften mit der US-Wirtschaft verknüpft sind.

Andersherum bedeutet das, dass, wenn die Wirtschaft in eng mit den USA verknüpften Wirtschaften abgesehen vom US-Geschäft vergleichsweise gut läuft, diese Wirtschaften eine Kraft bilden, die den USA aus ihrer Rezession hilft, etwa so wie der Euro-Boom der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts sich auch positiv auf die Wirtschaft der USA ausgewirkt hat. Für das Jahr 2013 sieht es danach in Bezug auf die EU jedoch nicht aus, im Gegenteil.

Wie die staatliche deutsche Märchenschau gerade meldete, hat die EU-Kommission soeben erklärt, sie rechnet im Jahr 2013 in der Eurozone nur noch mit einem Wachstum von 0,1%, also praktisch keinem Wachstum in der Eurozone. In Griechenland, Spanien und Frankreich sehe die Lage düster aus, heißt es. Wie der Standard gleichzeitig mitteilt, steht der EU-Kommission zufolge 2013 auch in Italien weiter Rezession an. Und auch in Britannien, dem größten Nicht-Euroland der EU, sieht es einigen Wirtschaftswissenschaftlern zufolge für 2013 weiterhin nach Rezession aus. Da die EU-Bosse bestrebt sind, potenzielles Wachstum nicht durch „Schwarzmalerei“ abzuwürgem, darf man getrost davon ausgehen, dass eine US-Rezession in den ohnehin schon düsteren Betrachtungen noch nicht voll eingepreist ist, und die Situation sich schlechter entwickeln wird, als es der Fall wäre, wenn die vergleichsweise rosigen Wahlkampfmalereien der US-Herrscher kritisch betrachtet würden. Der einzige große EU-Staat, der auch im Jahr 2013 gegen den EU-Trend mit etwas Wachstum rechnen darf, ist Deutschland, und das liegt vor allem daran, dass die deutsche Industrie besonders viel gute Geschäfte mit dem boomenden China macht. Hilfe bei der Überwindung der in 2013 anstehenden Rezession können die US-Führer also aus der EU nicht erwarten.

Aus Japan, der zweitgrößten Volkswirtschaft des exklusiven US-geführten G7-Clubs, können die USA auch kaum Hilfe erwarten. Wie japanische Zeitungen soeben vermelden, sieht es so aus, dass sich Japan bereits gegenwärtig in einer Rezession befindet. Zwar ist noch nicht klar, wie lang die Rezession in Japan dauern wird, aber klar ist, dass Gedeih und Verderb der japanischen Wirtschaft gegenwärtig daran hängen, ob Japan von seiner aggressiven Politik gegenüber China Abstand nimmt, zu der Japan in den letzten Monaten von den USA ermutigt wurde. Das bedeutet, dass Japan, wenn es sich nicht von den USA löst und sich China zuwendet, voraussichtlich eine tiefe Rezession erleiden wird. Eine tiefe Rezession in Japan würde bedeuten, dass der hochverschuldete Staat Japan gezwungen ist, Kapital aus den USA abzuziehen. Für die US-Konjunktur wären das sehr schlechte Nachrichten, die die Rezession in den USA nicht lindern, sondern verstärken würden.

Der letzte hier noch nicht erwähnte G7-Staat ist Kanada. Auch Kanada wird die USA nicht aus einer tiefen Rezession herausziehen können. Kanada ist zwar eine energie-exportierende Wirtschaft, die von Konflikten in den wesentlichen energeierzeugenden Regionen der Welt profitiert, und Konflikte schüren die USA da reichlich, aber das reicht nicht. Zum einen ist die kanadische Wirtschaft im Vergleich mit der US-Wirtschaft recht klein, und zum anderen sieht es so aus, dass Kanada bereits August 2012 bereits selbst in einer Rezession steckt. Auch die Strategie, noch mehr Konflikte in energiereichen Regionen der Welt zu schüren, ist den USA diesbezüglich nicht hilfreich, denn, da die USA ein großer Netto-Energieimporteur sind, belasten steigende Energiepreise die US-Wirtschaft nur noch mehr.

Das sieht nach einem perfekten Sturm aus. Alle großen US-dominierten Volkswirtschaften, von Nordamerika über Europa bis hin zu Japan, gehen praktisch gleichzeitig in eine Rezession, und verstärken ihre lokalen Rezessionen durch den internationalen Rückkoppelungseffekt gegenseitig. Der Rezession durch Geldschöpfung und lokale Währungsabwertungen zu entkommen, etwa wie Britannien das 2008 gemacht hat oder die Eurozone seit 2011 macht, und durch einen geringeren Wechselkurs die Exporte anzukurbeln, wird in so einer Situation in Bezug auf das westliche Gesamtsystem nicht funktionieren, denn die Abwertung der einen Währung bedeutet gleichzeitig die Aufwertung der anderen Währung. Die mit Abwertungen und Geldmengenaufblähungen einhergehende Ausweitung von Ungleichgewichten innerhalb der jeweiligen Volkswirtschaften verstärkt im Gegenteil die fundamentale Ursache für die Rezession, nämlich die leistungslose Bereicherung der Finanzwirtschaft bei gleichzeitiger Verarmung weiter Teile der Bevölkerung und das Aufblähen des Finanzsektors zulasten der produzierenden Industrie. Hinzu kommt, dass ohnehin praktisch keiner der G7-Staaten mehr Spielraum mehr für Zinssenkungen und Geldmengenausweitungen zur Ankurbelung der Wirtschaft hat, da sie diesbezüglich die finanzpolitischen Pedale mit Nullzinspolitik und endlosem Quantitive Easing bereits bis zum Anschlag durchgetreten haben. Es spricht also viel dafür, dass die kommende Rezession in den G7-Staaten heftig wird.

Und die Rezession verspricht auch lang zu werden. Die fundamentalen Ungleichgewichte zwischen arm und reich, die der gegenwärtigen Rezession zugrunde liegen, lassen sich nicht so leicht abbauen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte kürzlich, es werde noch fünf oder mehr Jahre dauern, bis die Staatsverschuldungskrise im Euro-Raum gelöst sein wird. IWF-Chefin Christine Lagarde warnte letztes Jahr, die – westliche – Welt stehe wirtschaftlich vor einem verlorenen Jahrzehnt, etwa so, wie Japan seit Anfang der 90er Jahre ein verlorenes Jahrzehnt durchlebt.

Die einzigen Staaten, die nach wie vor über nennenswerte Wachstumsmärkte verfügen, sind die BRIC-Staaten, und da insbesondere China. Der IWF hat in seinem World Economic Outlook vom Oktober 2012 die Prognose für das in US-Dollar berechnete BIP Chinas 2012 gegenüber der April-Prognose mal wieder kräftig nach oben korrigiert – diesmal um 250 Milliarden Dollar. China verfügt auch als einziger großer Staat der Welt noch über finanzielle Feuerkraft, um sein Wachstum politisch steuern zu können. China hat sich dabei viele Projekte vorgenommen, was dort für die nächsten Jahre gewaltige Wirtschaftsaktivitäten verspricht, so etwa den industriellen Aufbau der Hunderte Millionen Einwohner zählenden westchinesischen Provinzen, den weiteren Ausbau seiner Industrie in Richtung Hochtechnologie-Industrie und die Umgestaltung des Landes in Richtung einer grünen Wirtschaft, von der breiten Einführung von Energiespartechniken über regenerative Energien bis hin zu nachhaltigem Umweltschutz.

Die Unternehmen von G7-Staaten, die nett zu China sind, dürfen am Ausbau der chinesischen Wirtschaft in den nächsten Jahren mitwirken, und können so – etwa wie deutsche Auto- und Maschinenbauer – eine chinesische Wachstumsperspektive bekommen. Diese Volkswirtschaften können an der Beseitigung ihrer fundamentalen Ungleichgewichte zur nachhaltigen Rezessionsbekämpfung in den nächsten Jahren arbeiten, während sie Wachstum in China generieren, wodurch dort der ganz große Rezessionssturm nicht hereinbricht. Staaten, die nicht nett zu China sind, wird China dieses Privileg hingegen nicht oder nur eingeschränkt gewähren, wie japanische Autobauer kürzlich schmerzhaft gelernt haben, wodurch Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, umgehend ein dickes Außenhandelsdefizit eingefahren hat und in die Rezession gerutscht ist.

Frankreich hat eine ähnliche Erfahung wie Japan gemacht. Die französische Industrie hat China in den letzten Jahren aus ideologischen Gründen weitgehend boykottiert und auf allen Ebenen gegen China opponiert, und das Ergebnis besteht in einer französischen Finanzkrise und der Entmachtung des US-zionistischen Chef-Ideologen Nicolas Sarkozy. Sein Nachfolger Francois Hollande bemüht sich nun, zu lernen, nett zu China zu sein.

Dasselbe kann China auch mit den USA machen. Und wenn die USA China im Rahmen ihres „Pivot nach Asien“ weiterhin feindlich gegenübertreten, dann ist anzunehmen, dass China sich im Gegenzug dazu entschließen wird, das auch zu tun, also die anstehende US-Rezession zu vertiefen. Da werden die US-Führer dann erstmal damit beschäftigt sein, dafür zu sorgen, dass ihre eigene Bevölkerung nicht rebellisch wird, und haben nicht so viel freie Energie, die sie in Feindlichkeit gegenüber China ablassen können. Wenn beide Staaten durch solchen Ärger zwei Prozent weniger schnell wachsen, dann bedeutet das für China, sechs anstelle von acht Prozent Wachstum, und vielleicht die Notwedigkeit, ein neues Stimulus-Paket zu schnüren, um wieder auf acht Prozent Wachstum zu kommen. Für die USA bedeutet das, anstelle von Eins-Komma-Irgendwas Prozent Wachstum eine Rezession zu bekommen. Sind die USA bereits in Rezession bedeutet das eine Vertiefung der Rezession. Eine Rezession oder eine tiefere Rezession bedeutet für die Führer der USA eine wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung, die sich in einer starken Tendenz zu ihrer Entfernung von der Macht niederschlägt.

Das ist eine neue Weltordnung: die US-geführten G7-Staaten, die vor wenigen Jahren noch die mächtigsten Staaten der Welt waren, und über die Jahrzehnte reihenweise andere Staaten durch das Aufzwingen ihrer Wirtschaftsbedingungen ruiniert haben, müssen ab jetzt nett zu China sein, sonst bekommen sie eine Rezession oder eine vertiefte Rezession, was meist zur Entmachtung der jeweiligen Führer der G7-Staaten führt. Das ist keine vorübergehende Erscheinung. In fünf oder zehn Jahren, wenn die verlorene Dekade der westlichen Wirtschaft vorüber ist und die gröbsten inneren Ungleichgewichte beseitigt sind, wird China ohnehin die größte Wirtschaft der Welt haben, und als solches die Geschicke der Welt lenken, so wie sie im 20. Jahrhundert von den USA als stärkster Wirtschaftsmacht der Erde geleitet wurden. Es wird sicher noch ein paar Jahre dauern, bis alle Führer der G7-Staaten den Zusammenhang zwischen Rezession und Freundlichkeit gegenüber China begriffen haben und ich entsprechend verhalten, und es ist leider auch damit zu rechnen, dass die notorisch arroganten und kriminellen US-Führer während dieser Zeit noch ein paar Millionen mehr Menschen durch Verbrechen wie Raubkriege ermorden, aber es bedeutet das Ende des verkommenen US-Empires.

Es spricht viel dafür, dass die große G7-Rezession als Ende des US-Empires oder anders ausgedrückt, das Ende der US-geführten Weltordnug, in die Geschichte eingehen wird.

17 Gedanken zu “Jetzt geht’s los – die große G7-Rezession kommt

  1. Die ominöse “fiskale Klippe” müsste ein begabter Zeichner endlich einmal als Karikatur, markant vor Augen führen.
    Damit man sich das Ganze auch visuell vorstellen kann.

  2. @madurskli
    Viele Zeichner haben zwar noch nicht begriffen, was genau das „Fiscal Cliff“ bedeutet, aber da das Thema schon einmal oben auf der Tagesornung der Weltpresse stand, gibt es schon einige Karrikaturen dazu:

    In den nächsten Monaten wird das Thema auch in allen Medien rauf und runter gebetet werden, alllerdings ohne die geopolitische Folgen – nämlich das Ende des US-Empires zu erwähnen. Zu einer vernünftigen Lösung – drastische Militärkürzungen, Einführung einer Mehrwertsteuer und eier groß angelegten staatlichen Industrie- und Sozialpolitik zur Kompensation des Nachfrageausfalls und Verringerung der Ungleichgewichte zwischen Arm und Reich – wird es wieder nicht reichen. Stattdessen wird leidenschaftlcih über nahezu irrelevante Kleckerbeträge gestritten werden.

    Und so wird es in den USA weitergehen mit sich abwechselnden Rezession, Nullwachstum und Miniwachstum, und die Lösung der Verschuldungs- und Ungleichgewichtsproblematik wird immer teurer und unbewältigbarer.

    Hier geht’s schon los mit dem massenmedialen Blödsinn zum Fiscal Cliff. Focus-Locus:

    http://www.focus.de/finanzen/news/angst-vor-der-fiscal-cliff-den-usa-droht-zum-neuen-jahr-der-konjunktur-gau_aid_830191.html

    „Zeit, seinen Wahlsieg zu genießen, hat Barack Obama nicht. Ihm bleiben nur wenige Wochen, um eine Katastrophe für die USA und die Weltwirtschaft zu verhindern.“

    Ein Lacher. Obama soll das Inkrafttreten des Fiskalpaktes vom Sommer 2011 verhindern, damit die USA – und mit ihr die Welt – nicht in die Rezession rutscht. Was der Focus geflissentlich übersieht, ist, dass der Fiskalpakt dadurch zustande gekommen ist, dass die Verschuldung der USA gegenwärtig durch Budgetdefizite in der Größenordnung von 1000 Mrd Dollar jährlich rasant ansteigt und die USA schon jetzt so hoch verschuldet sind, dass die Verschuldung bald nicht mehr tragfähig ist.

    Der Focus zeigt schon an wohin die Reise geht: die fiskale Klippe droht aufgrund von Steuererhöhungen und Ausgabekürzungen zu einer Rezession zu führen, also sollen die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung aufgehoben werden.

    Das Problem dabei: Der Fiskalpakt vom Sommer 2011 reduziert das Budgetdefizit um schätzungsweise 70 Mrd Dollar jährlich – also bleibt noch ein Defizit in der Größenordnung von 930 Mrd Dollar jährlich übrig, wenn der Fiskalpakt von 2011 im Jahr 2013 überhaupt in Kraft tritt. Um in den Bereich einer beherrbaren Schuldenlage zu kommen, müssen die USA ihr Budgetdefizit recht bald auf rund 500 Mrd Dollar jährlich – etwa 3% vom BIP – drücken. Was notwendig ist, sind nochmal Einnahmeerhöhungen und Ausgabekürzungen im Bereich von rund 400 Mrd Dollar jährlich. Diese Größenordnung lässt sich nicht mit Kleckerschritten, sondern nur mit großen Maßnahmen erreichen. Eine Halbierung der sinnlosen Militärausgaben zur Unterjochung der Welt wäre etwa so ein möglicher Schritt. Die Einführung einer Mehrwertsteuer wäre ein anderer möglicher Schritt. Beide Schritte haben heftige rezesive Nebenwirkungen. Nur eine Kombination von beiden Schritten würde den USA den notwendigen Spielraum eröffnen, um die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen mit Zusatzausgaben an anderen Stellen abfangen zu können. Das ist aber überhaupt nicht in Sicht – im Gegenteil, es sieht alles danach aus, dass die USA in die Richtung gehen werden, sich soweit zu verschulden, bis der Turm einstürzt – sprich, der Dollar und damit der US-Anleihemarkt zusammenbricht.

    Die RP macht im Gegensatz zum Focus immerhin schon einmal in der Schlagzeile das Problem der USA deutlich:

    „Schreckgespenst „Fiscal Cliff“: USA so verschuldet wie EU-Sorgenkind Italien“

    http://www.rp-online.de/politik/ausland/usa-so-verschuldet-wie-eu-sorgenkind-italien-1.3060701

    Republikaner und Demokraten müssen sich einigen, weil es sonst durch das Fiscal Cliff eine Rezession gebe, meint die RP. Nur auf die Frage, worauf sie sich einigen sollen, damit es weder Rezession noch eine weitere Verschärfung der Überschuldung gibt, kann die RP natürlich auch keine Antwort geben. Denn da gibt es nichts. Das ist die bittere Wahrheit.

    Öffentliche Schulden werden durch Einnahmeerhöhungen und Ausgabekürzungen abgebaut, und das führt zwangsweise zu einer mit einer kräftigen Hebelwirkung versehenen Drosselung der Wirtschaftstätigkeit, genauso wie Schuldenmacherei erstmal zu einer mit einer kräftigen Hebelwirkung versehenen Ankurbelung der Wirtschaftstätigkeit führt. Der einzige andere Weg ist, dass die USA sich für Bankrott erklären, oder ihre Schulden durch Hyperinflation abbauen, was einem Bankrott gleichkommt und auch mit einem Bankrott enden könnte. Aber genau das ist ja das Ende, dass die USA vermeiden wollen, weil dabei die globale Führungsrolle der USA dummerweise auch zusammenbrechen würde, und dabei außerdem heftige soziale Spannungen in den USA – möglicherweise bis hin zu Sezessionskriegen nach em Muster „Texas Independence“ oder „Free Hawai“ – zu erwarten wären. Es gibt keinen Ausweg außer Einnahmeerhöhungen und Ausgabekürzungen, wenn die US-Herrscher in den USA weiter am Ruder bleiben wollen.

  3. Muammar al-Ghaddafi zu den US-Wahlen 1981 im SPIEGEL-Interview:

    „Die meisten Demokratien sind im Kern nichts anderes als Demagogie. Jeder verführt den anderen: „Ich bin der Bessere.“ –Aber einer ist schlechter als der andere. Was die beiden Parteien im Wahlkampf veranstalteten, war nichts anderes als Hohn auf den Verstand und die Intelligenz der Menschen. Da gibt es viele Versprechungen, und nachher entpuppen sie sich als leere Versprechungen. Das ist wie bei einer Trommel im Busch: Wenn man die Töne hört, meint man, das ist eine riesengroße Trommel. Wenn man aber näherkommt, ist es ein kleiner Furz.“

    Alles gesagt – und immer noch topaktuell!

  4. Wie sehr die USA am Ende sind, zeigt die Tatsache, dass sie nichts besseres hervorbringen konnten, als einen Obama, einen „yes we can do“ , einen Obama-doodle!

    1. Daran gemessen wären die USA von Beginn weg am Ende gewesen, waren sie aber nicht.

      Für einen „Brot und Spiele“-Präsidenten bringt er jedenfalls alle Job-Anforderungen mit. Wozu also etwas besseres hervorbringen, wenn sich die Machtbefugnisse auf den Anbau von Biogemüse hinter der Weissen Hütte beschränken?

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  5. Danke für die hervorragenden Analysen !

    Auch die Artikel über die türkische politik waren sehr aufschlußreich und helfen uns, wie auch die vorhergehenden Analysen, die Tagespolitik in ein globales Weltgeschehen einzuordnen.
    Eine intelektuelle Leistung, die nur von wenigen in dieser Qualität erbracht wird.

    Wie wir feststellen müssen, der Niedergang eines Imperiums hat zu Zeiten der Caesaren mehrere hundert Jahre gedauert.
    Churchill hat es in weniger als einem halben Jahrhundert geschafft, in Blindheit und Wahn gegenüber den gewachsenen Realitäten, das britische Imperium zu zerstören.
    Rücksichtslos gegenüber dem eigenen Volk und allen anderen Völkern, man denke nur an die indischen und bengalischen Völker. Nicht zu vergessen das deutsche.

    Wir können nur hoffen, daß die Übernehmer und Nachfolger dieses Imperiums es noch etwas flotter hinbekommen.

    Gnade uns Gott !

    Dem Parteibuch wünsche ich von meinem ganzen Herzen weiterhin viel Erfolg,
    bleibe Euch die analytische Schärfe Eurer Beiträge für immer erhalten. Wir haben sie nötiger denn je.

  6. Solange wir hier noch kommunizieren können, ist noch nicht alles verloren, aber bald, denn viele alternative Medien haben bereits aufgegeben, bzw. sie sind nur mehr schwierig erreichbar, wie jetzt „Kybeline“ oder auch „PI“. Offenbar steckt hier System dahinter, wenn solche Medien belagert, abgeblockt oder eliminiert werden und auch dass einzelne Blogger bereits gezielt behindert werden, da wo das System sich auf den Schlips getreten fühlt.

  7. Wie immer eine sehr gute Analyse, danke für deine kontinuierliche Arbeit!! Dazu jedoch (natürlich😉 eine Einwendung. ich teile deine Abscheu gg. USA & Co. und freue mich über deren Niedergang. Dennoch müssen wir uns im Klaren sein, dass ein Abgang einer dominierenden Macht in der Menschheitsgeschichte immer für die darauffolgenden Jahre viel Unruhe, Chaos und konkret: Kriege bedeutet. D.h. einerseits Freude über den überfälligen Abgang, andererseits aber ein realistischer Blick in die nahe Zukunft.

    1. @Max
      In der Gschichte war es tatsächlich so, dass die Auflösung von Empires aufgrund wirtschaftlicher Überdehnung praktisch immer mit Krieg verbunden war. So ging beispielsweise der Auflösung des britischen Empires mit dem 1. und 2. WK einher. Ähnlich war es, als die französische Monarchie Ende des 18. Jahrhunderts ihre Finanzen überreizt hatte, und es dann im Anschluss die französische „Terror-Revolution“ von 1789 und die napoleonischen Kriege gab.

      Wenn wir in die Gegenwart schauen, dann sehen wir, dass gerade räuberische Angriffskriege geführt werden, wie zum Beispiel gegen Libyen, und aus geopolitischer Torschlusspanik heraus Terrorkriege entfacht werden, wie z.B. in Syrien.

      Allerdings ist das Maß der Gewalt bisher nicht über das nomale Niveau des US-Empires angestiegen. Beinahe über seine ganze Existenzdauer hinweg hat das US-Empire etwa jedes Jahr mit neuem Terror, Destabilisierungen und Krieg viele Menschen ermordet. Ging es dem Empire finanziell gut, dann hat es Korea, Vietnam, Jugoslawien, Afghanistan, Irak und so weiter und so fort überfallen, um sich auszudehnen. Geht es dem US-Empire schlecht, dann führt es Raubkriege, preiswerte Terror- und Propagandakriege und Feldzüge mit preiswerten Söldnern. Die Gewalt ist also so oder so da, egal ob das Empire zusammenbricht oder nicht.

      Bei den geschichtlichen Vergleichen sollte man auch berücksichtigen, dass die Welt sich inzwischen im Nuklearzeitalter befindet. Das kann sich durchaus stabilisierend auswirken. Als die Sowjetunion an finanzieller Überdehnung zusammenbrach, so haben die sowjetischen Nuklearwaffen beispielsweise verhindert, dass die USA die Gelegenheit für einen Eroberungskrieg gegen das damals schwache Russland nutzten und somit das größte Blutvergießen verhindert. Das US-Empire musste sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion damit zufriedengeben, Jugoslawien zu zerstören und die Bevölkerung des Irak durch Aushungern massenzumorden.

      Auch das Bewusstsein dafür, dass das Auflösen eines Empires konfliktträchtig ist, mag sich heute gewandelt haben, und damit einhergehen die Bestrebungen zur Verhinderung eben solchen Blutvergießens. China wird nicht müde, diesen Punkt zu betonen, und betont dabei, dass China diese Gewaltszenarien angesichts des Aufstieges von China zur führenden Macht der Welt durch Kooperationen zu verhindern sucht.

      Aber es ist natürlich richtig, trotzdem ist die Gefahr großr blutiger Verwerfungen bei der Pleite des US-Empires und einer Lakaien groß. Un das kann auch Europa und Deutschland ganz direkt betreffen – beispielsweise durch blutige „Mafia-Revolutionen“, die sich von Südeuropa nach Norden ausbreiten, oder Nord-Süd-Kriege in Europa.

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