Türkische Telefonumfrage: 65% aller Syrer betrachten das türkische Verhalten gegenüber Syrien als „feindlich“

Wie die regierungsnahe türkische Zeitung Today’s Zaman heute berichtet, betrachteten 65% von im August 2012 in einer Telefonumfrage befragten Syrern das türkische Verhalten gegenüber Syrien als „feindlich.“ Im Jahr 2011 waren dies hingegen nur 16%.

Die Umfrage wurde durchgeführt von TESEV in Kooperation mit der deutschen SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung und entstammt nicht dem Lager der politischen Gegner der türkischen Regierung. Das ist ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl, was die syrische Bevölkerung davon hält, dass die türkische Regierung Mörderbanden und Waffen nach Syrien schickt, um die Regierung Syriens unter dem Schlagwort „Revolution“ mit Gewalt zu stürzen.

Weitere Erkenntnisse der umfragebasierten Studie, die den Namen „Wahrnehmung der Türkei im mittleren Osten, 2012“ trägt, finden sich in englischer Sprache bei der Hürriyet. In türkischer Sprache findet sich eine PDF-Präsentation wesentlicher Ergebnisse der Umfrage auf der Webseite von TESEV (Mit dem Google-Übersetzer ist der Inhalt der Folien auch für Sprachunkundige herauszubekommen).

Die Umfrage ist nicht die Erste, die als Ergebnis die mehrheitliche Ablehnung des zionistisch-wahhabitischen NATO-GCC-Regime-Change-Projektes in Syrien duch die syrische Bevölkerung konstatiert. Im Dezember 2011 lag der Anteil derjenigen Syrer, die wollen, dass Bashar Al-Assad bisweilen im Amt bleibt, einer katarischen Umfrage zufolge bei 55%.

Wenn die türkische Regierung behauptet, ihre Syrien-Politik stünde im Einklang mit den Wünschen der syrischen Bevölkerung, dann lügt sie, und sie weiß das, oder müsste es zumindest wissen.

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