Ein kurzer Blick auf die jüngere Geschichte Pakistans

„Wenn von 10 Ungläubigen 5 von jeweils 1 Muslim umgebracht werden, sind noch 5 übrig.“ (Auszug aus einem von der US-Regierung finanzierten und in den USA gedruckten Mathematik-Buch für Grundschulkinder im Raum Afghanistan-Pakistan)

Bei wütenden Demonstrationen gegen ein die islamische Religion verunglimpfendes US-amerikanisches Filmchen sind am Freitag in Pakistan mehr als ein Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Die westliche Welt begreift nicht, was im nuklear bewaffneten Staat Pakistan gerade geschieht.

Sandra Petersmann vom „ARD-Hörfunkstudio Südasien“ im hinduistisch geprägten Indien berichtete über die wütenden Proteste in der Islamischen Republik Pakistan für die staatliche deutsche Märchenschau mit Unverständnis, Anti-Amerikanismus sei in Pakistan tief verwurzelt und viele Menschen dort würden die USA für den Ursprung allen Übels halten, für eine imperialistische, arrogante Weltmacht, die Krieg gegen Muslime führt, Pakistans Souveränität mit Füßen tritt und das Volk Pakistans mit Drohnen beschießt. Dabei beschuldigt sie die pakistanische Regierung, durch das Aufrufen zu friedlichen Protesten gegen die US-amerikansiche Blasphemie „verletzte Gefühle auszunutzen“ um „beim Volk Boden gutzumachen.“ In anderen Organen der westlichen Propaganda, beispielsweise im Spiegel, wird der Hintergrund der Proteste in Pakistan ähnlich dargestellt.

Dazu lässt sich zunächst einmal sagen, dass die Behauptung der staatlichen deutschen Märchenschau und anderer Organe der westlichen Propaganda, die Bevölkerung Pakistans würde die USA sehr negativ betrachten, zutreffend ist. Alle Umfragen der letzten Jahre ergeben diesbezüglich im Großen und Ganzen das gleiche Bild. Die Bevölkerung Pakistans betrachtet die mit Pakistan verbündete Weltmacht USA als einen gefährlichen und feindlichen Staat, der als noch weit feindlicher als der Nachbarstaat Indien, mit dem Pakistan seit der Staatsgründung eine aus Kashmir- und Bengladeshkonflikt resultierende Feindschaft pflegt, wahrgenommen wird. Als Pakistan gegenüber freundlich gesinnt nimmt die pakistanische Bevölkerung hingegen ihre mit den USA konkurrierenden Nachbarstaaten China und Iran wahr.

Die freundschaftlichen Gefühle der pakistanischen Bevökerung für den Iran gehen dabei so weit, dass der überwiegende Teil der pakistanischen Bevölkerung, sofern sie zu dem Thema überhaupt eine Meinung hat, es im Gegensatz zu Bevölkerungen vieler anderer Staaten für begrüßenswert hielte, wenn der Iran Atomwaffen besitzen würde. Sollte irgendeine pakistanische Regierung sich also dazu entschließen, dem Iran ein paar Atomwaffen aus dem stetig wachsenden pakistanischen Atomwaffenarsenal abzugeben – was natürlich eine rein theoretische Überlegung ist, da der Iran den Besitz von Atomwaffen bekanntlich nicht anstrebt, sondern ächtet -, so dürfte sie für eine solche Entscheidung tendenziell mit Lob und Zustimmung von Seiten der Mehrheit der pakistanischen Bevölkerung rechnen.

Die westliche Propaganda reagiert nun mit Entsetzen, Befremden und Unverständnis auf Extremisten in Pakistan, die motiviert von religiösem Eifer und „tief verwurzeltem Anti-Amerikanismus“ ihrer Wut gegen die USA Ausruck verleihen. Eine vernünftige Erklärung dafür, woher der extremistische religiöse Eifer und der „tief verwurzelte Anti-Amerikanismus“ in Pakistan kommen, hat der Westen nicht. Dabei könnte schon ein kurzer Blick auf einige markante Ereignisse in der jungen Geschichte Pakistans helfen, um zu begreifen, wo die Wurzeln des extremistischen religiösen Eifers und des Anti-Amerikanismus in Pakistan zu suchen sind.

Nachdem der Staat Pakistan aus einem Teil der britischen Kolonien hervorgegangen war, war Pakistan über Jahrzehnte ein von einem moderaten Islam geprägter und – trotz Problemen wie grassierender Korruption, einer auf wenige Familien konzentrierten Macht und der mit Indien gepflegten Feindschaft – vergleichsweise ruhiger und geordneter Staat auf sehr fruchtbarem Land. Außenpolitisch war Pakistan als Bollwerk gegen den Kommunismus eingebunden in die von den USA, Britannien und Frankreich geführten Sicherheitsbündnisse CENTO und SEATO und die Bevölkerung Pakistans war damit wohl im Großen und Ganzen auch durchaus zufrieden. Massenhafte Begeisterung zeigte die Bevölkerung Pakistans vor Allem für die sehr britische Sportart Cricket.

Das änderte sich etwa ab dem Jahr 1979. Zwar war Pakistan vorher auch schon, wie viele Freunde der USA, eng mit dem saudisch-wahhabitischen US-Lakaienregime befreundet, aber erst da wurde das pakistanische Bildungsssystem auf Betreiben der USA auf wahhabitische Indoktrinierung zum Kampf gegen von Wahhabiten als Ungläubige betrachtete Menschen, vornehmlich Kommunisten sowjetischer Prägung, aber auch durch die islamische Revolution im Iran gestärkte Schiiten in Pakistan, umgestellt. Im Zuge der Wahhabitisierung wurde in Pakistan auch die Todesstrafe für Blasphemie eingeführt.

Reagan empfängt afghanische Gotteskrieger
US-Präsident Reagan empfängt afghanische Gotteskrieger, 2.2.83

Anstatt Bildung gab es in pakistanischen Schulen, Madrassen genannt, Anleitungen zum bewaffneten Kampf gegen die Ungläubigen. Aus wissenschaftlich unterrichteten Schülern wurden saudisch indoktrinierte, US-amerikanisch bewaffnete und vom pakistanischen Militär geführte Taliban, die als von den USA gefeierte Mujehideen in Afghanistan in den US-geführten Jihad gegen die Ungläubigen der UdSSR zogen. Islamische Freiheitskämpfer ziehen unterstützt von christlichen US-Gotteskriegern in den Kampf gegen den gemeinsamen Feind, die Ungläubigen, so in etwa vermittelten die USA das damals der pakistianischen Bevölkerung wie auch der Bevölkerung der Welt. Die zum Kampf gegen die UdSSR indoktrinierten Extremisten besiegten allerdings nicht nur die UdSSR in Afghanistan, sondern verwüsteten auch weite Teilen Pakistans mit ihrer wahhabitischen Unkultur.

Grassierender Terrorismus, organisierte Drogenkriminalität und wahhabitischer Extremismus beispielsweise waren in Pakistan Kriegsnebenfolgen, die Gesellschaft und Wirtschaft schwer und nachhaltig geschädigt haben. Während die USA den so errungenen Sieg über die Sowjetunion feierten, blieben die Pakistaner auf den aus der afghanischen US-Kriegsstrategie gegen die Sowjetunion erwachsenen Problemen im Wesentlichen allein sitzen. Gerne bedienten sich die USA in den 90er-Jahren weiterhin der Hilfe von in Pakistan indiktrinierten und ausgebildeten wahhabitischen Jihadisten, beispielsweise um Jugoslawien zu zerstören und Russland über den Hebel Tschetschenien zu destabilisieren, doch für die Pakistaner selbst hatten die USA außer warmen Worten nur wenig über. Der kalte Krieg war gewonnen und Pakistan hatte damit seine vorherige strategische Bedeutung als Bollwerk gegen den Kommunismus verloren.

Die vom US-Krieg gegen Afghanistan schwer in Mitleidenschaft gezogene moderate Mittelschicht Pakistans war da nicht gut auf die USA zu sprechen, aber immerhin freuten sich pakistanische Militärs, dass „ihre“ Taliban Afghanistan erobert hatten und Pakistan damit „strategische Tiefe“ für potenzielle zukünftige Konflikte mit dem Riesenreich Indien gewonnen hatte. Und so hatte dann eben ein US-freundlicher Militärdiktator dafür zu sorgen, dass Pakistan auf Kurs blieb. Demokratie war angesichts des grassierenden Wahhabismus für Pakistan natürlich zu riskant geworden. Mit dem Ausrotten des kriegsfinanzierenden Opiumanbaus gelang den vom pakistanischen Militär geleiteten Taliban in Afghanistan dann im Jahr 2000 sogar ein recht beachtlicher Erfolg, der die Grundlage hätte dafür legen können, die organisierte Drogenkriminalität und grassierende Drogensucht in Afghanistan und im benachbarten Pakistan auszutrocknen.

Doch im Jahr 2000 hatten die USA und die dort tonangebenden Zionisten eine neue Idee für Afghanistan. Die USA wollten Afghanistan nun selbst erobern, um dort eine Demokratie westlichen Typs zu installieren, US-Militärbasen zu errichten und dann von dort aus die Kontrolle über zentralasiatische Energievorkommen zu bekommen und afghanische Nachbarländer wie Iran, Russland und China mit terroristischen Destabilisierungsstrategien unter Druck setzen zu können.

Als Anlass zur Durchsetzung ihres Planes zur Eroberung Afghanistans nahmen die USA die augenscheinlich von Wahhabiten durchgeführten Anschläge vom 11. September 2001, bei denen ein paar Tausend US-Bürger ums Leben gekommen und Sachschäden in Höhe von ein paar Milliarden Dollar entstanden sind, was, ganz gleich, ob das False-Flag-Anschläge waren oder nicht, im Vergleich zu den vielen Todesfällen und gigantischen Schäden, die Pakistan als Begleiterscheinung der wahhabitischen US-Kriegsstrategie gegen die UdSSR entstanden sind, jedenfalls ein nahezu unbedeutender Klacks war. Natürlich war das pakistanische Militär nicht begeistert davon, dass die USA unter Bezugnahme auf solch einen unbedeutenden Klacks nun plötzlich Krieg gegen Afghanistan und die dort herrschende, von Pakistan gemeinsam mit den USA aufgebaute, wahhabitische Mujahedin- und Taliban-Bewegung führen wollten. Doch die USA sagten, wer nicht mit ihnen sei, sei gegen sie, und drohten Pakistan für den Fall einer Verweigerung der Unterstützung des Krieges gegen Afghanistan mit einem Krieg gegen Pakistan, woraufhin der US-gestützte pakistanische Militärdiktator die USA widerwillig beim Krieg gegen Afghanistan unterstützte und es den USA erlaubte, durch Pakistan Nachschub für den Krieg gegen und die Besatzung von Afghanistan zu transportieren.

Und so führten die USA ab Ende 2001 einen Kreuzzug gegen Afghanistan, massakrierten da ein paar Tausend der von ihnen noch wenige Jahre zuvor als Freiheitskämpfer verehrten und gemeinsam mit Pakistan unterstützten wahhabitischen Mujahideen, vertrieben die Mujahideen in ganz Afghanistan von der Macht, setzten in Kabul ein ihnen unterwürfig ergebenes Marionettenregime ein, errichteten gemeinsam mit ihnen treu ergebenen NATO-Lakaien Hunderte von Militärbasen zur Besetzung Afghanistans und schufen Medien und bauten Schulen, in denen sie die in den Jahren zuvor wahhabisierte Bevölkerung Afghanistans umgehend wieder zu moderaten Muslimen und US-treuen Demokraten umerziehen wollten. Außerdem sorgten die USA umgehend dafür, dass in Afghanistan der von den Mujahideen mit viel Mühe ausgemerzte Anbau von Opium wieder in großem Stil aufgenommen wurde, und das Rohprodukt auch gleich in Afghanistan zu besser schmuggelbarem und leichter per Luftfracht auf die Weltmärkte transportierbarem Heroin weiterverabeitet wurde.

Während das pakistanische Militär unerfreut über die neuen Komplikationen war, aber im Prinzip amit leben konnten, dass zukünftig ihr Verbündeter USA das von ihnen für den potenziellen Konfiktfall mit Indien als strategisch wichtig angesehene afghanische Hinterland verwaltete, und das Militär durch den Krieg auch eine Chance sah, von den USA nach ihrer Vernachlässigung in den 90er Jahren wieder als strategisch wichtiger und deshalb in allen Belangen zu unterstützender Partner betrachtet zu werden, erbosten die USA und ihre Verbündeten mit ihrem Kreuzzug gegen Afghanistan jedoch nicht nur auf ihre Unabhängigkeit stolze Afghanen, sondern zogen auch nachhaltigen Zorn von der von den USA aufgebauten wahhabitischen Bewegung in Afghanistan und Pakistan auf sich, aus der die Mujahideen hervorgegangen waren. Doch schon wenige Monate, nachdem die USA den Krieg gegen Afghanistan begonnen hatte, verloren sie das Interesse an dem gemeinsam mit Pakistan und anderen Verbündeten geführten Krieg, und setzten die meisten ihrer militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen stattdessen für einen Eroberungskrieg gegen den Irak ein. Einige lästernde Zungen meinen übrigens zu wissen, dass das pakistanische Militär, um die Aufmerksamkeit der USA für den gemeinsamen Krieg nicht gänzlich absacken zu lassen, es von Zeit zu Zeit für notwendig befunden hat, ein Double des nach dem erfolgreichen gemeinsamen Kampf gegen die Ungläubigen in Afghanistan mit den USA zerstrittenen und im Jahre 2001 verstorbenen saudisch-wahhabitischen Mujahideen Osama Bin Laden, den die USA öffentlich für die Anschläge des 11. September verantwortlich machten, Fernsehbotschaften verkünden zu lassen, aber dieser kleine pakistanische Notbehelf soll jetzt an dieser Stelle nicht wesentlich sein. Fakt ist jedenfalls, dass die USA sich im Jahr 2001 dazu entschieden haben, Krieg gegen die gemeinsam mit Pakistan aufgebauten und Afghanistan beherrschenden wahhabitischen Mujahideen zu führen, Pakistan zur Teilnahme an diesem Krieg genötigt haben, dann jedoch binnen Monaten das Interesse an dem gemeinsamen Krieg verloren und Pakistan bei der Bewältigung der durch den Krieg gegen Afghanistan und den damit einhergehenden wahhabitischen Zorn in Pakistan ausgelösten massiven Kollateralschäden mal wieder weitgehend sich selbst überlassen haben.

In der Folgezeit haben die USA gesehen, dass die von einer Milliarde Menschen gtriebene chinesische Wirtschaft gut wächst, China die USA nach einiger Zeit wirtschaftlich überholen wird und dann sodann, um ein Gegengewicht zu China aufzubauen, umgehend entschieden, mit dem viermaligen pakistanischen Kriegsgegner Indien eine strategische Partnerschaft einzugehen. Da die USA auch nicht so recht wussten, wie sie mit dem afghanischen und wahhabitischen Widerstand gegen ihre Besatzung Afghanistans umgehen sollten, haben die USA Indien, das seit Jahzehnten über beste Beziehungen zum zionistischen Geheimdienst Mossad verfügt, dann auch sogleich eingeladen, beim Neuaufbau von Afghanistan eine tragende Rolle zu spielen. Damit war dann auch das Argument des pakistanischen Militärs, die Partnerschaft mit den USA und die US-geführten Kriege gegen Afghanistan würden Pakistan dabei helfen, in Afghanistan eine strategische Tiefe für mögliche Konflikte mit Indien aufzubauen, hinfällig. Was Pakistan von der jahrzehntelangen Partnerschaft mit den USA zum Ende der Amtszeit von George W. Bush blieb, war nichts außer die Verwüstung und Zerstörung Pakistans.

In Pakistan wurde sodann der US-freundliche Militärdiktator verjagt und die Demokratie wieder eingeführt. Ein US-freundlicher Ex-Häftling mit dem berühmten Spitznamen „Mr 10%“ wurde dabei Präsident Pakistans, was natürlich nichts anderes bedeutete, als dass die alte bis auf die Knochen korrupte und kleptokratische Führungsschicht, deren totale Loyalität zu den finanzstarken USA und Britannien Pakistan den jahzehntelangen wahhabitischen Terror-Schlamassel überhaupt erst eingebrockt hat, wieder die Macht übernommen hatte. In den USA kam unterdessen ein Mann an die Macht, der dem gemeinsam mit Pakistan geführten Krieg gegen Afghanistan mit einer massiven Truppenaufstockung neue Aufmerksamkeit entgegenbrachte.

Die USA spendierten Pakistan dabei jährliche Finanzhilfen, die reichen könnten, um jedem der rund 180 Millionen Pakistani davon alle paar Monate eine Pizza spendieren zu können, wobei die pakistanische Bevölkerung natürlich, da die Hilfen an die pakistanische Regierung ausgezahlt werden, mit mindestens 10 Prozent Abzug rechnen müsste. Praktisch wird der nach dem obligatorischen 10%-Abzug übrigbleibende Teil natürlich nicht für Pizzas ausgegeben, sondern zu einem wesentlichen Teil für in den USA zu erwerbende Rüstungsgüter. Während die USA Indien auch mit sensiblen Dingen bis hin zu Atomtechnologie beliefern, weigern die USA sich dabei jedoch, ihren Waffenbruder Pakistan mit amerikanischer Spitzentechnologie im Rüstungsbereich, wie beispielsweise für den Anti-Terror-Kampf nützliche Kampfdrohnen, zu beliefern. Außerdem haben die USA, da Terrorkriege unter dem Label Jihad gegen die Ungläubigen in den USA in den letzten Jahren nicht sonderlich populär waren, den pakistanischen Kindern eine pakistanische Version der Kindersendung Sesamstraße spendiert. Dass Terrorkrieg unter dem Label „Jihad gegen die Ungläubigen“ in den USA gerade nicht sonderlich populär ist, hindert die USA freilich nicht daran, sich wahhaitischer Jihadisten aus Pakistan zu bedienen, um den USA nicht ganz genehme pakistanische Nachbarstaaten wie Iran – Stichwort Baluchistan – und China – Stichwort Ostturkestan – zu destabilisieren, genauso wie die USA sich im letzten Jahr wahhabitischer Jihadisten bedient haben, um sich von ihnen beim Sturz der Regierung Libyens helfen zu lassen, und gegenwärtig das Gleiche in Syrien versuchen. Als Gegenleistung für die Spenden in die Pizzakasse erwarten die USA allerdings, dass sie das pakistanische Staatsgebiet nahezu nutzen dürfen wie sie wollen, also beispielsweise zum Waffen- und Nachschubtransport, zur Spionage mit Tausenden von Agenten, zur Führung terroristischer Gruppen und zur Ermordung von ihnen missliebigen oder verdächtig vorkommenden Personen, Militanten, Zivilpersonen und pakistanischen Soldaten, durch grenzüberschreitende Bombardements, Drohnenangriffe oder direkt durch CIA-Agenten.

Und die USA erwarteten dafür auch, sich für ihre Taten in Pakistan nie entschuldigen zu müssen. Als Pakistan kürzlich von den USA mal eine Entschuldigung dafür wollte, dass die USA etwas mehr als zwei Dutzend pakistanische Soldaten umgebracht hatten, und bis zu einer Entschuldigung der US-Armee die Nachschubtransporte auf dem Landweg durch Pakistan nach Afghanistan verwehrt hat, haben die USA sich zunächst, anstatt sich zu entschuldigen, an Pakistan für dieses unbotmäßige Verlangen erstmal dadurch gerächt, dass sie den pakistanischen Kindern die Sesamstraße gestrichen haben. Aber schließlich haben die USA sich nach einigen Monaten Bedenkzeit doch dafür entschuldigt, die pakistanischen Soldaten umgebracht zu haben.

Doch obwohl die USA sich für das Töten der pakistanischen Soldaten entschuldigt haben, gibt es in Pakistan inzwischen eine Menge Menschen, die von den USA, vorsichtig gesagt, nicht mehr viel halten. Außer den Wahhabiten, die sich über den Terrorkrieg gegen sie ärgern, der Unter- und Mittelschicht, deren Freiheiten und Lebensgrundlagen erst durch den US-geführten wahhabischen Jihad schwer geschädigt und dann durch den US-Krieg gegen Afghanistan nochmals ruiniert wurden und den Militärs, die von den USA durch das strategische US-Bündnis mit Indien verraten wurden, sorgt die durch die Schuldenkrise ausgelöste US-amerikanische Finanzklemme auch in weiten Teilen der Oberschicht Pakistans dafür, sich lieber finanzkräftigeren und langfristiger denkenden Partnern zu, zum Beispiel China oder dem Iran. Ledidgich ein paar reiche Familien an der Staatsspitze und ihre politischen Seilschaften profitieren in Pakistan noch vom Bündnis mit den USA.

Doch Pakistan ist inzwischen eine Demokratie und im Jahr 2013 stehen in Pakistan Wahlen an. Um die Parteien der US-Lakaien, die Pakistan in den letzten Jahren regiert haben, scheint es dabei Umfragen zufolge gar nicht gut zu stehen.

Mit US-Amerikanern gemeinsame Sache zu machen oder sich auch nur gemeinsam mit US-Amerikanern sehen zu lassen, ist für die Parteien der US-Lakaien in Pakistan ein sicheres Rezept dafür, dass ihre Popularität noch weiter sinkt. Außenpolitisch punkten kann in Pakistan, wer den USA Tritte vor das Schienbein verpasst, etwa so wie der Sozialist Bilour, der auf den Amerikaner, die den blasphemischen Fim gemacht hat, gerade ein Kopfgeld ausgesetzt hat. Es ist also wenig verwunderlich, dass es um die pakistanisch-amerikanischen Beziehungen gegenwärtig nicht gerade zum Besten steht. Die pakistanische Großgrundbesitzertochter und Außenministerin Hina Rabbani Khar hat sich bei ihrer Reise nach Washington zur Verbesserung der amerikanich-pakistischen Beziehungen also eine durchaus nicht ganz simple Aufgabe gesetzt. Die USA haben auf diese Freundschaftsreise von Hina Rabbani Khar reagiert, indem sie umgehend ein paar Menschen mehr in Pakistan per Drohnenangriff getötet haben, und der pakistanischen Ministerin so klargemacht hat, was die USA glauben, wer in Paksitan das Sagen hat. Um die Beziehungen richtig klazustellen, haben die USA sich zu diesem Anlass auch gleich entschieden, Nahverkehrsmittel in den USA mit großen anti-islamischen Plakaten zionistisch-amerikanischer Hetzer zu bekleben.

Doch die Alternative zum wahhabistischen Terrorpakt mit den USA und ihren saudischen Lakaien zeichnet sich für Pakistan auch immer deutlicher ab. China, Russland und der Iran möchten gern, dass alle Staate der Region sich ideologisch mäßigen und zum gegenseitigen Vorteil freundschaftlich miteinander kooperieren, und den USA und anderen Imperialisten so die Fähigkeit genommen wird, in der Region mit Terrorismus, Separatismus oder religiösem Extremismus für alle Seiten ruinöse Konflikte zu schüren, so wie die USA das vor rund 30 Jahren mit Pakistan, Afghanistan und der UdSSR gemacht haben. Viele Grenzziehungen der Region sind ethisch nicht zu rechtfertigende Ergebnisse des britischen Kolonialismus. Doch versuchen zu wollen, diese nachbarschaftlichen Grenzen auf dem Weg der Gewalt neu ziehen zu wollen, bedeutet, dem Kolonialismus nach dem langen Befreiungskampf noch einen späten Sieg der Zerstrittenheit unter Nachbarn zum Schaden der Bevölkerungen mit dem Ergebnis der Machterhaltung von Kolonialisten und Imperialisten zu schenken. Das gilt sowohl für den Kashmir-Konflikt, wo Pakistan der Meinung ist, Pakistan habe zuwenig und Indien zuviel abbekommen, als auch für die Durand-Linie, wo Afghanistan meint, Pakistan habe zuviel, und Afghanistan zuwenig abbekommen.

Es gibt soviel kulturelle und geschichtliche Gemeinsamkeiten zwischen den durch die Kolonialgrenzen getrennten Staaten der Region, dass man nie fertig würde, wollte man sie alle aufzählen. Nicht ganz zufällig ist beispielsweise die in Pakistan vielgesprochene Sprache Urdu mit dem indischen Hindi, wenn man vom in der Schrift verwendeten Alphabet absieht, nahezu deckungsgleich. Auch das in Afghanistan gespochene Dari ist nicht ganz zufällig die gleiche Sprache wie das iranische persisch. Und die Muslime in Kashmir, für die Pakistan sich seit Jahrzehnten einsetzt und dafür Konflikte mit Indien in Kauf nimmt, sind nicht etwa mehrheitlich Wahhabiten, sondern zumeist Schiiten ähnlich der meisten Muslime im Iran.

Der Lohn freundschaftlicher regionaler Kooperation kann für Pakistan und eine Nachbarn sein, dass die Staaten und Bevölkerungen der Region ihre durch Jahrhunderte gemeinsamer Geschichte entwickelten Gemeinsamkeiten kennen und schätzen lernen und sie ohne externe Störungen durch Imperiaisten und Kolonialisten alle gemeinsam prosperieren. Und ganz nebenbei könnten Russland, China, Indien, Iran und Pakistan, wenn sie alle gemeinsam kooperieren und das Herzland so vereinen, mit rund drei Milliarden dazugehörenden Menschen auch den mächtigsten und stärksten geopolitischen Block bilden, den die Welt je gesehen hat, und Kolonialismus und Imperiaismus damit en passant in die Abfalltonne der Menschheitsgeschichte befördern.

12 Gedanken zu “Ein kurzer Blick auf die jüngere Geschichte Pakistans

  1. Stimme vollständig mit dir überein. Und mir scheint, dass die Russen und Chinesen genau das, was du am Ende vorschlägst, auf kluge und behutsame Weise umzusetzen versuchen.

  2. “Wenn von 10 Ungläubigen 5 von jeweils 1 Muslim umgebracht werden, sind noch 5 übrig.” … aus einem von der US-Regierung finanzierten und in den USA gedruckten Mathematik-Buch … spuren wir den Folgen des Geldes bzw. folgen wir den Spuren des Geldes, woher hatte den der Produzent des Films „Innocence of Muslims“ Nakoula Basseley Nakoula das Geld für dieses Machwerk? Und welcher Zionist & Kulturredakteur gab die sogenannte Mohamedkarikatur in Auftrag?

    „Toll“ wie DAS seit 10.000 Jahren immer wieder funktioniert.

  3. Gutt gut das ganz grosse „Bernie“-Madoff-Spiel des Geldsystem zu hinterfragen ist in Schland unerwünscht aber warum nicht mal Schlands bekannteste Zionisten mit Uranmunition-Granaten im ihren lockig Schläfenhaar zu zeichnen bzw. eine Diskussion über solch ein Karikatur-Angebot führen?

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