Abflauen der Auseinandersetzungen zum Ramadanfest – Update zu Syrien am Sonntag, den 19. August 2012

Wie gestern offiziell bekannt gegeben wurde, wird am heutigen Sonntag in Syrien der erste Tag des Ramadanfestes gefeiert.

Das staatliche syrische Fernsehen hat am heutigen Sonntag Morgen live aus der Al-Hamad Moschee in Damaskus berichtet, wo der syrische Präsient Bashar Al-Assad gemeinsam mit hochrangigen Persönlichkeiten und religiöse Würdenträgern an einem interkonfessionellen Gottesdienst zum Tag des Fastenbrechens teilgenommen hat.

Zu diesem hohen religiösen Fest scheinen die Auseinandersetzungen in Syrien vorübergehend abzuflauen, und so ist es, nachdem hier im Parteibuch bis zum Mittwoch etwa zwei Wochen lang das Muster der gegenwärtigen Auseinandersetzungen verdeutlichende tägliche Berichte zu Einzelereignissen von Terror und Anti-Terror-Kampf in Syrien erschienen sind, ein guter Zeitpunkt, etwas über den Tellerrand der zahlreichen einzelnen Auseinandersetzungen zu schauen und eine Zwischenbilanz zu ziehen. Zur Einschätzung der gegenwärtigen Situation sollen hier zunächst die Aussagen der syrischen Regierung und die der Terroristen miteinander veglichen werden.

Al Jazeera, die wichtigste Propagandaschleuder der in Syrien aktiven Terroristen, verbreitete vorgestern ein „im Hauptquartier der Terrorgruppe FSA in der Türkei“ geführtes Interview mit einem Terroristenführer „Malik Al-Kurdi“, der für sich den Titel „stellvertretender Kommandeur der FSA“ in Anspruch nimmt, und siegessicher erklärte, die Terrorgruppee FSA werde die syrische Regierung durch den bewaffneten Kampf innerhalb von „nur“ zwei Monaten gestürzt haben. Schon eine Prüfung der Stimmigkeit der eigenen Propaganda der Terroristen offenbart die Schwächen ihrer Behauptung.

Vergleicht man die Behauptung von „Malik Al-Kurdi“ mit der Behauptung zweier lokaler FSA-Terroristenführer am 23. Juli, die sich als Anführer der „FSA-Militärräte“ von Damaskus und Daraa bezeichnenden „Khaled Habous“ und „Ahmed Nema“, die syrische Regierung werde bis zum Ende des Ramadan gestürzt sein, oder vielleicht in einer „etwas längeren Zeit“, wenn sie keine amerikanische Stinger-Raketen bekommen, so sticht ins Auge, dass die syrische Regierung zum Ende des Ramadans am heutigen Sonntag nicht gestürzt ist und die Terroristen den zeitlichen Horizont für die Erwartung ihres „Sieges“ in die fernere Zukunft verschoben haben.

Des Weiteren fällt auf, dass Al Jazeera’s Propagandistin Anita McNaught sich nicht mehr, wie vor wenigen Tagen noch, in Syrien auffällt, und da Terroristenführer direkt in Syrien interviewt, sondern nun wieder in der Türkei aufhält, und da Terroristenführer im Exil interviewt. Auch viele andere hochkarätige Propagandisten, Kommunikationsoffiziere und Agenten von Mossad, NATO und GCC, von Michael Weiss und Ben Wedeman über Ian Pannell, Harald Doornbos bis hin zu Hadeel Al-Shalchi und Jenan Moussa, die in den letzten Tagen für sich in Anspruch genommen haben, illegal in Syrien gewesen zu sein, scheinen wieder zurück in die Türkei, in den Libanon oder nach Jordanien gereist – oder geflüchtet – zu sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Terroristen der FSA in Syrien wenig bis nichts unter Kontrolle haben, nirgendwo, denn hätten die Terroristen der FSA irgendwas unter Kontrolle würden die Propagandaschleudern der NATO- und GCC-Staaten nur zu gern Bilder und Geschichten von „Erfolgen“ der FSA-Terroristen direkt aus Syrien verbreiten.

Aufschlussreich ist dabei auch, dass das Hauptquartier der FSA-Terroristen nun wieder in der Türkei liegen soll und das Interview mit einem Terroristenführer in der Türkei geführt wurde: noch vor einer Woche hat die US-Propagandaschleuder AP in Nordsyrien nahe der Grenze zur Türkei Gespräche mit den Terroristenführern Samir Hajj Omar, Anführer der FSA-Terroristen in Azaz, und Abdel-Aziz Salameh, Anführer der FSA-Terroristen in Aleppo, in ihren „Hauptquartieren“ in Nordsyrien geführt. Das deutet darauf hin, dass die Angriffe der syrischen Armee auf die sich auf syrischem Boden befindenden Operationsbasen der Terroristen recht erfolgreich waren und die Terroristen dazu gezwungen haben, ihre hauptsächlichen Operationsbasen wieder ins Ausland zu verlegen.

Ein weitere bemerkenswerter Punkt der Propaganda liegt im Interview-Partner „Malik Al-Kurdi.“ In der Vergangenheit ist ein FSA-Terroristenführer „Malik Al-Kurdi“ in der Propaganda zweimal kurz genannt worden, einmal Ende Juli, wo er telefonisch „aus Syrien“ erklärte, dass die Regierung riesige Kräfte brauche, um Aleppo wieder unter Kontrolle zu bringen und einmal als er vor etwa einer Woche von einem unbekannten Ort aus verkündete, die FSA-Terroristen hätten sich aus Salaheddin in Aleppo „taktisch“ zurückgezogen. Und nun ist er wieder in der Türkei und verkündet von dort aus langfristig angelegte Siegespläne. Von den sich in Syrien aufhaltenden „prominenten“ Anführern der Terrorgruppe FSA ist hingegen schon seit einiger Zeit nichts mehr zu hören. Die Frage drängt sich auf, warum das Interview nicht mit prominenteren Anführern der Terrorgruppe FSA, etwa „Abdel Jabbar al-Oqaidi“, der von der NATO-Propaganda vor zwei Wochen als Anführer der FSA in der Schlüsselstadt Aleppo vorgestellt wurde, oder „Abdel-Aziz Salameh“, der von der NATO-Propaganda letzte Woche als „provisorischer“ Anführer der FSA in der Schlüsselstadt Aleppo vorgestellt wurde, geführt wurde. Das Verschwinden bisheriger Anführer und das Auftauchen neuer Anführer deutet darauf hin, dass entweder ein großer Teil der sich in Syrien aufhaltenden Anführer der FSA ums Leben gekommen ist oder schwer verletzt wurde, oder, dass die FSA-Führung zu einem erheblichen Teil ausgetauscht wurde. Was auch immer hinter den Personalwecheln bei den Terroristen steht, alle Möglichkeiten sind Anzeichen für gravierende Misserfolge der Terroristen.

Der syrische Außenminister Walid al-Moallem erklärte vor drei Tagen siegessicher, die von Staaten der Nord-Atlantischen Terror-Organisation NATO und des Golfdiktatorenclubs GCC unterstützten Terroristen seien „chancenlos“ gegen die syrische Armee, und die Politiker und Medien der sie unterstützenden Staaten, die so tun, als könnten die bewaffneten Banden die syrische Armee besiegen, würden Illusionen verbreiten. Diese Einschätzung der Lage, die hier im Parteibuch vor vier Wochen ganz ähnlich getroffen wurde, passt zu den tatsächlichen Entwicklungen in Syrien seit dem Beginn der von den Terroristen und ihren Unterstützern kurz vor Beginn des Ramadans gestarteten Offensive „Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien“.

Die erste Option der Terroristen und ihrer Unterstützer durch ihre Offensive zum „Regime Change“ in Syrien zu kommen, der Angriff auf Damaskus, ist vollkommen gescheitert. Die syrische Hauptstadt Damaskus ist fest in der Hand der Regierung und wo immer Terroristen in Damaskus aus ihren Verstecken kriechen und Terrorakte begehen, werden sie in kürzester Zeit, in der Innenstadt in wenigen Minuten, unschädlich gemacht. Das ist inzwischen unstrittig. Im Umland von Damaskus gibt es hingegen in manchen Gegenden recht große Banden von Terroristen und anderen Mördern. Diese Banden sind sicherlich für Leib und Leben ihrer unmittelbaren Mitmenschen verheerend, aber keine Gefahr für die syrische Regierung an sich. Die syrische Armee beherrscht im Umland von Damaskus die Verkehradern und -knotenpunkte und säubert eine Ortschaft nach der anderen von Terroristen – zuletzt die von sich zur Terrorgruppe FSA zählenden Mörderbanden beherrschte Ortschaft Al Tal nördlich von Damaskus.

Die zweite Option der Terroristen durch ihre Offensive zum „Regime Change“ in Syrien zu kommen, besteht in der Eroberung und Befestigung von syrischem Gebiet, was eine Außengrenze Syriens hat, durch die die Unterstützer der Terroristen sie mit beliebigen Mengen an Waffen aller Art und beliebig vielen irregulären Kämpfern und Söldnern versorgen können. In so einem befestigten Gebiet aus könnten die NATO- und GCC-Staaten eine irreguläre Armee aufstellen, die sie soweit stärken, dass die irreguläre Armee dann für sie Krieg gegen Damaskus führen kann, um so, wie US-Außenministerin Hillary Clinton es ausdrückte, nach dem libyschen Modell „Bengasi“ zu einem Regime Change in Damaskus zu kommen, oder, was von den Angreifern jedoch nicht direkt ausgesprochen wurde, Syrien durch Krieg und die Spaltung des Landes wenigstens so zu schwächen, dass Syrien außenpolitisch in absehbarer Zukunft keine signifikante und positive Rolle in der vom Iran geführten „Achse des Widerstandes“ mehr spielen kann.

Theoretisch in Frage kommen für diese Option die an die Türkei grenzenden Regionen um Idlib und Aleppo, die an den von March 14 kontrollierten nördlichen Libanon grenzende Region Homs, die an Jordanien grenzende Region Daraa, die an den sunnitischen Teil des Irak angrenzende Region Deir Al-Zour und die an den kurdischen Teil des Irak sowie die Türkei angrenzenden kurdisch dominierten Gebiete Syriens mit dem Zentrum Qamishli. Mit der Offensive „Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien“ hat die US-geführte „Achse des Terrors“ in all diesen syrischen Regionen – also mit Ausnahme der Küste praktisch in ganz Syrien – versucht, mit massenhaftem Mord und Terror gegen den syrischen Staat und die regierungstreue Bevölkerung Syriens Territorium zu erobern.

Am Wenigsten scheinen die Bemühungen zur Eroberung Syriens durch irreguläre Kriegsführung in den letzten Wochen in den kurdischen Gebieten im Nordosten Syriens gefruchtet zu haben. Zwar haben die Lakaien der USA im kurdischen Teil des Irak eine irreguläre Truppe zur Eroberung der kurdisch dominierten Gebiete Syriens aufgestellt und ausgebildet, doch die mit der syrischen Regierung gut kooperierenden Kräfte der „ideologisch der PKK nahestehenden“ Partei der Demokratischen Union haben diesen Versuch weitgehend schon im Ansatz zunichte gemacht, sodass dort vergleichsweise wenig Opfer zu beklagen sind und die türkische Regierung nun als Konsequenz ihrer unverhohlenen Anstrengungen zur irregulären Kriegsführung gegen Syrien auch noch mehr Ärger mit der PKK hat.

In der südöstlichen Provinz Deir Al-Zour waren die Bemühungen der Achse des Terrors, Chaos, Mord und Zerstörung zu organisieren, zwar in der Stadt Deir Al-Zour nicht sonderlich erfolgreich, aber in den kleineren Ortschaften von der iranischen Grenze den Euphrat hinauf haben sich zahlreiche wahhabitische Terror- und Mörderbanden herausgebildet, denen es – mit anscheinend vornehmlich saudischer Waffen- und Propagandahilfe – gelungen ist, einer Vielzahl von staatstreuen Menschen die Kehle durchzuschneiden und auch sonst zahlreiche Morde zu begehen. Die syrische Armee sichert zwar die großen Städte der Region, und verfolgt auch die Terror- und Mörderbanden in den Dörfern, wo immer sie sich offen zu erkennen geben, aber da ist noch viel zu tun, bevor die wahhabitischen Mörderbanden dort wirklich unter Kontrolle sind. Die Aktivitäten der Terroristen dort binden syrische Kräfte, aber da die irakische Regierung mit Syrien bei der Terrorbekämpfung kooperiert, und deshalb für die Region Deir Azzor bestimmte Waffen an irakischen Staatsorganen vorbeigeschmuggelt werden müssen und das bei den zur Kriegsführung gegen Damaskus benötigten großen Mengen an Waffen schwierig werden kann, ist eine begrenzte Kontrolle über einige Dörfer in der an den Irak grenzenden Region Deir Al-Zour für die Achse des Terrors strategisch nur von begrenztem Wert.

Strategisch gesehen deutlich gefährlicher sind die Bemühungen der Achse des Terrors, in der Provinz Daraa im Südwesten von Syrien durch irreguläre Kriegsführung an Jordanien angrenzende Gebiete zu erobern. Zwar hat das jordanische Königshaus eigentlich kein Interesse daran, Syrien in Chaos zu stürzen, einerseits weil Jordanien Wasser aus Syrien braucht und andererseits weil, wenn der Regime Change in Syrien die Muslimbruderschaft an die Macht bringt, die jordanische Monarchie von der Muslimbruderschaft in die Zange genommen ist und befürchten muss, nach einem Regime Change in Syrien als Nächstes Regime Change in Jordanien zu erleben, doch steht die jordanische Monarchie innenpolitisch unter dem Druck der jordanischen Muslimbruderschaft und außenpolitisch unter dem Druck praktisch aller Verbündeter, von Saudi Arabien bis zu den USA und Israel, möglichst weitgehend bei der irregulären Kriegsführung gegen Syrien mitzuhelfen. Im Endeffekt hat sich daraus eine ambivalente Haltung der jordaischen Monarchie herausgebildet, offiziell nichts für den Regime Change in Syrien zu tun, es aber inoffiziell und möglichst diskret zuzulassen, wenn über die jordanische Grenze Waffen und Kämpfer in den Südwesten Syriens geschleust werden. Sollte der syrische Staat in der Provinz Daraa schwach erscheinen, und ein befestigtes Gebiet für die Achse des Terrors dort in greifbare Nähe rücken, so kann sich diese ambivalente Haltung in eine offen und mit allen Mitteln die Achse des Terrors unterstützende Haltung wandeln. Festzustellen ist, dass es in der Provinz Daraa in der Nähe der Grenze zu Jordanien massive Gewalt von schwerbewaffneten Terroristen gegeben hat. Materialisiert in einer annähernd befestigten Zone hat sich das allerdings nicht. Die Stadt Daraa ist fest in der Hand der Regierung, sobald in der Provinz Daraa kleinere Ortschaften von schwerbewaffneten Terroristen eingenommen und befestigt werden, knackt die syrische Armee die „Festungen“ der Terroristen so wie in Tafas und die Grenzpatrouillen an der Grenze zu Jordanien wurden von Syrien auch stark und kampffähig gemacht. Letztlich lief es in den letzten Wochen darauf hinaus, dass die syrische Armee mit der aus Jordanien hereinschwappenden Terrorwelle gut fertig wird, aber durch die Terroraktivitäten in der Provinz Daraa Kräfte gebunden werden.

Intensive Bemühungen werden seit Beginn des Plots ggen Syrien vor über einem Jahr von den saudisch geführten wahhabitischen Kräften der libanesischen March 14 Allianz unternommen, vom Nordlibanon aus die syrische Provinz Homs zu destabilisieren und diese Bemühungen haben auch in den letzten Wochen nicht nachgelassen. Seit vielen Monaten versuchen teilweise schwer bewaffnete Grenzverletzer nahezu täglich durch die Gegenden der Burgstadt Qseir und der „traditionelle“ Schmugglerstadt Talkalakh Waffen und Kämpfer in die Provinz Homs einzuschleusen. Weiterhin halten auf diese Weise mit Waffen und Munition versorgte Terroristen seit vielen Monaten einige Bezirke der Stadt Homs sowie ein von den von der Farouk-Briagde der FSA beherrschten Ortschaften Talbiseh, Rastan und Houla aufgspanntes Dreieck des Terrors besetzt.

Die von der mit der syrischen Regieurng befreundeten Hisbollah mitgestellte libanesische Regierung ist zwar durchaus willig, dagegen vorzugehen, und in den von den Milizen der March-14-Koalition beherrschten libanesischen Gebiete durchzugreifen, aber nur sehr beschränkt fähig dazu, ohne damit ein erneutes Entfesseln des 1990 nach 15 Jahren blutiger Kriegsführung beigelegten Bürgerkrieges zu verursachen. Die syrische Armee hat deshalb in den letzten Wochen ihre Aktivitäten zur Verfolgung von Terroristen in und um Qseir und Talkalakh deutlich verstärkt, dort zahlreiche Unterschlüpfe von Terroristen gestürmt und in der Gegend auch sehr scharfe Grenztruppen stationiert, die nahezu täglich Auseinandersetzungen mit schwer bewaffneten Schmugglern haben und den Infiltratoren regelmäßig – so auch zum heutigen Beginn des Ramadanfestes – „schwere Verluste“ zufügen. Außerdem ist die syrische Armee nach dem Beginn der Ramadan-Offensive der Terroristen vor vier Wochen, was einer offiziellen Aufkündigung des im Annan-Plan festgelegten Waffenstillstandes durch die Terroristen gleichkam, in der Stadt Homs zur Gegenoffensive übergegangen und hat dabei in Homs wesentliche Innenstadtgebiete von Terroristen befreit, mehrere geheime Versorgungstunnel der Terroristen in Homs gesichert und zumindest mehrere Hundert, vermutlich sogar deutlich mehr als Tausend, bewaffnete Terroristen getötet oder verhaftet. Insgesamt sieht es in der Stadt und der Provinz Homs nun so aus, dass die von Terroristen kontrolierten Gebiete in den letzten Wochen deutlich geschrumpft sind, der Waffennachschub der Terroristen ins Stocken gekommen ist, die Terrorgruppen durch ständige schwere Verluste deutlich geschwächt wurden und die Achse des Terrors da absehbar nicht zu einem befestigten Gebiet mit Grenzzugang kommen wird, durch das sie die enorm wichtige Hauptverkehrsstraße Damaskus-Aleppo abschneiden kann oder von dem aus sie Krieg gegen Damaskus führen kann. Es sieht bei einem Fortgang der Ereignisse wie in den vergangenen vier Wochen vielmehr stark danach aus, dass die von den Terroristen beherrschten Gebiete in der Stadt und der Provinz Homs auch in den nächsten Wochen immer kleiner werden, bis da kein Gebiet mehr übrig ist, was von Terroristen kontroliert wir. In der nördlich der Provinz Homs gelegenen Stadt und Provinz Hama, wo es 1982 die schwersten Auseinandersetzungen mit der Muslembruderschaft gab, war es in den vergangenen vier Wochen übrigens vergleichsweise ruhig, was sich darauf zurückführen lässt, dass die Provinz nicht an einer Grenze liegt, die Provinz deshalb von der Achse des Terrors als nicht entscheidend angesehen wird und auch der Zustrom an Waffen und Munition wegen der Ferne zur Grenze in die Provinz Hama eher spärlich ist.

Damit hängt für die Terroristen und ihre Unterstützer zur Realisierung des Kriegsplanes nach dem Muster Bengasi alles am Verlauf der Ereignisse in den an die Türkei grenzenden nordwestlichen Provinzen Idlib und Aleppo. Die türkische Regierung unterstützt die Terroristen bei dem Versuch der Eroberung dieser Gebiete jenseits der militärischen Invasion mit offiziellen türkischen Truppen auf praktisch jede erdenkliche Art und Weise.

In der Provinz Idlib sieht es dabei so aus, dass sich die Stadt Idlib fest in der Hand der syrischen Regierung befindet, während es auf dem Land in der Provinz Idlib zahlreiche festungsartig befestigte kleine Ortschaften gibt, die de facto von Terroristen beherrscht werden. Seit dem Beginn der Terroristen-Offensive vor rund vier Wochen ist es der syrischen Armee in der Provinz Idlib in schweren Kämpfen gelungen, einige seit vielen Monaten von Terroristen beherrschte Ortschaften in der Provinz Idlib vom Terror zu befreien, und außerdem hat die syrische Armee in den letzten vier Wochen durch Ausschalten und Verhaften von FSA-Terroristen in Salkin demonstriert, dass sie in der Provinz Idlib auch in unmittelbarer Nähe zur Grenze mit der Türkei in der Lage ist, mit Bodenkräften effektiv gegen Terroristen vorzugehen. Dadurch, dass die Großstadt Idlib sowie die Hauptverbindungsstraßen in Regierungshand sind, lässt sich aber mit einigen Dörfern in der Provinz Idlib, die sich in Terroristenhand befinden, ohnehin kein befestigtes Gebiet ausrufen, von dem aus die Achse des Terrors den geplanten Krieg gegen Damaskus nach Vorbild des Modells Bengasi führen kann.

Aus diesem Grund konzentriert sich die Aufmerksamkeit zurecht auf die Provinz Aleppo und da insbesondere auf die Millionenstadt Aleppo selbst. Im Zuge des Waffenstillstandes nach dem Annan-Plan hatte die syrische Regierung sich verpflichtet, keine schweren Waffen innerhalb von Ortschaften in Stellung zu bringen. Da in der Stadt Aleppo in den vergangenen Monaten praktisch keine Terroristenaktivität zu verzeichnen war, gab es für schwere Waffen in der Stadt auch keinen Grund. Tausenden von der Türkei unterstützten schwer bewaffneten Terroristen war es in den Tagen vor Ramadan jedoch gelungen, die Stadt Aleppo über Schleichwege durch die Provinz Idlib und dann die Stadt Aleppo nördlich umrundend von Osten her zu infiltrieren.

Gleichzeitig mit dem Beginn der Terroristen-Offensive „Vulkan in Damaskus und Erdbeben in Syrien“ haben die Terroristen in Aleppo Polizeistationen und andere sicherheitsrelevante öffentliche Gebäude angegriffen, die Polizisten und Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet, Sniper und schwere Maschinengewehre zur Absicherung der eroberten Gebiete postiert, die syrische Grenzstation 50 km nördlich von Aleppo von der Türkei aus überrannt und mit Ausnahme sehr weniger großer und stark befestigter Militärstützpunkte alle Einrichtungen des syrischen Staates im Gebiet nördlich und östlich von Aleppo gestürmt und auch da die Staatsbediensteten, derer sie habhaft werden konnten, ermordet. Im Ergebnis hatten die Terroristen damit kurz nach Beginn ihrer Offensive einen guten Teil von Aleppo im Osten (Hanano, Sakhour, Shaar), im Süden (Sukkari), im nördlichen Zentrum (Bab Al Nasr, Bab Al Hadid) und im westlichen Zentrum (Salaheddin, Saif Al-Dawleh) sowie vom östlichen Stadtausgang Aleppos ausgehend auch eine etwa 100 km lange Nachschubroute für Waffen, Munition und Kämpfer nach Norden direkt in die Türkei (Kilis – Azaz – Al Bab – Aleppo) weitgehend zusammenhängend unter ihre Kontrolle gebracht. Was die Terroristen, die Aleppo von auswärts invadiert hatten, in Aleppo nicht hatten und nicht haben, war eine nennenswerte Unterstützung durch größere Teile der Bevölkerung. Viele Einwohner sind bei gehäuftem Auftauchen der sich als „Revolutionäre“ vermarktenden schwer bewaffneten Terrorbanden in die von der Regierung kontrollierten Gebiete Aleppos geflüchtet.

Unter Kontrolle der syrischen Regierung blieben in Aleppo unter anderem der mit zahlreichen Militäranlagen versehene Westen der Stadt, die südliche Stadtumgehung mit Anschluss Richtung Damaskus und die Autobahn zum Flughafen, der Norden bis etwa Hreitan, das Zentrum mit der Zitadelle in der Mitte und der Fernseh- und Radiobezirk sowie nahe der türkischen Grenze östlich von Azaz eine schwer gesicherte Luftwaffen- und Flugabwehrstellung der syrischen Armee. Dem Plan der Terroristen und ihrer Unterstützer, mit massiver Unterstützung und Nachschub aus der Türkei auch den Rest Aleppos zu erobern und dann ein zusammenhängendes Gebiet von der Grenze zur Türkei bis einschließlich Aleppo zu beherrschen, um von da aus den irregulären Krieg nach dem Bengasi-Modell zu führen, hat die syrische Armee durch eine massive Operation entgegengewirkt, die immer noch andauert.

Die Militäroperation bestand zuerst darin, die von der Regierung gehaltenen Stadtteile mit massivem Personaleinsatz und schweren Waffen zu sichern. Des Weiteren hat insbesondere die syrische Luftwaffe die von der Türkei kommenden Nachschubrouten der Terroristen attackiert und die als Waffenlager oder Operationsbasen von Terroristen erkannten Gebäude nördlich von Aleppo zerstört. Von Westen kommend ist die Armee dann mit schweren Waffen und massivem Personaleinsatz in den von Terroristen besonders befallenen Stadtteil Salaheddin eingerückt. Kampfhubschrauber dienten der syrischen Armee als springende Reserve dazu, überraschende Attacken von größeren Konzentrationen von Terroristen abzuwehren. Als Operationsbasen von Terroristen erkannte Gebäude und Plätze sowie von Terroristen geführte Pickups mit aufmontierten schweren Waffen wurden des Weiteren im gesamten Stadtgebiet von Aleppo von der Luftwaffe mit Bomben und Raketen attackiert. Hierdurch haben die Terroristen schwere Verluste an Menschenleben erlitten, viele Waffen – und dabei vor Allem nahezu alle schweren Waffen wie auf Fahzeuge montierte Flugabwehrkanonen – verloren und viel aufgrund der attackierten Nachschubwege knappe Munition eingebüßt.

Des Weiteren hat die syrische Armee in den westlichen Gebieten, die die Terroristen unter ihrer Kontrolle hatten, größere Straßen und Plätze mit schwer bewaffneten Armeeeinheiten besetzt und so den Terroristen die Versorgung mit Nachschub weiter erschwert und ihre Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. In der letzten Woche ist die Armee von Salaheddin aus weiter mit schweren Waffen und massivem Personaleinsatz gegen den Widerstand einer großen Anzahl von Terroristen nach Saif Al-Dawleh vorgerückt. Gleichzeitig geht die Armee massiv gegen Terrorgruppen im südlichen Bezirk Sukkari vor. Außerdem hat die Armee die Teroristen aus dem Innenstadtbezirk Bab Al-Hadid verdrängt, so dass nun in den engen Gassen des Nachbarbezirks Bab Al-Nasr größere Konzentrationen an Terroristen praktisch eingeschlossen sein dürften. Der Operationsraum der Terroristen in Bab Al-Nasr wurde dann durch die Befreiung des im Norden von Bab Al Nasr gelegenen Maysaloun-Krankenhauses gestern weiter verkleinert. Von Hreityn aus setzt die Armee entlang der nördlichen Versogungsroute der Terroristen weiter nach Norden Richtung Anadan aus. Im Effekt hat diese Strategie der syrischen Armee in Aleppo in den letzten Tagen dazu geführt, dass die Terrorgruppen in Aleppo hohe Verluste erleiden und langsam aber stetig in immer kleineren Gebieten, die immer weniger zusammenhängend sind und immer schlechter mit Nachschub an frischen Kämpfern, Waffen und Munition versorgt werden können, eingekesselt werden.

Größere Eroberungen sind den Terroristen in Aleppo seit Wochen nicht mehr gelungen. Mehrere Male sind die Terroristen gegen das nördlich ihrer „Hochburgen“ Salaheddin und Saif Al-Dawlah gelegene Radio- und Fernsehzentrum vergeblich angerannt, und jedes Mal ist nichts dabei rausgekommen, außer „schwere Verluste“ für die angreifenden Terroristen, die über die Freiflächen um das Fernsehzentrum herum nicht herüberkommen. Auch daran, andere wichtige Einrichtungen mit großen Freiflächen – z.B. den Flughafen – erobern zu können, ist für die Terroristen überhaupt nicht zu denken.

Die Idee, dass die Bevölkerung Aleppos sich in großem Umfang auf die Seite der Terroristen stellen und mit ihnen kämpfen würde, war eine völlige Fehlkalkulation. Auch die Idee der Terroristen und ihrer Unterstützer, dass die syrischen Soldaten keine Lust haben, der Regierung zu dienen, deshalb bestenfalls halbherzig kämpfen und massenhaft desertieren, erweist sich als Illusion. Die syrischen Soldaten scheinen im Gegenteil, nachdem sie monatelang trotz Waffenstillstandes von Terroristen attackiert wurden und sich eben wegen des Waffenstillstandes nur sehr begrenzt wehren wurften, hochmotiviert zu sein, den Terrorgruppen ein Ende zu bereiten.

Ohne eine massive Militäroperation mit offiziellen Soldaten, Raketen und Kampfbombern der NATO haben die Terroristen tatsächlich, wie der syrische Außenminister Walid al-Moallem es richtig erklärt hat, keine Chance. Danach, dass es die NATO-Operation, die die Terroristen retten könnte, geben wird, sieht es jedoch nicht aus. Der militärisch optimale Zeitpunkt dafür ist längst verpasst. Die von den NATO- und GCC-Staaten unterstützten Terroristen werden von Tag zu Tag an allen Fronten schwächer.

Es ist nicht leicht zu verstehen, warum die ausländischen Unterstützer „ihren“ Terroristen in Syrien nicht dringend und nachdrücklich raten, ihren aussichtlosen bewaffneten Kampf umgehend einzustellen, so weitere „schwere Verluste“ bis hin zur völligen Vernichtung zu vermeiden, und den Rest an populärem Potenzial, den die politischen Führer der Terroristen noch haben, für den Aufbau einer politischen Front zu nutzen. So wie es aussieht, hassen die Unterstützer ihre Terroristen, oder haben Angst vor der Rache „ihrer Terroristen“, wenn die merken, wie und vor Allem wozu sie von den kleinen und großen Hintermännern des Plots gegen Syrien benutzt, missbraucht und betrogen wurden, so dass sie es vorziehen, „ihre Terroristen“ in Syrien massenhaft in einen sinnlosen Tod zu schicken.

Es wäre schön, wenn möglichst viele der Terroristen anlässlich des gegenwärtigen Abflauens der Auseinandersetzungen, das durch eine Verringerung der Armeeoperationen zum Ramadanfest bedingt ist, von sich aus bemerken, dass Frieden und eine politische Lösung besser ist als Krieg, ein aussichtsloser zumal, ihren sinnlosen Kampf einstellen, die Amnestie für freiwillig aufgebende Kämpfer in Anspruch nehmen, und so ihren eigenen Tod und Tod und Leid vieler ihrer Mitmenschen vermeiden. Unrealistisch? Natürlich. Die Dummheit und Halsstarrigkeit vieler Menschen ist leider schier grenzenlos. Aber träumen von einer besseren und friedlicheren Welt wird man sicher noch mal dürfen, zum Ramadanfest zumal.

18 Gedanken zu “Abflauen der Auseinandersetzungen zum Ramadanfest – Update zu Syrien am Sonntag, den 19. August 2012

    1. Ja, das finde ich auch !!!
      Wie ich schon mal erwähnte, könnte das „Ende“ dieses Überfall Krieges der „Westallianz“ sich zu einem „Anfang“ für
      eine bessere Welt entwickeln!!!
      Es wäre schön !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      MfG AV

  1. Die Szene von Assad in der Mosche war auch ein Teil der Berichterstattung in der tagesschau. Dabei fehlten irgendwelche gehääsigen Bemerkungen.
    Aber zum Abspannn wurde dafür eine feinere Methode gewählt den Zuscchauer auf die Seite der Rebellen zu ziehen:
    Szenen einer Beerdigung und Bilder einer trauernden Witwe aus dem off der Sprecher in etwa „hier eine Mutter die ihre Söhne verloren hat, von der syrischen Armme getötet.

    Ja nee is klar, Opfer und Witwen der Soldaten und Zivilisten
    die durch den monatelangen Zermürbungskrieg der Dschihadisten ermordet wurden kommen in der Tagesschau nicht vor.

  2. Ganz herzlichen Dank für die regelmäßige Berichterstattung aus Syrien und die Übersetzungen ins Deutsche. Wie immer poste ich es auf meiner Facebookseite.
    Ich hoffe, dass in Syrien bald wieder Frieden einkehren wird und die Menschen in ihre Heimat zurückkommen können.
    Es wird Zeit, dass wir unseren Regierungen strenger auf die Finger schauen und ihre Beteiligungen an diesen Massakern der letzten Kriege überprüfen. Auch unsere Rüstungsindustrie gehört unter strengste Kontrolle (am besten abgeschafft).
    Wir Menschen haben viel Aufräumarbeiten und Änderungen unserer Systeme vor uns und brauchen die Solidarität untereinander um eine neue Welt in Frieden, Freiheit und Fülle für uns alle aufzubauen. Für Kriege und Zerstörung wird es in naher Zukunft keinen Raum mehr geben.
    Wenn wir etwas gelernt haben aus diesen Zeiten der Zerstörung dann das: Alles, was wir dem anderen antun, fällt auf uns selber zurück. Wir sehen es ganz deutlich am Zusammenbruch unserer Systeme, die in diese Kriege und die weltweiten Zerstörungen involviert waren.
    Noch berichten unsere Medien nicht ausreichend über diesen Zusammenbruch, doch jeder, der Augen hat zu sehen, bekommt die Veränderungen weltweit schon sehr lange mit.
    Wir bewegen uns in eine neue Ära und dieser Blog hilft tatkräftig mit, die Menschen darauf vorzubereiten, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen und uns gezeigt worden sind.
    Vielen Dank und herzliche Grüße, Inge

  3. Das Video passt gut zum Artikel „Syria Denies Top Official Has Defected“ (in Englisch, für manche leider), vor allem interessant ist vielleicht auch die Aussage von Faisal Makded betreffs warum die Terroristen so leicht nach Damaskus und Aleppo einsickern konnten – es konnte geschehen, da die Armee weder in Damaskus noch in Aleppo war, genau wie Annan es wollte.
    Im Video kann man die Stadt vom Balkon aus sehen ohne Bomben usw. und der stellv. Außenminister sagt, dass es mehr eine Show ist, um zu zeigen, dass man noch da ist und dass auch in anderen großen Städten einige Scharfschützen ein Problem sein würden, wer aber denkt Syrien sei schwach und könnte auf diesem Wege gewinnen, der irrt.

    Hier der Link für das Video – „Syria Denies Top Official Has Defected“:

  4. Gute Zusammenfassung, danke. Die NATO will wie es zur Zeit aussieht dennoch nicht aufgeben. Der BND spioniert an der syrischen Mittelmeeküste und gibt u.a. Informationen über Truppenbewegungen der syrischen Armee an die FSA weiter. SINNLOS, einfach nur DUMM und UNMENSCHLICH diese Heuchelei. Was glauben die noch bewirken zu können? Ich schäme mich für diese Bundesregierung. Die Regelung zum Bundeswehreinsatz im Inneren kommt nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt. Wenn man schon nicht andere Völker für sich zum Sklaven machen kann dann macht man es mit dem eigenen.

  5. Für den politischen Laien dürfte es verwunderlich sein, wenn er erfährt, dass die westlichen Regierungen, die immer darüber reden, man müsse die Terroristen bekämpfen; nun plötzlich hören, wie dieselben westlichen Regierungen, einschließlich der deutschen Regierung, die Terroristen, auch Al-CIAda, in Syrien unterstützen. Diese Todesschwadronen, diese Kriegsverbrecher in Syrien, diese Terroristen zu unterstützen, damit diese ihr blutiges Handwerk noch intensivieren können. Wennman aber mit Terroristen gemeinsame Sache macht, gehört man selbst zu den Terroristen. Besteht die BRD-Regierung aus Terroristen? Man kann sich nur noch schämen für die westlichen Kriegstreiber.
    http://www.jungewelt.de/2012/08-20/017.php

  6. Vielen Dank für eure sachliche, informative Darstellung der Vorkommnisse in Syrien, fernab des Propaganda- und Kriegsgedöse in den verlogenen Main- Medien- und Propagandazentren.

    mit diesen Informationen, die ihr da verarbeitet habt, kann man sich endlich mal ein reelles bild machen, von dem was da unten passiert.

    Gute arbeit, gute nachvollziehbare Analyse, und es wird immer klarer, wie ihr gutausgearbeitetes konzept für lybien 1.0
    für lybien 2.0 herhalten sollte.

    Hoffentlich kann dieser Wahnsinn verhindert werden, den ansonsten wird ihre Kriegslüsternheit keine Grenzen mehr kennen. Mörder die im „höheren“ auftrag morden dürfen

  7. Es ist schön, auch Einblicke und Überlegungen aus einer anderen Perspektive als der der voreilig selbsternannten, selbstgerechten „Sieger“ lesen zu dürfen.
    Selbst wenn es dabei leider noch um Krieg geht. Denn die einseitigen Lügen sind mir beinahe unerträglich.

    Irgendwie empfinde ich deshalb für Syriens Belange, ohne Versuch der Schönfärbung des dortigen „Regimes“, momentan sogar etwas mehr mittelfristige Hoffnung als für Deutschland, das ich hier von Ghana aus beobachte, wenn ich lese, wie viele in Deutschland noch bei den Spionage-Unterstützungs-Versuchen für die „Rebellen“ Rechtfertigungsversuche und beschwichtigende Verklausulierungen am völkerrechtlichen Thema vorbei vorbringen und noch nicht mal checken, was in Deutschland selbst gerade ob der verfassungsgerichtlichen Legitimation des Militäteinsatzes im Inneren abgeht – eine Aufweichung, die angesichts der geschichtlichen harten Erfahrungen in Deutschland noch vor kurzer Zeit unmöglich gewesen wäre. Als hätte es mörderische Reichswehr- und SS-Brigaden nie gegeben und als hätte Deutschland die unumstössliche freiheitliche, demokratische, rechtstaatliche Basis ohne weiteres Dazutun auf ewig gepachtet. Als hätten wir nicht inzwischen eine kaum mehr zivilgesellschaftlich eingebundene, „flexible Eingreiftruppe“ aus Berufssoldaten (Guttenberg-Reform) = Söldnern für auch wirtschaftlich motivierte (Horst Köhler) Eingriffe „am Hindukush“ (Struck) und nun auch im Inneren.

    Um den Bogen zu schließen, finde ich dazu den aktuellen Blog-Eintrag bei „Hinter der Fichte“, Assad handle nunmehr grundgesetzkonform, sehr gelungen.

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