Interview mit Märtyrer Qusai Al-Yousef – oder wie die „syrische Revolution“ funktioniert

Am 22. Mai 2012 war beim anonymen @HamaEcho, einem besonderen „Schmuckstück“ der führenden Infomationsangebote der von Israel, NATO- und GCC-Staaten betriebenen sogenannten syrischen Revolution mit über 10.000 Followern, Trauer angesagt. „Märtyrer Qusai Yousef aus Hama. RIP. Wir vermissen Dich,“ tweetete HamaEcho da zusammen mit einem Link auf das Facebook-Profil von Qusai Al-Yousef und einem Winterfoto eines friedfertigen jungen Mannes.

Hier ist ein Screenshot vom beim HamaEcho verlinkten Facebook-Profil des Märtyrers (vom 18. August 2012):

University of Aleppo, Electric Power Engineering, steht da im Profil bei Arbeit und Ausbildung als letzter Eintrag.

@FarGar, ein amerikanisch-syrischer Revolutions-Twitterer mit rund 1.500 Followern, twitterte dazu bereits am 19. Mai: „GAFISCH. Qusay al Yousef wurde umgebracht in Hama.“ Und er hängte daran das Foto eines jungen Mannes, anscheinend Qusai Al-Yousef, auf dessen Körper rote Flüsigkeit – offenbar Blut – zu sehen ist, dazu sind rote Hände von fremden Personen zu sehen, und auch auf den Boden neben den jungen Mann ist das Blut gespritzt.

Mehr Informationen zum Märtyrer Qusai Al-Yousef hat das „Center for Documentation of Violations in Syria,“ das sich auch „Centre of Violations Documentation documents Violations of human rights“ nennt, also kurz die Webseite vdc-sy.org, die – natürlich aus Angst vor Repressionen – anonym im EU-Staat Schweden betrieben wird. Aus dem Profil von Märtyrer Qusai Al-Yousef bei vdc-sy.org geht hervor, dass Märtyrer Qusai Al-Yousef, Student des Mechanical Engineering im 3. Jahr, am Dienstag, den 22. Mai 2012, an Wunden von Sniper-Feuer gestorben ist, die er sich „letzten Freitag“ – also dem 18. Mai 2012 – in der Nachbarschaft Qusour in Homs zugezogen hat, und ein Winterfoto des friedlichen jungen Mannes Qusai Al-Yousef gibt es dazu auch. Der Link des Profils zum Youtube-Video über den Märtyrer funktioniert aber nicht mehr – „er Nutzer hat das Video entfernt,“ schreibt Youtube dazu. Aber auf anderen Kanälen gibt es doch einige Sekunden Video vom Märtyrertum des Qusai Al-Yousef, hier zum Beispiel bei Syria Translators, wo das Video überschrieben ist mit: „Hama Qusai Yusuf passed away due to injuries sustained by Assad’s. 21-5-2012“ – also zu deutsch etwa: „Hama Qusai Yusuf ist gestorben durch von Verletzungen zugefügt von Assads 21.5.2012.“

Angsichts dieser barbarischen Grausamkeit der syrischen Regierung, mitten im von Kofi Annan vermittelten Waffenstillstand einen netten jungen Mann zu erschießen, von dessen zionistichen Unterstützern natürlich beinahe unvorstellbar ist, dass sie sich als armes, vom „bösen Regime“ verfolgtes lesbisches Mädchen in Damaskus ausgeben würden, und von dessen wahhabitischen Kumpanen es natürlich erst recht beinahe undenkbar ist, dass sie sich einen Spaß daraus machen, ihre Schwester zu misshandeln und für von der Regierung ermordet zu erklären oder unschuldige Menschen, die sie nicht leiden können, in Stücke zu hacken, ist es nur zu verständlich, dass junge Menschen wie der aus der Gegend Hama stammende junge Mann Youssef Naami zur Waffe greifen und fanatisch – wie gedopt – kämpfen, um sich selbst und ihr Volk vor der bösen Regierung zu beschützen.

Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA nun berichtet, hat Märtyrer Qusai Al-Yousef am gestrigen 17. August 2012 dem staaatlichen syrischen Fernsehen ein Interview gegeben. Er sei im Juni 2011 in Aleppo von Terroristen entführt worden, erzählte er da, er wundere sich selbst, dass er durch seien angeblichen Märtyrertod zu einer Ikone der syrischen Revolution geworden sei, und seine Familie, die aufgrund der vielen glaubhaften Berichte im Internet bereits die Trauerfeier für ihn abgehalten habe, sei ziemlich überrascht gewesen, als er wieder nach Hause gekommen ist.

Bei Youtube ist das gestrige Interview mit „Märtyrer“ Qusai Al-Yousef auf Video zu sehen:

Er sah im Interview gestern eigentlich ganz lebendig und gesund aus, der vorgeblich am 22. Mai verstorbene „Märtyrer der syrischen Revolution“ Qusai Al-Yousef, der im Mai so emotionell rührend beigesetzt wurde.

Und dennoch ist nicht so, dass die unerfahrenen jungen Leute, die Grausamkeiten der ihnen missliebigen Regierung vortäuschen, die vollgedröhnt mit der Waffe in der Hand kämpfen und dabei denken, sie würden sich verteidigen, oder selbst Grausamkeiten begehen, um sie der Regierung in die Schuhe zu schieben, diejenigen sind, die mit diesen Lügen das Blutbad in Syrien hauptsächlich zu verantworten haben. Hauptsächlich verantwortlich sind die Politiker und Journalisten, die genau wissen, was in Syrien wirklich geschieht, und dennoch entgegen der Wahrheit und jeder ethischen Moral dem Vorbild von Hitler, Goebbels und Henlein folgend durch das Organisieren, Planen und Unterstützen von Lügen und Gewalt dafür sorgen, das Syrien in blutiges Chaos gestürzt wird.

Es sind die westlichen zionistischen und arabischen wahhabitischen Drahtzieher der Lügen und der Gewalt, die genau wissen, was sie in Bezug auf Syrien warum tun, die als Angeklagte wegen Verbechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gehören. Diese Drahtzieher der NATO-Staaten und die Aufhetzer der Wahhabiten wissen ganz genau, dass es mit Lügen und Propaganda möglich ist, Hunderttausende Menschen wie in Ruanda dazu zu bringen, Hunderttausende andere Menschen umzubringen, und sie wenden das Wissen gezielt an, eben damit es in Syrien ein Blutbad gibt, das zunächst Syrien, aber indirekt auch Iran und Hisbollah schwächt.

2 Gedanken zu “Interview mit Märtyrer Qusai Al-Yousef – oder wie die „syrische Revolution“ funktioniert

  1. War’s mit Märtyrern und Helden schon immer so?

    Heroisch anmutende Bilder und dahinter ein Ketchup-Schmierentheater?

    Oder ist das eine Spezialität aus der nato-Giftküche und MKUltra-Gerüchteküche, die in Syrien gerade ihre volle und hoffentlich bald letzte Stil-Blüte treibt..

    Die postmoderne Dekadenz stänke beinahe zum Himmel, falls das möglich wäre.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.