Interview mit einem syrischen Ex-Rebellen

In der „Stimme Russlands“ ist auf russisch ein interessantes Interview mit einem syrischen Ex-Rebellen aus der Gegend von Hama veröffentlicht worden. Nachfolgend findet sich eine grobe – maschinengestützte – Übersetzung des Interviews in die deutsche Sprache.

„Als wir Operationen durchführen gingen, haben sie uns verschiedene Tabletten gegeben.“

Wieviel wird für einen bewaffneten Angriff bezahlt, und warum ist es nicht beängstigend zu töten? Offenbarung eines ehemaligen Rebellenkämpfers der freien syrischen Armee, der vor kurzem auf die Regierungsseite übergelaufen ist, in der Stimme Russlands

– Sagen Sie uns bitte: wie heißen Sie und woher kommen Sie?

– Mein Name ist Youssef Naami und ich kämpfte in der Gegend von Hama.

– Wie ist es gekommen, dass Sie ein Kämpfer der unversöhnlichen militanten syrischen Opposition geworden sind?

– Unter den jungen Männern, mit denen ich aufgewachsen bin, gab es den Scheich Ayman Al-Khalid. Er sprach mit uns, sagte, dass wir für das Wohl des Vaterlandes, im Interesse des Glaubens, hinabgesandt seien für eine wichtige Mission, die beinhaltet, gegen die sündigen Machthaber zu kämpfen und so weiter. Nun, jetzt verstehe ich, dass uns das Gehirn gewaschen wurde. Ja und als Ergebnis dieser Gespräche hatten wir die Idee, dass etwas getan werden muss, laut unsere Unzufriedenheit zu verkünden, Demonstrationen abzuhalten, um allen Menschen zu sagen, dass wir so eine Macht nicht brauchen und dass das Land gerettet werden muss. Wir dachten so, und haben das aufrichtig geglaubt.

– Entschuldigen Sie, aber wie alt sind Sie?

– 27

– Sie haben gekämpft?

– Zunächst war von Waffen nicht die Rede. Wir gingen einfach zu den Demonstrationen. Und dann wurde uns gesagt, dass sie uns Waffen geben und dass es unsere Aufgabe ist, gegen Regierungssoldaten zu kämpfen. Sie sagten, dass die Sicherheitskräfte mit Genehmigung der Behörden unsere Brüder und Schwestern töten, und wir es ihnen also genauso heimzahlen müssen. Ich werde jetzt die Geschichte in einer Minute erzählen, aber das Alles dauerte eine lange Zeit. Uns wurde gesagt, dass es notwendig ist, in die Schlacht zu ziehen. Besonders oft unterhielten wir uns mit Scheich Ayman. Ich gebe zu, es war nicht nur die Rede von unserer Pflicht für das Land und die Leute. Man hatte uns versprochen, dass dafür gut bezahlt wird und dass Geld da ist. Wer kann da widerstehen? Ja, und so ist es passiert.

– Man hat Sie bezahlt? Können Sie uns sagen, wieviel?

– Scheich Ayman stellte uns einem gewissen Mann vor, der für jede Teilnahme an einer Demonstartion 2.000 Pfund pro Kopf versprochen hat (knapp über 30 US-Dollar – Red.). Dafür musste man nicht nur in einer Menschenmenge stehen, sondern sich aktiv beteiligen und Parolen schreien. Allerdings, 2.000 Pfund haben wir nicht erhalten. Maximal 500 (8 US-Dollar), und manchmal wurde auch gar nichts gegeben, da wurde dann gesagt: später. Uns hat das nicht besonders gefallen, etwas sagen und dann anders handeln.

Und dann wurde uns gesagt, dass wir tatsächlich das Geld erhalten, und noch viel mehr, wenn wir zu den Demonstrationen mit einer Waffe gehen und wir mit dem Militär und der Polizei kämpfen. Wir haben zugestimmt. Wir wurden in ein Ausbildungslager gebracht und da wurde uns beigebracht mit Waffen umzugehen. Nach der Vorbereitung beteiligten wir uns an Scharmützeln mit der Armee. Und nicht nur das, wir entführten Menschen, die – wie uns gesagt wurde – Anhänger des Regimes waren. Töten ist auch passiert. Das war so etwas wie eine Mutprobe, oder so. Für all das wurde uns 5.000 bis 10.000 Pfund (80 bis 160 US-Dollar) versprochen. Aber in Wirklichkeit wurden 1000 oder 1500 Pfund bezahlt, und öfter auch gar nichts.

– Youssef, Sie sagen die ganze Zeit „wir“. Wobei haben Sie persönlich teilgenommen?

– Ich habe gesehen, wie vor meinen Augen Menschen umgebracht wurden. Oft haben meine Freunde und ich Schmiere gestanden, während andere in Häuser einbrachen und töteten. Einmal habe auch ich in einem solchen Haus eine Frau vergewaltigt. Jetzt schäme ich mich dafür. Es ist schwer, daran zu denken. Und damals schien es, dass ich nicht ich selbst war, Übermut oder sowas. Jetzt denke ich, dass das Alles die Drogen sind.

– Drogen?

– Ja.

– Ja. Jetzt ist es schon schwer, mich genau zu erinnern, wann das angefangen hat. Wir haben Tee mit irgendeinem Gras getrunken – etwa für die Heiterkeit. Und danach noch Tabletten.

Wenn wir auf Operation gingen, bekamen wir verschiedene Pillen, uns wurde gesagt, um die Nerven zu beruhigen, für den Mut und um nicht Angst zu haben. Und, es stimmt auch, schlucken – und man ist bereit zu gehen und die ganze Welt zu erschießen. Jetzt möchte man vergessen.

– Warum haben Sie sich zu ergeben?

– In einer der Operationen wurde mein Freund erwischt. Auf seinem Handy war meine Nummer, und nach einer Weile habe ich einen Anruf bekommen von einem Mann, ich erinnere mich nicht an seinen Namen, und der sagte, er sei von der Union der syrischen Jugend und er will einfach nur reden. Er fing an, Fragen zu stellen, wie: „Warum tun Sie das, Sie sind doch jung, Sie könnten dieses Land aufbauen“, und dergleichen. Anfangs, als wir aufgelegt hatten, habe ich ihn verflucht. Aber sie riefen trotzdem an, sprachen höflich. Allmählich fing ich an, über das, was mir gesagt wurde, nachzudenken. Eines Tages haben wir telefoniert und uns verabredet, dass wir uns in der Nähe von Hama treffen. Ich bin da alleine hingegangen, hatte Angst, dass jemand davon erfährt. Dort traf ich die Jungs von der Union der syrischen Jugend und ihren Vorsitzenden Mohammed al-Deri. Wir unterhielten uns lange, haben uns gegenseitig Fragen gestellt, und sie erzählten von sich etwas. Sie haben mir gesagt, dass, wenn ich enge Freunde unter den Aufständischen habe, dann könne ich ihnen helfen! Nach diesem Treffen wollte ich kein Rebell mehr sein. Ich ging zurück zu Ham, sprach mit einigen Jungs. Wir entschieden uns gemeinsam zu gehen und uns zu ergeben. Ich fing an, Ausreden zu erfinden, um nicht auf Operationen zu gehen. Ich habe gesagt, ich fühle mich nicht wohl, oder dass es notwendig ist, meine kranke Mutter zu besuchen. Wir haben angefangen, bewaffnete Angriffe zu vermeiden. Nach einer Weile gelng es uns, uns zusammenzunehmen und abzuhauen. Wir gingen in den Bereich Mherbi (in der Nähe von Hama). Da verabredeten wir uns mit den Jungs von der „Union“. Sie haben uns wieder gesagt, dass wir uns geirrt haben, aber dass das nichts ist, was nicht wieder repariert werden kann. Wir haben unsere Waffen abgegeben, und Muhammad al-Deri persönlich hat sich für eingesetzt und für uns alle Gnade erreicht und dass wir uns nicht vor Gericht verantworten müssen. Er hat für unsere Sicherheit garantiert. Der Präsident hat gesagt, dass jeder, der nicht getötet hat und keine Terrorakte verübt hat, im Fall der Reue und der freiwilligen Abgabe der Waffen begnadigt werden wird. Wir haben unsere Waffen abgegeben und innerhalb von 24 Stunden waren unsere Namen aus der Fahndungsliste gestrichen. Heute fühle ich mich wie neugeboren. Ich gehe zur Drogentherapie. Lokale Behörden haben, wie versprochen für mich eine Arbeit arrangiert, heute arbeite ich für eine Firma, die sich mit der Wasserversorgung beschäftigt. Und ein paar meiner Freunde auch gelungen, einen normalen Job zu bekommen. Unter denen, die sich von uns ergeben hatten, waren Leute, auf deren Gewissen menschlichen Lebens lastet. Für sie haben sie trotzdem Fürsprache geleistet, die von der „Union der syrischen Jugend.“ Sie kamen vor Gericht, bekamen aber Strafmilderung. Heute sehe ich, dass ich sehr viel falsch gemacht habe.

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20 Gedanken zu “Interview mit einem syrischen Ex-Rebellen

  1. Ein sehr positiver Bericht. Die Menschen werden vom Teufel verführt und unter Drogen gesetzt, um das eigene Volk zu töten. Da sieht man was für „Menschenrechtler“, diese Faschisten, mit den Menschen in Syrien, in Libyen, im Irak, in Pakistan… machen.

    1. V.a. sieht man, dass auch Menschen-RECHT nichts mit GeRECHTigkeit zu tun hat, dafür umso mehr mit stündlich wechselnder, willkürlicher RECHThaberei.

      So wird er rund um den Globus verteilt und dergestalt den Massen anschaulich gelehrt, der omnipotente RECHTs-„Standard“ der EUSraEliten – nicht zuletzt auch das Gummi-KRIEGs-RECHT.

      Da können sich Genfer Konvention oder Haager Landfrieden noch so sehr dagegen stemmen, es interessiert nicht weil die Masse als vollziehende Macht den Schlaf der GeRECHTen bevorzugt.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  2. Hallo,
    das ist wirklich ein tolles Interview. Danke auch für die gute Übersetzung. Gute Arbeit der syrischen Jugendorganisation. Es ist widerlich, was die mit den jungen Leuten machen. Daß die dann auch noch mit dem Geld beschissen werden … Unfaßbar (blöd). Hoffentlich schaffen es möglichst viele, auf diese Art rauszukommen.
    Danke für den Artikel.
    Gruß
    Marlene Tiger

    1. Für alle die immer gerne wissen wollten, wie das „nie wieder“ überhaupt jemals hat stattfinden können, denen bietet sich jetzt die Gelegenheit zu beobachten, dass die Hitlerjugend in vielen Formen bis heute überdauert und noch dazu bis ins frühe Erwachsenenalter hinein blendend funktioniert.

      Darüber hinaus in Kombination mit praktischen Anwendungen von Drogenexperimenten u.a. an US-Soldaten und -Zivilisten, deren TV-Dokus wenn überhaupt ein einziges Mal (!!!) vor zig Jahren im Mitternachtsprogramm und dann nie wieder gezeigt wurden. Diese Beiträge sind danach allesamt still und leise als Ganzes schubladisiert und damit der Zensur zum Opfer gefallen.

      PRofessionelle PRopaganda lässt einmalige „Ausstrahlungs“-Termine zu Unzeiten ebenso zu wie Gegendarstellungen in Zeitungsnischen oder Nischenblogs.

      Wird keine Reichweite erzielt, bleibt es erlaubt und damit wird der PResse-Freiheit genüge getan. Im Gegensatz dazu stehen die unsäglichen Wiederholungen der immer gleichen Lügenkonstrukte auf den grossen Plattformen, die ihre „Ausstrahlung“ eben gerade durch Reichweite und sture Repetition entfalten.

      Am Gesamtergebnis lässt sich jedenfalls ablesen, dass wir nicht qualitativ informiert werden, sondern quantitativ desinformiert. Wie andernorts erwähnt, die Desinformations-Nachfrage der Masse ist ungebrochen – das System Homo sapiens, ein System das funktioniert.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

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