Wie die Lügenschau auf Hinweise auf Fehler reagiert

Die staatliche deutsche Tageschau hat am heutigen Montag Morgen als Top-Nachricht die Meldung „Offenbar schwere Gefechte in Damaskus“ veröffentlicht.

Das Wort „offenbar“ deutet bereits an, dass die Tagesschau dazu nichts weiß. Im Artikel wird dann auch prompmt der ob seiner plumpen Lügen berüchtigte britische Snackshopbetreiber zitiert, der behauptet, es habe heftige Kämpfe demnach in den Vierteln Tadamon, Kafar Susse, Nar Aischa und Sidi Kadad gegeben und die syrischen Sicherhitskräfte würden es vorerst nicht schaffen, die Kontrolle über die Viertel zurückzugewinnen. SANA meldet dazu, bewaffnete Terroristen hätten im Viertel al-Tadamun Sprengsätze gezündet und die Sicherheitsbehörden würden sie verfolgen.

Wenn das so in etwa stimmt, dann verherrlicht die deutsche Märchenschau mit ihrer heutigen Offenbar-Meldung also wieder einmal Terroranschläge. Aber die Verherrlichung von Terrorismus in der deutschen Märchenschau sind die Konsumenten nun ja schon reichllich gewöhnt, deshalb soll es hier nun nicht gehen.

Einem Parteibuch-Leser ist aufgefallen, dass die Märchenschau in ihem Artikel fälschlicherweise behauptet hat, der Iran unterstütze den Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan nur, wenn Präsident Baschar al-Assad an der Macht bleibt. Der Parteibuch-Leser hat zum Tagesschau-Artikel deshalb folgenden Kommentar abgegeben:

Position des Iran falsch wiedergegeben

Tagesschau schreibt:

„Der Iran unterstütze den Friedensplan von Sondervermittler Kofi Annan, allerdings nur, wenn Präsident Baschar al-Assad an der Macht bleibe.“

Das ist falsch. Richtig ist, dass der Iran eine Lösung unterstützt, die von den Syrern selbst entschieden wird. Der Standpunkt des Iran ist es, dass es nicht Sache des Auslandes ist, zu entscheiden, wer in Syrien regiert.

Die Position des Iran wurde in der iranischen Meldung: „Iran ready to host talks between Syrian government and opposition“ genau darsgestellt. Es kann doch eigentlich nicht so schwer sein, richtig abzuscheiben.

Die Tagesschau hat darauf wie folgt reagiert: Wegzensieren des Kommentars und ungenierte Weiterverbreitung der nachgewiesenen Unwahrheit. Wer meint, die „Journalisten“ bei der Märchenschau würden nicht absichtlich lügen, sondern sie seien einfach nur unfähig, dem möge dieser Umgang der Märchenschau mit Hinweisen auf Fehler in Erinnerung bleiben.

3 Gedanken zu “Wie die Lügenschau auf Hinweise auf Fehler reagiert

  1. Was ist der Zweck eines Kommentars?

    Dass er erscheint und möglichst viele Leute informiert werden?
    Oder das man seine Wut herauslässt?

    Ich finde doch Ersteres zielführender.

    Deshalb würde ich bei Kommentaren auf tagesschau.de einen eher neutralen Tonfall vorschlagen. Es soll den Zensoren kein Vorwand zur Löschung geliefert werden. Bspw. zu sagen, etwas sei „falsch“, widerspricht bereits der Correctness des postmodernen Relativismus. Nein, man/frau hat besser eine „Ergänzung“ anzubringen. (Der kluge Medienkonsument weiß die Maskerade zu deuten. Der Rest merkt eh nix.)

    Ebenso sollte jeglicher polemischer Sound unterbleiben („kann doch nicht so schwer sein“). In diesem Zshg. schon mal gewundert, weshalb sich in so wenigen Leserbriefen in den großen Tageszeitungen Journalistenschelte findet? Die Zensoren („Leserbriefredakteure“) wollen sich nicht vorwerfen lassen, sie führten die schreibenden Kollegen dem Gespött der Öffentlichkeit vor. Diesen Reflex muss man auch bei tagesschau.de einkalkulieren.

    Also, auch wenn einem der Kamm schwillt, man dreiste Lügerei oder auch filigrane Irreführung einfach zum Kotzen findet – immer schön im harmlosen Tonfall des Informationsergänzers bleiben. Dann rutscht etwas mehr Wahrheit durch als erwünscht.

    1. – Was ist der Zweck eines Kommentars?

      Aus welcher Perspektive? Wenn PRopagandakanäle Kommentarspalten anbieten, dann ausnahmslos zur Desinformation. Diesen Sinn hat die Hasbara aufgegriffen, verstanden und zu einem Geschäftsmodell entwickelt. Zahlreiche Hasabara-Kommentatoren und eine ungleiche grössere Anzahl Mitläufer sind nicht an Information, sondern an HofberichtBErichtbestattung interessiert. Eines ihrer Mittel ist die Emotion, um Emotionen zu schüren. Und zum Leidwesen der westlichen Gesellschaft, sind deren Emotionen gesellschaftsfähig, weshalb bei den Zensoren i.d.R. durchgehen wie Butter.

      Den Mitläufern dürfte ihre Instrumentalisierung entweder nicht bewusst sein oder sie nehmen sie willentlich in Kauf zwecks wohligem Surfen auf der modischen Desinfowelle: Entweder für uns oder gegen uns. Dieses Phänomen ist meines Erachtens eine hinreichende Beschreibung der Masse. Wäre es anders, hätte die Masse weitaus mächtigere Mittel, der Desinformation die Luft zu nehmen: Kaufstreik!

      Tut sie aber nicht. Will heissen, sie hat ein erhebliches Interesse woran auch immer, aber nicht an Information. Selbst wenn viele von sich behaupten an Information interessiert zu sein, geht es in der Masse darum, Tag für Tag die Bestätigung der persönlichen Ignoranz in jedwelcher Form serviert zu bekommen. Ein simpler wirtschaftlicher Zusammenhang: Das Angebot bedient die Nachfrage. M.a.W. die Masse fragt ihre eigene Verdummung tatsächlich nach :-)

      Die wenigen Ausnahmen von der Regel brauchen nicht überzeugt zu werden. Zwar gibt es jede Menge Wechsel-Meiner, aber deren Meinungen wechseln noch schneller wieder zurück in Richtung Desinformation als zuvor in Richtung Information. Deshalb auch die PRopagandamethode der permanenten Wiederholung: Jedes verlorene Schaf kommt eines Tages reumütig zurück oder verlegt sich vom politischen Teil des Mediums auf Tittytainment und Todesanzeigen.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

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