Todenhöfer kritisiert „Massaker-Marketing-Strategie“ syrischer „Rebellen“

Der frühere Medienmanager und CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer hat den syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad für die ARD interviewt. In einem anschließend in der Bild-Zeitung erschienenen Artikel kritisierte Todenhöfer, dass radikalisierte Gruppen der „Rebellen“ in Syrien eine „Massaker-Marketing-Strategie“ verfolgen.

Radikalisierte Gruppen der „Rebellen“ kritisiere er, weil sie gezielt Zivilisten töten und diese anschließend als Opfer der Regierung ausgeben, so Todenhöfer. Diese „Massaker-Marketing-Strategie“ gehöre zum Widerlichsten, was er in kriegerischen Auseinandersetzungen jemals erlebt habe. Außerdem warf er den radikalen Gruppierungen der „Rebellen“ vor, dass sie sich inzwischen mit Al-Qaida-Kämpfern verbündet haben.

Er habe in Syrien lange mit einem jungen Mann aus Hula gesprochen, berichtete Todenhöfer. Freunde aus den Nachbardörfern, mit denen der junge Mann noch vor Kurzem gegen Assad demonstriert habe, seien in sein Haus eingedrungen, um ihn und seine Familie zu ermorden. Sie hätten ihm vorgeworfen, zum schiitischen Glauben übergetreten zu sein. Dem jungen Mann sei es glücklicherweise gelungen, seine früheren Freunde zu überzeugen, dass er weiterhin Sunnit sei, so Todenhöfer. Doch anschließend seien die „Rebellen“ in das Nachbarhaus eingedrungen, in dem der Bruder des jungen Mannes mit seiner Familie lebte und hätten die Familie zusammen mit ihren Kindern ermordet, weil sie zum schiitischen Glauben übergetreten seien, so Todenhöfer in der Bild-Zeitung.

Aus den friedlichen Demonstrationen der ersten Monate sei längst ein Krieg staatlicher Sicherheitskräfte gegen schwer bewaffnete „Rebellen“ geworden und die friedlichen Demonstranten von einst sind an den Rand gedrängt, so Todenhöfer. Wer diesen Krieg mit dem Slogan beschreibe: „Ein Diktator tötet sein eigenes Volk“, habe nichts verstanden, erklärte Todenhöfer.

Das Interview mit dem syrischen Präsidenten Bashar Al-Assad habe er geführt, um zu erreichen, dass der Westen einen seiner Hauptfeinde etwas näher kennenlerne. Weil er nach den Katastrophen in Afghanistan und im Irak noch immer hoffe, dass unsere Politiker einsehen, dass Verhandlungen besser sind als Kriege, so Todenhöfer abschließend in der Bild-Zeitung.

Dass Jürgen Todenhöfer die „Massaker-Marketing-Strategie“ syrischer „Rebellen“ in der Bild-Zeitung offenbart, ist erfreulich. Was dabei allerdings noch fehlt, ist, dass die Hintermänner der „Massaker-Marketing-Strategie“ in Medien und Politik westlicher und arabischer Staaten entlarvt und ihre Motive benannt werden. Ohne Komplizen in Medien und Politik westlicher Staaten könnten die syrischen „Rebellen“ ihre mörderische „Massaker-Marketing-Strategie“ schließlich nicht ansatzweise umsetzen.

Obwohl die UN-Mission für Syrien nun endlich die politische Komponente des Annan-Planes in den Vordergrund rücken will, ist leider noch nicht klar, ob die kriegslüsternen Führer von NATO-Staaten es beim mit Terror- und Propaganda geführten Proxykrieg gegen Syrien belassen, dem derzeit etwa 40 Menschen täglich zum Opfer fallen, oder ob sie sich angesichts der sich ansonsten abzeichnenden Niederlage ihrer Lakaien in Syrien bald entschließen, in einen offenen Angriffskrieg mit regulären Streitkräften von NATO-Staaten gegen Syrien überzugehen. Syrien jedenfalls rechnet offenkundig damit. Die syrischen Streitkräfte bereiten sich bereits auf einen potenziellen offenen Angriffskrieg von NATO-Staaten mit einem Großmanöver vor.

In zahlreichen westlichen Medien von der BZ über Holtzbrinck bis ARD geht der anti-syrische Propagandakrieg unterdessen ungebrochen weiter, wobei sich die westlichen Medien immer stärker darum bemühen, den Konflikt in Syrien ethnisch und religiös aufzuladen.

Advertisements

27 Gedanken zu “Todenhöfer kritisiert „Massaker-Marketing-Strategie“ syrischer „Rebellen“

  1. Da scheinen ARD und Bild mal gerade Kreide gefressen zu haben. Merken die vielleicht, dass die Zuschauer/Leser das nicht mehr alles glauben? Oder steckt da eine neue Strategie dahinter: Egal, von wem der Konflikt ausgeht (vordergründig), der Westen muss da demnächst ohnehin eingreifen.

    Moskau scheint sich ja gerade bestens mit der Opposition zu verstehen, bestimmt haben sie mit denen irgendwelche Garantien ausgehandelt. Da sind sie aber leider ins Fettnäpfchen getreten, denn ein Protektorat des US-Imperiums wird nichts auf Garantien für Russland geben.

  2. Jürgen Todenhöfer:

    DER SYSTEMLING STAMMT NICHT AUS DEM LAND DER BEGEHBAREN KLEIDERSCHRÄNKE SONDERN AUS DEUTSCHLAND!

    Zu Libyen, forderte er Europa auf, die Freiheitskämpfer mit Verteidigungswaffen zu beliefern. ( Die sie dann ohne sein Einverständnis in Angriffswaffen umwandelten)

    Dieser hochgejubelte Freund des Islam, Kenner des nahen Ostens und friedliebender Sprecher für Verhandlungen ist einer der verstecktesten Kriegstreiber.

    Zugleich ein Medien und Propagandaprofi erster Güte.
    Hubert Burda Media ist einer der grössten Verlags- und Medienkonzerne Deutschlands.
    1987 wurde Hubert Burda Vorstandsvorsitzender und Alleingesellschafter; sein Stellvertreter wurde Jürgen Todenhöfer (von 1987 bis 2008).
    Quote
    Sein Schulfreund Hubert Burda verlegt 77 Zeitschriften in Deutschland (2009).

    Pro Jahr erreichen die inländischen Verlage mit ihren Titeln 80,1 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren.
    Er leitete für Burda den Konzern. Markwort („Fakten, Fakten, Fakten“), der Chef von „Focus“, trug den Vorstandstitel „erster Journalist“ und war Ansprechpartner aller Burda-Chefredakteure.

    Hubert Burdas Vermögen wird mit 3,5-Milliarden-Mark beziffert.
    Wie gross ist Todenhöfers Vermögen?
    So genau weiss das Niemand.
    Quote
    „Nicht unbeträchtlich“ oder“95 Prozent seines Vermögens stecken inzwischen, nach eigenen Angaben, in sozialen Projekten“,“Zwei Drittel seines Vermögens hat Todenhöfer Stiftungen übertragen, die sich um Kinder und Alte kümmern.“

    Was Todenhöfer mit seiner verdienten Kohle so macht?
    Früher sass Todenhöfer bei Burda-Veranstaltungen an Gala-Tischen mit Kohl, Gorbatschow und Genscher.
    Heute,“Der mit den Arabern leidet“, Zitat:
    Quote
    „Herr Todenhöfer, demnächst wollen Sie mit einem Weltraumflug des britischen Milliardärs Richard Branson ins All starten. Wann geht es los?

    Ursprünglich hätte das jetzt bald stattfinden sollen. Aber der Flug wurde verschoben. Ich bin Nummer 233 auf der Liste“!

    Er traf sich mit Augusto Pinochet und wurde von Heinrich Böll abgewiesen.
    Dafür wurde Todenhöfer nach eigenen Angaben „mehr aus Spaß und ungefragt“ zum Ehrengirlscout und später zum Ehrenoberst der US Army gekürt.
    Mit Franz Josef Strauß war er befreundet, er bemüht sich, ihn als netten Kerl vorkommen zu lassen.
    Heute ist der Autor Jürgen Todenhöfer so etwas wie der optimistische Arabien-Erklärbär der Republik.
    Nachdem er in Libyen durch sein publizistisches Gewicht massgeblich mit geholfen hat Meinung gegen Gaddafi zu bilden, wird er nun zum, angeblichen Syrien Experten.

    Er stellt die Frage in den Raum welche er offensichtlich sich zu Libyen nicht stellen wollte, ob die syrische Opposition vom Westen im Machtpoker um den Mittleren Osten kühl berechnend instrumentalisiert wird.

    Eine weitere Frage, in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter dem Titel: »Die syrische Tragödie«. Darin heißt es:
    Quote
    “ Auch die syrische Revolution hätte meine uneingeschränkte Sympathie, wenn sie gewaltfrei geblieben wäre und nicht vom Westen finanziert würde.“

    Also verhöhnen kann ich mich selber, zumal ich weiss wie „friedlich“ die Natomarionetten, sprich „libyschen Rebellen“ waren.
    Aber klar ist dem Medienprofi mit den besten Beziehungen damals nicht aufgefallen wer die Ratten mit Waffen beliefert hat.

    Gerne handelt man den vom Saulus zum Paulus gewandelten Nahostexperten weil er so Populär um nicht zu sagen populistisch tönt.

    Zu Entwicklung in Syrien schreibt theintelligence:
    Quote
    „obwohl die Erkenntnisse, die Todenhöfer gewonnen hatte, über einen höheren Grad an Unparteilichkeit verfügen als die verwackelten Handy-Bilder sogenannter Aktivisten, die Partei in diesem Konflikt sind, wurden sie nie wieder erwähnt oder gar in der Ausrichtung wenigstens der deutschen Politik gegenüber Syrien berücksichtigt.
    Kein Journalist hat den Systemling mit dem Dackel-Blick mit dem Widerspruch konfrontiert, in Libyen den Vergewaltigern, Räubern und Mördern seine Stimme geliehen zu haben und sich zugleich als Freund der friedlichen Revolution bezeichnen zu lassen.

    Doku Syrien: Baschar al-Assad und der kinderliebende Jürgen Todenhöfer Journalismus? So tot ?

    1. Schönen Dank für das Portrait.

      Er klebt hartnäckig am Euphemismus „Rebellen“, die „Sie als Terroristen bezeichnen“. Mehr braucht’s nicht um ihn als Plüschmaskottchen der deutschen Hasbaratianergarde zu entlarven. Ja, er erklärt, der Erklärbär.

      Letzte Woche erklärte ein Hasbarasöldner in schönstem Orwellspeak, Hasbara komme von erklären, z.B. erklärt der Rabbi die Thora. mehr habe das nicht zu bedeuten, völlig harmlos. Das ist eines der dämlichsten und zugleich wirksamsten Methödchen, wie man politische Kritik in ein „Antisemitismus“-Religionsdingsbums umdreht. Basta! Und das Publikum verfällt in schlechtes Gewissen. Seit einigen Jahren ist u.a. zu lesen „Der Spiegel erklärt die Welt“. In mindestens 50% der Fälle handelt es sich um HofberichtBEstattung, um Hasbara-Sprechblasen mit jetzt-geht’s-los-Ankündigungscharakter an die Achse des Guten, z.B. „New World Order“, „Kreuzzug“, „entweder für uns oder gegen uns“, „humanitäre Mission“, etc. etc.

      Adolfs Kampf gilt bis heute als Blaupause für seine Taten, nur der Zionismus hat es bislang verstanden, Kritik an seinen eigenen Blaupausen als Antisemitismus zum Schweigen zu bringen, eben weil sich der Zionismus de facto wie der Islam als religiöses Gesellschaftssystem verkauft. Während der Westen das Seinige weitestgehend überwunden hat und in die Zukunft blicken könnte, wird er von Kreisen dazu gezwungen, sich bis auf Weiteres mit den beiden anderen Sekten herumzuschlagen. Fehlt noch dass den Kirchen die Weltlichkeit auf dem Silbertablett serviert wird, um den reaktionären Reigen komplett zu machen.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  3. Es ist wirklich bemerkenswert, dass angesichts der immer deutlicher zu Tage tretenden Lügen von der angeblich so „friedlichen Opposition“ Typen wie Armbruster und Zand es wagen, die Worte „Zynismus“ und „Realitätsverweigerung“ in den Mund zu nehmen und von „Dreistigkeit“ fabulieren.

    Aber letztlich fallen diese Begriffe und Einschätzungen auf sie selbst zurück, etwa wenn Armbruster, der wohl zuviel Zeit in einem wohlklimatisierten Korrespondentenbüro in Kairo verbringt, in einem Nebensatz sagt: „(…) das wissen wir alles nicht so genau, wie das da läuft (…)“ aber im gleichem Atemzug es wagt zu behaupten, Assad habe den Kontakt zu den Vorgängen in seinem Land verloren.

    Oder wenn Zand schwadroniert, die Antworten Assads würden allem wiedersprechen, „(…) was wir durch Augenschein über Berichterstattung sowohl auf der Regierungsfront als auch auf der Rebellenseite wissen (…)“.
    Diese Typen sind unbedingt ebenso zu geistigen Brandstiftern und willfährigen Helfershelfern zu erklären, wie auch die etwas unbedarft wirkende Moderatorin des Weltspiegel, die von „harter Kost“ faselt weil Assad (es wagt) der seit Monaten andauernden widerlichen Propagandainszenierung hier in unseren Medien die richtigen Antworten entgegensetzt.

    „Dreistigkeit“, „Zynismus“ und „Realitätsverweigerung“ trifft es sehr gut, wenn einerseits Assad subtil in eine Reihe mit den beiden angeblich „Irren“ Gaddafi und Ahmadinedschad gestellt werden soll (O-Ton Zand: „(…) von dem man weiss (…) dass er nicht etwa eine gestörte Persönlichkeit ist oder auf den ersten Blick dumm wäre (…)“) und andererseits Berichte wie die von Rainer Hermann (FAZ) oder von Jürgen Todenhöfer direkt aus Syrien über die politischen Hintergründe des Konfliktes, die wahren Verantwortlichen und Urheber der Verbrechen, die derzeit dort begangen werden, keinerlei Widerhall in der hiesigen Berichterstattung finden.

  4. Ohne die Einmischung des Westens und der Golfdiktaturen in der sy. Krise, waeren Tausende Syrer nicht zum Opfer gefallen und die Krise schon vor mehr als einem Jahr zu Ende gegangen. Die Todesschwadronen, die Pro-Regierungsmenschen toeten erfreuen sich die politische, moralische und mediale Deckung des „Demokratischen Westens“. Ich schreibe aus Damaskus und wundere mich seit Beginn der Krise, wie stark die Medienkontrolle in Europa im Falle Syrien ist. Erst vor wenigen Wochen beginnt die allgemeine Meinung in Europa ein reales Bild ueber Syrien zu bekommen, nach dem der unabhaengige Journalismus zu wirken begann. Die Wahrheit kann man nicht fuer immer vertuschen (z.B. jugoslavien krieg) vielen Herzlichen Dank fuer den Artikel und damit rettet ihr viele Menschenseelen in Syrien.

    1. Hallo Adam,

      vielen Dank für deinen Kommentar aus Damaskus. So etwas macht uns Mut, weiter zu machen, damit zu machen, die gigantischen Lügen unserer Medienmaschine bloßzustellen.

      Gestatte mir ein paar Anmerkungen zu deinem Kommentar.

      „Ohne die Einmischung des Westens …“

      Es its nicht so, dass der Westen sich eingemischt hat. Was in Syrien und anderen arabischen Staaten gerade abläuft, ist keine Einmischung, sondern eine Operation des Westens, beschlossen im August 2010 von US-Präsident Barack Obama in seiner „Presidential Study Directive 11.“ Google danach, falls du diese Direktive nicht kennst. Sie ist wie die meisten Presidential Study Directives geheim, aber ihr wesentlicher Inhalt ist bereits ans Licht gekommen, bestätigt vom US-Außenministerium. Viele Aktivisten, die sich ernsthaft um politische, humanitäre und gesellschaftliche Missstände in der arabischen Welt sorgen, wurden und werden von den USA instrumentalisiert für das Ziel von US-geführten Regime Changes, Terror und Krieg.

      „wundere mich seit Beginn der Krise, wie stark die Medienkontrolle in Europa im Falle Syrien ist“

      Die westliche Propaganda-Maschine ist die fürchterlichste Kriegswaffe, zu vergleichen allenfalls mit der Erfindung der Atombombe. Propaganda entscheidet Kriege, und die westliche Medienmaschine macht genau das, sie versucht mit Propaganda Brüder und Schwestern in ihren Herren nicht genehmen Staaten dazu zu bringen, sich gegenseitig umzubringen und so diese Staaten zu schwächen, was in der Wirkung ähnlich ist, wie als ob ein Staat mit Atombomben angegriffen würde. Propaganda als Waffe ist nicht neu, nur leider ist viel zu wenig Menschen bekannt, wie das praktisch funktioniert.

  5. Hallo,
    das Portrait von Todenhöfer ist natürlich wichtig, hinzuzufügen, damit man das Ganze einschätzen kann. In der der Lügensendung „Hart aber fair“ („Verlogen aber Unfair“ oder so) war der Todenhöfer eine leuchtende Fackel der Wahrheit. „Der größte Teil der Bevölkerung steht hinter Assad“ etc. Die Giftspritzer von Kriegstreiber-C.Roth bis Armbruster, ganz zu schweigen von der Marionette der sog. syrischen Opposition fielen natürlich sofort über ihn her und ließen die kurzen Ausschnitte des Interviews mit Bashar al Assad nicht ohne kübelweise Lügenmüll hinterherzuwerfen passieren.
    Was ist mit diesem durchaus suspekten Todenhöfer passiert? Ich glaube ganz ehrlich, er hat einfach einem Menschen wie Bashir al Assad in die Pupille geschaut und ist jemandem begegnet, der ihn, trotz vielleicht innerer Gegenwehr, überzeugt hat. Die Lügenmüllsendung war streckenweise nicht zu ertragen. Todenhöfer war der Einzige, den ich manchmal ohne schwerste Übelkeitsattacken anhören konnte.

    Vielleicht bewegt sich auch in den reaktionärsten Hirnwindungen plötzlich ein Funke der Erkenntnis? Vielleicht konnte selbst dieser Todenhöfer nicht ganz die Augen vor der brutalen Wirklichkeit über die Schlächter der sogenannten „Rebellen“ verschließen (er zitiert sogar den Spiegel-Artikel „Der Henker von Babr Amr“ „http://www.spiegel.de/politik/ausland/syriens-rebellen-lassen-gefangene-soldaten-in-bab-amr-hinrichten-a-823382.html“, der auch von der „Mein Parteibuch“-Redaktion“ hier verlinkt wurde). Natürlich kann und will ein Todenhöfer diejenigen nicht nennen, die dahinter stehen. Er kann es nicht, weil er es entweder nicht durchschaut oder, wenn er es durchschaut weiß er, daß er es nicht sagen darf und will es nicht klarstellen (will nicht die Kohle, seine Reputation usw. verlieren). Auch Herr Avi Primor, „extra aus Israel angereist“, beglückte uns mit Wahrheiten: „In aller Welt desertieren Diplomaten als erste, wenn ein Regime kippt (so sind sie nunmal, ich war selber einer). Von den Syrern ist noch keiner desertiert. Ganz einfach, weil sie nicht daran glauben, daß das Regime am Kippen ist.“ Oder noch einfacher, auch Herr Primor: „Die syrische Armee ist einfach zu stark und die Syrien hat starke Freunde wie Rußland und Iran“ (im Gegensatz zu Libyen).“ Also, zwischen dem schwer erträglichen Geseiere gibts manchmal, ganz selten, in der deutschen Lügenpropaganda einige ganz wenige helle Momente, wobei die Motive von Herr Primor ganz sicher nicht als pro Assad einzuschätzen sind, der Mann ist einfach Realist. Und Todenhöfer, siehe oben. Dennoch halte ich den Mann momentan für hilfreich. Dafür spricht auch eine solche Sendung. Man muß sich nicht die Mühe so einer Sendung machen, wenn man nicht befürchten müßte, daß selbst so ein Heini etwas von dem Gift der echten Wahrheit verbreiten könnte. Und davor haben die Meinungsmacher der NATO-Staaten am meisten Angst. Die Wahrheit ist für sie brandgefährlich.

    Gruß
    Marlene Tiger

  6. herr todenhöfer erwähnt nie, bei all seiner erklärerei und seinem eintreten für eine friedliche lösung, die hinter den „rebellen“ stehenden kreise aus usa etc. und sowohl sein interview mit herrn assad wie auch seine äusserungen bei „hart oder fair“ zeigen immer eine „mitschuld“ der „rebellen“ auf, woraus ja lpgisch zu folgern ist, daß der herr assad natürlich schuld hat. genauso verhielt und kommentierte er auch aus libyen. offensichtlich allerdings ist, daß in beiden fällen die diktatorischen verhältnisse in beiden ländern in keinem nennenswerten zusammenhang zu der schlächterei, der von den usa und komplizen inthronisierten „rebellen“, stand. todenhöfer ist einfach ein propagandist des westens, der durch seine scheinbar ehrliche maklerschaft die dummerhaftigkeit der sonstigen lügen glaubhaft macht oder machen soll.

  7. @landbewohner
    Ja, so ist das. Todenhöfer argumentiert nach dem Muster: der US-geführte Regime Change ist richtig, aber er möge bitte etwas humaner ablaufen. Er kann aber auch anders: für Libyen hat Todenhöfer NATO-Bomben gefordert, die auch kamen, mit Zigtausenden von Toten und einem zerstörten Land als Ergebnis.

    Todenhöfer dient den deutschen Massenmedien dazu, den Anschein zu erwecken, sie würden das Meinungsspektrum abdecken, wobei Todenhöfer in Wirklichkeit praktisch nur über die Art und Weise der Durchsetzung der geopolitischen Ziele des Zionismus und des US-Imperialismus diskutiert. Da ist ein Muster.

    1. – … der US-geführte Regime Change ist richtig, aber er möge bitte etwas humaner ablaufen.

      Todenhöfers „Humanität“: Regime Change richtig oder falsch, mir doch egal, uns geht die Kohle aus, die wir immer KRIEGen. Darum fordere ich unsere Hofterroristen von der Al CIAda auf, syrische Frauen und Kinder beim nächsten Mal bitteschön PRofessionell zu verwerten. Was unsere PRopagandajunkies nicht sehen, kann auch nicht stattgefunden haben. Z.Z. haben wir es leider mit PR-Stümpern zu tun, deren Fehler wir hier und jetzt mit diesem schiefen Assad-Interview ausbaden müssen. Wir werden uns darum überlegen, für die weiteren Staatsterror-Operationen eine Kosovo-Schnellbleiche für Embedded Assbookers fest miteinzuplanen, um die globale PResstitution in unser Supply Chain Management zu zwingen. Was nach dem 2. WK gültig war, hat an Aktualität nicht verloren: Peinlichkeiten wie allzu offensichtlich massakrierte Kinder dürfen in der Weltöffentlichkeit NIE WIEDER vorkommen.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

  8. @landbewohner Klar hast Du recht, der Mann ist ein CDU-Bundestagsabgeordner gewesen, die Erwartungen meinerseits an so eine Type sind gering. Wenn ich ihn als „leuchtende Fackel der Wahrheit“ bezeichne, dann im Rahmen dieser kaum zu ertragenden Sendung neben einer Olivgrünen Roth, der der Geifer nur so aus dem Mund troff. Dennoch wird Präsident Assad Gründe haben, gerade ihm die Ehre eines Interviews gegeben zu haben, nicht etwa, weil er ihn als integren Mann einschätzte. (ich glaube, die Regierung Syriens weiß schon mit Medien umzugehen). Die syrische Regierung hat dieses Interview mit Erfolg genutzt, um der deutschen Öffentlichkeit mitzuteilen, daß z.B. die überwältigende Mehrheit der ermordeten Zivilisten regierungstreu waren.
    Natürlich argumentiert auch er im Regime-Chance Sinne („ich habe Herrn Assad die Frage gestellt: Warum treten Sie nicht zurück …“), aber er hat Bashir al Assad die Gelegenheit gegeben, zu antworten und das hat er auch getan. Das darauffolgende Geifern der anderen „Diskussionsteilnehmer“ spricht Bände.
    Natürlich wollen die deutschen Medien und andere NATO-Medien sich den Anstrich geben, demokratisch zu sein (das Wort Demokratie heißt nach Übersetzung eines fortschrittlichen Griechen demos = eine Gruppe von Menschen, kratein = herrschen „eine Gruppe von Menschen herrscht“. Für Volksherrschaft gibt es im Griechischen ein anderes Wort). Und natürlich hätten sie den Typ sonst nicht eingeladen.
    Wer von den MSM und von Todenhöfer etwas anderes erwartet, wäre naiv zu nennen. Dennoch war es kein Fehler von Assad, ihm die Ehre des Interviews zu geben. Nebenbei werfen deutsche Kriegstreiber dem Herrn T. schon vor, von Assad manipuliert worden zu sein. Im Vergleich zu dem ganzen Gegeifere entsteht da dann mindestens von den kurzen Momenten des eingeblendeten Interviews der richtige Eindruck. Assad wirkt ruhig und überzeugend.
    @einparteibuch Klar diskutieren die über die Durchsetzung ihrer NATO-Ziele. Warum sollten die sonst diese Sendung machen. Könnte nicht dennoch bei dem einen oder anderen aufmerksamen Zuhörer ein kleines Nachdenken entstehen? Ich glaube schon, denn die haben sich da ganz schön entlarvt.
    Gruß
    Marlene Tiger

    1. @Marlene
      „Könnte nicht dennoch bei dem einen oder anderen aufmerksamen Zuhörer ein kleines Nachdenken entstehen? Ich glaube schon, denn die haben sich da ganz schön entlarvt.“

      Nein, ich glaube eher nicht. Dafür ist die Kampagne gegen Syrien viel zu stark. Damit ein kleines Nachdenken in der Bevölkerung entsteht, wären viel mehr solche Berichte, Wiederholung solcher Berichte, Aussagen zahlreicher Promis, Diskussionen darüber bei Anne Will, darüber usw notwendig. Als einzelner Bericht erfüllt das eher die Funktion eines Feigenblattes, wenn die Kritik gegen die mediale Kriegspropaganda zu laut wird: seht her, wie vielfältig, frei und unvoreingenommen unsere guten Medien – allen voran die Bild – berichten, da gab es auch einen Todenhöfer. Generell kann also die Kriegskampagne auch mit Todenhöfer problemlos weiterlaufen.

      Aber: wenn die FSA-Banden weitere Massaker begehen und versuchen, sie der Regierung in die Schuhe zu schieben, dann kann riskieren sie, dass die Täter-Opfer-Umdrehung dabei nicht funktioniert, und sie selbst die Schimpf und Schande für neue Massaker abbekommen.

      Für die FSA und ihre Unterstützer ist es nicht überschaubar, wie viele einflussreiche Menschen nach einem False-Flag-Massaker der FSA künftig sagen: das riecht nach einer Fortsetzung der Massaker-Marketing-Strategie, wie sie der Todenhöfer kritisiert hat. Im besten Fall führen der Todenhöfer-Artikel und andere ähnliche Berichte dazu, dass die Banden der FSA sich zukünftig mehr an Kriegsregeln wie die Genfer Konvention halten und auf Massaker an der Zivilbevökerung sowie Sprengstoffanschläge gegen zivile Ziele verzichten.

      Wenn der Todenhöfer-Artikel und andere ähnliche Berichte das bewirken, dann wäre damit zwar der Diversionskrieg gegen Syrien nicht gestoppt, aber vielleicht würden nicht mehr ganz so häufig diese ganz besonders üblen Verbrechen gegen Zivilisten wie größere Massaker und Bombenanschläge geschehen. Das wäre zwar angesichts von mehreren Dutzenden Toten täglich, die es auch ohne diese ganz besonders scheußlichen Großverbrechen durch kleinere Gewaltakte gibt, nicht viel, aber immerhin eine kleine Verbesserung der Situation der Menschen in Syrien.

  9. @einparteibuch

    Man muss Todenhöfer sicherlich nicht mögen, und man muss ihm seine Position und Aussagen zur Agression/Intervention gegen/in Libyen und zu den sog. „Rebellen“ vorhalten (nicht aber so sehr seine Vergangenheit in der CDU oder bei Burda).
    Aber ihn einfach als „Feigenblatt“ zu deklarieren greift vollkommen zu Kurz.

    Natürlich führen solche Berichte, wie die von Todenhöfer und Hermann, nicht zu einem plötzlichen Umdenken in der Bevölkerung, denn dafür gehen sie in der bellizistischen Kriegspropaganda ganz einfach unter und werden von der breiten Masse der Bevölkerung gar nicht erst wahrgenommen. Aber sie erfüllen trotzdem eine wichtige und nicht zu unterschätzende Funktion:

    Warum wohl hat in den letzten 2-3 Wochen ein Wechsel im Duktus dieser bellizistischen Propagandaberichterstattung stattgefunden?
    Plötzlich ist nicht mehr von angeblich „unbewaffneten Demonstranten“ die Rede, sondern von „Rebellen“ und „Aufständischen“; plötzlich wird ganz offen von einem dort stattfindenden „Aufstand“ gesprochen.

    Warum? Weil eben die ganzen Lügen und die ganze Greuelpropaganda sich nicht länger aufrecht erhalten lassen, sonder als das entlarvt wurden was sie waren und sind.
    Daran hat sowohl diese Seite hier ihren Anteil, den man nicht überschätzen sollte, aber eben auch Leute wie Todenhöfer und Hermann, deren Anteil man nicht unterschätzen und untertreiben sollte.

    Zwei Sachen noch, die erwähnt werden sollten:

    Es ist doch schon erstaunlich, wie das ehemalige Nachrichtenmagazin nun in einem winzigen Nebensatz schreibt, entgegen ihrer bisherigen bellizistischen Propagandaberichterstattung sei die Urheberschaft des Massakers in Hula „tatsächlich ungeklärt“.
    Natürlich ist dies vollkommener Unsinn, denn wer die Mörder und Verbrecher sind, sowie ihre Hintermänner liegt glasklar auf der Hand, aber es zeigt, dass man sich der Gefahr bewusst ist, beim weiteren Beharren auf solchen stumpfen Lügen auch in der breiten Bevölkerung vollkommen seine Glaubwürdigkeit zu verlieren.

    Zum zweiten, es ist ebenso bemerkenswert, wieviel Energie und Zeilen nun darauf verwendet werden, von der Welt über das ehemalige Nachrichtenmagazin bis hin zur TAZ, um die Person Todenhöfers zu diskreditieren und damit auch dieses (wichtige) Interview.
    Das ist die klassische Taktik der „Delegitimierung“!

  10. @saizew
    Ich will den Todenhöfer und den Herrmann gar nicht kleiner reden als sie sind. Was sie machen, ist grundsätzlich schon wichtig, auch wenn Todenhöfer in Bezug auf Libyen voll ins Klo gegriffen hat. Und es hilft ja auch, weitere Massaker und einen NATO-Angriffskrieg unwahrscheinlicher zu machen.

    Aber im Syrienkonflikt wirken – wie die erbitterten Auseinandersetzungen im UN-Sicherheitsrat zeigen – sehr große Kräfte. Es sind die Chefredaktionen von Medien wie FAZ, Bild und ARD, die entscheiden, ob das, was Journalisten wie Todenhöfer und Herrmann schreiben, gedruckt wird. Dass die Chefredaktionen nun von einem Tag auf den anderen ehrlich geworden sind, glaube ich keine Minute. Die bringen im Wesentlichen immer die Propagandalinie, die ihnen von oben vorgegeben wird. Aber in der Tat könnte da irgendwas im Hintergrund passiert zu sein.

    Dazu, was da passiert sein könnte, mal eine Verschwörungstheorie:

    Putin war kürzlich in Israel. RIA Novosti zufolge soll Putin da seine israelischen Gesprächspartner darauf aufmerksam gemacht haben, dass bei Kriegen nicht immer das rauskommt, was da zu Beginn des Krieges erwartet wird, und dabei auf den Krieg gegen den Irak verwiesen haben. Und natürlich weiß Putin, dass Israel nun auch den Konflikt in Syrien kräftig anheizt, um so den Iran zu schwächen. Primäres israelisches Machtmittel ist Einflussnahme auf die internationale Meinungsbildung durch die Israel-Lobby..

    Wer etwas in der jüngeren Geschichte aufgepasst hat, weiß, dass Israel seine Finger bei der Vorbereitung des Irak-Krieges tief drin hängen hatte, und nicht gerade glücklich damit ist, dass der Irak als Ergebnis des Krieges ein guter Freund des Iran geworden ist.

    Während des Putin-Besuchs in Israel erschien die überraschende Meldung, dass Russland einen S300-Deal mit Syrien zurückgestellt hat.

    Kurz darauf erschien in der Murdoch-Presse – Murdoch gilt als guter Freund Israels – ein Artikel, der behauptete, die türkische Version vom Jet-Abschuss sei nicht wahr.

    Nun darf Todenhöfer in der Springer-Presse – die sicher auch als gute Freundin von Israel gelten darf – darlegen, dass die bewaffneten Regierungsgegner in Syrien Zivilisten ermorden, eine Massaker-Marketing-Strategie verfolgen und mit Al Kaida kooperieren, während Assad gar nicht ganz so böse ist wie er dargestellt wird.

    Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang mit dem Putin-Besuch in Israel sieht. Nun die eigentlcihe Verschwörungstheorie: nämlich das Argument, mit dem Putin Israel davon überzeugt haben könnte, dass ein Regime Change in Syrien nicht unbedingt das Beste sein muss, was Israel passieren kann.

    Wenn in Syrien die Muslimbruderschaft regiert, sähe sich Israel von Tunis bis Ankara einer durchgängigen Front von von der Muslimbruderschaft regierten Staaten gegenüber. Heute sorgt sich Israel um Iran, aber eine MB-Front von Tunis bis Ankara könnte für Israel eine ganz neue Sorge mit sich brigen, die nicht kleiner sein muss als die heutige israelische Sorge bezüglich des Iran. Avi Primor ist extra aus Israe gekommen, um bei Hart und Unfair bezüglich Syrien zu verkünden: „Das Regime wird nicht kippen.“ Jeder Aufstand lebt natürlich von der Erwartung, dass er gelingt, und Avi Primor erzählt Prime Time im deutschen TV dass der Aufstand in Syrien nicht gelingen wird, obwohl höchste israelische Stellen noch vor wenigen Monaten die USA dazu aufgerufen hatten, alles daranzusetzen, dass der Regime Change in Syrien gelingt oder wenigstens Syrien im Konfikt versinkt, um so Iran und Hisbollah zu schwächen.

    Wenn die Verschwörungstheorie stimmt, dann könnte das auf einen israelischen Politikwechsel bezüglich Syrien hindeuten. Muss nicht so sein, würde aber eine plausible Erkärung bieten.

    1. @einparteibuch

      „Dass die Chefredaktionen nun von einem Tag auf den anderen ehrlich geworden sind, glaube ich keine Minute.“

      Ich auch nicht. Und sie sind ja auch nicht wirklich ehrlicher geworden, denn dann würden sie soviel Anstand besitzen und ihre Greuelpropaganda aus der Vergangenheit angemessen berichtigen.

      Die VT liest sich ganz plausibel und die Zukunft wird sicherlich zeigen, wieviel da dran ist.
      Erlaube mir aber bitte ein paar Anmerkungen:

      Den Satz „Die bringen im Wesentlichen immer die Propagandalinie, die ihnen von oben vorgegeben wird.“ halte ich, mit Verlaub gesagt, für ziemlichen Unsinn.
      Wer bitte ist denn „oben“? Wer, wo, oder was ist denn dieses ominöse „Propaganda-Ministerium“ mit dem besagten Einfluss auf die Redaktionen dieser Republik?
      Nein, die Sache ist viel schlimmer: es braucht ein solches „Ministerium der Wahrheit“ gar nicht. Die Masse der Journalisten hat sich kritisches Denken und kritische Berichterstattung längst abgewöhnt und plappert nur nach.
      Wie sonst kann, soll man erklären, dass die Moderatorin des Weltspiegels das Interview mit Assad „harte Kost“ nennt?
      Wenn man es mal nüchtern betrachtet, unterschied sich das Interview mit Assad und seine Antworten in nichts von hunderten anderen Interviews mit Politikern.
      Oh ja, doch… natürlich in einem „winzigen“ Punkt: es entsprach einfach nicht dem, was hier seit Monaten verlautbart wird.

      Ob Assad die Mehrheit des syrischen Volkes auf seiner Seite hat? Ich weiss es nicht, kann es von hier aus der Ferne aus meiner bequemen Situation in der Bundesrepublik nicht beurteilen. Wenn ja, dann hat die syrische Regierung, wie jede andere Regierung auf dieser Welt auch, das Recht, gegen bewaffnete Aufständische vorzugehen, zumal wenn sie in einer derart unverhohlenen Weise aus dem Ausland finanziert und gestützt werden, eine Tatsache, die ja nicht nur einfach so von Assad behauptet wird, sondern die hier in unseren Medien, natürlich mit anderer Intention, auch ganz offen berichtet und zugegeben wird.

      Aber dies alles ist für (m)eine Bewertung der Vorgänge in und um Syrien überhaupt nicht von Belang.
      Wichtig ist eigentlich allein ist die Beantwortung einiger weniger Fragen:

      Wer hat die Weltöffentlichkeit über die angeblichen Brutkastenmorde der Iraquis belogen, wer hat diese Lügen aufgegriffen und weiter verbreitet?

      Wer hat die Weltöffentlichkeit über die angeblichen Massenvernichtungswaffen von Saddam belogen, wer hat diese Lügen aufgegriffen und weiterverbreitet?

      Wer hat die Weltöffentlichkeit über das angebliche Massaker von Račak und den angeblichen Hufeisenplan belogen, wer hat diese Lügen aufgegriffen und weiterverbreitet?

      Die Liste der Fragen ließe sich sicherlich noch um einiges
      verlängern (Die Stichworte USS Maddox/Golf von Tonking seien da exemplarisch benannt), sind aber eigentlich gar nicht notwendig, um eine Bewertung vorzunehmen hinsichtlich dessen, was in, um und mit Syrien gerade geschieht.

      1. „Die Masse der Journalisten hat sich kritisches Denken und kritische Berichterstattung längst abgewöhnt und plappert nur nach.“

        Nachplappern bedingt vorplappern.

        Grüsse
        kosh

  11. @saizew
    Das Problem, dass sich viele Journalisten kritisches Denken und kritische Berichterstattung längst abgewöhnt haben und nur nachplappern, gibt es tatsächlich. Das Problem ist auch als Matthäus-Effekt oder Zitierkartell bekannt. Wer sich gegen die herrschende Linie stellt, schießt sich schnell ins aus, weshalb der herrschenden Linie gefolgt wird. Das betrifft nicht nur zahllreiche einzelne Journalisten, sondern auch ganze Zeitungen, die Nachrichten nur als Nachrichten ansehen, wenn sie zuvor bei Reuters, dpa, AP, AFP, im Spiegel oder in der Tagesschau erschienen sind.

    Es gibt auch kein „Propaganda-Ministerium“ im eigentlichen Sinn. Aber es gibt Medienkampagnen, deren Ergebnis wie Gleichschaltung aussieht. Immer wieder ist das zu erleben, von Massenvernichtugswaffen im Irak über die Terrorhetze bis zur Kampagne gegen den Islam.

    Und es gibt koordinierte Medienkampagnen, die gesteuert werden. Wo die Kampagnen gesteuert werden, hängt sicherlich vom Thema ab. Die INSM beispielsweise fährt sicherlich Medienkampagnen, interessiert sich aber wenig für Außenpolitik. Für die Meinungsmache im Bereich Außenpolitik eher relevant sein dürften die eigene Regierung, die Opposition und die Regierungen befreundeter Staaten über ihre Botschafter und Nachrichtendienste, die wiederum in Beziehungen zu den Chefredaktionen stehen sowie Clubs wie Bilderberger, Atlantikbrücke, Aspen-Institut, Körber-Stiftung, und wenn es um Nahost geht, natürlich auch der ZdJ.

    Die so per Absprache erzeugte Kampagnen lassen sich nicht einfach per Knopfdruck ein- und ausschalten, wei die niederen Chargen an Propagandisten überhaupt nicht eingeweiht sind, in den Hintergrund dessen, was sie tun, sondern eher über den Matthäus-Effekt funktionieren, aber es gibt eben doch eine gewisse Steuerung dieser Kampagnen, oder anders gesagt, es gibt in diesen Kampagnen zentrale Punkte wichtiger Einflussmöglichkeiten. Es gibt bestimmte Knotenpunkte, die sind in der Lage, solche Propaganda-Wellen zu erzeugen, und sie sind auch in der Lage, am Brechen der Welle mitzuarbeiten, wenn sie das denn wollen.

    Putin hat sich mit der israelischen Staatsführung getroffen. Die ist mit Sicherheit ein ganz zentraler Punkt mit wichtiger Einflussmöglichkeit auf die Kampagne gegen Syrien. Ein anderer zentraler Punkt mit wichtiger Einflussmöglichkeit auf die Kampagne gegen Syrien dürften die US-amerikanische Regierung sein, Außenministerium, CIA usw, ebenso wie regierungsnahe NGOs, Stiftungen, Freedom House, HRW usw. Weitere solche Punkte mit wichtiger Einflussmöglichkeit auf die Kampagne gegen Syrien dürften die britische, französische, türkische, katarische und saudische Regierung sein, ebenso natürlich auch diesen Regierungen nahestehende NGOs.

    Journalismus und Meinungsmache in der westlichen Welt ist nicht unabhängig, sondern geht im Wesentlichen auf Absprachen über politische Linien, die hinter den Kulissen getroffen werden, zurück.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.