China investiert 2012 über 36 Mrd Euro in sein Stromnetz

Die Nutzung von Wind und Sonne als Energiequelle erfordert ein leistungsfähiges Stromnetz. China handelt. Wie China Radio International berichtet, wird China allein im Jahr 2012 über 36 Mrd Euro in sein Stromnetz investieren, darunter eine 2210 Kilometer lange 800kV Gleichstromleitung von den Wind- und Kohleenergievorkommen in der Provienz Hami zu den Verbrauchern in Zhengzhou für rund drei Milliarden Euro und eine 2180 Kilometer lange 750kV Gleichstromleitung zum Transport der Wind- und Sonnenenergie in Hami in den Rest des Landes für etwas mehr als eine Milliarde Euro. China baut Jahr für Jahr Tausende Kilometer Hochspannungsleitungen.

In Deutschland ist das anders. Alte Leitungen fast noch aus Kaisers Zeiten tragen in Deutschland den Schnee nicht mehr, oder das Netz verkraftet nicht mal das Abstellen einer einzigen Leitung wegen einer Schiffspassage. Alle paar Wochen gibt es Beinahe-Stromausfälle. Viereinhalb Millarden Euro jährlich müssten in Deutschland eigentlich ins Stromnetz investiert werden, damit das Netz den Anforderungen gerecht wird, meint die Energiebranche. Obwohl eigentlich jeder in Deutschland weiß, dass das Thema dringlich ist, wurden in Deutschland lediglich 214 Kilometer Leitung gebaut, wovon weniger als 100 km in Betrieb sind.

So ändern sich die Zeiten. Früher galt Deutschland mal als Land, bei dem jedem die exzellente Infrastruktur ins Auge fiel. Heute macht Deutschland kaum noch etwas anderes, als permanent irgendwelche neuen Bankenhilfen zu diskutieren, während China das Stromnetz für die Zukunft als führende Macht der Welt baut.

8 Gedanken zu “China investiert 2012 über 36 Mrd Euro in sein Stromnetz

  1. Ja während also die EU nach dem “Washington Consensus“ arbeitet, von welchem in Lateinamerika bekannt wurde, dass er „zu einem schwachen Wachstum, einer hohen Arbeitslosigkeit, und wiederholten Privatisierungsskandalen“ führt, in der EU noch ausgeweitet mit Raub der Volksvermögen durch sogenannte Rettungsschirme, anstelle dessen wird eben in China eine ganz andere Politik betrieben.

    Angemerkt werden muss allerdings, dass die Arbeiter in China nur sehr wenig bekommen und bekannt wurde auch aus den Skandalen infolge Selbstmorde, als junge Arbeiter vom Dach in den Selbstmord sprangen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen in China und zwar damals in Fabriken die Teile für Apple herstellen, dass man eher von Zuständen wie aus den Zeiten von Marx sprechen muss oder anscheinend teilweise noch schlimmer.
    Es muss immer dazu gesagt werden, dass es viel Ausbeutung und wo möglich auch Betrug gibt in China, also wie ein aufstrebender Kapitalismus wo der Kuchen noch nicht aufgeteilt ist und es noch viele Gesetzeslücken gibt, die auch ausgiebig genutzt werden. Wenn es um viel Geld geht und entsprechende Möglichkeiten bestehen, ist es überall ähnlich. Aber das ist ja betreffs Sein und Bewusstsein der Menschen bekannt und liegt eben am System.
    Zurück zum Ausgangspunkt des Kommentars:
    Ursache für das Desaster in der EU sind somit nicht nur die niedrigen Löhne in China, sondern auch vor allem der “Washington Consensus“, also die Verwirklichung des Modells der Neokonservativen aus den USA in der EU verbunden mit Konkurrenzkampf um billigste Löhne, wo dann keiner mehr Geld hat, die Waren zu kaufen, es sei denn vorübergehend wie eine Scheinblüte durch Kreditieren durch die Banken, die bereits zu Wettbüros verkommen sind.

    1. Vielleicht noch ein Zusatz:
      Derjenige welcher behauptet, dass aber die Löhne in den alten Staaten des Westens (ich sage mittlerweile Regimes der „Westlichen Wertegemeinschaft“) nicht mehr zu bezahlen seien, dieser gibt Marx Recht, dass der Kapitalismus die eigenen Probleme nicht lösen kann und durch die Automatisierung diese nur weiter verstärkt. Heute ist dazu noch die Globalisierung gekommen.
      Wer also behauptet, das so etwas wie der “Washington Consensus“ notwendig und richtig ist, dieser gibt zu, dass der Untergang des Kapitalismus und Imperialismus nicht verhindert werden kann.
      Ich denke bei diesen Auswirkungen will das dann auch keiner mehr haben und es ist höchste Zeit für entsprechende Diskussionen. Ob China mit der jetzigen Politik die Lösung darstellt sei hier von mir nicht behauptet. Aber man muss sicherlich alles erneut gründlich untersuchen und diskutieren.

    2. @Steffen
      Ja, China ist immer noch ein Land, in dem es sehr viele – Hunderte Millionen – sehr arme Menschen gibt. Und entsprechend heftig ist auch die Ausbeutung der Ärmsten, gerade bei den in den Sonderzonen ansässigen Unternehmen aus dem Ausland. Der taiwanesische Apple-Lieferant Foxconn, der durch de Selbstmorde von Arbeitern in die Schlagzeilen geraten ist und darauf reagiert hat, indem er die Arbeiter vertraglich verpflichtet hat, nicht Selbstmord zu begehen, ist da nur die Spitze des Eisberges.

      Es gibt aber auch eine andere Seite in der chinesischen Entwicklung der letzten Jahre. Die Löhne sind in den letzten Jahren in China deutlich gestiegen, zwar immer noch weit unter westlichem Niveau, aber China holt da kräftig auf. Hunderte Millionen von Chinesen wurden in den letzten Jahren aus bitterer Armut befreit.

      China hat die meisten seiner Nachbarstaaten inzwischen beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen weit überholt, so etwa Indien, Indonesien und die Phillipinen. Das ist inzwischen soweit, dass es von dort eine nennenswerte Arbeitsmigration nach China gibt. Früher war das mal genau andersherum. Die typischen Billigfabriken lagern chinesische Firmen inzwischen nach Vietnam und Kambodscha aus.

      Durch Infrastrukturmaßnahmen wie den Bau einer soliden Stromversorgung und die Schaffen von reichlich Transportkapazitäten wie Eiesenbahn und Straßen schafft China die Grundlage dafür, immer höherwertige Produktion nach China zu holen. Hinzu kommt, dass China massenhaft in eine gute Bildung der Bevölkerung investiert. Millionen chinesischer Jung-Ingenieue zeugen davon.

      So ähnlich hat Deutschland das nach dem zweiten Weltkrieg auch mal gemacht. Eine gute Infrastruktur und vergeichsweise gut gebildete Arbeitnehmer waren schon fast die halbe Miete beim bundesdeutschen „Wirtschaftswunder“. Etwas ganz ähnliches geschieht gerade in China. Und ähnlich wie Deutschland, dass damals den Vorteil eines großen Heimatmarktes hatte, hat diesen Vorteil nun China. Während es Deutschland nicht mal auf die Reihe bekommt, die notwendigen Investitionen in sein Stromnetz zu tätigen, stehen die Zeichen in China weiter ganz gewaltig auf Aufschwung.

      1. Lieber Autor des Artikels,

        ja ich weiß natürlich aus eigenem sehr engem ehemaligem Bekanntenkreis, dass das auch von sehr vielen Chinesen so gesehen wird, zusätzlich zu denen, die auch sehr zahlreich sind und noch Mao verehren.
        Das ist auch nicht mein Thema. Mein Thema ist, ob es nur auf die aufstrebenden Märkte als Erfolg beschränkt bleiben kann, aus den von Dir genannten Gründen, was jetzt auch ganz besonders China die korrupte „Westliche Wertegemeinschaft“ überholen lässt, oder demnächst mit Sicherheit überholen lassen wird.
        Natürlich teile ich ganz Deine Freude über Sachverhalte, die uns die Möglichkeit verschaffen können, endlich aus dieser Abhängigkeit heraus zu kommen, die bereits Sklaverei ähnelt, in politischem Handeln wie in den frei zulässigen, nicht zensierten Gedanken. Natürlich steht es uns erst ohne diese Abhängigkeit frei, einen eigenen Weg einzuschlagen, was so bitter nötig ist.
        Da aber diese Zeit naht, infolge der Fortschritte von China einerseits und infolge des eigenen Zusammenbruchs andererseits, wird es Zeit, Konzepte für die Zeit des eigenen Weges zu diskutieren, meine ich zumindest. Die Zeit für ein „Ende des Schreckens anstelle einem Schrecken ohne Ende“ naht. Vielleicht sind ja Deine Artikel betreffs China bereits als ein Ausgang einer solchen Diskussion zu verstehen.
        LG, Steffen

  2. Passender Nachtrag:
    Die Opposition in Syrien bilde keine Einheit, und es gebe keine einzige Region, die bereits von der Opposition kontrolliert werde, sagte Rasmussen.“ (derstandard.at/1334796272755/UNO-Beobachtermission-laeuft-nur-schleppend-an)

    Deshalb möchte Annan und auch Teile der chinesischen und russischen Regierung(Bilderberger, Zionlobby in Hong Kong und Shanghai), dass Assad seine Truppen aus den Städten zurückzieht, damit die Assadgegner eine komplette Region kontrollieren können.
    z.B können die Assadgegner noch nicht behaupten, dass Assad halb Homs ausrotten möchte, weil wenn er es möchte und könnte, hätte er es ja schon längst getan. Wenn jedoch die Assadgegner komplett Homs kontrollieren, können die Assadgegner behaupten, dass Assad sich rächen möchte und Homs halb zerstöten möchten, ähnliches gilt für Idleb und Daraa. Und die Nato daher leider gezwungen ist militärisch in Syrien zu intervenieren. Und Assad Junior fällt leider darauf rein. Schade, dass Hafez Assad nicht mehr regiert. Er würde bestimmt wie bereits erwähnt mit voller Härte gegen die bewaffneten Banden vorgehen.

    1. Das war wohl im falschen Fenster hier geschrieben und geklickt und gehört zu einer Diskussion zum Artikel „von den USA schon 2007 geschaffen: die Extremisten, die Syrien verwüsten“ im Julius-Hensel Blog. ;)
      Aber vielen Dank für die Diskussion dort.

  3. Hier vielleicht noch eine Meldung aus China die aufzeigt, welche Gesellschaft in China unter der Kommunistischen Partei die letzten Dekaden entstanden ist:

    “ Zahl privater Kredite in Wenzhou sinkt nach Kreditkrise“

    „… Die Umfrage habe außerdem ergeben, dass die Gerichtshöfe in Wenzhou seit August über 22.000 Fälle über Streitigkeiten wegen privater Kredite angenommen haben und damit täglich durchschnittlich fast hundert solcher Fälle zu bearbeiten haben, so der Vertreter weiter. Bis Ende März hätten über 800 Kapitalvermittler geschlossen, nachdem sie in den vergangenen Jahren geboomt hatten. Bei der Kreditkrise im vergangenen Jahr wurde gemeldet, dass rund hundert Manager oder Direktoren privater Unternehmen in Wenzhou verschwunden seien, Selbstmord begangen haben oder Insolvenz angemeldet haben, womit Schulden in Höhe von rund zehn Milliarden Yuan, oder 1,58 Milliarden US-Dollar, ungültig wurden. … “
    http://german.china.org.cn/business/txt/2012-05/14/content_25377851.htm

    Es sei von mir angemerkt, dass im Vergleich zu größeren Städten in China Städte wie Berlin natürlich noch klein sind. Die Stadt hatte bereits 2003 ca. 7,44 Millionen Einwohner.
    Es steht weiter bei Wikipedia: „Viele der Betriebe sind inzwischen privat geleitet, was zu einem beträchtlichen neuen Besitzbürgertum aus ärmlichen Verhältnissen geführt hat.“
    Wie von mir schon einmal erläutert, war in China der Kuchen noch nicht aufgeteilt und konnte „vom Tellerwäscher zum Millionär-Geschichten“ hervor bringen, die in den Staaten der korrupten Regimes der „Westlichen Wertegemeinschaft“ natürlich schon lange Schnee von gestern sind.
    Des weiteren war es zur Vergabe von Krediten abseits der staatlichen Banken gekommen, da dort die Kreditvergabe eingeschränkt worden war, um einer akuten Blasenbildung vorzubeugen.
    Andererseits wird durch die Meldung die Größe des privaten Sektors aufgezeigt, auch wenn hier nur die private Kreditvergabe in einer Stadt benannt ist.
    Die Kommunistische Partei bewegt sich schon auf schwierigem Terrain könnte man sagen, … .

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