Ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit – KenFM zum Grass-Gedicht

Der beim RBB nach einer Broder-Mail herausgekickte Moderator Ken Jebsen aka KenFM hat einen provokanten Kommentar zum Grass-GedichtWas gesagt werden mussveröffentlicht:

Auch wenn da im Detail von den Fakten her nicht alles stimmt – die Verbindung der Schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA mit dem Zionismus scheint er beispielsweise nicht begriffen zu haben – und KenFM manches übertreibt oder verzerrt – Stichwort Holodomor – und er da seinerseits offenbar Propaganda-Lügen aufsitzt, so spricht er in dem Video das sehr wichtige Thema „Medien, Macht und Machtmissbrauch durch Zionisten“ völlig zurecht mit voller Schärfe an. Mein Parteibuch meint: ja, das ist Meinungsfreiheit. Soviel Meinungsfreiheit muss es in einer Demokratie geben. Neugierig darf man sein, ob Zionisten versuchen werden, das Internet von dem Video zu säubern. Da die zionistische Lobby in Form der ADL auch für Zensur bei Youtube zuständig ist, ist es sicher ratsam, Sicherheitskopien des Videos zu ziehen.

Diejenigen, die das Video kritisieren möchten, weil da nicht jedes Detail stimmt, seien aufgefordert, herauszuarbeiten, welche Details da ihrer Meinung nach nicht stimmen, damit sich daraus dann eine Debatte entwickeln kann. Genauso würde man schließlich auch debattieren, wenn Gegenstand der Kritik beispielsweise China, Bolschewisten oder Wahhabiten wären, und in einer Kritik einzelne Punkte nicht ganz stimmig wären.

6 Gedanken zu “Ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit – KenFM zum Grass-Gedicht

  1. Es ist wichtig – und das geschieht (hier u.a.) mehr und mehr, Judentum, Zionismus, Holocaust, Israel, etc. als Begriffe genau zu unterscheiden und zu definieren. Sie so zu beschreiben, dass sie nicht der Meinung einer (sehr kleinen) Gruppe willfährig zu Diensten sind, sondern das wiedergeben in ihrem- und durch ihren Gebrauch, was sie allgemein sind.

    Je mehr „einfache Menschen“, insbesondere (in diesem Fall) Soldaten, Polizisten begreifen wofür sie benützt werden, auf Befehl, – gegen ihre menschliche Natur (siehe Kriegstraumata, Selbstmordrate US-veteranen), desto mehr wendet sich das Blatt zu Gunsten einer menschlichen, globalen Gemeinschaft.

    Sobald eine „Exekutive“ nicht mehr jeden „Schwachsinn“, der sich als Befehl legitimiert (legitimieren will), exekutiert, desto schwächer werden diese kranken Subjekte a`la „wir-kamen-sahen-und-er-war-tot“.
    mfg.

  2. Es wird Vieles richtig gesagt. Aber bei diesem Rundumschlag gegen den Zionismus darf nicht heauskommen,dass der deutsche Faschisnus eine Erfindung der USA und der Sowjetunion gewesen sei. Der deutsche Faschismus wurde vom deutschen Kapital gefördert-
    Aus diesem Grunde kann ich auch nicht diesen KENFM weiterleiten!

    1. Es gab keinen deutschen Faschismus (nach der Faschismusdefinition des Wortschöpfers Mussolini). Diesen Faschismus gab es seinerzeit ausschließlich in Italien und Franco´s Spanien.
      Es gab den deutschen Nationalsozialismus. Nicht als Ideologie sondern als eine Weltanschauung.

      Heute gibt es den Faschismus in neuer Form: Zusammenschluß von Finanzkapital /Hochfinanz (besitzt inzwischen das gesamte reale Industriekapital) und Politik (gegen das Volk).
      Alte Fassung: Zusammenschluß von Industrie-kapital und Politik (gegen das Volk).

      Tom

  3. @Schapajew
    „Aber bei diesem Rundumschlag gegen den Zionismus darf nicht heauskommen,dass der deutsche Faschisnus eine Erfindung der USA und der Sowjetunion gewesen sei.“

    Da gebe ich dir recht. Der deutsche Faschismus wurde von Deutschen geschaffen. Das ist auch gut bekannt. Allerdings sind einige ideologische Widerwärtigkeiten des deutschen Faschismus alles andere als ein rein deutsches Problem gewesen. Das ist – zumindest in Deutschland heute – weniger bekannt. KenFM hat beispielsweise Hermann Ploppas Buch „Hiters Amerikanische Lehrer“ erwähnt, Hier sind ein paar Auszüge daraus:

    http://hitlersamerikanischelehrer.wordpress.com/

    Das, was da drin steht, ist heute weniger bekannt. Mit etwas Nachdenken könnte man übrigens auch selbst drauf kommen, dass etwas seltsam ist an der vor allem amerikanischen Re-Education, die den Deutschen – glücklicherweie – den Rassismus recht erfolgreich ausgetrieben hat. Nur ein Beispiel – nicht aus dem Buch: Zu der Zeit, als US-Soldaten den Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg den Rassismus per Re-Education ab 1945 auszutreiben versucht haben, mussten schwarze US-Soldaten in vielen ihrer Heimatstädte in den USA hinten im Bus sitzen und Weißen bei Bedarf Platz machen – der Montgomery Bus Boycott war erst 1955. Ähnliches gilt in anderer Weise meines Wissens auch für die Sowjetunion: da hatten nicht wenige Menschen als Nationalität „jüdisch“ in Ausweis stehen, waren also hochoffiziell sowjetische Bürger jüdischer Nationalität, offiziell zwar gleichberechtigt, aber dadurch natürlich dem inoffiziellen Rassismus – Antisemitismus – ausgesetzt. In Russland wird das Problem erst jetzt – seit wenigen Jahren – wirklich angegangen, indem offiziell die Nationalität „russländisch“ promotet wird, – worunter im Gegensatz zu „russisch“ – alle Bürger Russlands fallen. In Israel gibt es das bis heute, dass offiziell unterschieden wird, ob ein Mensch jüdisch ist oder nicht – was meines Erachtens der Kern des Nahostkonfliktes ist.

    „Der deutsche Faschismus wurde vom deutschen Kapital gefördert-“
    Stimmt auch. Und das ist auch gut bekannt. Aber es gab auch damals – als der nationalsozialistische Faschismus in Deutschland geschaffen wurde, bereits ausländische Kapitalfraktionen, die einen erheblichen Einfluss hatten – und zu einem nicht unerheblichen Teil Hitler und den finanziert haben. Das ist weniger bekannt. Eine meines Erachtens brauchbare Einführung zu den Kapitalfraktionen liefert z.B. Heartland:

    http://theheartlandblog.wordpress.com/2011/08/08/kapitalfraktionen-in-deutschland-i-der-atlantik-oder-der-kontinent/

    @Tom
    Der deutsche Nationalsozialismus weist praktisch alle Merkmale von Faschismus auf – auch wenn die deutschen Nazis sich seinerzeit selbst nicht so nennen wollten, weil das damals ein gegen die Nazis gebrauchter linker Kampfbegriff war. Auch die These, dass damals Industriekapital und heute Finanzkapital die Verbindung mit der Mob- oder Volksführung eingegangen ist, ist nicht haltbar. Auch damals hingen schon viele Unternehmen am Tropf von Banken und auch heute gbt es noch Unternehmen, die nicht am Tropf von Banken hängen. Das macht auch praktisch kaum einen realen Unterschied aus.

    Hier ein paar Links für dich zur Einführung in den Faschismus, falls du dich diesbezüglich des Faschismus weiterbilden möchtest:

    http://www.marxists.org/deutsch/archiv/zetkin/1923/06/faschism.htm

    http://www.kurt-gossweiler.de/artikel/faschguh.htm

    Und ja, das ist typische sozialistische Literatur. Die Forschung der DDR zum Thema Faschismus war in vielen Belangen fortgeschrittener als die der BRD und der westlichen Welt, der es nur allzu oft darum ging, den Faschismus der jeweiligen Gegenwart wegzureden.

    Zu der Diskussion über die DDR-Geschichtsforschung ist hier eine Abhandlung:

    http://www.trend.infopartisan.net/trd0501/t070501.html

  4. Schwierig, schwierig. Die meisten Fakten sind sicherlich korrekt. Was mich stört, ist die Art des Vortrags. Zu viel, zu schnell und der leicht arrogante Unterton. Das sind zwar keine echten Argumente dagegen, aber ich befürchte, dass von den meisten Israel-Freunden nur wieder eine „Verschwörung des Weltfinanzjudentums“ herausgehört wird. Auch wenn er in seinem Element ist und eine markante Stimme hat, er hätte es dieses mal vielleicht besser aufgeschrieben.

    Gruß,

    calushy.

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