Unglaublich dreist: Wie die Medien der westlichen Welt in Bezug auf Syrien lügen

Baroness Amos vom britischen Empire besetzt derzeit in der UNO die Position „Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator.“ Der zum US-Vasallenstaat Südkorea gehörende UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Baroness Amos vor etwa einer Woche gebeten, nach Syrien zu reisen, um dort „die humanitäre Lage zu begutachten“ und „den Aufruf zu dringendem humanitären Zugang zu wiederholen.“

Baroness Amos ist dann umgehend in die mit Syrien benacharte Region gereist, um von dort nach Syrien weiterzureisen. Da das britische Empire in den letzten Monaten nichts unversucht gelassen hat, um in Syrien gemeinsam mit anderen Feinden Syriens mit der Unterstützung von Terroristen, Lügen und Propaganda eine humanitäre Krise zu verursachen, die einen internationalen Krieg gegen Syrien rechtfertigen könnte, ist Syrien misstrauisch gegenüber Mitgliedern des britischen Empires, auch wenn sie einen UN-Posten innehaben. Deshalb hat Syrien Baroness Amos gebeten, vor ihrer Einreise in Syrien die Details ihrer Reise offenzulegen.

Es gäbe durchaus einige Dinge, mit denen Baroness Amos zu einer Verbesserung der humanitären Lage in Syrien beitragen könnte. Vertreter des syrischen Gesundheitswesens haben beispielsweise kürzlich erklärt, dass es zwar genug zu Essen und auch ausreichend Unterkünfte gebe und Syrien auch genug Personal habe, um alle Kranken zu versorgen, aber an einigen bislang aus EU-Staaten importierten medizinischen Gütern aufgrund des EU-Embargos gegen Syrien inzwischen ein Mangel bestehe. Baroness Amos könnte sich also zur Verbesserung der humanitären Lage in Syrien beispielsweise erkundigen, an welchen medizinischen Gütern genau ein Mangel bestehe, und dann im Interesse der Verbesserung der humanitären Lage der syrischen Bevölkerung bei den EU-Staaten dafür einsetzen, dass die Handelssanktionen der EU gegen Syrien diesbezüglich aufgehoben werden. Selbstverständlich müssen sich die syrischen Gesprächspartner auf solche Gespräche vorbereiten, indem sie beispielsweise Listen erstellen, was in welcher Menge fehlt und an welchen Handelshemnissen der Import derzeit scheitert.

Anstelle der syrischen Regierung daraufhin mitzuteilen, was genau sie in Syrien vorhat, wohin innerhalb Syriens sie wann reisen möchte und mit welchen Regierungsvertretern sie sich in Syrien treffen möchte, hat Baroness Amos daraufhin über Propaganda-Organe von NATO-Staaten verlautbaren lassen , Syrien habe ihre Anfragen nach einem Visum unbeantwortet gelassen. Anstatt gemeinsam mit der syrischen Regierung Wege zu einer Verbesserung der humanitären Lage in Syrien zu erörtern, hat sie also die vertrauensvolle Zusammenarbeit schon vor Beginn ihrer Reise verweigert, und sich stattdessen im Dienste der Regime-Change-Bemühungen des britischen Empires an der verlogenen anti-syrischen Propaganda-Kampagne beteiligt. Ein Interesse an einem gemeinsamen Bemühen zur Verbesserung der humanitären Lage in Syrien hat Baroness Amos An hingegen nicht gezeigt.

Der Vertreter des britischen Empires im UN-Sicherheitsrat spielte Empörung vor und legte dem UN-Sicherheitsrat umgehend den Entwurf einer Syrien verurteilenden Presseerklärung vor. Darin wurde Syrien nicht nur die Schuld dafür gegeben, dass die Syrienreise von Baroness Amos bisher nicht zu Stande kam, sondern unter anderem auch erklärt, der UN-Sicherheitsrat „verlange“ von Syrien, Baroness Amos sofort die Einreise zu gewähren.

Laut Inner City Press sollte der britische Entwurf der Presseerklärung des UN-Sicherheitsrates, den westliche Diplomaten offenbar lieber geheim gehalten hätten, am 29. Februar folgenden Wortlaut haben:

DRAFT PRESS STATEMENT

The members of the Security Council express their deep disappointment at the Syrian Government’s failure to authorize the United Nations Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator’s visit to Syria, despite repeated requests and intense diplomatic contacts aimed at securing Syrian approval. The members of the Security Council demand that the Syrian authorities grant the coordinator immediate and unhindered access.

The members of the Security Council deplore the rapidly deteriorating humanitarian situation, in particular the growing number of affected civilians, the lack of safe access to adequate medical services, and food shortages, particularly in areas affected by fighting such as Homs, Hama, Deraa, Idlib.

The members of the Security Council demand that the Syrian authorities immediately allow immediate, full and unimpeded humanitarian access for all populations in need of assistance, and call upon the Syrian government to cooperate fully with the United Nations and other humanitarian organizations to facilitate the provision of humanitarian assistance and allow evacuation of the wounded from affected areas.

Die Freunde Syriens im UN-Sicherheitsrat waren der Meinung, dass der britische Textvorschlag der Situation nicht angemessen ist, und forderten vor einer Zustimmung Änderungen am Textvorschlag. Nicht nur, aber insbesondere das Wort „demand“ (verlangen) störte die Freunde Syriens, da dies eine unangemessene Missachtung der Souveränität Syriens darstellt. Einen Tag lang wurde dann im UN-Sicherheitsrat über die Formulierung der Presseerklärung verhandelt, bis endlich ein Kompromiss gefunden wurde, der am 1. März im UN-Sicherheitsrat vom Vertreter des britischen Empires verlesen wurde:

The members of the Security Council express their deep disappointment that Ms. Valerie Amos, United Nations Under-Secretary-General for Humanitarian Affairs and Emergency Relief Coordinator, was not granted authorization to visit Syria by the Syrian Government in a timely manner, despite repeated requests and intense diplomatic contacts aimed at securing Syrian approval. The members of the Security Council call upon the Syrian authorities to grant the coordinator immediate and unhindered access.

The members of the Security Council deplore the rapidly deteriorating humanitarian situation, in particular the growing number of affected civilians, the lack of safe access to adequate medical services, and food shortages, particularly in areas affected by fighting and violence such as Homs, Hama, Deraa, Idlib.

The members of the Security Council call upon the Syrian authorities to allow immediate, full and unimpeded access of humanitarian personnel to all populations in need of assistance, in accordance with international law and guiding principles of humanitarian assistance. They call upon all parties in Syria, in particular the Syrian authorities, to cooperate fully with the United Nations and relevant humanitarian organizations to facilitate the provision of humanitarian assistance and allow evacuation of the wounded from affected areas.(Hervorhebungen durch Mein Parteibuch)

Im Vergleich leicht zu erkennen ist, dass der Entwurf der Presseerklärung bis zur Veröffentlichung in fünf Punkten abgeändert wurde. Die unverschämte Formulierung „demand“ wurde zweimal durch „call upon“ (appellieren an) ersetzt, das Wort „failure“ (Versagen) gestrichen, der Appell zum Gestatten der Zugangsgewährung an das internationale Recht sowie die humanitären Prinzipien gebunden und der Appell zur Kooperation mit der UNO un den relevanten humanitären Organisationen nicht nur an die syrische Regierung, sondern an alle Seiten, aber insbesondere die syrische Regierung, gerichtet. Es ist ein typischer Kompromiss. Das britische Empire hat also seinen Willen bekommen, dass der UN-Sicherheitsrat eine Presseerkärung zum Thema verliest, doch wurden aus der Presseerklärung zuvor die Passagen umgeschrieben, die sich ganz besonders dazu eignen, für Propaganda mit dem Ziel der Verschlimmerung der humanitären Lage in Syrien benutzt zu werden.

Besonders bemerkenswert ist nun wie die staatstragende Presse der westlichen Welt diesen weltpolitischen Kompromiss darstellt. Hier sind die Schlagzeilen wichtiger staatstragender Medien der drei ständigen Sicherheitsratsmitglieder der westlichen Welt dazu:

AP: Security Council demands Syria allow in UN humanitarian chief

BBC: Syria crisis: UN demands Valerie Amos let into country

AFP: UN Council demands ‚immediate‘ humanitarian access in Syria

Die staatstragenden Medien der westlichen Welt belügen ihr Publikum einfach zu dem gefundenen Kompromiss. In den Schlagzeilen der staatstragenden Medien der westlichen ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder wird einfach unter Verwendung des im Kompromiss wegverhandelten Wortes „demand“ wahrheitswidrig behauptet, der UN-Sicherheitsrat habe „verlangt,“ obwohl der Sicherheitsrat nur appelliert hat. Praktisch durch die Bank lügen die westlichen Medien ihr Publikum an, obwohl jederman durch einen einfachen Vergleich ihrer Schlagzeilen mit dem tatsächlichen Statement des Sicherheitsrates bei der UN die Lüge nachvollziehen kann.

Eine Ausnahme ist Reuters. Reuters hat die Demand-Lüge nicht verbreitet. Reuters meldet explizit:

The original version would have had the council „demand“ that Syria allow Amos into the country to assess humanitarian needs in besieged Syrian towns like Homs and Hama, according to a draft seen by Reuters. The word „demand“ was revised to „call upon.“

Council diplomats, speaking on condition of anonymity, said that Russia, China and Pakistan argued that the council should not be issuing such demands to a sovereign country.

Dafür verbreitet Reuters allerdings in der Einleitung zu der Meldung diese Lüge:

Russia and China joined other U.N. Security Council members on Thursday in expressing „deep disappointment“ at Syria’s failure to allow the U.N. humanitarian aid chief Valerie Amos to visit the country and urged that she be allowed in immediately.

Eben das Wort „failure“ wurde, wie der Textvergleich zeigt, bei dem Kompromiss genauso wie das Wort „demand“ gestrichen, gerade weil mit dem Wort „Failure“ die Schuld unangemessen einseitig Syrien in die Schuhe geschoben wird. Insgesamt lässt sich hiermit zweifelsfrei nachweisen: dass AP, BBC, AFP und Reuters allesamt ihre Leser in bezug auf die Sicherheitsratsresolution zu Syrien völlig dreist belügen, und dass, obwohl die Lüge anhand der Presseerklärung vom UN-Sicherheitsrat von jederman eindeutig nachzuvollziehen ist. Das ist die Wahrheit.

Die führenden westlichen Massenmedien lügen in Bezug auf Syrien, selbst wenn ihnen schwarz auf weiß und per Video das Gegenteil nachzuweisen ist. Seit den Lügen über die angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak hat sich in der westlichen Medien nichts geändert. Die Medien schüren mit gleichlautenden Propaganda-Lügen Blutvergießen, wie es den Mächtigen in den NATO-Staaten zur Verwirklichung ihrer geopolitischen Ziele gerade passt. Anstatt die Bevölkerung zu informieren, lügen die Massenmedien und betreiben psychologische Kriegsführung. Sie spekulieren bei ihren Lügen darauf, dass Medienkonsumenten sich nicht die Mühe machen, ihnen hinterherzurecherchieren und sich kein Medien mit großer Reichweite findet, dass ihre Lügen einem großen Publikum entlarvt.

Angesichts dessen, dass die westlichen Medien sogar dreist und synchron lügen, wenn ihnen die Lüge eindeutig nachzuweisen ist, kann jeder Rückschlüsse darauf ziehen, wie glaubwürdig die ganzen von niemandem überprüfbaren Gruselgeschichten der westlichen Massenmedien zu den Verhältnissen in Syrien sind, auf die sich die Sanktionen Syrien stützen.

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5 Gedanken zu “Unglaublich dreist: Wie die Medien der westlichen Welt in Bezug auf Syrien lügen

  1. Die Bestätigung beim Spiegel…“Seit Tagen wartet Valerie Amos auf ein Visum – doch die syrischen Behörden haben angeblich keine Zeit. Die 15 Mitglieder des Gremiums zeigten sich in einer Erklärung am Donnerstag „tiefst enttäuscht“ darüber, dass die Diplomatin „trotz mehrfacher Anfragen und intensiver diplomatischer Kontakte“ keine Einreisegenehmigung erhalten habe.“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,818743,00.html

  2. Es ist ja ungeheuerlich, das ein noch souveränes Land selbst bestimmen will, wer einreisen darf und wer nicht.

    Ich lasse ja auch jeden – auch einen offensichtlichen Betrüger, Dieb oder Mörder – in meine Wohnung ein. Denn die Unverletzlichkeit nach unserem GG ist nur Makulatur.

    Jeder der es wissen will kennt die Praktiken der USA zur Einreise. Viele Bürger und sogar Diplomaten können in dieses freie, demokratische Land nicht einreisen und werden ohne Begründung daran gehindert. (in D und anderen Ländern der freien Welt ebenso)

    Die UN und ihre Vertreter haben doch in Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Libyen u.a. Ländern bewiesen welches infame Spiel einige Vertreter betrieben. Sie sind zu Handlangern des Imperialismus mutiert.

    Das noch souveräne Syrien hat es richtig gemacht und bestimmt selbst, wer Freund und Feind ist. (verhält sich wie jedes andere souveräne Land der Erde)

    p.s.
    Der Iran z.B. läßt seine A-Forschungsanlagen offen überprüfen – Israel läßt das bei sich nicht zu !
    Haben die freien Medien der freien, westlichen Welt das bisher kommentiert ?

  3. @peter s.
    Das geht da nicht darum, dass ein Drittland bestimmen will, wer eineisen darf und wer nicht. Es geht darum, dass ein Drittland bestimmen will, mit wem ein Land Handel treibt und mit wem nicht.

    Konkret:

    Im Iran gibt es reichlich Gas, Öl und Strom. Jede Schule und jedes Kind ist da so reichlich mit Energie gesegnet, dass kein Kind frieren oder im Dunkeln sitzen muss. Leider gibt es nicht so viel Obst mit frischen Vitaminen wie es wünschenswert wäre.

    In Pakistan gibt es reichlich frisches Obst. Jede Schule und jedes Kind ist da so reichlich mit Obst gesegnet, dass kein Kind zu wenig Vitamine hat. Leider gibt es nicht so viel wärmende und beleuchtende Energie wie es wünschenswert wäre.

    Für die Mangelprobeme gibt es eine ganz einfache Lösung, die jedes Kind im Kindergarten lernt: tauscht doch einfach, was ihr im Überfuss habt, dann habt ihr alle genug von dem, was ihr braucht. So simpel ist das: Iran liefert Energie und Pakistan liefert im Gegenzug Obst. Und nun kommt der Schulhof-Rowdy USA und sagt, dass er das ganz schlecht findet, das die Kinder im Iran alle frisches Obst bekommen. Und damit die Kinder von Iran kein frisches Obst bekommen, sollen die Kinde von Pakistan frieren und im Dunkeln sitzen.

    An diese Regeln sollen sich alle halten, sonst gibt es von den USA Sanktionen. Für die USA ist das kein Problem, denn in den USA gibt es Wärme, Licht und Obst, meistens zumindest, und dass, ohne dass davon irgendwas aus dem Iran kommt.

    Das ist die Botschaft er USA: Liebe Kinder aus Iran und Pakistan, wir finden es total Mist, dass ihr es warm und hell haben wollt und gleichzeitig auch noch Vitamine konsumieren wollt. Unsere Kinder düfren das natürich, aber ihr nicht. Liebe Kinder: wenn ihr Obst, Licht und Wärme gleichzeitig wollt, dann verhängen wir, die USA, Sanktionen gegen euch, so machen die USA Politik.

    Und dann wundern sich die USA, dass die Kinder und sonstigen Menschen sie nicht leiden können.

  4. @einparteibuch

    Die Knechtung und Zerstörung souveräner Staaten läuft Jahr für Jahr nach einem perfekteren Muster ab.
    (Handelssanktionen, Auslandsvermögen einfrieren, Botschafter abziehen etc)
    Was bisher wenig thematisiert wurde:
    Weshalb entkoppeln sich die arabisch/persisch/asiatischen Länder nicht endlich vom der Willkür des Westens und solidarisieren sich im Rahmen der Brigs.
    Dann würden alle Sanktionen ins Leere laufen.
    Es müsste auch Syrien längst klar sein was mit Staaten passiert die sich den globalisierten Träumen des Westens nicht beugen.

    Meines Wissens hat einzig Venezuela sein Gold zurück geholt.

    Ein wenig seltsam klingt es schon wenn Mangel an medizinischen Gütern bestehen soll und Syrien darauf angewiesen wäre, sie von Europa zu bekommen.
    Immerhin bestehen zu Russland gute Handelsbeziehungen und Indien verfügt über einen grossen Markt für Generikas.

  5. Zur Ärgergenzung und Verdeutlichung vom oben gemeinten möchte ich Putin aus seinem jüngsten Artikel zitieren:
    Russland und die Welt im Wandel. Vollständiger Wortlaut
    Thema: Wladimir Putins außerpolitischer Beitrag in Moskowskije Nowosti:
    http://de.rian.ru/opinion/20120227/262782988.html

    „Ähnlich ist die Situation um die Investitionen bestellt. Wir versuchen, ausländisches Kapital in die russische Wirtschaft zu locken, öffnen die attraktivsten Branchen für sie und lassen sie zu den Leckerbissen, darunter im Brennstoff- und Energiekomplex. Unsere Investoren sind aber im Ausland nicht besonders willkommen und werden oft links liegen gelassen.

    Beispiele gibt es genug. Beispielsweise die Geschichte mit dem deutschen Autokonzern Opel, der von den russischen Investoren nicht erworben werden konnte, obwohl dieser Deal von der deutschen Regierung gebilligt und von den deutschen Gewerkschaften positiv bewertet wurde. Oder die eklatanten Situationen, als die russische Wirtschaft, die große Investitionen in ausländische Beteiligungen getätigt hat, nicht die Rechte eines Investors bekommt. Dies geschieht häufig in Mittel- und Osteuropa.

    In diesem Zusammenhang und angesichts der fast schon hysterischen Reaktion auf das russisch-chinesische Veto im Weltsicherheitsrat warne ich unsere westlichen Kollegen abermals vor dem Versuch, zu dem bereits erprobten Schema zu greifen: Hat der UN-Sicherheitsrat dieser oder jener Aktion zugestimmt – dann ist das gut, wenn nicht, dann bilden wir eine Koalition der interessierten Staaten und schlagen zu.

    Immer häufiger wird inzwischen der Begriff „Soft Power“ verwendet, der einen ganzen Komplex von Instrumenten und Methoden zur Erreichung von außenpolitischen Zielen bedeutet, allerdings ohne jeglichen Waffeneinsatz, sondern lediglich mithilfe von Informationstechnologien und anderen Hebeln der Einwirkung.

    Der Westen neigt zuletzt allzu stark zur „Bestrafung“ einzelner Länder. Beim geringsten Anlass greift er zu seiner Sanktions- oder auch Militärkeule. Man sollte aber nicht vergessen, dass das 19. und sogar das 20. Jahrhundert schon lange vorbei sind.
    Wir werden dem Zusammenwirken mit den BRICS-Partnern weiter vorrangige Bedeutung beimessen. Diese 2006 geschaffene einmalige Struktur symbolisiert am anschaulichsten den Übergang von einer monopolaren zu einer gerechteren Weltordnung. Sie vereint fünf Länder mit einer Bevölkerung von fast drei Milliarden Menschen, mit den größten Schwellenwirtschaften, enormen Arbeits- und Naturressourcen und sehr großen Binnenmärkten. Mit dem Anschluss Südafrikas kann von einem globalen Format der BRICS gesprochen werden. Heute entfallen auf die BRICS-Länder mehr als 25 Prozent des weltweiten BIP.

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