Tagesschau zensiert positive Meinungen zum russisch-chinesischen Syrien-Veto

Russland und Syrien haben gestern gegen eine von NATO-Staaten und GCC-Diktatoren eingebrachte UN-Resolution zum von Zionisten und Wahhabiten angeführten Regime-Change-Versuch in Syrien gestimmt und die Resolution dadurch zu Fall gebracht. Im Interesse des Friedens und der Freiheit in der Welt: Danke!

Nachdem NATO- und GCC-Staaten eine ähnliche Resolution gegen Libyen vor einem Jahr zur öffentlichen Legitimierung der militärischen Durchsetzung eines äußerst blutigen Regime Changes mit Zigtausenden von Toten missbraucht hatten, hatte de freie Welt reichlich Gründe misstrauisch gegen eine ähnlichen Plot in Syrien zu sein.

Russland verlangte Änderungen am vorgeschlagenen Resolutionstext, der in Syien einen Regime Change von außen und die dazugehörigen Methoden diskreditiert, doch die NATO- und GCC-Staaten im Sicherheitsrat wollten das nicht. Stattdessen stellten sie einen roh verhandelten Entwurf zur Abstimmung, der Expressis Verbis keine Aufforderung um Regime Change beinhaltete.

Doch Frankreich und Agenturen aus NATO-Staaten behaupteten öffentlich, der Entwurf beinhalte eine Fordderung zum Regime Change in Syrien. Vorschläge Russlands, die darauf abzielten, die Unklarheit auszuräumen, wurden von NATO-Staaten ignoriert. Die Abstimmung zur Durchsetzung eines forcierten Regime Changes war aufgrun des Doppel-Vetos sehr peinlich für die führenden NATO-Staaten.

Die Kolonialisten, die mit Lügen versucht hatten, die Resolution durchzudrücken, versuchten nach der Abstimmung ihre Scham mit neuen Lüge zu bedecken. Britannien ging sogar soweit, eine Frage auf der Pressekonferenz im Protokoll zu fälschen, um seine peinliche Position nicht entblößt zu sehen.

Die zionistische Kolonie Deutschland hat dem Resolutionsenturf selbstverständlich zugestimmt. Die staatliche deutsche Tagesschau gab sich empört: wie konnten Russland und China es bloß wagen, den dreckigen und blutigen Lügen der NATO im Sicherheitsrat kein Gütesiegel zu verleihen?

Ein Leser vom Parteibuch versuchte bei der Tagesschau per Kommentar eine andere Sichtweise auf den Konflikt aufzuzeigen:

Danke Russland; danke China!

Eine gerechte Resolution wolten die USA und ihre Lakaien nicht, also haben sie ein Veto bekommen.

Russland und China haben damit einen großen Krieg verhindert und den Rest der freien Welt vor der US-geführten und von Zionisten und Wahhabiten unterstützten Tyrannei beschützt.

Glücklicherweise verfügen Russland und China über Atomraketen, mit denen sie die freie Welt vor der Tyrannei auch effektiv beschützen können. Das Veto kam schließllich nicht vom Himme, sondern wurde auf dem Schlachtfeld gegen die Tyrannei erkämpft.

Eine Schande ist die deutsche Zustimmung zu der kriegsbefördenden Resolution.

Doch die staatliche deutsche Tagesschau hält nichts vom Recht auf freie Meinungsäußerung und so unterdrückte sie den kritischen Kommentar. Doch der Parteibuch-Leser sendete zu dem Tagesschau-Artikel einen weiteren Kommentar ab:

Ich finde das Veto Russland und Chinas richtig

„Was ich nicht verstehe…“

Ich finde das Veto Russland und Chinas richtig. Dabei bin ich auch die Frage eingegangen, warum es das Vetorecht gibt.

Leider wurde mein diesbezüglucher Kommentar hier von der staatlichen deutschen Zensur unterdrückt.

Wer eine Diskussion pro und contra möchte, sollte die Diskussion besser in Medien führen, wo die Zensur nicht so ausgeprägt ist wie in Deutschland.

In russischen und chinesischen Medien findet eine freiere Diskussion zur Situation in Syrien statt. Um daran teilhaben zu können, sind jedoch in der Regel bedauerlicherweise Fremdsprachenkenntnisse notwendig.

Auch diesen Kommentar unterdrückten Zensoren bei der Tagesschau. Der Parteibuch-Leser ließ sich nicht einschüchtern und sendete einen weiteren Kommentar zum Artikel der Tagesschau:

Zensur

@Superhenri

„Was ich nicht verstehe…
wieso gibt es überhaupt noch dieses unzeitgemäße Vetorecht der Siegermächte???“

Gern würde ich Ihnen das erklären. Leider filtert die Moderation der Tagesschau meine diesbezüglichen Kommentare weg.

Bitte gedulden Sie sich noch ein paar Monate, bis ich es schaffe, die ARD per Klage zu zwingen, von unsachgemäßer Zensur Abstand zu nehmen.

Selbstverständlich unterdrückte die Redaktion der Tagesschau auch diesen Kommentar. Der Tagesschau droht schließich einen Großunfall, wenn zahlreiche Leser auf die Idee kämen, von der Tagesschau Meinungsfreiheit und wahrheitsgemäße Berichterstattung einzuklagen.

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20 Gedanken zu “Tagesschau zensiert positive Meinungen zum russisch-chinesischen Syrien-Veto

  1. Wenn es nur das Unterdrücken von positiven Meinung wäre. Es gibt unzählige Indikatoren und Teil beweise, dass die Morderei in Syrien von Teilen der NATO in Zusammenarbeit mit Al CIAda, den abhängigen Marionetten-Diktaturen der arabischen Liga (insbesondere Qatar, die schon massiv Militär nach Libyen geschickt hatten und die Saudis) und verschiedensten Deckorganisationen wie z.B. die Muslimbrüderschaft angezettelt und weitergeführt werden.

    Die Fakten werden systematisch wegzensiert:
    Überfallsplan der USA

    Das Revolution business

    USA schickten Terroristen nach Syrien
    Die USA haben 400 Terroristen aus irakischen Gefängnissen freigelassen und diese nach Syrien geschickt, um die syrische Armee zu bekämpfen, so berichtete die irakische Nachrichtenagentur al-Nakhil.
    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/133535-usa-entsendet-terroristen-nach-syrien-zur-bek%C3%A4mpfung-der-armee-dieses-landes

    !! US, Zionist regime funding terrorists in Syria http://english.irib.ir/news/political/item/83242-us-zionist-regime-funding-terrorists-in-syria
    A prominent political analyst says that members of the anti-government „Free Syria Army” are not defected army personnel but militants backed, funded and armed by the United States, and the Zionist regime.

    Syrien: ZDF verfälscht Videos!

    Tagesschau verrät bei Lügenkampagne gegen Syrien eine ihrer „Quellen“
    Seit Monaten schüren die staatliche deutsche Propaganda-Institution „Tagesschau“ und andere Medien der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ Kriegsstimmung gegen Syrien zum Zweck der Durchführung eines von langer Hand geplanten blutigen Regime Changes. https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/11/25/tagesschau-verrat-bei-lugenkampagne-gegen-syrien-eine-ihrer-quellen/
    INCL:

    !!! overview interview with just returned Webster Tarpley from Homs, telling the complete opposite of mainstream media
    http://www.youtube.com/watch?v=quCxHMMo0I0 (Arab intro ends at 0:39) interview is in english

    ‚CIA, MI6 and Mossad: Together against Syria‘ http://www.youtube.com/watch?v=3Lx9Sz43-3g
    Washington’s enemy ‚doesn’t exist‘:

    http://theintelhub.com/2011/08/17/the-pentagons-salvador-option-the-deployment-of-death-squads-in-iraq-and-syria/

    kein Schießen gegen friedliche unbewaffnete Demonstraten, sondern gegen die von USA geschickten Al Qaida-Kämpfer mit** einigen Leichtgläubigen die sich durch Blut und Lügen von angeblich durch Assad Getöteten zu Hass verführen liesen:

    Terroristen In Hama Syria:
    http://www.youtube.com/watch?NR=1&v=pbdZR-GzWZ4

    Al qaida-Armee in Syrien „Syrian free army“ Stolz auf 1000 Shabih -Tote
    http://www.youtube.com/watch?v=n-gGJW4YHRw

    ** (Vorsicht absolut brutale Al Qaeda -Islamisten ! Nichts für Kinder ! ->**
    http://www.youtube.com/watch?v=ES_Rs5ljRK4
    http://www.youtube.com/watch?v=RQz8hGq4Jlo

    Hama, Assad Unterstützer werden angegriffen (köpfen) http://www.youtube.com/watch?v=952o1DJhcbQ

    Waffenliefern für Frieden und Demkratie? http://www.youtube.com/watch?v=6oLXJDyGHLE

    Assad hat zwar die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hinter sich:
    viel und riesige Pro-Assad-Demos in allen Städten:
    http://www.youtube.com/watch?v=jYlgDXP411w

    http://www.youtube.com/watch?v=W1CRpGlaPsU the people of Homs speak !
    http://www.youtube.com/watch?v=AiyDUzJZumM Syrian welfare state – Der syrische Wohlfahrtsstaat

    Aljazeera used video from Iraq in 2007 and claimed that happened in Yemen in 2011. Who trusts Aljazeera anymore http://www.youtube.com/user/AlJazeeraTruth#p/u/3/YSmJ2Psj5p0

    Chossudovsky: NATO Recruiting Jihadists to Syria
    Half a Million Syrians in Tartous Reject Foreign Interference in Syria, Voice Support to Reform and Stability http://www.sana.sy/eng/337/2011/11/04/379751.htm

    Tarpley on Syria: Beware of fraud and fabrications! http://www.youtube.com/watch?v=bYEo21gVJFc
    Wenn wir diese massive Lügerei unsrer Medien weiter tolerieren ist der Abgrund des drittten Weltkriegs der hier geplant wird nicht mehr weit.

    Heute gab es im Bayerischen Rundfunk bereits die erste Hetzsendung gegen China ! … über die üblichen angeblichen Menschenrechtsverletzungen hinaus.

    Vorsicht ! Jeder „normal“ durch Massenmedien Informierte, hat nicht nur einige Falschinformation und ein falsches Bewußtsein von allen damit zusammenhängenden Dingen.

    Es handelt sich um ein seit IMMER vermitteltes Weltbild, bei dem alle Prämissen bewußter und unbewußter (!) Art gezielt falsche Grundeinschätzungen erzeugen und auch nach den o.g. Links beliebig viele „JA – ABER“ verursachen. Geht davon aus, dass alles was ihr aus Massenmedien und von deren Leser wißt, falsch ist – sehr oft ist sogar das glatte Gegenteil richtig !

  2. Solange es das „gute“ gegengewicht (kaempfer gegen die auferzwaengte weltordnung) gibt, besteht hoffnung fuer die zukunft der menschheit…

  3. Die Tagesschauzensur ist in der Tat unerträglich! Ihr Beitrag bringt Vieles auf den Punkt. Danke an Rußland und China! Kein weiteres Libyen! Aber ich sage es ganz ehrlich: Ich mag dieses Schubladen-Schlagwort „Zionisten“ u.ä. nicht. Ich brauche es nicht, um z.B. die unrechtmäßige und fundamentalistisch angehauchte Siedlungspolitik Israels etc. zu verurteilen. Das Wort „Zionisten“ hat für mich immer einen antisemitischen Beigeschmack. Wie sehen Sie das?

  4. Naja, ganz so schlimm ist es ja auch nicht.
    Natürlich ist es bei metatagesschau, immer ein Geheimnis warum das eine mal ein kommentar durchgeht und das andere mal nicht. Habe ich schon oft selber erfahren.

    Aber schaut Euch die kommentare jetzt mal an , da sind schon einige sehr kritische dabei.

    Dranbleiben!

  5. @Dirk Hübner
    Ich halte die Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum sowie die Gleichsetzung von Zionisten mit Juden für antisemitisch.

    Das Judentum ist eine Jahrtausende alte Religion, der die westliche Zivilisation sehr viel an humanitären Werten zu verdanken hat.

    Zionismus hingegen ist eine kaum mehr als Hundert Jahre alte politische Ideologie. Aus Wikipedia:

    Zionismus (von Zion) bezeichnet eine politische Ideologie und die damit verbundene Bewegung, die auf Errichtung, Rechtfertigung und Bewahrung eines jüdischen Nationalstaats in Palästina abzielen. Als Eretz Israel wird dabei ein aufgrund historischer und religiöser Überlieferung beanspruchtes Siedlungsgebiet der Juden in Palästina bezeichnet. Der Zionismus wird als Ideologie den Nationalismen, als politische Bewegung den Nationalbewegungen zugerechnet.

    Anhänger der politischen Ideologie Zionismus werden zurecht als Zionisten bezeichnet, ganz gleich welcher Religion sie angehören. US-Vizepräsident Joe Biden ist zum Beispiel ein erklärter Zionist:

    http://www.muslim-markt.de/forum/messages/1642.htm

    Die politische Ideologie des Zionismus gehört zu den Kolonialisations- und Rassentrennungsideologien des vorvergangenen Jahrhunderts und steht den religiösen und humanitären Werten des Judentums diametral gegenüber.

    Mehr Informationn zur Ideologie des Zionismus und den Unterschied zwischen Zionismus und Judentum finden sich hier in englisch:

    http://www.jewsagainstzionism.com/

    Ein brauchbares Buch zur Geschichte des Zionismus findet sich hier in englisch:

    http://www.marxists.de/middleast/brenner/

    In deutscher Sprache findet sich bei Neturei Karta ein recht brauchbarer Text, der einige Grundfehler der zionistischen Ideologie aufzeigt und einige Propagandalügen gerade rückt: „Die Zionisten haben das Herz des Judentums attackiert“

    http://www.nkusa.org/foreign_language/german/062002german.cfm

    Mit besten Grüßen

  6. Der Zionismus ist keine Ideologie, sondern ein normativ verständliches (historisch begründetes) Projekt. Es ging historisch um eine potenzielle Heimstatt bzw. Fluchtburg für jüdische Menschen auf der ganzen Welt. Die historische Debatte um die Gründung Israels hat aber mit der heutigen Debatte um die Ausrichtung und der Kompetenzentwicklung der UN und anderer internationaler Organisationen und der derzeitigen (Richtig-/Falsch-)Entwicklung des Völkerrechts nichts zu tun. Alle heutigen Staaten können und sollten mit heutigen Begriffen und heutigen Argumenten debattiert werden. Die Lage ist interessant. Es steht ein Umbruch in den internationalen Beziehungen und der Auslegung und Weiterentwicklung des Völkerrechts an. Die spannende Frage der nächsten Monate und Jahre ist, wie dieser Umbruch konkret gestaltet wird.

  7. @einparteibuch

    Danke für die klärende Darlegung. Das überzeugt mich! Meine Überempfindlichkeit in dieser Hinsicht sollte ich noch einmal überdenken. Jedenfalls hier war sie unangebracht.

    Aufrechte Grüße

  8. Zensur ist bei diesen Irren nichts neues.
    Erst wartet man Stunden und weiß nicht, ob der Kommentar überhaupt übertragen wurde .- und dann wird er gelöscht.

    Wer bei denen noch mitmacht, ist selbst schuld.

  9. Die Hillu war ja richtig sauer!! HEHEHE…..wie habe ich mich darüber gefreut. Rückendeckung von China und Russland? Nö!

    Seiten wie Welt Online und Co. beklagen sich über die Verweigerung der Zustimmung – aber reden stets von Demokratie. Klar.

    Die westliche Demokratie sieht wie folgt aus: Lügenpropaganda, Anfeindungen, Gier nach Rohstoffen und strategischen Punkten, Demokratie nach dem Endsieg einführen und dann das System mit all den bereits hier erfolgreich zementierten Gesetzen und Verordnungen zuschütten. Mehr Demokratie wagen…so hörte ich es mal. Ach ja, Truppen werden auf ewig stationiert. Siehe Irak.

    Diese kriegsgeilen Amis sowie unsere Bundes-Plagiaten-Gurkentruppe ( inkl. BundesaussenGuido ) der Berliner ReGIERung stehen natürlich jedem Kriegseiferer bei.

    Sollte, nebenbei bemerkt, ACTA und andere Zensurmassnahmen in diesem Lande greifen, dann sehe ich kaum eine Chance für Regimekritik und Meinungsfreiheit. Dann bleibt nur noch Einheitsbrei aus dem TV, den Boulevardblättchen und unserem Radio, wo wir stetig Jubelmeldungen über Siege und Demokratie erfahren werden. Da wird einem anders.

  10. Dr. Kiyul Chung [Editor in Chief at The 4th Media, is a Visiting Professor at the School of Journalism and Communication, Tsinghua University, Beijing, China.]

    hat übrigens auch wieder einen guten Artikel geschrieben:
    „China, Russia Vetoed Another “DISGUSTED” US/West-led UNSC Resolution against Syria!“
    oder übersetzt: „China, Russland erhoben Einspruch gegen andere „anwidernte“ US / West-geführte-Resolution gegen Syrien!“
    Für manche leider wie immer in Englisch, aber vielleicht geht es ja mit dem Google-Übersetzer.

    Hier Link mit Übersetzer: http://translate.google.com/translate?hl=de&sl=en&u=http://nsnbc.wordpress.com/2012/02/05/china-russia-vetoed-another-disgusted-uswest-led-unsc-resolution-against-syria/&ei=Ah8vT6fVFdTciQKMuoyrCg&sa=X&oi=translate&ct=result&resnum=1&ved=0CCYQ7gEwAA&prev=/search%3Fq%3DChina,%2BRussia%2BVetoed%2BAnother%2B%25E2%2580%259CDISGUSTED%25E2%2580%259D%2BUS/West-led%2BUNSC%2BResolution%2Bagainst%2BSyria!%26hl%3Dde%26client%3Dfirefox-a%26hs%3D3YD%26rls%3Dorg.mozilla:de:official%26prmd%3Dimvns

    Link original: http://nsnbc.wordpress.com/2012/02/05/china-russia-vetoed-another-disgusted-uswest-led-unsc-resolution-against-syria/

  11. Irgendetwas passiert hier gerade, denn nicht nur dass Russland und Chine NO sagen, jetzt geht doch die BILD hin und meint, es gäbe eine CO2-Lüge? Ich meine, hey, die Bild, DAS Regierungsorgan!!!
    War Wulff erst der Anfang?
    Was geht hier vor?

  12. @einparteibuch
    Du schriebst:
    „Ich halte die Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum sowie die Gleichsetzung von Zionisten mit Juden für antisemitisch.“

    Wenn das allerdings bedeutet, daß der Staat Israel keine Existenzberechtigung hat, bin ich strikt dagegen.

    Auch wenn die Gründung Israels aus den Umständen heraus äußerst problematisch war, so ist dieser Fakt mittlerweile moralisch, nach meiner Ansicht, unumkehrbar. Dies gilt, solange die Völker in dieser Region sich nicht freiwillig und im gegenseitigen Einverständnis assimilieren und zueinander integrieren bzw. zueinanderfinden.

    Mittlerweile käme eine Infragestellung Israels von außen der Infragestellung z. B. Deutschland oder irgendeines anderen Landes gleich. Genau aus diesem Grunde ist auch der Palästinenserstaat unvermeidlich – Israel dabei aber in den Grenzen von vor 1967 natürlich, auch wenn es schmerzt und mittlerweile Opferbereitschaft seitens der Israelis fordert. Die gleich Opferbereitschaft erwartete man ja schließlich auch von den Palästinensern, als man Israel einfach gründete.

    Wie sich allerdings die ganze Region entwickeln wird, das wird letztlich von den Akteuren wohl nicht rein moralisch oder im schlimmsten Fall gänzlich außermoralisch bestimmt werden, zumal hier jede Seite auch ihre eigene, mitunter äußerst fragwürdige „Moral“ in Anschlag bringt. Eine höhere moralische Ebene ist für mich genuin humanistisch und Voraussetzung, auch wenn dies derzeit nur die wenigsten interessiert.

    Was denkst Du?

    Grüße
    Dirk

    1. Ergänzung: Ich rede hier von Moral als Kriterium in Bezug auf Israel, weil die Auflösung des Staates Israel den derzeitig bitter notwendigen Schutz der Israelis aufheben würde, die dort mittlerweile beheimatet sind und nicht mehr einfach so gehen werden, was ich für absolut berechtigt halte – eben Heimat.

  13. @Dirk
    „Wenn das allerdings bedeutet, daß der Staat Israel keine Existenzberechtigung hat, bin ich strikt dagegen.“

    Ich sehe die Meinung, dass die Gleichsetzung von Israel mit dem Judentum sowie die Gleichsetzung von Zionisten mit Juden antisemitisch ist, als unabhängig zu beantworten von der Frage der „Existenzberechtigung“ oder – ich vermute das war gemeint – dem sogenannten „Existenzrecht“ des Staates Israel. Die Feststellung, dass Judentum und Zionismus zwei unterschiedliche Dinge sind, gibt meiner Meinung nach keine Antwort auf die Frage nach der Einstellung zum sogenannten „Existenzrecht“ des Staates Israel – weder eine bejahende noch eine verneinende.

    Wenn ich dich recht verstehe, zielt deine Frage aber eher nach meiner Meinung dazu, wie mit der gegenwärtig bestehenden real existierenden Situation im nahen Osten politisch umgegangen werden sollte und wie eine „gute“ Lösung des sogenannten Nahostkonfliktes aussehen könnte.

    Dazu möchte ich als Erstes bemerken, dass ich der Meinung bin, dass das Wichtigste ist, dass die Menschenrechte aller Menschen gewahrt werden. Dazu gehören unter anderem die Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person und auf Schutz gegen Diskriminierung und das Verbot der willkürlichen Festnahme, Inhaftierung oder Landesverweisung.

    Als Zweites möchte ich dazu bemerken, dass ich der Meinung bin, dass das Völkerrecht eingehalten werden soll, und da vor Allem der wichtigste Punkt: das Gewaltverbot oder salopp gesagt, das Verbot des Führens von Angriffskriegen. Das Völkerrecht gebietet die Unverletzlichkeit der Grenzen und verbietet die Anwendung von militärischer Gewalt gegenüber jedwedem befestigte Gebiet, unabhängig davon, ob das befestigte Gebiet auch den Status eines Staates genießt oder nicht. Angriffskriege gegen Gebiete, die lediglich befestigtes Gebiet sind, sind somit völlig zu Recht genauso illegal wie Angriffskriege gegen Staaten.

    Als Drittes möchte ich dazu bemerken, dass selbstverständlich alle Menschen das Menschenrecht haben, vor Verbrechen geschützt zu werden, und insbesondere vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehören Akte eines systematischen Angriffs gegen die Zivilbevölkerung, unter anderemdurch vorsätzliche Tötung, Vertreibung oder zwangsweise Überführung der Bevölkerung, Verfolgung einer Gruppe oder Einheit aus politischen, rassischen, nationalen, ethnischen, kulturellen, religiösen, geschlechtlichen oder anderen Gründen, die allgemein als unzulässig anerkannt sind im internationalen Recht oder Apartheid.

    Diese drei Punkte halte ich für die wesentlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer der Nahostkonflikt gelöst werden sollte: friedlich und unter Wahrung der Menschenrechte all der Menschen dort. Innerhalb dieses Rahmens „friedlich und unter Wahrung der Menschenrechte all der Menschen dort“ gibt es meiner Meinung nach verschiedene legitime Vorstellungen, wie eine Lösung des Nahostkonfliktes aussehen könnte.

    Die von dir befürwortete Lösung „Zwei-Staaten-Lösung“ auf der Basis der grünen Linie – also De-Facto-Grenzen von vor 1967 – ist der gängigste Lösungsansatz für den Nahostkonflikt. Sie spiegelt die Beschlusslage der UN-Hauptversammlung wieder, die diesbezüglich seit Jahrzehnten jedes Jahr auf’s Neue mit überwältigener Mehrheit – jeweils gegen die Stimmen Israels und der USA – einen unterstützenden Beschluss fasst. Dieser Lösungsansatz ist auch praktisch deckungsgleich mit der saudi-arabischen Friedensinitiative von 2002, die nach wie vor ein stehendes Angebot ist. Alle arabischen Staaten haben dieser Friedensinitiative zugestimmt und als zusätzlichen Anreiz angeboten, normale wirtschaftliche und diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen, wenn auch Israel diesem Friedensplan zustimmt. Auch die EU-Staaten, die PLO, die Hamas und Iran haben öffentlich erklärt, dass sie, wenn sie möglich ist, einer solchen Lösung des Nahostkonfliktes zustimmen.

    Auch US-Präsident Barack Obama hat im Juni 2009 in seiner Kairoer Rede lautstark erklärt, diese Lösung mit Nachdruck anstreben zu wollen. Gleichzeitig ließ Barack Obama die USA jedoch in der UN-Hauptversammlung gegen eine entsprechende Resolution stimmen und blockierte auch, wie es die USA seit Jahrzehnten tun, nach wie vor einen entsprechenden UN-Sicherheitsratsbeschluss.

    Abgelehnt wird dieser Friedensvorschlag „Zwei-Staaten-Lösung auf Basis der – völkerrechtlich anerkannten – Grenzen von vor 1967“ hingegen seit Jahrzehnten von Israel. Israel weigert sich nämlich seit Jahrzehnten, seine völkerrechtlich anerkannten Grenzen – also die Grüne Linie von vor 1967 – anzuerkennen, und gedenkt auch nicht, dies jemals zu tun.

    Vor diesem Hintergrund ist meiner Meinung nach die Frage nach dem sogenannten „Existenzrecht Israels“ und seiner Anerkennung zu betrachten, auf die die israelische Regierung und ihre Unterstützer soviel wert legen. In der Wikipedia heißt es zum Stichwort „Existenzrecht Israels“:

    „Das Existenzrecht Israels bezeichnet den im Völkerrecht verankerten Anspruch dieses Staates auf Fortbestand innerhalb international anerkannter Grenzen und Schutz vor existenzbedrohenden Angriffen aller Art, den alle 193 von den Vereinten Nationen (UNO) als Völkerrechtssubjekte anerkannte Staaten haben.“

    Israel beschmutzt sein eigenes Existenzrecht dadurch, dass Israel seine international anerkannten Grenzen selbst nicht anerkennt. Ich finde, es ist eine legitime Position, von Israel zu verlangen, definitiv zu erklären, in welchen Grenzen es sein „Existenzrecht“ anerkannt haben möchte und diese Grenzen auch selbst anzuerkennen, bevor jemand – eine Person, eine Organisation oder ein Staat – eine Entscheidung darüber trifft, das sogenannte „Existenzrecht Israels“ anzuerkennen.

    Rolf Verleger, ein ehemliges Direktoriumsmitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, ist genau darauf vorgestern in einem Interview eingegangen:

    Frage: Sie haben kürzlich Kritik an der Feststellung im Programm der Linkspartei geübt, »Deutschland hat wegen der beispiellosen Verbrechen der Deutschen an den Jüdinnen und Juden während des deutschen Faschismus eine besondere Verantwortung… für das Existenzrecht Israels«. Weshalb?

    Antwort: Zum einen wegen des »Existenzrechts«. Das ist eine Leerformel.

    Beispielsweise existierte Polen im 19. Jahrhundert und 1939 bis 1945 nicht, hätte also ein »Existenzrecht« bitter nötig gehabt. Aber: Bundeskanzler Willy Brandt bat in Warschau mit seiner wunderbaren Geste vor dem Ghetto-Denkmal um Verzeihung, erkannte die Oder-Neiße-Linie an. Das bestätigte 1990 die Kohl-Regierung ausdrücklich, und damit war’s genug: Polen wurde in seinen Grenzen anerkannt, ohne »Existenzrecht«.

    Wenn Israel die Freundlichkeit hätte, seine Grenzen zu definieren, könnte die Welt mit Israel ebenso verfahren.

    Ganz unabhängig davon, ob man das sogenannte „Existenzrecht Israels“ anerkennt, oder damit warten möchte, bis Israel seine Grenzen erklärt hat, gilt natürlich das Verbot der Gewaltanwendung (Kriegsverbot) gegenüber befestigten Gebieten – das gilt auch, wenn man Israel nicht als Staat anerkennt, sondern lediglich als real existierendes „Regime über eine Entität“ zur Kenntnis nimmt, so wie es beispielsweise die iranische Position ist.

    Nun fragt es, warum Israel seine inertnational anerkannten Grenzen nicht anerkennt. Bibi Netanjahu wies das Anliegen von Barack Obama, einen Frieden im Nahostkonflikt auf Basis der Grenzen von vor 1967 zu schließen, und dazu als ersten Schritt die Kolonialisierung von 1967 eroberten Gebieten – also den sogenannten SIedlungsbau – einzustellen, im März 2010 brüsk zurück:

    „Jerusalem ist keine »Siedlung«, sondern unsere Hauptstadt, und über Jerusalem wird überhaupt nicht verhandelt!“ rief er Barack Obama vom Podium der AIPAC aus zu.

    Der Zionist Bibi Netanjahu hat sich vorerst durchgesetzt. Später im Jahr 2010 hat Barack Obama sein ein Jahr zuvor öffentllich erklärtes Vorhaben aufgegeben, durch Druck einen Frieden im Nahostkonflikt zu erzwingen. Die Zionisten der USA haben sich in den USA – wie gegen die Präsidenten zuvor auch schon – als so stark erwiesen, dass sie Barack Obama ihren Willen gegen den Frieden nach dem Plan einer Zwei-Staaten-Lösung auf Basis der grünen Linie aufzwingen konnten.

    Um zu verstehen, warum der Zionist Netanjahu den vom ganz überwältigenden Teil der Menschheit befürworteten Frieden – die Abstimmungen zu den UN-Hautversammlungsresolutionen gehen mit Ergebnissen wie 160 zu 2 aus – auf Basis der völkerrechtlich anerkannten Grenzen Israels abgelehnt hat, lohnt es sich noch einmal, in die oben zitierte Wikipedia-Definition der politischen Ideologie Zionismus zu schauen: „Bewegung, die auf Errichtung, Rechtfertigung und Bewahrung eines jüdischen Nationalstaats in Palästina abzielen. Als Eretz Israel wird dabei ein aufgrund historischer und religiöser Überlieferung beanspruchtes Siedlungsgebiet der Juden in Palästina bezeichnet.“

    Um welches Gebiet handelt es sich um das „aufgrund historischer und religiöser Überlieferung“ beanspuchte Eretz Israel? Klar ist, dass für die gegenwärtig herrschenden Zionisten Jerusalem als „Hauptstadt“ dazugehört. Netanjahu hat es selbst ganz deutlich gesagt. Es geht Zionisten offenkundig darum, die religiöse Verheißung der Torah von einem „jüdischen Reich“ mit Jerusalem als Hauptstadt durchzusetzen. Dabei scheint es Zionisten egal zu sein, was das Völkerrecht diesbezüglich sagt. Die von mir oben verlinkten tora-treuen jüdischen Gruppen sind entsetzt: die Ankunft des gottgesandten Messias durch menschliche Handlungen – die Gründung eines jüdischen Reiches mit Jerusalem als Hauptstadt – vorwegnehmen zu wollen, sei schlimmste Gotteslästerung und werde größtes Unheil bringen. Netanjahu hat bisweilen ganz darwinistisch gezeigt, dass er die Macht hat, das Festhalten an der völkerrechtswidigen Besatzung Ost-Jerusalems durchzusetzen.

    Wichtig ist es auch, zu verstehen, was bedeutet: „Errichtung, Rechtfertigung und Bewahrung eines jüdischen Nationalstaats in Palästina.“ Der Knackpunkt ist hier das Wort „jüdisch“. Zionisten möchten, dass Israel eine „jüdische Demokratie“ ist. Eine jüdische Demokratie kann es nur geben, wenn die Mehrheit der Bevölkerung jüdisch ist. Zionisten definieren Judentum als über die Abstammungslehre als Ethnie, also das Blut ist entscheidend, Judentum ist der zionistischen Ideologie zufolge mütterlicherseits vererbbar. Für sogenannte „Vaterjuden“ gibt es allerdings Ausnahmeregelungen. In Palästina war die Mehrheit der Bevölkerung nie jüdisch. Um das Ziel eines überwiegend jüdischen Staates Israel zu erreichen, waren demnach größere Bevölkerungstransfers nötig.

    Juden hin nach Palästina, Nicht-Juden weg aus Israel. Der Prozeß der Bevökerungstransfers zur Verwirklichung des zionistischen Ziels eines Eretz Israel ging und geht bis heute einher mit schlimmen Menschenrechtsverletzungen. Das verwundert nicht, ist doch Vertreibung selbst eine schlimme Menschenrechtsverletzung.

    Doch auch zur Forcierung von ethnisch-religiös erwünschter Einwanderung nach Israel gab es schlimme Menschenrechtsverletzungen, wie zum Beispiel dem bewussten Schüren von Anti-Semitismus durch Zionisten und zionistische Terror-Akte unter falscher Flagge gegen Juden.

    Ost-Jerusalem wird gegenwätig von Israel „judifiziert“. Einerseits werden Siedlungen für hinzuziehende Menschen „jüdischen Blutes“ gebaut, andererseits wurden vielen Tausend Palästinensern die Aufenthaltsgenemigungen in ihrer Heimatstadt Ost-Jerusalem aberkannt.

    http://www.kuna.net.kw/ArticleDetails.aspx?id=2215732&language=en

    Unklar, was von Zionisten noch als Eretz Israel betrachtet wird, denn das zionistische Israel weigert sich, seine Grenzen zu erklären. Eine Karte von Eretz Israel, so wie es die von Wladimir Jabotinsky geführte zionistische Terror-Organisation Irgun sich in den 30er Jahren vorgestellt hat, findet sich hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Irgun_Tzwa%E2%80%99i_Le%E2%80%99umi

    Von etwa 1947 findet sich eine nahezu identische Karte zu Eretz Israel von Irgun:

    http://www.palestineposterproject.org/poster/eretz-israel

    Diese alten Karten sind befremdlich, da sie ein riesiges „Eretz Israel“ zeigen, welches Gebiete von zahlreichen heutigen Nachbarstaaten für Eretz Israel vereinnahmen, doch sie sind nicht irrelevant. Irgun ist der Vorläufer der regierenden Likud-Partei. Der Vater von Bibi Netanjahu war Privatekretär von Wladimir Jabotinsky. Sowohl Bibi Netanjahu als auch Likud haben nie erklärt, was sie sich vorstellen, was die Grenzen von Israel sein sollen. Isralische Ministerien verwenden auch heutzutage teilweise Karten, die nicht nur ganz Jerusalem und die besezten Golanhöhen, sondern auch die Westbank und Gaza zu Israel erklären. Offiziell wird die Westbank von Israel als Judäa und Samaria bezeichnet. Wikipedia:

    „Judäa und Samaria ist die in den offiziellen israelischen Statistiken aufgeführte, auf die hebräische Bibel zurückgeführte Bezeichnung für die Teile des Westjordanlands, die nicht von Israel annektiert wurden und nicht Bestandteil der sechs Bezirke des Staates Israel sind. Das 5878 Quadratkilometer große Gebiet wurde im Sechstagekrieg von Israel besetzt und steht seither unter Militärverwaltung. Die jüdischen Bewohner, deren Zahl Ende 2010 etwas über 300.000 betrug, unterstehen im Unterschied zur palästinensischen Mehrheitsbevölkerung jedoch de facto nicht dem Militärrecht sondern zivilem israelischem Recht.“

    Die Anzahl der sogenannten Siedler steigt von Jahr zu Jahr. Im klartext: da läuft gerade ein Kolonialisierungsprozess. Dieser völkerrechtswidrige Kolonialisierungsprozess geht auf den der hebräischen Bibel entehnten zionistischen Plan zur Errichtung eines Eretz Israel zurück. Anders ist es nicht zu erkären, dass die israelische Regierung mit aler Macht versucht, die Kolonialisierung gegen das Völkerrecht und erhebliche internationale Widerstände durchsetzt.

    Und dann ist da noch die Frage, warum Zionisten den US-Krieg gegen Irak organisiert haben. Meine Vermutung ist, dass Israel damit den zu einer Zwei-Staaten-Lösung führenden Friedensprozess mit Druck der USA auf Israel stoppen wollte.

    Bibi Netanjahu hatte vor dem US-Krieg gegen den Irak einer illegalen Siedlerin in der Westbank, die Angst hatte, ihre Siedlung wegen des drohenden Friedens aufgeben zu müssen, erklärt: America Won’t Get in Our Way… It’s Easily Moved …“

    Anschließend waren die USA und die Friedensbewegung von der Kolonialisierung der Westbank abgelenkt mit dem Krieg gegen den Irak und Israel konnte die „Judifizierung“ der Westbank in den letzten zehn Jahren vergleichsweise ungestört fortsetzen. Problematisch ist jedoch aus Sicht von Zionisten, dass Nicht-Juden in Israel/Palästina durchschnittlich mehr Kinder bekommen, und daher der jüdische Charakter des Staates durch Änderung der Bevölkerungsgewichte gefährdet ist. Zionisten aus dem Umfeld von Avigdor Lieberman schlagen deshalb vor, zum Schutz vor Überfremdung in den nächsten Jahren eingesessene Nicht-Juden nach Jordanien zu transferieren. Um so einen Transfer durchzusetzen, könnte eine Art Krieg oder Bürgerkrieg genutzt werden, etwa eine dritte Intifada.

    Soviel dazu.

    Zur Lösung des Nahost-Problem meine ich, dass es notwendig ist, dass die Menschen die ethnozentrische Ideologie des Zionismus als religiös verbrämten Wahn begreifen, der den traditionelen Werten des humanen Judentums diametral gegenüber steht und zu schlimmstem Unheil führt. Ich meine, die Menschen sollten die verdrängte Geschichte des Zionismus erlernen, um zu erkennen, zu was für Unheil Zionismus bereits jetzt geführt hat und dann von dieser Ideologie Abstand nehmen.

    Wenn das so ist, dass die Menschen erkennen, dass Zionismus ein schwerer Fehler ist, dann kann es meiner Meinung nach in Nahost beliebige gute Lösungen geben, auf Basis dessen, dass alle Menschen gleichwertig sind und sich gegenseitig als gleichwertig und nicht als feindlich respektieren. Das kann eine Zwei-Staaten-Lösung sein, eine Drei-Staaten-Lösung oder eine Ein-Staaten-Lösung, unter welchem Namen auch immer, Israel, Palästina, Isratina, Palesrael, oder meinetwegen auch „Westasiatische Föderation“.

    Ich meine, wenn die Menschen einschließlich der Zionisten erkennen, dass die Ideologie des Zionismus der Kern des gegenwärtigen Nahostproblems ist, dann kann und wird es eine gerechte und vernünftige Lösung geben, und Dinge wie die eigene Ethnie, Religion und der Name des Staates sind nicht mehr entscheidend. Wird die zionistische Wahnidee, in Palästina eine klare jüdische Bevölkerungsmehrheit für einen jüdische Staat schaffen zu wollen oder müssen, aufgegeben, dann sehe ich überhaupt keinen Grund dafür, dass Juden und Nicht-Juden in Westasien nicht in einem Staat gleichberechtigt und friedlich zusammenleben können.

    Wird die zionistische Wahnidee der „Errichtung, Rechtfertigung und Bewahrung eines jüdischen Nationalstaats in Palästina,“ also „Eretz Israel“ „aufgrund historischer und religiöser Überlieferung“ zu errichten, nicht aufgegeben, dann sehe ich für jede Lösung schwarz und befürchte, die Welt wird in den kommenden Jahren und vielleicht gar Jahrzehnten, Zeuge eines langen und blutigen Kampfes um Gleichberechtigung, ähnlich dem gegen die Apartheid in Südafrika.

  14. @einparteibuch

    Danke für die sehr umfangreiche und mich beruhigende Antwort! Ich habe einfach keine Lust einem versteckten Antisemitismus auf den Leim zu gehen. Von Antisemitismus ist bei Dir jedoch keine Spur! Deine Haltung zum Zionismus ist schon sehr nachvollziehbar.

    Ich muß gestehen, daß ich bisher noch nicht so tief in diese Materie eingestiegen war und bin. Aber Deine Ausführungen helfen da schon sehr weiter. Daraufhin habe ich auch noch mal zum Thema gegoogelt und ein weiteren vertrauenswürdigen Beleg (Aufsatz) der Manipulation durch die Tagesschau hinsichtlich dieses Themas gefunden:

    http://www.sopos.org/aufsaetze/445f1551f40c1/1.phtml

    Auch sehr aufschlußreich. Ich zitiere mal einen Absatz daraus:

    „Eine Reuters -Meldung vom 21. Februar 2006 bestätigte: »Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki hat […] dementiert, daß sein Land den jüdischen Staat Israel ›von der Landkarte tilgen‹ wolle. […] Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad sei falsch verstanden worden. ›Niemand kann ein Land von der Landkarte entfernen.‹ Ahmadinedschad habe nicht den Staat Israel sondern das dortige Regime gemeint […]. ›Wir erkennen dieses Regime nicht als rechtmäßig an.‹ […] Mottaki erkannte auch an, daß es den Holocaust gegeben hat, bei dem während des Nationalsozialismus sechs Millionen Juden ermordet worden waren.« Die klarstellende Meldung erreichte bei weitem nicht den Verbreitungsgrad wie die Falschinformationen, die sich durch ständige Wiederholung in den Köpfen festgesetzt haben.“

    Zur Problematik des Palästina-Israel-Konflikts: Ich glaube auch, daß das Abrücken von fundamentalistischen Haltungen und den Taten, die damit einhergehen von allen Seiten, das einzige Mittel ist, um diesen Teufelskreis durchbrechen zu können. Aber das kommt ja auch klar in Deiner Antwort zum Ausdruck. Insofern stimme ich Dir voll zu.

    Nochmals vielen Dank für die Mühe!

    Grüße
    Dirk

  15. @Dirk Hübner
    Nichts zu Danken. Ich sehe leider nur wenig Grund zur Beruhigung.

    „Zur Problematik des Palästina-Israel-Konflikts: Ich glaube auch, daß das Abrücken von fundamentalistischen Haltungen und den Taten, die damit einhergehen von allen Seiten, das einzige Mittel ist, um diesen Teufelskreis durchbrechen zu können.“

    „Fundamentalismus“ halte ich für den falschen Kritikpunkt. Im Gegenteil, eine große und sehr „fundamentalistische“ Pazifismusbewegung – auch und gerade in Nahost – würde ich beispielsweise sehr begrüßen.

    Für richtig und wichtig halte ich das Abrücken von aggressiven Haltungen und Taten, ganz gleich, ob sie von einer Seite kommen, mit der man selbst tendenziell symphatisiert, oder von der anderen Seite. Ebenso halte ich es für wichtig, Irrtümer und Ungerechtigkeiten einzugestehen, gerade wenn sie von der eigenen Seite ausgingen.

    Im Prinzip ist es auch weitgehend Konsens, gegen Aggressivität zu sein. Das Problem besteht allerdings darin, zu erkennen, wo aggressive Haltungen und Taten beheimatet sind.

    Hier mal ein Link zum Lebenslauf von Lyman Louis Lemnitzer als extremes Beispiel zur Verdeutlichung, was ich damit meine, dass es nicht einfach ist, zu erkennen, wo Aggressivität beheimatet ist:

    http://www.heise.de/tp/artikel/30/30812/1.html

    Heute ist allen, die es wissen wollen, klar, dass Lyman Louis Lemnitzer ein extrem aggressiver und wahnhafter Fanatiker war. Zu seinen Lebzeiten hat das aber kaum jemand bemerkt, und die gängigen westlichen Medien waren den Menschen absolut keine Hilfe, das zu erkennen. Wahnsinnige Fanatiker hätten während der sogenannten „Kubakrise“ beinahe die Welt durch einen umfassenden Atomkrieg zerstört und trotzdem hat kaum jemand diese Leute als aggressive Extremisten wahrgenommen.

    Die Welt lebt seit geraumer Zeit in einer Art Spiegelkabinett medial erzeugter Illusionen und es ist für die Menschen – sowohl für Medienkonsumenten als auch Medienmacher, Aktivisten, politische Entscheidungsträger und andere – sehr schwer, die mit aggressiven Haltungen und Taten regelmäßig einhergehenden Lügen und Halbwahrheiten zu durchschauen. Angesichts dieser Situation halte ich Zurückhaltung – gerade was vermeintlich zur kollektiven Selbstverteidigung oder Nothilfe angewendete oder befürwortende Gewalt angeht – für eine Tugend.

    Was das umstrittene Zitat von Mahmud Ahmadinejad angeht, so verurteile ich es als falsch, dass er diese leicht missdeutig interpretierbaren – und damit aggressiven – Worte benutzt hat. Genauso verteile ich es, dass westliche Medien diese Worte zum Schüren von anti-iranischen Emotionen absichtlich missdeutig interpretiert haben. Ich begrüße hingegen die Zurückhaltung zeigende Klarstellung des iranischen Außenministers dazu.

    Was Mahmud Ahmadinejad und seine Haltung zum Holocaust angeht, so meine ich, mich darin erinnern zu können, dass er im Jahr 2005 auf seiner eigenen Webseite den Holocaust als Mythos bezeichnet hat. Auch hat sich die Regierung von Mahmud Ahmadinejad in ihrer Anfangszeit mit Holocaust-Leugnern gemein gemacht. Das verurteile ich als falsch. Ich begrüße hingegen, dass Mahmud Ahmadinejad und seine regierung danach – wie die von dir zitierten Worte des iranische Außenministers zeigen – offensichtlich eingesehen haben, dass der Holocaust eine geschichtliche Realität ist.

    Das ist es, was ich von allen Seiten erwarte: Fehler eingestehen und korrigieren. Dann werden auch die kritischen Argumente zielführender. So hat Mahmud Ahmadinejad 2009 vor den UNO gesagt:

    „Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sie unter der Begründung der Judenopfer und unter Missbrauch des Holocausts, durch Offensive und Feldzug ein Volk vertrieben und einige aus Europa und den USA und anderen Ländern, in deren Territorium gebracht und eine total rassistische Regierung auf dem besetzten Boden Palästinas errichtet.“

    Natürlich war diese Rede für Zionisten viel unangenehmer als eine Holocaust-Leugnung, denn wer die historische Tatsache des Holocaust nicht zur Kenntnis nimmt, der gibt sich bloß selbst dem Spott preis. Die Kritik, dass es ungerecht ist, dass Deutsche den Holocaust verbrochen haben und dafür nun Palästinenser Vertreibung und Rassismus erleiden sollen, die ist nicht so leicht vom Tisch zu wischen.

    1. Beruhigt war ich ja vor allem, weil Du meinen Verdacht, daß da antisemitische Verstecke lauern, ausgeräumt hast.

      **„Fundamentalismus“ halte ich für den falschen Kritikpunkt. Im Gegenteil, eine große und sehr „fundamentalistische“ Pazifismusbewegung – auch und gerade in Nahost – würde ich beispielsweise sehr begrüßen. **

      Du setzt ja selbst den „Fundamentalismus“ in Anführungsstriche. Ich halte diesen Begriff für nicht geeignet, da dieser wiederum selber stark ideologisch bestimmt ist und Toleranz entgegenarbeitet. Im aktuellen Fremdwörterbuch steht zu Fundamentalismus: „geistige Haltung, die durch kompromissloses Festhalten an [ideologischen, religiösen] Grundsätzen gekennzeichnet ist.“

      Man kann natürlich seine eigenen Begriffsdefinitionen anbringen, aber ich halte es in diesem Fall für ziemlich deutlich, daß dieser Begriff in der Regel so verstanden wird, wie er im Fremdwörterbuch definiert wird. Von mir auch.

      Denn Fundamentalismus grenzt an Fanatismus: „rigoroses, unduldsames Eintreten für eine Sache od. Idee als Ziel, das kompromisslos durchzusetzen versucht wird“. – Da würde ich persönlich sehr vorsichtig sein. Denn sehr wohl haben die Menschen in dieser immer noch oder gerade jetzt grausamen Welt das Recht, ihr Recht auf Unversehrtheit etc. zu schützen, gegebenenfalls auch mit Gewalt, wenn dadurch insbesondere ein größeres Elend, Unheil abgewendet werden kann. Auch Rußland und China, obwohl das nun nicht gerade ein gutes Beispiel ist, könnten ohne ihre militärische Macht derzeit nichts bewirken, wären selber den direkten Angriffen ausgesetzt (sind aber natürlich auch keine Unschuldsengel!). Pazifismus läßt sich in dieser Welt nicht konsequent durchhalten, will man sich nicht gänzlich den destruktiven Mächten ausliefern. Sowohl die Palästinenser als auch die Israelis können in dieser derzeitigen Konstellation nicht gänzlich pazifistisch agieren – und dies meine ich ausschließlich auf den Selbstschutz bezogen, gegen Angriffe von außen, und nicht das präventive Morden, was z.B. der israelische Staat an den Tag legt.

      Und ich glaube nicht, bin regelrecht der Ansicht, daß ein absoluter Pazifismus bis ans Ende dieser Welt nicht 100 % zu verwirklichen ist. Dem widerspricht auch ein immer wieder aufflammender Haß, der sich in den Menschen mitunter tief eingenistet hat, und den man bei aller Menschenliebe nicht unterschätzen darf. Der Haß auf beiden Seiten, der der Israelis und der der Palästinenser, ist nicht nur den aktuellen Umstände geschuldet, sondern hat ein Geschichte und sogar Tradition.

      Das heißt aber nicht, daß das Ziel einer möglichst friedlichen Welt deshalb obsolet wird und wir militärische Schutztruppen (UNO) etc. immer brauchen werden. Nein, ich sehe den Menschen geradezu in der Pflicht, den Frieden zumindest in der Zielstellung vollkommen verwirklichen zu wollen. Und ich glaube auch, daß eine gänzlich demilitarisierte Welt möglich und Pflicht ist. Dennoch dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben, daß der Mensch vom Grunde her ein rein gütiges Wesen sei. Der Mensch muß sich den Frieden erkämpfen, der Frieden wird sich nicht automatisch ergeben. Der Mensch muß um sein Menschsein Kämpfe führen. Und diese Kämpfe sind nicht nur äußere, sondern zuallererst bzw. primär innere. Wichtig ist eben auch gerade gegen jegliche Form von Haß anzukämpfen. Wir benötigen für den Frieden in der Welt vor allem der Läuterung des geistigen Menschen, d.h. die Läuterung seiner geistigen Verfassung, die Heranbildung einer echten Menschlichkeit in einem jeden von uns. Dies wäre auch ein schöpferischer Prozeß, zu dem jeder Mensch gleichermaßen aufgerufen ist.

      Ein schöpferisches Leben, ein Leben friedlicher und brüderlich-freundschaftlich orientierter Beziehungen, kann nach meinem Ermessen niemals auf der ökonomischen Grundlage des Kapitals, des Kapitalismus stattfinden. Ich sehe hinter all den Konflikten in der Welt, insbesondere auch hinter dem Palästina-Israel-Konflikt, wie dieses ökonomische Monster sein Unwesen treibt, die niederen Instinkte der Menschen provoziert, ohne daß sich die Menschen darüber wirklich im Klaren sind.

      **es ist für die Menschen – sowohl für Medienkonsumenten als auch Medienmacher, Aktivisten, politische Entscheidungsträger und andere – sehr schwer, die mit aggressiven Haltungen und Taten regelmäßig einhergehenden Lügen und Halbwahrheiten zu durchschauen. **

      Ich weiß nicht, ob das generell so gesagt werden kann. Das klingt ein bißchen nach einer Entschuldigung für das, was da derzeit in unseren westlichen Medien getrieben wird. Auch hier spielt ganz entscheidend der Hintergrund unserer Arbeits- und Lebensweise eine Rolle. Und die Angst, die damit verbunden ist, daß unser westlicher Lebensstil auf Dauer so nicht durchgehalten werden kann. Wir haben da so einiges zu „verteidigen“. Das Kriterium der Menschlichkeit gebietet uns eigentlich, jeder aggressiv-kriegerischen Haltung und Kriegshetze mit Skepsis zu begegnen und nicht diese offensichtlich aktiv mitzubetreiben. Dafür muß ich nicht einmal im einzelnen die Zusammenhänge des jeweiligen Konflikts durchschauen. Und das, was da derzeit an Hetze in den Medien veranstaltet wird, zeugt eindeutig von der voreingenommen Intoleranz und der Korruption der Macher, auch von deren wie auch immer geartetem Haß. Die Macher haben dabei sehr wohl auch ihre ganz persönliche Lebensplanung im Blick und gehen dafür schon mal bereitwillig über Leichen. Man muß schon ziemlich mit Blindheit geschlagen sein, nicht zu sehen, was da insbesondere derzeit an Lügen und Hetze über die auch mit Scheuklappen durch die Welt laufenden Menschen, die selber ihrer jeweils kleinen Reichtumsplanung vor allem in materieller Hinsicht nachhängen, ausgeschüttet wird. Leider muß ich immer wieder erleben, daß man sich nur ungern über all‘ den Horror in der Welt unterhalten möchte. Das stört u.a. unser beschauliches, durchgeplantes „Familienglück“ doch sehr.

      **Die Kritik, dass es ungerecht ist, dass Deutsche den Holocaust verbrochen haben und dafür nun Palästinenser Vertreibung und Rassismus erleiden sollen, die ist nicht so leicht vom Tisch zu wischen. **

      Ja, daß ist eine wirklich ernstzunehmende Kritik! Und sie sollen dies nicht erleiden, sie erleiden es ja nun schon lange. Hier bedarf es ausschließlich eines Aufeinanderzugehens.

      Grüße
      Dirk

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