Ron Paul in Iowa knapper Dritter

Zum Sieg in Iowa hat es für Ron Paul nicht ganz gereicht. Der einzige in den beiden großen Parteien zur Präsidentschaftswahl angetretene Friedenskandidat hat zwar junge Wähler mit seiner Botschaft von Frieden und Freiheit und seinem gegen das korrupte Establishment gerichteten Wahlkampf begeistern können.

Doch die Medienmaschine des Establishments war erfolgreich darin, Ron Paul bei gesetzten Wählern so weit schlecht zu machen, dass es zum Sieg nicht ganz gereicht hat. Insbesondere bei regelmäßigen Zuschauern von Fox News sowie älteren Wählern und Wählern mit hohem Einkommen schnitt Ron Paul zu schlecht ab, um in Iowa den Sieg davontragen zu können.

Der von der zionistischen Kriegslobby und Wallstreet aufgestellte Favorit Mitt Romney, dessen außenpolitischer Weltkriegsplan von den gleichen PNAC-Leuten geschrieben wurde, die die Bush-Kriege geplant haben, scheint in Iowa mit 25% der Stimmen gewonnen zu haben. Der bei evangelikalen beliebte Außenseiter Rick Santorum, der die Politik von George W. Bush noch einmal wiederholen möchte, und ganz versessen darauf ist, Präsident zu werden, um endlich Krieg gegen den Iran beginnen zu können, hat in Iowa ebenfalls 25% der Stimmen bekommen. Reiche alte Säcke, die regelmäßig Rupert Murdochs Fox News gucken, haben diesen Herren den Sieg in Iowa gebracht. Ron Paul hat in Iowa jedoch immerhin 21% der Stimmen bekommen und ist damit knapper Dritter.

CNN berichtet die Ergebnisse der republikanischen Caucases in Iowa 2012 derzeit (06:00h MEZ) bei einem Auszählungsstand von 96%, wie folgt:

Mitt Romney: 29,051 Stimmen, 25%, 6 Delegierte
Rick Santorum: 28,938 Stimmen, 25%, 6 Delegierte
Ron Paul: 25,121 Stimmen, 21%, 4 Delegierte
Newt Gingrich: 15,639 Stimmen, 13%, 1 Delegierte(n)
Rick Perry: 12,127 Stimmen, 10%, 1 Delegierte(n)
Michele Bachmann: 5,926 Stimmen, 5%, 0 Delegierte
Jon Huntsman: 702 Stimmen, 1%, 0 Delegierte

Bei der Anzahl der Stimmen liegen Mitt Romney und Rick Santorum nach Auszählung von 96% der Stimmen so dicht beeinander, dass am Ende auch noch Rick Santorum zum Sieger von Iowa gekürt werden könnte. Aber darauf kommt es ohnehin nicht an, denn beide sind Kandidaten der zionistischen Kriegslobby, und sie unterscheiden sich durch nichts außer Rhetorik. 18 von 25 durch die Caucases in Iowa zu wählende Delegierte sind bisher zugeordnet.

Der vom Sieg in Iowa erhoffte große Schub für die Kampagne von Ron Paul bleibt damit aus. Doch Ron Paul bleibt weiter im Rennen. So wie es aussieht, hat Ron Paul in Iowa vermutlich nur wenige Delegierte weniger errungen als es Rick Santorum und Mitt Romney gelungen ist. Das Ergbenis in Iowa ist so knapp, dass die Kampagne von Ron Paul zur Revolutionierung der USA hin zu einem verantwortungsvoll handelnden Staat der Freiheit, der seine Botschaft nicht mit dem Bajonett, sondern als gutes Vorbild verbreitet, ohne Probleme weitergehen kann.

Die Kampagne von Ron Paul behält Schwung. Ron Paul ist nicht zusammengeklappt, nachdem Ron Paul vor drei Wochen in Umfragen für Iowa erstmals vorn gezeigt hatten und die Medien des Establishments von Ignorieren auf Verteufeln umgeschaltet haben. Nun haben die Propagandisten der Kriegslobby ihr Pulver verschossen, und werden sich anstatt mit Schlamm zu werfen den Argumenten für eine friedliche Außenpolitik der USA stellen müssen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl und bis zur Nominierung des Gegners vom skrupellosen und international aktiven Massenmörder Barack Obama ist es noch ein weiter Weg. Die nächsten Vorwahlen finden am 10. Januar im Bundesstaat New Hampshire statt.

Update 09:00h CET: CNN meldet derzeit nach 99% ausgezählter Stimmen, dass Ron Paul genau wie Rick Santorum und Mitt Romney in Iowa letztlich sieben der 25 zu wählenden Delegierten für sich gewonnen hat – nach der Anzahl der Delegierten wäre die Wahl in Iowa damit unentschieden zwischen den drei Kandidaten ausgegangen.

AP meldete hingegen, Mitt Romney habe 13 „projektierte“ Delegierte gewonnen, Rick Santorum 12 und Ron Paul keinen. Kurz danach bestätigte AP die Meldung noch einmal mit einem Update und schrieb dazu, Ron Paul habe keine Delegierten gewonnen, weil er keinen Kongressbezirk gewonnen habe, schränkte die Meldung aber damit ein, dass aus projektierten Delegerten nur richtige Delegierte werden, wenn sich das Wahlverhalten der lokalen Delegierten zu den Landesdelegierten nicht geändert habe. CNN bleibt hingegen bei der Einschätzung, dass Ron Paul in Iowa genau wie Mitt Romney und Rick Santorum sieben Delegierte gewonnen habe. Es sieht damit so aus, dass einigen Medien unklar ist, wie die Delegierten in Iowa letztlich verteilt werden, oder sie versuchen, durch nicht objektive Einschätzungen Politik zu machen.

Überhaupt scheint es mit der politischen Bildung der Journalisten in den USA nicht weit her zu sein. Kevin Landrigan titelte im „Nashua Telegraph“ sinngemäß: „Romney siegt in Iowa mit acht Stimmen Vorsprung, bekommt 25 Delegierte“. So wäre es wohl, wenn in Iowa die „Winner-takes-all“-Regel gelten würde. Doch sie gilt in Iowa nicht. Caucus-Wähler wählen lokale Delegierte und die wählen dann in weiteren Schritten an anderen Tagen die Delegierten des Bundesstaates Iowa zur Nationalen Convention.

Mit dem Mangel an politischer Bildung ist Kevin Landrigan aber nicht allein. Der von den Medien des Establishments als Favorit gehandelte Kandidat Newt Gingrich stellte kürzlich ebenso wie Rick Perry ganz überrascht fest, dass sein Name in seinem Heimatstaat Virginia wegen mangelnder gültiger Unterstützerunterschriften nicht auf dem Wahlzettel stehen wird. Als Reaktion auf das Verfehlen der Quaifikation hat Newt Gingrich dann angekündigt, die Wähler dazu auffordern zu wollen, anstelle eines Kreuzes seinen Namen in die Stimmzettel von Virginia einzutragen und so als „Write-In“-Kandidat gewinnen zu wollen, nur um sich dann sagen lassen zu müssen, dass das in seinem Heimatstaat Virginia nicht legal ist und solche Stimmzettel ungültig sind.

Update 13:00h CET: Interessante Geschichte: Business Insider meint, Ron Paul habe in Iowa möglicherweise die Mehrheit der Delegierten gewonnen. Die Kampagne von Ron Paul hat ihre Aktivisten darauf trainiert, nach den Wahlen dazubleiben und sich als Delegierte in Wahlbezirken anzubieten, wo sich einfach nicht genügend Leute gefunden haben, die Delegierte sein wollten und sich dafür nach der unverbindlichen Stimmabgabe für die Präsidentenwahl zur Wahl stellten. Einmal als Delegierte ernannt, können sie dann bei der nächsthöheren Delegiertenkonferenz wieder für Ron Paul stimmen, da die Kandidatenwahl des Wahlbezirks nicht bindend für die Delegierten ist. Außerdem waren die Wähler in vielen Wahlbezirken sich ohnehin nicht so sicher, wen sie wählen wollten und haben eine Verlegenheitswahl gemacht. Sollte das so sein, hätte Ron Paul damit erfolgreich genutzt, dass seine Anhänger im Allgemeinen motivierter und überzeugter sind als die aller anderen Kandidaten.

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