2012 – ein weiteres Kriegsjahr?

Kaum ein anderes Jahr war in der jüngeren Geschichte so sehr von gewalttätigen US-geführten Regime-Change-Operationen geprägt wie das vergangene Jahr 2011. Die Hypermacht USA sind im letzten Jahrzehnt aufgrund gravierender militärischer und wirtschaftspolitischer Fehler zu schwach geworden, um zu verhindern, dass das American Empire an den Rändern ausfranst. Im Jahr 2011 versuchten die Herrscher der USA, dem anstehenden globalen Machtverlust durch Krieg, auf Propaganda basierenden Regime-Change-Operationen und ausgedehnte Terrorkampagnen in fernen Ländern entgegenzuwirken. Für das Jahr 2012 gibt es leider kaum Hoffnung auf Besserung. Im Gegenteil, die Zeichen stehen auf Sturm.

Die spektakulärsten militärischen Fehler der Herrscher über das US Empire im letzten Jahrzehnt sind natürlich die Kriege zur Eroberung und Besatzung von Afghanistan und Irak. Die Kosten dieser beiden Kriege der Wahl belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf etwa vier Billionen US-Dollar. Zusätzlich haben die Herrscher der USA das Basisbudget des US-Kriegsministeriums von unter 300 MMilliarden US-Dollar im Jahr 2000, womit das American Empire bereits ein Vielfaches dessen für Militär ausgegeben hat wie das derzeit diesbezüglich zweitplatzierte Land China, bis zum Jahr 2010 auf weit über über 500 Milliarden US-Dollar im Jahr erhöht, womit sie im letzten Jahrzehnt noch etwa eine Billion US-Dollar zusätzlich zu den direkten Kriegskosten in ihre Kriegsmaschinerie gepumpt haben. Zusammen sind das also über fünf Billionen US-Dollar, die die USA im Laufen des letzten Jahrzehnts im Vergleich zu den Ausgaben im Jahr 2000 zusätzlich in ihre weltweit operierende Kriegsmaschinerie gesteckt haben. Zum Ende des Jahrzehnts übertrafen die Militärausgaben der USA die der nächsten Länder nicht nur absolut um ein Vielfaches, sondern waren auch relativ zur Wirtschaftslleistung mehr als doppelt so groß wie die anderer Länder mit großem Militärbudget geworden.

Finanziert haben die USA ihre im letzten Jahrzehnt getätigten gigantischen Zusatzausgaben für ihre Militärmaschinerie anstelle von Steuererhöhungen durch Verschuldung. Von 2000 bis 2010 wurde die Nettoverschuldung der USA IWF-Daten zufolge um etwa 6,5 Billionen US-Dollar von rund 3,5 Billionen US-Dollar auf rund 10 Billionen US-Dollar erhöht. Dass der Nettoschuldenanstieg der USA die zusätzlichen Militärausgaben noch übertroffen hat, liegt unter anderem daran, dass die US-Regierung die Steuern zur Finanzierung der zusätzlichen Militärausgaben nicht nur nicht erhöht hat, sondern sie zu Lasten einer noch höheren Verschuldung im Jahrzehnt des sogenannten Kriegs gegen den Terror sogar gesenkt hat. Die Nettoverschuldungsquote erhöhten die USA in diesem Zeitraum dadurch von 35% auf 68%. Da die US-Regierung ihren Bürgern außerdem noch mehr staatliche Leistungen für die Zukunft versprochen hat, und diese versprochenen Leistungen durch von US-Regierungsstellen besicherte Anleihen vebucht werden müssen, erhöhte sich die Bruttoverschuldung der USA im gleichen Zeitraum sogar um etwa 8,2 Billionen US-Dollar von rund 5,5 Billionen US-Dollar auf rund 13,7 Bilionen US-Dollar, was einem Anstieg der Bruttostaatsverschudungsquote der USA in bezug auf das Bruttoinlandsprodukt von 54% auf 94% entsprach.

In den ersten Jahren des vorherigen Jahrzehnts haben die USA zudem versucht, die Kriegskosten durch eine extrem lockere Geldpolitik für die Öffentlichkeit praktisch unsichtbar zu machen. Die Wirtschaft wuchs auf dem Papier dank einer von der inflationären Geldpolitik verursachten gewaltigen Immobilienblase zunächst prächtig. Während das Land zunehmend deindustialisiert wurde, lebten die USA zunehmend von imaginärer Wertschöpfung wie Spekulation auf stets rasant steigende Immobilienpreise und Aktienkurse, Patenttrollerei, Markenausbeutung, Verschuldung und Profiten aus der Seignorage für die Weltreservewährung US-Dollar.

Doch im Jahr 2008 passierte mit der US-Blase, was mit allen Blasen früher oder später passiert: sie platzte. Seitdem die Blase geplatzt ist, kommen die erhöhten Kosten für Krieg und Militär mit aller Wucht zum Vorschein. Die einzigen Zahlen, die seitdem in den USA noch wie ein Uhrwerk nach oben klettern, sind die Armutszahlen. Obwohl Essensmarken an Erwerbsfähige nur für kurze Zeit ausgegeben werden, steigt die Zahl der Empfänger kontinuierlich an.

Im Jahr 2010 stieg die Nettoverschuldung der USA um beinahe 1,5 Bilionen US-Dollar und die Verschuldungsquote wuchs um etwa acht Prozent von BIP. Wegen der zuvor bereits jahrelang permanent gefahrenen extrem expansiven Geldpolitik brachten auch extreme Defizite und expansive Geldpolitik die Wirtschaft nicht mehr in Schwung. Das BIP der USA stieg im Vergleich zum Jahr 2009 trotz des Billionendefizites im Jahr 2010 nicht einmal um 600 Milliarden US-Dollar.

Die Erträge dieser riesigen Militärausgaben der USA im letzten Jahrzehnt waren desaströs. Die USA werden nach all den im letzten Jahrzehnt im Krieg gegen den Terror getätigten Ausgaben weltweit ganz überwiegend nicht vermehrt als gutmütige Hegemonialmacht wahrgenommen, die im Interesse der ganzen Welt mutig gegen Terroristen und Diktaturen kämpft, und den Menschen weltweit Freiheit, Wohlstand und Menschenrechte bringt und sichert. Das Gegenteil ist der Fall. Die USA selbst werden vermehrt als der Schurkenstaat schlechthin wahrgenommen, dessen Regime nach nach Belieben das Verbrechen illegaler Angriffskriege begeht, gedankenlos lügt, betrügt und massenmordet, hochoffiziell Menschen entführt und foltert, ständig andere Länder mit Sanktionen oder Krieg bedroht, und auch ansonsten permanent mit Versuchen beschäftigt ist, die Regierungen fremder Staaten zu stürzen, deren Meinung den Herrschern der USA nicht passt. Dasht-i-Leili, Bagram, Abu Ghraib, Haditha, Guantanamo, Extrajudicial Rendition, Black Sites, Targeted Killing, Waterboarding, Depleted Uranium, Drone Strike, das sind nur einige der Begriffe, die seit dem letzten Jahrzehnt untrennbar mit dem Wort USA verbunden sind.

Das verbrecherische Verhalten der USA hat entscheidend dazu beigetragen, dass den USA im letzten Jahrzehnt praktisch alle Operationen schiefgegangen sind, die die USA unternommen haben, um die geostrategische Position des US Empires auszubauen. Stattdessen arbeiten weltweit immer mehr Länder darauf hin, aus dem US Empire auszubrechen.

Beim teuren Krieg der USA gegen den Irak ist geostrategisch nichts anderes herausgekommen, als dass die Position des Iran gestärkt wurde und aus dem mit dem Iran verfeindeten Irak von Saddam Hussein heute ein enger Verbündeter des Iran geworden ist. Ölförderung und Wirtschaft lassen die Iraker sich von allen möglichen Firmen organisieren, Hauptsache sie sind nicht aus den USA. Aus dem ebenfalls teuren Krieg gegen Afghanistan versuchen die USA nach zehn Jahren erfolgoser Besatzung dadurch halbwegs gesichtswahrend herauszukommen, dass sie es ihrem Kriegsgegner, den Taliban, sowie ihrem früheren Verbündeten Pakistan und dem Iran überlassen wollen, zukünftig in Afghanistan für Sicherheit zu sorgen. Vier Billionen US-Dollar haben die USA in den Kriegen gegen Afghanistan und Irak ausgegeben, und konkret haben sie dabei bloß erreicht, dass die Position ihres verhassten Hauptopponenten in der Region, Iran, gestärkt wurde.

Auch die bunten Regime-Change-Operationen und Putsche in anderen Ländern sind den USA im letzten Jahrzehnt praktisch ohne Ausnahme entweder misslungen oder sie wurden kurz darauf zurückgerollt. Misslungen sind den USA im letzten Jahrzehnt bunte Regime-Change-Operationen und Putsche unter anderem in Venezuela, Weißrussland, Myanmar, Bolivien, China, Ecuador und Iran, zuückgerollt wurden US-geführte bunte Revolutionen zwischenzeitlich unter anderem in Serbien, der Ukraine, Kirgisien, Libanon und Thailand. In Georgien und Honduras sind den USA die Regime Changes im letzten Jahrzehnt zwar geglückt, aber da stehen noch Wahlen aus, wo ein Zurückrollen der jeweiligen US-geführten Regime Changes wahrscheinlich ist.

Verloren haben US-freundliche Regierungen und Kandidaten hingegen vielerorts. In Lateinamerika haben sich Brasilien, Bolivien, Argentinien, Ecuador, Uruguay, Paraguay und Nicaragua vom US Empire gelöst. In Zentralasien hat sich das von den Großmächten Russland und China geführte Bündnis SCO so prächtig entwicket, dass Pakistan, Indien, die Mongolei und Iran dort auch gern Mitglied werden würden. In Südostasien orientieren sich gleich zehn Staaten des Regionalbündnisses ASEAN immer mehr in Richtung China. Selbst die pro-amerikanischen Bastionen Japan, Südkorea, Taiwan und Australien richten sich wirtschaftlich immer mehr auf China aus, so dass, wenn es so weitergeht, der Bruch mit den USA nur noch eine Frage der Zeit ist. China steht für Wachstum, die USA für wirtschaftlichen Stillstand. Im Süden Afikas entwickelt sich Südafrika zu einer von den USA unabhängigen und eng mit China und Russland kooperierenden Regionalmacht. Und selbst in Europa, wo die USA im letzten Jahrzehnt des vorherigen Jahrhunderts den großen Erfolg feierten, Osteuropa in das US-amerikanische Protektorat EU unter Führung Deutschlands einzugliedern, lief es im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts nicht rund für die USA. So haben die US-Vasallen Deutschland und Frankreich sich dem Krieg gegen den Irak verweigert und China ist auf bestem Weg, die USA als wichtigster Handelspartner der EU zu überholen. Obendrein hat Russland mit Hilfe von Deutschland das Kunststück fertig gebracht, Europa gegen die US-geführte Konkurrenz des „Nabucco-Projektes“ mit den Pipelines Nordstream und South Stream energiewirtschaftlich an Russland anzubinden und damit unabhängig von den durch die USA beherrschten Ölquellen im nahen Osten zu machen.

Die Krönung für das American Empire war im letzten Jahrzehnt der US-Vasall Israel. Nachdem die USA Billionen von US-Dollar für von Israel gewünschte Regime-Change-Operationen in Afghanistan, Irak, Libanon und Iran ausgegeben hat, hat das israelische Regime dem US Empire ganz offen erklärt, dass Israel die Außenpolitik der USA im nahen Osten bestimmt und überhaupt nicht daran denke, im Interesse der USA Forderungen nachzukommen, dauerhaft den illegalen Siedlungsbau in besetzten Gebieten einzutellen und Frieden mit der einheimischen arabischen Bevölkerung zu schließen.

So sieht ein Imperium aus, das im Begriff des Zerbrechens ist. An der Wand zeichnet sich bereits der Schatten der demnächst neuen größten Macht der Erde ab: China. IWF-Daten zufolge wird China die USA im Jahr 2016 bezüglich des nach Kaufkraftparität umgerechneten Bruttoinlandsproduktes als größte Wirtschaftsmacht der Erde überholen. Nach dem Bruttoinlandsprodukt zum Wechselkurs gerechnet, wird es den IWF-Daten zufolge zwar noch deutlich länger dauern, bis China die USA als größte Wirtschaftsmacht der Erde ablöst, doch es kann auch viel schneller gehen. In den letzten Jahren waren die Prognosen des IWF bezüglich den USA stets deutlich zu optimistisch und die Prognosen des IWF bezüglich China deutlich zu pessimistisch. Außerdem liegt der Wechselkurs letztlich in der Hand der solventeren Partei. Und das ist China, denn im Gegensatz zu den USA verwaltet China nicht riesige Schulden, sondern riesige Devisenguthaben. Das absehbare Zerbrechen des mörderischen US Empires und der Aufstieg Chinas ist allerdings nicht nur ein Grund zu großer Freude, sondern auch ein Grund zu Sorge. Historisch gesehen war das Zerbrechen von Empires oft durch Zeiten von Krieg begleitet. Bevor das britische Empire nach 1947 mit der Erlangung der Unabhängigkeit von Indien und Pakistan zerbrochen ist, hat es zwei Weltkriege gegeben.

Auch wenn das US Empire im Begriff des Zerbrechens ist, so haben die USA nach wie vor die größte Militärmaschinerie der Welt, und sie haben auch den weltweit größten Propaganda-Apparat der Welt. Das Jahr 2011 hat gezeigt, dass das US Empire weder gewillt ist, die Realität des Zerbrechens des US Empires zur Kenntnis zu nehmen, noch gewillt ist, ohne Angriffskriege, ausgedehnte Terrorkampagnen und reihenweise subversive Bemühungen zum Regime Change in fremden Ländern in der Versenkung zu verschwinden.

Zur Durchführung der Ermordung eines ihnen missliebigen Staatsführers im ölreichen Staat Libyen haben die USA im Jahr 2011 die beiläufige Ermordung von Zigtausenden von Menschen in Kauf genommen. Die US-geführte Terror- und Propaganda-Operation zur Destabilisierung Syriens hat im Jahr 2011 das Leben von Tausenden von Menschen gekostet. Im Jemen hat eine US-geführte Regime-Change-Operation im Jahr 2011 das Leben von weit mehr als Tausend Menschen gekostet. Die im Jahr 2011 in Tunesien und Ägypten von den USA erfolgreich gestarteten Regime-Change-Operationen waren mit jeweils mehreren Hundert Toten dagegen geradezu unblutig, abenso wie die von den USA initiierte Regime-Change-Operation in Bahrain, die die USA zwar später zu stoppen versucht haben, och auch da sind Dutzende Menschen gestorben. Weitere auf Propaganda basierende Regime-Change-Operationen haben die USA im Jahr 2011 unter anderem gegen Malysia, Iran, Russland und China zu starten versucht.

Im Irak haben die USA im Jahr 2011 zwar widerwillig ihre Militärbasen zur Besetzung des Landes geschlossen, doch haben sie dafür ihr „Botschaft“ genanntes Hauptquartier in Bagdad auf 16.000 Besatzer aufgestockt. In Afghanistan und über die Grenze hinweg in Pakistan ermordeten US-Killertruppen auch im Jahr 2011 willkürlich massenhaft Menschen. Zusätzlich haben die USA im Jahr 2011 ausgedehnte Terrorkampagnen gegen ihnen missliebige Menschen in Somalia und Jemen durchgeführt sowie US-Terroristen nach Zentralafrika entsandt. Gegen Ende des Jahres 2011 haben die USA zusätzlich noch zum Zweck der totalen Unterwerfung „verkrüppelde Sanktionen“ gegen den Iran in die Wege geleitet, die, falls sie Realität werden, geradezu zwangsläufig in einen heißen und vollständigen Krieg mit dem Iran führen werden, wenn der Iran nicht untätig zusehen möchte, wie Millionen iranischer Kinder an Sanktionen sterben, so wie das in den 90er Jahren nach Verhängung „verkrüppelder Sanktionen“ durch die USA im Irak war.

Was die USA mit ihren Regime-Change-Operationen in Nordafrika und Westasien bezwecken, bleibt völlig im Dunkeln. In Nordafrika kommen dabei völlig anti-amerikanische Regierungen an die Macht, und in Westasien sieht es kaum anders aus. Der einzig einleuchtende Grund für diese blutrünstigen Aktivitäten der USA ist, dass sie nackte Verzweiflung gepackt hat. Wenn alles so weitergeht wie bisher, dann wird das US Empire zerbrechen. Und da die USA nichts als Krieg, Terror und auf Propagdanda basierende Regime Changes können, versuchen sie in dieser Situation diese Mittel anzuwenden, obwohl das ihren Untergang nur schmerzhafter macht und beschleunigt.

Im Jahr 2011 haben die USA sich außenpolitisch also insgesamt als total aggressive, massenmörderische und völlig irrational handelnde Weltmacht gezeigt. Während die Führung der USA ihr Staatsdefizit und ihre aus dem Ruder laufenden Schulden durch ebenso gewaltätige wie planlose Aktivitäten zum Regime Change in ihnen missliebigen Ländern zu überspielen versucht, dürstet es der zu einem großen Teil aus verblödeten Ignoranten bestehenden Bevölkerung der USA nach weiterem sinnlosem Blutvergießen.

Ron Paul wird als der einzige im Jahr 2012 in den USA antretende Präsidentschaftskandidat, der eine gewisse Popularität hat und ernsthaft angekündigt hat, die US-Kriegsmaschinerie und die sich daraus ergebende US-Staatsverschuldung in den Griff bekommen zu wollen, von weiten Teilen der US-Bevölkerung dank intensiver Gehirnwäsche durch die US-Propaganda als verrückter Spinner wahrgenommen. Stattdessen gelten der US-Bevölkerung massenmörderische Psychopathen wie Barack Obama oder Mitt Romney als akzeptable Präsidentschaftskandiaten. Fast niemand in den USA denkt auch nur für zwei Dollar fünfzig darüber nach, dass ein Krieg der USA gegen den Iran abgesehen von Millionen Toten nichts weiter bewirken wird, als dass der Niedergang der USA und der Aufstieg Chinas beschleunigt werden wird. Beinahe niemand in den USA und ihren Vasallenstaaten macht sich anscheinend Gedanken darum, dass der Iran beim Krieg gegen die USA in Westasien Hilfe von Libanon, Syrien, Irak, Afghansitan, Pakistan Russland, China und weiteren Staaten bekommen könnte. Der Schauplatz des Krieges reichte dann vom Mittelmeer bis nach Kashmir, und er könnte außer Asien auch andere Erdteile erreichen wie Afrika, Amerika und Europa. Es muss nicht einmal Absicht sein, denn das Einzige, was die Herren in der US-Regierung im Jahr 2011 überzeugend dargelegt haben, ist, dass sie nicht wissen was sie tun.

Die Friedensbewegung schläft derweil den Schlaf der Gerechten. Die Bühne zum dritten Weltkrieg ist aufgebaut. Der Krieg läuft bereits. So wie die Dinge aussehen, könnte es passieren, dass zukünftige Historiker das Jahr 2011 als den Beginn des dritten Weltkrieges notieren werden, der im Jahr 2012 wirklich heiß und umfassend geworden ist. Die Ähnlichkeiten des Jahresbeginns 2012 mit dem Beginn des Jahres 1940 sind frappierend. Auch damals hat beinahe niemand daran gedacht, dass das Jahr 1939 einmal als der Beginn des zweiten Weltkrieges bezeichnet werden würde. Auch 1940 wurde einfach als der Beginn eines weiteren Kriegsjahres wahrgenommen. Es bleibt zu hoffen, dass 2012 einfach nur ein weiteres Kriegsjahr wird und es 2012 nicht zum heißen Weltkrieg kommt, doch die Chancen dafür, dass es zum Weltkrieg kommt, waren seit Jahrzehnten nicht mehr so groß wie zum Jahresanfang 2012. Wenn es 2012 zum dritten Weltkrieg kommt, bleibt dank Merkel und Westerwelle die Hoffnung, dass Deutschland trotz heißlaufender Propaganda auf allen Kanälen nicht mitmacht, genauso wie Deutschland den US-geführten Krieg gegen Libyen nicht mitgemacht hat. Traurige Zeiten sind das, wenn das Parteibuch Abzocker wie Merkel und Westerwelle lobt. Aber was soll man machen? SPD und Grüne waren geradezu versessen darauf, beim Krieg gegen Libyen mitzumachen.

Das Pateibuch wünscht ein frohes neues Jahr.

17 Gedanken zu “2012 – ein weiteres Kriegsjahr?

  1. Alles Gute für 2012 – als Erstes!

    Danke auch wieder für Ihren ausführlichen Artikel, zu dem ich einige Kommentare hätte, da ich von anderen Prämissen ausgehe und daher zu komplett anderen Schlüssen als Sie komme.
    Das US-Empire ist nicht am Zerbrechen oder untergehen. Wer auch immer hinter den Wirtschafts und Militäraktionen weltweit verantwortlich zeichnet, sie erweisen sich in mehreren Punkten als unglaublich konkordant.

    Die Verschuldung der US- Wirtschaft mit bis 94% des BIP ist System.
    Die Ermordung und Terrorisierung der Länder global ist System.
    Die militärische Vorherrschaft der USA ist global unangefochten.
    Die Handlungsfreiheit – besser Handlungswillkür der Entscheidungsträger ist unbeeinflussbar.
    Was hingegen auseinandergebrochen ist: Die Moral dieser Gruppierungen mit dem Rest der moralisch denkenden und handelnden Menschen, egal welcher Herkunft, welcher Religion.

    Punkt eins: Der Rest der Welt – beinnahe jeder Bürger weltweit bezahlt diese Kriege! – über das global zirkulierende Kapital, durch die Versicherungsverflechtungen, usw.
    Punkt zwei: die 16 000 Befehlsempfänger in Bagdad sind nur ein absurdes Beispiel für die Kolonialisierung mittels Militär. (siehe D, siehe I, siehe ex Jugoslawien, etc., überall die gleiche Strategie )
    Punkt drei:Seit dem ein „Etwas“ das al Osama bin Laden ins Meer gekippt worden ist und als ein Herr Anwar al Awlaki im September im Jemen ermordet wurde, spätestens dann war eindeutig klar: Die Entscheidungsträger des Hegemonials „USA“ bedürfen keiner Rechtfertigung mehr, oder dem Anschein einer moralischen Legitimation für ihr Handeln. (Beispiel, das an „Peinlichkeit“ schwer zu überbieten ist: „Ich kam, sah und er war tot“ einer Unperson, die als Außenministerin marionettiert)!

    Letzter Punkt: Diese Gruppen von Menschen, die diese Entwicklungen steuern, sind intelligent, sehr intelligent sogar, sie haben nichts anderes zu tun, als ihre Macht auszubauen, die sie am Leben erhält. Sie mit dem „normativen“ Moralvorstellungen zu vergleichen, führt zu Fehlschlüssen.
    Diese Menschen(gruppen) geben sich ihr eigenes Gesetz!!! – Und die Folgen daraus sind nicht „fehlgeschlagen“, das sieht nur für „uns“ so aus.
    Es scheint dadurch, als würde sich die USA nur mehr über Kriege als Staat definieren. –

    Dennoch gibt es Hoffnung: Zu erkennen und aus moralischer Intuition, einem ethischen Individualismus heraus zu handeln. Wenn das mehr und mehr Menschen praktizieren wird die Änderung sichtbar – löst sich dieses Geschwür an Amoral langsam auf, das kann gar nicht anders sein. (Weil das würde bedeuten, dass Schatten ohne Licht möglich währe oder Schatten mächtiger als Licht! :-)

    1. Die moralische Integrität eines Kriegsherren wird im chinesischen Sun Zu, dem Standartwerk taktischer Kriegsführung, zum Paradigma erhoben. Einem integeren Anführer folgen die Soldaten bedingungsloser als einem Schurken. Dieses Theorem lässt sich m.E. auch auf die Führung von Staaten und Völkern anwenden. Ein Volk, das seine Eliten verachtet, wird stets Gegendruck aufbauen, was den Eliten die Arbeit erschwert.

      Gerade jene, die uns flächendeckend den Alltag versauen, kämen sehr viel leichter und schneller voran, stände die Gesamtbevölkerung gesammelt hinter ihnen und täte sich mit ihnen identifizieren. Das Gros der Masse ist zwar in der Tat ziemlich enthirnt, der Anteil jener, die aufwachen, wächst jedoch allem Anschein nach. Meine Wahrnehmung mag hier selektiv verzerrt sein, da ich mich in diesen Kreisen nicht aufhalte, lieber unter meinesgleichen bin. Allein jedoch der Widerstand, der sich im vergangenen Jahr gebildet hat, wirkt in jedem Fall sehr hemmend auf die Absichten unserer Politmarionetten. So hatte der Eklat um Stuttgart 21 tatsächlich zur Folge, dass Mapus tiefergelegt wurde und seinen Hut nehmen musste. Kurz um – Mag sein, dass die USA in Wirklichkeit auf der heimlichen Siegerstraße ihrem Endsieg entgegencruisen, ich halte es jedoch für völlig ausgeschlossen, dass der wachsende Widerstand gegen die US- Eliten im eigenen Land sich überhaupt nicht erschwerend auf die Durchführung ihrer Vorhaben auswirkt.

  2. „Moralische Intuition und ethischen Individualismus“ braucht es im Fall USA nicht mehr, werter Gast (wäre auch schlimm, denn auf welchem Humus sollte das dort wachsen?).

    Die Losung liegt ganz woanders:
    Die wirtschaftliche Situation des Landes wurde im Artikel schon ausreichend dargestellt. AUSSERDEM und oben drauf kommen die Kleinigkeit von 600 Billionen.
    http://uhupardo.wordpress.com/2011/12/17/euro-krise-laecherlich/

    Deswegen geht der Krug war zum Brunnen bis zu den US-Wahlen, doch danach dürfte Schluss sein, vollkommenunabhängig davon, ob Demokraten oder Republikaner die Abstimmung gewinnen.
    http://uhupardo.wordpress.com/2011/11/13/system-crash-kommt-nach-den-us-wahlen/

    Dem Parteibuch ein „Feliz 2012“ und weiterhin viel Erfolg

    Saludos del Uhupardo

    1. @uhupardo
      Ja danke für Ihre Antwort – oder auch mögliche Korrekturhilfe.
      Ich kenne Ihre Seiten, und gerade das was Sie an Ideen anbieten (Tag nach dem Crash), sehe ich nicht im Widerspruch zum „ethischen Individualismus“ – auch für die USA nicht! Oder was meinen Sie unter „Selbstverwirklicher“. Wenn er/sie für die Gemeinschaft seine/ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellt, dann handelt er/sie ethisch, – individuell, nichts weiter.
      Leider haftet heute diesem Begriff „Selbstverwirklicher“ einerseits dieses „hobbymäßige“ an, andererseits wird es einer Minderheit von Reichen, Verrückten, und/oder Künstlern als Luxus zugeschrieben; einer „elitären“ Ausnahmeschicht innerhalb der Bevölkerung.

      Je mehr Selbstbestimmung in der Bevölkerung deutlich wird (zur Regel wird), desto weniger Fremdbestimmung kann real Fuß fassen. (Auch wenn, wie zur Zeit in Libyen, es anders scheint. Es ist für mich aber deutlich, dass die libysche Bevölkerung nicht (mehr) korrumpierbar ist. Diesen Prozess betrachte ich als irreversibel, hoffnungsspendend).

      1. @ gast
        Ich finde gar keine Möglichkeit zu widersprechen. :-) Wir sind vollkommen einig. Ich nehme nur an, dass die Zeit der USA für eine rechtzeitige(!) Umgestaltung anhand von ethischem Individualismus bereits abgelaufen ist (was die Schadensbilanz rundherum angeht).

  3. @gast
    Klar konnten sich die USA in der Vergangenheit einfach immer weiter Verschulden. Nur derzeit treffen sie gerade eine Grenze.

    Die Nettoverschuldung von derzeit etwas über 70%/BIP und Bruttoverschuldung von derzeit knapp über 100%/BIP ist für die USA im Prinzip genauso viel oder wenig ein Problem die italienische Verschuldung von über 100%. Im Prinzip wäre die Verschuldung handhabbar, aber: das eigentliche Problem ist das laufende Defizit.

    Im Haushaltsjahr 2011 – in den USA ist das nicht identisch mit dem Kalenderjahr – wurde wieder ein Defizit von rund 1,5 Billionen US-Dollar eingeplant:

    http://en.wikipedia.org/wiki/2011_United_States_federal_budget

    Das sind wieder rund 10%/BIP, die da auf die 70% bzw 100% Verschuldung drauf kommen. Im Jahr 2012 werden die USA mit Sicherheit wieder einen Haushalt mit einem heftigen Defizit beschließen, denn im Herbst sind Wahlen, und Austeritätsmaßnahmen sind unpopulär. Die 100 Mrd pro Jahr Sparmaßnahmen, über die sich in den USA im letzten August so heftig gezankt wurden, sind bei einem Defizit von 1500 Miliarden pro Jahr eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Nach dem Haushaltsjahr 2012 werden die USA dann etwa bei einer Brutto-Verschuldung von 120% / BIP liegen.

    Da wird es schn ziemlich eng für die USA. Griechenland war bei 140% praktisch bankrott. Die USA können im Gegensatz zu Griechenalnd nicht bankrott gehen, da sie sich das Geld selber drucken, nur verliert der US-Dollar bei zuviel Gelddruckerei seine Funktion als Weltreservewährung. Die USA verlieren damit Profite aus der Seignorage, geschätzte 500 Mrd US-Dollar jährlich stehen da auf dem Spiel.

    Wollen die USA ihren Status als Weltmacht behalten, müssen sie darauf achten, dass der Dollar Weltreservewährung bleibt. Genau das klappt aber nicht, wenn die USA aus Haushaltsgründen zuviel davon drucken. Und genau deshalb müssen die USA ihren Haushalt über kurz oder lang halbwegs in Ordnung bringen, oder sie verlieren schon deshalb ihren Weltmachtstatus.

    Ein zu hoher Verschuldungsgrad ist auch kritisch, weil die USA bei zuviel Verschuldung die Leitzinsen nicht mehr erhöhen können, da ihnen sonst der Haushalt platzt. Erhöhen die USA nicht die Zinsen, laufen sie hingegen Gefahr, dass sie ihre Staatsanleihen nicht loswerden, gerade wenn Verschuldung und Defizite zu groß sind. Müssen die USA die Zinsen in einer Situation höchster Verschuldung erhöhen, um Staatsanleihen zu verkaufen, steigen die Defizite zinsbedingt, und sie müssen noch mehr Anleihen verkaufen. Das ist die klassische Spirale der budgetgetriebenen Hyperinflation, wie sie viele Dritte-Welt-Länder erlebt haben. Technisch ist das land dann zwar nicht pleite, aber die Währung ist Schrott und es setzt massive Kapitalflucht ein.

    Das Problem hatte Japan vor etwas mehr als zehn Jahren auch, hohe Verschuldung und Finanzblasen. Japan ist da mit Haushaltssanierung und vielen Jahren Nullzinsen raus gekommen. Diese Sanierung hat in Japan dazu geführt, dass Japan zehn Jahre praktisch kein Wachstum mehr hinbekommen hat. Genau das droht den USA nun auch, wenn sie den Haushalt sanieren. Sanieren die USA ihren Haushalt nicht, droht ihnen hingegen eine Hyperinflation. Das dürfte beim Haushalt 2013 – also nach der Wahl – brandaktuell werden.

    Zur Haushaltssanierung haben die USA zwei Möglichkeiten:

    1. Ausgaben runter
    2. Steuern rauf

    Wahrscheinlich ist eine Kombination beider Maßnahmen, also Ausgaben runter und Steuern rauf. Die Steuern drastisch zu erhöhen wäre theoretisch möglich, ist in den USA aber höchst unpopulär. Denkbar wäre zum Beispiel die Einführung einer allgemeinen Umsatzsteuer in einer Größenordnung von 10 bis 20%. Ich vermute, das würde eine Revolution geben.

    Schaut man sich die Ausgabenposten des Bundeshaushaltes der USA an, so bestehen die freiwilligen Posten zu wesentlichen Teilen aus Militär und Sozialleistungen. Dabei ist der Posten Sozialleistungen eher klein. Soviel Sozialleistungen kürzen, dass der Haushalt glatt wird, können die USA nicht, also müssen sie ans Militär, wenn sie nicht drastische Steuererhöhungen durchsetzen können und wollen.

    Daraus folgt: Wenn sie das Militär nicht drastisch kürzen, dann droht den USA eine Hyperinflation und der Verlust desr Pofite aus der Eigenschaft des US-Dollars als Leitwährung, womit das wirtschaftliche Empire am Ende wäre. Küzen sie das Militär drastisch, können sie das Überschuldngsszenario vielleicht noch verhindern, aber es drohen viele Jahre ohne nennenswertes Wachstum. Kürzen die USA das Militär, dann ist das militaristische Empire auch am Ende, und die US-Wirtschaft dürfte die negativen Hebeleffekte der Staatsausgaben durch eine schmerzliche Rezession gehen müssen.

    Die US-Neokolonien Europa und Japan können den USA im Gegensatz zu den 70ern, wo die USA den Vietnamkrieg vergeigt hatten, nicht aus der Patsche helfen, denn diesmal sind die EU und Japan selbst reichlich pleite.

    Für die USA dürften viele Jahre ohne Wachtum auch das Ende des Status als führende Weltmacht bedeuten. Unternehmen orienitieren sich dorthin, wo es Wachstum gibt, und die politischen Beziehungen folgen den wirtschaftlichen. Diesen Effekt erleben die USA seit ein paar Jahren bereits, man schaue nur wie der langjährige US-Vasall Pakistan sich an China orientiert. Und auch in Deutschland gibt es den Effekt: man beachte die Absetzbewegungen Deutschlands bei den jüngsten Kriegen und beachte „Gazprom Schalke“. Hinter den Ostbeziehungen sitzt Geld, viel Geld.

    Was ihre gegenwärtigen Kriegs- und Regime-Change-Aktionen angeht, so haben sie wirklich keinen Schimmer, was dabei herauskommt. Hier wurden gerade die Zentralen der US-Regime-Change-Operateure in Ägypten durchsucht:

    http://derstandard.at/1324501545337/Behoerden-stuermten-Bueros-auslaendischer-NGOs

    Genau wie im Irak 2003, da hatten die USA auch keinen Schimmer, was rauskommt. Die USA sind blindwütige Aggressoren, getrieben von Hochmut, Arroganz und Ignoranz. Sie machen Krieg manchmal einfach nur, weil sie es schick finden, Krieg zu machen – der Präsident sieht sonst zu „weich“ aus.

    @uhupardo
    Ja, nach der Wahl wird es in den USA Heulen und Zähneklappern geben, entweder als Crash oder in der Form drastischer Austeritätsmaßnahmen. Die US-Regierung und die Meiden sind bemüht, dass die Leute in den USA vorher nicht die Wahrheit mitbekommen. Leider sieht es so aus, dass die USA, bis Crash oder Austeritätsmaßnahmen da sind, noch einen neuen großen Krieg anfangen könnten, und dann den Krieg für Crash oder Austeritätsmaßnahmen verantwortlich machen.

    Wie groß das Problem mt den Derivaten wirklich ist, lässt sich von Außen nicht sinnvoll abschätzen. Die Zahl 600 Billionen Dollar sagt dazu nichts, da viele Derivate sich gegenseitig in der Wirkung aufheben. Beispiel: ich verspreche dir 10.000.000.000 Dollar zu zahlen, wenn der Ölpreis über 100 geht, und du erspricht mir, 9.999.999.999 Dollar zu zahlen, wenn der Ölpreis über 99 geht. Das wären dann Derivate für knapp 20 Mrd Dollar, aber wahrscheinlich wäre es, dass ich von dir für den ganzen Schmadder am Ende, wenn überhaupt, bloß einen Dollar bekomme.

  4. Nehmen wir mal an, die Strasse Hormus wird mit Minen gesperrt – was dann? Gleich mit der Keule ausholen? Die letzten Raketentests – nicht nur der Iraner sondern auch der Russen lassen die Rückkehr zum Kalten Krieg befürchten – und mehr.

    Mir gehen die amerikanischen Provokationen und die weiteren Beschlüsse der EU ( etwa sollen um den 30 Januar neue Pläne für Sanktionen vorliegen ) deutlich in Richtung geostrategisches Planspiel. Das Oel gehört wohl uns – oder?

    Auf diversen Seiten bereitet man sich neben dem Euro Debakel und der Rückkehr zur nationalen Währung auf den neuen Krieg und seine ungeahnten Folgen vor. Ich hoffe, es kommt alles anders und man sitzt am Tisch und verhandelt. Sollte sich China mit in den möglichen Iran Krieg einmischen gehts schnell bergab.

  5. @Presto
    Bei den ganzen Maßnahmen gegen Iran geht es nicht um Öl, zumindest nicht direkt, es geht auch nicht um Atom, zumindest nicht direkt, sondern es geht einzig und allein um Israel.

    Israel will es nicht hinnehmen, dass in der Region eine wirtschaftliche und miitärische Macht entsteht, die Israel ebenbürtig ist und deren Führung nicht nach der Pfeife Israels tanzt. Gibt es in der Region eine unabhängige pro-palästinensische Macht, so könnte Israel sich gezwungen sehen, den ilegalen SIedlungsbau in den besetzten Gebieten einzustellen mit den Palästinensern Frieden schließen zu müssen.

    Frieden schließen zu müssen, wollen die zionistischen Herrscher um jeden Preis vermeiden, auch wenn das einen Atomkrieg bedeutet..

    Israel möchte Iran zerstören, um nicht Frieden schließen zu müssen, das ist der Kern des ganzen Konfliktes mit dem Iran. as war auch der Kern des Konfliktes zwischen USA und Irak. Saddam Hussein hat Palästinenser unterstützt, also hat die Israel dafür gesorgt, dass US-Truppen den Irak zerstört haben. Derzeit wiederholt sich die Geschichte des Irak mit dem Iran, nur dass der Iran deutlich größer und militärisch stärker als der Irak ist. Die Israel-Lobby möchte unbedingt den Krieg gegen den Iran starten, bevor die USA dazu aufgrund von Sparmaßnahmen vielleicht kaum noch in der Lage sein werden.

    Dafür, dass USA und EU die Kriegspläne Israels regelmäßig ausführen, sorgt die Israel-Lobby, die die Politiker in USA und EU dazu zwingt gegen die Interessen ihres eigenen Landes zu handeln und sich feindich gegen Iran zu verhalten.

    Sollte China sich einmischen, beispielsweise vor einem Krieg dem Iran mit leistungsfähigen Flugabwehrraketen und den neuesten Anti-Schiffsraketen aushelfen sowie erklären, dass Nuklearangriffe auf den Iran mit nuklearen chineischen beantwortet werden, könnte das ein Weg sein, Israel,s Plan zu durchkreuzen, die USA in einen Krieg gegen Iran zu treiben und den großen Krieg zu vermeiden. Ähnlich hat es in Syrien geklappt: Die russischen Raketenieferungen an Syrien und der Besuch des russischen Flugzeugträgers in Syrien haben einstweilig das Wunder vollbracht, die NATO von ihren Plänen abzubringen, im Auftrag Israel Krieg gegen Syrien zu führen.

    Dummerweise würde es China jedoch geostrategisch nützen, wenn es zum Krieg der USA mit dem Iran kommen sollte. Reiben die USA sich in einem weiteren langen Krieg gegen China auf, würde China umgehend als einzige Supermacht übrigbleiben. Es ist deshalb schwer vorherzusehen, wie China sich trotz aler netten Worte und Geste zugunsten des Iran im Kriegsfall tatsächlich verhalten wird.

    Brandgefährlich können auch Fehlkalkulationen werden. Die Herrscher in Washington wissen nicht, was sie tun, siehe Afghanistan Irak, Libyen, Ägypten und so weiter.

    So könnte Barack Obama beispielsweise davon überzeugt sein, dass Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie ein Weg sind, um die Israel-Lobby in den USA ruhig zu stellen und den großen Krieg zu vermeiden. Der Iran könnte hingegen, wenn die Sanktionen wirklich wirken, diese als Casus Belli betrachten und darauf mit umfassenden militärischen Mitteln einschließlich der Perspektive eines allumfassenden All-Out-Wars antworten. Dem Irak ist es nach 1991 schließlich nicht gut bekommen, auf „verkrüppelnde Sanktionen“ nicht umgehend mit einem umfassenden Krieg geantwortet zu haben. Milionen Irakis einschließlich Hunderttausender irakische Kinder wären vielleicht heute noch am Leben, wenn Saddam Hussein sich 1991 entschlossen hätte, die Kämpfe auf Saudi Arabien und Israel auszuweiten und bis zum Ende zu kämpfen.

    Minen in iranischen Gewässern in der Straße von Hormuz zu verlegen, könnte ein erster Schritt in einem heißen Krieg USA/Iran sein – die Fahrrinnen in der Straße von Hormuz liegen in iranischen Gewässern.

  6. @ einparteibuch

    Auf der haaretz http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/barak-iran-worried-about-unrest-in-arab-world-1.405099 läßt sich diese Propaganda gut nachlesen…worried about ?? What ? Das Selbstbewußtsein des Staatsoberhauptes will ich nicht in Frage stellen. Wurden in der Vergangenheit nicht unzählige Geschäfte – auch mit Deutschland – getätigt? Waffenlieferungen wie beim Irak Iran Krieg und dergleichen. Nun sind es wieder die Machthaber, denen man ans Leder will. Gaddafi wurde getötet, nicht weil er ein Diktator war, sondern seine eigenen Wege ging und auch dem Land Besserungen brachte – das hat selbst ein ZDF Kinzle im WDR 3 zugeben müssen.

    Ich glaube aber nicht, wie Sie schreiben, das Israel den Iran vernichten will. Sie wollen dem aufstrebenden Land nur nicht die Platform geben, so wie es anderen Ländern vorbehalten wurde. Ich bin mir aber sicher, das bei einem Waffengang ( hoffe der kommt nicht ) gegen den Iran Israel mit im Boot sitzen wird und – wenn möglich – sich England, Frankreich und auch die BRD daran beteiligen werden – ich denke dabei nur an die Aussagen des Herrn Fischer bein Jugo Krieg und seine verquerten Ansichten.

    Der einzige Grund mit Israel zu nennen halte ich für sehr dünn, auch wenn es sich um ein „neutrales“ aber mit A-Waffen und dt. Ubooten bestücktes Land handelt. Dieses neutrale Land, welches durch Siedler, die gewalttätig gegen Palästinenser und deren Landbau vorgehen, Felder verwüsten und dann noch behaupten, sie müssten sich verteidigen, dafür habe ich kein Verständnis und auch nicht, wenn der US Obama sich an die Seite solcher Schurken stellt. Aber nicht die Israelis stören mich, ehre das verbohrte Regime und deren Auge-um-Auge Politik.

    Den USA geht es nicht nur um Weltmachtgehabe. Ich denke, es geht auch um die letzten Ressourcen, die strategischen Punkte, welche sie gerne mit Outposts und Raketenschirm, sowie den damals installierten SOSUS Warnetz festlegen. Sie wollen kontrollieren und Macht ausüben, neue politische Geflechte nach ihren Gunsten verankern und damit die Globalistenrolle voll ausspielen.
    Auch dazu brauchen sie das Öl. Stimmt es, das 40 % des weltweiten Bedarfs an Rohöl aus dem Gebiet um die Strasse Hormus kommen? Ich bin mir da nicht sicher.

    Anders als Sie denke ich auch, das Obama sich gut beraten läßt ( Arabien und Co. ) aber er den Bogen deutlich überspannt ( Kennedy war damals bei der Kuba Krise schlauer und hat sich nicht von den Berater so ins Ohr blasen lassen ). Die Aufständischen aus dem Irak sind nicht verschwunden und könnten, so meine ich, dem Iran zur Hilfe kommen und sich mit den USA in Häuserkämpfe a la Irak 2003-2007 verstricken. Das wäre die andere Seite, aber nur meine persönliche Vermutung. Denn der gemeinsame Feind sind die USA. Ich denke da immer an Jimmy Carter und die US Botschaftsgeiseln.

    Hoffen wir, das dies alles nur ein böser Traum sein wird und ein Waffengang ausbleibt.

  7. „Stimmt es, das 40 % des weltweiten Bedarfs an Rohöl aus dem Gebiet um die Strasse Hormus kommen? Ich bin mir da nicht sicher.“

    Etwa 40 Prozent des PER SCHIFF transportierten Öls.

  8. @Presto
    Du unterschätzt den Einfluss, die Macht und den Fanatismus der Israel-Lobby ganz gewaltig.

    Die US-amerikanische Nahostpolitik wird – einschließlich der Kriege – zu ganz wesentlichen Teilen von Israel gemacht. Wer sich in den USA als Politiker gegen Israel ausspricht, ist ruck-zuck weg vom Fenster. Kongress und Senat sind, mit Ausnahme von Ron Paul, seinem Sohn und Dennis Kucinich völlig dominiert von der Israel-Lobby. Auch die Medien der USA sind total dominiert von der Israel-Lobby.

    Obama hat es wie sein Vorgänger, sein Vorvorgänger und so weiter probiert, Israel zum Frieden mit den Palästinensern zu zwingen, doch Netanjyahu hat den US-amerikanischen Machtkampf mit Obama gewonnen, und baut nun mehr illegale Siedlungen als je zuvor. Der letzte Präsident, der es geschaft hat, sich gegen die Israel-Lobby durchzusetzen, war Eisenhower. Kennedy hat es versucht, doch es ist ihm nicht gut bekommen. Alle späteren Präsidenten haben nur noch sehr vorsichtige Versuche gemacht, wenn sie sich mit der Israel-Lobby angelegt haben, und den Machtkampf mit der Israel-Lobby dann auch prompt jeweils verloren. Deshalb gibt es bis heute keinen Frieden in Palästina, obwohl das eigentlich im dringenden Interese der USA wäre. Die USA sind durch ihre permanenten Kriege für Israel schon fast bankrott.

    Die Israel-Lobby war es auch, die den Krieg gegen den Irak organisiert hat. Es war ein Krieg für Israel, wie so viele andere auch.

    http://mangans.blogspot.com/2010/03/how-israel-lobby-pushed-iraq-war.html

    General Wesley Clark hat vor ein paar Jahren offengelegt, dass die USA im Jahr 2001 nach 9/11 vorhatten, sieben Länder in fünf Jahren zu überfallen: „Iraq, and then Syria, Lebanon, Libya, Somalia, Sudan, and finishing off, Iran.“

    Es hat nicht verstanden, warum die USA diese Länder überfallen wollten, und hat Öl vermutet. och Syrien hat kein Öl. Der Grund ist ein anderer: Israel und die zionistische Lobby wollen es so. Im Interesse Israels.

    Das Kalkül hinter den Kriegen ist folgendes: Die Vernichtung von staatlichen Kritikern des Zionismus dient Israel als Abschreckung und solange die USA Krieg gegen andere Länder führen, kann Israel weiter illegale Siedlungen bauen, ohne ins Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit zu geraten und zum Frieden genötigt zu werden.

    Der Plan für Großisrael wurde 1996 beim Regierungsantritt von Netanayhu festgelegt, und danach richten sich die USA:

    http://en.wikipedia.org/wiki/A_Clean_Break:_A_New_Strategy_for_Securing_the_Realm

    Aus dem gleichen Haus, IASPS, stammt auch der Plan zur Eroberung Afghanistans durch die USA: Afghan Vortex. Die Eroberung Afghanistan sollte dem Ziel dienen, von der Basis in Afghanistan aus weitere Kriege starten zu können.

    Kurz nachdem Netanyahu seinen Plan „A Clean Break“ (Ein klarer Bruch – mit dem Friedensprozess!) 1996 offengelegt hat, hat die Isael-Lobby in den USA das PNAC gegründet:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century

    PNAC-Größe Eliot Cohen war es, der das Vorort zu Mitt Romney’s außenpoitischem Konzept geschrieben hat, dass er verwirklichen will, wenn er Präsident wird. Es ist ein Konzept der Israel-Lobby, durch und durch, und zielt auf Krieg und noch mehr Krieg für Israel.

    Israel führt die Kriege gegen große missliebige Länder nicht selbst. Israel lässt die USA und seine Vasallen diese Kriege führen: Irak, Somalia, Sudan, Libyen… erledigt. Libanon ist 2005/2006 fehlgeschlagen ebenso wie erneute Versuche 2007/2008 im Libanon fehlschlugen, Iran ist 2009 fehlgeschlagen (Grüne Mossad-Revolution), Syrien ist gerade im Prozess. Gleichzeitig wird Iran für einen Angriffskrieg vorbereitet.

    Dem Iran ist es völlig klar, dass es um seine Haltung zu Israel geht und nichts anderes. Deshalb hat der Iran auch überhaupt keinen Anreiz, auf sein Atomprogramm zu verzichten. Verzichtet der Iran auf sein Atomprogramm, dann findet die Israel-Lobby einen anderen Vorwand für Krieg gegen den Iran, solange wie der Iran nicht davon ablässt, Israel zu grundlegend zu kritisieren und den palästinensischen Widerstand zu unterstützen. Davon jedoch will der Iran nicht ablassen. Solidarität mit Palästina gehört im Iran zur Staatsräson.

    Die Solidarität mit Palästina ist der Grund, warum es Krieg gegen Irak, Hisbollah und Libyen gab, der Sudan gespalten wurde, und mit allen Mitteln Regime Changes in Syrien und Iran versucht wurden bzw werden.

    Mit Öl, Anti-Terror-Kampf oder Menschenrechten hat das wenig bis nichts zu tun, Sonst hätten die USA länst Saudi Arabien angegriffen. Die westliche Welt führt diese Kriege, um fanatschen Zionisten den Aufbau eines möglichst rassenreinen Großisrael zu ermöglichen.

  9. Pingback: Infokrieg News

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.