IAEO-Report über Iran enthält nichts Neues

Nachdem Propaganda-Outlets der westlichen Atommächte auf Betreiben des zionistischen Apartheidregimes seit etwa einer Woche dem Irak-Schema folgend massiv Gerüchte von angeblichen Massenvernichtungswaffen streuen und diese auf einen neuen nicht-öffentlichen Bericht der internationalen Atomenergiebehörde stützen, ist dieser Bericht nun geleakt worden und kann von der Webseite des österreichischen Standard als pdf heruntergeladen werden.

Der IAEO-Bericht GOV/2011/65 mit Datum vom gestrigen Dienstag hat 25 Seiten, wovon eine Seite leer ist, und auf den restlichen Seiten so zahlreiche Wiederholungen enthalten sind, dass der tatsächliche Text nur wenige Seiten umfasst. Belege dafür, dass der Iran ein Atomwaffenprogramm verfolgt, und die die Öffentlichkeit auf Echtheit, Relevanz und Plausibilität prüfen könnte, finden sich in diesem kurzen Bericht natürich nicht.

Obwohl der Bericht als Anlass für zahlreiche Drohungen, gegen den Iran das Verbrechen eines Angriffskrieges zu verüben, benutzt wird, finden sich darin erstaunlicherweise keine substanziell neue Fakten zum iranischen Atomprogramm. Auch wird nicht behauptet, der Iran habe in der jüngeren Vergangenheit die Ausrichtung des Programmes geändert. Was den neuen Bericht auszeichnet, sind alte Vorwürfe zu Zeiträumen, die fünf, zehn oder noch mehr Jahre zurückliegen, und zum Gegenstand haben, dass der Iran sich mit Technologien beschäftigt hat, die sowohl für zivile und konventionell militärische Zwecke als auch für nuklearmilitärische Zwecke eingesetzt werden können.

Das Einzige, was in dem Bericht neu ist, ist die durch den japanischen IAEO-Chef Yukiya Amano vorgenommene Bewertung, dass die bisher bereits bekannten und als Fälschungen des Mossad entlarvten „Laptop-Dokumnete“, die die IAEO als „angebliche Studien Dokumentation“ bezeichnet, „im Großen und Ganzen glaubwürdig“ seien. Dass die „Laptop-Dokumnete“ nun als „im Großen und Ganzen glaubwürdig“ bezeichnet werden, wird in dem Bericht damit begründet, dass sich die „Laptop-Dokumnete“ recht gut in den bekannten Kontext der auf Dual-Use-Technologien abzielenden alten Vorwürfe zum iranischen Atomprogramm einfügen und das Fälschen der Laptop-Dokumente einem Fälscher aufgrund ihres Umfanges vermutlich zu viel Arbeit gemacht hätte.

Ansonsten enthält der Bericht nichts Neues, keinen rauchenden Colt, keine eindeutigen Beweise, nichts dergleichen. Stattdessen listet der Bericht auf, dass der Iran praktisch alle Technologien beherrscht, die zum Bau einer Atomaffe erforderlich sind, Uran anreichert, Präzisionszünder bauen kann, Raketen produziert und Know-How zum Verhalten von kritischen Massen hat.

Was im Vergleich zur Situation vor zwei oder drei Jahren neu ist, ist dass der Iran inzwischen deutlich mehr als Zehntausend Zentrifugen zur Urananreicherung hat, in den letzten Monaten wöchentlich offenbar Hunderte neue Zentrifugen gebaut hat, und in den vergangenen sechs Wochen allein auf einer kleinen Forschungsstrecke in der Lage war, wöchentlich ein Kilogramm Uran auf den unstreitig für medizinische Zwecke benötigten Grad von 20% anzureichern. Mit diesem technischen Know-How und seiner Infrastruktur an Zentrifugen könnte der Iran vermutlich binnen Wochen Monaten 15kg Uran auf über 95% anreichern, und unter Anwendung seines Know-Hows aus Projekten mit zivilen oder konventionell militärischen Zwecken daraus umgehend eine Atombombe bauen.

Da der Iran alle diese Fähigkeiten hat, berichtet die IAEO nun unter Bezugnahme auf die „Laptop-Dokumente“, es sei im Großen und Ganzen glaubwürdig, dass der Iran diese Fähigkeiten nutzt, um Atombomben zu bauen. Dies folgt der Logik, dass der Iran schön blöd wäre, wenn er es nicht täte, so oft wie der Iran von Israel, den USA und anderen Staaten, die Atomwaffen besitzen, mit dem Verbrechen eines Angriffskrieges bedroht wird. Der Gedanke, dass der Iran inzwischen in vielerlei Hinsicht eine führende Wissenschafts-, Forschungs- und Technologienation ist, und dass es für keine aktuell führende Forschungsnation ein technisches Problem ist, die nunmehr über 65 Jahre alte, also geradezu aus der Steinzeit stammdende, Technologie des Atombombenbaus zu meistern, scheint vom japanischen IAEO-Boss nicht einmal erwogen worden zu sein, und das, obwohl Japan und Deutschland selbstverständlich auch alle Technologien beherrschen, die zum Bau von Atombomben notwendig sind.

Und das ist genau das, was die Fakten zeigen. Der Iran ist genau wie Deutschland und Japan technisch in der Lage, innerhalb von kürzester Zeit Atomwaffen zu bauen, doch es gibt trotz der intensiven Kontrollen und Beobachtung keinen Hinweis darauf, dass der Iran tatsächlich auch nur ein Gramm Uran auf die nur zum Waffenbau notwendige Konzentration von 95% oder mehr angereichert hätte.

Es sieht damit so aus, als sei damit genau das, was der frühere CIA-Boss und glühende Zionist Michael Hayden vor einem Jahr als „schlimmer als eine iranische Atomwaffendetonation“ bezeichnet hatte, eingetreten: der Iran ist in der Lage, Atomwaffen zu bauen, aber er tut es nicht.

Der Iran ist damit vertragstreu im Rahmen des Nichtweiterverbreitungsvertrages, keine Bedrohung für seine Nachbarn und gleichzeitig vor millitärischen Angriffen so geschützt, als ob er Nuklearwaffen hätte, denn, und das wurde von der NATO bezüglich der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ Deutschlands immer wieder betont, im Kriegsfall ist der Atomwaffensperrvertrag als nichtig zu betrachten, und wer auch immer den Iran heute angreift, muss damit rechnen, sich morgen, noch bevor der Krieg zu Ende ist, einem nuklear bewaffneten Iran gegenüberzusehen.

Wenn das bekannt ist, ein Krieg gegen den Iran für Israel und die NATO also nicht zu geinnen ist, bleibt die Frage, warum die zionistische Mafia wie blöde mit Angriffskrieg gegen den Iran droht. Ziel der Drohungen der zionistischen Mafia gegen Iran sind tatsächlich vor allem China und Russland. Einseitige Sanktionen der NATO-Staaten ohne China und Russland an Board sind gegen den Iran wirkungslos, da sie so nur dazu führen, dass China und Russland mit dem Iran konkurrenzlos gute Geschäfte machen können.

Durch die Kriegsdrohungen Israels gegen den Iran sollen China und Russland dazu genötigt werden, als faulem „Kompromiss“ im UN-Sicherheitsrat Sanktionen gegen de Iran zuzustimmen. Damit soll die Lebensqualität der Bevölkerung des Iran beeinträchtigt, die Bevölkerung des Iran gegen die Regierung augebracht und der Bevölkerung anderer Ländern vor Augen geführt werden, dass, wer sich der zionistischen Mafia nicht unterordnet, selbst wenn er nicht wie Saddam Hussein und Muammar Gaddafi vernichtet werden kann, trotzdem in Armut leben muss.

7 Gedanken zu “IAEO-Report über Iran enthält nichts Neues

  1. Was wird uns im Falle Irans vor Augen geführt ?Der Iran soll
    nicht nur machen was der Westen will,er darf auch nicht Wissen was der Westen will.
    Fast die gesamte Presse in Deutschland eifert mit Israel und den USA,es scheint als könnten sie kaum abwarten das Israel
    ein angeblichen präventivkrieg anfängt,und der dumme Vergleich zu Saddam und Syrien,die Israel ja angegriffen hat um keine Kernkraft zuzulassen.Nur der Iran ist anders positioniert,und kann zurückschlagen da sollte sich niemand eine Illusion machen.

  2. Nein, der Bericht enthält nichts Neues. Vor allem enthält er INDIZIEN aber keine BEWEISE.

    Indizien hatten wir für die Massenvernichtungswaffen des Irak auch, das Ende ist bekannt.

    Saludos del Uhupardo

  3. Guter Bericht – aber ergänzungswert. ;-)
    Der Politik- und Militärstratege des Imperialismus geht in seinen Eroberungsplänen nach „Zeitfenstern“, die ihm zur Verfügung bleiben, vor. D.h., Zeiträume in denen er die noch vorhanden Fehler und Schwächen seiner Gegner ausnutzen kann. Schließen sich in seinen Augen diese „Zeitfenster“, dann wird es für den Imperialismus und seine Ressourcen bedeutend schwieriger und unvorhersehbarer das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Da diese Strategen regelmäßig regelrechte Hasardeure (waghalsige strategische Spieler) sind, werden sie sehr nervös und aggressiv, wenn sich ein „Zeitfenster“ schließt (oder auch plötzlich erweitert). „Psychologische Kriegsführung“ (hier besonders das psychopatisch-manipulative missbrauchen von Vertrauen anderer Leute; pokerartiges aggressive drohen mit empfindlichem Übel; sowie einen gegen den anderen ausspielen) steht deshalb bei ihnen sehr hoch im Kurs, um die Gegner in diesen „Zeitfenstern“ zu weiteren Fehlern zu bewegen. Seine Gegner (hier nur die politischen Führer diverser nationaler Bourgeoisien beleuchtet) sind hingegen regelmäßig aus dem Gleichgewicht gebracht von diesem „kaltblütig“ aggressiven Vorgehen und begehen dann immer wieder dieselben Fehler, was später völlig verharmlosend und auf dem Kopf gestellt „gescheiterte Appeasement-Politik“ genannt wird. In Wirklichkeit versuchen sie, einer wie der andere, ihren eigenen Nutzen aus der schrittweisen Erdrosselung ihrer Rivalen zu ziehen und halten ihre unterdrückten Völker mit Lügen oder „antiimperialistischen“ Geschwafel ruhig, bis der imperialistische Hauptfeind so viele „Ressourcen“ erobern und militärische Erfahrung sammeln konnte, dass auch sie potenziell zur leichten Beute werden.

    Es versteht sich, dass solche Bourgeoisie-Vertreter leicht manipulier- und korrumpierbar sind; und es zeigt auch, dass ihnen ihr eigenes Volk und fremde Völker bestenfalls nur Mittel zum Zweck sind. Deshalb kann es keinen erfolgreichen antiimperialistischen Befreiungskampf der Völker oder dauerhaften Weltfrieden mit diesen diversen nationalistischen und korrumpierten Bourgeoisie-Vertretern (versteckt hinter religiöser, linker etc. Maske) geben. Zudem betrachten diese Vertreter des einheimischen Kapitals die Eroberung der Macht durch ihr Volk auch für wesentlich gefährlicher als durch den imperialistischen Rivalen. (Selbst der chilenische Präsident Allende war damals nicht zur Bewaffnung der Arbeiterklasse bereit und verließ sich lieber auf die späteren Verräter.)

    Solange der Iran sich nicht einmal von einer reaktionär ausgelegten Glaubensideologie trennen kann und selbst mit dem verhassten NTC in Libyen herummauschelt, wird er „leichte“ Beute für den Imperialismus sein, weil die Arbeiterklasse etc. sich nicht sonderlich für diese Reaktionäre opfern wird, und die offizielle iranische „menschliche“ Weltanschauung es potenziellen Verrätern leicht macht, die Seiten zu wechseln. Bei einem geeinten, glücklichen Volk (selbst in Bescheidenheit lebend) könnte der Imperialismus keinen Fuß ohne schärfste Gegenwehr und Wachsamkeit ins Land setzen. Schon der Irak wäre das Grab für den krisengetriebenen US-Imperialismus geworden, aber fast allen Führern mit ihren Verbindungen zum Iran, Saudi-Arabien etc. ging es letztlich nur um ihre Privilegien und sie verheizten dafür sinnlos Soldaten, Arbeiter und Jugendliche. Diese habsüchtige Engstirnigkeit war so groß, dass es ein leichtes war, einen „Glaubens“krieger gegen den anderen zu hetzen. Aber wie ich schon einmal schrieb, wenn der Imperialismus weiterhin überall „Bürgerkriege“ anzettelt, so ist es den unterdrückten Völkern incl. der globalen Lohnarbeiterklasse unter anderem möglich, diese in revolutionäre Bürgerkriege umzuwandeln. (Ich könnte noch deutlicher werden, aber der Feind liest mit.)

    1. – … pokerartiges …

      Mit der absurden Schwierigkeit, dass der Iran ganz offensichtlich Schach, und nicht Poker spielt. Zusammen mit der strategischen Höchstpriorität für die hegemonialen Interessen Russlands und Chinas kann der Schuss für die EUSraEliten nur bei Totalversagen der SCO nach hinten losgegen.

      – Solange der Iran … wird er „leichte“ Beute für den Imperialismus sein, …

      Für welche Art Imerialismus? Russisch, chinesisch oder westlich? Aus geografisch-strategischen und seit geraumer Zeit auch finanziellen Gründen ist es für die EUSraEliten so gut wie unmöglich, der russisch-chinesischen Generalität einen freiwilligen Verzicht auf ihren Einfluss schmackhaft zu machen. Letztlich handelt es sich immer um Wirtschaftsimperialismus, ergo wird auch „die Arbeiterschaft“ sich für jene Zukunft entscheiden, die sie für die aussichtsreichste hält. Solange also Russland und China nicht kippen, wird auch der Iran im Bund bleiben und Rückendeckung erhalten. Im Gegenteil sogar, die EUSraEliten treiben durch ihr dümmliches Pokern die gewieften Schachspieler erst recht in Richtung Asien, denn dort spielt die Wirtschaftsmusik der Zukunft: Wachstum-Wachstum-Wachstum. Wir dagegen leben in gesättigten Märkten, die ausserdem durch haarsträubende Ressourcenfehlallokationen sich jeglicher marktwirtschaftlichen Fitnesskur verweigern.

      Deshalb versuchen die EUSraEliten auch, wenigstens Afrika als Bollwerk gegen asiatische Einflüsse abzuspalten, denn von irgendwo her müssen die Dumpingrohstoffe ja noch kommen, ansonsten der Westen gänzlich auf Recycling angewiesen sein wird. Aber dazu braucht es massig Energie, also wiederum Ressourcen in Form von Uran. Dass Frankreich gegen Libyen und den Iran auftrumpft, hat nicht nur mit existenzbedrohenden Finanzen zu tun, sondern auch mit dem bewusst herbeigeführten, französischen Atomprekariat, genannt Technologie der Zukunft. Sollte der Zugang zum Brennstoff verwehrt sein, gehn in Frankreich ganz schnell die Lichter aus, alternativlos :-)

      Auf ein Wort:

      – … wenn der Imperialismus weiterhin überall „Bürgerkriege“ anzettelt, so ist es den unterdrückten Völkern incl. der globalen Lohnarbeiterklasse unter anderem möglich, diese in revolutionäre Bürgerkriege umzuwandeln.

      Die wiederum nur dann die Situation für die „Lohnarbeiterklasse“ verbessern, wenn die Financiers der Revolution ihren kriegsgewinnlerischen Eigennutz freiwillig überwinden, oder wenn die sie durch die Masse dazu gezwungen werden und – last but not least – aus der Masse nicht neue Kriegsgewinnlerdynastien aufsteigen, um den Kreis im System Homo sapiens zu schliessen -> zurück auf Feld eins, zum gleichen Zweck mit immer perfider ausgestalteten, „moderneren“ Mitteln.

      Die Amis auf Kurs
      Grüsse
      kosh

      PS: Man tut was man kann und man kann was man tut.

  4. Kosh, in deinem „Schachspiel-Szenarium“ kommen keine Atomwaffen/Raketenabwehr vor, in meinen Augen eine Unkenntnis der Klassendynamik und ein Unverständnis der allgemeinen Ökonomie/Krisenentwicklung. Ich denke, Du gehst hier etwas zu blauäugig, mit einem leichten Verschwörungs-Touch an die Sache heran, bei einer Betrachtung lediglich der unmittelbar sichtbaren Oberfläche (halt wie es die Imperialisten zu tun pflegen). Zudem kann, wie es „Parteibuch“ schon richtig schreibt, der iranische Staat auch mannigfaltig anders geschädigt werden.
    Übrigens war das „leicht“ in Anführungsstrichen nicht nur zum Spaß gesetzt worden. Du solltest Dir lieber die Fragen stellen: Wie weit gehen Hardcore-Imperialisten die alles zu verlieren haben? Wie weit gehen Lohnarbeiter, Jugendliche etc. die nichts mehr zu verlieren haben? Und, was macht der neunmalkluge Kleinbürger dazwischen?
    Wir werden also die weitere Entwicklung „beobachten“.

    1. Interessant, dass auch Du Dich genötigt siehst, grosszügig Inkompetenzen zu verteilen, das Übliche eben. Verschwörungtouch :-) Ein Bsp: Wenn ich nicht zur Wahl gehe wie Millionen andere, dann nicht weil wir uns verschworen haben, sondern weil ich meine Gründe oder vergessen habe. Trotzdem habe ich beigetragen, Fakten zu schaffen.

      Wenn also die Masse dumpf vor sich hindämmert, während die eigenen Eliten reihum Massenmorde inszenieren, braucht man keinen „Verschwörungstouch“, es reicht festzustellen, dass das Spiel mit dem Recht des Stärkeren gespielt wird und die Masse – DIE Supermacht überhaupt – lieber Deutschland sucht den Superstar …

      Wenn die Masse den für den Einzelnen ziemlich suboptimal erscheinenden Klassenkampf summa summarum nicht sowas von satt hätte, hätte sie den Sozialismus nicht ins Leere laufen lassen, sondern saniert. Mit Jargon aus dem 19. Jh. ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen, er erklärt lediglich, was wir gerne hätten oder tun würden, nicht was wir tatsächlich tun – eine Utopie im wahrsten Sinne des Wortes: Fiktive Gesellschaftsordnung. Wenn’s um Zielsetzungen geht meinetwegen, aber als Beschreibung einer Herde Stimmvieh? Wie wär’s z.B. mit Populationsdynamik, meiner Meinung nach ein weitaus tauglicheres Instrument, die Herde Homo sapiens zu beschreiben. Warum nicht mal die menschliche Population als interagierende Tiere beschreiben, statt sich mit Idealismen zu verarschen.

      Statt mich also darauf zu konzentrieren, was 7 Milliarden Stammtischschwätzer gerne tun würden, wenn sie die Macht hätten (allein dieses fiktive Machtgelaber schreit Bände), lenke ich meinen Blick lieber darauf, was sie tatsächlich tun. Dabei haben resp. hätten sie die Macht ja, sie müssten sie nur gemeinsam ausüben, aber das ist zu hoch für den Homo sapiens, resp. die Population, die Masse.

      Mich interessieren Fakten, als da im Fall Iran nunmal unumstössliche Hegemonialinteressen von Russland und China im Weg stehen. Würden sie diese (ihre) Interessen nicht vertreten, würden sie von unseren Interessen in die Knie verdrängt und die Masse würde durch das Treiben einmal mehr überfordert sein. Selbst wenn ich „ein Unverständnis der allgemeinen Ökonomie/Krisenentwicklung“ hätte, würde dieses Unverständnis nichts von dem erklären, was Fakt ist. Dass z.B. unser Geldsystem das grösste anzunehmende Schneeballsystem überhaupt ist, kommt in der Theorie noch nicht mal vor. Es ist tabu und wohl auch deshalb als einziges Schneeballsystem legal. Ob es nun als solches festgestellt wurde oder ignoriert, die Gesetze der Marktphysik gelten davon unbeeindruckt. Und die Masse schaut diesem Treiben wie immer zu, bis der Deckel fliegt: Zurück auf Feld 1.

      Dass die Eliten in historischen Abständen mal eins auf den Deckel kriegen, ändert nichts an der Tatsache, dass die Masse – zu hunderten von Millionen – noch so gern bereit ist, sie zu ersetzen. Es braucht nur eine Gelegenheit. Das grosse Fressen und gefressen werden ist der tatsächliche Klassenkampf, der sich vereinfacht dargestellt auf Stufe Subjekt abspielt: Wer unten ist, kämpft sich nach oben, und wer oben ist, kämpft gegen den Abstieg. Das uralte Evolutionsspielchen, im besonderen die soziale Evolution. Das einzige, was gegen diese Dynamik ankäme, wäre die Masse, die ja bekanntermassen eben lieber nichts tut oder das Falsche. Warum z.B. steht Deutschland schon-wieder-nie-wieder im Krieg? Weil nicht nur, sondern AUCH den Deutschen das eigene Hemd näher ist.

      Und natürlich kann der Iran auch „mannigfaltig anders geschädigt werden“, ist bis jetzt saumässig gelungen, oder? Das gilt im Umkehrschluss übrigens für jeden Staat, neulich in der EU: Wie hat sich das der EFSF-Narkozy vorgestellt, als er Peking anpumpte? Dass China keine Forderungen stellt? Oh je oh je, die chinesischen Economic Hit Men haben den Kapitalismus begriffen und knüpfen Bedingungen an Hilfslieferungen. Dürfen die das? Wie man (der Westen) in den Wald ruft, so hallt es (China) zurück, je länger desto stärker und erfolgreicher. Die Sache mit dem überkommenen Klassenkampf ist in den 90-ern des letzten Jahrhunderts definitiv gestorben worden, als nämlich die einzig verbliebene Weltmacht US ihr Angebot hätte unterbreiten können. Soweit ich mich erinnere, hat sie überheblich wie immer auf einen Paradigmenwechsel verzichtet und wollte ums Verrecken mehr, mehr, mehr vom Gleichen, denn viel hilft viel. Dann kam der Krieg gegen den Terrorismus, tja, und der läuft ja momentan wunderbar für die EUSraEliten :-)

      Der Iran ist übrigens, wie Deutschland und viele andere Nicht-Atomwaffenstaaten, bereits atomar bewaffnet: Busher. Die Bombe lässt sich halt nur auf iranischem Boden zünden. Die Botschaft war klar, das Mittelmeer ist unser, aber umso mehr ist ab Iran SCO-Gebiet. Deshalb werden Russland und China den Iran nicht fallen lassen, weil er unverhandelbar ist. Ich weiss, das ist schwer zu begreifen. Nur der Stachel im Fleisch von Deutschland am Hindukush muss noch raus: Kommt Zeit, geht Geld – und weg ist er. Dann dürfen sich die EUSraEliten mit dem Subkontinent herumschlagen, dessen Spielregeln sie genau so wenig verstehen. Destruktiv ist zwar kein Problem, bringt auch auch nix ein.

      Die Amis auf Kurs

      kosh

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