IWF prognostiziert das größte Wirtschaftswachstum aller Zeiten

Der internationale Währungsfond IWF hat soeben eine neue „World Economic Outlook Database“ veröffentlicht. Die den US-Kolonialisten hörige Springerpresse jammert erbärmlich und titelt „World Economic Outlook: IWF sieht schwarz für die Weltwirtschaft.“ Dabei hat der IWF gerade für das Jahr 2011 das größte Wirtschaftswachstum aller Zeiten vorausgesagt und auch die Aussichten für die Zukunft sind rosig.

Für das Jahr 2011 hat der IWF in seiner neuesten „World Economic Outlook Database“ die Prognose für den in US-Dollar gerechneten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von China im Jahr 2011 von 627 Mrd US-Dollar auf 1.110 Mrd US-Dollar erhöht. Dass die Wirtschaft eines Staates um mehr als 1.100 Mrd US-Dollar wächst, hat es in der Geschichte der Wirtschaft noch nie gegeben. Anstelle von 5.878 Mrd US-Dollar im Jahr 2010 auf 6.515 Mrd US-Dollar im Jahr 2011, wie noch im April 2011 vom IWF prognostiziert, prognostiert der IWF nun eine Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes von China von 5.878 Mrd US-Dollar im Jahr 2010 auf 6.988 Mrd US-Dollar im Jahr 2011. Und das ist ohne Taiwan, Hongkong und Macao gerechnet.

Auch beim vom Wechselkurs unabhängigen Wirtschaftswachstum in Kaufkraftparität zum US-Dollar prognostiziert der IWF das größte Wirtschaftswachstum aller Zeiten. Für das Jahr 2011 hat der IWF die Prognose für den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von China in Kaufkraftparität zum US-Dollar gerechnet für das Jahr 2011 von 1.088 Mrd auf noch nie dagewesene 1.196 Mrd erhöht. Anstelle einer noch im April vom IWF prognostizierten Erhöhung von 10.085 Mrd auf 11.174 Mrd prognostiziert der IWF China nun eine Erhöhung von 10.119 Mrd auf 11.316 Mrd im Jahr 2011.

Auch für die anderen der in nominalen US-Dollar gerechnet größten acht Volkswirtschaften der Erde – Brasilien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, UK und USA – hat der IWF seine Prognose des in US-Dollar zum Wechselkurs berechneten Bruttoinlandsproduktes für 2011 durchweg erhöht, mit einer Ausnahme: den USA. Für die USA wurden einerseits, da die USA für die Vergangenheit Rechenfehler eingestanden hatten, die in der jüngeren Vergangenheit gemessenen Ist-Werte nach unten korrigiert, und andererseits die Prognose für das Jahr 2011 kräftig nach unten korrigiert. Für das Jahr 2011 hat der IWF die Prognose für den Anstieg des Bruttoinlandsproduktes der USA im Jahr 2011 von 569 Mrd US-Dollar auf 538 Mrd US-Dollar gesenkt. Zwar sind die USA, wenn die neuen Prognosen des IWF für das Jahr 2011 zutreffend sein sollten, auch im Jahr 2011 mit einem Bruttoinlandsprodukt von 15.064 Mrd US-Dollar immer noch mit Abstand die größte Volkswirtschaft der Welt, doch die Schere zwischen den USA und China schließt sich, sowohl was das Bruttoinlandsprodukt nominal als auch das nach Kaufkraftparität berechnete angeht, mit einer deutlich größeren Geschwindigkeit als noch im April vom IWF prognostiziert.

Für regelmäßige Parteibuch-Leser dürfte das keine Überraschung sein. Im Juni wurde hier im Parteibuch anhand von Vergleichen der IWF-Prognosen der Vergangenheit mit der ann eingetretenen Realität im Detail aufgezeigt, dass die Prognosen des IWF politisch motivierte Propaganda sind, wobei die USA dabei regelmäßig zu positive Prognosen und China ebenso regelmäßig zu negative Prognose verpasst bekommen. Ziel der Propaganda ist es, die USA stärker, prosperierender und kreditwürdiger darzustellen, als es die USA in Wirklichkeit sind, und gleichzeitig China schlechter darzustellen, um damit reale Entscheidungen von Personen, Unternehmen und Organisationen sowie Staaten zugunsten der USA und zu Ungunsten Chinas zu beeinflussen.

Der Trick beruht darauf, dass es eine grundsätzliche Neigung dahingehend gibt, sich mit dem stärksten möglichen Partner zu verbünden. Alle wollen auf der Gewinnerseite stehen. Der maßgeblich von den USA und ihren Verbündeten beherrschte IWF ist deshalb peinlich darum bemüht, die weltwirtschaftlichen Perspektiven so darzustellen, als ob die USA noch auf eine unabsehbar lange Zeit der wirtschaftlich stärkste Staat der Welt sein würden, auch wenn alle tatsächlichen Daten darauf hindeuten, dass China die USA bereits in etwa fünf Jahren als größte Volkswirtschaft der Erde überholt haben wird.

Die geopolitischen Folgen des wirtschaftlichen Überholens der USA durch China sind enorm. Mit einem schneller wachsenden und obendrein größeren Markt wird zunehmend China anstelle der USA zur ersten Wahl für wirtschaftliche Bündnisse zwischen Staaten werden und mit der größeren Volkswirtschaft im Rücken wird China, wenn es sich so entscheidet, sich auch langfristig mehr Militär als die USA leisten können, um seine Wirtschaftsbündnisse sicherheitspolitisch absichern zu können. Ein Bündnis mit China einzugehen, bedeutet nicht mehr nur, der Ausplünderung durch den US-amerikanischen Imperialismus entgehen zu können, sondern auch Teilhabe am chinesischen Wachstum und sich für die nächsten Jahrzehnte vorhersehbar auf die Siegerseite der Geschichte begeben zu haben.

Durch diese Perspektive entsteht eine immer größere Sogwirkung in Richtung China, die in weiten Teilen Asiens schon jetzt deutlich zu beobachten ist, aber auch vor dem Rest der Welt nicht halt macht. Um diese Sogwirkung in Richtung China zu verringern, setzt der IWF darauf, die USA schön und China möglichst schlecht zureden. Aufgrund der Kollision der in Bezug auf die USA viel zu optimistischen April-Prognose mit der Realität der gemessenen Daten des ersten Halbjahres 2011 musste der IWF nun die Prognose für 2011 der Realität anpassen, die Werte für die USA nach unten sowie die Werte für China nach oben anpassen.

Bei den prognostizierten Werten für die Jahre 2012 bis 2016 betreibt der IWF hingegen sein Propaganda-Spiel weiter. Schon im Jahr 2012 wird, der aktuellen IWF Prognose zufolge, sich das Wachstum des nominalen Dollar gerechnten Bruttoinlandsproduktes in China verringern auf nur noch 755 Mrd US-Dollar Steigerung, obwohl die Grundlage an Investitionen für größeren Wachstum in der Zwischenzeit in China weiter wächst. Dass China 2012 voraussichtlich mit ähnlichem Tempo wie 2011 weiter wachsen wird, gesteht indirekt auch der IWF ein, in dem er China für 2012 in Bezug auf das nach Kaufkraftparität berechnete Bruttoinlandsprodukt eine Steigerung um 1.153 Mrd US-Dollar prognostiziert, und damit voraussieht, dass China 2012 nur unwesentlich hinter dem prognostizierten Rekordjahr 2011 zurückbleiben wird. Zusammen gehen diese beiden Prognosen für 2012 nur auf Grundlage der Annahme, dass sich der US-Dollar 2012 stärker – oder weniger schwach – entwickeln wird als 2011. Die US-Notenbank hat jedoch breits angekündigt, auch 2012 massenhaft US-Dollar schöpfen zu wollen, so dass für die implizite IWF-Annahme eines starken Dollars 2012 keinerlei Grundlage erkennbar ist. Die Prognosen des IWF, die über das laufende Jahr, wo bereits einige nicht ignorierbare Ist-Daten vorliegen, hinausgehen, sind nichts als Propaganda, und die vom IWF prognostizierten Werte sind nicht einmal in sich halbwegs schlüssig.

Wie im Parteibuch ebenfalls bereits vor Monaten erklärt, musste der IWF einhergehend mit der Revidierung der Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt aufgrund der Kollision der Propaganda mit der Realität nun auch bestätigen, dass die bisherige IWF-Prognose für den Anstieg der Staatsverschuldung der USA zu optimistisch war. Für das Jahr 2010, wo die Daten in Bezug in Bezug auf die Verschuldung der USA immer noch nur als Prognose vorliegen, hat der IWF die Prognose für den Anstieg der Nettostaatsverschuldung der USA in Bezug zum BIP von 4,9% auf eine Defizitquote von 7,7% angehoben woraus sich dann für das Jahr 2010 eine Nettostatsverschuldungsquote der USA von 68,3% errechnet. Zwar rechnet der IWF für das Jahr 2011 mit einer Reduzierung der Netto-Defizitquote der USA auf „nur“ noch 4,2%, doch auch diese Prognose ist auf Sand gebaute Propaganda. Weder sind in den USA Einnahmesteigerungen noch Ausgabesenkungen oder ein Wirtschaftswachstum, um das Defizit auswachen zu können, erkennbar.

Das Kernland der imperialistischen Kriegsmaschinerie entwickelt sich erfreulicherweise weiter in Richtung Überschuldung, Hyperinflation und wirtschaftlichem Totalabsturz. Nach wie vor setzen die USA wirtschaftlich darauf, davon zu profitieren, andere Länder wie Afghanistan, den Irak, Pakistan, Somalia, Jemen und nun auch noch Libyen mit Krieg zu überziehen, dort Marionettenregimes zu instalieren und die Länder sodann auszuplündern. Doch die imperiale Rechnung der USA geht nicht mehr auf. Die Kosten der Angriffskriege der USA gegen andere Länder übersteigen inzwischen das, was sie dort anschließend plündern können, um ein Vielfaches und die USA sind wirtschaftlich nicht mehr stark genug, um ihre Militärausgaben zur Terrorisierung der freien Welt weiter zu erhöhen.

Wollen die USA das Szenario einer Pleite vermeiden, müssen sie ihre Militärausgaben deutlich reduzieren und von Angriffskriegen gegen fremde Länder in aller Herren Welt Abstand nehmen. Und jeder kann durch einen entspannten Boykott gegen die USA dabei mithelfen, die USA dazu zu zwingen, ihr Militär zu reduzieren und die Menschheit von der Geißel des US-Imperialismus zu befreien.

Stop Bombs, Boycott USA
Stop Bombs, Boycott USA

Wenn die USA finanziell genauso pleite sind, wie die Kultur der westlichen Welt bankrott ist, dann ist der jahrzehntelange imperialistische Spuk des permanenten US-geführten Krieges gegen die freie Welt vorbei und der Weg offen für eine gerechtere und friedlichere Welt. Und es sieht so aus, dass das bald vollbracht ist. Klar, dass da die Springerpresse jammert.

7 Gedanken zu “IWF prognostiziert das größte Wirtschaftswachstum aller Zeiten

  1. Für Barack Obama ist die Sache klar: Europa trägt die Verantwortung für die Schuldenmisere. EU Politiker hätten nicht schnell genug auf die Krise reagiert, erklärt der US Präsident. Dieser unfähige Politiker hat die Frechheit Europa zu massregeln, wo doch sein eigenes Land praktisch pleite ist und er durch die eigene Unfähigkeit die Welt wirtschaftlich an den Abgrund gebracht hat. Das ist eine Unverschämtheit.

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