Bombenterror der NATO-Staaten gegen Libyen geht in den 5. Monat

Vier Monate ist es nun her, seitdem der UN-Sicherheitsrat in der Resolution 1973 beschlossen hat, jeden Staat, der Lust darauf verspürt, dazu aufzurufen, unter dem Deckmantel des Schutzes von Zivilisten die Libysch-Arabische Dschamahirija zu bombardieren. Seitdem bombardieren NATO-Staaten den souveränen nordafrikanischen Staat Libyen.

Vom 19. bis zum 29. März hat eine US-geführte Koalition der Kriegswilligen Libyen mit 214 Cruise-Missile-Raketen sowie 1.802 Luftangriffen durch Kampfbomber angegriffen. Unter dem Kommando der NATO sind Kampfflugzeuge vom 1. April bis zum 17. Juli 15.418 Kriegseinsätze gegen Libyen geflogen, wovon 5,812 Flüge Missionen zur Bombardierung Libens waren. Der libysche Generalstaatsanwalt Mohammed Sekri Mahjubi erklärte am 13. Juli, die NATO habe bis dato in Libyen 1108 Zivilisten getötet und 4537 weitere verletzt. Die Anzahl der von der NATO getöteten libyschen Soldaten, die ihr Heimatland gegen den räuberischen Angriffskrieg der NATO verteidigen, ist bisher nicht bekannt. Hinzu kommen Zivilisten, die durch die Auseinandersetzungen zwischen Regierungskräften und von der NATO unterstützten Söldnern und libyschen Freischärlern ums Leben gekommen sind oder durch die von der NATO verwendete Uranmunition, Blindgänger und Landminen noch ums Leben kommen werden sowie im Zuge der Auseinandersetzungen gestorbene Freischärler und Söldner.

Der Bombenterror der NATO-Staaten gegen Libyen geht nun in den 5. Monat und ein Ende ist nicht abzusehen.

Nachdem der britische Kriegsminister Liam Fox aus Versehen öffentlich den Eindruck erweckt hatte, Großbritannien sei in der Lage, neben einem dauerhaften Krieg wie den gegen Afghanistan noch eine sechs Monate dauernde Kriegsoperation zu führen, hat der britische Außenminister William Hague im Juni erklärt, er habe keine Ahnung, ob der Krieg gegen Libyen Weihnachten zu Ende sei, sagte, es gebe keine zeitliche Beschränkung und er könne noch Tage, Wochen oder Monate weitergehen, denn es sei es Wert, das zu tun. Der kanadische Kriegsminister Peter MacKay, dessen Land unter anderem sechs Kampfflugzeuge zur Bombardierung Libyens abgestellt hat, erklärte am 14. Juli, Stammeselemente wie in Afghanistan machten den Krieg gegen Libyen kompliziert, aber er rechne nicht damit, dass Kanada’s Militär mit dem Krieg gegen Libyen genauso lang beschäftigt ist wie mit dem Krieg gegen Afghanistan, den das kanadische Militär seit nunmehr über neun Jahren führt.

Ein wesentlicher Grund dafür, dass die kriegsteilnehmende NATO-Staaten den Krieg gegen Libyen noch auf unabsehbare Zeit weiter führen wollen, liegt darin, dass die direkten Kriegskosten für die angreifenden Staaten bisher vergleichsweise gering sind. Der britische Kriegsminister Liam Fox erklärte im Juni, dass er damit plane, dass die ersten sechs Monate Krieg gegen Libyen Großbritannien lediglich 260 Millionen Pfund kosten, in den USA wird geschätzt, dass sie der Krieg gegen Libyen bis September etwa eine Millarde Dollar kostet, und in Frankreich, das den Krieg von französischen Basen aus besonders preiswert führt, wurden für die ersten vier Monate Krieg gegen Libyen am 13. Juli gerade einmal 160 Millionen Euro an von Frankreich zu tragenden Kriegskosten errechnet.

Zu den Kosten für Bombardierung und Seeblockade, die für die NATO-Staaten derzeit demzufolge unter einer Milliarde US-Dollar pro Monat liegen, müssen noch etwa zwei Milliarden Pfund monatlich addiert werden, die das Vasallenregime der von der NATO als Bodentruppe verwendeten lokalen Kräfte derzeit an externer Unterstützung benötigt. Im Vergleich zu den über 54 Milliarden US-Dollar monatlich, die die USA für ihr Militär an Grundunterhalt ausgeben, oder den Krieg gegen Afghanistan, wofür allein die USA derzeit rund 10 Milliarden US-Dollar monatlich aufbringen, ist der Krieg gegen Libyen mit geschätzten direkten Kriegskosten von derzeit rund drei Milliarden US-Dollar monatlich für die Angreifer also trotz der notwendigen externen Finanzierung der libyschen Vasallen relativ billig.

Schon der Wert der auf mindestens 46,4 Milliarden Barrel geschätzten Reserven an Erdöl, über die Libyen verfügt, beträgt hingegen, selbst wenn man nur einen niedrigen Preis von nur 80 US-Dollar pro Barrel für das qualitativ sehr hochwertige libysche Öl unterstellt, 3.712 US-Dollar. Die libyschen Erdgasreserven von mindestens 1.500 Mrd m3 haben selbst bei einem sehr niedrig angenommenen Preis von nur 10 Cent pro Kubikmeter immerhin noch einen Wert von 150 Mrd US-Dollar. Da die Förderung des libyschen Öls ausgesprochen einfach ist, besteht das libysche Öl wirtschaftlich gesehen nahezu vollständig aus Profit. Bei der Förderquote von durchschnittlich etwa 1,6 Mio Barrel pro Tag, die Libyen vor dem Angriff der NATO hatte, ergeben sich nach Adam Riese bei einem Preis von 80 US-Dollar pro Barrel Erlöse von 46,7 Mrd US-Dollar jährlich. Sollte die Förderquote jedoch, wie es vor dem Angriff geplant war, recht kurzfristig auf etwa drei Mio Barrel pro Tag gesteigert werden, ergeben sich daraus bei einem Preis von 80 US-Dollar nach Adam Riese hingegen gleich 87,6 Mrd Erlöse jährlich, und das, solange reichen die bekannten Ölressourcen Libyens, mehr als 35 Jahre lang.

Tatsächlich kostet das Barrel Erdöl der Nordseesorte Brent gegenwärtig jedoch nicht 80 US-Dollar, sondern über 118 US-Dollar, und das süße libysche Erdöl rechtfertigt von der Qualität her eher einen Preisaufschlag als einen Abschlag. Ein Preis von 118 US-Dollar würde bei einer Förderleistung von drei Mio Barrel pro Tag nach Adam Riese Erlöse von 129 Mrd US-Dollar jährlich bringen. Selbst wenn davon, wie gegenwärtig, rund 50 Mrd Dollar jährlich oder rund 700 Dollar pro Person monatlich für Wohlbefinden, Entwicklung und Sicherheit der libyschen Bevölkerung ausgegeben werden, und die Ölförderung zehn Dollar pro Barrel kosten sollte, dann wären da monatlich noch fünf Milliarden Dollar Profit drin, und das 35 Jahre lang. Gelingt es hingegen, der libyschen Bevölkerung eine unterdrückerische Marionettenregierung vorzusetzen, dann könnten die in Libyen abzugreifenden Ölprofite auch jahrzehntelang sieben oder acht Milliarden Dollar monatlich betragen. Sollte es gelingen, und es gibt kaum einen Grund, warum das nach einem Sieg nicht gelingen sollte, die Ölförderung Libyens über die von Libyen bisher geplanten drei Mio Barrel pro Tag hinaus zu erhöhen, dann können die Ölfirmen noch höhere Profite erzielen, und volkswirtschaftlich ist ein durch höhere Fördermengen verursachtes langfristiges vergleichsweise niedrigeres Ölpreisniveau für ölimportierende Staaten auch verheißungsvoll.

Hinzu kommt die Aussicht auf die Gratisbeigabe der Übernahme der geostrategischen Position Libyens. Im Norden erlaubt eine potentielle Militärbasis der Vervollständigung der Kontrolle der NATO über das Mittelmeer einen großen Schritt näher zu kommen und im Süden eröffnet die Kontrolle über die gewaltigen libyschen Trinkwasserreserven siegreichen Angreifern die Möglichkeit, die trockenen Staaten der Sahel-Zone in die Unterwerfung zu zwingen und nahezu nach Belieben auszubeuten. Obendrein verheißt ein Sieg im Krieg gegen Libyen die Bemühungen zur Einigkeit Afrikas gegen die Kolonialmächte finanziell auszutrocknen, die ideologische Herausforderung der libysch-arabischen Volksdemokratie gegen die monarchistischen Golfdiktaturen Geschichte werden zu lassen und eine Quelle der Unterstützung von antikolonialistischen Befreiungsbewegungen weltweit angefangen von Palästina bis hin zu Nicaragua zu beseitigen.

Angesichts solch verlockender Perspektiven sind die feuchten Augen der Kriegsherren schon nicht weiter verwunderlich. Doch damit nicht genug. Der Knüller ist, dass Libyen über 100 Milliarden Dollar in den Staaten der Kriegsherren angelegt hat, staatliche Ersparnisse, die vor allem dazu gedacht waren, um nach Schaffung der entsprechenden Institutionen in die Einigkeit und Unabhängigkeit Afrikas zu investieren. Damit lassen sich nun bei rund drei Milliarden Dollar Kriegskosten pro Monat rund 33 Monate des räuberischen Angriffskrieges gegen Libyen finanzieren, ohne dass die angreifenden Staaten der NATO überhaupt nur einen Cent an eigenem Vermögen in den Krieg investieren müssen.

Mit dieser gewinnträchtigen Kriegsrechnung gibt es jedoch einige recht gravierende Probleme. Das für die Kriegsherren vermutlich größte finanzielle Problem besteht im Aussschlag des Ölpreises nach oben während des Krieges. Durch den Angriffskrieg gegen Libyen wurden zwar nur rund 1,6 Mio Barrel pro Tag oder etwa zwei Prozent der Weltproduktion vom Markt genommen, doch dadurch wurde der Ölpreis deutlich erhöht. Eine realistische quantitative Abschätzung des Hebeleffekts vom Krieg gegen Libyen auf den Ölpreis mag derzeit von etwa zehn bis 30 Dollar pro Barrel ausgehen, und auch das Anzapfen der strategischen Erdölreserven durch die USA und andere Industriestaaten konnte den Ölpreis nicht nachhaltig herunterbringen. Die Daten der CIA zeigen größenordnungsmäßig, wer die größten Importeure von Erdöl sind.

Duch einen Anstieg des Ölpreises um 20 Dollar pro Barrel steigt demnach die Ölrechnung der USA um rund sechs Mrd Dollar und die der EU um etwa vier Mrd Dollar monatlich. Japan und Südkorea zahlen durch einen Preisanstieg von 20 Dollar monatlich zusammen etwa fünf Mrd Dollar mehr für Öl. Die Ölechnung Chinas steigt bei einem Preisanstieg von 20 Dollar um etwa drei Milliarden Dollar monatlich, aber im Unterschied zu den Industriestaaten, wo die hohe Ölrechnung das magere und dringend herbeigesehnte Wirtschaftswachstum geradezu erdrückt, kommt die schnellwachsende Wirtschaft Chinas mit dem Ölpreisanstieg vergleichsweise gut zurecht, und liefert China obendrein noch Argumente, die von den USA gewünschte Aufwertung der chinesischen Währung, die das chinesische Wachstum gefährden könnte, zaghaft anzugehen. Bezieht man also den Ölpreiseffekt in die ökonomische Kalkulation des Angiffskrieges gegen Libyen mit ein, so betragen die volkswirtschaftlichen Kriegskosten für die US-geführten Industriestaten monatlich also eher 20 Mrd US-Dollar.

Ein Blick auf die Ölexporteure zeigt, wohin das Geld für die erhöhte Ölechnung flließt. Russland nimmt aus Ölverkäufen bei einem Preisanstieg von 20 US-Dollar monatlich etwa drei Milliarden Dollar zusätzlich ein. Da die Gaspreise an die Ölpreise gekoppelt sind und Russland der weltgrößte Gasexporteur ist, dürfte für Russland sogar noch ein hübscher Zusatzerlös aus höheren Gaspreisen dazukommen. Politisch besonders ärgerlich dürfte für die Kriegsherren sein, dass der Iran sich bei einem Ölpreisanstieg von 20 Dollar pro Barrel monatlich über rund eineinhalb Milliarden Dollar ungeplante Zusatzeinnahmen freuen darf und auch Venezuela monatlich rund eine Milliarde Dollar mehr bekommt. Um die Größenordnung des Effektes zu verstehen: der Ölpreisanstieg wirkt sich etwa so aus, als würde die Wertegemeinschaft westlicher Industriestaaten Monat für Monat, solange wie die Ölförderung Libyens kriegsbedingt ausfällt, dem Iran zwei französische Hubschrauberträger des Typs Mistral schenken, und dazu noch Monat für Monat vier für Russland und einen für Venezuela dazustellen. Die meisten Zusatzeinnahmen haben durch einen gestiegenen Ölpreis jedoch die kriegsbegeisterten Golfdiktaturen Saudi Arabien, Vereinigte Arabische Emirate und Kuwait, die sich bei Ölpreisanstieg um 20 Dollar monatlich über insgesamt rund acht Milliarden Dollar freuen dürfen, die in ihrer Kasse zusätzlich klingeln. Die Golfdiktaturen geben zwar einen Teil der durch den gestiegenen Ölpreis unverhofft gewonnenen Finanzmittel über Waffenkäufe wieder zurück in den westlichen Wirtschaftskreislauf, doch so viele Kampfjets, Angriffshubschrauber und Panzer, um den Ölpreiseffekt auf die Wirtschaft der USA und der EU komplett auszugleichen, können nicht einmal die Golfdiktaturen kaufen.

Und genau da steckt das nächste dicke Problem für die Kriegskoalition: sie bröckelt, weil sie nicht in der Lage ist, Kosten und Profite untereinander so zu verteilen, dass allen potentiellen Mitgliedern der Kriegskoalition ihre eigene Teilnahme am Krieg vorteilhaft erscheint. So profitiert der reiche ölexportierende NATO-Staat Norwegen zwar von einem um 20 Dollar erhöhten Ölpreis schätzungsweise in der Größenordnung von einer Milliarde Dollar monatlich, hat aber schon nach vier Monaten Bombardierung keine Lust mehr, weiter am Angriffskrieg gegen Libyen teilzunehmen. Die monatlich etwa 20 Mio Dollar, die Norwegen das Abwerfen von Bomben auf Libyen kostet, werden Norwegen von niemandem ersetzt. Norwegen hat keine realistische Aussicht auf eine umfangreiche Partizipation an der Kriegsbeute, und vom derzeit kriegsbedingt hohen Ölpreis profitiert Norwegen auch, wenn Norwegen nicht mehr selbst am Angriffskrieg gegen Libyen teilnimmt und als „Free Rider“ ist der Kriegsprofit Norwegens um eben die 20 Mio Dollar monatlich größer, die Norwegen das Abwerfen von Bomben auf Libyen kostet.

Für die ölimportierenden Staaten gilt die gleiche „Free-Ride-Überlegung“ auch, nur eben andersherum. Die Herrscher von Staaten wie Deutschland und Tschechien mögen es den führenden NATO-Strategen glauben, dass sie nach einem erfolgreichen Angriffskrieg, mit dem Libyen gezwungen wird, die Ölfördermengen langfristig zu erhöhen, langfristig von vergleichsweise niedrigen Ölpreisen profitieren. Doch profitieren diese Staaten von langfristig niedrigeren Ölpreisen auch, und da mögen der NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen und der britische Kriegsminister Liam Fox noch so meckern, wenn sie sich selbst die Kosten sparen, sich direkt am Angriffskrieg gegen Libyen zu beteiligen. Im Ölimportstaat Schweden hat man sich deshalb entschieden, die acht schwedischen JAS-Gripens-Kampfjets, die Flüge über Libyen als Verkaufsschau der schwedischen Rüstungsindustrie absolvieren, ohne dabei teure Bomben abwerfen zu dürfen, aus Kostengründen auf fünf zu reduzieren. Und selbst im etwas Öl exportierenden Dänemark, wo es gilt, dem dänischen NATO-Generalsekretär durch eine vorbildliche Kriegsbeteiligung Dänemarks politisches Gewicht zu verleihen, wird im Parlament genörgelt, dass die Bombardierung Libyens mit 170 Millionen Dollar jährlich Dänemark mehr Geld als anfänglich gedacht kostet.

Die langfristige Beeinflussung des Ölpreises in die Richtung des eigenen Interesses ist kein wirklich zugkräftiger Anreiz, um die Kosten einer eigenen Beteiligung am Angriffskrieg zu tragen. Da ist die Haltung Norwegens wirtschaftlich schlüssiger: eben mal 100 Millionen Dollar investiert, um dabei mitzuhelfen, Libyen in Brand zu stecken und die libysche Ölförderung vom Markt zu bomben, und dann für jeden Monat des libyschen Förderungsausfalls mit über einer Milliarde Dollar zusätzlicher Öleinnahmen profitieren. Das ist schon nach vier Monaten ein Return on Investment von etwa 4000% und er steigt mit jedem weiteren Monat, wo das libysche Öl vom Markt ist, um weitere 1000%. Und wo das Haus der libyschen Nachbarn einmal erfolgreich in Brand gesteckt wurde, kann Norwegen sich nun entspannt zurücklehnen.

Das Free-Rider-Problem führt auf ein weiteres Problem für die Koalition der angreifenden ölimportierenden Staaten, nämlich das, dass es unsicher ist, ob es ihnen durch den Krieg überhaupt gelingt, in Libyen kurzfristig eine Marionettenregierung zu installieren, die die libysche Ölförderung dauerhaft erhöht und damit hohen Ölpreisen langfristig entgegenwirkt. Der niederländische Kriegsminister Hans Hillen erklärte Ende Juni, bis Ende sollte die Entmachtung Muammar Gaddafis vonstatten gegangen sein, ansonsten würde es in den angreifenden Staaten eine immer heiße werdende Debatte um den Krieg gegen Libyen geben. Mal angenommen, es gelänge der NATO bis dahin tatächlich, Muammar Gaddafi mit einem Zufallstreffer zu ermorden und es gelänge außerdem den Söldnern der NATO auf dem Boden dank ihrer besseren Bewaffnung sowie Luft- und Seehoheit Tripolis zu erobern. Damit wäre der Konlikt in Libyen jedoch mitnichten beendet und noch lange keine Marionettenregierung der ölimportierenden NATO-Staaten eingesetzt, die willens und in der Lage ist, reichlich Öl zu fördern und einen großen Teil der Ölprofite an Firmen der ölimportierenden Angreifer abzutreten.

Im Irak sind seit der Eroberung von Bagdad durch die ölimportierenden Angreifer der NATO nunmehr acht Jahre vergangen und immer noch ist die Ölproduktion dort längst nicht wieder auf dem Niveau wie vor Beginn des Konfliktes. Außerdem hat die nach der Eoberung des Irak gebildete Regierung es verstanden, den mit der Ölförderung beauftragten ausländischen Firmen sehr harte Konditionen aufzudrücken. Und obendrein sind dort ausgerechnet die Ölfirmen aus den Ländern der Eroberer fast gar nicht zum Zug gekommen. Es spricht viel dafür, dass in Libyen ähnliches passieren würde, selbst wenn das Szenario eintreten würde, dass die libysche Regierung stürzt. So wie es im Irak schiitische Brigaden gab, die die Bildung einer Marionettenregierung der Eroberer unmöglich gemacht haben, so gibt es auch in Libyen mit den Märtyrerbrigaden des 17. Februar eine parallel zu den aus dem CIA-Outfit NFSL von der NATO aufgebauten Bodentruppen eine zweite libysche Rebellenarmee, die den angreifenden NATO-Staaten nicht besonders gewogen ist und das Potenzial hat, nach einem Sturz der libyschen Regierung offensichtliche Vasallen der NATO zur Seite zu drängen. Damit, dass die libysche Bevölkerung der NATO dankbar dafür sein wird, von der NATO bombardiert worden zu sein, sollte die NATO auch nicht rechnen.

Tatsächlich dürfte das optimistische Szenario, dass die libysche Regierung bis Ende September durch NATO-Bomben und NATO-Vasallen gestürzt wird, jedoch Wunschdenken der Angreifer sein. Gegen den Irak haben ölhungrige NATO-Staaten unter Führung der USA von 1991 an eine Flugverbotszone und Blockade verhängt, doch, außer dass dadurch etwa 500.000 irakische Kinder verhungert sind und der Ausfall irakischer Ölförderung zu vergleichsweise hohen Ölpreisen geführt hat, damit genausowenig erreicht wie mit der Ermunterung von oppositionellen Kräften zur bewaffneten Rebellion. Erst nach zwölf Jahren gelang 2003 mit einem massiven Einsatz von Bodentruppen aus NATO-Staaten der Regime Change im Irak. Wie Bilder von Großdemonstrationen für die libysche Regierung aus Tripolis und anderen von der libyschen Regierung kontrollierten Städten zeigen, hat die libysche Regierung zumindest in einigen Regionen Libyens ausgesprochen viele Anhänger, vermutlich gerade wegen der Bombardierung durch die NATO mehr denn je zuvor, und an alle wurden von der libyschen Regierung Waffen ausgegeben. Es ist deshalb trotz der NATO-Unterstützung aus der Luft sehr unwahrscheinlich, dass es den von der NATO unterstützten Anti-Regierungskräften in Kürze gelingen wird, Tripolis und andere Hochbugen der Regierung wie Sirte und Sabha zu erobern.

Um den ansonsten sehr unwahrscheinllichen Regierungssturz in Tripolis zu erzwingen, könnte die NATO nun versucht sein, ähnlich wie zur Eroberung von Bagdad 2003, reguläre Bodentruppen einsetzen. Um Tripolis zu erobern, müsste die NATO gegen Hunderttausende bewaffnete Einwohner allerdings in massiver Stärke angreifen. Zur Eroberung des Irak im Jahr 2003 hatte die Koalition der Willigen unter Führung des NATO-Staates USA rund 265.000 Soldaten aufgeboten und, wollte die NATO Tripolis mit eigenen Soldaten erobern, müsste die NATO zumindest mit einer ähnlichen Größenordnung kalkulieren. Damit müsste die NATO dem Krieg gegen Libyen allerdings auch zumindest ein ähnliches Preisschild in der Größenordnung von 100 Mrd US-Dollar geben wie die USA es der Eroberung des Irak 2003 vor dem Beginn des Angriffes gegeben hatte. Aus einem finanziell nahezu risikolosen Eroberungskrieg, der nur drei Milliarden Dollar monatlich kostet und sich aus den geraubten libyschen Finanzanlagen praktisch von selbst finanziert, wäre damit eine teure und risikoreiche Großoperation geworden, die das Potenzial dazu hätte, selbst die Eroberung des Irak, deren von den USA bisher zu tragende Kosten derzeit offiziell als rund 800 Milliarden Dollar verteilt über acht Jahre angegeben werden und tatsächlich einschließlich Neben- und Folgekosten wie die Versorgung von kriegsversehrten Amerikanern allein für die USA eher bei mehr als 3.000 Milliarden Dollar liegen dürften, in den Schatten zu stellen. Während der Irak nämlich von der Eroberung durch zwölf Jahre Blockade vo der Eroberung geschwächt und ausgehungert war, konnte Libyen in den letzten Jahren eine Menge recht moderner und effektiver Waffen kaufen. Tripolis zu erobern könnte deshalb für die ölhungrigen Angreifer durchaus noch kostspieliger werden als es die Eroberung von Bagdad war. Das ist also ein nicht besonders vielversprechender Weg, denn soviel, dass sich solche Kosten lohnen, gibt es für die Kriegsherren selbst im öl- und wasserreichen Libyen nicht annähernd zu verdienen.

Es ist deshalb eher wahrscheinlich, dass die NATO, so wie US-Präsident Barack Obama das im März öffentlich angekündigt hat, erst einmal „eine ganze Weile“ einen Abnutzungskrieg gegen Libyen führen wird, und dabei beabsichtigt, Libyen durch Sanktionen und Blockade so wie den Irak zwischen 1991 und 2003 gründlich auszuhungern und zu schwächen. Was die direkten Kriegskosten für die Angreifer von derzeit rund drei Milliarden Dollar pro Monat angeht, so lässt sich dieses Vorgehen aus den beschlagnahmten libyschen Auslandsvermögen von über 100 Miliarden Dollar auch erstmal „eine ganze Weile“, nämlich rund drei Jahre, praktisch von selbst finanzieren. Libyen kann während der Blockade zwar von befreundeten Nachbarstaaten wie dem Tschad, Niger oder Mali und über die offene Grenze zu Tunesien dringend benötigte Güter importieren, aber die infolge des Krieges weitgehend ausgefallene Ölproduktion wird es Libyen über kurz oder lang schwirieger machen, dafür zu bezahlen. Auch die sagenhaften libyschen Goldvorräte werden irgendwann zur Neige gehen.

Problematisch sind dabei für die ölhungrigen Angreifer jedoch die mit rund 15 Mrd Dollar monatlich weit höheren indirekten Kosten durch die wegen des libyschen Förderungsausfalles erhöhten Ölpreise. Den USA und ölimportierenden europäischen Problemstaaten wie Italien, Großbritannien, Frankreich und Spanien droht ohnehin ihre Staatsverschuldung aus dem Ruder zu laufen, so dass es immer dringlicher wird, den Staatshaushalt zu sanieren. In solchen Zeiten ist eine gestiegene Ölrechnung, die das Wachstum drückt, doppelt unangehm.

Zwar hat die Propaganda recht gut funktioniert, den Bevölkerungen der angreifenden NATO-Staaten die Lüge einzutrichtern, die NATO führe in Libyen eine humanitäre Operation zum Schutz der libyschen Bevölkerung vor einem ach so bösen Diktator durch, doch angesichts von staatlichen Ausgabenkürzungen und einer schlechten wirtschaftlichen Lage möchten immer größere Teile der Bevölkerungen in den angreifenden NATO-Staaten das zur „Befreiung“ Libyens in Bomben investierte Geld, und seien es nur ein paar Millionen, lieber anders ausgegeben wissen. Was die Wahrheit über die Verbrechen der NATO und ihrer Hilfskäfte am Boden in Libyen gegen die überlegene Propaganda-Maschine der NATO und der Golfstaaten kaum schafft, nämlich die Bevölkerung in eine Stimmung gegen den Bombenterror der NATO-Staaten zu versetzen, könnte die schlechte wirtschaftliche Lage in den Staaten der Angreifer schaffen. Immer größere Teile der Bevölkerung sind angesichts knapper Kassen schlicht zu geizig, sich aus humanitären Gründen die Bombardierung entfernter Länder leisten zu wollen. NATO-Kriegsfürsten wie Barack Obama und Nicolas Sarkozy drohen nicht zuletzt deshalb Wahlpleiten.

Im Abnutzungskrieg gegen Libyen ist es deshalb für die Angreifer deshalb extrem wichtig, möglichst schnell einen möglichst Teil der libyschen Ölförderung unter Kontrolle ihrer Lakaien in Libyen wieder auf den Markt zu bringen. Das ist die einzige Maßnahme, die geeignet ist, der Erhöhung des Ölpreises durch den Krieg gegen Libyen wirksam zu begegnen. Das ist der Grund, warum die NATO und ihre Hilfskräfte am Boden gerade mit wütenden und ungestümen Angriffen versuchen, die wichtige Ölhafenstadt Brega zu erobern, aus der die Lakaien der NATO am 29. März von Regierungskräften und der erzürnten Bevölkerung des Nachbardorfes vertrieben worden waren.

Ohne die Eroberung von Brega werden die libyschen Contras kaum in der Lage sein, Öl in nennenswertem Umfang zu exportieren. Ohne diese Ölexporte bleiben die Ölpreise hoch. Und wenn die Ölpreise während eines jahrelangen Abnutzungskrieges hoch bleiben, schießt die NATO sich dadurch gleichzeitig ins eigene Bein, schädigt ihre Wirtschaft und stärkt Länder wie Russland, Venezuela und den Iran. Bisher allerdings ist der NATO die Eroberung von Brega auch in der vierten Schlacht um Brega trotz anderslautender Propaganda nicht gelungen, und das, obwohl die NATO die Stadt mit Kampfbombern und Helicoptern aus der Luft und die von ihnen unterstützten Kräfte am Boden die Stadt und die darin lebende Zivilbevölkerung seit fünf Tagen unter anderem mit mehr als 100 Panzern angreifen.

Seit der dritten Schlacht um Brega vor etwas mehr als drei Monaten, bei der die von der NATO unterstützten Bodenkräfte die Eroberung der Stadt auch schon vergeblich versucht hatten, ist die NATO da keinen Meter vorangekommen. In der Zwischenzeit ist den angreifenden NATO-Staaten alles abhanden gekommen, was sie jemals an Werten oder Verhaltensnormen für sich reklamiert hatten. Die NATO führt inzwischen ganz offen einen grausamen Angriffskrieg gegen Libyen, dessen Ziel nicht der Schutz der Zivilbevölkerung, sondern ein gewaltsamer Regierungsumsturz ist.

Nun geht der offene Angriffskrieg der NATO-Staaten gegen Libyen also in den 5. Monat.

15 Gedanken zu “Bombenterror der NATO-Staaten gegen Libyen geht in den 5. Monat

  1. Seit letzter Nacht setzen diese Verbrecher wohl auch chemische Waffen ein.
    Ein östlicher Vorort von Tripolis, Tajura, soll stark betroffen sein.
    Die Detonationen waren so stark, dass die El-Fatah-Street (Mehari-hotel usw.) bebte. Tote Vögel und Menschen mit brennenden Augen usw. Lest selbst bei Global RESEARCH, hab vergessen, den Link zu notieren, sorry

  2. Wenn man den Menschen in Europa einredet, Sparmaßnamen wären unumgänglich, dann kann man bei den abgewürgten Wirtschaften auch die Ölrechnung drücken. Ob die Rechnung allerdings bei den weltweiten Verbrauchsdaten aufgeht ist offen. Es könnte auch sein, daß die BRIC Staaten mehr bekommen und damit die Europäer und die Amerikaner noch schneller deindustrialisieren können.

  3. Die UNO ist de facto ein ethisch vollkommen wertloses, wirtschaftspolitisches Machtkonstrukt. Den Beweis anzutreten ist ihre vornehmliche Aufgabe, ihn zunehmend offensichtlicher zu vollziehen, ihre vordringliche. Zu ihrem Handlanger NATO erübrigt sich jedewede Grundsatzdiskussion, sie ist Kriegspartei und bislang v.a. als Aggressor aufgefallen.

    Ironischerweise halten es die zuständigen UNbehörden und ihre Hintertanen für notwendig, ausgerechnet die westliche Sofafraktion mit RebellenPRopaganda zu überfluten, als ob wir unseren Kampfeswillen beweisen müssten, wo gerade unsere Passivität gegenüber dem libyschen Volk die Operation überhaupt erst ermöglicht. Handelt es sich um realsatirischen Schwarzen Humor bei dem Fakt, dass ausgerechnet die Völker der „am höchsten entwickelten Demokratien“ nicht die Bohne interessiert sind, wieviele Tonnen Menschenfleisch, -blut und Knochensplitter an ihren Händen kleben? Die „unschuldige“ und bemitleidenswerte Masse der von den Bankstern gröblich vergewaltigten Stupid White Men tut was von ihr erwartet werden kann, sie tut es den Bankstern gleich und unterstützt ihrerseits Raubzüge auf Menschen. Das ist das System Homo sapiens, Ethik und Moral haben in westlichen Völkern letztlich nur die Funktion des Druckmittels gegen missliebige Völker. Mit dem Aufstieg der missliebigen Fremden und damit einhergehenden, zunehmend schwierig bis unmöglich durchzuführenden Kreuzzügen gegen alles ehtisch-moralisch Missliebige haben wir unsere eigene Zeitenwende definiert.

    Gestern habe ich in diesem Blog von Chinas Retorsions-Druck vs Obama bin Washington gelesen. Keine Bange, nichts wird geschehen ausser dass dieser Druck in den nächsten Jahren noch zunimmt – steter Tropfen höhlt den Stein. Bis eines Tages Beijing die Tagespolitik übernimmt, von Stupd White Men dazu gezwungen, denn wir wollten keinen Dialog, haben alle Optionen geflissentlich hintertrieben. Nun, noch ist es nicht so weit, noch kann sich die Masse der Stupid White Men was auf die PResstituiert-PRofessionelle Mass(e)age der eigenen Grosshirnrinde einbilden, doch schon in 5 Jahren dürfte den dummkopfenden Massen blühen, wogegen sie sich schon immer rassistischer Re- und Red-Aktionen bedienten. Das Eine beliefert das Andere und v.v., die unendliche Geschichte einer wirtschaftspolitischen Zwangsehe zwischen Führer und Geführtem.

    Völker konsumieren PRopaganda, PResstituierte PRoduzieren PRopaganda. Geführte fragen nach – käuflich / gekauft – Führer bieten an. Angebot und Nachfrage befeuern sich gegenseitig in des Teufels Küche.

    aus http://antikrieg.com/index.htm
    – „Als nächstes wird der Staatsmann billige Lügen erfinden, die die Schuld der angegriffenen Nation zuschieben, und jeder Mensch wird glücklich sein über diese Täuschungen, die das Gewissen beruhigen. Er wird sie eingehend studieren und sich weigern, Argumente der anderen Seite zu prüfen. So wird er sich Schritt für Schritt selbst davon überzeugen, dass der Krieg gerecht ist und Gott dafür danken, dass er nach diesem Prozess grotesker Selbsttäuschung besser schlafen kann.“
    Mark Twain – ‚Der geheimnisvolle Fremde‘

    Gäbe es diese unersättliche Gier der Masse nach PRopaganda nicht, würde den PRoduzenten die Finanzierung der PRopaganda wegbrechen. Du schreibst:

    – … Großbritannien lediglich 260 Millionen Pfund … USA … eine Millarde Dollar … 160 Millionen Euro an von Frankreich zu tragenden Kriegskosten errechnet.

    Diese Zahlen dürften sich schon bald als ebenso abenteuerlich erweisen wie die einst veranlagten Kriegskosten im Irak und in Afghanistan. Indirekte (Gesamt-) Kosten für unsere geliebte globale Wirtschaft natürlich nicht inbegriffen, insbesondere die Preiselastizität des Ölmarkts findet PRaktisch keinen Einlass in die öffentliche Wahrnehmung.

    – Mal angenommen, es gelänge der NATO bis dahin tatächlich, Muammar Gaddafi mit einem Zufallstreffer zu ermorden …

    … dann hätten sie einen überregionalen Märtyrer par excellence PRoduziert, der sie noch auf Jahrhunderte verfolgen dürfte – der heilige Mu’ammar. Mit seinem Tod würde seine Fehler verziehen und vergessen, sein Vor- das Abbild von den kinderfressenden Kreuzfahrern reanimieren und bestätigen! Thierry Meyssans Bericht (!!!) -> http://www.nrhz.de/neinzurnato/?p=338 von der Front lässt kaum einen anderen Schluss zu, ergo müsste eine Marionettenregierung mit einer schier unglaublichen Über-Allmacht ausgestattet werden, um potentielle Investoren zu beruhigen. Ohne Völkermord durch unsere Hand sehe ich bei dem Szenarium eigentlich wenig Chancen. In letzter Konsequenz stellt sich also die Frage, was genau soll die NATO unter Ausschluss eines Genozids eigenltich erreichen? China vertreiben und den Mittelmeerraum sichern! Es findet ein Krieg um die Hegemonie vor unsere Haustür statt, Libyen und dessen Bevölkerung ist Kollateralschaden, evt. sogar etwas mehr.

    Schön wäre z.B., wenn statt wertloser Anleihen Libyens werthaltige Ressourcen als Sicherheiten in FED und EZB übergehen würden, wenn auch indirekt. Dazu bräuchte man nur die theoretische Überlegenheit, solange das Schwarze Gold als Lender of Last Resort im Boden liegt und uns gehört, darf man mit weiteren Krediten in von Dir aufgeführter Höhe rechnen, je höher der Ölpreis, desto höher die Kredite. Allein die Sonnenenergie, die in dem riesigen Land potentiell gewonnen werden könnte, könnte unsere staatlich vorangetriebene Insolvenzverschleppung während mehrerer Jahre künstlich beatmen. Libysches Grundwasser auf bloss potentiell Blühende Landschaften, das muss reichen für die Rettung des Abendlands.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  4. Ein wichtiger Angelpunkt all dieser Scheußlichkeiten, die wir erleben, ist die zionistisch gelenkte Presse.

    Statt auf die Berichterstattung über den Libyen-Überfall zu kommen, nehme ich mir jetzt aber was vollkommen anderes vor:
    Jetzt hat sich doch herausgestellt, daß es in Großbritannien (und anderswo?) nicht nur Schmuddeljournalismus (gähn!) gibt, sondern das praktisch der gesamte britische Staat von dem zionistischen Murdoch unterminiert (Regierung, Opposition, Polizei und – sehr wahrscheinlich ja wohl auch: Justiz/Gerichte) ist. Und die Murdoch-Presse ist definitiv zionistisch!

    Und nun wird ein Hauptbelastungszeuge, der whistleblower Sean Hoare „tot aufgefunden“. Dieser Mr. Hoare hatte zuvor erklärt, daß er sich bedroht fühle. Und außerdem hatte er erklärt, daß er noch viel mehr zu sagen habe, als das, was er bisher bekundet habe.

    So, und nun wird Hoare plötzlich „tot aufgefunden“. Und wenn man in allen online-Zeitungen nachsieht, findet man keine anderen Informationen als 1.) „tot aufgefunden“ und 2.) … ja … daß die Polizei von „unverdächtigen Umständen“ sprach. MEHR NICHT!!

    Schon WANN der tote Hoare „aufgefunden“ wurde, ist nicht herauszubekommen. Ich habe schon ewig klicken müssen, ehe ich herausfand, daß es bereits gestern um 13.00 Uhr eine Meldung von seinem Tod gab. Also ist Hoare nicht etwa heute morgen, sondern schon gestern gestorben – und dies zumindest vor 13.00 Uhr.

    Aber mehr ist nicht nachzulesen. Wenn aber die gelenkten Medien dermaßen schweigen, ist das selbstverständlich gelenkt!

    Denn selbstverständlich kann die Presse (und die Medien im übrigen) drängen, daß wenigstens einmal von der Polizei/Scotland Yard mitgeteilt wird, z. B. WIE Mr. Hoare starb. Lag er auf dem Rücken und ein Messer steckte in seinem Herzen? Oder steckte das Messer in der Leber. Oder wurde er von einen Kugel getroffen? War es eine Gewehrkugel oder war es eine Pistolenkugel? Traf diese seinen Kopf oder sein Herz oder seine Leber oder sein Rückgrad?
    Oder wurde er aufgehängt aufgefunden? Oder mußte man Herzversagen konstatieren? Falls das letztere: Warum geht die Polizei davon aus, daß dies „unverdächtig“ sei – litt er etwa an mehrfachen Herzinfarkten?
    Oder starb er so merkwürdig wie Robin Cook? Letzterer wurde ja mit gebrochenem Genick aufgefunden, starb aber – so wenigstens die Ärzten ‚der Krone‘ damals – an „Bluthochdruck“.

    Man stelle sich vor, ein Bealastungszeuge in Moskau, der eine unappetitliche Verbindung Putins zur russischen Mafia bezeugen könnte, würde plötzlich „tot aufgefunden“. Würden dann diese Nato-Medien auch nur dies berichten und dann lediglich hinzufügen, daß es nach Aussage der moskauer Polizei keine verdächtigen Tatumstände bzgl. des Todes gäbe?
    ABER NIE UND NIMMER!!!

    Jeden nicht gelenkten Journalisten würde es übrigens doch auch interessieren, WER die Polizei denn benachrichtigte vom „tot aufgefunden(en)“ Mr. Hoare. War es ein Verwandter, ein Nachbar, war es der Steuerberater, Rechtsanwalt oder Zahnarzt, der beunruhigt war, weil ein abgemachter Termin nicht eingehalten wurde. Oder hatte seine Putzfrau einen Schlüssel und ihn „aufgefunden“?

    Und WO wurde Mr. Hoare „aufgefunden“? Bis eben bildete ich mir noch ein, gelesen zu haben, daß er in seinen Wohnung „aufgefunden“ wurde. Aber jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Falls die Leiche nicht in seiner Wohnung lag – wo denn dann? Und falls sie in seiner Wohnung lag – wo denn dort? Im Badezimmer (ge-Barschelt?), im Schlafzimmer, im Wohnzimmer, in der Küche, im Flur?

    Was ich damit sagen will: Alle diese Kriege, diese fortlaufende Verschärfung des Polizei- und Überwachungsstaates, die Errichtung eines Gestapo-Staates, das fortlaufende Lohndumping, die Zerstörung des Sozialstaates, die Unterminierung unserer Gerichte (jetzt das Skandalurteil des BGH in Sachen Eva Herman), die immer brutaler und frecher auftretende gewöhnlich Prügel-Polizei, das Verschenken unseres Staats an die Konzerne, die Massenmorde an Ausländern (Afghanen, Iraker, Palästinenser, Somali, Pakistani usw. ) -… aber auch an den Bürgern des jeweiligen eigenen Landes – siehe 911, 7/7 und Winnenden usw. usw. … alle diese Dinge beruhen ganz maßgeblich darauf, daß unsere Informationsmedien von Bösewichtern beherrscht werden.

    Und wenn man etwas ÄNDERN will, dann muß man auch genau DA zugreifen.
    Allerdings räume ich ein, daß ich auch nicht weiß, wie das zu machen ist.

  5. @Jörg

    – … alle diese Dinge beruhen ganz maßgeblich darauf, daß unsere Informationsmedien von Bösewichtern beherrscht werden.

    Ursache und Wirkung! Der wahre Herrscher der Informationsmedien ist die Masse, welche die Zukunft der Medien durch ein Gegengeschäft sichert. Vertragspartner im Handel mit den Informationsmedien ist die MASSe, indem sie dafür bezahlt. Genauso wie bei Super-Angies Panzerdeal der deutsch-saudischen Freundschaft muss die Ursache im Handel zwischen Käufer / Konsument und Verkäufer / PRoduzent respektive deren Willen zum Handel gesucht werden.

    Damit „beruhen diese Dinge“ MASSgeblich auf der MASSe, die ihre Macht nicht wahrnimmt, denn sie ist potentiell überhaupt die einzige Macht, die den Handel wirksam unterbinden könnte. Besser noch, sie könnte den Handel regelrecht (passiv) versäumen, indem sie einfach die Finger davon lässt. Frage: Wo liegt das Risiko? Wenn sie auf den Verzicht verzichtet und handelt, kann man dann nicht genau so gut sagen, dies ist der Wille der Macht = MASSe? Damit komme ich auf die Ursache des Vertrags, die MASSe selbst.

    Die Wirkung des Macht-Versäumnisses der MASSe ist die (angebotene) Gelegenheit, die sich (nachfragenden) „Bösewichtern“ bietet. Die Masse formuliert also durch ihr Tun respektive Nicht-Tun eine ökologische Nische in der sozialen Evolution, die nach allen Regeln dieser sozialen Evolution besetzt wird.

    aus http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kologische_Nische
    – Der Begriff in seiner heutigen Verwendung geht auf einen einflussreichen Artikel des Zoologen George Evelyn Hutchinson zurück, der auf den Arbeiten Grinnells und Eltons aufbaut. Hutchinsons wichtigste Neuerung war, dass die Nische nicht als Eigenschaft der Umwelt angesehen wird – in die eine Art „passen“ oder „nicht passen“ kann, die ggf. auch „leer“ bleibt – sondern als eine Eigenschaft der Art selbst.

    Damit ist das am meisten beklagte Problem, der scheinbare Widerspruch im Systems Homo sapiens ursächlich angesprochen, und auch die Antwort auf Dein Suchen: Nicht …

    – … muß man auch genau DA zugreifen …

    … sondern genau DA nicht zugreifen! Das ist die Lösung. Den Pawlowschen Reflex zurückstellen, das geldwerte Belohnungssystem im Verhältnis Konsument-Produzent den eigenen Wertvorstellungen anpassen: Nicht „unsere täglich‘ PRopaganda gib uns heute“ betend bellen und verantwortungsbewusstlos das beklagte Feuer (PRopaganda) mit noch mehr Benzin (Geld) löschen.

    Ich bezweifle allerdings, dass das System Homo sapiens dazu in der Lage ist. Gandhi und das Bsp. Indien halte ich für eine löbliche Ausnahme, denn was daraus geworden ist, dürfte kaum seiner Methodik entsprechen.

    Grüsse
    kosh

  6. Zunächst noch einmal Kompliment an den Autor für den klasse Artikel!

    Eine ergänzende Überlegung: Möglicherweise ist das Ziel der Aggressoren zum derzeitigen Zeitpunkt nur, Libyen zu teilen. Dann würde man wohl eine Vasallenregierung zunächst(!) nur in Westlibyen installieren.

    Und was dann? Ja, dann fällt uns ja dieser lebhafte Panzer-Handel ein – deutsche Panzer an Saudi-Arabien und US-Panzer an Ägypten. Beide Länder sind – zumindest von außen – völlig unbedroht (der Iran würde niemals das Nato(!)-Land Saudi-Arabien angreifen!) .

    Und nun noch dies: Jetzt soll eine – wirtschaftlich – völlig schwachsinnige Brücke zwischen der Südspitze des Sinai und dem gegenüberliegenden Ufer in Saudi-Arabien gebaut werden. Guckst Du: „ÄGYPTEN GENEHMIGT MEGA-BRÜCKE NACH SAUDI-ARABIEN“ – http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,774679,00.html .

    Und die kostet noch mehr – wenn ich das richtig erinnere – als beide Panzer-deals zusammen. Und wenigstens Ägypten ist nun wirklich bitter arm und die „fünf Milliarden Dollar“ die die Brücke kosten soll, könnte die ägyptische Militärdiktatur sehr gut für die Ernährung der Bürger und für Wirtschafsmaßnahmen gebrauchen.

    Die Brücke ist wirtschaftlich völlig sinnlos. Denn etwaige ägyptische Exporte per Straße dürften ohnehin meistens aus der dichtbesiedelten Gegend von Alexandria und Kairo kommen. Und für dies beiden Städte bedeutet die Brücke praktisch keine Abkürzung – höchstens für die kleinen Städte Assuan und Luxor im tiefen Süden. Und für die liegt aber ohnehin der Transport per Fähre über das Rote Meer nahe – statt ganz hoch zum Sinai zu fahren und dann in Saudi-Arabien wieder ganz runter.

    Das hat man irgendwie auch beim Lügen-SPEI-GEL gemerkt. Zur Begründung des Brückenbaus wirft man dann den doofen SPEI-GEL-Käufern eine aberwitzigen Brocken vor: „Die auf grob fünf Milliarden Dollar geschätzten Baukosten des Brückenschlags sollen sich durch die Nutzungsgebühren von Millionen von Pilgern amortisieren.“

    Also ein Brücke die 5 Mrd. € kostet. Und das macht man den Pilgern zuliebe. So, so!
    Die Pilger haben so eine Brücke aber nie gewünscht. Denn wie oben gezeigt, kommen die meisten Ägypter, und damit auch die meisten Pilger aus Alexandria oder Kairo. Und von dort aus bringt die Brücke praktisch keinen Wegstreckenvorteil.
    Und jetzt sollen die Pilger für etwas, das gar keine Vorteil bringt, auch noch bezahlen!

    Also gut, dann wollen wir doch mal rechnen. Die Brücke soll 5 Mrd. € kosten. …. Glaub ich nicht! Wie immer – auch bei Stuttgart S21 – verdoppeln oder verdreifachen sich solche Kosten doch immer. Aber ich will jetzt mal ganz großzügig sein und ein „Machtwort“ sprechen (das liebt „der“ Deutsche ja): „Fünf Milliarden und keine Diskussion!“ brülle ich jetzt. Also gut 5 Mrd. €. So, und nun bin ich Chef des ägyptischen Militärrates und habe natürlich ein großes Herz für Pilger. Und da sagt ich eben: „Kameraden! Laßt uns nicht so kleinlich mit unseren Pilger-Kameraden sein! Wenn sie nur immer die jährlichen Zinsen auf die 5 Mrd. € zahlen, ist es doch genug!“

    Gut. Den Zinssatz, den die wackelige und revoltenerschütterte ägyptische Militärdiktatur am Kapitalmarkt bezahlen muß, weiß ich nicht und schätze ihn einfach mal sehr freundlich auf 5 %.
    5 % auf 5 Mrd. sind 250 Mio. € jährlich.

    Die jährlich Gesamtzahl der nichtsaudischen Pilger in Mekka belief sich im Jahr 2006 auf „1.557.447“ Personen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Haddsch ). Wie viele davon Ägypter sind, wissen wir nicht. Nun gibt es aber viel und sehr volkreiche (überwiegend) islamische Nationen. Z. B. Indonesien hat mal eben schlappe 230 Mio. Einwohner und Pakistan hat 170 Mio. Einwohner – mehr als doppelt soviel wie Ägypten (ca. 80 Mio.). Und dann kommen noch die vielen Pilger aus Malaysia, aus dem nahen Iran, aus der Türkei, Syrien, Jordanien, Irak und praktisch aus ganz Afrika hinzu. Auch Indien hat Moslems. Von seinen 1,2 Mrd. Einwohnern sind (laut Wikipedia) 13,4 % Moslems: 1.200.000.000 x 13,4% = 160.800.000 . Also praktisch soviel wie ganz Pakistan Einwohner hat.

    Pi mal Daumen schätze ich also, daß von den „1.557.447“ nichtsaudischen Pilger in Mekka bestenfalls jeder 10. aus Ägypten kommt. Das wären dann 160.000 ägyptische Mekka-Pilger jährlich Und die sollen nun die jährlichen Brücken-Zinsen von 250 Mio. € für einmal hin und zurück bezahlen: 250.000.000 € /160.000 = 1.562,50 €. D. H. die Pilger haben die Wahl über die Brücke zu pilgern und dafür (hin und zurück) 1.500 € zu zahlen, oder aber – wie bisher – den nicht längern Weg durch den Sinai, dann kurz durch Jordanien und dann runter nach Mekka für umsonst. Also wird sie kaum einer nutzen. Und der Rest, das sind dann sämtlich pilgernde Millionäre. Denn anders kriegt man die 250 Mio. € jährlich ja nicht zusammen.

    Also: Alles Nato-SPEI-GEL-Mist! Was also steckt hinter dieser Brücke. Eben die Tatsache, daß Saudi-Arabien bisher nur über ein ganz kurzes Stück Jordanien Straßenverbindung zu Afrika/Ägypten hat. Und diesen einzigen Vorteil hätte dann die Brücke eben: Daß man die Jordanier nicht groß fragen muß, wenn saudische Panzer nach Ägypten und weiter nach Libyen, Sudan, Somalia rollen.

    Resümee: Die vielen Panzerverkäufe und diese Brücke zeigen mir an, daß sich die Nato auf eine längerfristige und dauerhafte Eroberung Nordafrikas eingestellt hat. Was Libyen angeht, kann es schon sein, daß sich zumindest die US-Diktatur auf eine – sagen wir mal – 3 jährige Fortsetzung des Angriffs auf Libyen eingestellt hat, ehe dann ägyptische und Saudische Panzer die „Bodenarbeit“ machen.

  7. @Jörg
    Klar, Libyen zu teilen ist eine sehr gute aussicht für die ölhungrigen Aggressoren. Entscheidend ist dabei nur, wie geteilt wird.

    Wenn die NATO-Handlanger die Ölfelder und das Wasser besetzt haben, dann ist teilen, natürlich entlang der gerade aktuellen Frontlinie, sehr profitabel, gerade zu optimal. Die NATO bekommt das Öl und braucht von den Erlösen nur noch einen Teil der libyschen Bevölkerung mitzufinanzieren. Und eine ausländische Basis werden die NATO-Schützlinge dann zu ihrem Schutz auch akzeptieren. Ein ölloser Stadtstaat Tripolis stört die NATO nicht, im Gegenteil, da könnten dann gleich mit einem Schlag zwei Millionen Menschen von der Teilhabe an den Ölprofiten ausgeschlossen werden.

    Solange die NATO-Handlanger aber die Kontrolle über Öl und Wasser nicht haben, sondern nur ein paar öde Landstriche ohne Öl und Wasser beherrschen, kommt teilen natürlich überhaupt nicht in Frage. Solange wird von der NATO die Einigkeit Libyens hochgehalten werden und jeder Waffenstilstand, der nicht die Installation einer Marionettenregierung für ganz Libyen beinhaltet, kategorisch ausgeschlossen. Und natürlich muss der Gaddafi weg, weil, solange der den Leuten erklären kann, was die NATO da in Libyen macht, werden die ölhungrigen NATO-Staaten ihre geplanten Profite nicht realisieren können.

    Das ist wirklich alles sehr simpel.

  8. @ kosh
    Danke für Deine interessante Antwort.

    Zitat: „Ich bezweifle allerdings, dass das System Homo sapiens dazu in der Lage ist …. Nicht „unsere täglich’ Propaganda gib uns heute“ betend (zu) bellen und verantwortungsbewusstlos das beklagte Feuer (PRopaganda) mit noch mehr Benzin (Geld) (zu) löschen.“

    Ich bezweifele das auch. Also: Was tun? Wie kann man als Individuum Einfluß nehmen auf den riesen Apparat mit Millionen von menschenartigen Individuen?

    Zunächst muß man sich diese „Masse“ ansehen und einschätzen. Und da wird man zum Schuß kommen, daß sie nicht homogen ist, diese „Masse“.
    Die allermeisten (vielleicht 70 %) sind „Kleinbürger“. Kleinbürger sind Leute die um fast jeden Preis eine „heile Welt“ wollen. Und da de Welt alles andere als „heil“ ist, müssen sie massiv verdrängen. Deswegen kaufen sie sich auch Bild-Zeitung und SPEI-GEL oder „Das Grüne Blatt“. Gerade sehe ich daß es das „Grüne Blatt“ wohl überhaupt nicht mehr gibt. Das hatte nicht mit Ökologie zu tun, sondern brachte immer Berichte über Königin Sirikit oder Farah Diba oder Soraja oder Königin Sylvia von Schweden usw. Heute ist das wohl die „BUNTE“. Auch im Fernsehen gibt’s ja diese Promi-Sendungen, z. B. für Teenager auf VIVA und MTV – alles genau dasselbe. Und das alles hat mit der WIRKLICHKEIT ja nichts zu tun, sondern, im Gegenteil, nur mit dem Abschirmen v o r der WIRKLICHKEIT.

    Diese Kleinbürger z B. auf eine Falschinformation oder einen logischen Widerspruch hinzuweisen, hat überhaupt keinen Zweck. Und wenn sie – ähnlich Lemmingen – auf den Abgrund zugehen und ihn eigentlich sehen müßten, gucken sie eben zur Seite oder nach hinten, damit sie ihn nicht sehen müssen. Allerdings gehen sie dabei weiter direkt auf den Abgrund zu.

    So „lieb“ und auch oftmals hilfsbereit diese Kleinbürger auch sein können: Wenn sie ihre „heile Welt“ bedroht sehen, werden sie mörderisch. Wer ihnen die Augen öffnen will, kann auch leicht als ‚Bedrohung‘ empfunden werden. Und dann zünden die Dorfbewohner ihre Fackeln an und ergreifen Forke, Mistgabel und Hackebeil und verbrennen mal eben eine vermeintliche Hexe – oder sie murksen einen fremden Durchreisenden ab. Oder säubern mal eben die „Rasse“.

    Und die restlichen 30 % sind vielleicht 20 % egozentrische „Ausbeuter“, die die WIRKLICHKEIT sehen, aber nicht verstehen. Höhnisch lachen sie auf, wenn man ihnen sagt, daß sie die Wirklichkeit nicht verstehen. Denn daß sie die WIRKLICHKEIT verstehen und daß sie in dieser ganz toll manövrieren können – davon sind sie f e l s e n f e s t überzeugt! Denn da sie die Kleinbürger weitgehend beherrschen, sind sie ganz fest überzeugt davon, daß das doch wohl daran liege müsse, daß s i e gerade diejenigen sind, die die WIRKLICHKEIT verstehen.
    Dem ist aber nicht so.

    Und die restlichen 10 % sind Leute, die die WIRKLICHKEIT sehen und zumeist auch weitgehend verstehen – zumindest verfügen sie über den dringenden Wunsch, die WIRKLICHKEIT zu verstehen.

    Wenn wir uns diese verschiedenen Typen der Menschartigen (ob echter Mensch/in oder Kleingott/in ist völlig wurscht) ansehen, so wird klar, daß ein ‚Hebelansetzen‘ bei den Kleinbürgern nichts bringt. Auch die Ausbeuter sind für ein Herumreißen des Ruders nicht zu haben. Denn es sind ja gerade sie die es derzeit in Händen halten und den derzeitigen Kurs sogar selbst eingeschlagen haben.
    Sie sind unsere Feinde!

    Übrig bleiben die 10 %. Und diese sind – einmal aufgewacht – sehr wirksam.

  9. @Jörg

    Angenommen, ich gehöre zu den 10%, warum hat mein Aufwachen dazu geführt, dass ich mich zurückziehe? Warum werden die verantwortungsvollen Köpfe in Politik und Wirtschaft immer weniger? Könnte es sein, dass die entweder selbst aufgewacht sind, oder durch die 90%-ige Konkurrenz ausgebootet wurden? Könnte es ferner nicht sein, dass eben gerade das eine Eigenschaft des Systems Homo sapiens ist, eine Art Selektion während der weniger Bescheidenheit als vielmehr Gier den Lauf der Dinge bestimmt, weil eben die Gierigen in einer formidablen Mehrheit sich befinden? Könnte es ausserdem der Realität entspreichen, dass aus diesem Grund auch die Demokratie stets zu aristokratischen Verhältnissen führt, weil eben 90% der Masse eine grössere Masse darstellen als 10%?

    Natürlich kannst Du gegensteuern, das wurde zu allen Zeiten versucht, nur gelungen ist es nie! Was Du evt. machen kannst ist aus der Geschichte lernen, z.B. Dich auf die Zeit nach einem Zusammenbruch vorbereiten und dann eingreifen. Oder Du kannst Dir die Eigenschaft des Systems Homo sapiens zunutze machen indem Du versuchst es zu steuern, gezielt Bankrotte bewirken (!!!) um wie angesprochen hinterher die Hebel anzusetzen. Letzteres findet meiner Meinung nach seit geraumer Zeit statt, allerdings wohl eher nicht zum Wohl der Masse. Ausser man vertritt die Meinung, strukturierte PRodukte führen z.B. Griechenland ausnahmsweise in eine andere Zukunft als all die vorhergehenden historischen Irritationen.

    Ein libyscher „Rebell“ aus dem Nähkästchen:

    aus http://de.ibtimes.com/art/services/print.php?articleid=24372
    – „Warum sollen wir die Ghaddafi-Diktatur durch eine Bengasi-Diktatur ersetzen?“

    Wenn ein 20%-iger versteht, dass die z.Z. lebenden 10% rein gar nichts ändern werden, weil ihre Stimme versagt, ist es dann vielleicht möglich, dass sehr viel mehr Leute durchaus verstehen, aber ihr Handeln trotzdem am eigenen Vorteil ansetzen? Die Aufforderung „seid wahrhaftig“ kommt ja nicht von ungefähr und fasst in 2 Worten das Dilemma menschlicher Existenz zusammen. Gerade die Griechen gelten als Paradebsp. für das Fehlen von Wahrhaftigkeit, doch sind sie beileibe nicht die Einzigen. Unter Deinen 70% sind womöglich die meisten in der Lage zu verstehen, doch sie übersetzen ihr Verstehen eben gerade nicht in eine adäquate Handlung, weil sie andere Prioritäten haben, also verdrängen sie oder grenzen aus, was übrigens voraussetzt, dass sie zumindest ansatzweise verstehen.

    Natürlich kannst Du was bewirken, innerhalb bestehender Grenzen. Z.B. dieser Mikrokredit-Mann von der Grameen-Bank. Heute steht er ausgebootet da und keiner weiss so recht, was da genau gelaufen ist … aaaaber, er hat was bewirkt, z.B. dass sich grössere Geldhäuser seiner Idee angenommen haben um PRofit daraus zu schlagen oder zu ihrer Versandung beizutragen. Er und seine Mission sind an den Grenzen abgeprallt, wurden in das bestehende System zurückgeworfen und absorbiert: Was nicht passt wird passend gemacht.

    Die umtreibende Frage aber lautet, wie können wir diese Systemgrenzen überwinden? Einige haben es (z.T. vorgeblich) versucht, indem sie als Gruppe die Isolation gesucht haben. Von den modernen Versuchen sind meines Wissens alle grandios gescheitert – an den typischen Eigenschaften des Homo sapiens. Seit alters her haben es einige Stämme in abgelegenen Gebieten geschafft, wobei wir heute nicht bestimmen können, inwiefern Wahrhaftigkeit eine Rolle gespielt hat. Der Singsang vom edlen Wilden wurde ja inzwischen revidiert. Jedenfalls, die meisten wurden inzwischen vom System aufgefressen. Die wenigen Überlebenden taugen allenfalls für romantisierende TV-Dokus, aber als Vorbilder sind sie dem Homo sapiens dann doch zu exotisch.

    Bleibt also die Frage wie? Antwort: Gar nicht!!! Du kannst es drehen und wenden wie Du willst, Du, ich, wir sind und bleiben Homo sapiens, das schleckt keine Geiss weg. An jede andere Intelligenz würden entsprechende Anforderungen gestellt, aber sie hätte vielleicht die besseren Karten um als Masse ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden – der Homo sapien kann es nicht, vielleicht seine Erben.

    – Auch die Ausbeuter sind für ein Herumreißen des Ruders nicht zu haben. Denn es sind ja gerade sie die es derzeit in Händen halten und den derzeitigen Kurs sogar selbst eingeschlagen haben.

    Anhand dieses Zitats will ich Dir zeigen, dass auch Du bisher nicht wirklich verstanden hast.

    Wenn die Auszubeutenden die Mehrheit der Masse stellen und sie sich trotzdem ausbeuten lassen, dann stellen sie den Ausbeutern freiwillig eine ökologische Nische z.V., denn sie könnten wenn sie nur wollten, als Masse, die Ausbeutungs-Nische von einem Tag auf den anderen schliessen, allein durch ihre geballte Macht. Aber die Ausgebeuteten tun gerade das nicht, wodurch einzelne Ausgebeutete oder kleine Gruppen von Ausgebeuteten durch die Ausbeuter überhaupt erst beherrschbar werden.

    Zur Funktion der Masse, insbesondere im Licht der Ausübung ihrer umfassenden Macht und der anschliessenden Ausbildung der ökologischen Nische.

    http://www.sozialismus.net/content/view/1048/225/
    http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=6222&Itemid=1

    Grüsse
    kosh

  10. @kosh

    Zitat: „Angenommen, ich gehöre zu den 10%, warum hat mein Aufwachen dazu geführt, dass ich mich zurückziehe?“

    Antwort: Du bist doch gar nicht aufgewacht – Du TRÄUMST doch nach wie vor!! Du gehörst zu denen, die zumindest sehen – ja das ist gut. Aber Du v e r s t e h s t nicht was Du wahrnimmst. Schon Deine Bezeichnung von einen großen Zahl von Personen als „Masse“ – weißt Dich als Anhänger der materialistischen Religion aus. Religion ist aber „Opium fürs Volk“! Gib das endlich auf und gehe der Wirklichkeit WISSENSCHAFTLICH-RATIONAL auf den Grund – und nicht ‚gläubig‘!
    ES GIBT KEINE „MATERIE“ und KEINE „MASSE“!

  11. @Jörg

    Bitte erkläre mir, dass der letzte Beitrag unter Deinem Nick nicht aus Deiner Feder stammt.

    Grüsse
    kosh

  12. @kosh
    „Bitte erkläre mir, dass der letzte Beitrag unter Deinem Nick nicht aus Deiner Feder stammt.“

    Herjeechen, kosh, sei nicht so empfindlich!

    Außerdem hast Du doch mit dem „Aufwachen“ angefangen. Von „Aufwachen“ hatte ich wiederum kein Wort gesagt. Du hast die Kategorie hier eingebracht. Und ein „Aufgewachter“ bist Du – nach dem Verständnis, das ich von diesem Wort habe – nun mal nicht.
    … oder doch? Dann sag doch mal ein paar Takte dazu!

    Übrigens: Dein „homo sapiens“ ist eine Gruppe/Kategorie, die schon längst ausgestorben ist. Nur eine einziger Zweig des „homo sapiens“ hat überlebt. Und der heißt zwar so ähnlich, aber eben doch anders, nämlich „homo sapiens sapiens“ – also zwei(!)mal „sapiens“.

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