Offener Bodenkrieg gegen Libyen rückt näher

Im von der NATO zur Eroberung der Ölquellen geführten Angriffskrieg gegen Libyen rückt der offene Einsatz von NATO-Bodentruppen offenbar näher. Frankreich hat offiziell bestätigt, im Krieg gegen Libyen nun auch den „Unterstützungs- und Zerstörungshubschrauber“ Tiger einsetzen zu wollen. Der Einsatz dieses Hubschraubers ergibt militärisch keinen anderen Sinn, als dass damit Bodentruppen bei Angriffen im Erdkampf unterstützt werden sollen.

Die Verlegung der Angriffshubschrauber passt dazu, dass die Bloggerin Leonor kürzlich aus Libyen berichtete, in Misrata würden auf Seiten der Aufständischen bereits über 300 französische Soldaten kämpfen. Westliche Journalisten hatten zuvor aus Misrata berichtet, es habe dort an Frontabschnitten Sperrzonen gegeben, wo sie die Kämpfer nicht sehen durften, sie hätten jedoch mitbekommen, dass dort auf Seiten der Aufständischen über Funk französisch gesprochen wurden.

Dass französische Söldner in Libyen aktiv sind, ist seit dem Tod des französischen Söldner-Bosses Pierre Marziali allerdings ohnehin kein Geheimnis mehr, ebenso wenig, wie dass britische Spezialeinheiten schon lange vor dem offiziellen Beginn des Angriffskrieges gegen Libyen dort aktiv waren.

Auf den Einsatz der Hubschrauber hätte die NATO gern verzichtet, denn die Hubschrauber sind durch libysche Waffen wie die im Fachjargon als MANPADS bezeichneten gefürchteten schultergestützten Flugabwehrraketen verwundbar. Der NATO drohen damit erste eigene Verluste in Libyen sowie Kriegsgefangenschaften, wodurch die Kriegsgegnerschaft in den Bevölkerungen der Angriffskrieg führenden NATO-Staaten wachsen könnte. Eben deshalb, weil tieffliegende Fluggeräte wegen der weiten Verfügbarkeit von MANPADS in Libyen abschussgefährdet sind, hatten die USA zu Beginn des Krieges nach nur kurzem Einsatz ihre Erdkampfflugzeuge wie die in Afghanistan regelmäßig eingesetzten A10 zurückgezogen. Für die Libyer könnte der Einsatz der Hubschrauber außerdem obendrein auch motivierend wirken, denn nun haben sie mit ihren Waffen das erste Mal die realistische Möglichkeit, es den Verbrechern der NATO heimzuzahlen. Insgesamt ist der risikoreiche Einsatz der Hubschrauber also ein objektiver Hinweis darauf, dass die NATO entgegen aller westlichen Kriegspropaganda in Libyen Probleme hat.

In der Tat hinterließen die Angriffskrieger der NATO in den letzten Tagen einen ziemlich ratlosen Eindruck. Während die Zivilgesellschaft sich weiter hinter den Positionen der libyschen Regierung schart, wie hier zum Beispiel gerade ein Kongress von 1500 Frauen, sind der NATO für ihre Bomben- und Raketenangriffe irgendwie entfernt militärisch zu rechtfertigende Ziele ausgegangen. Die NATO hat bereits alles kaputtgebombt, was sich irgendwie militärisch rechtfertigen ließe, aber wegen des anhaltenden Widerstandes der libyschen Bevölkerung machen die Hilfstruppen der NATO am Boden trotzdem kaum Geländegewinne.

Besonders ärgerlich aus Sicht der NATO ist, dass die libysche Bevölkerung sich durch den Bombenterror der NATO nicht einschüchtern lässt und jeden Tag Musikkonzerte mit Tanz undguter Laune im Freien stattfinden, die den Menschen dabei helfen, den psychischen Belastungen des NATO-Terrors zu trotzen. Vermutlich genau deshalb, um die Psyche der libyschen Bevölkerung zu brechen, hat die NATO gestern das Kriegsverbrechen begangen, ein solches Musikkonzert der Zivillgesellschaft mit Bomben anzugreifen. Die NATO hat dabei 19 Menschen totgebombt und rund 150 weitere Menschen verletzt.

Die NATO hat nach ihrem Kriegsverbrechen erklärt, die Bomben hätten eigentlich nicht den Menschen, sondern den daneben geparkten Autos gegolten, weil Autos militärische Güter sind, die auch von libyschen Armee-Einheiten eingesetzt werden. Insgesamt hat die NATO bereits mehrere Tausend Menschen in Libyen totgebombt, Armeeangehörige ebenso wie Zivilisten. Die beabsichtigte Wirkung, die libysche Bevölkerung in die Unterwerfung zu zwingen, hat die NATO mit ihren Bomben jedoch bisher nicht erreicht. Im Gegenteil, die Wut der Bevölkerung auf die NATO wächst mit jedem Tag, den die NATO weiter Bomben abwirft.

Nun bekommen die Spezialeinheiten und irregulären Kampfverbände zur weiteren Eroberung Libyens also auch noch Unterstützung durch Erdkampfhubschauber, und das, obwohl sie bereits durch die stärkste Marine und die stärkste Luftwaffe der Welt nebst Raketen satellitenbasierter Aufkläruns- und Feuerleittechnik unterstützt werden. Nach dem Einsatz von Hubschraubern zur Erdkampfunterstützung dürfte der nächste Schritt dann der offene und massive Einsatz von NATO-Bodentruppen zur Eroberung Libyens sein. Sollte die NATO – anstelle Friedensverhandlungen aufzunehmen – dann auch noch den offenen Einsatz von Bodentruppen versuchen, dann darf sie sich in Libyen auf eine Mischung von somalischem Stammeskrieg und irakischem Befreiungskrieg gefasst machen, nur mit dem Unterschied, dass de libysche Bevölkerung deutlich besser bewaffnet ist, als es Somalia und der Irak waren.

Es bleibt zu hoffen, dass die NATO in Libyen dann genauso untergeht, wie die USA im Irak untergegangen sind. Räuberische Angriffskriege dürfen sich nicht lohnen.

10 Gedanken zu “Offener Bodenkrieg gegen Libyen rückt näher

    1. liebe redaktion, wieder mal klasse der artikel. dass in libyen franzosen und briten schon lange mit ihren füßen den boden entweihen, war bekannt, daher habe ich gestern auch nichts davon erwähnt, was glaubr ihr, hatten die beiden deutschen transall-maschinen – irgendwo im osten gelandet – im februar oder märz, wohl ausgespuckt? die sind sicher nicht mit bewaffneten deutschen elite-soldaten mitten in der wüste gelandet, um 22 od. 23 deutsche abzuholen. aber was war das gestern für eine meldung, daß nun auch berlin involviert sei?? weiß nicht mehr, wo das stand. ich geb gern sofort meine staatsbürgerschaft ab, sag mir nur einer, wo??????????????????????????? alle kraft des universums für die djamahirija el libya!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! lang lebe muammar el gaddafi!!!!!!!!!!!!!!!!

  1. so – ich hab erst mal twitter eins übergebraten. es fiel mir in den letzten tagen auf, daß man zwar harmlose libyenposts anbringen konnte, aber nichts von mathaba oder leonor aus libyen, nun klappts wieder, hoff ich. könnt mal jemand überprüfen, ob er leonors bericht lesen kann? TERRORSPATZ. ich poste auf der startseite.

  2. Danke an den Autor. Hoffen wir, dass die NATO bald mehr Protesten der eigenen Bevölkerung gegenüber steht.
    Gedenken wir aller Menschenleben, die aufgrund dieser als Hilfe deklarierten Kriegsverbrechen bereits zu beklagen sind.
    Jeder muss an seinem Platz tun was er kann und die nötige Masse an Menschen wird erreicht werden, die diese Propaganda vereiteln kann.
    Zu viele Menschen leben bald wie von Orwell beschrieben (1984 (Roman)) – glauben zu leicht den ganzen Shit. Aber die Rolle der Kriegspropaganda wurde natürlich auch schon von Göring beschrieben und vom Hitler-Regime genutzt.
    Ich habe den Link mit viel Text wieder gepostet in:
    http://www.facebook.com/home.php?sk=group_180866951957443&ap=1
    und
    http://www.facebook.com/home.php?sk=group_200991999921659&ap=1

  3. Die Art und Weise und der Umfang wie sich die Völker Europas propagandistisch ruhigstellen, hirnwaschen und gleichschalten lassen, wenn es um neokoloniale Kriege der NATO geht, ist beängstigend! Ehrlich, ich hätte das nicht für möglich gehalten, muss aber nun erkennen, dass unsere demokratischen Spielregeln nur eine dünne Tünche über latent vorhandenen Fascho-Strukturen sind. Wir gehen wohl unruhigen Zeiten entgegen…

    1. danke fü den link und … ach, ich sag nichts mehr … es bringt doch auch alles nichts. was haben diese hiesigen proteste – außer eigenbefriedigung – den iraqis gebracht? was hat es in afghanistan genutzt? ich frage mich, ob es nicht die einzige hilfe sein kann, wenn jeder von uns bewaffnet nach libyen geht und f-uk-us-allianz und die anderen … zur strecke bringt. wir oft wollen wir friedenstauben uns denn solche … noch mitansehen? und dann die ignoranten um mich herum (ja ja krieg ist schlimm, aber gaddafi hats ja nicht anders verdient) mensch ich fang meine liquidierungskampagne besser gleich an. nur weil es diese verblödeten mitmenschen gibt, sind doch die irak-, afghanistan- und libyen-schweinereien nur möglich. wer bringt denn diese sarkozy-, obama- und cameron-hitlers auf den stuhl und bejubelt sie. wenn die morden und dabei noch lachen, und die leute ihrer länder dabei immer noch fressend vor der glotze sitzen, dann sag ich mir doch, diese menschen sind genauso verkommen wie ihre führer und warten in ihrer kriegsgeilheit doch nur auf die nächsten grausamkeiten. das sind alles keine demokratien und diese menschen sind keine demokraten. das sollte mal an jeder ecke und an jedem platz festgestellt werden. demokratie kann in so großen gebilden wie eu, amerika nur schlecht sein, weil sie auf dörfliche strukturen angelegt war. wahlen und tributzahlungen sowie kommerzielle politiker sind in einer demokratie ausdrücklich verboten. „demos“ heißt NICHT das „volk“, sondern „dorf“ und „kraten“ kommt von selbstbeherrschen, also ein selbstbeherrschtes dorf. und nur in einem solchen kann demokratie funktionieren, sonst bitte lieber eine diktatur: die kann u. U gut sein, eine demokratie aber in solchen gebilden, wie wir sie haben, muß immer schlecht sein. die gründungsväter amerikas haben das gewußt und die installation einer demokratie per verfassung ausdrücklich verboten. es wird viel geld dafür ausgegeben, die menschen in dieser hinsicht glauben zu machen, daß demokatie was gutes und diktatur was schlechtes sei. wenn du kein vokabelbuch für altgriechisch hast, kommst du auch nicht dahinter, daß du belogen wirst. und selbst mit vokabelbuch brauchst du mindestens 1 woche ungestörtheit am meer, um die begrifflichkeit zu analysieren. seltsamerweise hat gaddafi das alles schon immer gewußt und seinen leuten eine basisdemokratie geschenkt, die von den bastarden der ochlokratien gerade zerbomt und massakriert wird. die meisten menschen sind mies, ich bleib dabei und ich werde sie jetzt bekämpfen.

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