Die dreifache Tagesschau heute zur Bundeswehr und ihrer Reform

Zuerstmal schauen wir, was die Tagesschau über die Bundeswehrreform unter dem Titel „45.000 Soldaten weniger für die Bundeswehr“ berichtet:

De Maizière begründete die Reform damit, dass die Bundeswehr im Laufe der Jahrzehnte zu unbeweglich geworden sei. Die meisten Großinstitutionen neigten dazu, unbeweglich zu werden, am Bestehenden festzuhalten und Neues zu verdrängen. Deswegen sei auch bei der Armee von Zeit zu Zeit eine Neuausrichtung notwendig.

Zu dem sprach er von „gravierenden Mängeln“. Die Reformen der vergangenen Jahre seien nicht ausreichend gewesen. Der Minister betonte aber, dass die Bundeswehr in Deutschland und im Einsatz hoch geschätzt werde. Die Truppe sei hochmotiviert, leistungsbereit und professionell. Es sei ehrenvoll, in deutscher Uniform für eine bessere, gerechtere und freiere Welt einzutreten. „Darauf können wir in aller Bescheidenheit stolz sein.“

Dazu, wie hoch geschätzt die Budneswehr ist, berichtete die Tagesschau unter dem Titel „Demonstration vor Bundeswehr-Camp in Afghanistan„:

Bei einer Demonstration vor einem Camp der Bundeswehr in Talokan, in der nordafghanischen Provinz Tachar, sind nach offiziellen Angaben zwölf Afghanen getötet und mehr als 80 Menschen verletzt worden. Die meisten Opfer hätten Schusswunden erlitten, teilten Ärzte mit.

Gouverneur Abdul Dschabar Takwa ergänzte, dass unter den Verletzten auch zwei deutsche Soldaten seien sowie mehrere afghanische Wachmänner. Wer geschossen habe, sei noch unklar.

Noch höher als „im Einsatz hoch geschätzt“ wird die Bundeswehr von den Menschen, die sie zu schützen vorgibt, offenbar insbesondere dann, wenn sie verschwindet. Wenn die Bundeswehr von den Menschen nicht gewollt wird, dann könnte man nun meinen, sie sei schlicht überflüssig.

Christoph Grabenheinrich thematisiert genau das im Tageschau-Kommentar „Kein großer Wurf„:

Für mich wird nicht ersichtlich, wofür wir künftig die Bundeswehr brauchen, was ihre primären Aufgaben sein sollen, für welche deutschen Interessen sie eingesetzt werden soll.

Welche politische Forderung oder Kritik wäre nun die logische Schlussfolgerung sein, wenn nicht ersichtlich ist, wofür Deutschland die Bundeswehr braucht? Natürlich, die Bundenswehr abzuschaffen. Deutschland würde dadurch nicht nur den Haushalt spürbar entlasten, sondern auch höher geschätzt werden, wenn Menschen in anderen Erdteilen Handgranaten auf Bundeswehrsoldaten werfen müssen, um Deutschlad klar zu machen, dass deutsche Soldaten da nicht willkommen sind.

Andere Länder es vorgemacht. In Costa Rica und Island gibt es seit vielen Jahren kein Militär. Und keiner dieser Staaten hat es bereut, das Militär abgeschafft zu haben. Warum sollten sie auch? Wo es kein Militär gibt, steht mehr Geld für andere, vorteilhaftere Dinge zur Verfügung, zum Beispiel für Bildung oder Entwicklungshilfe. Aber die einfache Schlussfolgerung kann ein Tagesschau-Mann wohl nicht ziehen.

Obwohl für Christoph Grabenheinrich nicht ersichtlich ist, wofür Deutschland künftig die Bundeswehr braucht, kritisiert er anschießend nicht etwa die Existenz des ansehensschädigenden Geldvernichters Bundeswehr, sondern lamentiert, es verfestige sich ein Eindruck, die Bundeswehr werde „einfach nach Kassenlage reformiert“ und das werde „dem ewigen politischen Mantra von bestmöglicher Ausrüstung und Ausbildung“ „nicht gerecht.“ Die Abschaffung der Bundeswehr in freien Medien wie der Tagesschau fordern? Undenkbar.

Nachher würde die Bevölkerung die Idee gar begrüßen. Und das kann in Deutschland nun wirklich keiner wollen. Man stelle sich mal vor, all die schönen Kriege dieser Welt würden zukünftig ohne Deutschland stattfinden. Den Gedanken an dieses Horrorszenario kann die Tagesschau natürlich nicht zulassen.

Ein Gedanke zu “Die dreifache Tagesschau heute zur Bundeswehr und ihrer Reform

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.