Die Medien der NATO auf dem Weg in den dritten Weltkrieg

Schaut man sich heute die nationale wie internationale Presse an, ist es, als sei Julius Streicher wiederauferstanden und hätte die freien Medien der NATO-Staaten höchstpersönlich gleichgeschaltet. Der Gestank der menschenverachtenden Kriegshetze, die einem derzeit aus der gesamten Presse der freien Welt entgegenschlägt, ist schier unerträglich.

Aus sämtlichen Lautsprechern der Massenmedien tönt es pausenlos: Krieg dem Diktator! Befreit Libyen, Syrien und den ganzen Rest! Sozialistenpack! Solidarität mit den nationalen sozialen Kameraden in der ganzen Welt! Mehr Bomben! Schützt die Menschenrechte der völkischen Demokraten! Bombt alle Gaddafis der Welt und alle seine Schergen tot! Der Diktator schlachtet kleine Kinder! Nieder mit Assad! Nieder mit den Alawiten! Sanktionen! Bombt den Diktator tot! Der Diktator vergewaltigt unsere Frauen! Das blutrünstige Monster! Hängt ihn auf!

Es wird in den Massenmedien der NATO-Länder zum Krieg angestachelt, gehetzt gegen die Regierungen anderer Länder, Stimmung gemacht gegen Minderheiten und Front gemacht gegen Andersdenkende. Wer nicht mitmacht, ist ein Vaterlandsverräter am großdemokratischen NATO-Reich. Den Ton gaben die drei Hitlers der Moderne vor: es sei Verrat an der mit ihnen verbündeten Rassistenminderheit, keinen Regime Change in einem fremden Land herbeizubomben.

Zwei dicke in den letzten zehn Jahren von der NATO angefangene Interventionen zur Befreiung ihrer Gesinnungsgenossen in Afghanistan und dem Irak haben die NATO-Staaten bereits seit Jahren laufen. In Pakistan führen NATO-Staaten massenhaft Killer-Operationen durch, mit denen sie die Bevölkerung terrorisieren. Hier und da, wenn es gerade passt, wird zwischendurch auch mal der Jemen bombardiert.

Im Kosovo und in Albanien sind mit NATO-Hilfe freiheitlich-demokratische Drogen- und Organhandelsparadiese entstanden, die nur durch die massive Präsenz von NATO-Besatzungstruppen Bestand haben. Aus Somalia haben sich die NATO-Staaten inzwischen zwar zurückgezogen, doch die Bevölkerung dort erlebt noch heute jeden Tag, welche Folgen die Befreiung von der Diktatur von Siad Barre hat, die von NATO-Staaten – natürlich aus humanitären Gründen – kräftig unterstützt wurde, und auch die von Italien schnell anerkannte Rebellenregierung Somalias mit dem beliebten General Aidid ist dort noch in bester Erinnerung.

Gegenwärtig führt die NATO zur Abwechselung mal eine Befreiungsintervention gegen Libyen durch, wobei als Kriegsziel anfänglich nur die Ermordung des libyschen Revolutionsführers Muamar Gaddafi vorgesehen ist, aber eine Ausweitung des Krieges mit Bodentruppen und die Eroberung der im Süden an Libyen angrenzenden Länder voller Gaddafi-Fans zu ihrer Stabilisierung auch nur schwer zu vermeiden sein könnte.

Doch ein Afrika-Feldzug reicht der NATO nicht. Hitler hat sich schließlich auch nicht mit Polen und Norwegen zufrieden gegeben. Und so machen die Streichers dieser Welt nun mobil für den Krieg gegen Syrien. Kopien der Attacken auf den Sender Gleiwitz wurden bereits ansprechend in Szene gesetzt und die Stürmermedien fordern kriegsvorbereitende Sanktionen.

Am 15. Mai steht dann erst mal die Inszenierung der Gleiwitz-Attacke für Gaza auf dem Programm. Da muss schießlich die Hamas entmachtet werden. Aber das dürfte für die NATO eher ein kleiner Happen sein, etwa so wie es Luxemburg für Hitler war. Die darauffolgende Befreiung des Libanon von der Hisbollah könnte schon etwas anspruchsvoller werden, etwa so wie damals Belgien.

Wenn dann im nahen Osten aufgeräumt ist, dann kann auch der Störfaktor auf der koreanischen Halbinsel beseitigt werden. Das könnte zwar ein paar Härtefälle für die Bevölkerung in NATO-Staaten mit sich bringen, aber Fukushima hat schließlich beweisen, dass Bevölkerungen westlicher Länder mit ein bisschen Strahlung ganz gut klarkommen. Und wenn dafür Korea befreit ist, da soll dann noch mal jemand sagen, das lohne sich nicht.

Kuba, Venezuela, Bolivien und Ecuador werden irgendwann zwischendurch zum Frühstück befreit. Plopp, kaum sind die Leute wach, ist die Befreiung vom Sozialismus schon da, genau wie in Birma, dieser finsteren Diktatur, die ihre Geschäfte immer nur mit Chinesen macht.

Danach kommt dann endlich ein dicker Brocken. Die demokratischen Volksgenossen der NATO im Iran müssen befreit werden. Da im Iran der grüne Anschluss nach dem Vorbild Österreich 1938 nicht geglückt ist, wird das wohl eine etwas größere Intervention werden, vielleicht so wie die Eroberung Frankreichs damals. Vielleicht wird das aber auch Dimensionen annehmen wie der Russlandfeldzug vor 70 Jahren. Was soll’s, einen Versuch ist’s allemal wert, und immer noch besser als ein friedliches Zusammenleben mit den Diktatoren anderer Nationen.

So in etwa im Groben liest sich das Konzept der NATO zur Befreiung der Welt, wenn man die westlichen Medien der jüngeren Zeit liest, und dabei nicht nur auf Sport und Unterhaltung schaut. Die Medien der angeschlossenen arabischen Diktaturen erzählen das Gleiche.

Da Meinungsfreiheit herrscht, darf natürlich auch diskutiert werden, zum Beispiel darüber, ob nun erstmal Libyen richtig befreit werden soll, oder ob nicht Syrien besser vorzuziehen sei. Hauptsache es wird gehetzt, Kriegsstimmung geschürt, die Wahrheit verzerrt und für den guten Zweck gelogen, dass sich die Balken biegen. Jeder, der diese Demokratisierung im Namen der Werte der westlichen Welt nicht toll findet, wird von den Streichers des 21. Jahrhunderts als Vaterändsverräter der NATO, oder, schlimmer noch, als Gegner von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten gebrandmarkt und gilt als der Teufel an sich.

Versteht ihr Ignoranten denn nicht, dass Obama, Sarkozy und Cameron nur Gutes im Sinn haben? Aber gerade um so Ignoranten wie Euch zu überzeugen, muss jede Interventation natürlich in einem vorteilhaften Licht dargestellt werden. Die Freiheit der Presse gehört zur freien demokratischen Welt eben wie die Luft zum atmen. Krieg verspricht nun einmal schneller das große Geld als der Frieden und weil Freiheit und Demokratie alternativlos sind, werden die Menschen von einem Krieg in den Nächsten gelogen und verhetzt. Das war früher, zu Streichers Zeiten, bei der „Befreiung“ Polens, die Aufgabe der Medien und so ist es wohl noch heute.

Ein Zurück gibt es offenbar erst, wenn auch die NATO ihr Stalingrad erlebt.

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12 Gedanken zu “Die Medien der NATO auf dem Weg in den dritten Weltkrieg

  1. Great Article! Thanks. Perhaps the ancient European-American Empire will show its true nature to their citizens and they might wake up and move towards a more peaceful path.

  2. Die Medien lenken das Massendenken. Wie kleine Leminge sitzt das Volk vor Fernseh, Zeitung oder auf weltonline.de und schüttelt den Kopf über Gaddafis furchtbare Greultaten. Doch keiner hat sie je gesehen, die ermordeten Kinder, die Unterdrückung und die lebendigen Schutzschilder, geknechtet vor Gaddafis Palast. Die Medien zeigen uns, das wir nichts zu denken haben, wir müssen nur den Kopf nicken oder schütteln, mehr liegt nicht drinn. Wir haben es nicht anderst verdient, wenn es dann auf uns zurück rollt, die Gewalt, die wir überall mit Ignoranz verbreiten und so tollerieren. Irgendwie wünsche ich mir, das China, Russland und Indien uns von diesen Tyrannen befreit… aber wenn die auch nur zuschauen und mit dem Kopf schütteln, wird es wohl oder übel erst dann dazu kommen, wenn der Hass von Ost nach West keine Grenzen mehr kennt.

  3. faschismus bedeutet krieg nach innen und aussen.
    und einmal angefangen bedeutet das eskalation.
    erschreckend ist eigentlich nur, daß wir das seit jahrzehnten beobavchten können, aber die grosse dumme masse es nicht zur kenntnis nimmt oder nehmen will.

    1. …die große dumme masse KANN es mangels masse nicht zur kenntnis nehmen: http://www.wissensmanufaktur.net, andreas popp: vortrag über demokratie. dummes volk gleich gutes volk! das ganze hat system, aber laßt uns doch mal ersthaft darüber nachdenken, wie man wirkungsvoll dagegen angehen kann: mein vorschlag wäre, ein eigenes tagesblatt herauszugeben, in form und aufmachung den vier buchstaben ähnelnd, mit vielen bildchen und gutscheinen (wir kennen ja die zielgruppe), jedoch mit unseren inhalten. wir müssen berücksichtigen, daß ein bz-leser nicht über nacht imstande sein wird, auch nur einen satz zu verstehen, den die redaktion normal formuliert: das kann er nicht. von daher müssen die inhalte transformiert werden, das läßt sich machen. das blatt muß kostwenfrei sein und auch die zentralen lebensinhalte des idios erreichen. mehr fällt mir momentan nicht ein: ich geh lotto spielen, wegen der kosten. irgendwer hat mal geschrieben: „wenn du keinen offenen krieg führen kannst, mußt du minen legwen.“

  4. ein großartiger artikel! vielen dank dafür. wir sollten sowas täglich an die botschaften der nato-länder nageln, aber die werden hier in berlin ja schon nervös, wenn man bloß mit einem grünen schal vorbeiflaniert. auch wenn es für mich mühselig ist, ich werde da jetzt des öfteren vorbeischlendern…vielleicht darf ich es ja noch miterleben, wie die fahnen eingeholt werden…ich möchte jetzt auch befreit werden, oder muß ich das auch wieder selbst machen? dann holt schon mal die humanitäre hilfe für die natostaaten raus: ich bin unbeschreiblich wütend, ob wohl westerwelle waffen und fighter liefern würde? ach nee, die schickt er ja bloß an korrupte, diktatorisch gesteuerte bruderverräter und mörderstaaten wie katar und kuwait. die sollten aber auch endlich mal befreit werden, diese beiden schandflecken der landkarte, ich helf gern…tja, ich wünsche uns allen – weil grad ostern war – einen schönen dritten weltkrieg!

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