„Perfide Propagandamaschine“

Preisfrage: An welches deutsche Verlagshaus, das eine „Zeitung“ mit vier großen Buchstaben verlegt, denkt man in Deutschland, wenn jemand die Worte „perfide Propagandamaschine“ benutzt? Denkt man etwa an das Verlagshaus, das „das Lügenblatt“ herausgibt?

Nun aber mal zu einem ganz anderen Thema. Das seriöse deutsche Medienunternehmen „Axel-Springer-Verlag“ berichtet gerade davon, was Flüchtlinge aus Misrata gerade so berichten.

„Wir sind durch die Hölle gegangen“, sagt Ahmed, ein junger Mann. „Tage willkürlicher Gewalt, wie man sie sich nicht vorstellen kann.“ Sie seien ganz normale Menschen gewesen, fügt eine Frau hinzu, und plötzlich mussten sie Dinge erleben, für die es kaum Worte gibt.

„Vor unseren Augen wurden so viele Menschen erstochen und geköpft“. In einem Appartement im zweiten Stock eines der Ferienhäuser serviert ein Familienvater erst Kaffee, bevor er sein Handy herausnimmt und ein blutiges Video zeigt. Darin wird einem am Boden liegenden Mann mit einem langen Messer der Kopf abgeschnitten, was normalerweise nur radikale Islamisten mit ihren Feinden tun. Grausame Bilder, die man kaum ansehen kann.

„Das sind Rebellen, die das einem Gaddafi-Soldaten antun“, erklärt der Vater zweier Kinder.

Das seriöse deutsche Medienunternehmen „Axel-Springer-Verlag“ hat für Zeugen, deren Aussagen und Videodokumentationen die netten von der NATO, der Bild-Zeitung und anderen ähnlich seriösen Organisationen unterstützten angeblichen „Kämpfer für die Menschenrechte in Libyen“ in einem eher ungünstigem Licht erscheinen lassen, eine simple Erklärung: das „Gaddafi-Regime“ sei bekannt für seine „perfide Propagandamaschine“, die vor nichts zurückschrecke.

So ist sie, die Springerpresse. Der NATO und Israel stets mit fundierten Erklärungen zu Diensten. Propaganda macht die Springerpresse natürlich nicht, das würde die Springerpresse nie tun. Wer das Gegenteil behauptet, der macht Propaganda. Wer die Lügen der Springerpresse anprangert, der hat eine Propagandamaschine. Und wer der Springerpresse ihre Lügen im Detail nachweist, der hat dann eben eine „perfide Propagandamaschine“.

Die eindeutigen Belege dazu, was in Libyen gerade geschieht, die hat die Springerpresse vermutlich bloß noch nicht veröffentlicht, weil sie die Redaktionsstuben der Springerpresse eben einfach noch nicht erreicht haben.

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15 Gedanken zu “„Perfide Propagandamaschine“

  1. Hallo liebe Redaktion,
    erstmal noch vielen Dank für die vielen aktuellen Artikel der letzten Tage. Es ist nicht das erste Mal, das einer Zeitung aus Versehen ein paar Töne Wahrheit rausrutschen, die dann schnell wieder relativiert werden. Der Journalist Jordan Rodriguez, der für telesur aus Tripolis berichtet hatte, schrieb in seinem Blog: „Ich habe neben mir die Kollegen lügen sehen . . .“. Daß dann manchmal doch die Wahrheit rausrutscht, ist schon merkwürdig, vielleicht aber ein Indiz dafür, wie schwer es selbst diesen ausgebufften Profis fällt, permanent zu lügen. Offensichtlich häufen sich jetzt doch die Berichte über die Gräueltaten dieser kriminellen Banden. Die vielen Flüchtlinge, die ausländischen Arbeiter, die das Land verlassen mußten . . . da sickert nicht nur, da purzelt die Wahrheit geradezu heraus. Erstaunlich wirklich, das dieses Blatt das so notdürftig getüncht hat.
    Schöne Grüsse
    Deine Texte werden mittlerweile in vielen Ländern gelesen (mindestens die englischen)
    Danke dafür.
    Gruß
    Marlene Tiger

  2. Heute wurde wieder Flüchtlinge gezeigt.
    Welche die flüchten vor „Wir können uns nicht Vorstellen, dass Gaddafi keine Massaker an der Zivilbevölkerung verüben würde“ Rasmussen von der NATO heute??? In unserem Land kann jeder Gastarbeiter jeden Tag in Ruhe arbeiten gehen. Es gibt einen kleinen Unterschied: Es gibt keinen Krieg.

  3. Einfach Genial :
    – Zitat
    Der Premierminister Katars, Scheich Hamad bin Jassem, verteidigte die Waffenlieferung mit dem Hinweis, es handle sich dabei nur um sogenannte defensive Waffen. „Wir müssen den Libyern Material schicken, damit sie sich selbst und ihr Leben verteidigen können.“
    Hague versicherte, Großbritannien würde nur nicht-tödliche Ausrüstung schicken.
    – Zitat ende

    Ich will auch endlich Waffen geliefert bekommen, mit denen ich Brot für die Welt backen kann.

  4. danke für die guten artikel! (nur wer die sehnsucht nach wahrheit kennt, weiß, wie ich leide). springerpresse fasse ich grundsätzlich nicht an, schliesslich greift man doch auch nicht mit händen in ein wc. das die massaker der terroristen – trotz medienlügen – durchsickern, liegt ganz einfach darin begründet, daß die gesamte mordkampagne gegen gaddafi und das libysche volk zwar von professioneller seite, aber unter zuhilfenahme extremer vollpfosten organisiert worden ist. habt ihr euch übrigens mal die lachenden gesichter beim natotreffen in berlin angesehen? während das libysche volk von natobomben abgeschlachtet wird? dann ein naumann-preis für h. clinton? kein wunder, daß bill seinerzeit aus dem oval- ein oraloffice gemacht hat. mir ist speiübel. allerdings bin ich der felsenfesten überzeugung, daß gaddafi auch diesmal gewinnt: ohne ihn hätten die libyer auch keine chance, es sei denn, sie vernichten bei zeiten alle ölfelder.

  5. Schade das Gaddafi seine Ölmilliarden nicht in eine effektive Luftabwehr gesteckt hat ,als noch Zeit dafür war,stattdessen aber dem franz.Präsidenten den Wahlkampf finanziert hat

  6. @ice cube
    Libyen hat sich um die Verbesserung der Luftabwehr durchaus bemüht, nur was das Problem, das auch zügig geliefert zu bekommen. Es sind genau diese bereits abgeschlossenen Defense-Deals, die Russland gerade nach der UNSC Resolution 1970 storniert hat, nämlich insbesondere S-300 und M-1 Flugabwehrsysteme.

    1. im fall obeidi stelle ich mir als frau mal das unmögliche vor: sie wird von regime-leuten vergewaltigt ( 15 x u. a.), dann freigelassen. und nun – als soeben gefolterte und vergewaltigte frau, umgeben von gaddafi-leuten stürmt sie in ein von int. presse frequentiertes hotel und klagt das regime an. nee leute, ganz sicher nicht. ich bin davon überzeugt, daß sie wirklich vergewaltigt und mißhandelt worsen ist, aber von ihren eigenen leuten in benghazi, die sie danach gezwungen haben, in das hotel zu stürmen und die falschen anschuldigungen gegen die regierungsleute zu erheben. wer weiß schon, welche druckmittel die terroristen aus benghazi gegen sie haben, vielleicht eine schwester von ihr, die sie noch in händen haben, oder die gesamte familie. mir tut die frau in jedem fall leid, allerdings ist und bleibt sie eine lügnerin: die libyer in tripolis vergewaltigen keine frauen, woher sie auch immer stammen mögen dies war von anbeginn sache der terroristen in benghazi, die dort gemordet, gefroltert und vergewaltigt haben. ich kenne libyen, aber bärte und kopftücher und diese unedlen, nichtlibyschen gesichter aus benghazi? nee, meine libyer sehen anders aus!!!

  7. Im Fall Obeidi kann man sagen, dass Libyen wahrscheinlich das einzige moslemische Land der Welt ist, in dem es Frauenhäuser gibt für mishandelte Frauen.
    Daher geht eine Frau auch als erstes ins Hotel um es allen wildfremden Menschen zu erzählen. Nee du, keine vergewaltigte Frau geht als erstes zu nem fremden Kameramann, der noch dazu den falschen Glauben hat.

  8. sorry ich kann nichts Gutes daran finden, das Gegenteil von dem was man meint hinzuschreiben: „Das seriöse deutsche Medienunternehmen „Axel-Springer-Verlag“ “ usw. usw. ihr wisst nicht wie blöd manche Leute sind – auch ein BLÖD-Zeitungsleser kann sich hier her mal verirren.

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