Nahal Oz Schulbusattacke ist (doch k)ein Fake (Update)

Die Fotos gingen um die Welt. Ist es nicht herzzerreißend, wie das säuberlich aufdrappierte Stofftier hinter der zerbrochenen Windschutzscheibe von verletzten Kinderseelen zeugt? Der Bildtext von Getty macht das Grauen noch deutlicher: „Stofftiere wurden im inneren des Busses zurückgelassen, wo ein Teenager kritisch verletzt worden war, als ein Projektil aus Gaza in den Bus geschossen ist, als ein Kinder von der Schule am 7. April 2011 nahe des israelischen Kibbutzes Nahal Oz nach Hause brachte.“ Der zionistische Terrorfürst Benjamin Natanjahu sagte, mit dieser Attacke sei eine rote Linie überschritten.

Bei Murdochs Fox News und in anderen zionistischen Propagandaschleudern in aller Welt, die ähnlich „Fair and Balanced“ sind, war es am Freitag nachzulesen: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon verurteilte mit deutlichen Worten einen palästinensischen Raketenangriff auf einen Schulbus des für die thailändische Kirschsaftattacke zu Beginn dieses Jahres berühmten Kibbutzes Nahal Oz im 1948 zionistisch besetzten Teil von Palästina.

Darüber, dass Israel seine fortgesetzten Aktivitäten zum Massakrieren von Palästinensern beschleunigt hat, äußerte Ban Ki-Moon dann natürlich lediglich Besorgnis, weil es dem zionistischen Terrorregime natürlich nicht abzuverlangen ist, darauf zu verzichten, aus Rache massenhaft Palästinenser zu massakrieren.

Die Geschichte hat nur kleinen Fehler: die Nachricht, dass Palästinenser mit einem Projektil einen Schulbus getroffen haben, ist eine Lüge, ein Fake, nichts anderes, als eine der üblichen Blutlügen des zionistischen Terrorregimes, bevor es seinem Blutdurst freien Lauf lässt.

Für jeden, der zwei Augen im Kopf hat, ist es leicht zu erkennen, dass die ganze Geschichte vom getroffenen Schulbus eine Lüge ist.

Schauen wir uns zuerst einmal den verletzten „Teenager“ an, dessen Köper für einen Teenager schon ungewöhnlich ausgewachsen ist. Hier: blutverschmiert und den linken Arm zugepflastert liegt er da inmitten von zionistischen Soldaten, die sich um ihn kümmern, in Unterhose auf der Straße. Und nun schauen wir uns den verletzten Jugendlichen nochmal hier an: da wird der verletzte „Jugendliche“ in einen Krankenwagen gepackt. Sein zugepflasteterter linker Arm ist zwischenzeitlich offenbar gesundet, und dafür funkelt eine hübsche Uhr am Handgelenk. Seltsam? Nicht wirklich.

Schauen wir uns den Tatort hier bei Getty an. Da sehen wir den getroffenen Bus, im Hintergrund links sind zahlreiche Bäume zu erkennen. Hier ist der Tatort bei Reuters: da ist nur ein Baum und ein kleiner Strommast. Und nun sehen wir den Tatort hier bei AP: da ist kein Baum, da sind nur zwei Strommasten. So viele Tatorte. Und trotzdem gibt es keine kriminaltechnischen Absperrungen. Seltsam?

Aber vielleicht wurde der Schulbus ja gleich mehrfach von einem palästinensischen Projektil getroffen. Das scheint die Lösung des Rätsels zu sein. Hier ist bei Getty zu sehen, dass ein schwerer Treffer den Motorraum des Schulbusses hinten zerstört hat. Und hier noch ein Bild von Getty: da wurde nun durch einen weiteren Treffer hinten im Motorraum auch noch das Dach hinten links eingedrückt. Dabei war doch gerade noch die Frontscheibe vorn kaputt. Und innen sieht der Bus aus, wie ein Übungsbus für Übungen zur Notfallversorgung. Seltsam?

Nein, das ist überhaupt nicht seltsam. Es ist ganz simpel. Das zionistische Terrorregime hat Bilder von unterschiedichen Notfallübungen benutzt, um das Massakrieren von Dutzenden von Palästinensern durch zionistische Terrorbrigaden zu rechtfertigen. Jetzt, wo die zionistische Lobby den Krieg gegen Libyen erfolgreich organisiert hat, ist schließlich genau der richtige Zeitpunkt, um dem zionistischen Bltdurst mal wieder freien Lauf zu lassen.

Nachtrag: Da das Schadensbild beim besten Willen nicht nach Granate aussah, hat Israel ja behauptet, Palästinenser hätten eine russische Panzerabwehrlenkwaffe für den Angriff auf den Bus benutzt. Damit das klappt, brauchte es für solche lasergesteuerten Waffen Sichtverbindung. Um die Sichtverbindung zu suggerieren, wurde im Baumfoto die Landschaft mit Gaza im Hintergrund reingebastelt. Und jetzt hätten Russland gern einen Beweis für diese israelische Behauptung: Russia asks Israel to prove its arms were used in bus attack. Dann seien wir mal gespannt, wie Israel darauf antwortet. Gretchenfrage: Wird Israel es mit einer platten Lüge probieren oder wir Israel ausweichend antworten?

Update: Die Nahal Oz Schulbusattacke ist wohl doch kein Fake. Der verletzte Junge hat inzwischen einen Namen, Daniel Viflic, und über den Ort des Geschehens gibt es inzwischen genaue Angaben. Der verletzte Junge ist inzwischen an einem schweren Kopftrauma gestorben. Von der Beerdigung gibt es Bilder. Fragen bleiben. Die Baum-Landschaft sieht immer noch wie in das Bild per Photoshop eingeklebt aus. Die Stofftiere sehen immer noch aus wie dekorativ ausgelegt. Was für eine Waffe hat den Bus getroffen und wo kam sie her? Und, wieso kondoliert die Weltpolitik israelischen Opfern, nicht aber den palästinensischen Opfern vor und nach der Nahal Oz Schulbusattacke?

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21 Gedanken zu “Nahal Oz Schulbusattacke ist (doch k)ein Fake (Update)

  1. Gute Analyse. Ich halte solche Fakes durch Israel durchaus für möglich. Israel braucht dieses Angriffe, um das eigene Vorgehen zu rechtfertigen. Gegen die Raketen würden ansonsten automatische Gatling-Kanonen entlang der Grenze helfen, so könnte man sich vor den Raketenangriffen schützen, Geschütze wie sie jedes NATO-Kriegsschiff an Bord hat. Doch eine Abwehr der Raketen ist garnicht gewünscht. Eher schon braucht man vor jeder eigenen Attacke einen Raketenangriff der Palestinänser. Notfalls macht man sich den eben selbst.

  2. Ich kann natürlich ganz grundsätzlich einen „Fake“ nicht ausschließen, er lässt sich aber mit den hier gezeigten Fotos nicht belegen. Unterschiedliche Fotografen, unterschiedliche Aufnahmestandorte mit unterschiedlichen Objektiven erklären die vermeintlichen Unterschiede fototechnisch durchaus!
    Wie unterscheidet man einen entkleideten 16-jährigen von einem entkleideten 19-jährigen IDF-Soldaten? mangelnde Körperbehaarung würde da eher für einen Jugendlichen sprechen, oder?

  3. Salam, Shalom

    Halte einen Fake für eher unwarscheinlich, ein falseflag vielleicht.
    Die Fotos der Szenerie und den Verletzten halte ich für authentisch.
    Verwunderlich finde ich nur die Entfernung von der aus der Schulbus beschossen wurde.
    http://maps.google.de/maps?hl=de&safe=off&q=Nahal+Oz,+Israel

    Die RPG, wenn aus dem Gazastreifen, muß aus vermuteten 1km Entfernung abgefeuert worden sein, bei einer groben Zielgenauigkeit von 300m -500m ein ziemlich erstaunlicher Treffer.
    http://de.wikipedia.org/wiki/RPG-7#Varianten_Raketentypen

    Ansonsten rollen sich bei mir die Fingernägel ein wenn Du hier mit Phrasen wie „zionistischen Blutdurst“ kommst.
    Das Zionisten Nazis übelster Sorte sind sollte wohl jeder mittlerweile gerafft haben, aber darauf Stereotypen zu repetieren mit der man dich sofort in die Schublade eines vermeintlichen Antisemiten einordnen kann solltest du bei aller Wut ob der Ungerechtigkeiten in Zukunft verzichten.

    Peace John Nada

  4. @almabu
    Schau dir die Bäume links im Hintergrund an. Die sind mal da und mal nicht da, und das, obwohl die Perspektive in etwa die gleiche ist:

    http://www.daylife.com/photo/0eWa5eZ0Tsewm?__site=daylife&q=Gaza

    http://www.daylife.com/photo/00P6edO1d3aMw?__site=daylife&q=Gaza

    http://www.daylife.com/photo/05Dhb2i41u89E?__site=daylife&q=Gaza

    Das lässt sich nicht mit „unterschiedlichen Fotografen, unterschiedlichen Aufnahmestandorten mit unterschiedlichen Objektiven“ erklären. Das sind unzweifelhaft unterschiedliche Orte, an denen der angeblich attackierte Bus stand.

    @John Nada
    „Die RPG, wenn aus dem Gazastreifen, muß aus vermuteten 1km Entfernung abgefeuert worden sein, bei einer groben Zielgenauigkeit von 300m -500m ein ziemlich erstaunlicher Treffer.“

    Noch erstaunlicher sind die Beschädigungen, die der angebliche Wundertreffer hinterlassen hat. Da gibt es schwerste Beschädigungen hinten, im Innenraum in der Mitte, aber auch Beschädigungen vorne. Was aber die Krönung ist, ist, dass die Beschädigungen hinten nach der Sicherung des Busses durch das israelische Militär schlimmer geworden sind.

    http://www.daylife.com/photo/024l9By4VI6c8?__site=daylife&q=Gaza

    http://www.daylife.com/photo/08Vj0Et4iqcwT?__site=daylife&q=Gaza

    Das wäre nur durch einen zweiten Treffer zu erklären. Es hat aber garantiert keine zwei Treffer gegeben.

    Es sind noch viel mehr Dinge faul. Der Bus weist hinten schwerste Beschädigungen auf, der Innenraum ist verwüstet – und sogar vorn wurde die Windschutzscheibe herausgedrückt. Und trotzdem gibt es nur einen Verletzten? Blödsinn.

    Der schon recht erwachsen aussehende „Jugendliche“ nimmt gleich mehrere Stofftiere aus der Schule mit nach Hause und verliert die dann an unterschiedlichen Stellen im Bus, so dass sie perfekt ins Bild der Fotografen passen? Blödsinn.

    Der verletzte Jugendliche wird von grinsenden Helfern erst in einen Krankenwagen gepackt und dann per Hubschrauber evakuiert? Blödsinn.

    Die Straße der Crime Scene wird nicht abgesperrt? Keine Horden von Ermittlern sind vor Ort, die das Projektil genauestens untersuchen? Blödsinn.

    Die Bilder stammen nicht von einem Raketenangriff, sondern von unterschiedichen „Rescue Trainings“. Die ganze Story vom Schulbus, der von einer Rakete getroffen wurde, ist Blödsinn.

    Wenn aber die Story vom Raketenangriff auf den Schulbus ein Fake ist, welchen Grund gibt es dann noch für Israel, dutzendweise Palästinenser in Gaza zu massakrieren, abgesehen von Blutdurst?

    Hinweis: In israelischen Foren geifern seit Wochen zahlreiche zionistische Hetzer, die danach verlangen, mal wieder richtig viele Palästinenser zu massakrieren. Diese Hetzer bekommen nun ihren Willen. Das nennt sich Demokratie.

  5. Nei – nicht an verschiedenen Orten. vilemehr handelt es sich um fabrizierte oder gephotoshopte Bilder.
    Denn der Bus ist exakt auf demselbem Randstrich der Straße geparkt. Auch der Schattnfall scheint derselbe zu sein. Viele Gegenstände sind zum Bus hin an der selben Stelle. ABBER DIE LANDSCHAFT IST REINGEBASTELT WORDEN.
    Hier mal beide Bilder zusammen: http://s1.directupload.net/images/110410/glebm9wa.jpg

  6. …tut mir leid -aber weiter geht’s: auch dieser merkwürdige mal grüne dann wieder graue Randbewuchs links neben der Straße weißt auf Photoshop. Das Grün udn das Grau ist bei debeiden Bildern auch an verschiedenen Stellen.
    Hierzu fällt mir natürlich der „Meister“ Jack White ein. Z. B. dieses gefälshte Pentagon-Bild mit ebenfall einem „Grün“-Problem: http://www.911studies.com/911photostudies4.htm

  7. @Jörg
    Ja, Photoshop ist durchaus eine Möglichkeit. Damit lässt sich schon eine Landschaft verändern – und andere Dinge lassen sich damit natürlich auch verändern.

    Nur: warum sollte jemand in einem Bilddokument, das angeblich ein Verbrechen dokumentiert, eine Landschaft rein- oder rausbasteln? Und warum sollte da jemand einen Straßenbegrenzungspfosten rein- oder rausbasteln? Und Photoshop erklärt auch nicht die unterschiedlichen Beschädigungen am Bus hinten.

    Ich habe eher die Vermutung, die Bäume und Büsche wurden zwischen den Aufnahmen tatsächlich abgeholzt. Das heißt, meine Vermutung ist, es sind hier Bilder von Rettungsübungen verschiedener Jahre gemischt worden. Diese Übungen werden in Israel – um sie möglichst realitätsnah zu machen – recht sorgfältig und nach Drehbuch choreografiert. Auf den ersten Blick sehen die Szenen der verschiedenen Übungen dann sicher sehr ähnlich aus – erst auf den zweiten Blick erkennt man Unterschiede.

    Dafür, dass es sich um Aufnahmen von verschiedenen Übungen handelt, sprechen sowohl die Landschaft, die von hinten zu sehenden unterschiedlichen Beschädigungen des Busses als auch die Tatsache, dass aus Gebüschen auf der anderen Straßenseite heraus Videoaufnahmen gemacht wurden, als die ersten israelischen Rettungskräfte eintreffen. So etwas wird gemacht, um den „Ersthelfern“ der Übung später vorzuführen, was sie richtig und was sie falsch gemacht haben.

  8. 1.) Pfeiler hat keinen Schatten. 2.)Die Schatten der Soldaten sind nicht parallel. Dies müssen sie aber bei Sonnenlicht sein:

  9. Also, als erfahrene Hobbyfotografin würde ich sagen, daß

    – die unterschiedlichen Grün- und Grautöne so unterschiedlich nicht sind und leicht erklärt werden durch die unterschiedliche Belichtung wegen der Gegenlichtsituation, die beim Fotografieren von oben nach unten eine andere ist als bei einer Position direkt vor dem Bus,

    – der fehlende Begrenzungspfeiler sich aus der anderen Perspektive erklärt und

    – die unterschiedlichen Schäden am Heck des Busses in der Tat bemerkenswert sind.

    Für die Bäume reichen die beiden Fotos nicht aus. Zum einen sehen die aus der Ferne dichter aus als aus der Nähe, zum anderen ist durch die andere Perspektive vieles hinter dem Heck des Busses verdeckt.

  10. @Jörg
    Ja, du hast recht. Die Pics sind geshopped. Anscheinend so ziemlich durch die Bank hinweg.

    In dem Bild mit den vielen Bäumen ist anscheinend sogar der komplette obere Bildteil, Straße, Bäume, Landschaft, komplett ausgetauscht worden. Der „Knick“ in der Straße macht sonst keinen Sinn, da auf anderen Bildern so sehen ist, dass die Straße da gerade ist.

    Es sind also vielleicht doch nicht unterschiedliche Übungen als Vorlage genommen worden, sondern nur eine, wo aber dann die Landschaft per Photoshop ausgetauscht wurde.

    Mag sein, ass die unterschiedlichen Beschädigungen des Busses damit zu erklären sind, dass ein Bild den Bus vor der Übung, und ein anderes ihn nach der Übung zeigt.

    Die Bilder sind alles mögliche, aber keine Bilddokumente. Sie belegen nichts, außer dass kräftig manipuliert wurde. Die Bilder klären nichts, außer dass die ganze Geschichte zum Himmel stinkt.

  11. Vielleicht haben wir beide zugleich recht. Wenn die Bilder aber ursprünglich von einer Übung stammen, dann wurde wahrscheinlich noch gefotoshopped, weil sich ja Soldaten aus der damaligen Übung plötzlich auf der Szene eines angeblichen Attentats wiedererkennen könnten, auf der sie nie waren. Oder deren Freunde oder Verwandte erkenne sie.

    Auffällig ist, daß die Gesichter der meisten Soldaten kaum zu erkennen sind. Dort wo sie zu erkennen sind, sind sie nach meiner Vermutung gefotoshpopped. Und das ERstellen real überhaupt nicht exisiterender Gesichter geht heute ruckzuck. Guckst Du: http://www.youtube.com/watch?v=fu7bTemvEKk&fmt=18 .

  12. @Jörg
    „ABBER DIE LANDSCHAFT IST REINGEBASTELT WORDEN.“
    „warum sollte jemand in einem Bilddokument, das angeblich ein Verbrechen dokumentiert, eine Landschaft rein- oder rausbasteln?“

    Ich denke, ich habe die Erklärung, warum die Landschaft in das Bild gebastelt wurde. Die Qassambrigaden behaupten, der Widerstand hätte Granaten (Mortars) in Richtung Israel geschossen. Dass der Widerstand Granaten abgeschossen hat, macht Sinn, denn solche Waffen hat der Widerstand, wenn auch vielleicht nicht reichlich, so doch in einiger Stückzahl.

    Der Bus ist aber ganz sicher nicht von einer Granate aus dem Gaza-Streifen getroffen worden. Granaten sind indirektes Feuer, die werden hoch in den Himmel geschossen und kommen dann von oben runter. Der Bus wurde aber, wie auf den Fotos erkennbar ist, ganz sicher nicht von oben getroffen.

    Israel behauptet denn auch, – nach einigenm Überlegen – der Bus sei von einer Panzerabwehrlenkwaffe – also einer waagerecht fliegenden Rakete (anti-tank missile) – getroffen worden, hinten rein, quer durch den Bus und vorn raus.

    Das ist an sich schon sehr ungewöhnlich, denn Panzerabwehrwaffen hat der Widerstand garantiert nicht genug – die werden dringend gebraucht, um sich damit die regelmäßig nach Gaza eindringende Panzer zu bekämpfen. Ob der Widerstand Panzerabwehrlenkwaffen hat, ist erstmal nicht ganz klar, aber wenn, dann wäre es reichlich verschwenderisch, diese Waffen ausgerechnet gegen weiche Ziele in Israel wie einen Bus einzusetzen. Aber theoretisch möglich wäre es, und auch wäre es theoretisch möglich, dass die Qassam-Brigaden gelogen haben und nicht nur Mortars, sondern auch eine Panzerabwehrlenkrakete abgeschossen wurde.

    Aber: Die in Frage kommenden Panzerabwehrlenkwaffen sind lasergesteuert, die brauchen vom Abschussort bis zum Ziel Sichtverbindung. Gibt es nun ein Foto, welches zeigt, dass es keine Sichtverbindung zwischen Bus am Schadensort und Gaza gab, dann wäre die ohnehin schon schwer zu glaubende israelische Behauptung von einer Anti-Tank Missile komplett und definitiv widerlegt.

    Naheliegende Idee: Basteln wir doch einfach die Landschaft, auf der Gaza im Hintergrund zu sehen ist, per Photoshp rein. Dass das Wetter da ein bisschen diesiger war, wird schon keinem auffallen. Und genau so wurde das Bild gemacht.

    An die Bäume, die sonst nicht zum Schadensort passen, haben die Spezis dabei einfach nicht gedacht.

  13. @einparteibuch
    Daß die Bilder Fälschungen sind, steht m. E. ohne jeden Zweifel fest (was die Fälscher angeht, würde ich im deutschen Strafrecht hier an „Völkerverhetzung“, „Aufstachelung zum Angriffskrieg“ und „Vortäuschen einer Straftat“ denken).
    Wenn man aber trotzdem weiter analysiert, stößt man in der Tat auf fortlaufende Ungereimtheiten.
    Zunächst: Ohne daß ich ein Spezi in Sachen Panzerfaust oder Granaten bin: Ich stimme Dir völlig zu, daß die einen ganz anderen ‚Bumms‘ haben und zu ganz anderen Zerstörungen führen, als der Bus zeigt. Sämtliche vier Außenseiten des Busses sind jungfräulich glatt – statt wenigsten leicht nach außen verzogen zu sein. Auch sämtliche Fenstersäulen (vom Pkw kenn wir ja die „A“, „B“ und „C“-Säule) sind völlig unverzogen.

    Am abstrusesten ist der Befund am Heck. Da zeigt die Heck- bzw. Motorklappe ein großes Loch, dessen Ränder nach außen(!) gewölbt sind. Eine Granate oder eine Panzerfaust zerlegt sich aber im Bus und tritt nicht – wie ein Geschoß im Heck wieder heraus (Vielleicht sollte hier einmal eine ‚Motorbombe‘ simuliert werden).
    Völlig unvereinbar aber mit diesem Austrittloch, dessen Ränder kräftig nach außen(!) gekrempelt sind (ich habe jetzt leider nur noch mein bearbeitetes Foto: http://s1.directupload.net/images/110410/obiodzkc.jpg ), ist die Tatsache, daß die Heck-/Motorklappe ein(!)gedrückt ist! Bei einen Motorbombe mit so einem Loch oder bei einer absurderweise nicht zündenden Panzerfaust, die hinten wieder rausrast, wäre die Heckklappe abgerissen und viele Meter hinter den Bus geschleudert worden. Aber niemals wäre die Heckklappe NACH INNEN(!) GEDRÜCKT worden!

  14. Über Bildanalyse weiß Jörg ebensowenig für über Panzerfäuste. Diese wirken durch eine Hohlladung. Die zündet in einem geringen Abstand vor dem Ziel und erzeugt einen nach vorne gerichteten „Strahl“, der mit einer Geschwindigkeit von etwa 10.000 m/s auf das Ziel auftrifft. Dabei entstehen so hohe Drücke, daß sich das Metall des Ziels sich fast wie eine Flüssigkeit verhält und von dem Strahl durchschlagen wird. Durch einen Panzerstahl macht so eine Panzerfaust nur ein etwa daumendickes Loch.

    Bei einem Bus sieht das anders aus: hier wirkt die Waffe nicht primär durch ihren gerichteten Strahl, sondern vor allem durch die Spreng- und Splitterwirkung der Hohlladung. Das Blech des Busses reicht nicht aus, um die Ladung zu zünden, die Granate dringt in den Bus ein, bevor sie zündet. Ob sie durch den Aufschlag des Zünders auf den Motorblock oder die eigene Selbstzerstörung gezündet wird, spielt dann keine Rolle mehr: die Granate steckt zwischen Motorblock und Außenhaut oder noch in der Außenhaut des Fahrzeugs, und explodiert dann. Der Strahl (der wegen seiner Geschwindigkeit schon auf kurze Entfernung quasi zerstäubt) und ein Großteil der Spreng- und Splitterwirkung wirkt, wie oben erklärt, nach vorne, ein geringerer in alle anderen Richtungen — auch nach hinten durch das Eintrittsloch der Granate. Insofern passen die Schäden am Bus zu dem Schadensbild, das ein Treffer ins Heck des Busses mit einer solchen Waffe produzieren würde.

    Was Jörg als Schatten des Pfostens interpretiert, ist in Wahrheit der Schatten der Person. Dieser Schatten fällt wiederum auf Schmutz, hinter dem der Schatten des Pfahls verborgen bleibt.

  15. @Natriumglutamat
    Ja, ich gebe dir recht. Dem Schadensbild nach zu urteilen könnte der Schaden am Bus von einer Panzerfaust, oder auch von zwei Panzerfäusten, verursacht worden sein.

    Palästinensische Widerstandsorganisationen in Gaza besitzen auch Panzerfäuste. Das Probem dabei ist bloß, dass Gaza von dem angeblichen Einschlagsort im Bus rund einen Kilometer entfernt ist. Das ist mit einer Panzerfaust aber nicht zu machen. 100 Meter schafft eine Panzerfaust, 200 oder 300 mit viel Glück, aber einen Kilometer kaum. Ergo: wenn der Schaden am Bus durch eine Panzerfaust verursacht wurde, dann wurde die Panzerfaust von innerhalb Israels abgefeuert. Wenn das so sein sollte, und die ganze Geschichte sowieso nicht stimmt, dann könnten es auch zwei Panzerfäuste gewesen sein und damit das Schadensbild eher zu den Photos passen.

    Die Qassam-Brigaden meinen aber, sie hätten nicht etwa eine Panzerfaust auf Israel abschossen, sondern Granaten. Und sie rühmen sich unter Zuhilfenahme der israleischen Fotos auch damit, den Bus getroffen zu haben. Das allerdings passt nicht, denn der Bus ist definitiv nicht von aus großer Entfernung abgeschossnen Granaten getroffen worden. Die Granten wären von oben gekommen – tatsächich ist der Bus aber von hinten waagerecht getroffen worden.

    Möglich wäre da theoretisch ein Treffer durch eine Panzerabwehrlenkwaffe, doch auch die Möglichkeit wirft Fragen auf. Zum Beispiel die Frage, ob Sichtverbindung bestand, und die Frage, wo die Panzerabwehrlenkwaffe herkam. So viele Hersteller von solch fortschrittlichen Waffen gibt es nicht, und die Waffe müsste eigentlich auch so etwas wie eine Chargen- oder Seriennummer getragen haben, anhand deren man feststelen kann, wo die Waffe hergekommen sein könnte. Auch diese Variante, die von Israel offiziell vertreten wird, wirft also Fragen auf.

    Die Variante, dass der Treffer „selbst gemacht“ ist, wirft auch Fragen auf. Angesichts dessen, dass ein namentlich genannter Toter zu beklagen ist, und so etwas nu sehr schwer zu fälschen ist, erscheint es in der gegenwärtigen Situation reichlich unwahrscheinlich, dass die israelische Hasbara die Geschichte mit dem Schulbustreffer erfunden hat.

    Fragen wirft allerdings jede Variante auf. Offen bleibt bisweilen auch die Geschichte mit den überraschend vielen Bäumen in em einen Bild. Warum sollte jemand per Photoshop eine Landschaft in ein Bildokument hineinzaubern?

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