Kleines Problem für die Aufständischen in Libyen

US-Warlord Barack Obama erklärte gestern öffentlich, dass Muamar Gaddafi keine Legitimität habe, das Volk ihn hasse und er deshalb wegmüsse. Die NATO hat, um seinen Worten Gewicht zu verleihen, schwere Luftangriffe zur Unterstützung der Aufständischen gegen ganz Libyen geflogen und außerdem Hunderte von Raketen auf Libyen abgeschossen.

Und natürlich hatte die Unterstützung der NATO Wirkung. Nachdem die NATO den vom langjährigen CIA-Mann Khalifa Hifter angeführten Aufständischen in Libyen die Herrschaft über die Stadt Ajdabiya und den Weg zu den Ölanlagen westlich davon freigebombt hatte, stießen die Aufständischen weiter westlich beim Angriff in Rinchtung Sirte bei der Befreiung der libyschen Bevölkerung von der angeblichen Tyrannei Muamar Gaddafis auf ein kleines Problem.

Der CNN Journalist Arwa Damon, dessen Sympathie sicherlich den Aufständischen gehört, berichtete vom Vormarsch der Rebellen in Richtung Sirte gestern via Twitter gestern folgendes:

opposition fighters beat hasty retreat from town approx 100km from Sirt, say driven out by residents armed by gadhafi #libya

Zu deutsch: die Aufständischen haben sich aus einer Stadt etwa 100 km von Sirte entfernt „hastig zurückgezogen“, und sagten anschließend, sie seien von Einwohnern vertrieben worden, die von Muamar Gaddafi bewaffnet worden waren.

Ein Schuft ist er, dieser Gaddafi. Ein wahrer Diktator. Der hat einfach Waffen an die Bevölkerung verteilt und die Bevölkerung wehrt sich nun gegen die von der CIA angeführten Aufständischen. Im laufe des heutige Tages haben wütende Libyer die schwer bewaffneten und von der NATO mit Bombardements aus der Luft unterstützten Aufständischen dann gleich wieder zurück bis nach Ajdabiya gescheucht und dabei ganz nebenbei die Ölanlagen von Ras Lanuf und Brega wieder unter die Kontrolle der libyschen Regierung gebracht.

Die Aufständischen jammern nun, die NATO müsse noch mehr bomben, um ihr kleines Problem zu lösen und sie zum Sieg über Muamar Gaddafi und die fiese libysche Bevölkerung zu verhelfen. Bodentruppen sind wohl nötig. Anders kann der Widerstand der unwilligen libschen Bevölkerung gegen die Befreiung durch die CIA wohl kaum gebrochen werden. Das Problem dabei ist jedoch, dass die NATO zu zweifeln scheint, ob sie ihren Krieg gegen Afrika mit dem Einsatz von ein paar Bodentruppen auch tatsächlich gewinnen kann. Deshallb wird die NATO vermutlich versuchen, nur die Ölanlagen zu erobern und den Rest Libyens eher nicht besetzen wollen.

Nachtrag: WSWS weist darauf hin, dass die Reporterin Nancy Youssef von McClutchy die Vertreibung der von der CIA angeführten „Rebellen“ durch Einwohner von Bin Jawad noch etwas detaillierter beschrieben hat:

Die Schlacht um die Kontrolle des scheinbar verlassenen Dorfes war bereits einige Stunden alt, as plötzlich eine Busladung Frauen auf der vom Dorf wegführenden Schnellstraße auftauchte und jubelte, als ob sie die Rebellen unterstützte. Nur eine Frau an Bord gab den Kämpfern eine ominöse Warnung.

„Sie kommen. Gott sei mit Euch,“ sagte sie Rebellen am Straßenrand.

Fünf Minuten später begann die Attacke.

Die Frauen, so stellte es sich heraus, waren überhaupt keine Sympathisanten, sondern die Frauen und Töchter der Einwohner von Bin Jawad, die den libyschen Führer Moammar Gaddafi unterstützen. Sobald ihre Frauen aus der Gefahrenzone waren, begannen die Männer aus ihren Häusern heraus auf die Rebellen zu schießen.

Die Hunderte von Rebellen entlang der Straße fanden sich im Kreuzfeuer zwischen Pro-Gaddafi-Snipern und bunt gemischten Mitkämpfern weiter die Straße entlang wieder, die mit Waffen zurückfeuerten, die sie kaum bedienen konnten.

As die Autos ausbrachen, und dem Kugelhagel von allen Seiten zu entgehen und die Linien der Rebellen kollabierten, wurde klar, dass Gaddafi trotz der Luftangriffe der Koalition, die seine Lufthoheit eliminiert und auf seine Panzer und Artillerie gezielt hatten, einen anderen Weg zur Rückgewinnung von Territorium gefunden hatte.

23 Gedanken zu “Kleines Problem für die Aufständischen in Libyen

  1. Lieber Sepp,
    das sind ja ein ganz klein bisschen gute Nachrichten. Gestern berichtete BBC, daß auch Bin Jawwad zurückerobert wurde, wenn ich es richtig verstanden haben, sogar Ras Lanuf?
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/9440425.stm
    Viele Bürger Rußland initiieren gerade einen Brief an den Präsidenten der Russischen Föderation
    Dmitrij Anatoljewitschu Medwedew, in dem sie zum Ausdruck bringen, daß sie sich schämen für die russische Haltung (daß es kein NEIN gab), „Das Volk Russlands ist großmütig und nachsichtig. Wir sind bereit, Ihren Fehler und Ihren Kleinmut zu verzeihen. Aber es ist dazu notwendig … wir erwarten von Ihnen die Tapferkeit anderen Niveaus. Wir fordern, dass sich Russland in den Libyschen Krieg einmischt. Sie sollen verstehen, dass das große und furchtlose Volk Russlands die Regierung von kleinmütigen Menschen nicht ertragen kann. Es soll die minimale Variante Waffenstillstand gefordert werden und russische und chinesische Beobachter in das Gebiet geschickt werden ….“
    http://www.facebook.com/event.php?eid=174442289272757

  2. Danke wiederum an den Autor und auch an Chris Sedlmair für das Weiterverbreiten der Nachricht.

    Wir haben es ebenfalls wieder in der Gruppe „Europe against war – Europa gegen Krieg“ bereits diese Nacht übernommen.
    Leider sind es bereits bald 500 Beiträge, die gepostet wurden, jetzt auch Bilder, zusammengesetzt aus denen des Krieges der Nazis verglichen mit denen der neuen Kriegsverbrecher.
    Aber es kann schon sein, dass ein Beitrag infolge der Menge und „Facebook-Unübersichtlichkeit“ untergeht.
    Nehmen wir unser Jetzt in die eigenen Hände und uns gehört die Zukunft!

    Steffen

    http://www.facebook.com/home.php?sk=group_180866951957443&ap=1

  3. Hallo Marlene Tiger, bloss nebenbei: Falls Du mit Lieber Sepp mich meinst und in mir den Blogbetreiber von MeinParteibuch vermutest, ist das falsch, ungeachtet dessen, dass ich mit MeinParteibuch sehr oft einer Meinung bin und finde, dass es viele wertvolle Infos liefert.

  4. @Sepp Aigner, großes Rätsel. Das kommt wohl von Barth Engelbarth, auch hier hattest Du ja klargemacht, daß Du nicht der Autor bist, hab ich wohl übersehen. Washingtoner Versuch . . . ist also auch nicht Dein Werk. Der Autor dieses Blogs ist also Frau oder Mann Unbekannt. Jetzt habe auch ich es begriffen. Herzliche Grüße. Marlene Tiger

  5. das sind ja ein ganz klein bisschen gute Nachrichten. Gestern berichtete BBC, daß auch Bin Jawwad zurückerobert wurde, wenn ich es richtig verstanden haben, sogar Ras Lanuf?
    http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/9440425.stm
    Viele Bürger Rußland initiieren gerade einen Brief an den Präsidenten der Russischen Föderation
    Dmitrij Anatoljewitschu Medwedew, in dem sie zum Ausdruck bringen, daß sie sich schämen für die russische Haltung (daß es kein NEIN gab), „Das Volk Russlands ist großmütig und nachsichtig. Wir sind bereit, Ihren Fehler und Ihren Kleinmut zu verzeihen. Aber es ist dazu notwendig … wir erwarten von Ihnen die Tapferkeit anderen Niveaus. Wir fordern, dass sich Russland in den Libyschen Krieg einmischt. Sie sollen verstehen, dass das große und furchtlose Volk Russlands die Regierung von kleinmütigen Menschen nicht ertragen kann. Es soll die minimale Variante Waffenstillstand gefordert werden und russische und chinesische Beobachter in das Gebiet geschickt werden ….“
    http://www.facebook.com/event.php?eid=174442289272757

  6. Die Anhänger der libyschen Regierung haben es trotz der NATO-Bomber geschafft, die CIA-gefühten Rebellen nicht nur aus Ras Lanuf, sondern auch aus Port Brega zu verjagen.

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