Libyen bekommt nun Menschenrechte nach NATO-Standard

Wie Menschenrechte nach NATO-Standard aussehen, hat der mörderische Bombenangriff vom 04.09.2009 bei Kundus der Welt gezeigt. Wie ein den Einsatzregeln entsprechender Einsatz für die Menschenrechte aus der Perspektive der US-Armee aussieht, kann sich jeder im Video Collateral Murder anschauen. Auch beim Umgang mit Gefangenen setzen die USA und ihre Lakaien seit langem Maßstäbe in Sachen Menschenrechte: Folter wie in Abu Ghraib, spontane Hinrichtungen wie in Bagdad und Massenexekutionen wie in Dasht-i-Leili sind typische Kennzeichen für den Menschenrechtsstandard der NATO-Führungsmacht USA.

Nun bekommt auch Libyen Menschenrechte nach NATO-Standard verpasst.

In Bengasi erklärte der Verwaltungschef der dortigen US-Lakaien, Abdul Karim Basama, dem Spiegel gerade, dass auch die dort mit humanen NATO-Bomben an der Macht gehaltenen bewaffneten Regierungsgegner im Umgang mit politischen Gegnern selbstverständlich die Menschenrechte beachten:

SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass eine Liste publiziert wurde mit allen Namen der Ligan Thauria, eine Tötungsliste mit 7200 Leuten?

Basama: Es gibt viele Listen, wissen Sie.

SPIEGEL ONLINE: Sind diese Listen öffentlich oder geheim?

Basama: Nein, ehrlich gesagt, hat der Übergangsrat wenig damit zu tun. Diese jungen Leute von der Revolution machen ihre eigenen Entscheidungen. Wir können nur versuchen, das zu koordinieren. Einige Anwälte im Gericht versuchen auch, dass keiner ohne legales Prozedere gefangengenommen wird. Aber im Kriegsfall ist das schwierig zu kontrollieren.

SPIEGEL ONLINE: Kann man mit diesen Gefangenen sprechen?

Schweigen.

SPIEGEL ONLINE: Also kann man nicht mit ihnen sprechen.

Basama: Es gibt die Möglichkeit, aber… Entschuldigen Sie, ich bin in zehn Minuten wieder da.

SPIEGEL ONLINE: Okay.

Er kommt nicht wieder.

Über einige weitere Details bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte durch die von der NATO unterstützten Regierungsgegner im Osten Libyens berichtete die britische Zeitung Telegraph bereits am 24. Februar, kurz nach dem Beginn des CIA- und MI6-gesponsorten reaktionären Regime-Change-Versuches in Libyen:

Ahmed Ahmed Ibrahim zeigte ein mit seinem Mobiltelefon aufgenommenes Video, das einen afrikanischen Söldner zeigte, der an einem Fleischerhaken in einem Torbogen in Al Baida hing. Maskiert als Anhänger von Gaddafi, überlisteten sie die Söldner, die sie als französisch-sprechende Afrikaner beschrieben, nahmen sie gefangen und zogen sie durch die Straßen von Al Baida… Herr Ibrahim, der in einem Cafe arbeitet, sagte, er glaube, die meisten seien exekutiert worden, obwohl er selbst nur zwei hingerichtete Ausländer gesehen habe.

Das Kriterium „afrikanisch“ bezieht sich selbstverständlich nicht auf eine afrikanische Herkunft, denn natürlich sind alle Libyer Afrikaner, sondern auf die Hautfarbe: mit „afrikanisch“ sind hier Menschen schwarzer Hautfarbe gemeint. Was der Telegraph da beschrieben hat, ist der Standard der Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe, die von den CIA-gestützten Rebellen als „ausländische Söldner“ identifiziert wurden. Aus Bengasi wurde zuvor vom Guardian berichtet, dass Rebellen dort 50 afrikanische Söldner und zwei libysche Mitverschwörer gefangen, in eine Polizeistation gesperrt und sie dann darin verbrannt haben sowie weitere Gegner des Aufstandes in Derna hingerichtet worden seien.

Human Rights Watch hat kurz danach jemanden vor Ort nach Ostlibyen geschickt, und dort herausgefunden, dass die Menschen schwarzer Hautfarbe, die die Rebellen als afrikanische Söldner beschrieben haben, nicht etwa ausländische Söldner, sondern Libyer mit schwarzer Hautfarbe waren, die regulär in der libyschen Armee dienten. Einen Anhaltspunkt dafür, dass die libysche Regierung, wie von den Aufständischen behauptet, Söldner zur Niederschlagung des Aufstandes eingesetzt hat, fand Human Rights Watch nicht.

Die tatsächlich vorhandene große Unterstützung schwarzhäutiger Libyer für Muamar Gaddafi erklärt Human Rights Watch damit, dass Muamar Gaddafi sich in der Vergangenheit für die Beendigung der Diskriminierung schwarzhäutiger Menschen in Libyen eingesetzt hat. So ist es verständlich, dass die Rebellen Jagd auf schwarzhäutige Menschen machen und sie, egal ob sie libysche Soldaten oder ausländische Armutsflüchtlinge sind, nach Möglichkeit vorsorglich exekutieren.

Doch mit der schrittweisen Rückgewinnung der Kontrolle durch Regierungskräfte über die von den sympatischen Rebellen kontrollierten Gebiete im Osten Libyens drohten dort die Menschenrechte durch Waffenstilstand und Friedensschluss zu erodieren und einigen der von CIA und MI6 unterstützten konterrevolutionären Rebellen droht im Fall der Wiedergewinnung der Kontrolle durch Regierungskräfte gar, dass sie für ihre Mitwirkung an humanitären Exekutionen von schwarzhäutigen Menschen und Regierungsgegenern bestraft werden. Klar dass da die NATO helfend eingreifen muss, um das Schreckensszenario abzuwenden und die Verletzung von Menschenrechten zu verhindern. Und so hat die NATO heute zum Schutz der Menschenrechte in Bengasi 1000 km weiter in der Nähe der Hauptstadt Tripolis Wohnhäuser bombardiert und dabei zahlreiche Menschen ganz human ins Jenseits befördert.

Die Bomben und Raketen, die die USA auf Libyen abgefeuert haben, enthalten „abgereichertes Uran“, besser bekannt als „Depleted Uranium“. Das führt zur weiträumigen radioaktiven Verseuchung der Zielgebiete und zu schwersten Erbgutschäden bei den dort lebenden Menschen. Bilder von den Folgen des Einsatzes von Depleted Uranium findet man via Google.

Es geht eben nichts über Menschenrechte nach NATO-Standard.

Nachtrag: Wie sie mit missliebigen Menschen umgehen, haben Rebellen bekanntlich stolz auf Video aufgezeichnet. Hier ein Beispiel davon (nichts für Kinder und Menschen mit schwachen Magen):
 


 
Klar, dass die USA, Frankreich und England diese sympathischen Rebellen bombenmäßig unterstützen. Die Rebellen setzen Maßstäbe im Umgang mit Menschen schwarzer Hautfarbe, nach denen sich auch dort große Teile der christlich-wahhabitischen Wertegemeinschaft sehnen.

54 Gedanken zu “Libyen bekommt nun Menschenrechte nach NATO-Standard

  1. – … Tötungsliste mit 7200 Leuten …
    Diese jungen Leute von der Revolution machen ihre eigenen Entscheidungen. Wir können nur versuchen, das zu koordinieren.

    Z.B. um zu verhindern, dass Vogelfreie nicht gleichzeitig von vorn und hinten erlegt werden, wegen gegenseitiger Gefährdung der menschenrechtsaktivistischen Schützen?

    Im Holowood-Jargon: libysche Nazis massakrieren schwarze „Juden“ und wir – EUSraEliten, UNO, NATO – helfen ihnen dabei, den Endsieg zu erringen. Fehlt noch der Slogan „Öl macht frei“ um die NATO-Menschenrechte zu komplettieren.

    Wie vermutet, wenn die EUSraEliten dort reingehen, dann volles Risiko: Ist der Ruf erst ruiniert, killt sich’s ungeniert:

    aus http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/nato_libyen_1.9970167.html
    – … Vizeadmiral William E. Gortney, sagte …, Hinweise auf den Tod von Zivilisten nach den Angriffen vom Wochenende gebe es nicht.

    Die Amis auf Kurs
    Grüsse
    kosh

  2. Ich versteh‘ nicht ganz. Die Vorteile des Einsatzes hin- und her…Aber wollte ihr wirklich, dass Gadaffi in Libyen bleibt? Der Kerl ist ein Psychopath!

    1. Psychopath? Quelle? Begründung?

      aus http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,751567,00.html
      – Sockenpuppen sollen online im Auftrag ihrer Schöpfer Meinungen verbreiten, Desinformation streuen, Debatten beeinflussen.

      Ad hominem kann jeder. Gegenfrage:

      Die Vorteile des Einsatzes hin- und her…Aber willst Du wirklich Beihilfe zum Völkerrechtsbruch leisten? Oder ziehst Du auch den AWACS-Dienst am Hindukusch vor um Kollateralschadenziele für die Joystick-Helden auszukundschaften? Den Psychopath erspare ich Dir, weil Du Ghadhafi viel besser kennst als ich Dich.

      kosh

      1. naja…dass G. unschuldige Schweizer monatelang ins Gefängnis gesteckt hat, weil es die Schweiz gewagt hat, seinen Sohn für einen Nacht zu verknacken, nachdem dieser seine Angestellten in einem Schweizer Hotel misshandelt hat, sagt eigentlich recht viel über seine Selbstgerechtigkeit aus. Der Kerl hält sich für einen Gott oder so etwas ähnliches.

        Mit dem Völkerrechtsbruch bin ich mir nicht sicher: WENN die Berichte stimmen – das wahllose Verteilen von Waffen, die Ankündigung, alle, die gegen ihn sind, zu töten, die Kampfjets – dann ist ein Völkerrechtseinsatz aus humanitären Gründen gerechtfertigt, wenn nicht geboten. Viel schwerwiegender finde ich die Frage, ob aus einem humanitären Einsatz eine Invasion wird – was definitiv zu verurteilen wäre.

      2. @chrisse
        „WENN die Berichte stimmen“
        Da liegt der Hase im Pfeffer.

        Es sind Lügen und Halbwahrheiten, gestrickt in der gleichen Küche wie die Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die libysche Regierung beabsichtigt hat, nach der Wiederherstellung der Kontrolle über das libysche Territorium, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen – geschweige denn, was für einen Angriffskrieg gegen Libyen aus humanitären Gründen Voraussetzung wäre, Völkermord.

        Es gibt allerdings sehr deutliche Hinweise darauf, dass die „Rebellen“ in den letzten Wochen allerschwerste Verbrechen begangen haben. Lies diesen Artikel hier nochmal, vielleicht beginnst du dann zu begreifen.

        Die Annahme, dass nun keine Invasion mit Bodentruppen folgt, ist naiv. Natürlich folgt den Bomben eine Invasion mit Bodentruppen. Was sonst? Wären die USA auf Waffenstillstand aus, so hätte sie den schon mindestens dreimal haben können – die libysche Regierung hat den mehrfach angeboten.

        Es geht der USA aber nicht um Waffenstillstand und Menschenrechte, sondern um „Regime Change“ durch Angriffskrieg. Und den kann sie, wenn überhaupt, dann nur durch eine Invasion mit Bodentruppen erreichen.

        Aber auch das wird schwer, denn die libysche Regierung hat in Libyen sehr viele Anhänger. Und auch in den südlichen Nachbarländern Libyens sind die Menschen ganz klar ganz überwiegend begeisterte Anhänger von Muamar Gaddafi. Genau um der NATO die geplante Invasion so schwer wie möglich zu machen und sie damit möglichst von einer Invasion abzuschrecken, hat die libysche Regierung gerade Waffen an die Bevölkerung ausgeben lassen.

        Die bisherige Auseinandersetzung mit den libyschen Rebellen ist nicht der Grund dafür, damit werden die libyschen Sicherheitskräfte normalerweise gut alleine fertig. Schwieriger ist das allerdings, wenn die Rebellen, wie es inzwischen der Fall ist, von verdeckt arbeitenden Special Forces der NATO unterstützt werden – und diese Special Forces zur Eroberung Libyens nun auch noch NATO Air Support haben.

        Übrigens: fällt dir kein Widerspruch auf, dass Gaddafi einersets beschuldigt wird, ein von der Bevölkerung total verhasster Diktator zu sein, und andererseits beschuldigt wird, Waffen an die Bevölkerung auszugeben, und damit die Revolutionäre in Gefahr zu bringen?

      3. Dass die Rebellen nur Gutes tun, hat ja keiner behauptet.

        Aber bei aller wirklich berechtigten Kritik an unseren Regierungen etc. geht es doch zu weit, einen Diktator zu verherrlichen. Und das ist Gadaffi. Wenn man in Stuttgart Waffen an die Stuttgart21-Befürworter austeilen würde – meinst du nicht, dass sie dann die Demonstranten kleinballern könnten? Wenn man Waffen an die FDP-Anhänger austeilen würde, damit sie alle FDP-Feinde abschießen, hätte die FDP danach auch die volle Unterstützung der Deutschen. Das ist kein echtes Argument.

        Fragt euch im übrigen mal, weshalb der Westen einen Regime-Change haben sollte? G. war ein stabiler Herrscher, der wunderbar mit italienischen und österreichischen Benzinkonzernen zusammengearbeitet und die britischen und schweizer Banken mit Geld befüllt hat.

        Ich denke, man sollte den Libyern die Möglichkeit geben, sich selbst zu organisieren. Ob mit oder ohne Gadaffi – wenn sie gegen ihn sind, sollte er weg. Dabei zu helfen, halte ich für kein Verbrechen. Ist die Mehrheit für ihn, sollte er bleiben. Dagegen sollte man auch nicht vorgehen. Ob danach liberale Demokraten, Stammesverbände, Islamisten oder Sozialisten an die Macht kommen sollte ganz und gar Sache der Libyer sein – und nicht die einer internationalen Nato-Truppe.

      4. @chrisse

        Ich bin Schweizer, weiss also recht genau Bescheid über die Hofberichterstattung zum Fall Max Göldi Rachid Hamdani. Wie bei vielen anderen Schweizern auch, hat mein Rechtsempfinden gegen Ghadhafi aufbegehrt, aber ich war mir stets bewusst, dass ich nicht alle Informationen habe. Nicht erwähnt wurde beispielsweise, dass Hamdani während seiner Entführung auf Besuch in Tunesien gewesen sein soll, oder was Göldi dort unten genau getrieben hat und ob evt. sogar eine Straftat in Betracht käme. Emotionale Ansätze wie die Deinen sind da nur Vorstufe einer un- oder bewusst in Kauf genommenen Eskalation:

        – … sagt eigentlich recht viel über seine Selbstgerechtigkeit aus. Der Kerl hält sich für einen Gott oder so etwas ähnliches.

        Wofür er sich hält tut hier nichts zur Sache, dass in Libyen andere Gesetze gelten umso mehr. Dass dies umgekehrt auch für die Schweiz gilt, ist Basis einer Bestandesaufnahme. Andererseits:

        aus http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Diplomat-Hannibal/story/16956117
        – Anders als die Genfer Kollegen haben Polizisten in London von einer Verhaftung von Hannibal Ghadhafi abgesehen. Was sich Grossbritannien damit eingebrockt hätte, ist in der Schweiz hinlänglich bekannt.

        Die britische Lesart unterscheidet sich damit deutlich von der schweizerischen, womit geklärt wäre, dass Ghadhafi durchaus Fürsprecher seiner Interpretation hätte, wenn diese ehrlich wären und Recht und Ordnung im Sinn hätten.

        – Mit dem Völkerrechtsbruch bin ich mir nicht sicher: WENN die Berichte stimmen – das wahllose Verteilen von Waffen, …

        Das alles ist samt und sonders irrelevant, weil Bürgerkriege die inneren Angelegenheiten eines Staates betreffen. Sie werden per Definitionem von vorgängig bewaffneten Bürgern geführt und müssen nach Völkerrecht geduldet werden:

        aus http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerkrieg
        – Nach dem Völkerrecht gilt ein Bürgerkrieg eigentlich als innere Angelegenheit eines Staates. Er muss also die völkerrechtlich verbindlichen Grundsätze der Genfer Konventionen von 1949 gegenüber den Aufständischen nicht einhalten. Doch das Zusatzprotokoll II von 1977 zu den Genfer Konventionen stellte einige Grundsätze auf, die auch für den Bürgerkrieg gelten:

        Falls dabei Grundsätze gebrochen worden wären – WENN die Berichte stimmen – sind denn Beweise vorgelegt worden? Ich habe weder davon gelesen noch gehört, ergo wird Krieg geführt aufgrund von Hörensagen. Prost Mahlzeit, ich hoffe Du stehst nie vor Gericht und wirst aufgrund von Gerüchten verurteilt. Die Farbe Deines Gesichts bei der Urteilsverkündung würde ich gerne sehen.

        Der Wert der Berichte befindet sich damit auf Höhe PRopaganda, Rufmord, Volksverhetzung etc., m.a.W. sie sind so wertlos wie damals die Vorverurteilung Saddam Husseins bezüglich Massenvernichtungswaffen, nur dass man heute auf eine Power-Point-Präsentation verzichtet hat, wohl um nicht von den „Verschwörungstheoretikern“ verhöhnt zu werden. Ich weiss recht genau, wie es damals war. Während die VT-Kritiker leiser geworden sind, gehen die Medien umso unverfrorener mit Copy-Paste zu Werke.

        Die Berichte sind ebenso so wertlos wie die Vorwürfe an den Iran, die bis heute als Realtime-Anschauungsunterricht eigentlich jedem abseits von Pisa genügen sollten, um aufkeimende Krisen in einem kritischen Licht zu betrachten. Es mag erstaunen, aber kaum 8 Jahre später kleben die Homo sapiens schon wieder wie die Fliegen am Leim, wobei die Fliegen eine naheliegende Erklärung hätten, sie sind nur Fliegen. Dem Homo sapiens bleiben somit nur Ausreden, denn sein Gehirn sollte rein theoretisch in der Lage sein, die Einfachheit der Lage zu erfassen. Wie es aussieht, passt Kant auch in diesem Punkt: Die Theorie taugt nicht für die Praxis, resp. das menschliche Gehirn ist nur bedingt praxistauglich, resp. die dem Gehirn nachgesagte eh schon bescheidene Kapazitätsauslastung liegt in der Praxis weit darunter.

        Du schreibst:

        – … ob aus einem humanitären Einsatz eine Invasion wird – was definitiv zu verurteilen wäre.

        Allein schon die Verwendung des Begriffs „humanitärer Einsatz“ konterkariert mit Afghanistan und Irak.

        – … die Ankündigung, alle, die gegen ihn sind, zu töten, die Kampfjets …

        Um die Zeit der chirurgisch unmöglichen Kampfjet-Bombardements herum las ich, gemäss einem Facebook-Eintrag habe ein Verzweifelter Libyer angeblich Helikopterattacken unter dem israelischen Hoheitsabzeichen erkannt. Nur Bilder habe ich nie gesehen, weder von der einen noch anderen Seite, obwohl PRofessionelle PRopaganda nicht lieber auf die Masse einwirken lässt als Bilder und Videos. Die Rebellen als Teil der wohlhabendsten Gesellschaft Afrikas haben demnach Schwierigkeiten damit, im entscheidenden Augenblick aufs Handyknöpfchen zu drücken um den EUSraEliten einen Gefallen zu tun. Da fällt mir nur der Italiener aus der Werbung ein: Igg abe gar kein Handy.

        – … geht es doch zu weit, einen Diktator zu verherrlichen.

        Krasse Unterstellung! Eine typisches Methödchen der vormals als VT-Kritiker auftretenden Fraktion. Ziehst Du gegen Deinen Nachbarn in den Krieg, weil Dir seine Fresse nicht passt? Aber Du wirst noch besser:

        – Ich denke, man sollte den Libyern die Möglichkeit geben, sich selbst zu organisieren.

        Eine Selbstdisqualifikation wie im Bilderbuche: Die Libyer sollen sich selbst organisieren, indem sie dazu gezwungen werden? Was jetzt, selbst oder nicht selbst? Das ist in etwa so intelligent wie wenn jemand behauptet, ich hätte meinen Militärdienst freiwillig abgeleistet. Dein emotionales Kriegspamphlet gleitet in vollends Doublespeak und sondergleichen ab und steht damit in einer Reihe dafür, warum wir Krieg gegen Libyen führen.

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

      5. Kriegspamphlet und Doublespeak lass‘ ich nicht auf mir sitzen. Ich denke, weder du noch ich wissen, wie die Mehrheit der libyschen Bevölkerung zu Gadaffi steht bzw. stand.

        Ich habe letztens einen wundrvollen, langen Bericht aus der Revolution in Ägypten gesehen. Die Menschen dort wollten das. Sie konnten sich in Millionenmenge auf dem Tahir-Platz versammeln und ihre Meinung äußern. Hättest du ihnen dieses Recht auch verwehrt? Bzw. wärst du dafür gewesen, dass Mubarak sie mit Panzern überrollt hätte, weil sich unter ihnen einige Islamisten befunden haben?
        Im Vergleich zu Ägypten vor der Revolution war Libyen eine knallharte Diktatur, die wesentlich brutaler mit Rebellen umgesprungen ist und damit eine friedliche Revolution verhindert. Und ein Diktator hindert eben auch ein Volk daran, sich selbst zu organisieren.
        Ein militärisches Eingreifen KANN den Libyern die Chance geben, darüber zu entscheiden, ob sie G. weiter wollen oder nicht. Er selbst würde diesen Willen seines Volkes nicht akzeptieren, sondern unterdrücken.

      6. @Chrisse
        So wie du dich hier dafür einsetzt, dass basierend auf platten Propagandalügen der Bild-Zeitung und ähnlicher Organe wie „Im Vergleich zu Ägypten vor der Revolution war Libyen eine knallharte Diktatur“ ein Angriffskrieg gegen ein Land niedergebombt und radioaktiv vereucht wird, brauchst du dich nicht zu wunder, wenn Du hier als ein widerlicher verlogener Kriegshetzer wahrgenommen wirst.

        Was du machst, ist nichts anderes als die universelle Befürwortung von Angriffskrieg, solange es nur genug Propagandalügen gibt, die eine Rechtfertigung dafür vorspiegeln.

        Was diee geistige Haltung zeigt, ist das es für unabhängige Länder, die nicht eine so große und teure Lügen-Propaganda-Maschine wie die USA haben, kaum eine andere Lösung gibt, als sich Atomwaffen zu organisieren.

        Übrigens: da du ja meinst, dass Bombenangriffe auf fremde Länder OK sind, findest du es auch richtig, wenn Libyen nun seinereits zur Durchsetzung der Menschenrechte – basierend auf Propaganda-Lügen – Deutschland bombardiert? Deutschland stellt die Kommandozentrale für den Krieg gegen Libyen – führt also Krieg gegen Libyen.

      7. @chrisse

        – Kriegspamphlet und Doublespeak lass’ ich nicht auf mir sitzen.

        Fakten sind Fakten sind Fakten. Die Befürwortung des humanitären Einsatzes kam aus Deiner Feder (= Fakt), ebenso die Übernahme des Neusprechs (= Fakt). Von Anfang an betonten z.B. Militärs, dass das Minimum, eine Flugverbotszone, nicht ohne miltärische Mittel zu haben sei. Der Arabischen Liga ist das auch erst hinterher irgendwie aufgefallen, offiziell, als die Berichte der ersten von uns totgeschützten Zivilisten reinschneiten. Wer sowas befürwortet und weiss, wofür „humanitär“ in den letzten Jahren im globalen Massstab missbraucht wurde, der befürwortet …

        1) explizit Krieg, ob er sich dessen bewusst ist oder nicht, und der befleissigt sich darüber hinaus …

        2) dem offiziellen Doublespeak.

        Deine eigene Selbstdisqualifikation von Dir zu weisen bringt Dir nichts.

        – Ich denke …

        Und ich denke, dass es bei Dir mit Denken nicht besonders weit her ist, wenn sich 2 Leute ausgiebig die Mühe machen, Dich auf Deine inneren Widersprüche hinzuweisen, aber Du trotzdem nicht schlau aus Deinem Denken wirst. Mit Leuten wie Dir habe seit 911 über Tora-Bora, die MVW-Ausreden, selbsternannte Bankster-Anwälte, Mullah- oder allg. diffuse Islam-Hasser bis zum Libyen-Raubzug meine Erfahrungen gesammelt. Seit damals waren und sind die entweder naiv, angestellt oder fühlten sich einfach nur wohl mit ihrem Brett vorm Kopf:

        – wundrvollen, langen Bericht aus der Revolution in Ägypten gesehen.

        Das nächste Ablenkungsmanöver a la Methödchen der VT-Kritiker, noch dazu verwoben mit weiteren Unterstellungen, die wohl nur an mir hängen bleiben können (sollen?):

        – versammeln und ihre Meinung äußern. Hättest du ihnen dieses Recht auch verwehrt? Bzw. wärst du dafür gewesen, dass Mubarak sie mit Panzern überrollt hätte, weil sich unter ihnen einige Islamisten befunden haben?

        Statt auf Argumente einzugehen, steuerst Du von Pontius zu Pilatus, stellst weitere Fragen, auf die Du nicht einzugehen bereit bist (gemessen an Deinen Vorleistungen), und schlingerst insgesamt nicht anders rum wie eine minderbegabte Sockenpuppe:

        aus http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,751567,00.html
        – Der Anspruch der Auftraggeber an die Tarnidentitäten: „Es muss möglich sein, eine solche Person in jeder Region der Welt zu verorten.“ Die digitalen Strohmänner sollten auch für „erfahrene Gegner“ nicht als Fälschung zu erkennen sein.
        … Im Klartext: Das US-Militär hat eine Software zur Herstellung von „Sockenpuppen“ geordert: „Sock Puppets“ sind erfundene oder gestohlene Identitäten, mit deren Hilfe digital geführte Diskussionen beeinflusst werden sollen – von Wikipedia bis hin zu Forenkommentaren, etwa über bestimmte Produkte.
        … Sockenpuppen sollen online im Auftrag ihrer Schöpfer Meinungen verbreiten, Desinformation streuen, Debatten beeinflussen.

        Mit besonderer Erwähnung von auch für „erfahrene Gegner“ nicht als Fälschung zu erkennen. Falls dem nicht so ist, empfehle ich endlich das Gehirn einzuschalten und z.B. auf @meinparteibuchs Hammer-Gegen-Argument einzugehen:

        – Übrigens: fällt dir kein Widerspruch auf, dass Gaddafi einersets beschuldigt wird, ein von der Bevölkerung total verhasster Diktator zu sein, und andererseits beschuldigt wird, Waffen an die Bevölkerung auszugeben, und damit die Revolutionäre in Gefahr zu bringen?

        Er hat Dir geantwortet auf Dein „wahllos-Waffen-Verteilungs-Argument“. Zu Ende gedacht? Folgt nun die nächste Ablenkung oder endlich Dein Eingeständnis, dass Du mit Deinem gegenwärtigen Argumentarium auf töneren Füssen stehst?

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

        PS: Übrigens, für Deine Weltsicht bräuchte ich keine alternativen Quellen, da reicht ein Blick in meine Hauszeitung, die extra für den Zweck noch lese um zu erfahren, was ich offziell gefälligst zu denken habe – Hofberichterstattung.

    2. @Einparteienbuch:
      Wo sind die Beweise? Alles was ich bisher über Medien oder Bekannte über Libyen gehört habe, spricht dafür, dass es eine extreme Diktatur ist. Bring mir Beweise, dass dies Propaganda-Lügen sind! Warst du schon einmal in Libyen? Hast du Freunde in Libyen? Glaubst du ernsthaft, dass die Ägypter gegen Mubarak, die Tunesier gegen Ben-Ali aufbegehren – aber die Libyer G. weiterhin spitze finden?

      @Kosh:
      „Statt auf Argumente einzugehen, steuerst Du von Pontius zu Pilatus, stellst weitere Fragen, auf die Du nicht einzugehen bereit bist (gemessen an Deinen Vorleistungen), und schlingerst insgesamt nicht anders rum wie eine minderbegabte Sockenpuppe:“

      das machst du mit dem Verweis auf die Sockenpuppe anstatt auf Ägypten prächtig vor. Aber gut, ich nehme das Hammer-Gegen- Argument ernst:

      „fällt dir kein Widerspruch auf, dass Gaddafi einersets beschuldigt wird, ein von der Bevölkerung total verhasster Diktator zu sein, und andererseits beschuldigt wird, Waffen an die Bevölkerung auszugeben, und damit die Revolutionäre in Gefahr zu bringen?“

      nein. Darin liegt kein Widerspruch. Wenn die FDP an alle ihre Wähler Waffen verteilen würde, damit sie alle FDP-Feinde abmetzelt, dann könnten sich diese sehr wohl gegen die Mehrheit der FDP-Feinde durchsetzen. Dass eine loyale Minderheit von unter Waffen stehenden Personen fähig ist, eine Nation von potentiell nicht- bzw. schlechterbewaffneten zu unterdrücken, ist kein legitimer Herrschaftsanspruch, sondern die Praxis aller bisher dagewesenen Tyranneien.

      Anderer Widerspruch: Wie kommt es, dass G. behauptet, er sei die letzte Bastion vor islamistischen Fanatikern, wenn der Aufstand aus dem Westen geschürt wurde? Versteht er sein eigenes Land nicht mehr? Und weshalb hat sich der größte Feind des Westens, die Al-Quaida, gegen G. ausgesprochen? Oder ist Al-Quaida eine Marionette Obamas?

      Aber ich denke, du wirst das als Ausflucht oder Sockenpuppen-Argument verstehen. Deine Weltsicht ist leider nicht minder einseitig als die deiner täglichen Lektüre. Du hast ein klares Feindbild, und die Feinde deiner Feinde sind deine Freunde, egal was sie tun. Vielleicht hast du deswegen die schlechten Erfahrungen mit deinen Diskussionspartnern seit 911 gesammelt, weil du es nicht verstehst, dass eine kritische Sicht auf die Welt auch die eigenen schwarz-weiß-Muster reflektieren muss.

      1. @chrisse

        – Bring mir Beweise, dass dies Propaganda-Lügen sind!

        Beweislastumkehr, auch sehr beliebt unter VT-Kritikern, PRopagandisten und Doublespeakern -> Beweislast mit Dank zurück an Dich, denn Du willst ja bomben, ergo bist Du in der Beweispflicht, zumindest formal, de facto sind die Mächtigen mit Dir – das Recht übers Knie gebrochen.

        – Darin liegt kein Widerspruch.
        … Wenn die FDP an alle ihre Wähler Waffen verteilen würde, damit sie alle FDP-Feinde abmetzelt …

        Wie gesagt, Gehirn einschalten bitte. Du verstrickst Dich immer tiefer. Auf zur Nachhilfestunde, Du hast geschrieben das wahllose Verteilen von Waffen und nicht z.B. „das gezielte Verteilen von Waffen“.

        – … Verweis auf die Sockenpuppe …

        Wiederum Ball zurück an Dich, lies einfach mal ganz langsam Punkt um Punkt, wie du Dich selbst in diese Lage gebracht hast. Ich kann’s aber auch direkter forumulieren: Entweder Du wirst dafür bezahlt, dann kann ich es nachvollziehen und Du BIST eine Sockenpuppe, oder Du machst das freiwillig, dann bist Du einfach nur unfähig dem Diskussionspartner zu folgen und auf seine Argumente einzugehen.

        – Dass eine loyale Minderheit von unter Waffen stehenden Personen fähig ist, eine Nation von potentiell nicht- bzw. schlechterbewaffneten zu unterdrücken, ist kein legitimer Herrschaftsanspruch, sondern die Praxis aller bisher dagewesenen Tyranneien.

        Exakt diese Praxis existiert auch in der EU, wurde erst gestern vom Europäischen Gerichtshof für MENSCHENRECHTE wieder bestätigt:

        aus http://www.hintergrund.de/201103241459/politik/politik-eu/europaeischer-gerichtshof-totschiessen-von-demonstranten-verstoesst-nicht-gegen-menschenrechte.html
        – Die italienische Polizei hat laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) mit dem Todesschuss auf einen Demonstranten beim G-8-Gipfeltreffen in Genua 2001 kein Grundrecht der Europäischen Menschenrechtskonvention verletzt.
        … Gegen dieses Urteil ist keine Berufung möglich.

        Dumm gelaufen, nicht? Z.B. Afghanistan: Dass sich eine minderbewaffnete deutsche Mehrheit nicht mit Waffengewalt gegen die Unterdrückung ihres Mehrheitswillens wehrt, ist gleichfalls kein legitimer Herrschaftsanspruch, sondern die Praxis aller bisher dagewesenen Tyranneien. Und diese Praxis wird ironischerweise im Schatten des Libyen-Raubzugs höchstrichterlich bestätigt. Wie weit diese Praxis gehen kann, ist allein dem Gewohnheitsrecht geschuldet, darum: Wehret den Anfängen!

        – Die Proteste wurden von starken Ausschreitungen begleitet. Doch viele der Randalierer agierten unter falscher Flagge. Ganze Polizeieinheiten zogen verkleidet als schwarz-vermummte Demonstranten marodierend und plündernd durch die Straßen.
        Der Tagesspiegel schrieb über das Vorgehen der Polizei: „Tagelang durften die gewalttätigen Demonstranten des so genannten „Schwarzen Block“ sich fast ungestört austoben, während stattdessen immer wieder friedliche Demonstranten verprügelt wurden oder Kameramänner und Fotografen, die eine seltsame Art der Zusammenarbeit dokumentieren wollten: Zwischen der Polizei und vermummten Gewalttätern. Das Foto- und Filmmaterial ist erdrückend: Die Polizei hat systematisch Agents Provocateurs eingeschleust, die sich immer wieder mit ihren Einheiten trafen, Aktionspläne absprachen, Taktiken ausarbeiteten. So erklärt sich auch die Zurückhaltung der Polizei, selbst wenn Ausschreitungen direkt neben ihren eigenen Hundertschaften stattfanden“.

        Übung macht den Meister! Aber gelle, diese Taktiken sind in Libyen schlicht undenkbar, weil der Ghadhafi hat alle und alles im Würgegriff (vgl. unten: „West Point“)

        Du schreibst:
        – Anderer Widerspruch: Wie kommt es, dass G. behauptet, er sei die letzte Bastion vor islamistischen Fanatikern, wenn der Aufstand aus dem Westen geschürt wurde?

        Was spielt das für eine Rolle, es zählt allein das, was er tatsächlich tut, willst Du nicht oder verstehst Du nicht? Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst, auch als Kriegsrhetorik oder KriegsPRopaganda bekannt. Und der Ghadhafi wird sich doch hoffentlich eine eigene leisten dürfen, ohne gleich bombardiert zu werden? Du bist in vielerlei Hinsicht total befangen. @meinparteibuch hat in diversen Beiträgen geschrieben, wie die Gegner Ghadhafis vergleichbar dummschwätzen. Warum wirfst Du nicht einen Blick auf die folgenden Karten, aber beeil Dich, bevor ein EUSraEliten-Wiki-Hacker die Resultate manipuliert, damit’s mit deren PRopaganda passt:

        http://en.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index
        http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_Human_Development_Index

        Das sind immerhin Fakten, die bis dato noch gültig sind, aber in Kürze für Libyen und die meisten Libyer der Vergangenheit angehören dürften. Dank unserer heldenhaften „Verteidigung von Zivilisten“. In diesem Zshg. wäre da noch so ein seltsames Ding zu begutachten:

        – Und weshalb hat sich der größte Feind des Westens, die Al-Quaida, gegen G. ausgesprochen? Oder ist Al-Quaida eine Marionette Obamas?

        Du lebst wirklich hinter dem Mond, gell? Al-Qaida ist ein Produkt der CIA, welche direkte Aufbauhilfe geleistet hat im Kampf gegen die sowjetische Besatzung in Afghanistan. Buchführer im „Hotel Al-Qaida“ war damals übrigens der Osaman höchstpersönlich. Wenn heute Al-Qaida blubbert, ist das ein publizistische Seifenblase. Es sei denn, es passt in die bewährte Maske:

        aus http://tarpley.net/2011/03/24/the-cia%E2%80%99s-libya-rebels-the-same-terrorists-who-killed-us-nato-troops-in-iraq/
        – 2007 West Point Study Shows Benghazi-Darnah-Tobruk Area was a World Leader in Al Qaeda Suicide Bomber Recruitment

        Schon wieder dumm gelaufen, gell? Ist nicht gerade als VT-Zirkel bekannt, dieses West Point. Erstaunlich, dass ausgerechnet die Feinde Ghadhafis als Hochburg der Al-Qaida bezeichnet werden und dann auch noch gegen Ghadhafi sind? Macht nix, denn Du bist der Beweis, dass Al-CIAda immer noch funktioniert.

        – Du hast ein klares Feindbild, und die Feinde deiner Feinde sind deine Freunde, egal was sie tun.

        Die Unterstellungen gehen Dir jedenfalls nicht aus.

        – Vielleicht hast du deswegen die schlechten Erfahrungen mit deinen Diskussionspartnern seit 911 gesammelt, weil du es nicht verstehst, dass eine kritische Sicht auf die Welt auch die eigenen schwarz-weiß-Muster reflektieren muss.

        Ja sicher, wenn ich die grau vormache, Du aber im schwarzweissen Morast watest, dann wird das (Dein) Defizit flugs auf mich projiziert. Kenn ich alles, das Muster wurde mir schon x-Mal aufgetischt und es ging immer schief.
        Und wegen der ebenfalls unterstellt „schlechten“ Erfahrungen, die ich im Gegenteil als sehr lehrreiche empfinde: Warum sind die Kritiker der ernsthafteren VTs seit geraumer Zeit so stille geworden? Weil sie versagt haben und das wissen sie inzwischen auch. Sie hatten durchaus brauchbare Ansätze, aber ihre Selbstdisqualifikationen, die inneren Widersprüche in ihren Argumentationsketten haben sie entlarvt. Ich brauchte da nicht viel mehr zu tun als auf die Stellen hinzuweisen. Am Ende waren sie schlicht unfähig, über ihren eigenen Schatten zu springen. Ich schenk Dir zum Abschluss eine kleine Gedächtnisstütze mit Deinen Worten:

        – „Ich denke, man sollte …

        … @chrisse …

        – … die Möglichkeit geben, sich selbst zu organisieren.“

        Siehst Du, wie nah Du Ghadhafis Anhängern schon gekommen bist? Aber deswegen will ich Dich noch lange nicht aus der Welt bombardieren.

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

      2. Und wenn ich schon dabei bin, die EUSraEliten melden ein aktues Problem:

        – Der Luftkrieg gegen das libysche Regime ist auch eine Waffenshow westlicher Rüstungskonzerne: Mehrere neue Systeme, darunter der „Eurofighter“, werden erstmals im Kampf eingesetzt – und so im Einsatz vorgeführt. Das Problem: Es scheint kaum ernstzunehmende Gegner zu geben.

        Ja, das ist wirklich ein Problem, bis zur Halskrause hochgerüstet und dann bieten sich keine werbewirksamen Ziele. Der phöse Ghadhafi macht einfach nicht mit. Was soll der potente Waffenkunde davon halten? Die EUSraEliten plagt noch nicht mal mehr ein schlechtes Gewissen bei ihren Reality-Manövern, sonst dürften die Hofberichterstatter solches wohl kaum so unverblümt verbreiten.

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

      3. OK. Ich sage das nicht gern, aber: möglich, dass ich libyen falsch eingeschätzt habe. Von dem human development index wußte ich zuvor schon. Klar auch, dass eine – ich hoffe, ich schreibe nichts falsches – sozialistisch-islamische Republik, die einigermaßen funktioniert, dem kapitialistischen Westen ein Dorn im Auge ist. Und zugegeben: von dem Militäreinsatz bin ich überhaupt nicht begeistert, vor allem nicht, da er jetzt schon die geplanten (bzw. behaupteten) Ausmaße überschreitet. Wie gesagt: Eine Invasion ist unter allen Umständen abzulehnen.

        Allerdings: In Tunesien, Ägypten, Bahrain etc. haben Menschen gegen Diktatoren demonstriert. Libyen ist, etwa nach Angaben der Reporter ohne Grenzen, ein diktatorisches Land mit der weltweit restriktivsten Informationspolitik. G. herrscht seit 1969, ohne dass dies durch Wahlen bestätigt wurde.

        Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass die Menschen in Libyen gegen Gadaffi demonstrieren, trotz des hohen Lebensstandards. vielleicht weil sie sich nicht mehr verbieten lassen wollen, Essig in ihren Salat zu tun (ist wegen islamischer Gesetzgebung verboten), vielleicht weiil sie ihre Meinung äußern wollen, ohne Angst vor Verschleppung zu haben, vielleicht weil sie wählen wollen. Wer weiß das schon.Es gibt genügend Gründe.

        Es gibt zahlreiche Aussagen (etwa von geflüchteten Piloten, von Zivilisten, von Flüchtlingen), dass G. angeordnte hat, seine eigenen Bürger bombardieren und erschießen zu lassen. Es gibt Schätzungen, dass bereits 80.000 Rebellen getötet worden sind. Es gibt Berichte, dass G. ein Krankenhaus mit Scharfschützen beschießen ließ. G. hat selbst angekündigt, Städte militärisch anzugreifen, die sich gegen ihn auflehnen. Und, auch wenn ihr das gerne verdrängt: Von all dem gibt es Videos und Bilder.

        Soweit…andererseits könnte auch der klassische Krieg zwischen Kapitalismus und Sozialismus da sein, der Versuch, Libyen wieder an die Umverteilung von unten nach Oben anzuschließen…

        Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Ich finde es aber grenzwertig, sich auf die Seite eines diktators zu stellen.

        Nach dem Ausbruch der Rebellion herrschte ersteinmal Funkstille. G. hat die Medienkanäle weitgehend abgeschottet, und in L. gibt es ohnehin so gut wie keine Pressefreiheit.

        Was von den Rebellen zu halten ist – ob sie nun Al-Quaida nah sind oder Islamisten oder extrem konservative Stammesverbände oder demokratiewillige Jugendliche – spielt m. E. keine Rolle.

      4. @chrisse

        – Ich finde es aber grenzwertig, sich auf die Seite eines diktators zu stellen.

        Wer hat sich auf die Seite des „Diktators“ gestellt? Am Einfachsten wäre es, Du gingest dazu über, die Stellen wo das geschehen sein soll zu nennen statt zum x-ten Mal die gleiche Behauptung aufzustellen. Wegen der Videos und Bilder, ja die sind vorhanden, dummerweise hat im Laufe der „Berichterstattung“ die Schuld nicht selten die Seite gewechselt, wodurch die Beweiskraft gegen Null ging, weil man dadurch von jedem Pixel annehmen musste dass es erst mal einem kriegsrhetorischen Zweck dient.

        Das nennt sich gemeinhin PRopaganda, in unserem Fall eine universitär-publizistisch PRofessionelle WestPRopaganda, eine Erscheinung, die von der Masse der Stupid White Men bis heute negiert wird, weil nicht sein kann was nicht sein darf, denn PRopaganda hat immer nur der Feind und wir sind die Achse des GUTEN. Dieses Defizit ist auch der Hauptgrund, warum Du Dich so leicht von einer Seite vereinnahmen lässt, Du willst nicht verstehen, dass Dein Gehirn grossmassstäblich MANIPULIERT wird.

        Seit ich das für mich begriffen habe, trample ich auch nicht mehr leichtsinnig in jede Falle. Immun bin ich trotz allem noch lange nicht, ich bin auch nur ein Homo sapiens.

        Die Amis auf Kurs
        Grüsse
        kosh

    3. @chrisse
      Zitat: „Ich habe letztens einen wundrvollen, langen Bericht aus der Revolution in Ägypten gesehen. Die Menschen dort wollten das. Sie konnten sich in Millionenmenge auf dem Tahir-Platz versammeln und ihre Meinung äußern. Hättest du ihnen dieses Recht auch verwehrt? Bzw. wärst du dafür gewesen, dass Mubarak sie mit Panzern überrollt hätte, weil sich unter ihnen einige Islamisten befunden haben?

      Antwort:
      Was soll den diese widerwärtige Verherrlichung der menchenverachtenden ägyptischern Militärdiktatur. Anders als im Iran wurden in Ägypten Demonstrationen grundsätzlich zusammengeschossen und Demonstranten verschleppt und gefoltert. Auch bei dem jetzigen gescheiterten Aufstand der ägyptischern Bürger wurden mindestens (!) 119 Bürger bis heute(!) schleppt – und gerade solche Leute wie Sie, chrisse, finden das dann wieder total o.k. Oder haben Sie, chrisse, sich auch nur e i n m a l für die Freilassung dieser und tausender weiterer politischen Gefangener in Ägypten eingesetzt? Sie doch ganz bestimmt nicht!!
      Zu den „119“ sieh z. B. http://www.manager-magazin.de/politik/weltwirtschaft/0,2828,744965,00.html oder http://afri-russ-archiv.blog.de/2011/02/18/aegypten-nach-diktatorsturz-party-over-armee-saeubert-tahrirplatz-und-mubarak-institutionen-l-egypte-post-moubarak-la-fete-et-l-armee-commence-a–10589934/ (dort heißt es u. a.: „Interessengruppen der Menschenrechte beschuldigten das Militär, Anti-Regime Demonstranten festgenommen zu haben, von denen einige gefoltert wurden. ‚Leitende Offiziere und Militärpolizei hatten willkürlich mindestens 119 Menschen festgenommen, als die Armee war in der ägyptischen Städte in der Nacht des 28. Januar im Einsatz und in mindestens fünf Fällen wurde gefoltert‘, so Human Rights Watch.© 2011 AFP“

      Resumee: Nach einem kurzen Austausch des Mubarak sitzt die grausame ägyptische Militärdiktatur fester im Sattel denn je. Jetzt wurde sogar eine vom Militär(!) geschriebene „Verfassung“ durchgewunken. Dem Militär gehören ein Drittel(!) aller Wirtschaftbetriebe in Ägypten. Ich laß wie einer aufführte, wie man sich in Ägypten ein üppiges Mahl zusammenstellen kann – auschließlich mit Lebensmitteln aus dem Militär gehörenden Betreiben.

      Zitat: „Im Vergleich zu Ägypten vor der Revolution war Libyen eine knallharte Diktatur“.
      Antwort:
      Nein, es ist genau UMGEKEHRT! Sieh unten meinen Kommentar Nr. 6. Libyen sollte von der UNO sogar ausgezeichnet werde, nur dann kam …dummerweise …. .der Nato-Überfall dazwischen.

  3. „The Council was about to vote on a report that affirmed and praised Libya and Colonel Ghaddafi for THEIR HUMAN RIGHTS RECORD. The report said that the Ghaddafi government protected „not only political rights, but also economic, educational, social and cultural rights,“ and praised it for the nation’s treatment of religious minorities, and the „human rights training“ received by security forces.“
    http://english.pravda.ru/hotspots/crimes/22-03-2011/117288-Another_Shocking_UN_cover_up_about_Libya-0/

  4. Unser kultivierte Gesellschaft ist doch schon lange an den Punkt angelangt, an dem Eitelkeit und Korruption die fortschreitende Entwicklung vorgeben, dass Volk ist leider nur noch eine Herde von Konsumenten die nicht weiter berücksichtigt ist. Siehe Stuttgart21, Atompolitik, Klima-Perspektive und die CO2 Börse mit der Steuer aufs Atmen, ich kann nicht alles benennen die Liste läst sich beliebig fortsetzen.

    Deshalb ist es besonders Wichtig dass es die Site MeinParteibuch mit seiner kritischen und wortgewaltigen Berichterstattung gibt!!! Das sich auch nicht von DDoS Attacken ausbremsen lässt. Meine Anerkennung für die guten Berichte und Reportagen, und das alles mit entsprechenden Links unterfüttert – voll Internet like. Weiter, weiter weiter…
    Alles Beste von Gib8

  5. @chrisse
    „Dass die Rebellen nur Gutes tun, hat ja keiner behauptet.“
    Erkläre doch mal, was die Rebellen überhaupt gutes getan haben. Ich kann da nichts erkennen. Im Gegenteil.

    Stell dir mal vor, in Deutschland würden Neonazis und Radikal-Evangelisten gemeinsam bayerische Armeedepots plündern, Menschen „südländischen Typs“ lynchen, die Hakenkreuzfahne hissen und dann als bewaffnete Rebellen in Richtung Berlin ziehen, um Deutschand von der Diktatur „linker Gutmenschen“ und „Ökofaschisten“ zu befreien.

    Und, Überraschung, das funktioniert dann nicht, und der bewaffnete Marsch in Richtung Berlin wird kurz hinter Nürnberg gestoppt, weil den „Rebellen“ die Unterstützung in der Bevölkerung fehlt.

    Und nun stell dir vor, es kämen Russland und China, und würden über Deutschland eine Flugverbotszone einrichten, um den „Rebellen“ unter der Hakenkreuzfahne den Weg nach Berlin freizubomben und zu verhindern, dass die deutschen Sicherheitsorgane und die deutsche Justiz ein Massaker anrichtet, wenn sie Bayern von den unter der Hakenkreuzfahne kämpfenden „Rebellen“ befreit.

    Was meinst du: wäre die Einmischung zur Unterstützung der Rebellen gerechtfertigt? In Libyen passiert genau das gerade.

    „Fragt euch im übrigen mal, weshalb der Westen einen Regime-Change haben sollte?“
    Libyen hat eine unabhängige Außen- und Innenpolitik gemacht und den Ölreichtum dadurch verschwendet, dass er ihn zum großen Teil an die Bevölkerung verteilt. Außerdem war Libyen kritisch gegenüber Israel. Nachdem ein bunter Regime Change wegen mangelnder Unterstützung durch die Bevölkerung nicht geglückt war, probiert Obama den Regime Change nun mit Krieg. Nach der missglückten Regime Change Operation hat der Westen Angst, Libyen könnte sich rächen, wenn Gaddafi bleibt, zum Beispiel dadurch, dass er dem Westen kein Öl mehr verkauft und anti-westliche Befreiungsbewegungen in aller Welt finanziell unterstützt.

    „Ich denke, man sollte den Libyern die Möglichkeit geben, sich selbst zu organisieren.“
    Das ist der Punkt – die Libyer sind selbst organisiert – und Gaddafi hat die meisten Anhänger.

    „Ob mit oder ohne Gadaffi – wenn sie gegen ihn sind, sollte er weg.“
    Sind sie aber nicht.

    „Dabei zu helfen, halte ich für kein Verbrechen. Ist die Mehrheit für ihn, sollte er bleiben. Dagegen sollte man auch nicht vorgehen.“
    Dagegen wird aber gerade massiv vorgegangen – mit Propaganda, Bomben, Kampffliegern, verdeckten Spezialeinheiten, Mordkommandos und massiven Sanktionen und bald auch mit Bodentruppen. Die USA haben gestern außerplanmäßig 4000 Landungstruppen in Marsch Richtung Libyen gesetzt.

  6. @Chrisse
    „Im Vergleich zu Ägypten vor der Revolution war Libyen eine knallharte Diktatur, die wesentlich brutaler mit Rebellen umgesprungen ist und damit eine friedliche Revolution verhindert.“

    Was du hier für Lügen verbreitest, ist wirklich unglaublich.

    Es gibt keine Videos, auf denen zu sehen ist, wie von libyschen Sicherheitskräften aufgehängte Demonstranten am Fleischerhaken baumeln. Es gibt aber Videos, die zeigen, wie ein von Demonstranten ermordeter Mensch schwarzer Hautfarbe am Fleischerhaken öffentlich aufgehängt wurde.

    Hier oben im Artikel sind gleich mehrere Quellen dafür gelistet, dass sich in den Demonstrationen im Osten Libyens ein unglaublich brutaler Lynchmob verborgen hat, der zahleiche gefesselte Soldaten auf bestialische Weise massakriert hat. Auf Videos bei Youtube sind zahlreiche weitere gefesselt massakrierte libysche Soldaten zu sehen. Die Anti-Gaddafi-Propaganda hat dann behauptet, Sicherheitskräfte Gaddafis hätten diejenigen Sicherheitskräfte massakriert, die sich weigerten, auf friedliche Demonstranten zu schießen. Mangels erschossener friedlicher Demonstranten wurden diese bestialisch ermordeten Sicherheitskräfte dann als Beleg dafür genommen, wie brutal Gaddafi ist.

    Fällt dir was auf? In Ägypten wurde die Brutalität des Diktators mit toten Demonstranten belegt, in Libyen wurde die Brutalität des Diktators mit toten Sicherheitskräften belegt. Und nun lies noch mal die Zeugenaussagen, die hier oben im Artikel verlinkt sid, denen zufolge die friedlichen Demonstranten im Osten Libyens massenhaft Sicherheitskräfte massakriert haben.

    Schlussfolgerung: es ist eine Lüge, dass die libyschen Sicherheitskräfte sich gegeneitig massakriert haben. Die Bilder zeigen Sicherheitskräfte, die von „Demonstranten“ massakriert wurden.

    In Libyen waren im Gegensatz zu Tunesien und Ägypten nicht die Sicherheitskräfte übermäßig brutal, sondern die von CIA und MI6 in verdeckter Kriegsführung ausgebildeten „Demonstranten“.

  7. @chrisse
    „Allerdings: In Tunesien, Ägypten, Bahrain etc. haben Menschen gegen Diktatoren demonstriert.“
    Auch das ist nicht so ohne weiteres über einen Kamm zu scheren.

    In Tunesien und Ägypten waren es Demonstrationen gegen die Ausplünderung und Unterdrückung der Bevölkerung durch pro-westliche Diktatoren. Hier wurde nun eine pro-westliche Herrscher-Clique durch eine andere ersetzt. Besonders deutlich zu sehen ist das in Ägypten, wo die herrschende Militärjunta immer noch zahlreiche Demonstranten eingesperrt hält, nun sämtliche Demontsrantionen verboten hat und auch Parteien basierend auf Religion (wie etwa die „CDU“ in Deutschland eine ist) verboten hat.

    In Bahrain gibt es eine jahrhundertealte sunnitische Diktatur, die sich auf eine privilegierte Minderheit stützt. Dort demonstrieren die Menschen im Gegensatz zu Ägypten und Tunesien nicht gegen schlechte Lebensbedingungen, sondern für Demokratie, Menschenrechte und Gleichberechtigung der Religionen. In Bahrain hat die USA das Zusammenschießen der Proteste durch saudische Söldner genehmigt.

    „Libyen ist, etwa nach Angaben der Reporter ohne Grenzen, ein diktatorisches Land mit der weltweit restriktivsten Informationspolitik.“
    eporter ohne Grenzen ist eine völlig parteiische Tarnorganisation der CIA, die vom US-Außenministerium finanziert wird, und allen Ländern, die die USA nicht leiden können, eine schlechte Pressefreiheit attestiert.

    „G. herrscht seit 1969, ohne dass dies durch Wahlen bestätigt wurde.“
    Im Gegensatz zur herrschenden Propaganda gibt es in Libyen durchaus Wahlen, nämlich ein Rätesystem von Volkskongressen. Das ist für den Westen durch Propaganda nicht so leicht zu knacken und zu übernehmen wie allgemeine Wahlen, bei denen die Wahl gewinnt, wer in den Jahren davor das meiste Geld für Propaganda ausgegeben hat. Solche Waheln für dazu, dass die Herrschaft des Geldes – also im Zweifel der Wall Street – einen legitimen Anstrich bekommt.

    „Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass die Menschen in Libyen gegen Gadaffi demonstrieren, trotz des hohen Lebensstandards.“

    Ganz sicher haben in Libyen Menschen gegen Gaddafi demonstriert, und das ist auch legitm – nur eben nicht „die“ Menschen. Die Regierung Libyens reagiert auf Dmeonstrationen üblicherweise so, dass sie den politische und sozialen Forderungen der Demonstranten nachkommt. So wurden zum Beispiel nach Demonstrationen der letzten Jahre gegen Wohnraumknappheit beschlossen, für 200 Mrd Dollar neue Wohnungen zu bauen.

    Und so hat Libyen auch auf die gewattätigen Proteste im Osten Libyens reagiert, mit denen die US Regime Change Kampagne im Februar gestartet wurde. Saif Al-Islam hat den Aufständischen im Fernsehen gesagt, man könne über Alles reden: eine Verfassung, eine Wahlen, Flagge, Hymne, regionale Autonomie, nur gegen eines werden er und seine Freunde sich bis zur letzten Kugel sich wehren, gegen einen gewalttätigen Umsturz, der nichts weiter zum Ziel hat als „Regime Change“.

    Erinnerst du dich wie die Aufständische darauf reagiert haben: mit dem Aufruf zum heiligen Krieg bis zum Sieg des Islam. Und auch nachdem Hugo Chavez eine friedliche Vermittlung angeboten hat, haben die Aufständischen wieder Krieg bis zum Sieg als Losung ausgegeben, und sind bewaffnet nach Westen gestürmt.

    „Es gibt zahlreiche Aussagen (etwa von geflüchteten Piloten, von Zivilisten, von Flüchtlingen), dass G. angeordnte hat, seine eigenen Bürger bombardieren und erschießen zu lassen.“
    Wie glaubwürdig sind diese Aussagen? Nimm die beiden nach Malta geflüchteten Piloten. Die Piloten behaupteten, sie hätten ihre „eigenen Bürger bombardieren“ sollen. Russland sagt, Russland habe den libyschen Luftraum per Satellit genau beobachtet und dabei keinen Hinweis dafür gesehen, dass die libysche Luftwaffe zum Angriff auf Städte eingesetzt wurde. Es gibt keine Bilder von solchen Luftangriffen. Zahlreiche Bilder gibt es hingegen von Fliegerbomben, die stets rund 50 Meter neben bewaffnete Rebellen auf der Straße von Ajdabiya nach Sirte in den Wüstensand gefallen und die mit Waffen wie MG, RPG und Flak bewaffneten Rebellen zwar nicht verletzt, aber mächtig erschreckt haben. Westliche Journalisten haben in ihren Artikel Verwunderung darüber gezeigt, wie schlecht Gaddafis Piloten zielen, dass sie immer neben die Rebellen getroffen haben.

    Mehr als Hundert Piloten sind nicht desertiert und geflüchtet – also entweder haben die alle ungestraft den Befehl zum Bombardieren der eigenen Bürger verweigert, oder es gab den Befehl nicht.

    Anmerkung: hinter Brega auf dem Gefechtsplatz der Rebellen ist später tatsächlich eine Fliegerbombe eingeschlagen – nach Aussage eine Fotografin von Global Post genau im Waffenlager der Rebellen – und hat dabei zwei Rebellen getötet.

    „Es gibt Schätzungen, dass bereits 80.000 Rebellen getötet worden sind. Es gibt Berichte, dass G. ein Krankenhaus mit Scharfschützen beschießen ließ.“

    Vor dem Jugoslawien-Krieg der NATO gab es auch solche Berichte – Stichwort „Hufeisenplan“. Es gab sogar ein dramatisches Foto von einem abgemagerten Menschen hinter einem KZ-Zaun. Joschka Fischer hat den Krieg mit „nie wieder Ausschwitz“ begründet. Nach dem Krieg hat sich herausgestellt, dass die Berichte gelogen waren. Bei dem damaligen Foto vom Menschen hinter dem KZ-Zaun hat sich herausgestellt, dass dies nicht Menschen waren, die eingesperrt waren, sondern von innen nach außen fotografiert war und Menschen zeigte, die in ein Flüchtlingslager hinein wollten, um dort Essen, Kleidung udn ähniche Dinge zu bekommen.

    „G. hat selbst angekündigt, Städte militärisch anzugreifen, die sich gegen ihn auflehnen.“
    Auch das ist falsch. Gaddafi hat gesagt, dass es Barack Obama nichts angeht, wer in Libyen regiert und die Regierung werde die Städte, die von bewaffneten Banden beherrscht werden, wieder unter Kontrolle der Regierung bringen.

    „Und, auch wenn ihr das gerne verdrängt: Von all dem gibt es Videos und Bilder.“
    Na dann, zeig doch mal. Und vor allem, erkläre den Kontext der Bilder: wo aufgenommen, wann aufgenommen, wen zeigen die Bilder.

    Ich habe bisher vor allem viele Videos von ermordeten schwarzen Flüchtingen und von ermordeten Sicherheitskräften gesehen – auch von toten Zivilisten, aber ich habe auf keinem Bild gesehen, dass Gaddafi Zivislisten ermordet hat. Im Gegenteil.

    Hier ist zum Beispiel ein typisches Video, das als Beweis für Gaddafis Verbrechen herhalten soll:

    Colonel Ali Mabrouk Mohamed Trabelsi Executed

    Da wird ein ermordeter Offizier Gaddafis gezeigt. Der Protagonist des Filmes erklärt, er sei von Gaddafi’s Leuten ermordet worden, weil er sich geweigert habe, auf Zivilisten zu schießen. Insgesamt, so behauptet der Protagonist, seien dort vier Soldaten Gaddafis ermordet worden. Die könnten aber gerade nicht gezeigt werden, weil die Filmer es eilig gehabt hätten, vom Tatort wegzukommen.

    Wer einen Funken Verstand hat, für den dürfte die Vermutung naheliegen, dass dort auf dem Video die Mörder zu sehen sind – Aufständische, die die Opfer ihrer siegreichen Mordtat gefilmt haben und sie gleichzeitig Gaddafis Leuten propagandistisch in die Schuhe schieben.

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