UAE wollen US-Krieg gegen Libyen doch nicht mitmachen

Der Angriffskrieg gegen Libyen droht schon Tage nach dem Beginn immer mehr zum Desaster für die Angreifer zu werden. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben trotz vorheriger gegenteiliger Spekulationen heute offiziell erklärt, sich am Krieg gegen Libyen nicht beteiligen zu wollen und stattdessen eine rein humanitäre Rolle anzustreben.

Damit geht den angreifenden NATO-Staaten eines der arabischen Feigenblätter verloren, mit dem die Aggressoren verdecken wollten, dass es sich bei dem Krieg gegen Libyen um einen lange geplanten räuberischen Angriffskrieg der NATO handelt. Der einzige arabische Staat, der bislang fest zugesagt hat, sich am Angriffskrieg der NATO gegen Libyen beteiligen zu wollen, bleibt damit die Golfdiktatur Katar, die zuvor über ihren Fernsehsender Al Jazeera bereits große Teile der Propaganda-Arbeit zur Vorbereitung des Angriffskrieges geleistet hatte. Und selbst der katarische Diktator Hamad ibn Chalifa Al Thani hat anscheinend soviel Muffensausen vor einer wütenden Reaktion seines Volkes bekommen, dass die längst zugesagten katarischen Kampfjets offenbar immer noch keine Angriffe gegen Libyen geflogen haben.

Damit sind die USA, die auch bei diesem dreckigen Krieg wegen Differenzen innerhalb der eigentlich als kriegsführendes Organ vorgesehenen NATO immer noch das Kommando führen, vorerst daran gescheitert, die vorher zur Voraussetzung für den Angriffskrieg erklärte aktive regionale Beteiligung am Angrifskrieg zu organisieren. Der libysche Revolutionsführer Muamar Gaddafi geißelte die Angriffe der NATO-Staaten auf Libyen bereits unmittelbar nach Beginn der Attacken als „Kreuzzug“. Zustimmung bei der Einschätzung, dass es sich beim Angriff auf Libyen um einen Kreuzzug handelt, bekam Muamar Gaddafi von Wladimir Putin, der erklärte, als russischer Regierungschef zwar nicht für Außenpolitik zuständig zu sein, aber als seine „persönliche Meinung“ seine Entrüstung zum Besten gab und öffentlich kundtat, die UN-Resolution gegen Libyen erinnere an einen „mittelalterlichen Aufruf zum Kreuzzug„.

Die humanitäre Tarnung der NATO-Bombenmassaker ist damit weg. Während die bewaffnete Solidarität mit Libyen gegen den kolonialistischen Angriffskrieg sich immer mehr organisiert, gerät US-Kriegsfürst Barack Obama in den USA unter Druck. Ermüdet von sinnlosen Kriegen gegen Afghanistan und Irak, ist ein Großteil der Bevölkerung in den USA dagegen, Krieg gegen Libyen zu führen. Republikaner nutzen das, um darauf aufmerksam zu machen, das Barack Obama 2007 selbst erklärt hatte, ein Präsident dürfe ohne Ermächtigung des Kongresses Krieg nur zur unmittelbaren Verteidigung der USA führen, und selbst Politiker seiner eigenen demokratischen Partei sammeln sich um die Idee, wegen des illegalen Krieges genau wie gegen seinen Vorgänger George W. Bush ein Amtsenthebungsverfahren gegen Barack Obama einzuleiten.

Und auch am Boden in Libyen läuft der Krieg nicht gut für die US-geführten Kreuzzügler. Im Osten Libyens ist es den monarchistischen Lakaien des US-Imperialismus heute selbst mit Luftunterstützung durch Kampfbomber der NATO nicht gelungen, die Stadt Ajdabiya im Osten Libyens zu erobern. Und im Westen haben von der libyschen Regierung bewaffnete Einwohner Al-CIAda die Kontrolle über die Stadt Misurata wieder abgenommen.