Gedanken zu einem Video aus Libyen

Es sind in den letzten Tagen schreckliche Verbrechen in Libyen geschehen. Einen Tatort eines solchen Verbrechens zeigt ein via verschiedener Youtube-Accounts verbreiteten Video, auf dem rund zwei Dutzend gefesselte Soldaten in Armeekleidung zu sehen sind, die nebeneinander durch Kopfschuss ermordet wurden, wobei Dunkelhäutige etwas abgesondert wurden. Die modernen Autos und die Landschaft, die zum Ende des Videos zu sehen sind, deuten darauf hin, dass die Aufnahmen tatsächlich in den letzten Tagen aufgenommen wurden und aus Libyen stammen.

Zum Ort des Verbrechens kursieren unterschiedliche Angaben. Bei „Alles Schall und Rauch“ soll das Verbrechen „îm Fadhil Camp in Bengasi“ stattgefunden haben. Bei Danmike hingegen, der auf seinem Blog dieselben Videobilder zeigt, soll das Verbrechen rund 200 km östlich von Bengasi stattgefunden haben, nämlich in Derna.

In einem aber, da sind sich alle, die das Video verbreiten, einig: die Bilder zeigen Gaddafi-treue Soldaten, die ermordet wurden, weil sie sich weigerten, auf aufständische Zivilisten zu schießen. Obwohl noch nicht einmal klar ist, wo genau das Video überhaupt aufgenommen wurden, ist es der ganzen Welt völlig klar, dass das so war. Niemand hinterfragt das. Selbstverständlich wurden sie wegen Befehlsverweigerung von ihren eigenen Kollegen ermordet, von wem denn sonst. Und überhaupt, der Gaddafi ist doch ein Verrückter, das weiß doch jeder. Das kann man doch schon seit Jahrzehnten in allen Zeitungen nachlesen.

Das Gehirn scheinen all die Menschen kollektiv bei der Bild-Zeitung und bei Youtube abgegeben zu haben. Warum sollten die Soldaten ihre eigenen Kollegen ermorden. Deserteure gibt es reichlich. Warum sollten die Soldaten sie ermorden? Haben sie Rachegefühle, wenn sich jemand absetzen will? Gibt es in Libyen nicht jemand, der ein viel plausibleres Motiv hat, regierungstreue Soldaten zu ermorden?

Die von der westlichen Presse zu friedlichen Demokratie-Aktivisten verklärten Handlanger von Washingtons Monarchisten brüsten sich damit, im Osten Libyens Kasernen und Waffenlager gestürmt zu haben. Diese friedlichen Dmeokratie-Aktivisten brüsten sich damit, den Osten Libyens von den Kräften Gaddafis „befreit“ zu haben.

Diese Demokratie-Aktivisten sind, wie ihre stolzen Fotos zeigen, schwer bewaffnet. Der Schirmherr dieser Demokratie-Aktivisten, „Seine Königliche Hoheit“ Prinz Idris al-Senussi, hat der New York Times zufolge früher eine „vom amerikanischen Geheimdienst ausgebildete“ Söldnertruppe im bewaffneten Kampf gegen Gaddafi angeführt. Die Schweizer Tagesschau zitiert einen Polizisten aus Benghazi, demzufolge die Demokratie-Aktivisten dort in den letzten Tagen 200 „Söldner“ Gaddafis umgebracht haben.

Wer etwas nachdenkt, könnte auf die Idee kommen, dass gut bewaffnete US-geführte Kräfte in Libyen einen mörderischen Bürgerkrieg begonnen haben, und die westliche Presse dabei versucht, die ihnen genehme monarchistische Bürgerkriegspartei zu friedlichen Demokratie-Aktivisten schönzuschreiben und gleichzeitig der sozialistischen Regierung treue Kräfte zu verteufeln, in dem versucht wird, ihnen die Verbrechen in die Schuhe zu schieben, die die ihnen genehmere Bürgerkriegspartei begangen hat.

Erinnert sich niemand mehr daran, auf welche populären Genozid-Lügen zur Unterstützung ihrer UCK-Söldner die NATO den Krieg gegen Jugoslawien gestützt hat? Und ganz zufällig werden nun Rufe laut in den Massenmedien verbreitet, die NATO müsste in Libyen auf Seiten der Konterrevolutionäre in den von den USA geschickt angezettelten Bürgerkrieg in Libyen eingreifen, um dort – wieder einmal – einen Genozid zu verhindern.

Um das libysche Öl und die Übernahme es geostrategischen Einflusses des sozialistischen Libyen geht es bei einem Krieg der NATO gegen Libyen natürlich nicht, nie und nimmer, für Öl und Geostrategie hat die NATO sich schließlich noch nie interessiert. Der Fidel Castro und der Hugo Chavez, die sehen das alles völlig falsch, die NATO war immer schon eine Organisation, die nur den Menschenrechten verpflichtet ist.

7 Gedanken zu “Gedanken zu einem Video aus Libyen

  1. obwohl man bei auch nur etwas recherche und suche nach seriösen quellen, sehr schnell erkennen kann, daß die in „unseren medien“ geschilderte story von den volksaufständen in lybien gewaltig stinkt und alles eher auf einen von aussen mitinitiierten stammeskrieg mit dem ziel der totalen zerstörung zum zwecke des nation building a la nwo handelt, ist die legende vom armen irren, dem hungerndem volk und dem (merkwürdigerweise diesesmal sehr schnell) aus humanitären gründen massiv (mit kriegswaffen) eingreifenden freien westen fast unwidersprochen allgemeines gedankengut.

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