Volle Kanne Revolution

Zu Hunderttausenden oder Millionen, je nachdem, welchen Nachrichtenquellen man glaubt, geht die ägyptische Bevölkerung auf die Straße. Darüber, was sie wirklich wollen, kann man akademische Diskussionen abhalten, aber eines ist klar: die Menschen in Ägypten haben die alte Ordnung satt, pappedickesatt. Die wichtigste Forderung ist, dass Diktator Husni Mubarak verschwindet.

Mindestens etwa 300 Menschen haben die Schergen Mubaraks in den letzten beiden Wochen ermordet. Mubarak versucht die Welt glauben zu machen, er als Diktator habe damit nichts zu tun, was seine Schergen machen, we sie morden, brandschatzen und die Gegner der Diktatur verprügeln und zusammenschießen. Das ist genauso unglaubwürdig, wie wenn jetzt zwar sein Innenminister beschuldigt wird, den Bombenanschlag auf die Kirche in Alexandria zu Neujahr organisiert zu haben, aber der Diktator selbst habe damit nichts zu tun.

Die Eliten der USA und die EU gehen nun auf Distanz. Diktator Mubark gilt nun als Garant dafür, dass eine demokratische Öffnung stattfindet. Gleichzeitig grapschen seine Folterknechte nach der Opposition und kerkern sie ein. Niemand kann glaubt Mubarak und seinem zionistischen Folterknecht Suleiman, dass irgendetwas voranbringen, außer der Verhaftung und Folter der Regimegegner.

Eine Überführung der Diktatur in ein schöner anzusehendes Regime gleicher Ausrichtung hätten die westlichen Herrscher gern gehabt. Doch das ist es nicht, was die Menschen in Ägypten wollen. Sie wollen selbst über ihre Zukunft bestimmen. Und so gehen sie weiter massenhaft auf die Straße, gegen die mörderische Folterdiktatur, gegen die verlogene Medien, gegen die Marktfreiheit genannte verkappte Sklavenwirtschaft und den ganzen Rest des perversen Systems.

Die offizielle Arumentation ist so primitiv, dass jeder sie durchschaut. Alles soll seinen verfassungsmäßigen Gang nehmen. Dabei hat Diktator Mubarak die Verfassung derart pervertiert, dass nur er selbst de Diktatur verfassungsgemäß beenden kann. Hat er keine Lust dazu, zum Beispiel, weil er dann Rechenschaft über seine Straftaten ablegen müsste und dafür bestraft würde, dann bleicbt die Diktatur auf ewig. Und selbst wenn der Diktator zurücktritt oder dahinscheidet, dann machen der Verfassung folgend seine Nachfolge allein seine Getreuen unter sich aus.

Den meisten Menschen, die in Kairo und anderswo in Ägypten demonstrieren, sind die Feinheiten der Schleifen der diktatorischen Verfassung egal. Sie sehen das Offensichtliche, nämlich, dass Mubarak und seine Clique Verbrecher sind, und wollen sie weghaben. Und so demonstrieren sie weiter, Tag für Tag, ob mit Unterstützung der USA und der EU oder ohne, bis der Diktator weg ist. Den juristischen Misthaufen, den er vor sich aufgebaut hat, nimmt, außer den Drecksäcken, die ihn unterstützen, keiner ernst. Die vielen Leute auf dem Tahrir-Platz und in vielen anderen Städten lassen sich von dem Misthaufen, den der Diktator aus der Verfassung gemacht hat, jedenfalls verschrecken. Sie machen volle Kanne Revolution.

PS: Es wird langsam Zeit, dass sich auch die deutsche Bevölkerung nicht mehr von Misthaufen erschrecken lässt.

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Ein Gedanke zu “Volle Kanne Revolution

  1. bevor so was hier in DE passiert muss der allgemeine leidensdruck mindestens so hoch werden wie damals in der ehemaligen DDR. heutzutage wahrscheinlich sogar so hoch wie derzeit in ägypten.

    außerdem müsste erst einmal die fast schon als dumpfe und blind-verdummte mainstream-medien-gläubigkeit der maßen aufhören die in weiten teilen der DE bevölkerung – zwar mit abnehmenden tendenzen – immer noch sehr stark vorhanden ist.

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