Mubarak bildet Militärregime und setzt auf COIN-Strategie

Nach der gestrigen Kampfansage gegen die Demonstranten, die in Ägypten für einen Regime-Change protestieren, setzte Diktator Husni Mubarak am heutigen Samstag seine konfrontative Strategie zur Niederschlagung der Revolte fort.

Damit seine angeschlagene Gesundheit der Leistungsfähigkeit des Represionsapparates der Diktatur nicht zur Last fällt, hat der schwächelnde Generalleutnant Husni Mubarak einerseits seinen bisher insbesodnere für Folter und außergesetzliche Verhaftungen zuständigen Geheimdienstchef, Generalleutnant Omar Suleiman, zum Vizepräsidenten ernannt und andererseits seinen bisherigen Luftfahrtminister, Marschall der Luftwaffe Ahmed Shafik, mit der Bildung einer neuen „Regierung“ beauftragt. Mit Mubarak, Suleiman und Shafik stehen nun drei hohe Militärs an der Spitze des Regimes.

Die angewandte Strategie zum Niederschlagen der Revolte scheint die klassische COIN-Strategie zu sein. Sicherheitskräfte des Diktators wurden offenbar angewiesen, in zivil reihenweise Straftaten zu begehen wie Mord und Plünderungen zu begehen, um sie der Bewegung des Aufstandes in die Schuhe zu schieben. Außerdem wurde berichtet, dass Wärter in Gefängnissen einerseits gefangen gehaltene Muslimbrüder ermorden und andererseits massenhaft gewöhnliche Kriminelle freilassen.

Demonstranten ist es nach Angabe des Senders Al Jazeera, der nahezu rund um die Uhr live von der ägyptischen Revolte berichtet, gelungen, einige Polizisten in Zivil auf frischer Tat bei Vandalismus-Straftaten festzusetzen und zu identifizieren. Als nächste Maßnahme wird damit gerechnet, dass das Regime die Proteste für von Sicherheitskräften in Zivil begangene Straftaten wie Vandalismus öffentlich verantwortlich macht und das Militär anweisen wird, die Proteste unter dem Banner Durchsetzung er Usgangssperre mit Einsatz von massiver Militärgewalt und unter Inkaufnahme von sehr vielen Toten blutig zu beenden.

Um die Demonstranten dabei zu behindern, die Öffentlichkeit in Ägypten und in der Welt darüber zu informieren, dass Sicherheitskräfte für den Vandalismus verantwortlich sind, hat das Mubarak-Regime das Internet in Ägypten, das vor zwei Tagen abgeschaltet worden war, nicht wieder anschalten lassen.

Unklar ist bisher allerdings immer noch, ob das Militär den Befehl befolgen wird, die für Demokratie demonstrierende eigene Bevölkerung zusammenzuschießen. Die oppositionelle Muslimbruderschaft berichtete auf ihrer Webseite, es gäbe eine unbestätigte Meldung, derzufolge der Chef des Generalstabes der Armee, General Sami Anan, dabei sei, eine Revollte innerhalb des Militärs anzuzetteln, um Diktator Mubarak zu stürzen.

Bisher starben beim nunmehr fünf Tage andauernden Aufstand in Ägypten weit über 100 Menschen.

(Dieser Artikel erschien zuerst im Blog Mein Parteibuch und wurde hier gespiegelt, da Mein Parteibuch wegen anhaltender DDoS-Angriffe nach wie vor zum Teil nur schwer erreichbar ist.)

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4 Gedanken zu “Mubarak bildet Militärregime und setzt auf COIN-Strategie

  1. Die Bürger Bilden Bürgerwhere und versuchen sich zu organisieren. Die schützen die Wohgebiete und bitten das Miltäre das offentliche Eigentum zu schützen.
    Die einfachen Soldaten sind auf der Seite der Demonstranten. Allerdings das Verhalten der Entscheider ist Dubios. Denn das Militär ist zu passiv auch nach massiven Unterstützungsrufe der Bürger. So wie es Aussieht. Die verschwunde Polizei ist mit Absicht damit es Chaos entsteht. Wobei viele erwischten Plünderer sind entweder vom Geheimdiest oder von der Zivilpolizei. Bis jetzt leisten die Bürger gute Arbeit und die Gewinnen jeden Tag an Mut und Erfahrung. Es bleibt zu hoffen, dass, das Miltär die Bürger nicht verrät.
    Allerding meine Meinung nach. Das Militär hat versucht mehrmals die Bürger an die Ausgangssperre zu erinnern. glücklicherweise die Bürger sind nicht darauf eingegangen. Denn meine Meinung nach wäre das gefährlich. Bis ist die Absicht des Militärs ist nicht klar.

  2. so wie es aussieht. Das ist keine reine Schlacht von Bürgern gegen Diktator. Denn das ist eine Schlacht Zwischen den Bürgern der Ganzen Welt, die zunehmen unterdrückt werden und den sogennanten politischen Elite (Die als Volstrecker und Diener agieren).
    Es findet sich ein Schachspiel satt. Auf der einen Seite, Gadafi wird nervös. König Fahd ist noch übermuttig. Die anderen kleinen Diktatoren zittern im Hintergrung. Die grössen Geier beobachten und Beraten Bzw. befehlen.
    Auf der anderen Seite werden die Ägypter ermutig und moralisch unterstützt von den Gerechtigkeit und Freiheit liebenden.

  3. Apropos viele politizten haben ihre Uniform aufgegeben und sind unter dem Volk. Die schützen ihr Eigentum und ihre Familien. Die Helfen dabei den Nachbarn und nehmen an der Selbtorganisation teil.

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